Buch 9 für Schwarzleser: Der Schriftsteller erzählt

Willkommen zu "Buch 9 für Schwarzleser"! Entdecken Sie eine einzigartige Erzählung direkt vom Schriftsteller. Wir schätzen Ihre Unterstützung und laden Sie ein, die Welt unserer Geschichten zu erleben.

WAHNSINN - lebe lieber gewöhnlich von Sarah D. Jons



Die Schriftstellerin Sarah D. Jons schreibt ihre Bücher, damit diese auch mit großem Interesse gelesen werden.

Sie schreibt über Menschen, die viel über das Leben anderer Leute erzählen.

Sarah D. Jons lernt hier die Menschen Alice Blazer, Lisa, Ilona, Nico, Bill Fink, Nicki und auch andere kennen, von denen sie ihre Geschichte in diesem Buch erzählt.

 

 

Kapitel 1

Hier ist eine Geschichte von Lügnern und den Ahnungslosen.

Also, machen Sie sich auf alles gefasst.

Ich glaube, es ist eine prüde, langweilige Frau aus einer emanzipierten Frauenbewegung in Deutschland.

Sie war attraktiv und intelligent. So sagten die Leute.

Diese feminine Spaßbremse heißt Alice Blazer.

Bill Fink war achtunddreißig Jahre Versicherungsfachwirt und verdient zu wenig für Alices Luxusleben.

Sagten die anderen neidischen Altweiberfrauen.

Eine Woche lang küssten sie sich, hielten ihre schwitzigen Händchen.

Und dann, an einem warmen Frühlingstag, zeigte sie ihm das Haus, wo drin sie gerne wohnen wollte. Sie gingen mit dem Architekten die Grundrisse durch.

„Ich bin drauf und dran, dem Architekten zu sagen, dass er das Geländer im ersten Stock verblenden soll, damit die Kinder nicht durchfallen“, sagt Alice.

Alice war überzeugt, dass Bill ihr einen Heiratsantrag machen würde.

Am Sonntagabend setzte Bill sie an ihrer Wohnung ab und erinnerte sie daran, dass sie am Dienstag Abend essen gehen wollten. Am Dienstag rief Bill sie an und sagte, er müsse die Verabredung aufschieben.

Als Alice zwei Wochen lang nichts mehr von Bill hörte, rief sie bei ihm an und sagt: „Das ist aber ein sehr langer Aufschub.“

Bill sagte, er würde sie gegen Ende der Woche noch einmal anrufen.

Natürlich hat Bill Fink nie mehr angerufen.

Aber was Bill daran wunderte, war, dass Alice nicht verstehen konnte, was passiert war.

In Hamburg, so sagte Alice, hätte der gemeinsame Besuch beim Architekten etwas bedeutet.

Da kapierte Bill: „Natürlich, Alice kommt aus Hamburg.“ Niemand hat ihr vom Ende der Liebe in Hannover erzählt.

Dann dachte Bill, dass Alice es noch lernen wird.

Willkommen im Zeitalter der Ahnungslosen. Die glitzernden Lichter von Hannover, die die Kulisse der prüden, langweiligen, flachbrüstigen Liebesspektakeln bilden, leuchten noch immer. Aber die Bühne mit den einschlafenden Spaßbremsen ist leer.

Niemand frühstückt mehr im Café „Luise“, ja, niemand trifft mehr die große Liebe seines/ihres Lebens.

Stattdessen frühstücken Bill Fink morgens um acht und Alice Blazer mittags um elf, jeder in seiner eignen Wohnung und jeder versucht, seine Liebesaffäre so schnell wie möglich wieder zu vergessen.

Oh Gott, wie sind beide nur in diesen Schlamassel hineingekommen?

Sie waren Sklave ihrer willenlosen Auslieferung der Gefühle.

Er ließ sich von einer erbarmungslosen, notgeilen Emanze bezwingen, Alice von einem schüchternen und leisen, ahnungslosen Mann.

Aber am Ende befreiten sie sich und wählten die Unabhängigkeit anstatt der Verantwortung in der Ehe.

So was passiert im Wunderland heutzutage kaum noch.

Die Menschen haben sich alle zu Sklaven gemacht, wie Sklave ihres Jobs, ihres Lebenspartners, ihres Geldes, ihrer Zeit – und manche von ihnen ist Sklave seiner selbst.

Und Sie glauben es nicht, es gefällt diesen Menschen so.

Selbstschutz und das Treffen von Freunden sind die höchsten Ziele.

Dabei sage ich Ihnen: Bleiben Sie Ihren Freunden nah, doch Ihren Feinden seien Sie bitte noch näher.

Denn einen Freund erkennt man erst, wenn man ihn braucht. Amor oder Eva sind im Abseits geraten in diesem Jahrtausend. Dann gehen sie in eine gut besuchte Diskothek und versuchen, jemanden kennenzulernen! Nun gut, da kann ich Ihnen Recht geben: Wenn er oder sie einen reichen Typen braucht, der dessen Getränke bezahlt, dann können sie schnell Bekanntschaft machen.

Manchen Typen fällt es wirklich schwer, jemanden anzusprechen, bei den gelangweilten und langen Gesichtern, die die meisten eingebildeten Typ-Frauen machen. Doch surfen Sie mal im Internet, dort lernen Sie das Doppelte an Menschen kennen als auf der Straße. Ist das nicht nett? Aber wenn sie ein romantisches Date aus dem Internet ausmachen, dann ist es wie Kinderüberraschung: Entweder haben sie Glück mit diesem Spielzeug oder sie haben eine Nebenrolle in dem Horrorfilmstreifen. Nun frage ich Sie! „Wann haben sie das letzte Mal zu Ihrem Partner „Ich liebe dich“ gesagt?“,

„ Wann haben sie das letzte Mal einen Typen angestarrt, ohne zu denken: „Ja, ja, leck mich am Arsch!“, „Wann haben sie das letzte Mal sagen hören: „Ich bin wirklich unsterblich verliebt“, ohne zu denken: „Ich will ein Kind von dir!“

Wenn Alice und Bill an Liebe denken, dann ist es der Augenblick und sind es die Momente, die sie erlebt haben.

Sex gibt es in der Sprache und in den Gedanken der Leute immer noch reichlich, aber eben die Art von Sex, die zu Dienstleistung und in der Ehe zu geschäftlichem Arrangement führt und nicht zu einer zum Leben gehörigen Leidenschaft der Sinne.

Heutzutage haben Alice und Bill Freunde und Kollegen, aber keine leidenschaftlichen Geliebten. Ja, es ist hart, das kann ich Ihnen sagen.

Aber sie haben es auch dann nicht, wenn sie mit ihnen geschlafen haben.

Zurück zur prüden, langweiligen Emanze, auch Alice Blazer.

Nach sechs langweiligen Monaten, einigen prüden Beziehungen und einer kurzen schamlosen Affäre mit einem Mann aus dem Telefonbuch, der Alice immer von außerhalb der Stadt besuchte, um ihr zu sagen, dass er alle erotischen Wünsche von ihren Augen ablesen kann, doch sie möchte bitte zuerst bezahlen. Er war schlauer.

„Beziehungen in der Partnerschaft drehen sich nur um das Geld“, meint Alice, „aber wie soll ich mich dann binden, wenn er nur an sein Geld denkt?“

Man kauft sich eine graue Katze, Mäuschen!

Der Chef eines Wirtschaftsunternehmens „Multi-Cash“ las die Bewerbung von Bill Fink abermals durch und fand nichts. Bill hatte den Verstand, den Ehrgeiz, das gute Aussehen. Er war nicht verheiratet. Warum auch?

Das Unternehmen hatte nie Unterschiede zwischen verheiratete und unverheiratete Mitarbeitern gemacht.

Er hatte einen Fachwirt gemacht, hatte das Studium als amtlich zugelassener Versicherungsfachwirt auf Anhieb bestanden und wollte Geschäftsführer einer Außenstelle werden.

Er sah gut aus auf dem Papier. Bill war ihre erste Wahl. In diesem Jahr gab es nicht einmal weitere qualifizierte Bewerber für den Außendienst. Die Bewerberliste war sehr kurz in dieser Saison.

Entweder Bill Fink oder niemand von der Straße.

Bill trank gelegentlich zum Feierabend ein Bier, aber Trinken war teuer und Bill hatte kein Geld.

Seine Schulden oder Investitionen machte er, um sich einen alten blauen Wagen zu kaufen, damit er sich bei diesem Job bewerben konnte.

Reiner Schmidt blätterte in seinen Bewerbungsunterlagen und lächelte.

Bill Fink war ihr Mann.

Für fünfundvierzig Jahre war Reiner Schmidt Geschäftsführer des großen Wirtschaftsunternehmens „Multi-Cash“.

Er meinte, Bill würde es in dem Unternehmen zum Geschäftsführer einer eigenen Außenstelle bringen.

Mit der Garantie eines spitzen Einkommens bis ans Ende seiner Tage.

Genau um halb eins klopfte jemand an die Tür. Reiner Schmidt sah die Personalberaterin, Frau Gutschmidt, an und fragte laut: „Ja?“

griffen nach ihren Jacketts.

Bill schloss den obersten Knopf und die Tür ging auf.

„Bill Fink?“, fragte er mit einem breiten Grinsen und ausgestreckter Hand.

„Ja.“ Sie schüttelten einander kräftig die Hand.

„Freue mich, Sie kennenzulernen, Bill.“ »Ich bin Ralf Schulz.« 

„Ganz meinerseits.“, sagte Bill und lächelte zurück.

Ralf trat hinein und ließ seinen Blick durch das geräumige Zimmer schweifen.

Ralf Schulz ergriff Bill seine Schulter und führte ihn durch die Büros der anderen Mitarbeiter, die sich gelangweilt vorstellten.

Dennoch: Sie waren überaus freundlich und herzlich. Sie boten Bill zuerst Kaffee an, dann Mineralwasser. Sie saßen an einem robusten Konferenztisch mit einer Glastischplatte und tauschten Höflichkeiten aus.

Bill knöpfte seine Jacke auf und schlug die Beine übereinander. Er hatte inzwischen reichlich Erfahrungen bei Vorstellungsgesprächen gesammelt und wusste, dass sie ihn haben wollen, dennoch nicht alles, was sie sagten, auch so meinten.

Bill entspannte sich.

Bei sieben Stellenangeboten der größten nationalen Unternehmen war er nicht auf dieses Interview dieses Unternehmens angewiesen. Er konnte es sich jetzt leisten, ein bisschen zu viel Selbstsicherheit an den Tag zu legen.

Bill war aus Neugierde gekommen. Und er sehnte sich nach warmem Klima.

Klaus Schöbel, ein Geschäftsführer im Außendienst, lehnte sich auf den Ellenbogen vor und übernahm bei dem einleitenden Geplauder die führende Rolle. Er war gewandt und verbindlich, mit einem angenehmen, fast professionellen Jargon. Er war die Figur, derjenige, an den sich die neuen Mitarbeiter mit ihren Problemen wendeten. Herr Schöbel war auch für die Einstellungen zuständig, daher war es seine Aufgabe, Bill Fink einzustellen.

Ja, ja, sagten alle. Es kommt ihnen vor wie gestern, als sie selbst zu Vorstellungsgesprächen erschienen waren und Bewerbungen einreichten und eine panische Angst hatten, dass sie keinen Job finden würden und dass drei Jahre Studium für die Archivierung und das Schreiben von Bewerbungen für den Reißwolf gewesen wären. Sie wussten genau, was Bill Fink d. Oder? „Darf ich eine Frage stellen?“, fragte Bill. „Natürlich.“ „Fragen Sie nur.“

„Weshalb findet dieses Gespräch in einem großen Saal mit mindestens zwanzig Mitarbeitern statt?“ „Die anderen Unternehmen führen ihre Personalgespräche im Chefbüro durch, über das Personalbüro.“

„Gute Frage.“ Sie alle nickten und schauten sich an und waren sich einig, dass dies eine gute Frage war. Was sonst auch?

„Vielleicht kann ich Ihnen darauf eine Antwort geben, Herr Fink“, sagte Reiner Schmidt, „Sie müssen verstehen, was es mit unserem Unternehmen auf sich hat.“ Wir sind anders, ganz anders, darauf sind wir auch stolz. Wir haben die besten Mitarbeiter geschult, sie sind also flexibler und kompetenter im Vergleich zu anderen Versicherungsunternehmen. Wir stellen nicht sonderlich viele Mitarbeiter ein, dennoch haben wir eine große Resonanz im Jahr. Wir zahlen eine gute Provision und hohe Zulagen bei Geschäftserfolgen. Wir sind eine Familie, wo alle ihre Ideen und Vorschläge vorbringen können. Deshalb sind wir sehr wählerisch. Wir haben Sie ausgewählt. Die Einladung, die Sie vor drei Tagen erhalten haben, wurde geschrieben, nachdem wir mehr als fünfhundert Versicherungsangestellte überprüft hatten. Es wurden nur einige wenige Einladungen verschickt. Wir schreiben offene Stellen aus und geben Inserate auf. Wir suchen uns die Besten aus, geben jeden eine Chance und wir machen alles anders. Ist damit Ihre Frage beantwortet? 

Bill nickte und fragte weiter: „Um was für ein Wirtschaftsunternehmen handelt es sich?"

„Steuern sparen!“ Lebens- und Rentenversicherungen, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherungen, aber auch Immobilien- und Bankgeschäfte und andere Spaten aus dem Personenschutz.

Aus diesem Grund wollten wir Sie kennen, Herr Fink. „Für den Renten- und Lebensversicherungssektor bringen Sie die besten Voraussetzungen mit.“

„Weshalb sind Sie aus Schwerin nach Hamburg gekommen?“, fragte Klaus Schöbel.

„Aus dem einfachen Grund, weil man dort keine Karriere machen kann, wenn ich dort einen Job bekommen würde.“ „Bei der hohen radikalen Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern.“

„Gut, Herr Fink.“ Erzählen Sie uns von Ihrer Familie. 

„Ist das wichtig?“

„Für uns ist es sehr wichtig, Herr Fink“, sagte Reiner Schmidt, mit einem Grinsen.

Das sagen Sie alle, dachte Fink. „Okay, ich habe mich von meiner Frau scheiden lassen, voriges Jahr." „Ich habe noch einen Sohn, der Dennis heißt und bei seiner Mutter lebt.“

„Wie heißt ihre Exfrau?“

„Das tut nichts zur Sache, Privatsache, glaube ich.“ Bill starrte Reiner Schmidt an und ließ damit erkennen, dass er kein Problem damit hat, ihm es nicht zu sagen.

„Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich in Ihre Intimsphäre eingedrungen bin“, sagte der Geschäftsführer leise. „Herr Fink, unser Unternehmen sitzt hier in Hamburg, wo wir Sie dringend brauchen“, sagte Schöbel. »Durchaus nicht.« Ich bin nicht scharf auf Langeweile. „Waren Sie schon einmal in Hamburg geschäftlich tätig?“ „Nein.“ „Es wird Ihnen bei uns gefallen.“ Bill lächelte und nickte und spielte mit. Meinten diese Schlipsträger es ernst?

Wie konnte er ein so großes Unternehmen in so einer großen Stadt in Erwägung ziehen, wo die kleinen Versicherungsbüros in einer kleinen Gemeinde auf ihn warteten?

Bill wusste, dass sie auf irritierenden Fragen herumreiten würden.

„Warum haben Sie unser Wirtschaftsunternehmen gewählt?“

„Im Grunde hat Ihr Unternehmen mich gewählt.“ Ich habe mich bei mehreren Versicherungsunternehmen beworben und wurde überall angenommen. Ihr Unternehmen bot mehr finanzielle Unterstützung. Ich fand, es war eine gute Entscheidung. „Das finde ich noch.“

„Sie haben sich gut bewährt, Herr Fink“, sagte Herr Schöbel und bewunderte die originelle Bewerbung.

„Danke.“ „Ich habe hart gearbeitet.“

„Ganz besonders gut haben sie im Steuerkurs und den Versicherungen, wie Leben, Renten, auch in den anderen Sparten, wie im praktischen Verkauf, abgeschnitten.“

„Meine speziellen Interessengebiete sind Leben und Rente.“

„Ich bin beeindruckt“, meint der Geschäftsführer.

„Danke.“ „Ich helfe gern.“

Sie nickten und akzeptierten diese gezwungene Lüge. Sie gehört zum Bewerbungsgespräch.

„Wie haben Sie es geschafft, die besten Noten zu bekommen, und außerdem: Sie kommen doch aus den Osten?“

„Ich habe den Büchern Vorrang gegeben und bin den ahnungslosen Klugrednern aus dem Westen aus dem Wege gegangen.“

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Osten kompetente Leute hat, die etwas lernen wollen“, verkündete Ralf Schulz mit einem dümmlichen Lächeln.

Schöbel und Schmidt runzelten die Stirn.

„Ungefähr wie im konservativen, prüden und langweiligen Westen“, erwiderte Bill mit einem kalten Lächeln.

Sie erstarrten alle, die dort saßen, und ein paar Sekunden lang warfen sie sich ungläubige Blicke zu.

Verdammt sie waren ....

„Ich glaube, das war eine dumme Bemerkung aus dem Osten“, entschuldigte sich Schöbel.

„Macht nichts, das kenne ich schon, von den Wessis.“ Bill lächelte herzlich.

Bill wird es nicht vergessen.

Klaus Schöbel räusperte sich und beschloss, abermals persönlich zu werden.

„Bill, unser Unternehmen missbilligt Trinken und die Mitarbeiterinnen anzubaggern.“ Wir sind keine Heiligen, aber bei uns geht das seriöse Geschäft allem anderen vor. Wir halten uns bedeckt. „Und wir verdienen eine Menge Geld.“

„Mit alledem kann ich leben.“

„Wir nehmen uns das Recht vor, bei jedem neuen Angehörigen des Wirtschaftsunternehmens ein Führungszeugnis a.“

„Ich werde es beantragen.“, sagte Bill.

„Gut.“ Welcher Glaubensgemeinschaft gehören sie an? 

„Den Ungläubigen.“

„Gut."

Bill lächelte und nickte. Er hörte diese Fragen nicht zum ersten Mal.

Die Leute in diesem Saal schauten sich gegenseitig an, dann Bill.

So ist es bei den konservativen Wessis.

Das bedeutete, dass sie in dem Bewerbungsgespräch an dem Punkt angelangt waren, wo von den Bewerbern erwartet wurde, dass er seinerseits ein bis zwei intelligente Fragen stellte.

Bill Fink saß bequem in seinem Stuhl und schlug die Beine übereinander.

Ach so. Geld, das war die große Frage, insbesondere, wie es damit wirklich im Verhältnis zu seinen anderen Angeboten stand.

Wenn es nicht genug ist oder nur eine Ente im Bewerbungsgespräch sei, dachte Bill Fink, dann war es nett, euch Haufen kennenzulernen.

Doch wenn das Gehalt attraktiv ist, können wir uns auch über den anderen Scheiß unterhalten.

Aber Bill wusste, dass sie wie alle Unternehmen so lange wie möglich um den heißen Brei herumreden. Es war auch offensichtlich, dass sie alle erdenklichen Themen angeschnitten hatten, außer des Geldes.

Also, er macht es so, wie sie es machen würden.

Bill Fink stellte zuerst eine harmlosere Frage.

„Welche Art von Arbeit müsste ich anfangs tun?“

Der Geschäftsführer nickte und billigte die Frage. Doch gucken Sie sich alle an und einige gingen. Die Antwort kam zögernd aus dem Mund der grinsenden Gesichter.

„Wir haben so etwas wie eine dreimonatige Einarbeitungszeit, auch wenn wir es nicht so bezeichnen.“ Wir schicken Sie zu den verschiedenen Abteilungen. Ihre Einarbeitungszeit ist noch lange nicht abgeschlossen. Im nächsten Monat verbringen Sie zwei Wochen bei einem Geschäftsführer im Außendienst. Wir sind sehr stolz auf unseren Wissensstand und bilden uns ständig fort, alle miteinander. Was die praktische Arbeit angeht, die ist in den ersten Wochen nicht sonderlich aufregend. Sie werden eine Menge Schadensregulierung von Vagabunden und anderem langweiligen Kram erledigen müssen. „Aber Sie werden gut bezahlt.“

„Wie viel?“

Schulz sah den Geschäftsführer an, der Bill musterte und sagte: „Über das Gehalt und andere Leistungen unterhalten wir uns, wenn Sie nach Hamburg kommen.“

„Ich möchte wissen, woran ich bin, sonst komme ich gar nicht erst nach Hamburg.“ Bill lächelte, wie ein Wessi, arrogant, aber herzlich. Er sprach wie ein Mann, wie ein König.

Die Schlipsträger sahen sich mit einem arroganten Lächeln an. Der Geschäftsführer nahm mich bei der Seite, wir gingen in ein leeres Zimmer, wo wir ungestört waren, und sprach: „Okay, Herr Fink.“ Ein Grundgehalt von fünfzigtausend im Jahr, zuzüglich Provision. Und einen neuen sportlichen Kleinwagen. „In welcher Farbe, bestimmen sie natürlich.“

Sie konzentrierten sich auf seine rauen Lippen und warteten darauf, dass sich die roten Wangen in Fältchen legten und die weißen Zähne zum Vorschein kamen.

Bill versuchte, ein Lächeln zu unterdrücken, aber es war unmöglich. Er lachte leise.

„Ich glaube, ich nehme Rot“, murmelte Bill, „das ist unglaublich.“

Ach so – hatte der Mann Kleinwagen gesagt? Sein Wagen war schon reif für den Autofriedhof und im Augenblick wäre es ihm peinlich, mit dieser Rostlaube bei einem Kunden vor die Tür zu fahren.

Plötzlich verspürte Bill ein starkes Verlangen, Hamburg sofort zu erobern.

Das Lächeln verschwand. Bill gewann seine Fassung zurück. Er richtete den Blick ernst und nachdrücklich auf Ralf Schulz und sagte, als dächte er nicht mehr an das Geld, und so…: „Erzählen Sie mir von dieser Wirtschaft.“

Was gibt es da zu erzählen? Das Allerwichtigste haben Sie ja schon gehört und alles andere werden Sie kennenlernen, wenn Sie bei uns angefangen haben. Wir kooperieren mit sämtlichen Finanzdienstleistern und anderen wirtschaftlichen Dienstleistern im ganzen Land. Wir nehmen nur den privaten Haushalt wie Familien, kleine Firmen und die Leute, die das Geld zinsgünstig anlegen wollen. Wir haben uns auf Lebensversicherungen, wie das nationale Steuerwesen spezialisiert. Das ist sowohl aufregend für Ihren Geldbeutel, als auch sehr einträglich. „Wir arbeiten eigentlich mit allen Finanzdienstleistungen, die jeder zahlen kann.“

„Wie lange dauert es, bis man Geschäftsführer im Außendienst ist?“

„Durchschnittlich sechs Monate.“ Und das sind harte sechs Monate. Es kommt nicht selten vor, dass unsere Geschäftsführer im Außendienst am Monatsende mehr im Geldbeutel haben, und die meisten gehen in den Ruhestand, bevor sie fünfundfünfzig sind. Sie müssen etwas dafür leisten! „Aber es zahlt sich aus, wenn Sie bei uns Geschäftsführer im Außendienst geworden sind.“ Bill dachte einen Moment darüber nach und rechnete sich aus, wie viel er so einen erfolgreichen Monat verdienen könnte – durchaus weit über dem Durchschnitt, vielleicht sogar an einem fünfstelligen Betrag.

Sie beobachteten ihn genau und wussten, was Bill berechnete.

„Wie viele Geschäftsführer im Außendienst gibt es in dem Wirtschaftsunternehmen „Multi-Cash“?

„Zur Zeit fünfundzwanzig aktive auf das Bundesland verteilt.“ Wir versuchen, es so einzurichten, dass jeder Geschäftsführer zwei bis drei Versicherungsangestellte als Mitarbeiter hat. Das ist nicht ungewöhnlich, weil jeder Geschäftsführer werden will. Wie ich bereits sagte: „Wir machen vieles anders.“

„Alle Versicherungsangestellten sind im Alter von zweiundzwanzig Jahren und gute Mitarbeiter“, sagte Klaus Schöbel. „Alle?“ „Ja wohl, alle.“ „Wir garantieren es nicht, aber wenn sie zu uns kommen, hart arbeiten, weiter hart arbeiten und dann noch Träume haben, dann leben sie erst richtig auf.“

„Das ist eine beachtliche Wunschvorstellung.“

„Es ist ein beachtliches Wirtschaftsunternehmen, Herr Fink“, sagte Ralf Schulz, „Ja, und wir sind stolz darauf.“ Wir sind eine eng verbundene Gemeinschaft. Wir sind ein Team und einer kümmert sich um den anderen. Wir sind bestrebt, jeden neuen Mitarbeiter so schnell wie möglich zum Erfolg zu bringen. Aus diesem Grund investieren wir gewaltige Mengen von Zeit und Geld. Wir tun alles, was in unseren Kräften steht, um Karrieren zu fördern. „Wir wollen, dass unsere erfolgsorientierten Mitarbeiter glücklich sind, weil wir überzeugt sind, dass diese Vorgehensweise die profitabelste ist.“

„Ich habe auch noch eine weitere beachtliche Tatsache“, setzte Reiner Schmidt hinzu. „Im letzten Jahr betrug bei den Wirtschaftsunternehmen in der Versicherungsdienstleistung unserer Größe die durchschnittliche Fluktuation bei jungen kompetenten Mitarbeitern fünfundneunzig Prozent.“ Bei „Multi-Cash“ betrug sie Null Prozent. Im Jahr davor gleichfalls Null Prozent. Es ist lange her, da ein Geschäftsführer im Außendienst aus unserem Unternehmen ausgeschieden ist. Die Schlipsträger beobachten Bill Fink genau, um sicher zu sein, dass das alles bei ihm ankommt. Sie hatten ja alles erklärt, so gut sie es konnten, fürs Erste. Weitere Fragen und Erklärungen würden später kommen. Natürlich wussten sie viel mehr als das, worüber sie geredet haben. Ja, Sie wussten, dass Bill sehr hungrig war. Was sie nicht übersahen. Freitagnacht in der gemütlichen Kellerkneipe „Knust“. Draußen regnet es. Drinnen summt und brummt es. Da ist die Hart-Rockerband „Fe Mo de Lu“ mit der Stimme Michie, die so herrlich „Ein Taxi mit dem Pariser“ auf einem Konzert sang, wo ich gerade in der Stadt gewesen bin. Das saßen zwei junge, nicht hässliche Frauen an einem Tisch, die sich laut amüsierten. Ein Stuhl an Ihrem Tisch ist nicht besetzt. Er ist nicht nur nicht besetzt, das kann ich Ihnen sagen. Der Stuhl ist verlockend, versuchend, höhnisch, provozierend nicht besetzt. Er ist so sehr nicht besetzt, dass er besetzter ist als jeder andere wacklige Stuhl da drin. Und dann, das kann ich Ihnen sagen, gerade als die Unbestimmtheit des Stuhles eine Szene auszulösen droht, lässt sich Bill Fink zu einem Pläuschchen nieder. Augenblicklich ist jeder im Raum eifersüchtig. Und die Männer stocksauer. Die Energie des Raumes gerät heftig ins Brennen. Das ist heiße, schamlose Romantik im kalten, regnerischen Deutschland.

 

 

Kapitel 2

Der schon klapprige Wagen mit nur zwei verrosteten Radkappen und einem langen Sprung in der Windschutzscheibe stand auf einem vollen Parkplatz am Rinnstein.

Die abgefahrenen Räder waren zur Gehwegkante hin eingeschlagen, damit er nicht den Berg hinunterrollen konnte.

Julia ergriff den lockeren Türgriff an der Innenseite, riss dreimal daran und öffnete die schwere Tür. Sie steckte den Zündschlüssel ins Schloss, trat die Kupplung durch und drehte das Lenkrad. Der alte Wagen rollte langsam an. Als er schneller wurde, hielt Julia den Atem an, ließ die Kupplung los und biss sich auf die roten Lippen, bis der Motor zu winseln begann.

Mit fünf Nebenjobs war ein neuer Wagen noch lange entfernt. Sie würde es überstehen.

Drei lange Jahre hatten sie die Armut in einer aus drei Zimmern bestehenden Studentenwohngemeinschaft ertragen, in einem Sozialviertel, das voll war mit lauten Kindern und Familien mit fünf bis sieben Kindern.

Die meiste erdrückende Zeit hatten sie das abschätzige Verhalten der anderen Bewohner in diesem Sozialviertel einfach ignoriert. Die anderen auf ihrer Studentenbude waren langweilige Hinterwäldler aus Niedersachsen und hatten kaum Freunde.

Aber Julia und Bill hatten es durchgehalten und es auch allein ganz gut geschafft.

Sie gab Hamburg den Vorzug vor Berlin, selbst bei einem weniger guten Gehalt, vor allem deshalb, weil es weiter weg von München und näher an Leipzig lag.

Aber Bill hatte sich noch nicht festgelegt, wog auf die für ihn typische Art sorgfältig Vor- und Nachteile gegeneinander ab und behielt das Meiste für sich.

Julia war nicht eingeladen worden, Bill nach Berlin oder Hamburg zu begleiten. Und sie hatte die Vermutungen satt.

Ich kann Ihnen sagen: Julia ist und war richtig ungeduldig, denn sie will mal wieder mit den Freundinnen in die vielen Modeboutiquen Schoppen gehen.

Julia wollte eine Antwort. Wer will das nicht?

Sie parkte vorschriftswidrig, wie es Frauen so machen, auf der ihrer Wohnung am nächsten gelegenen Anhöhe und ging hundert Meter zu Fuß.

Ihre kleine Wohnung war eine von vielen in einem bunten Neubaukasten. Julia stand vor der Tür und suchte in ihrer vollgekramten

schwarzen Handtasche nach dem Schlüssel, was mindestens eine halbe Stunde dauerte. Ein Taschendieb benötigt nur drei Sekunden. Oder waren es nur zwei Sekunden?

Plötzlich, Oh Schreck, ein Schrei, wurde die Tür aufgerissen.

Bill packte Julia, zerrte sie in die winzige Wohnung, warf sie auf das harte, bunte Sofa und fiel mit den Lippen über ihren langen Hals her. Julia schrie und kicherte, wie eine Jungfrau kurz vor dem ersten Akt mit dem Teufel, während Arme und Beine durch die Luft fuhren.

Sie küssten sich leidenschaftlich verlangend, einer dieser langen, nassen, dreißig Sekunden Umarmungen mit Betasten und Streicheln und Stöhnen von der Art, die sie als Kinder genossen hatten, als das Küssen unter der kalten Dusche im Freibad ein Vergnügen und nicht das Äußerste mehr war.

„Großer Gott“, sagte sie, als sie wieder Luft bekam. „Du musst verhüten!“ Hol das Kondom aus meiner Handtasche! Und was ist der Anlass? „Wir haben doch erst vor drei Wochen Sex gehabt.“

„Riechst du etwas?“, fragte Bill. Sie drehte den Kopf und schnupperte. „Na? Was ist es?" „Mein Schatz hat sich geduscht und sich ein neues Rasierwasser gekauft?" „Okay.“ „Was ist der Anlass?“ „Und außerdem eine Flasche Sekt.“ »Sie sieht teuer aus.« „Was ist los, Bill? Hast du im Lotto gewonnen?“ „Komm mit!“ Bill öffnete die Flasche und füllte zwei Sektgläser. „Ich hatte heute ein großartiges Vorstellungsgespräch“, sagte er. „Mit wem?“

„Erinnerst du dich an dieses Wirtschaftsunternehmen „Multi-Cash“, von dem ich vor einer Woche einen Brief bekam?

„Ja, Du warst nicht sonderlich beeindruckt.“ „Du glaubtest, sie sei unseriös.“

Genau das Unternehmen. Ich bin im Moment noch sehr beeindruckt. Es ist ein Posten als Geschäftsführer im Versicherungsaußendienst. „Und das Gehalt sieht gut aus.“

„Wie gut, mein Schatz?“

Er trank sein volles Glas mit dem Sekt in einem Zuge aus, kippte den Kopf nach links und nach rechts und zündete sich eine Zigarette an.

Julia wartete immer noch erwartend auf eine Antwort.

Er goss sein Glas wieder voll, trank einen Schluck und schmatzte laut.

„Wie gut?“, wiederholte sie und streichelte Bill zwischen die Beine.

Julia trank absichtlich langsam und musterte Bill argwöhnisch. Ihre braunen Augen verengten sich, funkelten. Ihre Brauen sich, auf ihrer Stirn erschienen hässliche Falten.

Julia wartete und kochte vor Wut. Es ging nicht so, wie Sie es wollte. Denn Bill ließ sie noch ein wenig zappeln.

„Wie viel?“, fragt Julia laut.

„Ein gut bezahltes Festgehalt im Monat, zuzüglich Abschlussprovisionen.“ „Und zum Jahresende gibt es dann noch einen Unternehmensbonus.“

Bill sagte es lässig, während er Julia ihre Brüste streichelte.

Julia lächelte Bill in die Augen und rechnete schon leise im Kopf, was sie so alles dafür kann.

„Und ein zinsgünstiges Darlehen für eine Hypothek.“

Dieses Wort „Hypothek“ gab es nicht in dieser kleinen Wohnung und wurde auch nicht ausgesprochen. Sie konnten sich im Augenblick beide nicht einmal erinnern, wann sie zum letzten Mal über ein Haus, eine Eigentumswohnung oder irgendetwas gesprochen hatten, das damit in Zusammenhang stand. Seit Monaten waren sie davon ausgegangen, dass sie bis zu einem unvorstellbar weit entfernten Zeitpunkt, in dieser Mietwohnung bleiben würden.

Julia stellte ihr Sektglas ab und sagte Nüchtern: „Das ist nicht wahr.“

„Ein zinsgünstiges Darlehen für eine Hypothek.“ Das Unternehmen leiht uns das Geld für den Kauf einer Eigentumswohnung. Diesen Leuten ist es sehr wichtig, dass ihre Mitarbeiter von „Multi-Cash“ einen guten Eindruck haben. „Deshalb geben sie ihren Mitarbeitern ein beantragtes Darlehen zu einem erheblichen geringen Zins.“, sagte Bill.

„ Du meinst eine richtige Eigentumswohnung, die uns allein gehört, mit einer großen Badewanne und großer Küche?“, sagte Julia.

Ja, das meine ich. „Nicht eine sündhafte, teurere Mietwohnung in Hamburg, mit einer Einfahrt und einer Garage, in der wir den sportlichen Kleinwagen unterbringen können“, sagte Bill.

Jede Reaktion verzögerte sich um zwei oder drei Minuten, aber schließlich sagte Julia: „Einen Sportwagen?“ Wessen Sportwagen?

„Unseren, Baby.“ Unseren Sportflitzer. Das Unternehmen least einen Neuwagen und gibt uns den Schlüssel. Es ist eine Art Bonus für die Vertragsunterzeichnung durch einen Mann, der Ihre erste Wahl ist. „Er ist weitere Tausender im Jahr wert.“

Julia rechnet wieder leise im Kopf. Ihre Gesten beim Denken sahen ziemlich angespannt aus, als ob sie gerade auf der Toilette ihren schweren Stuhlgang erlebt hätte.

Bill trank einen Schluck Sekt und sagte noch hinzu: „Über die Farbe meines Schatzes entscheiden wir natürlich.“ Ich glaube, Rot wäre hübsch. Was meinst du?

„Keine Schrottautos mehr.“ Keine Reste mehr. „Keine billigen Klamotten mehr“, sagte Julia, während sie langsam den Kopf schüttelte wie ein Hund.

Bill nahm einen tiefen Zug von der Zigarette.

Julia träumte, das war unverkennbar, vermutlich von Kleidern und Babywäsche, und vielleicht in nicht allzu ferner Zeit einer Weltreise zum Baby machen.

Doch Julia, naiv wie sie ist, stellt Bill eine Frage: „Ich verstehe das nicht, Bill.“ Weshalb sind Sie so großzügig?

Bill wunderte sich nicht über diese Frage, denn Julia war sehr auf Neid bedacht, und irgendwie gönnte sie Bill das nicht, weil ihre Eltern nie so ein Angebot bekommen haben und sie erst recht nicht.

„Ich glaube, dass es mehr kostet, erstklassige Leute nach Hamburg zu locken.“

Doch das ignorierte Julia, wie die meisten Bemerkungen, die Bill gemacht hatte. Julia dachte nur an das große Geld, das sie nun endlich ausgeben kann.

„Wir haben dann endlich Zeit für uns, mein Schatz.“

Bill nickte, trank einen Schluck Sekt und stellte sich den ersten Besuch ihrer Eltern vor, diesen wundervollen Moment, wo sie mit dem Zug und ihrem großen, schweren Gepäck ankommen und fassungslos das neue Apartment im Designerstil mit einem Neuwagen in der Garage anstarrten.

Mal ganz ehrlich: Sie würden vor Neid platzen und sich fragen, wie der arme Junge ohne Job sich das überhaupt leisten konnte. Sie würden sich ein gequältes Lächeln abringen, wegen ihrer Tochter, und bemerken hübsch, dass alles war. Ja. Und es würde nicht lange dauern, bis Frau Wiechmann herumzicken und fragen würde, wie viel das Appartement gekostet hatte.

Bill würde ihr sagen, sie sollte sich um ihre eigene Monatsblutung kümmern. Und das würde die alte, neugierige Frau wahnsinnig machen und zum Heulen bringen, weil sie nicht das bekommt, was sie will. Sie würde nach einem kurzen Besuch wieder verschwinden und nach Gorleben zurückkehren, wo all ihre Freunde erfahren würden, was Bill für ein Schwiegersohn wäre, wenn Julia ihn heiraten wird. Jeder würde traurig sein, weil sie nicht miteinander auskamen, aber sie würden nicht viel sagen. Von Anfang an hatten ihre Eltern Bill wie einen Aussätzigen behandelt. Er war so unwürdig, dass Julia Bill heiraten will.

„Warst du schon einmal in Gorleben?“, fragte sie.

„Nein.“ Habe ich da etwas verpasst? „Das einzige, was mich an Gorleben erinnert, ist das „Castor“-Lager, was man in der Presse geschrieben hatte“, sagte Bill.

„Meine Eltern wollen, dass wir sie besuchen.“, sagte Julia.

Wir? „Du meinst, ich bin auch eingeladen?“, sagte Bill.

Ja. „Mein Vater möchte, dass du mitkommst“, erwiderte Julia.

„Wann?“, fragte Bill.

„In ein paar Tagen.“ „Wir fahren an einem Wochenende hinunter, für drei Tage.“, sagte sie.

Bill sagte nichts, er lächelte nur.

„Liebe heißt, sich auf einen anderen Menschen einzustellen, aber was ist, wenn dieser Mensch plötzlich eine Belastung wird?“, dachte Bill leise.

Das Telefon klingelt. Eine verheiratete Freundin rief Julia an. „Hallo?“, fragte Julia.

„Hallo Julia, hier ist Britta.“ „Kennst du mich noch?“, fragte Britta.

„Na klar.“ „Was gibt es Neues?“ „Wie geht es dir?“, fragte Julia.

„Gut.“ sagte Britta und lächelte. „Wie geht es dir?“

„Bill und ich sind gut nach Hamburg gekommen und wir bekommen eine Eigentumswohnung.“ Bill seine neue Arbeit macht es möglich, sagte Julia.

„Ich weiß nicht, wie in dieser Stadt irgendjemand eine Beziehung aufrechterhalten kann“, sagte Britta.

Es ist wirklich hart. All die Verlockungen, wie Ausgehen, Trinken, Drogen und die anderen schönen Leute. „Ich will meinen Spaß.“, sagte Julia.

„Und wenn du zu zweit bist, was machst du da?“, fragte Britta. „In deiner Eigentumswohnung hocken und sich gegenseitig anstieren?“

„Wenn du allein bist, ist es einfacher“, sagte Julia, ein wenig sehnsüchtig.

„Du kannst tun, was du willst“, sagte Britta, „Du musst nicht nach Hause gehen.“

Plötzlich verabschiedete sich Julia von Britta, denn es kam ein scharfer Geruch aus der Küche, die Kartoffeln waren angebrannt.

Bill lächelte, wie Julia in die Küche stürmte.

„Essen ist üppig und macht dick, mein Schatz.“, sagte Bill.

Bill saß im Sessel und versuchte, einen völlig entspannten Eindruck zu erwecken. Es war schwierig.

Umgeben von Julias tödlichen Blicken.

Bill lächelte Julia verlegen an, während sich Julia eingehend über das Essen ausließ.

Als sie geendet hatte, setzte Bill das Zeitunglesen fort, nachdem Bill ein Stück Erdbeerkuchen und eine Tasse Kaffee zu sich holte.

Bill' Lieblingsrestaurant lag im Lehmweg und war ein unbestritten Hamburgs bester Italiener. Ein schicker Treffpunkt im Stiefelstaat für interessante Leute. Vor einigen Jahren, als Bills Freund Eric Bosselmann einer der begehrtesten Junggesellen war, ging er mit jeder hübschen Frau aus. Frauen sind immer noch so romantisch, zu glauben, was ein Eric Bosselmann kriegen könnte.

Eines Tages muss er sich ja mal verlieben, dachten die naiven und ahnungslosen Frauen.

Und wenn es Eric passiert, dann mit einer Frau, die hübsch und klug und erfolgreich ist. Doch die schönen und klugen und erfolgreichen Frauen kamen und gingen.

Und er konnte sich immer noch nicht in eine hübsche Frau verlieben.

Die Frauen hatten sich geirrt. Wie sie es immer taten und heute noch tun.

Heute sitzt Eric Bosselmann beim Essen im „Anna e Sebastiano“, einem Italiener im Lehmweg, und sagt einer rassigen Italienerin, er sei nicht zu haben. Er wolle keine Beziehung und will es nicht einmal versuchen. Hat kein Interesse an romantischen Bindungen, er will nichts über die Neurosen in anderen Leuten Köpfen hören.

Eric erzählt auch den gemachten Frauen, dass er ihr guter Freund werden kann und dass sie leidenschaftlichen Sex mit ihm haben können.

Und ich kann Ihnen sagen: Eric geht es gut dabei. Es macht ihn nicht einmal mehr traurig.

An meinem Tisch im Anna e Sebastiano sitzen Julia, Bill und sein bester Freund Eric.

Eric Bosselmann ist neunundzwanzig Jahre und der personifizierte, von der „Generation XY tot“ predigte Unglaube an die echte, wahre Liebe.

„Ich glaube einfach nicht, dass ich einmal die richtige Frau kennenlerne und heirate“, sagte Eric.

„Beziehungen sind intensiv.“ Wenn du an die Liebe glaubst, wirst du nur enttäuscht. Du kannst einfach keiner Frau mehr trauen. „Die Frauen heutzutage sind so schlecht“, sagte Bill.

Doch Julia mischt sich in das Männergespräch und sagt: „Aber Liebe ist der einige Hoffnungsschimmer." „Du hoffst, dass sie dich vor dem Zynismus rettet.“

Eric wollte nichts davon hören und hielt sich die Ohren zu.

Julia gibt noch einen drauf und sagt: „Die verrückte Welt ist viel abgefuckter als vor sechsundzwanzig Jahren.“ Mir stinkt es, dass ich in dieser langweiligen Generation hineingeboren wurde, wo mir all diese unglaublichen Dinge passieren können. Kein Geld, Aids und stressige Beziehungen, das hängt doch alles zusammen. Die meisten konservativen Menschen in meinem Alter glauben nicht, dass sie keinen sicheren Job haben, außer die langweiligen Beamten. „Wenn du Angst vor der Zukunft hast, willst du dich nicht binden.“

Bill konnte Erics Zynismus verstehen. Kurz zuvor hatte Eric selbst verkündet, ich wolle keine Beziehung, weil man am Ende mit leeren Händen dasteht.

Eric nahm einen Schluck von seinem Drink. „Ich habe keine Alternative“, sagte er, „ich will keine oberflächliche Beziehung, also habe ich gar keine.“ Trotzdem habe ich hemmungslosen Sex und Romantik als Vorspiel. Welche Frau braucht das schon?

Ich brauche keine lauernden Probleme wie Krankheit oder Schwangerschaft, sowie das PMS (pneumatisches Syndrom) der Frau.

Ich habe keine Probleme. Keine Angst vor, solange ich mich mit einem Kondom schütze. „Ich muss nicht mit der depressiven Frau zum Psychopathen werden und höre hallende Schritte in den dunklen Gassen.“

„Warum soll man nicht einfach mit Freunden zusammen sein und gute Gespräche führen und auch Spaß haben und lachen?“, fragte Bill.

„Du bist bescheuert“, sagte Julia. „Es geht nicht um Geld.“ Vielleicht können wir uns gegenseitig nicht mit Geld helfen, aber vielleicht können wir einander etwas anderem helfen. Gefühle kosten nichts. Du hast jemanden, der zu Hause auf dich wartet. „Du hast jemanden in deinem Leben.“

„Und alle vier Monate gibt es schnelle vier Sekunden Sex, wenn man in einer Beziehung lebt“, sagte Bill.

Julia wurde ganz rot im Gesicht und lächelte grinsend zurück. Und bedankte sich bei Bill, für diese Bemerkung. Es passte ihr nicht.

Bill hatte diese Theorie, dass man Liebe und Romantik in Deutschland nur noch in der Schwulengemeinschaft findet. Das Heteros weniger als Schwule ihre Extravaganz und Leidenschaft auslebt, während die heterosexuelle Liebe sich ins stille Kämmerchen zurückgezogen hat.

Den Frauen verfolgt ein Aberglaube, was den offenen Sex betrifft. Somit führt das zur Einbildung der Partnerwahl, dass es noch Liebe nur mit dem gleichen Partner für das ganze Leben gibt.

Doch mit Alkohol läuft es wieder ganz anders, dann gibt es kein Limit in der offenen Sexualität in der Partnerschaft. Spielen Sie sich nicht alle etwas vor, wenn es um Liebe geht?

„Liebe ist gefährlich.“, sagte Julia.

„Wenn du weißt, dass sie gefährlich ist.“ „Warum schätzt du sie nicht um so höher, und du strengst dich mehr an, um eure Beziehung zu halten?“, erwiderte Eric.

„Aber wir können Beziehungen nicht kontrollieren“, meinte Bill.

Nun wandte sich Julia an Eric: „Und was ist mit altmodischen Romantikern?“

Eric zuckte mit den Schultern und trank einen Schluck von seinem fruchtigen Drink.

Und Julia konnte ihren Mund nicht halten und wurde gleich gesprächiger, und meinte: „Immer, wenn ein Mann, von Möchtegern mir sagt, er sei romantisch veranlagt, möchte ich laut schreien.“ „Es bedeutet nur, dass ein Mann eine romantische Vorstellung von dir hat, und sobald du real wirst und aufhörst, seine Fantasien zu füttern, hat er keine Lust mehr.“

„Ich habe auch keine Lust mehr, wenn du gefährlich wie eine Romantikerin auf mich zukommst.“ „Julia, das muss ich dir auch mal sagen“, sagte Bill.

In diesem Moment stößt Julia ihr Fuß kräftig wie ein Presslufthammer an Bill sein Schienbein. So dass Bill laut aufschreit.

„Das Kondom, oder der Pariser, auch Gummi aus Berlin, ist der Tod der leidenschaftlichen Romantik. „Aber es wird damit nicht einfach zu ficken.“, meint Julia. „Mit dem Kondom schützt man sich vor Krankheiten wie Aids und sowas noch alles gibt, und vor Schwangerschaft, was für Männer ziemlich teuer wird.“ Es gibt keinen direkten Hautkontakt.

„Wozu auch?“

Der Wagen wurde für zweihundertfünfzig Deutsche Mark verkauft und der größte Teil des Geldes wurde sofort wieder für die Miete eines vier Meter langen Möbelwagens ausgegeben.

Das Unternehmen „Multi-Cash“ würde es zurückerstatten. Die Hälfte des zusammengewürfelten Mobiliars wurde verschenkt oder zum Sperrmüll gestellt.

Julia ließ es durchgehen, auch wenn sie sich schlecht von ihrem Krimskrams trennen konnte.

Sie trafen an einem Montagmorgen in Hamburg ein, und der Rote Sportwagen stand am Rinnstein ihres Wohnhauses – wie versprochen, als gehörte er dahin.

Bill betrachtete den roten Sportwagen.

Julia betrachtete die grüne Anlage vor dem großen Wohnhaus. Der Rasen war dicht, grün und frisch gemäht. Die kniehohen Hecken waren beschnitten. Die roten Rosen gaben ihre Pracht und blühten.

Die Schlüssel lagen beim netten Hauswirt wie versprochen.

Nach der ersten Probefahrt entluden sie rasch den Rest vom Möbelwagen, der geliehen war, bevor die neugierigen Nachbarn ihre kümmerlichen Habseligkeiten inspizieren konnten. Danach wurde dann der Möbelwagen zur Verleihfirma zurückgebracht. Die noch gar nicht damit gerechnet haben, als Bill mit dem Möbelwagen bei dem Pförtner vorgefahren kam.

Bill und Julia machten dann eine Liste für die Renovierung ihres neuen Appartements. So schrieben sie Teppiche, Fußbodenbelege, Farben, Gardinen, Vorhänge und Tapeten auf. Über Muster und Farbtöne waren Julia und Bill sich noch nicht einig. Bill war ziemlich schnell gelangweilt, weil sie sowieso kaufen würden, was Julia möchte. Er kreuzte mit dem sportlichen Kleinwagen durch die grünen, frischen, baumgesäumten, stillen, schattigen Straßen dieses hübschen, ruhigen Viertels, in dem Sie jetzt wohnen.

Bill lächelte, als junge hübsche Frauen auf Sporträdern anhielten und bewundernd hinter seinem neuen Sportwagen herschauten. Er winkte den lächelnden Frauen zu, die langsam auf dem Gehsteig entlang weiterfuhren. Hier war er, Bill Fink, achtunddreißig Jahre alt, und die charmanten, gut aussehenden Frauen schauen ihm nach, denn er ist ein Sieger und hatte es geschafft. Um vier gingen Julia und Bill in ein elegantes Möbelgeschäft, wo sie der nette Verkäufer höflich informierte, was am besten in ihrer großen Wohnung stilgerecht rein passte. Sie kauften Designermöbel, nicht konservativ. Bill runzelte von Zeit zu Zeit die Stirn und lehnte öfter irgendwelche Dinge ab, die Julia sich ausgesucht hatte, als sie zu teuer waren. Aber trotzdem hatte an diesem Tag Julia das gesagt. Der Verkäufer beglückwünschte sie wieder und wieder zu ihrem hervorragend originellen Geschmack und sagte, ihr Möbelgeschäft würde noch am Dienstag liefern und die Wohnung mit den Möbeln einrichten. „Wunderbar.“, sagten beide. Gleichzeitig dachten sie an die Renovierung, die sie endlich fertig haben wollten.

 

 

Kapitel 3

Michael ist Gynäkologe.

Michael und Julias Freundin Nicole trafen sich nach einer Woche.

Was bedeutet, dass sie ausgingen, in der Lounge in der Gerhardstraße, Ecke Herbertstraße, sich küssten und sich tief in die verrauchten Augen sahen. Und es war schön, ein verrückter Vierer unter den Fünfunddreißigjährigen. Es ist ein schlichter, schicker Club, in dem man nicht unbedingt tanzen muss, um sich wohl zu fühlen. Bei House, Drum'n'Bass, Soul, HipHop und Jazz.

Nun gut, Bill ist schon achtunddreißig, aber was macht das schon? Ein Mann wie ein aufregender Zwanziger. Denn zum Tanzen reißt es den gut aussehenden Bill natürlich trotzdem hoch.

Michael hatte zu Nicole gesagt, er sei ein Romantiker. Und davon war er sehr überzeugt.

Julia musste andauernd grinsen und Nicole grinste zynisch mit.

Nicole und Bill sahen sich einander an und fühlten nichts, absolut nichts.

Ich glaube, Sie wissen, was ich meine.

Vielleicht, weil Bill das Unvermeidliche vorgeahnt hatte, hatte Michael eine gut aussehende Verabredung dabei: ein Mädchen aus Palästina mit bedecktem Gesicht.

Dennoch, als Michael sich an der Bar hinsetzte, sagte er: „Ich glaube fest an die leidenschaftliche Liebe.“ Ich wäre ziemlich deprimiert, wenn ich nicht daran glauben würde. Der Mensch ist irgendwie eine Hälfte, aus Körper und Geist. „Die Liebe gibt allem einen Sinn.“

Dann nimmt sie dir jemand weg und du stehst da wie der letzte Arsch.“, meinte einer von der Bar, der das Gespräch aufmerksam mitbekam.

„Aber du schaffst dir doch deine eigne Welt“, sagte Michael.

Der Mann, Klaus hieß er, verbreitete sich über seine persönlichen Träume. An der Bar grinsten alle neidisch sich zu und verfolgten Klaus seine Worte.

„Mit dem Sakko in Monaco leben, mit einer schönen Bootsjacht, einem schönen Sportwagen und einem schönen Appartement.“ „Genügend Geld auf der Bank, dann bist du sicher“, sagt Klaus.

„Vielleicht ist das nicht richtig, was du willst“, meint Michael.

„Vielleicht macht dich das… Was du willst, unglücklich sein?“, erwidert Klaus. „Ich will Schönheit.“ „Ich muss mit einer schönen Frau zusammen sein.“

„Ich kann nicht anders“, erklärt Michael, „deshalb sind viele der Mädchen, bei denen ich schließlich lande, dumm.“

Später gingen Nicole und Michael in den Tanzsaal, wo eine Band spielte, guckten sich all die hübschen jungen Leute an, rauchten Zigaretten und kippten Cocktails. Michael machte sich sehr bald mit einem geilen blonden Mädchen davon. Und was macht Nicole?

Was glauben Sie?

Nicole hielt sich an einen gut aussehenden, durchtrainierten jungen Mann. Sie tanzten und küssten sich wie die Verrückten und versuchten später, ein Taxi zu kriegen. Nicole konnte nicht einmal mehr auf die Armbanduhr sehen. So besoffen war sie.

Ob es noch zum Bumsen gekommen ist?

Ich glaube, das Wissen nur die beiden.

Am späten Nachmittag rief Michael an und fragte: „Was liegt an, Süße?“

„Weiß ich nicht.“ „Du hast doch angerufen“, sagte Nicole.

Ich habe dir gesagt, dass ich keine feste Freundin will. Das hast du dir selbst eingebrockt. Du wusstest, was ich nicht will.

Nicole war noch nicht wach genug, um Michael zu folgen, was er sagte. Sie grinste gleichgültig in den Telefonhörer und hatte nur Durst.

„Ja, genau, mein Herzensbrecher“, wollte Nicole sagen. „Ich wusste, dass du ein scheiß mieser Schürzenjäger bist.“ „Und gerade darum wollte ich mit dir ausgehen.“

Aber ihr war schlecht geworden, es drehte sich alles und sie musste kotzen. So lief sie schnell ins Bad und kotzte ins Klo.

Aber volle Pulle.

Das kann ich Ihnen sagen.

Dann ging Nicole wieder ans Telefon.

„Ja! Ich bin wieder da“, sagte sie, „ich war mal kotzen.“

„Nicole, ich habe nicht mit ihr geschlafen.“ „Ich hab sie nicht mal geküsst“, sagte Michael. Du kannst mir glauben. Sie bedeutet mir nichts. Ich werde sie nie wiedersehen. »Dein Pech, Michael«, sagte Nicole lächelnd, „Weißt du, das ist mir wirklich scheiß egal.“ Sie trank einen Schluck Mineralwasser aus der einen Liter-Flasche und legte den Hörer auf.

Ich weiß nicht, ob Sie es schon wussten. Das Erschreckende daran war, dass es stimmte, was Nicole sagte.

Nicole verbrachte die nächsten vier Stunden damit, in der heißen Badewanne zu relaxen. Das könnte sie den ganzen Tag machen, jeden Tag, bis ihre Fischschuppen wachsen.

„Das ist so viel besser als Sex“, sagt Nicole.

Mit einem Stadtplan von Hamburg machten sich Julia und Bill auf die Fahrt zum Haus der Schuhmacher. Julia hatte das Haus während ihrer ersten Probefahrt mit dem neuen Auto gesehen, wusste aber nicht mehr, wie man hinkam. Es lag in einem Stadtteil, der Rotherbaum hieß. Julia erinnerte sich an die baumbestandenen grünen Grundstücke, die kleinen neuen Häuser und die von Landschaftsgärtnern angelegten Vorgärten.

Sie parkten auf der Auffahrt hinter dem neuen Ferrari und dem alten Sportwagen.

Ein kleiner Yorks-Terrier kam laut bellend hergelaufen.

Das Haus war dunkel und still. Keine schreienden Kinder, keine lauten Stimmen, überhaupt nichts.

Ach so, außer das laute Bellen des Killerhundes.

Die Haustür stand offen, sie gingen hinein, nachdem sie sich laut mit „Hallo“ gerufen hatten. Julia und Bill bewunderten die Wohnung. Sie murmelten leise, dann wurden sie ungeduldig, als sich keiner meldete. Sie waren in der Tat für den Abend, acht Uhr am Freitag, zum Essen eingeladen. Bill sah wieder ungeduldig auf die Armbanduhr und murmelte etwas von Unhöflichkeit. Sie beschlossen, für ein-, zwei Minuten noch zu warten. Von der Diele her erschien Lars und lächelte. Seine Augen waren groß und strahlten vor Freude. Julia umarmte Lars und Lars bat Julia und Bill, sich auf das Sofa zu setzen. Lars entschuldigte sich für die Verspätung. Seine Frau Mandy war in die Stadt gefahren und er bunte im Keller an seiner Modelleisenbahn. Und Lars vergaß dabei die Zeit und nahm an, dass Mandy schon wieder zurück sei.

Lars setzte sich in den Sessel und zündete sich eine Zigarette an. Lars erinnerte sich, dass Julia und Bill heute Abend eingeladen waren.

Mandy ist gerade erst nach Hause gekommen.

„Lars!“, ruft sie laut.

„Wir warten auf dich“, ruft Lars ihr zu.

Mandy kam ins Wohnzimmer und begrüßte mit einem Küsschen die Julia und den Bill. Und entschuldigte sich für die Verspätung. Sie wurde an der Kasse im Supermarkt aufgehalten.

Bill ließ seinen Blick über den Teppich des Wohnzimmers schweifen, zum Teil. Bill ging um die Stereoanlage herum und blieb dort stehen. Lars bemerkte ihn, nickte, lächelte und deutete auf die CDs im CD-Ständer.

Bill zog eine CD heraus und setzte sich einen Augenblick und schaute auf das Cover der CD.

Mandys Blick richtete sich wieder in die Küche oder was immer es sein mochte, was sich dort in der Richtung befand. Der Hund schnüffelte immer noch an Julia und Bill herum.

Eine Ewigkeit saßen sie im Wohnzimmer und erzählten die neuesten Storys aus ihrem langweiligen Leben.

Hin und wieder schüttelte Bill den Kopf und murmelte etwas. Lächelte, weil er wusste, dass alle einen kräftigen Appetit hatten. „Mandy, es tut mir sehr leid.“, versuchte Lars, die Unterhaltung mit Julia zu unterbrechen.

Mandy nahm es zur Kenntnis und schaute Julia an.

„Ich wollte, ich könnte uns jetzt etwas zu essen anbieten“, sagte Mandy.

Ihr Blick verließ Julia und sie drehte den Kopf in Richtung Mandy und sagte: „Ich weiß.“ Es tut mir sehr leid, dass es ausgerechnet heute passieren musste. „Jetzt ist mir nicht mehr nach Kochen.“

„Das ist die geringste Sorge.“ „Wir können ja auch in ein Restaurant fahren.“ sagte Lars.

Bill hatte die Nase voll und ist genervt gewesen. Er wäre gern gegangen. Doch Bill versuchte, seinen Gastgebern es nicht anzusehen lassen.

Nach ein paar Minuten sah es so aus, als ob sie sich aufrafften und losfahren wollten.

Doch keine Regung von den Frauen.

Bill schaute auf die Armbanduhr.

Vielleicht half es.

Es war schon sehr dunkel draußen und spät ist es auch schon geworden.

Die Frauen waren noch am Erzählen.

Lars kämmte sich mit allen zehn Fingern sein Haar gerade. Er stand auf und begab sich in die Diele. Er zog sich eine Jacke über. Ging zurück ins Wohnzimmer und blieb neben Bill stehen und starrte auf die beiden redseligen Frauen.

„Wie ist der Kleinwagen mit Sporttechnik?“, fragte Lars.

Spitze.“ „Ein schneller Wagen“, sagte Bill. „Ich habe schon zweihundert Kilometer auf mich.“ »Schon da wurde klar, dass es nicht funktionieren konnte.«

„Sie hat schon früh angefangen, mit mir diesen kleinen Test zu machen“, sagte Bill. „Ich sollte Sie zum Beispiel am regnerischen Mittwoch anrufen, um mich für Freitagabend mit ihr zu verabreden.“ Aber am Mittwoch habe ich vielleicht das unwohle Gefühl, ich muss mich umbringen. Doch Gott allein weiß, wie ich mich dann am Freitag fühlen werde. Ich kann dir sagen. „Natürlich sind wir beide noch in vertrauensvollem Kontakt“, fügte er danach hinzu. „Wir sehen uns die ganze Zeit im Café und reden miteinander über dies und das.“ „Wir haben bloß keinen leidenschaftlichen, hemmungslosen Sex mehr.“

Eines Sonntagabends ging Julia zu einer Veranstaltung, worüber sie mit Bill nicht reden wollte. Und Bill fragte auch nicht nach, denn Julia wurde stumm und sagte nichts.

Julia kam in einem dunklen alten Gewölbe. Die feuchte Luft war richtig muffig, es nahm ihr fast die Luft zum Atmen. Überall warfen Petroleum-Fackeln flackernde Schatten gegen die feuchten Wände. „Plötzlich dem Tachometer.“ Die Frauen standen auf, grinsten zynisch über das ganze Gesicht und sie fuhren noch in ein Restaurant. „Das Einzige, was einem bleibt, ist die Lust am Leben“, meinte Lars. „Man hat so viele Träume, wer hat da noch Zeit für die Romantik der prüden Frauen?“ Bill erzählte Lars unter vier Augen, die Frauen sind auf das Klo gegangen, eine brennende Geschichte: Wie er vor kurzem etwas mit einer geilen heißen Frau hatte, die er wirklich mochte, aber nach anderthalb Tagen stampften zwanzig in schwarzen Kutten gehüllte Gestalten im kreischenden Rhythmus zur „Black Metall“-Musik der Gruppe

„Sun IT“ im Kreis um einen steinernen Altar. Einen Altar, auf dem ein nacktes, junges Mädchen lag. Dann, schlagartig, brach das musikalische Inferno ab, und die keuchenden Tänzer erstarrten.

Als sich eine schmale Seitentür öffnete, warfen sie sich auf die Knie und begannen dem Führer, der langsam in den Raum trat, zu huldigen.

Das unheimliche Geschehen spielte sich in einem tiefen Gewölbe ab.

Julia konnte die Szene unbehelligt beobachten, weil sie vor einem Jahr kein Vollmitglied der Satans-Sekte war, sondern nur Die Leute nennen das auch Wärterin der Satans-Sekte, und Bill wusste von dem ganzen Treiben von Julia nichts.

„Sohn Satans!“ Wir sind deine Diener! Verdammt seinen die Schwachen! Tretet sie nieder. Das ist das Gesetz der Starken. Und lasst die Versager sterben in ihrem Elend! „Es lebe das Böse!“, so klang der monotone Sprechgesang der Jünger.

Als der Ober-Satan in der blutroten Kutte die Arme hob, rief er: „Luzifer!“ Luzifer! Ich fühle es tief in mir. „Du bist bei uns!“

Langsam kam der Ober-Satan auf Julia zu. Sie war völlig willenlos und bekam alles nur durch einen dichten Nebelschleier mit.

Nimm diese Dienerin in unseren Kreis“, rief der Sekten-Führer, „der Ritus wird uns weisen, ob sie deiner würdig ist!“

Langsam traten fünf weitere Jünger und ließen, wie der Oberpriester, ihre Kutten fallen. Darunter waren sie alle nackt!

Julia nahm an einer Sexorgie teil, sie hatte sogar Lust empfunden. Julia öffnete ihre Schenkel und hat sich den Jüngern dargeboten. Es gefiel ihr, ausgeliefert zu sein und sich hemmungslos hinzugeben. Julia hatte das Gefühl, Verbotenes zu tun und dazu zugehören, waren der Kick für sie. Zwei Satansjünger legten Julia nackt auf den Altar und zogen ihre schwarzen Kutten aus. Julia bekam ein Glas Wein zu trinken. Der blutige Wein schmeckte bitter. Julia wurde hemmunglos und willenlos. Sie ließ sich vergewaltigen und trank das Blut von Katzen oder Hühnern. Auf jedem Tisch stand ein Symbol der Satans-Sekte, wie ein Silberkelch als Opfergefäß, das Kruzifix auf den Kopf gestellt, ein Pentagramm, das magische Fünfeck, ein siebenarmiger Kerzenleuchter mit blutroten Kerzen bestückt und symbolisiert die sieben Todsünden, und ein schwarzer Rosenkranz. Mit einem schwarzen Tuch bedeckt, bildet der Altar den Mittelpunkt aller rituellen Handlungen. Der Totenkopf verkörpert die teuflische Macht des Todes über das Leben.

Julia fuhr allein nach Hause, es ist schon spät geworden. Aber kurz bevor sie ging, drückte ihr jemand den schwarzen Rosenkranz in die Hand.

Bill erhob sich von dem Sofa in diesem Moment, wo Julia zur Tür hineinkam, und ging ihr entgegen.

Er begrüßte Julia mit einem Kuss auf ihre Lippen und sagte: „O nein, ich bin fest davon überzeugt, mein Schatz, dass Liebe über alles siegt.“ „Manchmal musst du ihr nur etwas Raum geben.“ Und das ist genau das, was mir in Deutschland fehlt. „Ach, und übrigens: Hast Du schon gegessen?“, fragte Bill.

Bill und Julia verließen am nächsten Tag ihr Appartement und fuhren in den dichten Verkehr nach Norden, auf die Innenstadt zu und in die grelle Sonne hinein. Von Zeit zu Zeit blickten sie sich blinzelnd einander an, sprachen aber kaum, sie waren kopfleer.

Julia versuchte außerdem noch an den letzten Abend zu denken, an ihre Veranstaltung, die ihr Gefühl sehr durcheinandergebracht hatte. Sie kapierte gar nicht richtig, was da mit ihr geschehen war. Dennoch ließ sie es zu und war sogar sehr erregt dabei.

Bill öffnete die Fenster und stellte die Klimaanlage an. Der Wind zog so stark im Auto, dass sie sich vorkamen, wie ein Windhund beim Hunderennen.

Julia durchsuchte eine Box mit neuen CDs und fand interessante Musikscheiben – mit IM Osten. Stereoanlage funktionierte einwandfrei.

„Die eingefleischten Kenner wissen, dass die Männer im Osten besser küssen.“ „Dass die Mädchen…“, tönte durch die Fenster, während der glänzende, sportliche Kleinwagen die Verkehrsampel entgegenrollte.

Die klebrige, feucht-warme Luft von Hamburg legte sich über sie.

Alte und alt werdende junge Männer mit einem Totenschein in der Hosentasche erwachten zum Leben, als junge, gut aussehende Frauen mit großen Brüsten mit engen blauen Jeanshosen und anthrazitfarbenen, weißen und schwarzen Blusen vorbeizogen.

Ein Wagen voller Teenager drängte sich mit lauten Rufen in das Bistro, um ein paar coole Drinks zu nehmen, die neusten Neuigkeiten auszutauschen und das andere Geschlecht intensiv zu erkunden.

Bill und Julia begannen laut los zu lachen.

Bill dachte an sich: Ein Junge aus einer armen Arbeiterfamilie hatte eine Menge, worüber er glücklich sein konnte. Eine wunderschöne Frau, die ihn irgendwann verlassen wird, wenn er keine Zeit für sie hat, eine gut eingerichtete Eigentumswohnung, einen neuen roten Sportwagen, einen neuen Job, eine neue Eurocard. Einen brillanten Verstand und einen gesunden Körper, der noch kein Fett ansetzte und viel Schlaf brauchte.

Eine Kleinigkeit, der neue Job mit einer guten Gehaltszahlung, und wenn alles gut läuft, brauchte er nichts zu tun, als das ganze Geschäft mit den kompetenten Mitarbeitern gut unter Kontrolle zu haben.

Bill fuhr an die kleine Tankstelle und tankte fünfzig Liter. Er bezahlte drinnen. Julia schaute ihm nach und kaufte eine Schachtel Zigaretten und zwei Cola.

Julia öffnete gleich eine Dose.

Im gleichen Moment glitten sie wieder in den Verkehr hinaus. Sie lächelten sich wie frisch Verliebte an.

„Lass uns essen gehen, mein Schatz!“, sagte Bill.

Ja? „Aber wir sind nicht richtig angezogen, Schatz.“, sagte sie.

Bill betrachtete ihre langen, braunen Beine. Sie trug einen schwarzen knöchellangen Rock mit einem langen Schlitz an der Seite, wo ihre zarten Beine herausschauten, und einen schwarzen armfreien Pullover.

Bill hatte eine blaue Jeanshose an, schwarze Slipper und ein ausgeblichenes lila Hemd.

„Mit einer Figur wie deine würde man dich, mein Schatz, in jedes Restaurant lassen.“ „Sogar der Bundeskanzler würde dich empfangen.“, sagte Bill mit einem coolen Lächeln.

„Du Spinner.“ Was ist mit dem Bistro? „Was die verrückten Typen da anhatten, kam mir locker vor“, sagte Julia.

„Gute Idee“, erwiderte Bill.

Sie suchten sich einen Parkplatz in der Innenstadt und wanderten hundert Meter weit durch eine enge, unbeleuchtete Gasse.

Das Bistro lag im unteren Teil eines Geschäftshauses, wo Büroleute und Allgemeinärzte und Internisten gastierten.

Das Bistro war immer brechend voll in Hamburg, die Szene traf sich hier.

Bill und Julia wurden durch das ausgedehnte und laute Bistro zu einem kleinen Tisch mit einem hohen Schritttempo geführt.

Die geilen Italiener hörten auf zu essen, hielten die Zigarette zwischen den Zeige- und Mittelfinger, als Julia vorbeiglitt wie ein Supermodel auf dem kurzen Laufsteg.

Bewundernde, schmachtende Laute und erhitztes Getuschel gehörten zu ihrem Leben in Italien und wurden nach Deutschland importiert.

Bill war sehr stolz auf seine Julia.

Ein schwarzhaariger älterer Italiener mit lässiger Tageskleidung stand vor Ihnen.

„Sie wünschen?“, wollte er wissen.

Die Speisekarte lag auf dem Tisch und war völlig unnötig. Es gab nur Pizza mit Mozzarella und sowas.

„Zweimal Thunfischpizza, einen Salat, zwei Mineralwasser“, bestellte Julia.

Der erhitzte Kellner schrieb nichts auf, sondern drehte sich um und brüllte in Richtung Tresen auf Italienisch ein paar Zahlen.

Als er gegangen war, ergriff Julia sein Bein unter dem kleinen Tisch, was jeder im Bistro sehen konnte. Er gab ihr einen kleinen Kuss auf ihre roten Lippen.

„Du bist die Sonne für mich.“, sagte Bill. „Wie lange ist es her, seit ich dir zum letzten Mal gesagt habe, dass du mein Diamant bist?“

„Ungefähr?“, Julia überlegte lange und fragte ihn, ob es jetzt sein sollte, dass sie ihm eine Antwort darauf geben müsste. Und es hat Zeit, bis sie zu Hause sind.

Bill griff nach ihrem Bein und rieb ihr Knie bis hoch zur Innenseite ihrer straffen Schenkel.

Julia lächelte ihn verführerisch an und sagte: „Ich liebe dich sehr.“

Das Mineralwasser kam schon einmal, der Kellner füllte wortlos zwei Gläser und rannte wieder weg.

Julia trank einen Schluck und lächelte Bill weiter leidenschaftlich an.

„Was meinst du, bist du okay?“, fragte Julia.

Ich weiß nicht. Zuerst dachte ich nichts.

Die Pizza und der gemischte Salat für Bill und Julia kamen. Sie wurden auf große Teller serviert. Eine kleine Schüssel für jeden mit dem Salat, der großzügig mit dem Dressing beträufelt war.

Sie langten mit den Fingern zu und brachen die Pizza auseinander.

„Worüber wollen wir jetzt reden?“, fragte Julia. „Übers Kinder machen?“

„Ich dachte, darüber wollten wir nicht mehr reden“, sagte Bill.

Ja? Dachtest du? „Aber ich finde, es wäre schön von dir, ein Kind zu bekommen.“

„Wir haben so einen schönen, leidenschaftlichen Sex miteinander.“ „Müssen denn immer gleich Kinder dabei das Thema sein?"

„Ich weiß, das nervt dich, aber in unserem neuen großen Appartement.“, sagte Julia und warf Bill einen treulosen Blick entgegen.

Bill riss seine Pizza auseinander und schmatterte seine Finger voll mit Thunfischöl.

„Wir sind doch erst eingezogen und den neuen Job habe ich auch noch nicht lange“, sagte Bill.

Ich weiß. „Worauf warten wir noch?“, fragte Julia mit einem zynischen Lächeln.

„Julia, du tust gerade so, als wärst du von mir vernachlässigt worden.“

„Bin ich auch.“

„Weiber, die sind mit nichts zufrieden“, sagte Bill wütend.

„Das wird sich finden“, erwiderte Julia.

„Guck mal, siehst du den blassen, pickeligen Kerl da drüben?“ Er bricht sich gleich den Hals, um ein Stück nacktes Bein zu sehen. „Ich sollte hinübergehen und ihm meine Faust zwischen seine Augen knallen.“

„Sehr witzig“, sagte Julia.

Bill putzte seinen Teller Kahl und trank sein Glas Mineralwasser aus.

Als die Getränke alle waren, bezahlte Bill die Rechnung, dann gingen sie wieder zu ihrem Wagen.

Bill fuhr vorsichtig durch die Stadt. Nach dreimaligen falschen Abbiegen fand er die Nebenstraße und dann das Wohnhaus von Julia, die im Auto schlief, und Bill Fink, der verzweifelt in Hamburg durch den Verkehr irrt.

Julia ließ das Licht aus, als Bill die Wohnungstür öffnete, und Julia küsste Bill leidenschaftlich auf dem Mund.

Natürlich weihten sie mit einer leidenschaftlichen, stürmischen und geilen Nacht ihre neue, harmonisch eingerichtete Wohnung neu ein. Drei ruhige Tage später, an dem aufregenden und nervösen Tag, der eigentlich sein erster in seinem Wirtschaftsunternehmen „Multi-Cash“ hätte sein sollen, musste sich Bill wegen eines plötzlichen Erbrechens telefonisch in seinem Unternehmen entschuldigen.

Julia musste einen Arzt rufen und rief auch gleich einen Bereitschaftsarzt an, der auch gleich zusagte und in der Nähe war.

Am Nachmittag kam auch der Arzt und schrieb Bill für diesen Tag krank. Bill war sehr aufgeregt, hatte hohes Fieber und starke Magenkrämpfe wegen seines neuen Arbeitsplatzes und der Umstellung seiner neuen Umgebung. Das machte der ganze Organismus nicht mit. Bill sollte sich trotzdem die nächsten Tage schonen und es nicht mit seinem neuen Job übertreiben.

Alles fing an, wie so was immer anfängt. Bill versuchte am Morgen etwas zu frühstücken und fuhr ins Unternehmen.

Julia saß in ihrer Wohnung bei einem kulinarisch korrekten Mittagessen, das sie sich vom kulinarischen Bringdienst telefonisch bestellte.

Als sie eine Bekannte anrief.

Eine gute Freundin von ihr war vor Kurzem im „LU HU“ gewesen, einem Sexclub nur für Paare.

Julia war ganz von den Socken. Dabei hatte sie gar keine Socken an.

Ihre erst prüde Freundin ist absolut hingerissen. Nackte Typen räkelten sich beim Schlafen vor ihre großen, glänzenden Augen. Hier war echt der

trieb gesteuerte Larry los. Der Freund von ihrer Freundin hatte wohl Panik bekommen, als ein nackter Mann sie zufällig streifte.

Tatsächlich war sie so begeistert von diesem Etablissement, dass sie es nie zugeben würde.

Julia fing an, sich alle möglichen Sachen vorzustellen, wie schöne junge Männer mit durchtrainierten Körpern.

Schüchterne nackte Paare, die sich berührten.

Von der Sonnenbank gebräunte Mädchen mit langem, gewelltem Haar. Knackig gebräunte Männer mit perfekten weißen Zähnen und am ganzen Körper nackt rasiert.

Wir würden dunkel hineingehen und erleuchtet wieder herauskommen.

Die lauten und kreischenden Kinder draußen auf der Straße ließen Julia polternd auf dem Boden der Realität zurückfallen.

„Im „LU HU“ gibt es keine Fremden, nur freundliche, sexhungrige Freunde, denen man noch nicht begegnet ist“, säuselte eine leise Stimme am warmen Telefonhörer. „Es gäbe eine kleine Erfrischungsbar sowie ein großes, heiß-kaltes Büfett“, fügte sie hinzu.

Uninteressante Dinge, die Julia weder mit leidenschaftlichem, hingebenden Sex noch mit purer Nacktheit in Verbindung bringe.

An diesem Punkt hätte Julia die ganze langweilige Sache vergessen sollen. Julia hätte nicht auf die prüde, angsteinflößende, geile Angie Bartes hören sollen, die von ihrem Gruppensex in Missionsdarstellung schwärmt. Dies ist ein Tabu im wahrsten Sinne des christlichen Wortes. Wenn Angie in Sexclubs tatsächlich das tut, was sie tut, wird der christliche Glaube zusammenbrechen.

Ja, ein gewaltiger Einsturz der sexuellen Grenzen des Tabus ist zu befürchten. Die Keuschheit wird gebrochen.

Julia hätte sich fragen sollen, wo da der Spaß bleibt, wenn einem die Grenzen vorgeschrieben werden und die Tabus beim Sex eingehämmert werden.

Aber Julia musste es mit eigenen Augen sehen und fuhr nach Hannover, um mit Angie ins „LU HU“ zu gehen.

Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie sagen: „Alle, so scheint es, reden nicht gerne über Sex, doch Bumsen tun sie alle wie die Hasen.“

Um es genau zu sagen: Unsere Gedanken geraten dabei fast in Ekstase.

Eine umwerfend junge nackte Frau mit dunklen Locken bis zum Hintern oder ein muskulöser, braun gebrannter Mann mit schwarzen kurzen Haaren.

Dann sind sich alle Macher einig, dass kleine Brüste besser sind als Silikonimplantaten, falsche große Brüste. Und dann ist es auch eine falsche Frau, eine Lüge, die sich selbst und ihren Partner belügt.

Welche Frage sich die Männer auch immer stellen, ist: Sind unordentliche Frauen besser im Bett?

Darüber sind sich die Frauen untereinander nicht einig und Julia war nicht ganz sicher, was sie dazu sagen sollte, weil sie buchstäblich der unordentlichste Mensch der Welt ist. Nimmt sie an.

Und vermutlich liegen in diesem Moment einige alte Schachteln von leerem Konfekt unter Ihrem Bett.

Leider habe sie den Inhalt immer ganz allein verspeist, wenn sie ihre Depressionen hatte.

So viel zu dieser Theorie.

Stille.

Da sie dort nur Paare einlassen, also einen Mann und eine Frau, hatte Angie einen alten Freund, Richard, für Julia gebeten, mitzukommen.

Bill musste in Hamburg bleiben und arbeiten und war in seinem neuen Unternehmen wahrhaft beschäftigt.

Richard war eine gute Wahl, weil er erstens der einzige Mann war, den Angie dazu überreden konnte, weil er zweitens mit solchen Sachen schon Erfahrung hatte.

Doch Richard war nicht Julias Typ, und sie wollte auch nichts mit ihm ins Rollen bringen. So suchte sich Richard eine andere Gespielin, die auch gleich zu ihm herkam.

Eine fremde, mit Strapsen und String-Tanga bekleidete Frau war auf ihn zugegangen und hatte sein großes Ding herausgeholt. Angie und Julia mussten sich das Kichern verkneifen, als sie es sahen.

Julia und Angie scheinen die einzigen zu sein, die immer noch keine Ahnung hatten.

Julia und Angie baten den Barmann, für sie einen großen Tequila zu machen.

„Macht es Spaß?“, erkundigte Julia sich neugierig.

Die Typen an der Bar lächelten nur.

Während Julia nun dampfend heißen Sex erwartete, sah sie nur sexhungrige Paare an der Bar, die heftig über ihre sexuellen Träume erzählten.

Klaus sagte, sie sollten sich nichts dabei denken, nur Voyeur zu spielen, da die meisten Leute so anfangen würden. Und Sie sollten alle nicht das Kondom vergessen, wenn es losgeht. Und was sahen wir? Nun da war ein runder, großer Raum mit einem riesigen, runden Wasserbett, auf dem zwei nackte Pärchen es tapfer und leidenschaftlich trieben. Wo sich plötzlich noch einige Pärchen mit dazu gesellten. Und dann dachte Julia, sie wäre im Kino und es läuft der Film „Die Nacht der lebenden Sextoten“. Da stand ein Sexstuhl, der aussah wie ein Pferdesattel mit einem gewaltigen, großen Stachel. Da drauf saß eine rundliche nackte Frau, die sich den Stachel in sich spüren ließ und rauchte. Daneben hockte ein Pärchen mit verliebten Augen und trieben es auf einer breiten Liege. Angie und Julia sahen nur zu, denn zum Sex hatten sie keine richtige Lust, als sie die vielen nackten Pärchen miteinander rangen sahen. Um eine Uhr leerte sich der Club. Eine Frau in einem Bademantel erzählte Angie, sie sei aus Wennigsen, und meinte, sie kommt gerne her und holt sich ihren Einklang von Körper und Geist.

 

 

Kapitel 4

Der große Flur vor dem kleinen Schulungssaal war leer, als Bill Fink, wie verabredet, genau um zehn Uhr dreißig den Flur angerannt kam.

Bill schnappte tief nach Luft und hustete kräftig und wartete nervös auf Herrn Klaus Schöbel.

Hinter einem schweren Aktenstapel auf dem Arm versteckt, tauchte eine fröhliche, blonde, langhaarige und gut aussehende Sekretärin auf und lächelte mit strahlenden Augen Bill zu.

Als Bill bewusst wurde, dass die Leute hier sehr nett waren, stellte er sich bei der Sekretärin vor und erklärte, dass Klaus Schöbel ihn um diese Zeit erwartete.

Sie lächelte und sagte, sie heiße Nicki und ist die Empfangssekretärin für alle Chefs im Haus „Multi-Cash“.

„Kaffee?“, fragte sie.

„Nein.“ sagte er, „ein Mineralwasser wäre mir lieber.“

Sie verschwand mit dem schweren Aktenstapel auf dem Arm und kehrte mit einer Flasche Mineralwasser und einem Glas zurück.

Dann informierte sie sich, wo Herr Schöbel so lange bleibt, denn er hat einen Termin mit Herrn Fink. Und forderte Bill auf, bei sich Platz zu nehmen, denn er müsste sich noch etwas gedulden.

Das Telefon läutete.

Sie wollte nicht gestört werden und trank Ihren heißen Kaffee.

Es läutete abermals, doch sie hörte über die Sprechanlage, dass Herr Schöbel so weit wäre, Herrn Fink zu empfangen.

Sie hörte zu und führte Bill dann ins Büro des Organisationsgeschäftsführers für die Außendienstmitarbeiter.

Klaus Schöbel begrüßte ihn und bat ihn höflich um einen Platz am kleinen Konferenztisch an.

Nicki wurde gebeten, noch eine Kanne Kaffee zu holen.

„Herr Fink, ich entschuldige mich für das Warten“, sagte Schöbel. „Und es tut mir leid, dass Ihr erster Tag als Angehöriger unseres Unternehmens mit einer Krankschreibung begonnen hat.“

„Es war kein sonniger Urlaubstag für mich.“ Mir war echt zum Kotzen. „Was mein Hausarzt Ihnen bestätigen konnte“, sagte Bill mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

„Herr Fink!“ Wir sind sehr stolz auf Sie und haben Pläne mit Ihnen. „Wir wollen unser Unternehmen vergrößern und benötigen jede kompetente Kraft auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Herr Schöbel. „Wir alle werden so richtig ranklotzen müssen.“

Nicki erschien mit der Kanne heißen Kaffee, und für Bill brachte sie noch ein Mineralwasser mit einem sauberen Glas.

„Bill, ich darf doch sagen, Bill?“ „Kein Problem“, erwiderte Bill. „Klaus!“ Und Klaus fuhr mit seinen Ausführungen weiter: „Ich glaube, wir haben bereits darüber gesprochen.“

Bill zuckte die Schultern, denn er wusste ja noch nicht, was Klaus von ihm wollte.

„Wir versuchen, sie in jedes Fachbüro zuzuweisen, damit sie sich gut einarbeiten können.“ Sicher haben wir auch schon Fehler eingeschlichen. Aber wenn das passiert, dann sagen Sie einfach dem Verantwortlichen Bescheid.

Bill lächelte Klaus zu.

„Ist mir recht“, sagte Bill.

„Bevor ich es vergesse: Ich möchte, dass wir heute zusammen zum Mittagessen gehen, damit wir uns besser kennen lernen“, sagte Klaus.

„Mit Vergnügen.“, sagte Bill.

Sie lächelten und wurden im Gesamteindruck etwas lockerer im ganzen Auftreten.

„Wie ist der Kleine Sportflitzer?“, fragte Klaus Schöbel.

„Großartig, er fährt wie ein Blitz.“

„Hat es mit dem Umzug alles geklappt?“

Ja, es war alles ein wenig hektisch. „Doch jetzt ist alles in bester Ordnung, denke ich.“

„Wo wird später mein Büro sein?“, fragte Bill.

„Das sage ich Ihnen, wenn es dann so weit ist.“ Es gibt da noch einige Dinge zu klären. Aber Sie brauchen sich nicht zu beunruhigen. „Es klappt schon.“, sagte Klaus.

Klaus Schöbel goss sich heißen Kaffee in einen weißen Kaffeebecher. Es war sein Privater, den sich jeder im Haus mitgebracht hatte. Er trank einen Schluck.

Stille im Büro.

Bill trank einen Schluck aus der Flasche Mineralwasser.

Klaus Schöbel hatte eine Frau und drei Kinder, sprach aber kaum über seine Familie.

Warum auch?

Wo sie sich kennengelernt hatten, wollte keine von beiden ein Kind, daher nahm er auch Kondome, sogar mit Erdbeergeschmack.

Doch seine Frau meinte nur, sie habe eine Kondomallergie, aber er sollte sich keine Sorgen machen, da sie ja die Pille nimmt.

Er hatte nicht viel Spaß und viel zu lachen – schon gar nicht mit seinen drei Kindern und seiner Frau, denn sie hatte die Antibabypille leichtsinnig des Öfteren vergessen. Durch sein Vertrauen zu der Frau waren so die Kinder entstanden.

Seine leichtsinnige, naive Frau, die sich erst nach der Hochzeit herausstellte, versuchte immer, das ganze Geld zum Monatsanfang unter die Leute zu bringen.

Heute bleibt er so spät wie möglich im Unternehmen, damit er von seiner dick gewordenen Frau im pinkfarbenen Jogginganzug und den lauten Kindern nicht genervt werden kann. Sex hatte er auch schon lange nicht mehr mit seiner Frau, denn er wollte keine Kinder und so aufregend war der Sex auch nicht mehr gewesen. Eine bessere Schlaftablette, seine Frau. Sie würde dann auch trotz Verhütung Kinder bekommen, weil sie es so romantisch findet.

Wem interessiert das schon, ob der Mann Kinder haben will oder nicht? Doch wer das bezahlen muss, das wollen dann alle „Besserwisser“ wissen. Die tun immer so, als wäre es ihr Geld.

Er redete von seinem Traum. Seiner Leidenschaft, so nannte er es. Das erste Geld für seinen Traum hatte er sicher vor seiner gierigen Frau angelegt.

Ihre Kinder nimmt sie immer zum Schutz für ihre Ausreden, wenn es um Geld geht.

Bill wurde rot im Gesicht und dachte an Julia. Denn er wollte keine Kinder, und welche Frau interessiert das schon? Etwa Julia?

Nein. Sie will unbedingt von ihm ein Kind, vielleicht auch mehr, wenn sie Spaß daran hat.

Um Bill drehte sich alles, wenn er daran nur denken mag.

Beförderungen, Gehaltserhöhungen, Erfolg, Überleben, alles hing davon ab. Und alles wäre hin, wenn Julia schwanger wäre.

Der schnellste Weg, um zu handeln, ist Schweigen, Schweigen und nochmals Schweigen, Julia gegenüber, was Bill so für ein Einkommen besitzt.

Da sagte Klaus auch schon: „Vergessen Sie nie, Ihre Stunden in Rechnung zu stellen und Ihre Kundenbesuche zum Nachweis einzutragen.“

Am fünfundzwanzigsten eines jeden Monats müssen im Unternehmen die Sachen für die Gehaltszahlung vorgelegt werden.

Ganz klar, sonst gibt es kein Geld zum Monatsende.

Die Konkurrenz zwischen den Versicherern ist gewaltig, aber es gibt noch kein Böses in dieser Branche.

Schließlich haben Sie ja alle etwas davon. Jeder schnappt sich den Kunden der anderen Gesellschaft weg, und bietet preiswertere und bessere Sachen der Versicherungen und Geldanlagen an.

Es ist fast wie Roulette. Es ist auch überaus motivierend, am Monatsende etwas mehr auf dem Bankkonto zu haben.

Dann macht Klaus Schöbel plötzlich eine informative Bemerkung.

„Bill, niemand hat je drei magere Monate hintereinander gehabt“, sagte Klaus, „mit besonders gutem Einsatz können die Mitarbeiter eine gute Provision verdienen.“ Also, vergessen Sie das nie: Guter Einsatz bringt gute Provisionen. Geld verdienen hat immer Vorrang.

Das Geplapper war für Bill lästig, etwas, was er einfach über sich ergehen lassen musste.

Ein Übergangsritus, nichts, wovor Bill Angst zu haben brauchte.

Ja, zwei Stunden für das Mittagessen, dachte Bill.

Das sind alles Stunden für die Abrechnungsakte, in anrechenbarer Zeit.

Was für ein Job, dachte sich Bill.

Das Restaurant befand sich in der Max-Brauer-Allee, das OPUS. Das zur Mittagszeit voll belegt gewesen war, aber Klaus hat einen Tisch bestellt.

Hier konnte man ungestört in Gesellschaft und harmonischer Umgebung vorzüglich essen. Engel halten die stuckumrahmte Decke.

Der Tisch wartete gedeckt in der Ecke. Ein höflicher Kellner brachte die Speisekarte.

„Die Abrechnung für ein Geschäftsessen gestattet ein Bier zum Mittagessen.“, sagte Klaus Schöbel, als er die große Speisekarte aufschlug.

„Ich trinke gerne ein Bier zum Mittagessen“, sagte Bill.

„Das ist gut, Bill, und ich muss nicht wieder allein ein Bier trinken“, sagte Klaus.

Bill sagte nichts, er lächelte nur ein wenig zu den hübschen Frauen am Nebentisch, die nur am Kichern sind.

Warum?

Wer weiß das schon?

„Bei uns ist es ein gutes Arbeiten“, versuchte Klaus Bill mitzuteilen.

Bill nickte nur mit dem Kopf.

Nach dem ersten Bier folgte ein Zweites.

Klaus bestellte für beide.

Irgendwelches „Odd Things“, Risotto mit Weißfisch. Eine himmlische Spezialität des Hauses.

Bill stocherte nicht wie sonst auf seinem Teller herum und aß auch nicht langsam. Denn er hatte den ganzen Tag noch nichts Richtiges gegessen gehabt. Er probierte den grünen marinierten Salat, den er schnell verschlang. Bill hatte dabei keine Zeit nachzusehen, ob ein paar Kleintiere sich im Salat verirrt hatten. Sonst ist es das immer das erste, wenn er einen frischen Salat gegessen hatte.

An einem großen Tisch saßen zwei Pärchen, die sich das sechstägige „Opus-Menü“ bestellt hatten.

Es waren noch etliche weitere lustige und interessante Gäste anwesend, die alle eifrig ihr Essen reinschlingten, als ob es ihre letzte Mahlzeit wäre.

Bill fühlte sich richtig wohl in diesem Restaurant. Klaus war hier bevorzugter Stammgast zu Mittag.

Beide bestellten sich einen Cappuccino. Sie unterhielten sich über dies und das, was keinen von beiden besonders interessierte.

Bill, wir haben einen Plan, an der großen Pinnwand bei der Empfangssekretärin zu hängen. Dort können Sie sehen, wann Sie geplant sind.

Bill sagte, er hätte es genau verstanden. Arbeitslager waren für ihn nichts Neues.

Klaus bewunderte und äußerte anerkennend seine kreative Krawatte.

Es gab einen unwichtigen Wettbewerb unter den Mitarbeitern, wer die kreativste Krawatte trägt. Und es war offensichtlich, dass Bill am Tisch das Beste trug.

Das Mittagessen der gefräßigen Leute beendete, das Restaurant leerte sich langsam.

Klaus bezahlte. Bill sah den netten und immer noch kichernden, gut gekleideten Frauen nach.

Sie gingen zu ihrem Wagen und Klaus verabschiedete sich von Bill und freute sich schon auf Morgen, dass sie zusammenarbeiten werden.

Bill stieg in seinen Wagen ein und fuhr los, als Klaus Bill nachhupte. Er betrachtete die alten Fachwerkhäuser und den flüssigen Verkehr. Bill musterte erst die Fußgänger, die auf dem Gehsteig entlang gingen, und winkte eine schlanke, langhaarige Frau, gekleidet mit einem roten knielangen Kleid und einer kurzen schwarzen Lederjacke, zu. ihm aber einen Stinkefinger zeigte.

Bill lächelte und hatte ein gutes Gefühl.

Hamburg lag in einer anderen verrückten, kuriosen Welt. Seine extreme Vergangenheit war vergessen.

Ein paar Tage später, nachdem Julia mindestens drei Stunden mit ihrer Freundin Angie, aus Hannover telefoniert hatte, trafen Bill und Julia sich zum Mittagessen mit ein paar Freunden in der Bahrenfelder Straße im Belutschistan.

Ein himmlisches Paradies für Vegetarier, wo sie sich in orientalischem Interieur mit Suppen und mit einem umwerfenden Dessert verwöhnen ließen. Bill kam sich bei diesem Essen schon vor wie ein Komposthaufen. Ein richtiges Kotelett oder Wienerschnitzel wäre ihm lieber gewesen.

Wieder einmal kam das Gespräch auf Sex und wir wollten von Julia wissen, wie ihre Erfahrung mit dem Sexclub war.

Und? „War es nicht toll?“, fragte Leane, „Ich würde nur zu gern mal mit Peter in so einen Club gehen.“ Wurdest du geil, als du die Leute beim Sex beobachtet hattest? " „Nö“, sagte Julia, „Ich habe mich echt gelangweilt.“ Warum? „Eigentlich konnte man kaum was sehen“, erklärte Julia. Und die Männer? „Das war das Schlimmste“, sagte Julia. „Die Hälfte sah aus wie Zombies, die noch mal einen roten Kopf bekommen wollen.“ Ich werde nie wieder zu so einer Orgie gehen. In Hannover bekommst du nur einen langweilig, schwitzig, stinkenden Mann mit einem bärtigen Fettwanst. Der nackig und mit glasigen Augen auf dem türkischen Teppich liegt und stundenlang einen Geblasen kriegt. Und dann immer noch nicht kommen kann.

„Kein Wunder, wenn die Kerle Viagra mit Salmiakpastillen verwechseln“, sagte Andrea.

„Ja.“ So bestätigte Julia ihre Freundin. „Wir zogen uns aus.“ Aber Angie und ich schlangen uns ein großes Handtuch um. Sex hatten wir nicht. Nein, es hat uns nicht angetörnt. Auch nicht, als eine große, attraktive, dunkelhaarige Frau das Spielzimmer betrat und ziemlich für Aufruhr sorgte. Sie stellte ihren nackten Arsch zur Schau wie ein Pavian. Plötzlich, wenige Minuten, war sie in einem Gewirr aus Armen und Beinen verschwunden.

Die Wahrheit ist, das kann ich euch sagen: Es sind Randgruppen, es sind Schauspieler, die nie eine Rolle im Leben kriegen, sowohl im Leben als auch sexuell. Es sind nicht unbedingt die

interessanten Leute, mit denen ich meine intimsten Fantasien teilen möchte.

Bill und die Freunde lächelten sich an und folgten Julia gespannt, was sie noch erzählen würde.

„Na ja“, sagte Julia und erzählte weiter: „Die sexhungrigen Leute waren auch nicht allesamt blasse, pummelige Sexzombis.“ Dort trafen wir auch im Umkleideraum einen sportlich und durchtrainierten Mann, der sehr redselig war.

Fritz fragte, ob Julia was gelernt hätte, um die Sexnächte mit Bill zu versüßen.

Alles lachte am Tisch und Bill wurde richtig verlegen. Er sah Julia mit großen Augen an.

Und Julia sagte: „Ja, das habe ich wirklich und ich habe gelernt, dass, wenn es um leidenschaftlichen und romantischen Sex geht, es nirgends besser sei als daheim, mit Bill.“

„Aber das wusstest du schon, oder?“, fragte Leane. „Oder? Julia?“

Am nächsten Morgen fuhr Bill ins Unternehmen. Er hatte noch eine Stunde Zeit, um zu Klaus zu kommen, damit Bill mit der Arbeit anfangen konnte.

Klaus Schöbels Büro maß viereinhalb mal viereinhalb Meter und hatte knapp zwei Meter hohe Fenster, die nach Osten hinausgingen. Wenn man sich den Hals verrenkte, konnte man die Prostituierte auf der anderen Straßenseite erhaschen. Ein paar abstrakte Bilder hingen an der Wand. Das Büro war groß. Viel größer als die Besenschränke in einem Neubauviertel.

Nicki klopfte an Klaus Schöbel seine Tür und meldete Bill an. Bill brauchte nur einen Blick auf Nicki zu werfen, um zu verstehen, warum alle Männer auf sie standen. Da sie nicht verheiratet war, gab sie offensichtlich ihr gesamtes Geld für Kleidung und Make-up aus. Ach so, ihren neuen weißen Sportwagen der oberen Klasse, den pflegte sie wie ein Baby.

Bill fragte sich, wie oft sie wohl ins Fitnesscenter geht, bei ihrer schlanken, kurvenreichen Figur.

Nicki teilte Bill unumwunden mit, dass er sie mal begleiten könnte. Wenn Bill noch Fragen hätte, sollte er sich an sie zu jeder Zeit wenden.

Er nickte und war sehr verwirrt, als könnte er das voll und ganz verstehen, was Nicki ihm angeboten hatte.

Nicki fragte ihn, ob er wüsste, wie man mit süßen Männern umginge, die schon sind.

„Ja“, sagte Bill.

Und versprach, wenn sie ein Problem hätte, könnte sie ihn fragen.

„Ach, wie heißt der Mann?“, wollte Bill wissen.

„Warum ist das wichtig?“, fragte sie zurück.

Bill gab keine Antwort.

„Wie möchten Sie heute Ihren Kaffee?“, fragte Nicki.

„Mit Milch und ohne Zucker.“

Nicki ging und Klaus lächelte.

„Sie ist ein verrücktes Huhn, aber es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten.“, sagte Klaus.

Bill freute sich schon auf die Zusammenarbeit.

Am Nachmittag traf sich Julia mit ihren Freundinnen aus Hamburg, im Fitnesscenter, das sie in der kurzen Zeit schon in verschiedenen aufregenden und sportlichen Veranstaltungen kennengelernt hatte. Sie trafen sich nach dem Aerobic-Kurs in der Sauna, die allein nur für Frauen geöffnet war, um angeregt über eine Sache zu diskutieren, die sie alle gemein hatten. Und das war Hauptsache.

Es ging um Männer. Nicht die Schlaffies, bei denen der Sex nur zwei Sekunden dauert.

Genauer gesagt, die begehrten Junggesellen, einen Mann, den wir nach einem Sportwagen nennen wollen, Leon d. C. Seine äußere Erscheinung hat nichts Besonderes, sagen die Leute.

Abgesehen von einer Vorliebe für Designeranzüge vor ein paar Jahren, zu denen er kurz gelocktes, dunkles Haar trug.

Im Verlauf der letzten Jahre ist Leon d C. etwas wie eine Legende geworden, wie auf der „TITANICA“.

Er ist nicht unbedingt ein romantischer Frauenheld, denn er versucht ständig, zu heiraten, sagen die Leute.

Leonardo ist vielmehr einer der perfektesten Wiederholungsverabreden, der sich in bis zu dreizehn Beziehungen pro Jahr stürzt. Sagt man.

Für einen bestimmten Typ Frauen ist das Ausgehen mit Leonardo geradezu ein rituelles Initiationserlebnis geworden, so etwas wie eine Kombination aus „meine erste Fahrt im Heißluftballon“ und „der Raub der Lesbierinnen“.

Selbst im Vergleich zu den härteren Frauenhelden sticht Leonardo hervor. Sagt man.

Zunächst einmal scheint er weitaus schlechtere Karten in der Hand zu haben.

Julia wollte wissen: Was ist an Leonardo dran?

Jede Frau am Tisch, hatte sich irgendwann einmal vorgestellt, Sex mit ihm zu haben.

Vielleicht hatten Julias Freundinnen ein ungelöstes Problem mit Männern. Sagt man.

Julia beobachtete sie und träumte von eigenen Kindern. Andrea fand Leane Splitternackt in der Umkleidekabine, reizend, und verschwendete aber keine weiteren Gedanken an sie. Sie war sehr damit beschäftigt, in ihren Büstenhalter zu kommen.

Die Frauen kleideten sich schnell an, um noch ins Café zu gehen.

„Ich bin ein wenig überrascht“, sagte Leane, nachdem sie sich den Mund abwischte, vom Cappuccino.

„Weshalb?“, fragte Julia.

„Ich glaube nicht, dass Andrea schon mit vielen jungen Männern geschlafen hat.“, sagte Leane.

„Gibt es dafür einen besonderen Grund?“, fragte Andrea.

„Eigentlich nicht.“, sagte Leane.

Andrea schob den halbvollen Aschenbecher von sich und trank einen Schluck vom Cappuccino.

Leane und Andrea haben die halbe Zeit über die Eigenarten ihrer Männer geredet. Ja, das ist auch sehr wichtig, bei Frauen. Sagt man.

Julia ließ ihren Kaffeelöffel klirren und dachte einen Augenblick nach.

„Ja, ja“, sagte Julia, „traurig, aber wahr“.

„Es ist erstaunlich, was die Männer mit uns Weibern alles so ertragen müssen“, sagte Leane überzeugt.

„Bluten?“, fragte Julia.

„Tut mir leid.“ „So schlimm ist es ja nun auch wieder nicht“, sagte Leane.

„Meine Einstellung zum Leben und zu den Männern hat sich in der vergangenen Woche von Grund auf geändert“, sagte Julia. „Unterhalten wir uns lieber über etwas anderes!“

Stille am Tisch und jeder kicherte leise so vor sich hin. Andrea richtete ihre gelockten und langen Haare. Julia und Leane beobachteten das.

„Wenn ich die Liste der Typen angucke, mit denen ich zusammen war, dann passt Bill überhaupt nicht rein“, sagte Julia.

Julia denkt: „Ach, was war das bloß?“

Doch noch ehe sie wieder zu den schlüpfrigen Details kommen konnten, machte sie eine erschreckende Entdeckung.

Keine der Frauen hatte in den letzten was von „Ich liebe dich“ gehört.

„Ich glaube nicht, dass die Männer es wissen, dass wir es wissen, ich glaube, das ist nur Zufall“, sagte Leane.

Andrea bestellte noch einen Drink für alle.

„Mit Bill ist das so…“, begann Julia. Der Grund, warum er so verführerisch ist. Tja, wenn du ihn das erste Mal triffst, ist er redegewandt und witzig. Und was ist schöner, als wenn dein Typ sagt: „Wir treffen uns zum Mittagessen“ und später sagt er: „Wir treffen uns um acht zum Cocktail?“ „Seid ihr, meine Süßen, das letzte Mal mit euren Typen ausgegangen, wenn er auch noch arbeiten muss und euch tatsächlich dreimal am Tag sehen wollte?“

„Leane sagte: „Als ich meinen Süßen kennen lernte, gingen wir sofort zusammen aus, und das sechs Abende die Woche.“ „Er lässt einen nicht in Ruhe, immer nur Party, Party, Party.“

„Männer sind gerissen, die haben es wirklich drauf.“, sagte Andrea, und als ahnungslose und unerfahrene Frau denkst du: Er muss wirklich verrückt nach dir sein, weil er dich alle Stunde am Tag anruft. Und dann fängst du an, darüber hinwegzusehen, dass er eigentlich ein komischer kleiner Kauz ist.

„Dann fallen dir auf einmal seine roten Hosenträger auf und du schreist: „Mein Gott, hilf mir!“, sagte Julia.

„Dann merkst du aber allmählich, dass er gar nicht lustig ist“, sagte Leane. „Er hat gute Witze auf Lager, aber wenn du sie eine Million Mal gehört hast, fangen sie an zu nerven.“ „Das nennen Sie dann Hypnose“, sagte Andrea. „Mir hat der erste Freund erzählt, ich wäre die einzige Frau, mit der er je ausgegangen ist und die mit ihm geschlafen hat“, sagte Julia. Dann siehst du seine Wohnung. Diese Aktfotos von den Weibern mit den großen Titten an seinen Wänden. Wo ich mich frage: „Was soll das?“ „Bei Bill habe ich mich gefragt, warum er all die alten Möbel rausschmeißt und in einen geht und neue kauft.“ Das ist seine Art, sein Leben zu leben. Immer etwas Neues, wenn es zu alt geworden und zu langweilig ist.

 

 

Kapitel 5

Um acht Uhr früh schrillte der Wecker unter dem Kopfkissen und Bill warf ihn an die Wand. Und es schrillte immer noch. Das hatte natürlich Bill sehr genervt, er stand auf und nahm den Wecker und warf ihn ins Klo. Doch dort schrillte der Wecker immer noch. Echte Qualität aus Taiwan, dachte Bill sich.

Für einen Moment sah er in den Spiegel und ging unter die heiße Dusche.

Bill taumelte aus der Dusche und fand Julia, die an der Hintertür wartete. Sie ließ ihn hinaus und ging unter die heiße Dusche. Zwanzig Minuten später fand Julia ihren Bill unter der Bettdecke und gab ihm einen dicken Kuss. Er reagierte nicht.

Doch später eilte Bill ins Büro. Julia war nicht mehr da und sie hatte keine Nachricht auf einem Zettel da gelassen.

Es war dichter Verkehr auf den Straßen, und er brauchte bis ins Büro drei Stunden, wo er ohne Verkehr nur zwanzig Minuten brauchte. Bill hatte beschlossen, nicht der Letzte im Büro zu sein. Doch wenn Bill sich schon etwas vornimmt, dann klappt es auch mit der Nachbarin. Wenn andere dazu ihr ganzes Leben brauchten, würde er es heute schaffen. Bill war entschlossen.

Die freie Fläche neben dem „Multi-Cash“-Gebäude war von parkenden Autos umgeben. Drinnen befand sich ein großes Parkhaus, das nur für Mitarbeiter im Gebäude reserviert gewesen war.

Ein uniformierter Wachmann tauchte auf und kam auf die Fahrertür zu. Bill lehnte sich aus dem Fenster und zeigte ihm eine Grüne, die sein neues Farbfoto trug.

„Sie müssen neu sein, so wie sich Ihre Plastikkarte anfassen lässt“, sagte der Kleine Wachmann mit dem Schäferhund an der Leine, während er die Karte genau inspizierte.

„Ja. Bill Fink.“, sagte Bill.

Ich kann lesen. „Ich habe nur meine Lesebrille heute Morgen zu Hause vergessen“, sagte der Wachmann.

„Wie heißen Sie?“, fragte Bill interessiert.

„Josef Beutel.“

„Nett, dass wir uns kennenlernen, Josef.“

„Gleichfalls“, sagte Josef und lächelte.

Bill lächelte zurück und steckte die Plastikkarte wieder ein.

Josef machte eine ernste Mimik, ließ die Schranke hoch, winkte ihn durch und Bill winkte den Wagen auf einen leeren Parkplatz.

Er holte seine schwarze Lederschreibmappe vom Rücksitz und schloss leise die Tür.

Ein weiterer Wachmann wartete am Hinterausgang. Bill stellte sich vor und schaute zu, wie die Schranken hochgingen.

Bill schaute auf die Uhr. Dachte sich aber nichts dabei.

Er ging in den Konferenzraum und legte eine Lederschreibmappe auf den Konferenztisch. Dann machte er sich auf den Weg zum Kaffeeraum in der Mitte des Flures. Die Kaffeemaschine war noch dabei, das heiße Wasser durchlaufen zu lassen. Bill suchte sich einen sauberen Kaffeebecher im Geschirrschrank. Er nahm sich die Kondensmilch aus dem Kühlschrank und goss einen Schluck in den Kaffeebecher, dann gab er den frisch aufgebrühten Kaffee dazu und ging zurück in den Konferenzraum.

In der Ecke des Konferenzraumes standen zwei verschlossene Kartons. Bill ging ans Fenster und öffnete es. Draußen fing es an zu regnen. Er bemerkte nicht, dass plötzlich jemand den Raum betreten hatte.

„Guten Morgen!“

Bill drehte sich erschrocken um und starrte den Mann an. „Ich habe Sie nicht bemerkt“, sagte er und atmete tief ein. „Tut mir leid.“ Ich bin Jackie Lorbeer. Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet. 

Bill dachte: Warum auch und wie, wenn er erst im Unternehmen angefangen hat. Ich bin Bill Fink. Der Neue. Sie reichten sich die Hand. Ja, ich weiß. Das hat sich schon bei „Multi-Cash“ herumgesprochen. Bill lächelte Jackie zu und sie sahen sich tief in die Augen. Es waren die Augen, die warmen, braunen. Ihr Haar war blond und sie hatte ein zartes Make-up aufgelegt. Wenn sie sprach, öffneten sich die Augen und die braunen Pupillen funkelten hell. Augen, die Bill fast wahnsinnig machten. Wissende Augen.

„Kann sein“, sagte Bill mit einem Lächeln, fasziniert von der warmen Aura, die ihm je begegnet war. „Kann schon sein, Frau Lorbeer.“ „Sie sind offenbar der erste Mitarbeiter heute zu der Besprechung.“

„Ja, das gibt einem immer die besten Plätze.“ „Wie bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, da sitzen sie immer in der ersten Reihe.“ Jackie Lorbeer lächelte laut.

„Ich schaue keine öffentlichen Fernsender“, erwiderte Jackie Lorbeer, „die sind konservativ und langweilig.“ Aber dafür einen Haufen Gebühren kassieren wollen, damit sie eine gute Rente bekommen. „Davon kann ich nur träumen, wenn ich mir nicht selbst ein gutes Polster für die Rente angespart habe.“ Bill zuckte ahnungslos mit der Schulter. Plötzlich drehte Jackie Lorbeer sich um und verschwand durch die offene Tür. Bill warf einen Blick auf den leeren Flur, dann machte er die Tür zu.

Er nahm einen Schluck Kaffee, der inzwischen kalt geworden ist. Also, wie fängt alles an?

Jackie Lorbeer war untypisch sexy, für eine deutsche, prüde Frau. Aber elegant gekleidet und gut aussehend für den N-Katalog. Bill wartete im Konferenzraum. Jackie kam auf ihn zu und fing an zu reden. Und redete, und redete. Bill wusste gar nicht, was sie von ihm wollte. Sie war total witzig. Er hörte ihr interessiert zu, sah sie an und lächelte nur.

Bill dachte: O mein Gott, es funkt tatsächlich. Aber wahrscheinlich war es nur eine Fata Morgana. Bill nickte. Hatte er das etwa nicht schon erlebt?

Am nächsten Morgen rief er so um acht Uhr rum, Jackie an. „Wollen sie mit mir Mittagessen gehen?“, fragte Bill. „Warum nicht?“, sagte Jackie. Sie gingen zum Mittagessen ins Le Canard. Jackie, blond, geschieden, allein erziehend, lachte. „Ich lass mich normalerweise erst nach dem dritten Tag mit den neuen Mitarbeitern zum Mittagessen einladen“, sagte Jackie. Jackie hielt Bill für witzig und clever.

Am nächsten Tag saß Bill auf ihrem Bett und Jackie zeigte ihm Farbfilme von sich als Kind. Sie war auch Splitternackt am Strand zu sehen. Jackie sagte: „Siehst du, Bill, ich kann auch ernsthaft sein.“

Und dann bestellte sie chinesisches Essen per Telefon. Sie seufzte.

„Ich habe mich gerade von jemandem getrennt“, sagte sie, „und war ziemlich schlecht drauf.“

Ein Muster schälte sich heraus. Die depressiven Frauen, mit denen Bill ausgegangen war, hatten alle gerade ihre Ehemänner oder langjährige Freunde verlassen.

Bill fand sie. Oder fanden die kaputten Seelen Bill?

Bill ist ein Pastor, ein Seelenheiler.

So ungefähr: „Mir geht's schlecht.“ „Komm, schlafe mit mir!“

Bill ist der emotionale Power-Man. Er bringt Frauen zum Lachen und zum Weinen.

Dabei heulen die Frauen am meisten, wenn Bill „Hasta la Vista“ ruft.

Bills Einfühlungsvermögen war ein wichtiges Kriterium.

Die Frauenphrasen: „Der süße Bill ist wie eine Frau.“

Dabei liest er keine Frauenmagazine wie die Machos. Bill hat sehr viel Selbstvertrauen.

„Ich glaube, es ist ein Fehler, wenn Männer sich als hilflose Idioten darstellen, die nicht die Waschmaschine anstellen können“, sagte Jackie.

„Wenn du meinst.“, sagte Bill.

„Und dann der Sex, alle Leute denken, es wäre etwas Unanständiges, dabei ist er absolut göttlich im Bett.“ „Oder wo auch?“, sagte Jackie.

„Ich kann unglaublich…“, sagte Bill und unterbrach schüchtern den Satz.

Jackie lächelte Bill zu und fragte: „Du findest, der Sex ist göttlich?"

Nichtsdestotrotz schien Bill offensichtlich die zwei Dinge zu verkörpern, die Jackie sich angeblich am meisten wünscht. Bill war der Männertyp, der reden kann und so verständnisvoll ist wie eine Frau, die im Bett weiß, was ein richtiger Mann zu tun hat.

Doch die langweiligen und prüden Frauen wussten es nicht, mit denen er zusammen war.

„Jackie, es ist so.“, sagte Bill. „Solange du neurotisch und verrückt genug bist, ist es großartig, wenn du einen emotionalen Seelentröster hast.“ „Aber sobald ich all deine Probleme gelöst habe, werde ich zum Problem.“

„Ich kann unglaublich gemein werden“, sagte sie.

Bill stimmte ihr zu, indem er Jackie zunickte.

„Mein Exfreund hat immer gesagt, ich bin zu fett und soll abnehmen“, sagte Jackie, „als ich ihn kennengelernt habe, war ich dünn wie und passte in Größe achtunddreißig.“

„Ich glaube“, sagte Bill, „wenn ein Mann sagt, dass sie abnehmen soll, dann soll sie es auch tun.“ Welcher Mann möchte eine fette Frau, die den ganzen Tag nur im Bademantel herumrennt, wenn er eine dünne Frau kennengelernt hat, die auf ihr gepflegtes Äußeres geachtet hat?

Jackie war nicht der Meinung, denn wenn man sich liebt, dann ist es nicht so wichtig, wie der Partner später aussieht, und die inneren Werte zählen doch.

Dann stritten sie sich darüber.

Bill nahm seine blaue Jeansjacke.

Jackie sagte: „Ha-ha-ha, es regnet Kuhscheiße draußen.“

Und sie sah aus dem Fenster.

Bill sagte: „Ha-ha-ha, ich nehme eine Taxe.“

Aber das bedeutete nicht, dass Jackie Bill in Ruhe ließ. Es kamen Faxe, Briefe und Hunderte von Telefonanrufen in sein Büro.

Doch Bill reagierte nicht. Was sollte er auch Julia sagen?

Bill konnte die Spuren ihrer salzigen Tränen auf den Briefbögen geradezu sehen.

Bill hatte einen Brief in der Hand und las laut vor: „Du schuldest mir keine begehrende, leidenschaftliche Liebe, aber ich hoffe, dass du den Mut hast, einen kleinen Schritt zu tun und die meine zu umarmen.“ „Ich will deine Liebe nicht erniedrigen, die nicht ich erschaffen habe.“

Bill lächelte.

Wie Bill geahnt hatte, brachte Nicki vom Türken etwas zu Essen mit. Sie bat Bill einen Döner an. Ja, er nahm ihn auch.

Bill erkundigte sich, ob sie jeden Tag sich etwas zu Essen holt oder sich ein Brot von zu Hause zu Mittag mitbringt.

„Wie ich Lust habe“, sagte Nicki mit einem Lächeln.

„Ich treffe mich in ein paar Minuten mit Julia“, sagte Bill überraschend. „Ich möchte, dass Sie sich keine unnötigen Umstände wegen mir machen.“

Julia wartete in einem Café. Ein Teil davon.

Sie begrüßten sich mit einem Küsschen auf die Wange.

Bill bestellte zwei Kaffee.

Die Stimmung wurde plötzlich schwer. Keiner sagte etwas.

„Wir sind heute Abend bei Freunden eingeladen.“ Wenn wir Lust haben, können wir reinschauen. „Es wird bestimmt lustig.“, sagte Julia.

„Ja“, sagte Bill, „wie steht es mit Tanzen gehen?“

Ich halte heute Abend nichts davon. „Es ist mir auch egal, aber ich möchte gern zur Party.“, sagte Julia.

Bill gab nach und sagte zu, wie er es immer macht, wenn Julia etwas will, damit er keinen Soft-Touch mit ihr hat.

„Ich weiß, dass Andrea und Leane mit ihren Männern da sind.“, sagte Julia.

„Wie ich schon sagte, ich werde sehen.“, sagte Bill.

Bill bezahlte die zwei Kaffees.

„Denk daran, mein Schatz, heute Abend nicht vergessen“, sagte Julia, bevor sie sich trennten.

„Wie könnte ich das vergessen?“, rief Bill laut hinterher.

Nach einem kleinen Abstecher im Café mit Bill war Julia auch schon wieder mit ihren Freundinnen verabredet.

Leane sagte, sie habe einen süßen Lover im Fitnessstudio kennengelernt. Andrea hatte ihren ersten Liebesroman veröffentlicht, was ja auch nicht so einfach ist. Eine Freundin aus dem Fitnessstudio war unglücklich verheiratet und schwanger. Ihr Mann hat eine Kneipe eröffnet, teilte Andrea mit.

Julia hatte eine alte Liebe beim Schoppen wiederentdeckt: Er war auf der Durchreise.

Was Bill angeht, so ist er vor Kurzem auf der Suche nach neuen möglichen Eroberungen. Eine junge und hübsche Frau hatte gehört, dass Bill von seiner Frau rausgeworfen wurde, die eigentlich einen anderen kennengelernt hatte.

„Bill bekommt immer die falschen Weiber“, sagte Lucie. Eine gute, „alte“ Freundin von Bill, aus Berlin.

Vor sechs Monaten kam Bill zu Besuch und ging mit Lucie Essen. Lucie nahm seine Hand und sagte zu Bill: „Du bist der einzige charmante und witzige Mann, den ich je geliebt habe.“

Um die alten Zeiten willen ging Bill auf einen Drink mit in ihre bunte Wohnung, dass das rote Sofa mit Plüschtieren belegt war und sogar die Sessel waren von diesen Monstern nicht verschont geblieben, und sie bat Bill so ernsthaft, seine Frau zu werden, dass er es nicht fassen konnte. Bill dachte, sie will ihn verschaukeln.

Also, beschloss Lucie, Bill noch ein wenig zu quälen.

Sie sagte: „Ich will nicht, dass du andere Frauen triffst.“

„Okay.“, sagte Bill und dachte: Wie soll das funktionieren? Bill ist ein Macher und braucht seine Freiheit, wie privat und in seinem Beruf und was da sonst noch gibt.

Am nächsten Morgen rief Lucie Bill an und sagte: „Dir ist doch klar, dass du jetzt mein fester Freund bist.“

Bill sagte: „Ja, ja.“ Was auch heißen könnte: Leck mich am Arsch, so nicht.

Bill flog allein nach Brasilien. Ideal, um ein Land voller Gegensätze kennenzulernen. Bill wollte einfach nur raus, aus dem Sumpf der Gefühle. Lucie gab auch keine Ruhe mit Bill am Telefon oder auf der Straße, mit ihrem wahnsinnigen Heiratsantrag, der Bill echt genervt hatte.

Das können Sie mir glauben.

Am Mittwochabend nahm er den Flug von Frankfurt nach Sao Paulo. Nach der Ankunft am frühen Morgen in Sao Paulo musste Bill schon gegen Nachmittag den Weiterflug nach Ignacu nehmen. Wo er dann im Hotel Cataratas Doppelzimmer nahm.

Der Ort lag am Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay.

Schon aus kilometerweiter Entfernung kündigte sich bei Bill das Grollen der wasserreichsten Fälle unseres Planeten an. In der Sprache der hier heimischen Guarani-Indianer bedeutet Iguacu „Große Wasser“. Wobei Bill die Guarani-Indianer nicht so richtig im Wortlaut verstanden hatte. Bill erlebte und beobachtete die zahlreichen bunten Schmetterlingsarten, Kolibris, farbenreichen Papageien und Orchideen am Rand des Weges dieses Flusses.

Den nächsten Tag nahm Bill, um die Umgebung der Wasserfälle zu erkunden. Er erlebte dieses ungezähmte, tosende Naturschauspiel inmitten subtropischer Vegetation, umgeben von einem ewigen Regenbogen und der Aura des Ursprünglichen.

Den Vormittag am nächsten Tag nutzte Bill, um die Lage des Hotels zu erkunden. Das Hotel ist das einzige Hotel im Nationalpark und liegt fünfundzwanzig Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Sowie fünfzehn Kilometer vom Flughafen entfernt und in unmittelbarer Nähe der Wasserfälle. Bill fühlte sich mit der Unterbringung in diesem Hotel sehr wohl. Dieses Hotel wurde im Kolonialstil erbaut und umfasste eine tropische Gartenanlage, wie zwei Swimmingpools mit Poolbar, Sauna, Tennisplatz, Restaurant, Bar, Café und Leseraum.

Ach so, im Leseraum war Bill nicht gewesen.

Aber in der Sauna und an der Bar: Dort gab es die besten Drinks.

Bills Zimmer verfügte über Bad, Telefon, Radio, TV, Minibar, Zimmersafe und Klimaanlage. Mit dem Zimmersafe wusste Bill nichts anzufangen, denn was sollte er schon verschließen, wenn Bill nichts hat, was man aus dem Safe klauen will, also mitnehmen lassen muss? Außer die Klauer, Räuber oder skrupellosen und erbarmungslosen Mitnehmer legen etwas in den Safe hinein. Vielleicht eine Million, auch in Ordnung. Die Klimaanlage war sehr angenehm bei dieser unersättlichen Hitze. Bill kam sich manchmal vor, wie ein nasser Schwamm. So transpirierte er am ganzen Körper. Am heißen Nachmittag ließ sich Bill mit der Taxe zum Flughafen bringen, wo er dann den Flug nach Rio de Janeiro nahm.

Am Sonntag erkundigte sich Bill auf eigener Faust nach dieser faszinierenden, pulsierenden Stadt mit Galerien, eleganten Boutiquen und hunderten Restaurants und Cafés.

Natürlich besuchte Bill nur ein Restaurant, um sein Hunger zu stillen, und ein Café, um nicht auszutrocknen. Später entdeckte Bill die schönen Buchten am Atlantik und die herrlichen Strände. Er sah in die Weite und entdeckte die vorgelagerten Felsen und, nicht zu übersehen, auch die kleinen Inselchen. Tja, da war er nun. In der Metropole Rio de Janeiro, die als schönste Stadt der Welt bekannt ist. Bill machte am Montagvormittag eine Fahrt mit der Zahnradbahn durch den einzigen Nationalpark der Erde, der sich inmitten einer Millionenstadt befindet, nach Tijuca.

Bill musste stetig bergauf wandern, bis er sich auf dem Gipfel des Corcovado, auch „Bucklige“, befindet. Der sich schon von weitem mit seiner Christusstatue, einem weiteren Wahrzeichen Rios, ankündigt.

Am Nachmittag ging Bill an den Strand. Die Vielseitigkeit der Unterhaltung war riesig, wie Sonnenbaden, schöne Frauen, Schwimmen, schöne, braun gebrannte Frauen, Surfen, lächelnde Frauen, Volleyball und Fußball spielen und nette, süße Frauen sowie Essen und Trinken und schlanke, zarte weibliche Wesen. Die es in Deutschland eben nicht gibt.

Der Brasilianer geht nicht einfach an den Strand, denn ein Großteil seines Lebens spielt sich dort ab, konnte Bill in Erfahrung bringen. Die Brasilianer waren zu Bill sehr gastfreundlich, wenn sie Bill seine harte DM (Deutsche Mark) sahen.

Am nächsten Tag verbrachte Bill am Vormittag die meiste Zeit im Bett, er war geschafft und konnte kein Bein vor das andere setzen. Den ganzen herrlichen sonnigen Tag am Strand, das hat doch etwas für sich, und die hochprozentigen Drinks an der Bar. Oh Oh.

Am Nachmittag, nach einer kalten Dusche, machte Bill einen ausgedehnten Bummel durch das Stadtzentrum und besuchte ein paar traditionelle Kaffeehäuser Rios, wie das Confeitaria Colombo, deren Charme den besten Cafés von Wien in nichts nachsteht.

Am Abend zog sich Bill einen leichten weißen Anzug aus Leinen vom Designer an und ging in die professionellste Sambashow der Welt, in der berühmten „Plataforma I“.

An diesem Abend konnte Bill nicht lange im „Plataforma I“ bleiben und sich von den Frauen bewundern lassen. Denn er musste am nächsten Morgen schon früh zum Flughafen und nahm den Flug nach Salvador. Dort nahm er eine Taxe nach ständigem Winken und Feilschen um den Preis zum Hotel Victoria Marina. Der lächelnde Taxifahrer wollte Bill glatt übers Ohr hauen oder bescheißen – und was man dazu noch erwähnen kann. Salvador gilt als „das Herz Brasiliens“. So tickt es auch, erfuhr auch Bill. Bill kam mit dem Taxi, beim dichten Verkehr (jeder Autofahrer in Salvador hatte seinen außergewöhnlichen Fahrstil gehabt, wie beim Kamelrennen oder so), und nach ständigen Verständigungsschwierigkeiten mit dem Taxifahrer ins Hotel an. Der hektische Taxifahrer versuchte Bill etwas über Salvador zu erzählen, doch mit seinem Portugiesisch mit brasilianischen Eigenarten war für Bill kein Zuhören möglich. Bill erwiderte nur mit „Sim, Sim senhor.“ Falo só um pouco de …". Es regnete in Strömen. Das Hotel Soll Victoria Marina liegt im modernen Wohngebiet Victoria. Etwa zehn Minuten vom historischen Stadtzentrum von Salvador und dreißig Minuten vom Flughafen entfernt. Was man noch einmal nachmessen sollte, dachte sich Bill.

Das Hotel bietet Flat-Service, Restaurant, Coffeeshop, Pool-Bar, Swimmingpool und eine Verbindung zum Privathafen, von wo aus Bill eine Fahrt durch die Todos os Santos-Bucht unternehmen wird. Wenn nichts dazwischenkommt. Oder?

Also, wenn es nicht gerade Steine regnet.

Das klimatische Zimmer ist mit Dusche und WC, wie einer Kochgelegenheit, Minibar, TV, sogar Videokanal, Radio und Telefon und Safe ausgestattet. Und wer kann sich Bill schon beim Kochen vorstellen? Sie? Sie zählen nicht. Bill ging lieber Essen. Ins Restaurant.

Am Nachmittag besuchte Bill den typischen Mercado Modelo, auf dem die in weiße, faltenreiche Gewänder aus der Kolonialzeit gekleideten Frauen köstliche Süßigkeiten und würzige Speisen verkauften.

Es wird behauptet, dass die bereits Mitte des sechzehnten Jahrhunderts gegründete Stadt einst über dreihundert fünfundsechzig Kirchen verfügte.

In Salvador trifft sich das Blau des Himmels mit dem Grün des Atlantiks. Wunderschöne Strände wie Itapoá, Amaralina, Pinatubo und viele andere nutzte Bill zur Entspannung oder für Wassersport.

Er hatte schon Schwimmheue zwischen seinen Händen und Füßen.

Bill traf in Brasilien mehr als anderswo vermischte Kulturen und Rassen. Salvador ist Amerika, Afrika und Europa in einem. Bill vertrat mit Stolz Europa.

Am nächsten Tag verbrachte Bill in der Stadt und nutzte den Donnerstag zum Sonnen und Baden. Fein sandige Strände mit Blick auf Salvador erwarteten Bill auf Itaparica, der größten der Inseln. Das Mittagessen nahm er unterwegs an einem Imbiss ein.

Von der Sonne braun gebrannt und vom salzigen Meerwasser nass gemacht sowie aufregende Einblicke von Salvador eingefangen, kehrte Bill mit einer brasilianischen Schönheit am Abend ins Hotel zurück.

Am nächsten Morgen, benommen noch vom tropischen Klima und vom prellenden Regen auf den Dächern von Salvador, erwachte Bill. Er machte einen Ausflug mit einer brasilianischen Schönheit, die er gestern am heißen Strand kennengelernt hatte. Sie hieß Marina. Sie besuchte und zeigte Bill den Obst- und Gemüsemarkt von Salvador.

Sie und sie hatten Spaß inmitten des Alltagslebens der Brasilianer. Bill lernte so die Brasilianer richtig kennen.

Was Marina und Bill noch so taten, das können Sie sich sicherlich denken. Oder nicht? Fragen Sie Ihren Partner, was er machen würde!

Also, am nächsten Morgen machten Marina und Bill noch einen Stadtbummel und gingen an den Strand.

Am Nachmittag hieß es Abschied nehmen. Bill sein Flug, ging zurück nach Deutschland. Marina war sehr betrübt und musste weinen. Doch Bill versprach, dass er bald wiederkommen wird.

Das Taxi zum Flughafen wartete schon. Bill stieg ein und sie winkten sich noch einmal zu.

Am nächsten Morgen, es war Sonntag, kam Bill in Frankfurt an und nahm die Bahn, um sein altes Leben fortzusetzen.

Eines Morgens lag Bill im Bett und das Telefon klingelte. Es war Jackie.

Während Jackie mit ihm sprach, fragte ihr Freund: „Willst du auch Kaffee?“ Bill drehte durch.

„Was willst du?“, wollte Bill wissen, „Um zehn Uhr morgens?“

Bill hängte ein, aber eine Woche später rief er wieder an.

„Kommst du mit Essen?“, fragte sie.

„Wozu?“, fragte Bill genervt.

„Wir sind doch das Traumpaar, Bill.“ „Du gehst doch mit mir, oder?“

„Hör zu, ich sehe keinen Ring an meinem Finger“, sagte Bill. „Warum lässt du mich nicht einfach in Ruhe.“

Bill legte den Hörer auf.

Jackie rief nie wieder an, und auch im Wirtschaftsunternehmen „Multi-Cash“ rief sie nicht mehr an.

Sie sagte, sie habe ihn irgendwie vermisst.

„Ich mag Bill sehr“, sagte Jackie ihrer Freundin. „Ich habe Mitleid mit ihm, weil er total verkorkst ist.“

Draußen wurde es dunkler, niemand war auf den Straßen zu sehen. Bill sah aus dem Fenster und war ganz betrübt von dem Gedanken an Marina. Nur eben nicht an Jackie Lorbeer.

Zurück zu Julia und Bill, der sich in eine harmonische und glückliche Zeit mit Marina versetzt hatte.

Bill fuhr am Morgen ins Unternehmen. Er stand vor einer der grauen Metalltüren und blickte in die darüber angebrachte kleine

Filmkamera. Plötzlich klickte laut irgendetwas laut. Bill bemerkte, wie die Tür sich selbstständig öffnete. Ein Wachmann sah ihm hinterher und nickte.

Hendrik Neumann war schon in seinem Büro. Die Tür stand auf und sah, wie Bill an ihrem Büro vorbeiging.

„Guten Morgen, Herr Fink“, rief Herr Neumann laut hinterher.

„Guten Morgen“, erwiderte Bill ebenfalls und ging weiter.

Hendrik Neumann stand auf, zündete sich eine Zigarette an und blies eine dichte Rauchwolke aus. Herr Neumann eilte Bill hinterher und begleitete ihn ins Büro. Die zwei gingen ein paar Sekunden schweigend neben sich her, während sich Hendrik Neumann einen tiefen Zug von der Zigarette nahm. Bill starte Hendrik an, sagte aber nichts.

Klaus Schöbel stand auf und betrachtete sich die zwei Knaben, als sie die Tür hineinkamen.

„Weshalb wollten sie uns sprechen?“, fragte Bill.

Hendrik Neumann holte tief Luft.

„Wir sollten uns mal zusammensetzen und besprechen, wie es mit Ihrem Praktikum weitergeht, Herr Fink“, sagte Herr Schöbel.

„Damit habe ich gerechnet“, sagte Bill zu Klaus Schöbel.

„Es war nicht meine Idee, aber Reiner Schmidt besteht darauf.“ Er ist mächtig nervös. „Und er glaubt fest an Sie, Herr Fink, dass Sie sich gut einarbeiten und eingewöhnen werden“, sagte Klaus Schöbel.

„Das kann man ihm nicht verdenken“, sagte Hendrik Neumann und grinste zynisch.

„Finden Sie nicht, dass das ein bisschen zu weit geht, wie Sie sich hier geben?“, fragte Schöbel.

Hendrik Neumann schwieg und machte ein ernstes Gesicht.

Dann stellten die Drei einen Wochenplan für Bill zusammen, der es ganz schön in sich hatte. Bill sollte unter Aufsicht einige Abteilungen selber in Verantwortung übernehmen, da einige Fachleute davon nach Leipzig geschickt wurden.

 

 

Kapitel 6

Zwei Wochen später beim Mittagessen. Giftzahniges Getratsche mit einem konservativen jungen Mann, den Julia gerade kennengelernt hatte. Sie sprachen über Moderne T., ein deutsches-griechisches Popduo. Er glaubte, Dieter Bohlen zu kennen. Dem Mann war sie nie begegnet, und in der Restaurantgalerie Zippelhaus hat man Julia auch noch nicht gesehen. Aber wie immer wusste er, dass Julia ein Fan von Moderne T ist. „Es wird böse enden“, sagte Julia.

Dieser Typ war naiv. Eben ein Landei. Er kam aus Hannover und wusste nichts über Moderne T.

„Ich habe schon mit vielen Frauen geschlafen und dich bekomme ich auch rum“, sagte der Typ.

Julia hatte die Gelegenheit, dieses Landei beim Schopf zu packen.

Julia machte sich über das kulinarische Gericht her und kam so richtig in Fahrt.

„Ich weiß Bescheid. Frauen wissen, wann sie ficken müssen, und dann tun sie es. Vielleicht haben sie mit vielen Typen geschlafen, oder sie fühlen es, wann sie karrieremäßig weiterkommen, oder vielleicht wollen sie nur Kinder, aber den Mann nicht dazu. Aber ihr schwer verdientes Geld. So sind die Weiber. Sie lassen sich das Ficken bezahlen. „Wenn das der Papst wüsste?“, sagte der Typ. „Und solange schieben sie es so lange raus, wie sie können.“ „Und dann gibt es diesen Moment, und wenn sie ihn nicht wahrnehmen.“

Julia zuckte mit den Schultern und sagte: „So wie die Chancen stehen, werden sie dann nie mehr heiraten.“

Die andere Frau am Nebentisch hörte das Gespräch aufmerksam und betrachtete die beiden voller Entsetzen.

„Aber was ist mit der Liebe?“, wollte sie wissen.

Julia und der Typ sahen die Frau mitleidvoll an und sagten im Chor: „Träumen Sie weiter.“

Wenn es darum geht, einen Ehepartner zu finden, haben Frauen ihre eigenen und besonderen grausamen Paarungsrituale, die so kompliziert und gekünstelt sind wie „No Limit“.

Jede Frau kennt ihre Regeln, aber keine spricht darüber.

Die Folge davon ist, dass sich in der Frauenwelt ein besonderer Typus alleinstehender Frauen entwickelt hat.

„Also, die Frauen, die sie meinen, sind klug, attraktiv, erfolgreich und und… und noch nie verheiratet“, sagte Julia zum Typen, „diese Frauen sind zwischen Ende Dreißig und Anfang Vierzig und werden, falls emanzipiertes Verhalten, den Männern zu nichts nützen, und sind lesbisch.“

„Ja, dennoch geht es nicht um Statistiken oder Ausnahmen.“, sagte der Typ.

„Aber wenn man reich, schön und erfolgreich ist und einen Mann geangelt hat, dann gelten die normalen Regeln nicht“, sagte die Frau am Nebentisch.

Julia schaute zu den Typen und lächelte.

„Was ist los?“, fragte Julia die Frau.

Sie sagte: „Ja, was ist, wenn du vierzig bist und hübsch, aber immer noch in einem Einzelzimmerapartment wohnst und auf einem ausklappbaren Sofa schläfst, sozusagen als stinkende Zombiefrau in deine Gruft?“ „Nur dass du im Gegensatz mit allen diesen süßen, knackigen Typen ins Bett gegangen wärst.“

„Was passiert mit solchen Frauen?“, fragte Julia.

Sie sitzen hier und diskutieren über Frauenrechte. „Nein, so meine ich es nicht“, sagte der Typ, „es gibt Tausende, vermutlich Zigtausende dieser Frauen, die ihre Männer abzocken.“ „Wir alle kennen welche.“ Sie machen sich ein tolles Leben. Sie gehen auf Reisen, geben das Geld aus, als wäre es ihr verdientes Geld, heiraten einen Millionär und lassen sich wieder scheiden. Die es nicht schaffen, bleiben zu Hause auf dem Sofa als muffige, verstaubte Zombiefrau liegen. Wer will denn so etwas in den Armen halten?

„Es ist nicht so, dass mit diesen Frauen etwas nicht stimmt“, sagte Julia. „Nein, Sie sind verrückt oder neurotisch.“

Die Frau am Nebentisch hielt inne.

„Warum kenne ich so viele tolle Männer, die verheiratet sind, und so wenig tolle Frauen?“, fragte sich Julia laut.

Seien wir mal ehrlich, sagte die Frau: „Die verheirateten Männer sind alle schlafende Schoßhunde mit breitem, lapschigen Arsch.“ Und welche kluge, attraktive und erfolgreiche Frau will so einen Mann schon? 

Die intensive Ausnutzung Bills seiner Arbeitszeit wurde auf dem Fußboden gestapelt und die Schadensregulierungsakten auf dem Schreibtisch ausgebreitet.

Am Mittag brachte Nicki ihm einen Döner mit Salat mit. Bill aß es, während sie den Aktenberg auf dem Fußboden sortierte und ablegte.

Die letzten beiden Jahre hatte er damit verbracht, im Monat zweihundert Bewerbungen zu schreiben und kein

Das Versicherungsunternehmen hatte eine vakante Stelle frei, wegen seiner außergewöhnlichen, qualifizierten Ausbildung. So sagte man.

Bill war begierig darauf, es an jemandem auszuprobieren, und zufällig war das Wirtschaftsunternehmen „Multi-Cash“ diejenige, die es traf.

Das Studium hat vier Jahre gedauert und ist mit vielen Stolpersteinen aus der konservativen und ahnungslosen Gesellschaft gepflastert.

Im ersten Monat fand eine Einarbeitung in die Ausarbeitung einer Wirtschaftsanalyse durch den Versicherungsnehmer statt. Mit einem vierblätterigen Fragebogen, bei dem jeweils die Bedürfnisse angekreuzt werden mussten. Josefine Bayer, eine der Fachberaterinnen, war die Expertin des „Multi-Cash“ Wirtschaftsunternehmen, für die Auswertung der Antworten aus der Wirtschaftsanalyse.

Im zweiten Monat folgte eine Schulung statt, mit dem Thema „Steuern sparen“. Hier musste Bill auf einem Fragebogen die richtigen Antworten ankreuzen. Wie Bill auch feststellen konnte, waren die Fragen sehr tückisch. Dann kam echte Schwerstarbeit für Bill.

Im dritten und vierten Monat musste er sich mit den Rechten und Pflichten der Bürger auseinandersetzen. Wie Vertragsrecht, Allgemeines Handelsrecht, Immobilie, Arbeitsrecht, Verfassungsrecht und was da sonst noch so alles gab.

„Sie glauben, ich werde es schaffen?“, fragte Bill, während er die schwarze Lederschreibmappe in die Hand nahm.

Reiner Schmidt lächelte und erwiderte: „Ja.“ Ich bin mir sicher. Bisher ist noch nie ein Mitarbeiter nach dem Praktikum, ohne Mitarbeitervertrag nach Hause gegangen.

Bill lächelte. Dachte dabei, wie die anderen Versicherungsunternehmen ihre Mitarbeiter ködern. Denn sie kosten dem Unternehmen kein Geld, und wenn der Mitarbeiter seine im Außendienst nicht mitbringt, fliegt er. So einfach ist es. Bill wird nicht der erste sein, der sein Büro räumen müsste.

„Wie Sie wissen, werden wir Sie tatkräftig unterstützen“, sagte Klaus Schöbel und legte ein Blatt von Briefbogengröße auf den Schreibtisch. „Das ist für ihre Nachweisbestätigung, welche Abteilung sie schon

überall durchlaufen sind. „Sie tragen jeden Tag ein, wie die Themen, mit denen sie sich beschäftigt haben.“

„Gut.“, sagte Bill.

Fünf Minuten nach Bills Abgang erschien Alex Krause. Er war der Leiter der Immobilienabteilung und hatte die Verhandlungen über den Finanzierungsplan der Häuser für die Kunden geführt. Alex Krause redete zehn Minuten lang darüber, wie sehr er es begrüßt, dass Bill sein Praktikant ist. Er wollte sich gleich morgen mit ihm treffen. Vormittag, sagen wir um zehn. „Kein Problem.“, sagte Bill. Als sich Bill um fünfzehn Uhr dreißig verabschiedete, lächelte Nicki ihm nach und wünschte noch einen schönen Abend. Bill war nicht im Stande, ein Wort herauszubringen. So war er in Gedanken an seinen neuen Job, daher lächelte er ihr lediglich zu. Auf der Fahrt nach Hause schoss ihm der Gedanke an chinesisches Essen durch den Kopf. Dann dachte er zum ersten Mal seit früh morgens an Julia. Er rief sie über Handy an.

„Ich bin unterwegs und stehe gerade an der roten Ampel.“, sagte er.

„Schön, ich koche gerade das Abendessen.“, sagte Julia.

„Lass es auf dem Herd stehen!“, sagte Bill ein wenig kurz angebunden, denn die Ampel stellte sich auf Grün.

Es folgte ein kurzes Schweigen. Denn Bill fuhr zügig über die Kreuzung.

„Wir gehen chinesisch essen.“, sagte Bill. „Ich glaube, dass ich es in fünf Minuten zu dir geschafft habe.“

Das Anlassen des Motors, des Opel-Kadett-Fahrers ließ auf sich warten, als er auf der Hauptstraße stehen blieb. Bill hielt neben ihm an.

„Alles in Ordnung?“, fragte Bill. Ja. „Der Wagen fährt gleich wieder los.“, sagte der Fahrer. Bill schaute auf die Uhr. Halb Sieben. Der Fahrer ist immer noch dabei, seinen alten Opel Kadett zu starten.

Bill bog in die linke Nebenstraße und verschwand in Richtung Julia. Die schon sehnsüchtig auf Bill wartete.

Das hatte Bill schon alles erlebt, mit den alten Autos. Sie bleiben einfach stehen und keiner weiß warum.

„Jetzt pass auf“, meinte Julia, als Bill endlich zu Hause war und sich in den großen, grauen Sessel setzte. „Frauen in Deutschland haben altersmäßig nur eine begrenzte Zeitspanne zum Heiraten.“ Irgendwann zwischen sechsundzwanzig und fünfunddreißig. Bill blätterte die Tageszeitung durch und hörte Julia gespannt zu. Er und Julia wurden sich einig, dass, wenn eine depressive Frau schon mal glücklich verheiratet war, sie immer wieder heiraten kann, wenn beim erfolgreichen Mann das Geld stimmt. Denn Geld macht glücklich. Sagt man. Die berechnenden Frauen wissen eben, wie man dieses Arrangement trifft. „Aber dann plötzlich, wenn die Frauen mit dem Mumienduft siebenunddreißig werden oder achtunddreißig, und sie sagen dem ausgelieferten Mann, dass sie ihn liebt und ohne ihn nicht mehr leben kann, dann ist da all dieses Drumherum“, sagte Bill. „Ballast.“ Sie sind schon zu lange da draußen. Ihre unvergessliche Vergangenheit arbeitet gegen sie. Und wenn sie dann noch irgendetwas anderes hervorkramen, etwa uneheliche Kinder oder einen Entzug wie Tabletten oder Selbstmordversuche. Dann habe ich ein echtes Problem.

„Es gibt schon eine lange Liste prüder, langweiliger Spaßbremsen als Junggesellen in Deutschland“, meinte Bill. „Die sind wirklich tödlich.“

Dabei fällt Julia ein Witz ein, den sie Bill erzählte: „Geht ein Pferd in die Nacktbar und bestellt sich einen Eimer klares Wasser.“ Da fragt ihn der Barkeeper: „Was machst du denn so ein langes Gesicht?“

Beide lachten laut.

Julia zündete sich eine Zigarette an und nahm sich eine Flasche Mineralwasser aus dem Schrank.

„Möchtest du auch etwas?“, fragte Julia.

„Ja.“, sagte Bill.

Bill nahm einen Schluck aus dem Glas, zündete sich eine Zigarette an und erzählte Julia eine Geschichte: „Als ich in der Sauna war, saß da eine Frau und schaute mich mit anmachenden Blicken an, reckte ihre schwitzenden Brüste zu mir und kam mir immer näher.“ Sie wollte mir ihre Säfte aufzwingen. Oder? Sie ist sechsunddreißig und hat die lästige und nervige Angewohnheit, anderer Meinung zu sein als Männer. Alle Typen, die nur mit ihr reden wollen, wollen nur mit ihr schlafen, und es wirft ihnen ständig vor, sie seien zu oberflächlich.

Julia schreit auf und ist nur am Lachen. Sie macht sich über diese Frau lustig und sagt: „Die Frau ist bestimmt ne' alte, muffige, verstaubte Jungfer aus Hannover.“ Solche Weiber habe ich auch schon kennengelernt. „Diese Frauen wären froh, wenn ein Mann sie ins Bett schleifen würde.“

Julia hatte keine Lust, ins Restaurant zu gehen. So entschlossen Sie sich, zu Hause zu bleiben und es sich gemütlich zu machen. Denn Julia hatte ja auch schon Etwas Leckeres gekocht. Es gab Hähnchenschenkel mit Salat.

Am Abend musste Bill noch einmal ins Büro. Mit der Gemütlichkeit war es dann auch vorbei. Julia war sehr verärgert und meinte, dass Bill sein Büro heiraten sollte.

Auf dem Apparat blinkten drei rote Lichter. Während er ins Telefon sprach, erscheint Nicki, die Bill leise, hitzige Bemerkungen zuwarf.

Bill legte den Hörer wieder auf und lächelte Nicki zu.

„Was machen Sie denn noch hier?“, fragte Bill.

Nicki sagte nichts, sie lächelte nur.

Bill knallte die herausstehende Schublade zu und wechselte zum nächsten Schrank hinüber, wo sie sich bückte und die unterste Schublade aufzog. Bill schnippte mit den Fingern und deutete auf die Wanduhr. Es war zwanzig Uhr.

„Morgen sind Sie den ganzen Tag da?“, fragte Nicki.

Ja. „Ich habe nichts Anderes vor“, erwiderte Bill.

„Großartig.“ „Kommen Sie morgen früh um acht!“, sagte Nicki.

Bill sah auf die Uhr. Er lächelte mit seinem schönsten und aufrichtigsten Lächeln ihr zu. Es war Zeit, Schluss zu machen und das Büro zu verlassen. Bill trug ein blaues T-Shirt und einen maßgeschneiderten dunkelblauen Anzug vom Designer aus Japan, der ihn überaus intelligent und lässig erschienen ließ.

Nicki hatte einen knöchellangen, schlanken, weißen Rock und eine weiße Bluse. Wie immer war sie braun gebrannt, wie aus dem Sonnenstudio. Ihre Zähne funkelten wie Diamanten. Ein sechzehnjähriges Model.

„Nur eine Frage, Bill.“, sagte sie. „Wie ich gehört habe, sind Sie sehr beschäftigt.“

„Ja, so ist es, Nicki.“

„Aber, würde ein Schwerbehinderter mit einem Buchstaben im Pass und gut aussehender Mann mit mir noch einen Drink irgendwo in einer Nachtbar nehmen?“

Bill lächelte und runzelte gleichzeitig die Stirn.

„Schade, Nicki, ich kann heute Ihre Einladung leider nicht annehmen.“ Es wartet schon jemand zu Hause auf mich und ich habe versprochen, mich nicht zu verspäten.

Nicki machte ein nachdenkliches Gesicht und war nicht sehr erfreut über Bills Ablehnung, doch fragte sie sich leise, ob Bill eine feste Freundin hat oder nicht, und wenn, wie sie aussieht. Denn sie lässt sich nicht gerne einen Korb von den Männern geben.

„Würde es ihnen Morgen passen?“, fragte Bill.

„Natürlich.“, antwortete Nicki. „Ich freue mich schon.“

„Gut.“ „Sagen wir um sieben?“

„Ich werde da sein.“

Hin und wieder schnippte Bill mit den Fingern und deutete hierhin und dorthin, wie wenn er eine Melodie zum Erklingen bringen wollte.

Nicki funkelte Bill an.

Bill ging zur Tür und rieb sich die Schläfen und murmelte ein paar zusammenhanglose Worte.

Nicki folgte ihm auf den dunklen Flur. Bill drückte auf den Lichtknopf, der rot beleuchtet war, das helle Deckenlicht an.

„Dann kommen sie gut nach Hause, Nicki.“, sagte Bill. „Und wir sehen uns Morgen früh in aller Frische wieder.“ Nicki lächelte Bill herzlich zu und freute sich schon auf Morgen.

Bill kam nach Hause und schaltete im Wohnzimmer das Licht an. Julia lag schon mit der weichen grünen Decke umschlungen, im warmen Bett und war noch nicht ganz eingeschlafen. Bill zog sich leise aus, so dass er Julia aufweckte, und legte sich zu Julia ins Bett. Julia kuschelte sich ganz nah an Bill.

Julia gab Bill einen nassen Kuss auf seinen Mund.

„Wenn du deinen Traumprinzen findest, kannst du natürlich heiraten.“ Meint Bill. Das Problem in Deutschland ist, dass die Männer sich in immer kleinere Gruppen aufspalten. Du hast es mit einer Menge Machos zu tun, die höchst langweilig sind und besitzergreifend sind. Du gehörst dir nicht mehr, wenn du einen dieser Männer findest. Und dann sind da die Softies. „Sieh dich an!“, fuhr Bill fort. „Die Typen, mit denen du zusammen warst, waren alle in Ordnung, aber du hast trotzdem immer über sie gelästert.“

Das stimmt. „Meine Männer sind alle wundervoll gewesen, jeder auf seine Art“, sagte Julia. „Aber meine Freundinnen entdeckten an jedem irgendwelche Fehler und warfen mir schonungslos vor, dass ich mich mit den von ihnen diagnostizierten, meiner Meinung nach jedoch entschuldbaren Macken abfand.“ „Mittlerweile war ich allein, und alle meine Freundinnen waren zufrieden.“

Zwei Tage später traf Bill Nicki auf einer Party. Sie stehen am Fenster und unterhalten sich über Beziehungen zwischen Mann und Frau.

„Letztendlich dreht sich alles um Kinder.“, sagte Nicki, „Wenn du heiratest, dann um Kinder zu kriegen, und der Mann will keine Frau, die älter ist als fünfunddreißig, weil er sonst die Kinder gleich zeugen muss, und dann geht es um nichts anderes mehr.“ „Und dann ist der Mann, also der Zeuger, nur noch Ballast.“

Bill nippte an sein Glas Cola mit viel Eis. Nicki sieht Bill frech grinsend ins Gesicht und meint noch: „Es ist alles zum Wohl des Kindes, Bill.“ Nicki zündete sich eine Zigarette an, eigentlich wollte sie ja aufhören zu rauchen. Doch warum, denkt sie: Ein Leben ohne genussvolle Sünden ist langweilig. „Dennoch erinnern die Frauen sich immer an ihren Zeuger, wenn es um den Unterhalt geht“, sagte Bill, „manchmal wissen die Weiber noch nicht einmal, von welchem Mann, mit dem sie geschlafen haben, das Kind ist.“ Alex belauschte neugierig das Gespräch von Bill und Nicki. Er mischte sich in ihr Gespräch, gab ihnen Recht und sagte zu Bill: „Du kannst dir nicht vorstellen, wie stark die Anziehungskraft einer Frau im gebärfähigen Alter ist.“ Für eine Frau, die älter ist, sagen wir vierzig, wird es schwieriger, weil man diese starke anfängliche Anziehung eben nicht spürt. „Man muss sich sehr oft mit ihr treffen, bis man mit ihr schlafen will, und dann geht es um etwas anderes.“ Alex nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarre und qualmte den ganzen Raum voll. Und das genoss er wie eine leidenschaftliche Romanze bei Nacht.

Bill lächelte zu Nicki, die mithörte, und beide dachten, dass Alex da irgendetwas falsch verstanden hat, wovon sie gesprochen hatten.

„Etwa um Reizwäsche?“, fragte Nicki. „Ich denke, das Thema unverheiratete Frauen ist das denkbar größte Problem in Deutschland.“ „Nun erzähl uns nicht, dass diese Frauen leiden!“, sagte Alex.

Bill lächelte und meinte: „Es wäre alles kein Problem für diese prüden, langweiligen und emanzipierten Frauen, wenn sie sich nicht dem Mann verweigern.“ Warum, denkst du, gehen denn so viele Männer zu den Prostituierten? Alex erzählte eine dramatische Geschichte von einer guten zweiundvierzigjährigen Freundin. Sie war immer mit extrem sexy jungen Typen ausgegangen und hatte sich einfach amüsiert – also, sie hat gelebt. Sie ging von einem Zwanzigjährigen aus und wurde von den neidischen Nachbarn gnadenlos verhöhnt. Dann hielt sie sich wieder an einen sexy Typen ihres Alters, der verließ sie.

Bill verabschiedete sich von den Leuten auf der Party und fuhr mit dem Wagen nach Hause, denn er hatte keinen Alkohol getrunken.

Er ging ins Schlafzimmer, wo er sich auszog und sich auf das Bett legte. Julia streckte ihre langen, glattrasierten Beine aus und rieb Bill die Schultern.

Plötzlich erwachte sie und sprang aus dem Bett, denn sie hatte schlecht geträumt. Bill drehte sich nur zur anderen Seite, wurde aber nicht wach. Sie lief splitternackt in die Küche, ging an den Kühlschrank und holte

sich das Nugat-Nuss-Eis heraus. Nahm sich einen Esslöffel und grub damit genussvoll und noch etwas verwirrt vom Traum wie in einem Eisberg in dem Eisbecher herum. Aber jetzt, da ihr plötzlich kalt wurde, holte sie sich einen Bademantel aus dem Badezimmer. Den sie sich auch gleich umlegte. Sie zitterte schon am ganzen Körper, besonders das Klappern ihrer Zähne war zu hören.

In dieser Woche hatte sie jeden Abend ein neues Gericht zubereitet. Welche Frau macht das schon für ihren Mann? Manchmal muss er noch kochen, wenn er ausgelutscht nach Hause gekommen ist.

Sie hatten genussvoll gegessen, wann immer Bill nach Hause gekommen war. Aus keinem ersichtlichen Grund mochte Bill Hammelfleisch. Julia klopfte die dicken und fleischigen Koteletts mit einem kleinen Hammer aus der Werkzeugkiste, bis sie dünn genug waren. Dann panierte sie diese mit Salz und Pfeffer, gewürztem Mehl.

Sie machte den Salat mit einer gewürzten Marinade an.

Julia bereitete das Essen zu und sie würden es verzehren, wenn Bill nach Hause kam.

Die Koteletts wurden gut im heißen Öl gebraten, bis das Fleisch gar war und dann herausgenommen wurde. Sie gab in der großen Bratpfanne mit frischem, gewürztem Bratöl, gewürzten Soßenbinder nach Zigeunerart dazu und ließ die Sauce eine Minute mit ständigem Rühren aufkochen.

Es ist sieben Uhr dreißig geworden und Julia war mit dem Essen fertig. Bill ist noch nicht nach Hause gekommen. Sie goss einen Schoppen Wein in ihr Glas, ging in das Wohnzimmer und ließ sich, nachdem sie das Weinglas auf dem Couchtisch abgestellt hatte, lässig auf das Sofa fallen.

Julia schloss die müden Augen und atmete tief durch. Eine Weile blieb sie still liegen, aber dann sprang sie ruckartig auf und setzte sich hin. Nahm eine Zigarette aus der Schachtel, zündete sie an, atmete den Rauch tief ein und nippte an den Schoppen Wein.

Julia stand auf und näherte sich langsam dem Fernseher und stellte ihn an. Aktuelle Nachrichten wurden gerade gesendet. Fast fünf Millionen Arbeitslose in Deutschland wurden gemeldet und irgend so ein Prominenter hat sich seine Nase schiefannähen lassen.

Und bei den Frauen wachsen ständig die kleinen Brüste, mit Silikon aus der Tube. Wie täuschend echt, dachte sich Julia.

Julia schaut zur Uhr.

Es ist fast halb neun.

Sie nippte vom Wein und setzte sich wieder gerade hin.

Der Fernsehsender zeigte Werbung wie Kaffeewerbung, mit Tipps, wie sich das arme Kind seinen Taschengeldbeutel füllen kann, und die neuesten Slipeinlagen auch in der Farbe „Schwarz“, damit man die roten Flecke nicht so sieht. Und dann die „Onkel B“-Zahnbürste. Dieser Mann wird auch nicht älter, solange Jahre er schon diese Zahnbürstenwerbung macht, dachte sich Julia und wird sich im Supermarkt das nächste Mal so eine biegsame Zahnbürste kaufen. Julia nahm einen Zug von der Zigarette und drückte sie im roten Kristallaschenbecher aus.

Julia nahm sich eine Modezeitschrift, blätterte sie langsam durch und schaute sich die neusten Trends an. „Mehr Haut als Stoff“, dachte sich Julia und fand es dennoch sexy.

Von der Satanssekte hatte sie lange nichts mehr gehört. Es war eine erotische Erfahrung für Julia, aber sie hatte sich nach dieser Sekte nicht mehr gesehnt, seitdem sie das letzte Mal dort war. Obwohl einige Aussteiger ihr erzählten, dass diese Satanssekten nachts das Telefon klingeln lassen, und eine geisterhafte Stimme sie mit Morddrohungen bedrohte. Stecken blutige, abgetrennte Katzenpfoten in den Briefkasten und haben Autos total zerkratzt und die Reifen zerstochen.

Es war ein schrecklicher Alptraum für sie.

Es ist unglaublich, hatte sich Julia gedacht, aber nein, die wollten sie wohl nicht.

Julia ging ans Fenster. Sie sah auf die hell erleuchtete Straße, wo die Leuchtreklame ihr Bestes gab.

Plötzlich hörte sie das Telefon und setzte sich in Bewegung. Das Läuten hörte auf, als sie den Hörer abnahm. Es waren zehn Uhr, sie rief im Büro an. Aber niemand meldete sich.

Vielleicht war Bill gerade auf der Heimfahrt.

Sie ging ins Schlafzimmer und legte sich ins Bett. Schlafen konnte sie nicht, denn sie musste andauernd an Bill denken.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht kam Bill leise durch die Wohnungstür.

Leise schlich sich Julia an die Schlafzimmertür.

„Warum hast du nicht angerufen?“, fragte Julia kalt, aber mit einem Grad von Besorgnis.

„Tut mir leid, mein Schatz, wird nicht wieder vorkommen.“

Er rieb sich anstrengend die Augen und versuchte Julia, einen Kuss auf ihre Lippen zu geben.

Sie zog den Kopf bei Seite und sagte: „Du hättest anrufen können.“

Ich habe angerufen. „Aber es ist niemand an den Scheißapparat gegangen.“

„Wann?“

Bill antwortete nicht.

Julia wartete auf eine Antwort.

„Ich hatte damit gerechnet, dass du früh nach Hause kommst, Bill“, sagte Julia. „Du hättest zumindest anrufen sollen.“ „Das Essen steht immer noch auf dem Herd.“

„Es tut mir leid“, sagte Bill.

Julia sagte einen Moment nichts und dachte über die flüchtige Entschuldigung nach.

„Wird das zur Gewohnheit werden, mein lieber Billi?“, fragte sie.

Bill schwieg.

Julia sah Bill in seinen müden Augen. „Ich gehe wieder schlafen.“, sagte Julia.

Bill ging in die Küche an den Herd und nahm sich ein kaltes Kotelett aus der Pfanne. Es schmeckte ihm, denn sein Hunger war so groß, wie ein Bär ihn nur haben könnte. Bill ging an den Kühlschrank und holte sich eine Flasche Bier heraus, öffnete sie und trank einen Schluck.

Bill machte das Licht in der Küche aus und ging zu Julia ins Bett, die Bill bemerkte und sich an ihn ganz nah kuschelte.

Bill saß im Restaurant Fit For Fan. Dies war ein brandneuer Laden mit leckeren, vitamingeladenen Kreationen. Beim Kellner bestellte er sich ein Bier und zum Essen ein NY-Steak vom argentinischen Rind. Bill fühlte sich gut.

Er ist vor zehn Jahren in den Westen Deutschlands gezogen. Bill war ein Ossi, wo die Mauern besser halten und die Menschen meistens etwas schneller schalten als im Tal der Lügner und Ahnungslosen, also im Westen.

Er dachte über das nach, was er den Untergang der harmonischen Gesellschaft nannte.

Wie schon die kompetenten Manager aus der westlichen Wirtschaft ankündigten, wird es sich so in der Zukunft entwickeln, dass, wenn ein Wessi studiert, er karrieregeil ist. Doch wenn ein Ossi studiert, wird er gefährlich. Denn jeder weiß, dass die Menschen immer ihr Bestes gaben und dass die Ossis den Golf erfunden haben.

Bill hatte auch die unglaublichen Erfahrungen mit den „möchte gern Frauen im Westen“ gemacht, wie, wenn ein junger Mann zwischen zwanzig und Anfang dreißig ist, die Frauen in den Beziehungen dominieren. Sie stellen dem Traumprinzen die größten Anforderungen, denen sie selber nicht einmal nachkommen können, denn sie liegen nur auf dem Bauch. Wäre Bill ein begehrter Mann Ende dreißig, hätte er das Gefühl, von den Frauen verschlungen zu werden. Sie werden es nicht glauben, aber plötzlich hätte Bill alle Macht. Und das kann über Nacht geschehen. Wie neulich, Bill wurde auf eine Cocktailparty von seinen Mitarbeitern eingeladen, und als er durch die Tür kam, waren da sieben allein stehende Frauen zwischen Mitte und Ende Dreißig, allesamt blond, im kleinen schwarzen Trägerkleid. Eine geistreicher als die andere. Bill wusste, dass er jetzt absolut nichts Falsches sagen darf. Bei den Frauen ist es Verzweiflung, gepaart mit dem Erreichen ihres sexuellen Zenits. Eine äußerst brisante Mischung, dachte sich Bill. Bill sieht diesen Ausdruck in ihren Augen, absoluter Besitzanspruch plus gesunder Respekt für sein Geld. Doch Bill hatte das Gefühl, dass sie seine Daten abcheckten. Das Schlimmste für Bill ist, dass die meisten dieser Frauen wirklich interessant sind, weil sie nicht einfach losgezogen sind und geheiratet haben. „Wie soll man da Leidenschaft entwickeln?“, fragte sich Bill verwirrt, wenn er diesen schmachtenden Ausdruck in ihren falschen Augen sah. Ja, ja. So ist es mit den Frauen. Es gibt nicht eine eitle, angriffslustige, arrogante, schwierige, neunmalkluge, einsame und verzweifelte Frau in Deutschland, die nicht sechshundertsechsundsechzig wunderbare, liebevolle Männer abgewiesen hat, weil sie entweder zu dick waren oder nicht mächtig genug, nicht reich genug oder gleichgültig genug waren.  Aber diese wirklichen sexy Männer, wozu sich auch Bill zählte, nach denen die Frauen gieren, interessieren sich für Mädchen Mitte zwanzig. Da stellte sich Bill doch die Frage: „Warum heiraten diese emanzipierten Traumfrauen oder Alpträume, keinen dicken, hässlichen Mann, der dann froh ist, eine blöde, hässliche, arrogante Frau gefunden zu haben, und bei ihnen bleibt?“ 

 

 

Kapitel 7

Julia wartete noch auf Bill, als sie aus offenem Fenster sah und die grelle Sonne zwischen den grünen Bäumen stand. Sie trank ein Mineralwasser, ging sich mit der Hand durchs nasse Haar und lauschte dem Gezwitscher der Vögel.

Sie hatte kaum geschlafen.

Ein heißes Bad hatte die Müdigkeit kaum vertreiben können.

Ihr Haar war straff zurückgekämmt.

An der Wohnungstür klapperte es. Julia hörte, wie Bill die Wohnungstür aufschloss.

Er warf sein kariertes Sakko auf den Sessel neben dem Sofa und kam auf Sie zu.

„Hallo, mein Schatz“, sagte er. Dann setzte er sich auf das Sofa, nahm sich die Tageszeitung und blätterte sie durch.

Julia bedachte Bill mit einem müden Lächeln, ging zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Sie lächelte wieder und zündete sich eine Zigarette an.

Bill holte tief Luft und ließ den Blick über die Todesanzeigen schweifen.

„Bist du immer noch sauer wegen der letzten Tage?“ 

„Warum soll ich?“ „Ich schmolle mal ganz gerne, mein Schatz.“, sagte sie.

Julia ging ins Schlafzimmer, zog sich Splitternackt aus, zog sich den Bademantel über und kam nach einer laaangen Weile wieder ins Wohnzimmer. Bill las immer noch in der Zeitung und rauchte seine Zigarette.

Jetzt brachte Julia ein echtes und leidenschaftliches Lächeln zu Stande.

„Bill, mein Schatz, du siehst grauenhaft aus“, sagte sie.

„Was ist unter dem Bademantel?“, fragte Bill mit einem spöttischen Lächeln.

„Nichts.“, sagte sie charmant. „Lass sehen!“, sagte er. „Warum legst du dich nicht ein Weilchen hin und entspannst dich?“ Bill schoss das Blut in die Lenden, als er ihren zarten Duft roch. Aber sie ließ ihn einfach nicht ran. Bill zog sie auf das Sofa und zog ihr den Bademantel vom Körper. Schnurrend wie eine Katze ließ sie es sich gefallen, dass Bill ihre harten Knospen mit der kalten Zunge verwöhnte. Und sie hielt auch noch still, als Bill mit dem Finger langsam mit Gefühl in sie tauchte. Aber dann beugte sie sich plötzlich vor. Packte seine Handgelenke, drückte sie nach hinten und ihn tief in die weichen Kissen. Ohne Bill loszulassen, glitt Julia auf ihn und nahm von ihm Besitz. Sie riss ihm seine Kleidung, gierig und mit großem Verlangen nach ihm, vom Leib. Bill wollte sofort loslegen, doch das ließ sie nicht zu. Sie entzog sich Bill so weit, dass er schon dachte, er würde sie verlieren. Doch sie hielt im letzten Moment inne und sah Bill unter halb geschlossenen Lidern an. Plötzlich begann Julia seine äußerste Spitze mit ihren Liebeslippen zu liebkosen. Alles in ihm begann zu rasen. Er bäumte sich auf und wollte sich aus ihren Händen befreien, um endlich selbst die Initiative zu ergreifen. Aber Julia lachte nur laut. Während Julia seine Arme weiter festhielt, strich sie mit ihren spitzen Knospen über seine beharrte Brust, massierte Bill mit ihren Liebesmuskeln und ließ ihr Becken über ihn rotieren. Was bleibt Bill anders übrig, als einfach zu genießen? Für Bill war es ein scharfes Gefühl, immer kurz vor der Explosion zu stehen und doch nicht zu dürfen, dass er alle Engel singen hörte.

Als Julia schließlich auf ihn hemmungslos zu zucken und zu stöhnen begann, ging es bei beiden ab wie ein kleiner Tod.

Wie ein Vulkan, der überhaupt nicht mehr aufhörte zu spucken. „Versuchst du, mich schon umzubringen?“, fragte er erschöpft. „Ja.“, sagte sie mit einem leidenschaftlichen Lächeln. „Lass uns duschen.“ Als sie geduscht hatten, tranken sie Kaffee und Julia streichelte Bill zwischen den Beinen. Julia war wunderschön. Mit müden Augen und nassem Haar war sie noch wunderschöner.

Und wer kann das schon von seiner Frau sagen?

Bill stand auf, trat hinter sie und küsste sie auf den Nacken.

„Ich liebe dich“, flüsterte er in ihr Ohr.

Bill setzte sich und bewunderte sie im grellen Sonnenlicht.

„Was gibt es?“, fragte er dann, ohne sie nur anzusehen.

Er schaute auf die Uhr und sagte: „Ich dachte, wir ziehen uns an und gehen etwas essen.“

Julia lächelte entschlossen und ging ins Schlafzimmer, um sich schnell ein T-Shirt und eine Jeanshose anzuziehen. Er schaute ihr nach und ging ins Schlafzimmer, um sich ebenfalls etwas überzuziehen.

Schließlich sagte er: „Du riechst gut.“ Donnerstagnacht. In dieser Donnerstagnacht ist draußen auf dem Bürgersteig die Hölle los. In Designerklamotten bekleidete Menschen drängeln und versuchen, die laute Aufmerksamkeit eines großen, fies aussehenden Typen zu erhaschen, der halb Mensch, halb Tier sein könnte. Das Dance-House selbst ist gerammelt voll. Alle tanzen, alle sind schlank und schön. Bill spricht mit einem Mädchen mit aufgesetztem europäischem Akzent aus der Türkei. Dann mit einem Mädchen aus der Herbertstraße, die gerade von einem Besuch bei den Eltern und ihrer Tochter zurückgekehrt ist. Julia trug Schlaghosen und Schuhe mit Plateausohlen von Vivienne W. Bill trug einen dunkelblauen Anzug von V und darunter ein schwarzes T-Shirt vom anderen Designer.  Ein Typ gab Julia ein Kompliment und meinte, dass sie ein Model wäre, so wie sie gekleidet ist. Julia bedankte sich für das Kompliment. „Selbst wenn sie dumm sind, können Models ganz schön berechnend sein“, sagte der Typ zu Bill, „du kannst sie in drei Sorten einteilen.“ Der Typ zeigte seinen nackten Daumen, „Erstens, die Mädchen, die neu in der Stadt sind.“ Sie sind normalerweise ziemlich jung. Aber „Achtung!“, sie sind erst sechzehn, siebzehn. Sie gehen oft aus und sie arbeiten noch nicht so viel. „Sie wollen was unternehmen, sie müssen Leute kennenlernen, besonders Fotografen.“ Dazu zeigte er jetzt den krummen Zeigefinger: „Zwischen, die Mädchen, die viel arbeiten.“ Sie sind etwas älter, einundzwanzig und aufwärts. Schon fünf Jahre im Geschäft. Sie gehen niemals aus, sie reisen viel, du siehst sie fast nie. Und drittens, die Supermodells. Sie suchen einen Powertypen, der etwas für sie tun kann. Sie sind alle hinter Geld her, vielleicht weil ihre Karrieren so unsicher sind. Einen Kerl mit weniger als zwanzig oder dreißig Millionen gucken die gar nicht erst an.

Außerdem haben Sie den Superweib-Komplex. Sie wollen sich nur mit Frauen abgeben, die Topmodells sind. „Alle anderen ignorieren Sie einfach oder verhalten sich wie die Stuten.“ Bill überlegte sich dauernd, warum eigentlich dieser Typ ihm gerade den Kopf vollsülzen muss. Denn das interessierte ihn überhaupt nicht.

Julia und Bill gingen ins Lokal und ihr Ziel war, an die Bar zu gehen, um sich einen Drink beim Barkeeper zu bestellen. Bill war froh gewesen, diesen lästigen Typen am Eingang losgeworden zu sein. Er holte sich eine Cola und für Julia ein Gin-Tonic. Sie setzten sich an die Bar auf einen Barhocker, auf dem Bill beinahe abgerutscht wäre. Julia musste lautlos lachten.

Bill nahm einen Schluck Cola und kratzte sich am Kopf. Ein anderer Typ von der Bar gähnte und stellte sein Glas ab.

Dann nahm Bill Julia an die Hand und sie gingen auf die Tanzfläche, um ein paar Tanzschritte auszuprobieren. Julia konnte es kaum glauben, denn Bill war so ein Tanzmuffel, dass Julia ihn dazu kaum bewegen konnte.

Eine schlanke Frau im roten, knielangen Trägerkleid um die Vierzig kam ins Lokal.

Wie gewöhnlich blickten sie alle auf, um zu sehen, wer dabei war.

Eine andere Frau auf der Tanzfläche schrie bei der lauten Musik Julia ins Ohr: „Die Tussi hat immer mindestens vier Männer im Schlepptau, und unser Spiel war, ihren Lover zu identifizieren.“ Allerdings war es kein sehr schwieriges Spiel, weil der lächelnde Knabe nur allzu leicht zu erkennen war. Er war ausnahmslos der Jüngste und gut aussehend. Ja, er saß auch immer mit gelangweiltem, langen Gesichtsausdruck da. Ab und zu dämmerte ihm es, dass niemand am Tisch mit ihm reden wollte. Warum auch, wenn er den Eindruck gibt, dass er nur ne' langweilige Schlaftablette ist? 

Julia platzte bald im Ohr das Trommelfell, so schrie die Frau in ihr Ohr. Julia kam auch nicht einmal zu Wort, doch sie nickte nur, was heißen sollte: »Ja, ich habe dich verstanden.« Doch die Musik war spitze, gerade richtig für Julias Geschmack. Es war echte Partystimmung.

Alle bewunderten Bill, wie er außergewöhnlich mit Julia getanzt hatte.

Am nächsten Morgen. Bill schlief etwas länger und Julia drehte sich auch noch einmal um. Er fuhr erst um zehn ins Büro.

Er musste sich rasieren, trug einen Anzug, dennoch ohne Krawatte. Das hasste er in diesem Geschäft, immer nur mit Krawatte zu erscheinen.

Nicki kam ihm im Parkhaus entgegen, in ausgewaschenen Jeans, eng wie eine Wurstpelle. Aber es gefiel ihm.

Um zehn Uhr Dreißig hatte er einen Termin mit Klaus Schöbel. Sämtliche Mitarbeiter waren da, ebenso die meisten Geschäftsführer im Außendienst und einige der Sekretärinnen. Das Unternehmen konnte sich solche gut aussehenden und kompetenten Sekretärinnen leisten. Einige der modebewussten Mitarbeiter trugen ihren besten Fummel, den sie in den Modeboutiquen bekommen konnten.

„Kommst du in Jeans, wirst du wie eine Jeans behandelt.“ „Kommst du im Anzug, wirst du wie ein Anzug behandelt“, meinte der Geschäftsführer zu Bill, der ganz erschrocken war, als sich der Herr Schmidt plötzlich neben ihn stellte. Zu diesen Worten konnte Bill nur ein künstliches Lächeln aufsetzen. Und bejahte ihn damit.

Um sechzehn Uhr war die Sitzung beendet und Bill ging in sein Büro. Nicki kam herein und legte sich demonstrativ auf Bills Schreibtisch. Bill holte sich einen Kaffee.

„Arbeiten sie Morgen?“, fragte Nicki.

„Das hatte ich eigentlich nicht vor. „Julia besteht darauf, dass ich Morgen zu Hause bleibe.“

Nicki schüttelte den Kopf und sagte: „Beziehungen können ganz schön nerven, nicht wahr?“

Bill erwiderte auf diese Frage nichts, er schaute sie lächelnd an.

Er schwelgte in dem Gedanken an Nicki, die so sexy und ungebunden war.

Bill sagte „Tschüss“ und fuhr nach Hause.

„Ich glaube, ich verwandle mich in einen Mann.“, sagte Julia. Sie zündete ihre zwanzigste Zigarette des langweiligen Tages an. „Erinnerst du dich, als wir das erste Mal zusammen schliefen?“, fragte sie. Bill nickte. Ich war erleichtert gewesen, als ich das tat, weil ich davor monatelang keinen Sex gehabt hatte. „Na ja, danach habe ich nichts mehr gefühlt“, sagte Julia. Sie lehnten sich gemütlich auf dem Sofa zurück und nippten an ihren heißen Tee. „Ich glaube, meint Julia, „es liegt an den Hormonen.“ Eigentlich wollte ich wissen, ob es realistisch sei, dass Frauen, die Sex wie Männer haben, in Ordnung seien.

„Du musst schon ein richtiges geiles Biest sein, diese Seite von dir kenne ich ja noch gar nicht“, sagte Bill. Das Thema verwirrte Bill ein wenig.

„Für lieb und nett ist es zu spät, mein Schatz“, meinte Julia. „Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als ein eiskaltes, sexuelles Biest zu werden“, sagte Bill. Julia lacht, kam vom Sofa runter und ging zum Sessel und setzte sich auf die Lehne. „Aber da ist noch etwas, das du vergessen hast“, sagte Julia. „Was?" „Sich Verlieben.“ „Bist du in mich etwa verliebt?“ Wenn ja, dann träume weiter, mein Schatz! Wir genießen unsere Zeit, wir haben Spaß und machen alles das, was wir wollen. Es gibt nie eine Garantie in einer Beziehung. „Ich liebe dich für jeden Moment, den wir erleben, wo wir zusammen lachen und so.“ Julia lehnte sich in ihrem Sessel zurück. Sie trug blaue Jeans und ein altes schwarzes Y-S-L-Jackett, das sie in Bills Kleiderschrank gefunden hatte. Sie saß wie ein Mann, mit gespreizten Beinen.

Ich werde es tun. „Ja, ich werde ein richtiges Biest, mein Schatz.“ sagte Julia.

Sie sahen sich an und lachten.

„Was ist los?“, wollte Julia wissen.

Bill sagte mit einem Lächeln: „Aber das bist du doch schon, meine Biest.“ „Die Bestie und der Schöne.“

Es regnete stark auf den Straßen von Hamburg. Bill lief mit dem Regenschirm in den Supermarkt, um Zigaretten zu holen. Eigentlich wollten beide eine Radtour an der Alster machen.

Julia las einen erotischen Roman. Es ging um eine deprimierte Frau, die auf der Suche nach Geld, heißem Sex und totaler Kontrolle über jeden Mann besitzen will, den sie trifft, ausnutzt und missbraucht, und dabei niemals Reue empfindet. Sie reißt einen süßen Mann in der Bar auf.

Und draußen auf dem Parkplatz lässt sie sich von ihm vögeln, während sie sich in die Baumwurzeln krallt. An einem Freitagabend gingen Bill und Julia zu einer Cocktailparty bei guten Freunden. Es war eine dieser Partys, wo sich alle umeinander drängeln und die schwulen Jungs so amüsant sind.

Geschickter Weise ging zur Halbzeit der Party der Champagner aus. Die durstigen Leute klopften laut an die Küchentür und bettelten bei den Tratschweibern um ein Glas Schampus an.

Ein dicker, großer Mann mit einer Zigarre im Mund kam vorbei und sagte: „Oh Oh Oooooh.“ Er sah aus wie Bad S. aus dem Fernsehen, sagte ein Typ aus der Menge.

Julia wuschelte sich im langen Haar herum, während die Weicheier von Männern sie angucken und lachen. Bill beugte sich vor und zog sein Schuhband fester. Julia kniff ihn dabei in den knackigen Hintern.

Auf der stimmungsvollen Party saß ein Pärchen von den schwulen Männern, worüber sich Bill sehr amüsierte, im Wohnzimmer auf der lauwarmen Heizung. Bill drehte die Zigarette zwischen den vorgestülpten Lippen und nahm sie aus dem Mund. Er sah zur Seite, um die Asche im Aschenbecher abzuklopfen. Dann sah er sie wieder an.

Ein anderer Typ, der Fotograf war, unterhielt sich mit Andrea, die mit Ihrem Freund Fritz auch eingeladen war.

„Ich bin kein romantischer Fotograf. Ich hasse das Wort Erotik. „Mode, ja, das ist Sex.“, sagte der Fotograf.

Andrea lächelte ihn mit einem charmanten Lächeln und glänzenden Augen an.

„Wer mich nackt fotografieren will“, sagte Andrea, „muss viel Geld haben und sich beeilen.“ „Denn ich bin schließlich nicht mehr die Jüngste!“

Ungefähr um die Zeit, als die Gläser Champagner ausgetrunken waren, während Julia die Männer studierte und zuhörte, wie zwei Typen die Nuancen und die feinen Unterschiede der Frauen miteinander verglichen, und ungefähr um die Zeit, als Bill und Julia das Gefühl hatten, dass sie lieber zu Hause mit einer Pizza vor dem Fernseher säßen, klingelten fünf weitere Gäste mit einer Flasche Champagner in der Hand, an der Wohnungstür.

Auch Leane und Peter sind zur Party gekommen. Peter saß mit einem warmen Bier in der Ecke in einem braunen Ledersessel und beobachtete die neunmalklugen Leute. Leane unterhielt sich gerade mit einer anderen schrillen Frau über das Thema „Was ist leidenschaftlicher Sex für die Frau von heute?“.

„Ich habe mich beim Sex schon fesseln lassen“, sagte Leane.

Die schrille Frau, Bärbel mit einer großen Tigertätowierung am Arm, lächelte, aber glaubte Leane kein Wort.

Leane fügte hinzu: „Ja, Bärbel.“ „Jede Frau sollte mal ihre Grenzen checken.“ Leane, meine liebste Sexposition ist es, oben zu sitzen. „Aber wenn mein Freund und ich uns gestritten haben, sitze ich allerdings mit dem Rücken zu ihm.“ Leane sah Bärbel zu, wie sie sich bald vor Lachen übergeben musste. „Tja, Strafe muss sein“, sagte Leane.

Eine andere Frau meinte zu den Beiden: „Ich liebe wilden, wahnsinnigen Sex und viel davon.“

Es schien so, dass Leane und Bärbel sich die Aufmerksamkeit der anderen Frauen herangezogen haben, denn Andrea stellte sich dazu und meinte: „Wenn man eine feuchte Vagina hat und eine eigene Meinung, ist man vielen unheimlich.“

Die Frauen waren still und sagten nichts.

Eine Frau, betrunken, wurde im Schlafzimmer in einem Schrank eingeschlossen.

Doch keiner bemerkte sie, wie sie dauernd an die Schranktür klopfte.

Die neuen, lauten Gäste wurden herzlich von allen mit einem Küsschen begrüßt.

Sie kamen von einer Disco und hatten sich schon leicht locker getrunken.

Die betrunkene, singende und lallende Frau wurde aus dem Schrank herausgelassen, und alle lachten und amüsierten sich über sie. Dennoch wunderten sie sich, wie diese Frau in den Schrank hineinkam. Weil keiner sie dorthin eingesperrt hatte.

Bill sah auf die Uhr. Es ist schon zwei Uhr morgens.

Julia und Bill verabschiedeten sich und fuhren mit der U-Bahn nach Hause. Auf dem Weg dorthin trafen sie noch einige Penner, die sie um eine Mark für Bier und andere Drogen anbettelten.

In den nächsten Tagen lief Bill Nicki nicht über den Weg. Sie hatte sich ein paar Tage frei genommen, weil sie zu Ihren Eltern nach Dresden fahren wollte.

Bill traf einen Mitarbeiter, den er länger nicht gesehen hatte, und er sagte: „Was ist los mit dir?“ „Du siehst total beschissen aus.“ „Tatsächlich?“, fragte Bill.

„Du siehst aus, wie schon mal ausgekotzt.“ Hast du ne anstrengende Nacht gehabt?

Dann ging Bill zu Britta, eine Aushilfe für Nicki, jemand, den er nie zuvor getroffen hatte. Bill begrüßte sie, setzte sich dann neben sie und sagte: „Sie sind nicht so cool, wie sie denken, dass sie sind.“

„Bitte?“, fragte Britta verärgert.

„Sie laufen durch die Gegend, als ob sie weiß Gott, wie toll sie im Bett diese Nacht waren.“

„Ach ja?“, fragte sie, „Hm, vielleicht war ich das ja.“

Bill gab ihr Feuer und erwiderte: „Wenn ich eine unmoralische Affäre mit ihnen haben wollte, müsste das über eine lange Zeit gehen.“ »Ich würde nicht nur eine leidenschaftliche Nacht wollen.«

„Tja Baby“, sagte sie, „da haben sie sich die Falsche ausgesucht.“

Britta beugte sich neben Bill, um ein Blatt Papier aufzunehmen. Dabei berührten sich ihre Körper.

„Also.“ „Was haben sie so gemacht die letzte Zeit?“, fragte Bill interessiert.

„Abgesehen davon, dass ich jede Nacht aus war“, sagte Britta und überlegte, was er eigentlich von ihr hören wollte.

Und? „Was arbeiten Sie?“, fragte Bill nach.

„Dies ist zur Zeit meine Arbeit.“ „Ich nehme Zeitjobs entgegen und verdiene so meinen Unterhalt.“

Bill musterte Britta eingehend.

„Oh, ich verstehe.“, meinte Bill. „Sie stehen in keinem festen Arbeitsverhältnis mit dem „Multi-Cash“-Unternehmen.“

„Ja“, sagte Britta. Und Sie schon? 

Aber natürlich. »Irgendwie muss ich ja meine Miete bezahlen können.«

Nach Feierabend fuhren sie in Brittas Wohnung, um diese Bill zu zeigen.

Britta brachte zwei Bier aus der Küche und gab Bill eine Flasche. Bill

nahm sich den Flaschenöffner vom Couchtisch und entfernte die Deckel von den Flaschen.

Bill lachte und amüsierte sich. Und dann sagte er: „Ich muss gehen.“

„Es ist einundzwanzig Uhr“, sagte er.

Sie ging zu ihm, legte ihre Arme um seinen Nacken und küsste seine Lippen, die nach Bier schmeckten.

„Ich lass dich jetzt nicht nach Hause fahren.“, sagte sie.

Während er sich im Wohnzimmer umsah, ging sie ins Badezimmer. Dennoch hatte Bill beschlossen, nach Hause zu fahren. Also ging er leise zur Wohnungstür und verschwendete, wie ein begeisterter Gewinner.

 

 

Kapitel 8

Wenn Sie Glück oder Pech haben, je nachdem, wie Sie es betrachten, stoßen Sie in Deutschland auf einen bestimmten Menschen.

Wie ein schwarzer, exotischer Zugvogel ist Bill Fink ständig unterwegs.

Und das nicht auf die alltägliche und verplante Weise.

Bill fährt von einem Kundentermin zum nächsten in seinem Geschäftsgebiet.

Und wenn Bill die schwierigen, angriffslustigen und neunmalklugen Kunden satt hat, wenn ihm die Zunge vom Reden raushängt, dann macht Bill auf jeden Fall weiter.

An einem regnerischen Nachmittag fuhr er zu einer Kundin, die ihre alten Verträge neu umstellen lassen wollte. Frau Beatrice Konrad. Sie kam aus der ehemaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik). Sie trug eine weiße Bluse vom Designer, eine maßgeschneiderte Lederhose von Designerin C. und eine Sonnenbrille von Designer A. Sie sah aus wie eine Frau, die sich so mancher Mann wünschen würde. Natürlich, die anspruchsvollen Knaben, die auf diesen Typ Frau abfahren würden. Das Einzige, was fehlte, war eine Lebensversicherung, aber dieses Problem löste sich rasch, indem Frau Konrad einen reichfachlichen, kompetenten und gut aussehenden Geschäftsmann bat, ihr mit der Absicherung zu helfen. Bill konnte nicht widerstehen, ein gutes Geschäft abzuschließen. Und er bot sich, die junge Frau Beatrice Konrad zum Abendessen einzuladen. „Liebend gern, Herr Fink.“, sagte sie in dieser weichen, leisen Stimme mit leichtem Dialekt, die auf Sachsen und Leipzig hindeutete. Bill nickte, was bedeuten sollte, „gut“.

Er notierte ihre Telefonnummer und versprach später noch einmal anzurufen.

Am nächsten Tag telefonierte Julia mit einem alten Freund, Metthew. Seine Eltern sind aus Amerika zu Besuch angekommen, erzählte er.

„Ich gehe mit ihnen essen“, sagte Metthew.

„Männer?“, meinte Julia, „Sind schon komisch.“

Dann wusste Julia nicht mehr, was sie zu Metthew sagen wollte, und legte auf.

Bill saß im Wagen, kämpfte sich durch den dichten Verkehr und dachte an Frau Konrad: „Beatrice ist so schön.“ Sie ist lustig und sehr provokant, einfach unglaublich. Bill trifft eine von diesen Frauen. Sie trägt ein durchsichtiges weißes Kleid, und es machte ihn verrückt. Ihre Anziehungskraft auf ihn wird immer größer. Ihre sexuelle Macht ist eine erstaunliche, außergewöhnliche Kraft, die sein Leben verändern kann.

An einem Abend, an dem Julia sich mit ihren Freundinnen zum Weiberabend verabredet hatte, saß Bill an der Bar im Schlösschen und wartete auf Beatrice Konrad.

Es war märchenhaft. Der große Gastraum hatte einen tiefblauen Sternenhimmel, beleuchtet von einem gedimmten Kronleuchter, und die Fenster dekoriert mit purpurnen Samtvorhängen.

Wie immer war Beatrice eine halbe Stunde zu spät. Was Bill sich schon gedacht hatte, weil er schon bei jeder Frau warten musste und noch keine Frau pünktlich zu einer Verabredung kam.

Zwei Männer und eine Frau, die ebenfalls an der Bar saßen, sprachen über Sex. Ein Gesellschaftsthema?

„Ich glaube, Männer stehen nicht auf Frauen, die in der ersten Nacht mit Ihnen ins Bett gehen“, sagte die Frau. Und lächelte die beiden Männer mit einem Augenzwinkern an. Sie trug ein langes marineblaues Trägerkleid, am Rücken tief keilförmig ausgeschnitten bis zum Hintern von Jil.

„Man muss mindestens Sekunden, Minuten oder sogar Stunden abwarten“, meinte die Frau, „Wenn eine Frau will, dass der Mann sie ernst nimmt.“

„Das hängt ganz von der Frau ab.“, meinte der eine Typ.

Er war Ende dreißig, sah wie ein Deutscher aus, und er war auch ein Deutscher. Sprach mit Berliner Dialekt, eben ein „Berliner“.

„Das verstehe ich nicht“, sagte die Frau ahnungslos.

Der andere Typ nahm einen Zug von seiner Zigarette und nippte an seinem Drink.

Er sah aus, als ob ihn Designer J. P. G. eingekleidet hatte.

Er sah die Frau skeptisch an.

„Ihr Frauen aus dem Westdeutschland, die ihr immer einen Mann an Land ziehen wollt, der euch zum Lachen bringen soll.“ Ihr seid diejenigen, die einen Mann nur betrunken anbaggern wollen. Weil ihr nichts in der Bluse habt, denkt ihr, ihr wärt die „Prinzessin auf der Erbse“ und macht ein auf „Unschuldige Diva“. „Aber es gibt einen gewissen Typ Frau, sehr schön und aus einer bestimmten Gesellschaft, die tun kann, was immer ihr gefällt“, sagte er.

Genau in diesem Moment spaziert Beatrice herein. Es gab ein wenig Aufregung an der Tür. Sie, braun gesonnt vom Sonnenstudio, trug ein tweedähnliches weißes Jil Kostüm und darunter ein eng anliegendes weißes Top aus Kaschmir.

„Ist es heiß hier drinnen?“, sagte Beatrice und fächelte mit ihren Händen Luft zu.

Sie zog das Jackett aus.

Allen neugierigen Gästen klappte der lose Unterkiefer herunter.

So nebenbei muss ich mal erwähnen, dass die alten Damen am Tisch sehr empört waren, über Beatrice aufzutreten. Ob es Neid war? Der hatte diese einsamen, prüden und langweiligen Damen schon lange keinen echten wilden Sex mehr mit ihrem alten, einsamen Daddy gehabt? Oder waren sie angriffslustig?

„Shugger!“, flötete Beatrice, als sie Bill entdeckte.

„Ihr Tisch ist fertig.“, verkündete der Kellner.

„Ich habe dir ja so viel zu erzählen.“, sagte Beatrice.

In diesem Moment kam ein alter Freund von ihr an unserem Tisch vorbei.

„Beatrice“, sagte er, streckte seine Hand aus und gab ihr ein Küsschen auf die Wange.

„Ah, Robby.“ „Was machst du so?“, fragte sie, und dann nuschelten sie leise irgendwas, das Bill nicht verstand. Und dann sagte Robby: „Ich bin für eine Woche in Hamburg.“ »Wir sollten uns treffen.«

„Natürlich, mein Traum, die schlaflosen Nächte“, sagte Beatrice und sah zu ihm auf. Sie hatte diese Art, beim Lächeln ihre Augen schmal werden zu lassen, so dass es im Prinzip „Hau ab, du störst!“ bedeutet.

„Robby.“ Ein kleiner Möchtegern-Yuppie wohnt bei seinen Eltern in Frankfurt. Und die haben eine große Seifenfabrik, wo er sich ab und zu sehen lässt. „Aber bei den Partys und Geschäftsessen ist er immer dabei.“

Bill nickte und war still.

„Seine Frau war schwanger, und er war so süß, dass ich mit ihm gefickt habe.“ Sie hat es gemerkt und ließ sich scheiden. „Er war ein lausiger Liebhaber und ein verzweifelter und leidender Ehemann dazu.“

Es klingelte ein Handy am Tisch. Es war das von Beatrice.

Paul sagte seine Verabredung mit Beatrice am Wochenende ab. Er muss nach Miami fliegen.

Plötzlich gab es erneut Aufregung an der Tür. Bill sah auf, duckte dann aber schnell seinen Kopf und tat so, als würde er sich vorbeugen und eine Serviette aufnehmen.

„Warum siehst du weg?“, fragte sie.

„Aber da ist Julia“, antwortete Bill.

Beatrice Augen verengten sich zu Schlitzen.

Julia war an diesem Abend eine Schönheit und wirkte auf Männern unwiderstehlich, war aber ziemlich durchgeknallt, als sie mit ihren anderen Freundinnen hereinkam.

Julia ließ ihren stechenden Blick durch das Restaurant schweifen. Ihre Augen waren rund und riesig, die Iris von so hellem Blau, dass sie fast weiß aussahen.

„Hat sie wieder ihre farbigen Kontaktlinsen drin?“ „Oh“, fragte sich Bill leise.

Sie blieben an dem Tisch, wo Beatrice und Bill saßen, hängen. Kam auf sie zu.

„Was machst du denn hier?“, fragte sie scheinbar erfreut.

„Ich bin gerade erst angekommen“, sagte Bill. „Aus dem Büro.“

„Verdammt“, dachte sich Bill, „Was nun?“

Es gab eine peinliche Stille. Bill sah direkt zu Beatrice hinüber, die sich am liebsten eine Serviette über das Gesicht geworfen hätte. Bitte, bitte, dachte sie flehend. Bitte frage nicht nach meinem Namen.

„Na ja, vielleicht sehen wir uns noch“, sagte Julia.

„Ja, warum nicht?“, meinte Bill. „So groß ist das Restaurant ja nicht.“

Julia verschwand zumindest vorübergehend. „Wovon lebt sie?“, fragte Beatrice. Bill hob die rechte Augenbraue. Er schwieg einen Augenblick. „Wir bewohnen ein Apartment zusammen und haben so etwas wie eine Beziehung.“ Sie jobbt mal da, mal da. Ihre Eltern schicken ihr ab und zu einen Scheck. Da sie einfach keinen Job bekommt, mit einem Hauptschulabschluss. Zuletzt war sie in der Schneidestube im Akkord, bei einer Bekleidungsfirma. Die Firma hat dann die Arbeiter gekündigt und die sind nach Polen und in die Türkei gegangen, wegen der hohen Kosten in Deutschland. „So ist es, wenn es einem Unternehmen schlecht geht, werden die Entlassungen für die Arbeiter geschrieben.“

Beatrice hatte mit dem Rauchen aufgehört, aber jetzt nahm sie eine von Bills Zigaretten und wartete darauf, dass er ihr Feuer gab.

Sie hob die Augenbrauen und knautschte die Zigarette in den leeren Aschenbecher.

„Warum rauche ich?“, fragte sie laut, „Das ist so schlecht für die Haut.“

Dann fing Beatrice Bill an, ihre halbe Lebensgeschichte zu erzählen: Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mit meiner Tochter schwanger war. Ich war krank. Total pleite. Ich wohnte mit einer Studentin zusammen in einer lausigen Wohnung, weil das verdammt noch mal alles war, was ich mir leisten konnte. Ich war allein. Abgesehen von ein paar Freundinnen. In diesem Moment erschien Julia wieder am Tisch. „Macht es euch was aus?“, fragte sie.

Sie setzte sich und sah nicht Bill an.

„He, ich möchte mit dir über Bill reden.“, sagte Beatrice zu Julia. „Er hat mir erzählt, dass er mit dir zusammenlebt.“

„Ach, tatsächlich?“, fragte Julia. „Na ja, weißt du, Bill und ich, wir haben eine lockere und selbst verwirklichende Beziehung.“

„Ach, was du nicht sagst!“ „Und ich dachte, er wäre ein guter Fick, der außerdem sich um dich kümmert“, meinte Beatrice.

„Himmeldonnerwetter!“, schrie Julia. Lehnte sich bedenklich weit auf ihrem Stuhl zurück und lachte hysterisch.

Sie wirkte erstaunlich sexy.

Der Stuhl kippte zu Boden. Julia krachte auf den Fußboden.

Und das, das war Bill ganz schön peinlich.

Denn er wäre am liebsten aus dem Lokal gelaufen, mit einer Decke über den Kopf, damit ihn keiner erkennt. Das kann ich Ihnen sagen.

Alle erschrockenen Gäste, natürlich die anderen auch, sahen zu ihnen rüber. Beatrice lachte und bekam fast einen Schluckauf.

„Wie kommt es, dass wir nicht enger befreundet sind?“, fragte Beatrice.

„Tja, Beatrice, wir lernen uns doch erst gerade kennen.“, antwortete Julia und lächelte jetzt nur noch.

Julia hatte nur drei Viertel von ihrem Mix Bix getrunken, aber irgendetwas schien in ihr vorzugehen. Als ob sie im großen Riesenrad sitzen würde. Das sich auch noch drehen würde, und das zur siebenten Runde.

„O yeah.“, sagte sie. Ich liebe dieses geile Gefühl. Gib es mir, Bill! »Nimm mich und tanze mit mir!«

Julia fing an, mit ihrem Becken auf dem Stuhl hin- und herzuschaukeln.

Sie hob ihren rechten Arm halb in die Luft und schloss die Augen.

Sie beendete das Ganze mit einem Quietschen und öffnete die Augen. Sie starrte geradewegs auf Bill, als sähe sie ihn plötzlich zum ersten Mal.

„Wie heißt du, Schätzchen?“, fragte sie.

„Bill.“ sagte er.

Beatrice konnte nicht anders. Sie lachte nur.

Bill sah Beatrice entrüstet an.

„Also, das ist gar nicht lustig, weißt du?“, sagte Bill.

So einen Abend, wie gestern will Bill so schnell wie möglich vergessen, das können Sie mir glauben. Nie mehr so eine Blamage mit Julia. Er bestellte ein Taxi, damit er seinen Wagen dort stehen lassen konnte. Gut, der Abend mit Beatrice ging voll daneben. Dank Julia und ihren Weibern, die den Einfall hatten, noch ins Lokal zu gehen, denn sie hatten schon ein paar Drinks zu Hause in sich geschüttet. So ist es mit den Frauen, wenn sie einen Weiberabend angesetzt haben.

Frauen sagen nicht immer das, was sie auch meinen, zu ihren Männern. Besonders nicht, wenn sie mit einem verheiratet oder in einer gestressten Beziehung ist. Oder wenn er erst gar keine Zeit für sie hat.

Am nächsten Tag wieder im Büro.

Bill hatte einen Kopf, als ob drin eine Bombe tickte. Er nahm erst einmal zwei Aspirin.

Nicki war zu seinem Glück auch wieder da und hatte viel Spaß in Leipzig.

„Julia ist ein Biest.“, sagte Bill. „Je mehr sie getrunken hatte, desto biestiger wurde sie.“

„Ich glaube, sie hat ein bisschen unmoralisch wildes Blut in den Adern“, erwiderte Nicki.

„Und Ihr verrückter Mann ist in Ordnung“, sagte Bill.

„Bist du betrunken?“, fragte Nicki.

„Fast. Und bereit zu wildem, leidenschaftlichem Sex“, sagte Bill. „Zieh dich aus“, verlangte Bill.

„Das habe ich schon eine ganze Weile nicht mehr getan“, sagte Nicki. „Und wessen Schuld ist das?“, fragte sie.

Nicki wurde still und stand ganz nackt vor Bill im Büro.

„Du bist wunderschön.“, sagte Bill.

Er lächelte Nicki an. Und sie räumten beim Liebesakt den Schreibtisch ab. Sie stöhnte laut bei den Geräuschen ihres leidenschaftlichen körperlichen Begehrens. Er schloss die Augen und ließ seinen tiefen Gefühlen freien Lauf.

„Nah.“ „Küssen die Männer aus dem Osten wirklich besser?“, fragte Bill.

„Das muss ich noch prüfen, und prüfen, und prüfen.“, flüsterte Nicki ihm leise ins Ohr.

„Wollen wir heute Abend Essen gehen?“, fragte Bill.

Es tut mir leid. „Ich esse schon mit einem Mann zu Abend“, sagte Nicki.

„Bedeutet er dir etwas?“, fragte Bill.

Es ist nicht wichtig. Weil es letztendlich immer passiert. „Das Unvermeidliche“, sagte Nicki.

„Ja?“, fragte Bill und beugte sich vor.

Er legte seine Hand auf Nickis nackte Schenkel.

„Hast du jemals?“, fragte Bill.

„Was?“, fragte Nicki.

„Hast du jemals Lust gehabt?“, fragte Bill zögernd.

„Ja?“, fragte Nicki neugierig nach.

„Hast du jemals Lust gehabt, mit mir zu schlafen?“ „Oh“, fragte Bill triumphierend.

Nicki lächelte immer noch. Ich wollte dich schon seit dem ersten Tag bumsen, als wir uns sahen. „Mir hat der Fick gefallen.“, sagte Nicki. „Und außerdem hat es dir auch gefallen.“

Zwei Wochen später war Bills Probezeit vorbei, ohne dass es irgendwelche Komplikationen gegeben hätte. Beim allmonatlichen Treffen der Versicherungsangestellten verkündete Klaus Schöbel stolz, dass Bill Finks Arbeit für einen neuen Mitarbeiter bemerkenswert war.

Dennoch äußerte Reiner Schmidt Bedenken wegen der Vertragsabschlüsse, die in den letzten Wochen und Monaten getätigt wurden. Allen war klar, dass sie sich noch mehr anstrengen mussten, um Hausbesuche zu machen.

Ralf Schulz powerte alle Mitarbeiter an und sagte, sie werden es alle schaffen.

Doch Bill wurde skeptisch.

Denn hier wurden die Mitarbeiter von der Geschäftsführung manipuliert. Keine Termine. Keine Notfälle. Keine Abschlüsse. So ging es fast jedem Mitarbeiter im Außendienst. Natürlich war am Samstag der bisher schönste Tag des Monats, dreiundzwanzig Grad. Die Probleme fingen im Auto schon. Wie üblich war Bill erst um vier Uhr morgens ins Bett gekommen, hatte einen fürchterlichen Kater und ständig Angst, er müsse sich übergeben. Julia geriet in einem Streit mit dem Wagen vor ihnen, deren Kind andauernd aus dem Fenster glotzte und ihr die Zunge herausstreckte.

Dann verriet Julia, dass Andrea seit drei Monaten schon, bei den Anonymen Alkoholiker war.

Bill und Julia beschlossen augenblicklich, bei der nächsten Abbiegung um zudrehen und nach Haus zurückzufahren. Und dann sagte Julia, dass Bill vielleicht ebenfalls den Anonymen Alkoholikern beitreten solle.

„Sehe doch!“ Gras. Bäume. „Genieße den Duft vom frisch gemähten Gras“, sagte Julia, deren Stimmung sich auf mysteriöse Weise gebessert hatte.

Bill hielt plötzlich vor einem alten Fachwerkhaus an, wo Leane und Peter wohnten.

Der Rasen war sehr grün.

Um jeden der vereinzelten Bäume im Garten waren Stiefmütterchen gepflanzt.

„Oh, was für ein süßes Hündchen!“, rief Julia, als ein Yorks-Terrier bellend über den Rasen lief.

Bill zündete sich eine Zigarette an.

Einen Augenblick lang standen sie in der Auffahrt und starrten auf den Hund, der inzwischen gebändigt, aber mit mutig wedelndem Schwanz mitten auf dem gelben Rasen, der von der Mittagssonne verbrannt war, saß.

„Können wir jetzt wieder nach Hause fahren, bitte?“, fragte Julia.

Im Haus saßen ein halbes Dutzend Leute im Wohnzimmer und balancierten Kaffeetassen auf den Knien.

Kalte Platten standen auf dem Tisch: Salate, Gurkensandwichs und was sonst noch so alles gab, bei der Hitze.

Am äußersten Tischrand stand, ungeöffnet und unberührt, eine Flasche Bier, die ganz beschlagen war.

Man hat sich einander vorgestellt.

„Das ist ja eine Überraschung.“ „Ich freue mich sehr, dass ihr auch einmal vorbeikommt“, sagte Leane in einem ganz besonders gehässigen Tonfall, wie ihn Frauen nur untereinander fertig bringen.

„Tja.“ „Überraschung“, schrie Julia.

„Ist das ein kaltes, alkoholfreies Bier?“, erkundigte sich Bill.

Peter sagte nichts und Bill stand nun da, wie ein Überläufer.

„Ich habe einen fürchterlichen Kater“, meinte Bill, „wenn ich ein Bier bekomme…“

Plötzlich nahm Bill Julia an die Hand und stieg in den Wagen, ohne sich von den arroganten Leuten zu verabschieden, wo man nicht einmal ein kaltes Bier bekommen kann und wo keiner einen zur Kenntnis nimmt.

Bill war wütend und sie fuhren nach Hause.

Beide schwiegen den ganzen Weg.

Am sonnigen Montag kam Bill als Letzte. Er sprach mit niemandem, und niemand schaute auf dem Flur in seine Richtung. Die Stimmung war düster. Kein Lächeln.

Was ist los? Was soll er machen?

Er sprach leise zu den Kollegen, und Bills voller Bariton verströmte Optimismus. Anfangs flüsterte er fast, um seine Kollegen bei dieser Zombie-Stimmung nicht zu stören. Aber die positive Kraft seiner Stimme bewirkte, dass jeder Laut und jede Silbe im ganzen Raum deutlich zu verstehen waren.

Er schaute auf die beiden neuen Kolleginnen.

Bill ging zu Ihnen hin.

Er sprach flüssig, ohne darüber nachzudenken, was er im nächsten Satz sagen sollte.

Die Frauen wussten auch nicht, warum, und fanden es merkwürdig, dass eine miese Stimmung im Haus verbreitet wurde.

Sie lachten und amüsierten sich über dies und das.

Plötzlich fühlte sich eine Person aus dem konservativen Kreis der prüden, langweiligen Spaßbremsen angesprochen. Auch wenn Bill und die Frauen dazu keinen Grund veranlasst haben.

„Wie meinen Sie das?“, fragte Frau Radtskowski.

Sie bildete sich immer ein, darunter zu leiden, dass sie eine Frau mit Moral ist. Hielt alle Männer für Sexisten, die sie einmal angeschaut haben, und war überzeugt, dass es ihre Mission wäre, der Diskriminierung ein Ende zu bereiten.

Ein unausstehliches Weib, und die Schönste ist die auch nicht, dachten sich die neuen Mitarbeiterinnen. Eher eine alte Fregatte aus der Steinzeit.

Die Drei antworteten nicht, es wurde still.

Bill deutete mit einem Kopfnicken auf einen großen, älteren Mann.

„Und wer war das?“, fragte eine von den Frauen.

„Peter Schmidt. Er ist der leitende Geschäftsführer von „Multi-Cash“. „Und ich bin Bill Fink, Geschäftsführer im Außendienst“, sagte Bill.

„Ich bin Ilona Blüthmann.“

„Ja, dann muss ich auch auten.“ „Ich bin die Lisa Berendt.“

„Machen Sie Witze?“, fragte Bill.

„Nein.“ Es ist mein voller Ernst. „Es ist viele Jahre her, da hat mir meine Mutter den Namen gegeben“, sagte Frau Berendt und lächelte ihn spaßig an.

„Das ist okay.“ Denn ich hatte das gleiche Schicksal vor vielen ungewöhnlichen Jahren, meinte Bill.

Ilona Blüthmann war sprachlos.

„Sie sind doch nicht abergläubisch, oder?“, fragte Bill mit einem Grinsen.

„Nein, natürlich nicht“, antworteten beide im Chor.

„So, die Damen.“ Ich muss Sie jetzt leider verlassen. „Aber ich glaube, wir sehen uns bald wieder.“ sagte Bill. Er fuhr mit dem Wagen in den Außendienst, um einige Verträge in den privaten Haushalten abzuschließen. Er war gespannt, ob auch alle Kunden zu Hause sind, wie am Telefon besprochen. Frau Blüthmann erhob sich und gähnte. „Kann mir jemand sagen, wo die Toiletten sind?“, fragte Frau Berendt einen Mitarbeiter, der mit gesenktem Kopf an ihnen vorbei rannte. Die beiden Frauen gingen nicht auf die Toilette. Stattdessen schlichen sie sich auf Zehenspitzen die Treppe hinauf, die mit einem orientalischen Läufer belegt war. Ilona Blüthgen war vierunddreißig und noch nicht einmal in die Nähe eines aufregenden Lebens gekommen. Und es war sehr wahrscheinlich, dass das so blieb. Es war auch die Art von Leben, von dem sie gedacht hatte, dass sie es haben könnte – einfach, weil sie es wollte. Aber die Männer, die sie dazu aussuchte, wollten dieses Leben nicht. Beide gingen in die Damentoilette. Schwarzer Marmor vom Fußboden bis zur Decke. Dann schrie Lisa beinahe auf. Ilona stand Shirley M. mäßig nackt, bis auf ein hauchdünnes Negligee, das vorne offen war und riesige Brüste und einen gigantischen Bauch enthüllte. Sie starrte stolz Lisa an, die Hand knapp über dem Bauchnabel, der rausstand wie ein Ventil. Lisa und Ilona drückten die Toilettenspülung und stürzten atemlos kichernd die Treppe hinunter. Lisa setzte sich neben Ilona auf einem schwarzen Ledersessel im Flur, wo sie auf ein Zeichen der Personalberaterin wartete. „Was ist mit dir?“, fragte Lisa. „Nichts“, sagte Ilona.

 

 

Kapitel 9

Morgens von sieben bis acht war die Etage des „Multi-Cash“-Unternehmens leer und still.

Bill kam gegen sieben Uhr dreißig, weil er noch ein paar Verträge für den Außendienst vorbereiten musste.

Ab acht Uhr zehn begannen die Mitarbeiter endlich zu erscheinen.

Nicki saß schon im Empfang, sie kam pünktlich um acht Uhr.

Um neun herrschte reger Betrieb und Chaos wie gewöhnlich.

Das Konzentrieren wurde für Bill unmöglich und schwierig. Störungen waren an der Tagesordnung. Unterbrochen läutete das Telefon von Versicherungsnehmern, die eine Auskunft haben wollten.

Im Laufe des Vormittags waren alle Mitarbeiter entweder anwesend oder hatten einen Grund für ihre Abwesenheit, wie Frühstücken.

Bill schätzte diese Ruhe der frühen Morgenstunden.

Nachdem er zwei Kaffeebecher getrunken hatte, ging er über den leeren Flur und inspizierte die Etage.

Aber Bill vergeudete nur wenig Zeit und fuhr mit dem Wagen in den Außendienst.

„Dieses Familienfoto! Ich kann es immer nicht glauben“, sagte Andrea.

Julia und Andrea machten einen Stadtbummel.

„Falls ich jemals schwanger werde“, verkündete Julia, „bleibe ich neun Monate im Haus.“ »Ich will niemanden sehen.«

„Ich denke, ich könnte mich daran gewöhnen“, meinte Andrea trübsinnig und starrte in die Schaufenster der Boutiquen.

„Auf dem Foto.“ Ihr Leben scheint so einfach. „Da kann man ja richtig eifersüchtig werden!“, sagte Julia.

Was machen die den ganzen Tag? „Das möchte ich mal wissen.“, sagte Andrea.

„Sie haben nicht mal richtigen Sex, seitdem sie verheiratet sind.“, sagte Julia.

Sie dachte an ihren Bill, was er ihr mal erzählt hatte, wenn man verheiratet ist. Im Moment lief ja alles toll, aber nach einer Heirat, wenn es überhaupt so weit kommen würde. Was wäre dann?

Ich brauche einen Kaffee. „Kommst du mit?“, fragte Andrea.

Nach drei Cognac im Kaffee rief Julia Bill über das Handy an.

Doch das Handy war abgestellt und eine andere Stimme meldete sich, dass man zur Zeit nicht erreichbar sei.

Es war grässlich für Julia. Andrea kicherte nur. Sie hatte nur über Babys geredet. Julia rauchte eine Zigarette.

„Du wirst dich daran gewöhnen.“, sagte Andrea.

„Träume weiter“, sagte Julia.

Andrea verschwand in der Menge und ließ Julia im Café zurück.

Andrea hatte dunkles, gewelltes Haar und trug gelbe Leggins mit schwarzen Stiefeln, so dass sie ziemlich auffiel.

Zwei getakelte Frauen gingen an ihr vorbei, und Andrea, die vielleicht ein wenig paranoid ist, schwor, dass sie eine von ihnen sagen hörte: „Das ist die Frau.“ »Sie ist ein echtes Miststück.«

Andrea sagte also laut, aber so, dass man sie auch hören konnte: „Das stimmt, ich bin ein echtes Miststück, Schätzchen, aber ich danke Gott, dass ich nicht bin wie du.“

Ein Mann kam zu Julia. Teurer Maßanzug.

Julia ließ sich vom Kellner ein Schokoladeneis bringen, und der Mann sagte: „Schon der Gedanke, dass mich am Ende eines Tages eine schöne Frau erwartet, versüßt mir diesen Tag.“

Julia tat so, als ob sie ihn nicht bemerkte, aber sie wollte ihn auch nicht abblitzen lassen, weil sie es leid war, allein an diesem Tisch zu sitzen, und außerdem hatte sie ein wenig Gesellschaft. Es war eine originelle Anmache, die Julia noch nicht erlebt hatte.

„Ich heiße Nico.“ sagte er. „Ich besitze eine Galerie in Hamburg.“

Sie seufzte und sagte: „Natürlich tun Sie das.“

„Vielleicht haben Sie davon schon gehört.“

„Hören Sie, Nico?“, sagte sie.

„Ja“, fragte er eifrig.

„Können sie ihr Arschloch mit dem Penis erreichen?“, sagte und lachte laut los.

Nico lächelte und war zuerst geschockt.

„Oh, eine Anmache!“, sagte Nico.

Julia fragte sich, ob er wirklich so blöd war oder ob er nur blöd wirkte.

Er griff nach ihrer Hand und fing an, ihr den Gang mitzuziehen, und sie ging mit, weil sie dachte, dass ein Typ, der nach einer Beleidigung so cool reagierte, eigentlich nicht allzu schlecht sein konnte. Sie landeten auf der Herrentoilette des Cafés.

Sie küssten sich schließlich.

Keine von den Gästen ging rein oder raus.

Aus irgendeinem Grund marschierten sie in die Toilettenkabine. Saubere schwarzweiße Wandfliesen, die Decke, blau wie der Himmel über Eden.

Julia sah an die Wand und langweilte sich.

Dann drehte sie sich um und Nico stand genau vor ihr. Dann wurde leidenschaftlich gefummelt und heftig, nass geknutscht. Die Hosen wurden gierig abgestreift und heftig auf dem Toilettenbecken gebumst.

Wie ein Erdbeben waren sie in Ekstase, so dass sich die ganze Kabine mit bewegte.

Und danach sagte er: „Hey, Kleines.“ „Wir werden uns nie wiedersehen!“, als er ihr ein letztes Mal seine Zunge in den Mund steckte.

Gegen Nachmittag rief Julia Fritz bei Andrea an, ob sie Andrea gesehen hätte.

„Wenn sie tot wäre, dann wüsste ich davon.“, sagte Fritz.

Am Samstagmorgen mied Bill sein Büro und verbrachte den Vormittag, mit Julia im Bett zu bleiben.

Am Nachmittag mussten die ersten Besucher natürlich Julias Eltern sein.

Julia hatte gestern Abend noch geputzt und poliert. Sie versprach Bill, ihre Eltern würden nicht lange bleiben, nicht länger als ein paar Stunden.

Bill hatte seinen Wagen am Freitagabend noch in die Waschanlage gefahren und er sah aus, als käme der Wagen gerade vom Fließband aus dem Autowerk.

Am späten Nachmittag kamen sie an.

Bill lächelte und begrüßte sie. Er spürte, dass sie nach Irgendetwas suchten, woran sie etwas auszusetzen hatten.

Julia zeigte ihnen jedes Möbelstück und jeden Quadratmeter in der Wohnung. Sie redeten endlos über Dinge, die andere hatten oder nicht hatten. Sie waren schon Rentner und hatten sonst wenig miteinander zu reden.

Sie war eine fade Frau, die sprang, wenn er bellte.

„Hübsche Eigentumswohnung, die ihr da habt, Bill.“, sagte Frau Klose in einem Versuch, das Eis zu ihrem Mann zu brechen.

Sie hatten sie am Couchtisch niedergelassen und begannen, Kuchenteller herumzureichen.

„Alles ist so gemütlich und modern“, schwärmte ihre Mutter in Bills Richtung.

„Wir sind sehr stolz darauf, Mutter.“, sagte Julia.

Die Männer aßen schweigend, während die Frauen sich endlos darüber aufließen, was die Nachbarn getan hatten.

Die Spannung zwischen Bill und ihrem Vater hätte man mit dem Schneidbrenner schneiden können.

„In dem Alter sind Kinder besonders reizend, wie bei uns im Haus die Nachbarn haben.“ „Du wirst dir wünschen, bald eigene Kinder zu haben“, sagte Julias Mutter erwartend.

Bill war bereits zu dem Schluss gekommen, auch wenn er es nicht wahr haben wollte: Wenn es irgendetwas gab, was diese unverbesserlichen Leute veranlassen würden, regelmäßig nach Hamburg zu kommen, dann waren es Enkelkinder. Außerdem war er zum Schluss gekommen, dass Familienplanung noch kein Thema für sie ist.

„Vielleicht in ein paar Jahren, Mutter“, sagte Julia.

Vielleicht dann, wenn sie beide den Löffel abgegeben haben, dachte Bill.

„Du möchtest doch mit Julia fünf Kinder, Bill, oder?“, fragte Julias Mutter.

„Ja, ja, vielleicht in ein paar Jahren.“

Der alte Herr Klose schob seine leere Tasse weg und zündete sich eine billige Zigarre an.

Julia kaute nervös auf ihrem Blätterteiggebäck herum.

„Seit wir hier eingezogen sind, hat Bill nichts getan außer Arbeiten.“ „Ich habe in dieser Zeit nicht viel von ihm zu sehen bekommen“, sagte Julia zu ihrer Mutter.

Bill lächelte Julia an.

Ja. Bill beschloss, nett zu sein, wie er versprochen hatte.

Aber es war schwierig.

Doch folgte ein ungemütliches Schweigen.

Das Gespräch war an einem toten Punkt angelangt.

Qualm uns ruhig weiter unsere neue Wohnung voll, alter Knabe, dachte Bill.

Rauch ruhig weiter.

Julia ging daran, den Couchtisch abzuräumen.

„Was habt Ihr für die Wohnung bezahlt?“, fragte der Vater.

„Zu viel“, sagte Bill.

Julia brachte ein genervtes Lächeln zu Stande.

Bill blieb den Rest des Tages stumm und versuchte, nett zu sein.

Julia, eine erwachsene, schlanke Frau, die immer noch das Naivchen spielen wollte.

Gibt es etwas weniger Attraktives auf dieser Welt? Frag ich sie.

Wohl kaum.

„Aber was soll ich nur tun?“, fragte sie sich immer wieder.

Sie ist Mitte dreißig, sie ist nicht verheiratet.

Doch sie wäre gern mit Bill zusammen, ihr ganzes Leben lang.

Bill fühlt sich aber, wie sie weiß, zu jungen, knackigen und lustigen Frauen hingezogen.

Also läuft Julia mit einem sechsundzwanzigjährigen und muskulösen Mann im Fitnesscenter auf dem Laufband nebenher. Anstatt mit ihm in irgendeiner ungestörten Ecke zu bumsen.

Er will es.

Aber Julia hat Angst, dass er ihren trainierten Körper zu alt findet, wegen ihres Alters.

Julia holte alle ihre Urlaubsbilder mit Bill hervor, wo sie glücklich aussahen. Sie dachte darüber nach, wie es war, mit ihm zu schlafen, wie sie immer an seinen Rücken gekuschelt einschlief.

Am nächsten Morgen kam Nicki ins Büro gestürmt mit einer großen Liste von Kundenanschriften, die seine Dienstleitung in Anspruch nehmen würden.

„Ich habe Arbeit für dich“, sagte sie.

„Was sind das für Anschriften?“, wollte Bill wissen, während er einen Schluck Kaffee nahm.

„Frag nicht!“, erwiderte Nicki, „Du siehst müde aus.“ Hast du ein aufregendes Wochenende gehabt? 

„Sehr witzig.“

Julia lächelte und streichelte ihm mitleidig die Wange.

„Julias Eltern waren zu Besuch“, sagte Bill. „Und habe ich alles gesagt damit?“

Jaja. „Ich gehe jetzt.“ sagte Nicki. „Der Chef erwartet mich.“ 

Bill rückte seine gelbe Krawatte gerade und nahm seine schwarze Lederschreibmappe, rannte den Flur entlang und verließ das Haus.

Auf der Straße sah Bill den eiligen Leuten hinterher, ging zum Wagen ins Parkhaus und fuhr zu seinem ersten Kundentermin nach Hamburg-Altona.

Es wurde Mittag. Auf der Rückfahrt hatte Bill einen Schnellimbiss entdeckt. Es war ein Hot-Dog-Stand. Er mochte Hot Dogs und holte sich einen.

Nach regnerischen Wochen und gestressten Monaten, nachdem Julia und Bill nach Hamburg gezogen sind und Bill seinen neuen Job angenommen hatte. Haben sie beschlossen, einfach raus aus dem Alltagsstress zu flüchten, und machten eine Rundreise.

Eine Rundreise der Inka.

Zuerst flogen sie nach Lima, um ihre Reisetour zu beginnen.

Sie waren hingerissen von der Ruhe des Andenhochlands. Bill war überwältigt von den Traditionen der Inkanachkommen.

Angezogen von der Mystik Machu Piccus war Julia und der Schönheit des legendären Titicacasees.

Als sie die märchenhafte Andenhochbahn sahen, waren sie fasziniert.

In Lima angekommen, sind sie vom Flughafen zum Hotel Sheraton gefahren und haben dort übernachtet.

Dieses Fünf-Sterne-Hotel lag im Herzen der Stadt, unweit der „Plaza San Martin“ an der Prachtstraße „Paseo de la Republica“. Wo Julia Bill über den Plaza schleifte. Dabei konnten Sie viele Souvenirs billig ergattern. Aber dennoch war es verkehrsgünstig gelegen und viele Sehenswürdigkeiten der Altstadt konnten von Bill und Julia bequem zu Fuß erreicht werden.

Julia war ja von diesem modernen Hotel sehr erfreut. Mit mehreren Restaurants und Bars, Pool, Nachtclub, Casino, Sauna mit Solarium und Geschäften.

Mit einem leidenschaftlichen Quickie weihten sie gleich ihr großes Bett ein. Bill und Julia trieben es gewaltig durch das ganze Hotelzimmer.

Ein Paradies für Julia und Bill musste seine Kreditkarte zucken lassen.

Das Hotel Sheraton war eins der besten Hotels in Lima, was sie sich im Reisebüro gebucht hatten.

Ihr Zimmer war komfortabel und elegant eingerichtet mit Bad, Klimaanlage, Minibar, Radio und TV.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging schon ein Flug über die faszinierende Andenlandschaft nach Cuzco. Vom Flughafen fuhren sie ins Hotel Libertador, wo sie dann auch von der freundlichen Reiseleitung untergebracht wurden. Das Hotel lag im Stadtzentrum von Cuzco im ehemaligen Palast des Konquistadors Pizarro. Sie hatten zwei Restaurants zur Auswahl, wo sie sich wohl fühlen konnten. Abends gingen sie in die Bar, um interessante Leute und Heimische kennenzulernen und Spaß zu haben.

„Wollen wir unsere Leidenschaft auf unserem Hotelzimmer fortsetzen?“, fragte Bill. Und gab ihr einen Kuss auf die weichen roten Lippen. Julia lachte laut und nahm Bill seine Hand.

„Nah komm doch, du außergewöhnliche Mann mit der Leidenschaft eines Tigers“, sagte Julia und rannte mit ihm auf das Hotelzimmer.

Bill und Julia waren sich schnell nahegekommen. Ihre Leidenschaft war irgendwie magisch – genau für Julia die richtige Mixtur aus Gier und noch mehr hemmungslose Gier. Und sie war schamlos. Sie ließen beim unberechenbaren Liebesspiel keinen Körperteil unbeteiligt.

Wenn Sie nicht wissen, was ich damit gemeint habe, dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Was nun ausgerechnet diese harmonische Nacht so besonders gemacht hatte, waren ihre leidenschaftliche Ausdauer und schamlose Vollkommenheit.

Mal leidenschaftlich und heftig, mal ruhig und zärtlich war Bill zu Julia gewesen.

Aber immer in Aktion. Julia hatte unzählige kleine Tode zu überwinden.

Als es draußen hell wurde und Bill zum ersten Mal auf die Uhr schaute, sprang er auf und ging ins Bad.

Acht Uhr ist es gewesen und sie hatten noch einiges vor, bevor sie das Hotel verlassen würden. Sie haben nur eine Stunde geschlafen.

Bill ließ heißes Badewasser in die Wanne und ging Julia wecken.

„Guten Morgen, mein Engel.“, sagte Bill.

„Guten Morgen“, brummte Julia.

Bill und Julia gingen in die heiße Wanne und seiften sich gegenseitig ab, zogen sich schnell Jeans und ein T-Shirt an und gingen frühstücken.

Dieses Hotel wurde im Kolonialstil erbaut.

Was Bill sehr beeindruckt hatte. Sie hatten ein luxuriös eingerichtetes Zimmer, das wie alle Zimmer mit Telefon, Radio und TV, Bad und Minibar ausgestattet war.

Nach einem kräftigen, leckeren Frühstück machten sie eine aufregende Stadtrundfahrt. Sie besuchten die Kathedrale des „Platzes der“ und die Kirche „Domingo“, die auf den Resten des ehemaligen Sonnentempels erbaut ist. Später fuhren sie weiter nach.

Am Nachmittag gingen sie in die Inka-Badeanstalt Tambo Machay.

Als es Abend wurde, gingen sie nur noch zum Essen und legten sich ins Bett.

Nun gut. Sie sind ins Bett gefallen. Hoffnungslose Stille herrschte im Hotelzimmer, denn keiner wollte noch einen Körperteil bewegen.

Am nächsten Morgen sah alles schon wieder ganz anders aus. Sie hatte neue Kräfte gesammelt und nach dem Frühstück sind sie dann auch mit einem großen Lächeln zum Ganztagsausflug aufgebrochen.

Mit der Schmalspurbahn fuhren Bill und Julia nach Machu Picchu. Der erst in diesem Jahrhundert wiedergefundenen geheimnisvollen Inkastätte. Ein schmackhaftes Mittagessen gab es für die beiden Reisenden in einem nahegelegenen Hotel.

Am späten Nachmittag fuhren sie zurück nach Cuzco.

Bill schaute im Hotelzimmer aus dem Fenster und wählte seine Worte sorgfältig. Denn Julia hatte mal wieder ihr monatliches Frauenleiden bekommen, PMS.

Er sagte nur wenig am Abend.

„Ist dir jetzt wohler?“, fragte Bill.

„Ja, ich denke schon.“, sagte sie. Doch ihre Reaktion war ganz anders. Ungefähr: Lass mich bloß in Ruhe und nerve mich nicht.

„Es ist schon früher passiert, eigentlich müssten die Monatsblutungen erst nächste Woche kommen“, sagte Julia.

Bill rang sich ein Lächeln ab und ging runter in die Bar.

Julia legte sich ins Bett.

„Also, dann bis morgen“, sagte sie, während Bill die Tür hinter sich zuschnappte.

Am nächsten Vormittag ging die Fahrt durch das „Heilige Tal der Inkas“ zur festungsartigen Stadt Pisac. Denn Sie hatten sich vorgenommen, einmal über den authentischen Indianermarkt zu gehen. Sie hatten viel Spaß dabei, Julia versuchte ihre Depressionen zu verstecken.

Nach dem Mittagessen fuhren sie mit dem Bus nach Ollantaytambo, einem kleinen indianischen Dorf. Bill und Julia marschierten zu einer Festungsburg, die oberhalb des Dorfes lag. Ihnen beeindruckte der Haupttempel, der aus rund fünfzig Tonnen schweren Steinblöcken erbaut wurde.

Mittagessen gab es unterwegs und danach machten sie sich auf die Rückkehr nach Cuzco ins Hotel.

Am Abend haben sie nach dem Abendessen nichts mehr unternommen, sie lagen geschafft im Bett und guckten noch ein wenig Fernsehen.

Packten ohne Stress ihre Koffer, denn es geht am nächsten Morgen nach Juliaca, mit Transfer in ihr Hotel in Puno, wo sie die nächsten abenteuerlichen Tage übernachten werden.

Am nächsten Morgen ging es für beide ganz früh aus den Betten. Denn Sie fuhren nach dem Frühstück zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug über das Andenhochplateau nach Juliaca.

Das quirlige Treiben der Einheimischen während der Stopps auf den Bahnhöfen war für Bill und Julia gewöhnungsbedürftig. Aber auch ein Ereignis besonderer Art.

Hier erlebten sie einen farbigen Reigen bunter Trachten, Julia bemerkte die erotischen Gerüche. Die vielen Menschen mit ihren fremden Sprachen gaben für Bill und Julia ein kulturelles Erlebnis. Bill nervten die lärmenden Verkäufer, die ihre Ware an die Touristen bringen wollten.

Am sechsten Tag der Rundreise unternahmen sie nach dem ausgiebigen Frühstück, ganz früh morgens, einen Ausflug zu den schwimmenden Schilfinseln der Uros-Indianer auf dem Titicacasee.

Am Nachmittag besuchten sie die rätselhaften Begräbnistürme von Sillustani aus präinkaischer Zeit.

Am späten Nachmittag fuhren sie dann wieder zurück nach Puno, ins Hotel Qelqatany, im Stadtzentrum Punos.

Für Bill und Julia sind sieben Tage oder eine Woche schnell vergangen, denn sie hatten ja auch gerade ihre Sachen aus dem Koffer gepackt.

Der Abschied für sie war schwer. Doch heute endete Ihr Grundprogramm mit einem Transfer nach Juliaca und mit dem Rückflug nach Lima. Und von Lima aus ging dann für Bill und Julia der Flug zurück nach Deutschland, nach Hamburg, in ihren alltäglichen Tagestrott.

 

 

Kapitel 10

Vielleicht liegt es an der unbestreitbaren Tatsache, dass die fröhlichen Menschen, die Spaß am Leben haben, gebräunt einfach besser aussehen. Vielleicht ist es auch nur so, dass der Sexualtrieb bei Julia stärker ist als der Ehrgeiz.

Julia weiß, wo es langgeht, wie sie dann hinterher wieder elegant den leidenschaftlichen Rückweg antritt.

Neulich, eines Nachmittags, traf Julia sich mit zwei Frauen in einem Café in der Gänsepassage.

Sie sprachen darüber, wie es ist, eine außergewöhnliche junge Frau im prüden Deutschland zu sein. Darüber, wie es sein könnte, wenn ein junger Mann einem hinterherläuft und für einen bezahlt.

Heike, war eine Frau mit blasse, weißer Haut, schmalen Lippen, spitzen Wangenknochen und kleiner Nase. Sie sah aus wie der Tod persönlich, im Schafkleid. Und sie drehte sich ihre Zigaretten immer selbst.

Dagegen war Lilien eine junge Frau mit außergewöhnlicher Schönheit. Sie hatte Köpfchen, trotz der blonden langen Haare. Und sie hatte die unglaubliche Fähigkeit, stundenlang in einem Restaurant sitzen zu können.

„Ich bin kein Biest“, sagte Lilien und sah sich im vollen Café um.

„Aber die meisten Frauen in Deutschland sind einfach hohl.“, sagte Julia.

Lilien lachte Heike zu und sagte: „Dumm wie Brot.“

Heike sah mit ihrem starren Blick verwirrt und gekränkt durch den ganzen Gastraum.

Dann drehte sie sich mit gesenktem Kopf eine Zigarette.

Die Kellnerin kam zum Tisch angelaufen, und Lilien bestellte für alle einen Cappuccino.

„Sie können sich nicht einmal unterhalten“, sagte Julia. „Sie wissen nicht, welche Gabel Sie benutzen müssen.“ „Sie können nicht tanzen oder wollen nicht tanzen, wenn ein Mann sie dazu auffordert.“

Ich bin literarisch. „Ich lese viel“, sagte Heike.

Lilien nahm sich eine Zigarette aus der Schachtel, bot Julia eine an und gab Heike Feuer. Julia nahm ihr Feuerzeug und gab sich selbst Feuer.

„Ja, dies sind die arroganten Zicken, die dieses ganze Bild der femininen Frau aus Balance werfen“, sagte Julia.

„Ein emanzipierter Mann hat genug Herz und Ideale, um sich eine Frau zu wünschen, mit der er seine Gefühle und Gedanken austauschen und die ihn bereichern kann.“, sagte Heike.

„Ich habe noch nie gehört, dass ein Mann mich um Rat gefragt hätte, wie Ehe und Karriere zu vereinbaren seien“, sagte Julia.

„Wenn wir verrückten Frauen aufhören, mit unseren Bemühungen, glücklich zu werden, könnte es uns ganz gut gehen“, sagte Lilien.

„Ihr Hübschen.“ Es gibt eine harte Zeit für die Arbeit, eine Zeit für die leidenschaftliche Liebe. Und? Mehr Zeit hat man nicht, sagte Julia.

„Meine Lieblingsbeschäftigung ist, dorthin zu gehen, wo ich noch nicht gewesen bin“, sagte Lilien.

„Was ich wirklich bedaure, ist, dass ich niemals genug Zeit haben werde, all die Bücher zu lesen, die ich gerne lesen würde“, sagte Heike.

Lilien und Julia sahen sich mit hochgezogener Stirn an und lächelten über Heikes konservativen Gedankengang.

„Wüssten die Männer, dass sie keine wichtigere Rolle in dem Leben einer Frau spielen als sie in seinem Leben?“ „Er würde staunen und ausrasten“, sagte Lilien.

„Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht.“ „Aber was bedeutet Lieben?“, fragte Heike. „Es bedeutet Wählen, glaube ich“, sagte Lilien. „Um lieben zu können, muss man frei sein.“, sagte Julia. Julia verstummte und betrachtete ihre Finger. Sie dachte an ihre Mutter. Es waren durchweg unschöne Gedanken. Es hatte glücklichere Zeiten gegeben, als sie klein war und der Vater noch Arbeit hatte.

Lilien streckte einen Finger aus und ließ ihn an dem dünnen Tischbein entlang gleiten. „Reden wir von etwas Anderem.“ Heike und Julia nickten zustimmend.

Es gab so viel, worüber sie reden konnten, aber das gehörte alles der Vergangenheit an. Heike sah auf die Uhr. Sechzehn Uhr dreißig. „Ich muss los“, sagte sie. Verabschiedete sich, legte das Geld für die Tasse Cappuccino auf den Tisch und ging mit gesenktem Kopf aus dem Café.

Lilien und Julia sahen ihr nach und lächelten sich zu.

„Ich hätte eine große Bitte, wenn es dir nichts ausmacht.“, sagte Lilien.

„Was du willst?“, erwiderte Julia.

„Kannst du meinen Cappuccino mit Bezahlen?“, fragte Lilien.

„Kein Problem.“, sagte Julia.

Julia kicherte und schüttelte den Kopf.

Sie lächelten beide, dann hörten sie ruckartig auf. Sie musterten sich eingehend und warteten darauf, dass ein Kellner sich zu ihnen verläuft.

Plötzlich kam auch ein Kellner mit einer Glatze, es sah lustig aus, und Julia bezahlte.

„Ich muss jetzt gehen, es ist spät geworden“, sagte Julia.

Sie verabschiedeten sich und gingen ihren Weg.

Bill lächelte beim Anblick seiner Lohnliste. Er ist etwas besorgt wegen der bleibend regen Kundenanbahnung im letzten Monat.

Nur etwas besorgt.

Die Arbeitslosigkeit schlich wie die Pest durch Deutschland.

Und welcher arbeitslose Mensch hat dann noch Geld übrig, um sich für einen Schaden oder seine Gesundheit abzusichern?

Die elektronischen Medien sowie die Printmedien spielen es ja immer hoch, wenn es um Arbeitslose geht.

Dabei haben die Politiker und Unternehmer Schuld, dass es arbeitslose Bürger in der Gesellschaft gibt. Die Medien haben es einfach noch nicht gerafft, dass, wenn es einem Unternehmen schlecht geht, immer zuerst Leute entlassen werden, bevor man an die wirtschaftlichen und ökonomischen Ursachen geht. Und wenn der Arbeitnehmer von selbst geht, dann kostet es das Unternehmen noch nicht einmal einen Cent.

Wenn Besserwisser sagen: „Jeder Arbeitslose findet einen Arbeitsplatz, wenn er nicht faul ist.“

„Warum gibt es dann so viele Arbeitslose?“, dachte sich Bill laut.

Ganz klar. Es gibt keine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt und die qualifizierten Leute, auch Quereinsteiger, die gebraucht werden, werden nicht qualifiziert, oder nicht eingestellt, wegen der hohen Lohnkosten. Es werden fachkompetente Leute aus dem Ausland geholt.

Kann denn jeder Bürger Beamter werden, der den ahnungslosen Bürger in den wirtschaftlichen Ruin treibt, sowie Versprechungen gibt, die er selbst nicht einhalten kann, auf Lebenszeit, der kein Risiko hat, dass er eines Tages auf der Straße steht?

Bill glaubte, dass es auch noch erfolgsorientierte Leute gibt, denn er selbst will frei entscheiden können.

Und Bill schien, als hätte er ein ungewöhnliches Durchhaltevermögen.

Als der Geschäftsführer ins „Multi-Cash“-Unternehmen kam, herrschte Schweigen auf dem ganzen Flur. Er hat sich verspätet. Er hatte verschlafen und nicht gefrühstückt. Er fühlte sich nicht sonderlich wohl. Reiner Schmidt machte einen besonders mitgenommenen Eindruck. Seine Augen waren blutunterlaufen und sein Gesicht war blass. Er hatte sich nicht rasiert. Die Hitze war schon jetzt erstickend.

Frau Gutschmidt wartete schon im Büro.

„Was brauchen Sie heute Morgen als Erstes, Herr Schmidt?“, fragte sie.

„Fangen wir mit einem starken Kaffee an?“, sagte Herr Schmidt.

Frau Gutschmidt ging und kehrte mit einem Tablett mit Kaffee und frisch belegten Brötchen zurück.

„Sie sind bei den neuen Einstellungen.“ sagte der Geschäftsführer, während er seinen Aktenkoffer auspackte.

Ja, aber die Absagen sind schon fertig. Wir brauchen neue Bewerbungen von qualifizierten Fachkräften. „Für die Schadensabteilung.“

„Na und?“, fragte Herr Schmidt.

Er zwinkerte einer Sekretärin zu.

Herr Schmidt lächelte und sagte: „Scheint sonst alles in Ordnung zu sein.“ Was brauchen Sie sonst noch? „Das ist im Augenblick alles.“ „Schön.“ „Wollen Sie mit mir essen?“ „Tut mir leid.“ Ich muss das verlockende Angebot leider ablehnen. »Ich bin schon verabredet.« Der Geschäftsführer verließ das Büro mit einer Sekretärin. Bill machte seine Tür zu und zog sein Jackett aus. Er ging ans offene Fenster und trank einen Schluck Mineralwasser. Er ging zum Schreibtisch, biss in ein Mettwurstbrötchen und wischte sich den Mund ab. Bill hatte von Julia geträumt, wie er es mit ihr unter der Dusche treibt, im Taxi. Doch nun hatte er große Mühe, sich auf irgendetwas zu konzentrieren.

Bill zündete sich eine Zigarette an und entfaltete die Tageszeitung auf dem Tisch und überflog die Schlagzeilen. Er merkte sich das Wichtigste und legte die Zeitung zurück.

Plötzlich stürmte Nicki herein. Sie machte die Tür hinter sich zu.

„Was willst du denn?“, fragte Bill, als sie ihn ergriff und an die Wand drückte.

„Du hast mir gefehlt“, sagte sie wahrheitsgemäß.

Sie hielt Bill eine gute Minute oder länger, „Wer kann das schon sagen?“, eng umschlungen. Bill küsste sie auf den Hals und schmeckte die Süße ihres Parfüms. Und dann stand Nicki wieder vor Augen.

„Du Schuft. Warum bist du nicht schon längst zu mir gekommen?“, fragte Nicki.

„Du siehst wunderbar aus.“ „Und an Julia muss ich auch denken.“, sagte Bill.

Ihre Augen waren feucht. Diese wundervollen, glänzenden Augen.

„Nicki! Du hast mir gefehlt.“, sagte Bill.

Ihr Lächeln wurde breiter. Doch sie schaute verlegen beiseite.

„Du hast mir auch gefehlt“, sagte sie.

Sie hielten sich bei den Händen.

„Ich möchte mich für heute Abend mit dir verabreden“, sagte Nicki.

Bill blieb still und sagte nichts. Sie küsste ihn abermals auf den Mund.

„Du solltest lieber verschwinden, bevor dich der Chef sucht.“, sagte Bill.

Nicki ging schnell zur Tür, ohne gesehen zu werden.

Bill atmete tief ein, verließ das Haus und ging zügig zu seinem Wagen.

Nicki war sehr gerührt und sogar ergriffen, doch sie bedauerte es, dass Bill ihre Einladung nicht angenommen hatte. Dabei hätte es so romantisch sein können.

„Wie kommt es, dass all diese unattraktiven Frauen sich ständig überlegen, was sie für mich tun können?“, fragte Bill Julia, nachdem er sich durch den Stau auf den Straßen gekämpft hatte und endlich zu Hause war.

„Die meisten Frauen wirken ganz schön arrogant.“, sagte Julia.

Sie trug ein nabelfreies pinkfarbenes Top und einen langen, weiten grünen Rock.

„Wir Männer sind doch einfacher“, sagte Bill, „entweder sie sind Schleimscheißer, die die Frauen vögeln wollen, oder sie verlieben sich sofort in die Frau.“

„Erbärmlich!“, sagte Julia und befühlte mit der Hand den Hinterkopf.

„Männer sind so unbefriedigend“, sagte Julia, „und wir Frauen sind die Göttinnen, die ihnen Befriedigung schenken.“

Bill musste laut los lachen.

„Ich glaube nicht an diesen ganzen Emanzenkram“, konterte Bill dagegen. „Männer haben das Bedürfnis, dominant zu sein, das, was die Frauen auch wollen, sonst hat ja kein Mann eine Chance bei den Frauen. Also, lasst sie doch. „Steht zu eurer Weiblichkeit.“

„Du hast recht“, meinte Julia, „Frauen gehen einfach davon aus, dass die andere blöd ist.“ Genauso, wenn meine Freundin mir sagen würde: Ich soll die Finger von diesem Mann nehmen, er will dich nur bumsen.

„Ist es Neid?“, fragte Bill, „dass Sie ihn nicht bekommen kann?“ 

Julia zuckte mit den Schultern, was sie immer gut konnte.

Plötzlich meinte sie: „Frauen sind so unglücklich und unsicher darüber, wie sie sind, dass sie es nicht ertragen können, dass eine andere Frau es besser hat.“

Bill wanderte hinter seinem Schreibtisch herum und schnell rauchte er mit tiefen Zügen seine Zigarette. Dann setzte er sich auf seinen wackligen Drehstuhl und versuchte, sich auf neue Empfehlungen von seinen Versicherungsnehmern, für ein Telefonat zu konzentrieren. Plötzlich sprang er wieder auf und wanderte abermals herum.

Er sah auf die Uhr. Er rief Familie Krause an. Er rief Herrn Luther an. Machte sich Notizen und schreibe sich den Haustermin auf.

Dann, dreißig Minuten, nachdem seine Telefonate erledigt waren, kam Ralf Schulz ins Büro.

Herr Schulz stand hinter seinem Schreibtisch und funkelte ihn an. „Ralf Schulz.“ „Was machen Sie so?“, fragte Bill.

„Ich schlage die restliche Zeit bis zum Feierabend tot“, sagte Herr Schulz. „Sind sie verheiratet?“, fragte Bill. „Sehe ich so bekloppt aus?“, fragte Herr Schulz.

„Nicht jetzt!“, sagte Bill.

„Nein, wenn du verheiratet bist, hast du nur noch einmal im Jahr Sex“, sagte Ralf Schulz. „Wenn du deine Frau einmal anfasst, dann zeigt sie dich bei der Polizei an wegen Vergewaltigung in der Ehe.“ Aber vorher kann sie nicht genug bekommen. „Doch wenn du nicht heiratest, dann hast du jeden Tag Sex, weil sie es auch will.“

Ja. „Die Frauen wollen ihr Ziel erreichen.“, sagte Bill. „Entweder suchen sie einen Blöden, der sie heiratet, oder einen, der viel Geld auf dem Konto hat.“

„Und wenn mir jemand erzählt, Sex ist nicht das Wichtigste in einer Beziehung.“ „Der ist impotent oder sie ist frigide“, sagte Ralf Schulz.

Bill lacht und fragt: „Was machen Sie heute noch?"

Ralf Schulz' Lächeln wurde breiter.

„Ich bin für heute Abend mit einer reizenden, schönen Frau verabredet“, sagte er.

„Nein, ich glaube das nicht“, sagte Bill. „Doch.“ Doch. „Ich lebe nicht wie ein Mönch“, sagte Ralf Schulz. „Und sie?“ Ich gehe mit Julia in ihr Lieblingsrestaurant. Wir werden uns sinnlos das delikate Essen reinschaufeln und uns sinnlos besaufen. „Später werden wir uns Splitternackt ausziehen und hemmungslosen Sex haben, wenn wir wieder zu Hause sind“, sagte Bill. Sie gingen schnell zur Tür, gingen ohne gesehen zu werden den Flur entlang und verließen das Haus. Ralf Schulz atmete tief die Luft ein und lief zu seinem Wagen. Sie verabschiedeten sich mit lautem Zurufen. Bill stieg in seinen Wagen und fuhr los. Herr Schulz hupte Bill noch einmal hinterher, wo Bill ihn mit einem lauten Lächeln schon überholt hatte. Oben an der Treppe geht eine Wohnungstür auf, eine Frau in seidener roter Spitzenunterwäsche erscheint im Türrahmen. Mit einem Arm stützt sie sich oben ab, und ihr dunkelblondes Haar fällt ihr ins Gesicht. Sie lachte, während sie ihn ansieht, wie Bill auf sie zugeht.

„Du bist immer auf Trab“, sagte sie, als ob sie nichts Anderes zu tun hätte.

Bill verliert das Interesse und geht den Hausflur weiter.

Julia gefällt es, heute in der Wohnung herumzuhängen.

Sie steht am offenen Fenster und sieht, wie die Sonne auf die Rückwand der schmuddeligen großen Backsteinhäuser scheint.

Ich fasse diesen Scheiß einfach nicht, dachte Julia, das bin immer noch ich. Ich habe mich nicht verändert.

Ihre Freundinnen sagen ihr andauernd: „Bleibe, wie du bist.“

Julia fängt laut an zu lachen und dreht sich Bill zu.

„Warum lachst du?“, will Bill wissen.

„Mein Schatz, ich lach' nicht.“ – „Ich weine innerlich“, sagte Julia.

Julia ging in die Küche und machte den Kühlschrank auf und holte ein Bier raus. Als sie sich im grellen Licht des Kühlschranks vorbeugte, sah er, dass Julia ein wenig mollig geworden war. Sie drehte sich um, machte die Flasche auf und gab sie Bill.

„Nur damit du es weißt, mein Schatz.“, sagte sie, „Ich will jetzt mit dir schlafen.“

Eine elegante, arrogante, prüde Frau, eine jämmerliche Zicke, hätte das nicht gesagt, dachte er, während er das kalte Bier abstellte und anfing, sie langsam auszuziehen.

Bill biss sie in den Nacken und zog ihren roten Seidenbüstenhalter Stück für Stück nach unten, ohne ihn zu öffnen.

Er zog ihr die Strumpfhose aus.

Was er an ihr gehasst hatte, war, dass sie diese unbequemen Strumpfhosen trägt.

Julia trug keinen Slip.

Das machte sie immer und fand es lästig, einen zu tragen.

Julia und Bill gingen mit leidenschaftlich heftigen Küssen ins Schlafzimmer.

Die Erregung wurde bei beiden immer größer, um so schamloser ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Julia schlief geborgen in seinen Armen ein.

Am nächsten Morgen wachten sie auf, und Julia fühlte sich gut. Bill war ganz entspannt.

Am gleichen Nachmittag um vierzehn Uhr dreißig ging die erfreuliche Geburtstagsfeier zu Ende. Ein wenig betrunken, verließen die Mitarbeiter den kleinen Konferenzsaal und kehrten in ihre Büros zurück.

Klaus Schöbel deutete Bill und Hendrik Neumann sowie Jackie Lorber auf die Stühle in seinem Büro und forderte sie auf, Platz zu nehmen.

Schöbel reichte eine Schachtel Zigaretten herum, und alle zündeten sie an.

„Nun, wie ich sehe, sind wir alle in guter Stimmung“, sagte Klaus S. höhnisch. „Es war ein guter Monat.“ „Sie haben sich große Mühe gegeben mit den Verträgen.“

Er zog langsam an seiner Zigarette und blies Rauchringe zur Decke empor.

Was Bill auch versuchte.

Doch er verschluckte sich und hustete kräftig beim Einatmen des Rauches von der Zigarette.

Alle Mitarbeiter im Büro lachten laut los, als sie ihn husten hörten.

Und Klaus S. sprach über die weiteren Vorhaben im Unternehmen „Multi-Cash“.

Herr Neumann nickte und lächelte, als wolle er sagen: Das ist schon okay.

„Was schlagen Sie vor?“, fragte Herr Schöbel die Mitarbeiter.

Doch alle zuckten nur mit der Schulter.

Jackie Lorber nickte und zog an der Zigarette.

Alle im Raum waren gar nicht überzeugt von Klaus Schöbels Ausführungen. Sie nickten alle Klaus Schöbel zu und hofften, dass er sie bald entlassen wird.

„Einmal in der Woche schreiben Sie mir einen Bericht und lassen mich wissen, bei welchen Kunden Sie waren und welche Abschlüsse Sie getätigt haben“, sagte Klaus Schöbel und verabschiedete sich für heute, von den Kollegen.

Am nächsten Tag rief Bill Julia an, ob sie sich zum Mittagessen treffen könnten.

Bill hatte leidenschaftlich originelle Sexfantasien über Sie gehabt. Sie aßen zu Mittag, und dann machten sie den Nachmittag blau, gingen in ihr Appartement und schliefen miteinander.

Sie tranken Schampus aus der Flasche und redeten wenig.

Julia höchstens: „Hmm, hier richt's über all nach Ficken.“

Julia steckte Bill ihre feuchte Zunge tief in den Mund.

Sie hatte stillschweigend die stärkste Erektion ihres Lebens.

Sie zog Bill auf das große Schaffell, ohne ihre Zunge aus seinem Mund zu nehmen. Julia bot ihm ihre prallen Brüste an und nahm seinen Penis in die Hand und führte dann sein bestes Stück in den Mund.

Sie sprachen darüber, mit einer Ihrer Freundinnen einen Dreier zu machen. Und sie erzählte Bill ihre Fantasien, die unglaublich ausgefeilt waren. Sie bat Bill, sie zu schlagen.

Sie sahen zusammen vom Bett aus fern und hatten dann hemmungslosen und harten Sex, während der Fernseher weiterlief.

Julia machte etwas zu essen und sie sahen das Video „Drei von Ganzen“. Als Connie von ihrer lesbischen Geliebten Ellen verlassen wird, ist sie am Boden zerstört. Als sie den Callboy Joe kennen lernt, schmieden die beiden einen außergewöhnlichen Plan, der die Verflossene zurückbringen soll.

Joe soll Ellens schlagende, warme Herz erobern und es ihr dann brechen, damit Ellen verzweifelt zu Connie, auf Knien gerutscht, zurückkehrt. Doch dann kam alles ganz anders.

„Julia.“ „Ich werde dich nicht heiraten.“, sagte Bill.

Ach ja? Du hast nur ungefähr sechsundzwanzig Mal mit mir geschlafen. Und was ist mit dem letzten Mal? „Wo ich dir im Park mit dem Mund einen runtergeholt habe?“, fragte Julia. „Du hast eine billige kleine Schlampe kennengelernt.“ Bill musste grinsen. „Du hast mir im Park mit dem Mund einen runtergeholt?“, fragte Bill. „Du kotzt mich an“, fuhr Julia ihn an. „Du hast eine Andere?“, fragte Julia noch einmal. Sie fragte immer wieder nach, doch das nervte Bill, und sie ging ins Café.

Zwei Wochen später redete Julia immer noch nicht mit Bill. Sie malte im Badezimmer Ihren roten Lippenstift nach. Plötzlich kam Julia auf Knien an, gekrochen. Bill solle zu ihr zurückkehren. Sie meinte, er sei Jenseits. „Jenseits von was?“, fragte Bill. Julia tat so, als müsse sie ihre Wimperntusche checken. Julia wollte ihm einen Blasen und hatte ihre Hand schon an Bills Hosenschlitz. Bill schubste Julia zurück und fragte, ob sie spinnt. Julia lief heulend und kreischend ins Schlafzimmer. Dort wurde sie lauter im Heulen und Kreischen. Als Bill ins Schlafzimmer kam, sagte sie: „Verpiss dich!“ Bill nahm sich ein frisches, weißes Hemd aus dem Kleiderschrank und ging wieder.

 

 

Kapitel 11

Um fünf Uhr Nachmittag verließ Bill sein Büro und machte an Nickis Tresen zur Abmeldung Halt.

Sie hatte den Telefonhörer in der Schulter eingeklemmt, während sie auf dem Blatt Papier eine Notiz geschrieben hatte.

Nicki bemerkte ihn, griff in eine Schublade und holte einen Lippenstift heraus.

„Ihren Termin für einen Hausbesuch“, sagte sie in die Sprechmuschel.

„Du hast auch ohne Lippenstift ein bezauberndes Gesicht“, sagte Bill. „Bis Morgen.“

Bill und Herr Schmidt begegneten sich auf dem Flur.

„Nach Hause?“, fragte Bill und lächelte ihm zu.

Ja. „Herr Fink, Sie fahren für drei Tage in die Hauptstadt, nach Berlin“, sagte Herr Schmidt, „also, entspannen Sie sich.“ „So so“, antwortete Bill überraschend.

„Es tut mir leid“, sagte Herr Schmidt, „aber Sie fahren in dieser Woche noch zu einem Finanzseminar, das gehört zur Probezeit“, sagte Herr Schmidt.

„Einen besseren Zeitpunkt hätten sie sich dafür gar nicht aussuchen können.“ Fortbildung. „So ein Witz, Herr Schmidt.“, sagte Bill zynisch und verärgert.

Bill dachte an die Bars, Kneipen, Discos und Clubs, von denen er schon viel gehört hatte. Und die hübschen Mädchen, von denen man viel erzählt hatte.

„Ist dies Ihre erste Fahrt nach Berlin?“, fragte Herr Schmidt.

Ja. „Ich bin jetzt sieben Jahre in den alten Bundesländern und habe das neue Berlin noch nicht zu Gesicht bekommen“, sagte Bill.

„Sie sind kein Wessi.“ „Wissen Sie, was die Leute dort tun?“, fragte Herr Schmidt.

Ja. Sie warten darauf, dass die Besserwisser aus dem Westen die Unternehmen wieder hinstellen, damit sie Arbeit haben. Denn die Manager aus den alten Bundesländern wussten alles besser und investierten in ihre eigenen Taschen. Jeder will einen Job im Osten, weil sie aus einem Arbeiterstaat kamen. „Stimmts?“, fragte Bill. „Versprochen wurde viel von den westdeutschen Politikern, und das machen die Pisser heute noch auf Kosten der Steuerzahler und schieben es auf die arbeitssuchenden Leute der Gesellschaft, doch sie versprachen, was sie nicht halten konnten, und halten die Menschen aus dem Osten für blöde und faule Idioten.“ Die westdeutschen Besserwisser versuchen, die ostdeutschen mundtot zu machen, kassieren fette Gewinne ein und jagen sie dann zum Teufel. „Das ist der arrogante Besserwisser unter den vier Millionen Analphabeten in Westdeutschland.“

„Aber?“, fuhr Herr Schmidt Bill ins Wort.

„Sie denken, wir haben uns ja das Begrüßungsgeld von einhundert Mark eingesteckt."

Das wurde uns geliehen, denn das habt ihr euch doch gleich wieder eingekrallt, für das Theater im Supermarkt mit den Ostdeutschen.

Und eure Wirtschaft hat doch endlich einmal gebuhmt, als jeder den Wühltisch im Modecenter begrapscht hatte, und die Versicherungen haben ihre goldene Nase verdient.

Das sind nur einige Beispiele.

Der Westen ist nur Schein, als sein, für den Osten. In Wirklichkeit steckt da viel Dreck unter den Fingernägeln. Wenn der Wessi im Osten Pleite gemacht hatte, waren nicht die Wessis schuld, nein, obwohl sie an dem größten wirtschaftlichen Skandal beteiligt waren. Und immer sind die Ossis daran schuld? Vergessen Sie das, denn ich habe in den zehn Jahren viel von diesem System gesehen, Menschen aus dem Westen kennengelernt und erlebt. Im Osten haben sich die Menschen respektiert. Heute respektiert man nur sein Geld. „Tiere töten, um zu leben, doch die Menschen töten, um ihre Gier und ihren Neid zu stillen.“

„Tja, das ist Kapitalismus“, sagte Reiner Schmidt, „Fressen oder gefressen werden, ist das Gesetz im Urwald.“

Bill holte tief Luft und war immer noch sehr verärgert über das, was die Wessis mit den Ossis machen. Ein Generationskonflikt, doch eines Tages werden die anderen es auch mitbekommen, was 1990 da abging.

„Sie sollten sich glücklich schätzen, Bill.“, sagte Reiner Schmidt, „Sie sollten Gott jeden Tag dafür danken, dass wir uns für sie entschieden haben, und dass sie hier bei „Multi-Cash“ arbeiten dürfen.“

Bill dachte sich, ob Herr Schmidt jetzt ihm etwas von Gott und der Welt erzählen musste, denn das glaubte Bill sowieso nicht.

Denn er war ein Ungläubiger und wurde nicht getauft als Kind.

Dieses christliche Bla, Bla, die Negation der Negation, darauf stand Bill absolut nicht. Und was da sonst noch kommt. Denn Gott kann auch nicht helfen, sonst gäbe es keine Kinder, die an Hunger sterben müssen. Und wie steht dort geschrieben: „Gott hilft nur dem, der sich selber helfen kann.“ Und dem Geschäftsführer wird Bill auch nicht die Füße küssen, weil er ihm diesen Job gab. Es gibt doch noch ahnungslose Menschen, die mit Ihrem Aberglauben leben. Sie sollten sich nichts einbilden, sonst werden sie daran ersticken.

„Christen sind wie die Gottesanbeterin.“ „Erst betet sie dich an, und dann frisst sie dich auf“, sagte Bill und sah Reiner Schmidt lächelnd an.

„Halten Sie die Stange, Bill, dann werden Sie viel Geld verdienen“, sagte Reiner Schmidt.

Und was macht Bill nur aus Liebe zu Julia?

Frage ich Sie.

Ganz klar.

Er lädt Julia zu einer Party ein.

Und so nebenbei erzählt er ihr, dass er zu einem Finanzseminar nach Berlin muss.

Doch Julia ist nicht gerade erfreut über diese Nachricht.

Das hätte Bill nicht gedacht.

Denn er glaubte, dass er Julia mit dieser Nachricht glücklich machen würde.

Wie gesagt, Frauen kann man es als Mann niemals recht machen.

Später landeten sie vor dem TRAXX, einer gestylten Location für entsprechende Gäste. Wer was auf sich hält, ist hier natürlich zu finden, wie Julia und Bill.

Wenn nicht.

Dann?

Als der Türsteher, er sah aus wie Bud S., sie nicht rein ließ, fing Julia an zu schreien. Bill versuchte, Julia zu einem Taxi zu verfrachten. Sie schlug ihn hemmungslos mit Händen und Füßen und warf sich zu Boden.

Am nächsten Tag, beim Frühstücken, sagte Bill zu Julia: „Julia, du hast dich verändert.“ Ich mache mir wirklich Sorgen um Dich. Du bist nicht mehr die Frau, die ich kennengelernt habe. »Ich weiß nicht, was ich machen soll.«

Julia keifte Bill an, dass sie nur eifersüchtig sei, dann quartierte sie sich im Wohnzimmer auf dem Sofa.

Julia versuchte, Bill zu ignorieren. Sie fing vor Wut an zu weinen.

„Du bist ekelhaft!“, schrie sie.

Er grinste.

Julia sagte: „Das wirst du mir büßen, Scheißkerl.“ Und schlug Bill hart auf den Hinterkopf.

Bill drehte sich um.

„Du hast mich geschlagen“, sagte Bill und rieb sich mit der Hand am Hinterkopf.

„Bill“, sagte Julia und ging auf ihn zu.

„Bleibe, wo du bist“, sagte er. „Ich sage, bleibe stehen!“

„Bill. Bill!“, Julia schüttelte den Kopf und sagte: „Du bist so erbärmlich.“

Nach dem üblichen Zoff mit Julia fuhr Bill mit dem Zug pünktlich in Berlin-Lichtenberg ein. Der Zug fuhr auf dem Bahnsteig drei, und die Menge der noblen Geschäftsreisenden und hektischen Urlauber drängte sich zum Ausgang und verließ schnell den IC-Zug.

Bill hatte nur seine braune Lederreisetasche bei sich. Er sah den Ausgang und schob sich schnell durch das Gedränge.

Bill nahm sich ein Taxi und fuhr ins Hotel „Bleib Treu“.

Berlin ist? Tja, was eigentlich?

Bill erlebte bemerkenswert den Sinnes- und Lebenswandel rund um den Reichstag. Der Ku’damm und Prenzlberg erschien ihm normal.

Der Taxifahrer bemerkte, dass eingeschworene Feinde über Nacht zu Fans des Spree-Athens werden. „Ewigen Talenten“ gelingt plötzlich der Durchbruch.

Sowie zaghafte Leute verwirklichen auf einmal ihre Träume.

Was so manchen Menschen, wie aus Niedersachsen, fehlt, sind Selbstvertrauen, Ideen, Humor und Mut, die wehen in der legendären „Luft, Luft, Luft“ um jede Hausecke von Berlin.

Bill dachte sich, ob man Berlin nun als Paradies oder Vorhölle, Horror oder Hinterhofidylle sieht. Eins ist die Stadt immer. Natürlich in Bewegung.

Das Hotel ist versteckt gewesen, in einem kunstvoll gestalteten Hinterhof. Ein Hinterhof zwischen Kudamm und Lietzenburger Straße. Bill erblickte gleich im Vorderhaus einen exquisiten Pralinenladen, wo Bill sicherlich seine Spuren während seines Aufenthaltes lassen wird.

Im Hotel sprach er leise zum Hotelpersonal und checkte sich ein. Plötzlich wurde er so nervös.

Ganz ruhig bleiben, dachte er sich. Immer nur Lächeln.

Die Hotelfrau lächelte und warf einen neugierigen Blick ihm zu.

Bill wandte seinen Blick zum Fahrstuhl und fuhr hoch zum Appartement.

Bill hörte auf zu lächeln.

Er schaute sich langsam in dem Appartement um. Und ging in den Schulungsraum, wo das Seminar stattfinden sollte.

Die Leute standen an den Tischreihen und verfolgten die Gespräche von jedem Typen, der Berlin erreicht hatte.

Im Lokal war es von den neu angereisten Seminarteilnehmern plötzlich erheblich lauter geworden.

Bill lächelte gelegentlich, auch wenn es ihm vor Müdigkeit schwer viel.

Der Seminarleiter kam, und Bill begann sich vorzustellen. Er ließ nichts aus. Der Seminarleiter unterbrach ihn nur einmal.

Der flippige Seminarleiter tippte nervös mit den Fingern auf dem Tisch und bemühte sich tapfer, den Eindruck einer respektvollen und interessierten Person zu erwecken. Er beobachtete die anderen gelangweilten Seminarteilnehmer am runden Tisch und lächelte Bill gelegentlich an, während er über sich erzählte. Aber der Seminarleiter hörte zu und spielte seine Rolle.

Der Kellner brachte jedem Seminarteilnehmer ein Mineralwasser. Das Lokal hatte sich ein wenig geleert.

Eine halbe Stunde, nachdem das Seminar beendete, ging Bill auf sein Appartement.

Bill hatte sich geschworen, einmal in Berlin essen zu gehen, dass er es gleich am Abend nach seiner Anreise und der ermüdeten Seminarbegrüßung schließlich auch tun muss. Sein erster freier Abend. Bill fuhr mit dem Taxi zum Restaurant „Modellhut“, ein bezauberndes Restaurant im Stil der dreißiger Jahre. Bill bestellte sich beim Kellner eine waghalsige Kreation, wie geschmorten Ochsenschwanz mit Langusten.

Anschließend fuhr Bill in die Sophienstraße, wo die Post erst um zweiundzwanzig Uhr abgeht. Er ging in den Sophienclub, wo schon zu DDR-Zeiten die Gäste Schlange standen.

Bill saß mit übereinander geschlagenen Beinen da, nippte an seinem Drink und sah klasse aus. Jede Menge gut aussehende Frauen, dachte sich Bill.

Er nahm sich eine Zigarette aus der Schachtel. Plötzlich reichte eine dunkelhaarige Frau ihm Feuer.

„Na, wie geht's denn so?“, fragte sie.

„Weiß nicht.“ „Ich bin neu hier“, sagte Bill.

Hier spielte man Tanzmusik für Leute, die keinen Drum & Bass mögen, sondern mitsingen wollen. Oder so ähnlich, sagt man.

Die Frau mit einem sandfarbenen Designerkostüm saß sich direkt neben Bill. Absichtlich natürlich. Sie versuchte immer wieder, mit Bill ins Gespräch zu kommen. Sie zündete sich eine Zigarette an und sah auf ihre Armbanduhr.

Plötzlich sahen sie sich an.

„Du entschuldigst mich doch?“, fragte sie und ging auf die Tanzfläche.

Am nächsten Morgen ist Berlin eine völlig andere Stadt.

Als ob man irgendwo im Dschungel lebt, mit einem korrupten Immobilienmakler und betrunkenen Straßenpennern, Drogendielern, staubbedeckte Straßen, verstopfte U-Bahn-Schächte, wo die Hektik nicht bestimmt, wann der nächste U-Bahn-Zug kommt.

Im Regen überflutet die Psyche der meisten Leute in Deutschland. Schlechte Gedanken und schlechte Gefühle quirlen an die Oberfläche. Sie führen zu einer bestimmten Art von schlechtem Benehmen, auf das die Hannoveraner sich zumeist spezialisiert haben. Die Bill schon in dem Gedränge der Leute erkannt hatte.

Sie sind verschwiegen. Sie sind boshaft.

Aber auch in der Gesellschaft zerbrechen Beziehungen. Menschen, die nicht zusammen sein sollten, kommen zusammen, wie Schwule und Lesben.

Das Berlin scheint zu ertränken. Ein regnerischer, kalter Tag folgt dem anderen.

Alle sind gereizt.

Den Politikern kann niemand mehr trauen, am wenigsten seinen Nachbarn.

Julia liegt um acht Uhr morgens noch im Bett.

Sie glaubt nicht, dass sie sich beruhigen wird. Tatsächlich ist sie verdammt sicher, dass sie sich nicht beruhigen wird.

Sie heult hysterisch in die Kissen.

Sie schaut in den Spiegel, ihr verheultes Gesicht ist eine Groteske.

„Ich muss jetzt zur Arbeit“, dachte sie, „jetzt gleich.“

Julia ging unter die heiße Dusche, zog sich etwas Flottes aus dem Kleiderschrank an und verließ die Wohnung.

Zwei Minuten später ist sie wieder da. Sie hatte ihre Zigaretten vergessen.

Siebzehn Minuten und siebzehn Sekunden lang verlief das gestörte Leben von Bill ruhig und ohne Einmischung von Besserwissern oder einem Miesmacher. Die Alltagsroutine kehrte zurück.

Bill saß acht Stunden im Finanzseminar jeden Tag und verließ das Seminar nur, wenn er pinkeln oder eine gemeinschaftlich angeordnete Pause machen musste. Das Mittagessen nahm er im Lokal mit den anderen Seminarteilnehmern ein.

Bill hielt sich fast ausschließlich in seinem Appartement auf.

Wenn möglich, hielt er sich sogar von den anderen Seminarteilnehmern fern.

Sie beobachteten ihn, da war er ganz sicher.

Bill wusste nicht genau, wer diese arroganten Leute waren.

Also blieb Bill auf seinem Appartement, sah fern, las ein Buch oder machte einen Plan, was er am Abend machen würde und wohin sein Ziel wäre.

Mit jeder ereignislos verlaufenden Stunde zog sich Bill in seine Traumwelt zurück, und in ihm wuchs die Hoffnung, dass alles gut werden würde. Vielleicht würde er die ganze Vergangenheit einfach vergessen und könnte auf einem Schlag neu anfangen, reich zu werden und Macht zu haben. Und alles kaufen, was das Herz begehrte.

Für Julia war das Leben ein Gefängnis, obwohl sie nach Belieben gehen konnte, wohin sie wollte. Sie machte das, was sie wollte, verbrachte viel Zeit damit, mit ihren Freundinnen herumzuwandern, und fuhr jeden Tag mindestens ins Fitnesscenter. Julia musterte jedermann, insbesondere Männer in der Sauna, mit ihrem kleinen Penis und knackigen Hintern.

Draußen auf der Straße trug sie eine dunkle Sonnenbrille, damit sie ihre Augen nicht sehen konnten, wohin Julia sie gerade anstarrte. Sie trug sie sogar, so verrückt es auch klingen mag, wenn es regnete.

Wenn Julia am späten Abend nach dem Trip mit ihren Freundinnen auf Bill wartete, starrte sie in einen Liebesroman und kämpfte mit der Versuchung, Bill zu verlassen.

Jeder Versuch, Bill zu verlassen, scheiterte. Sie kam von ihm nicht los.

Also, bewegte sie sich stumm im Apartment, fühlte sich vergewaltigt, auch wenn es Bill nie tat, und wusste, dass es nicht lange so weitergehen konnte.

Sie waren sich beide klar darüber, wie wichtig es war, eine harmonische Beziehung zu führen. Sie versuchten, sich ganz normal zu unterhalten, darüber, wie der Tag gewesen war, über dieses und jenes.

Aber die Unterhaltungen waren flach, oft gezwungen und angespannt.

Als Bill und Julia sich kennen lernten, hatten sie sich oft und leidenschaftlich geliebt.

Abendliche Spaziergänge im Park wurden zur Gewohnheit. Jeden Abend, nach dem Abendessen, lieferten sie sich die außergewöhnlichen Kommentare. Die keiner von beiden interessierte.

Bill, sein letzter Abend in Berlin, geht zum Abendessen in das Restaurant „Schwarze Raben“. Mit einem Haufen Leuten, die sich auf dem Seminar kennengelernt hatten. Das Restaurant erinnerte jeden an die altmodischen Großraumrestaurants in Lissabon oder Paris, wo natürlich noch keiner von denen gewesen war.

Die Neuberliner Unsitte waren die Preise für die Getränke.

Doch das nahmen die Gäste gern in Kauf. Schließlich könnte ja ein angesagter Prominenter gleich vorbeikommen.

Und das genussvolle Essen ist auch recht gut für den Preis.

Immer wieder werden Weinflaschen rausgebracht. Wer das bezahlen sollte, hatte sich keiner zu diesem Zeitpunkt Gedanken gemacht. Es ist noch am Anfang der Abschlussparty und die Leute sind nett: „Oh, sie wollte ich immer schon mal kennenlernen.“

„Ich schon lange!“, erwiderten die Leute immer wieder.

Es ist spät geworden.

Einer von den Haufen Leuten hatte die ganze Rechnung bezahlt, doch keiner bemerkte es. Sie gingen singend, mit leichtem Seegang, zu einem Taxi und fuhren ins Hotel zurück.

„Guten Abend, die Herren“, sagte der Portier.

„Guten Abend“, grölten sie zurück.

„Alles in Ordnung?“, fragte der Portier.

„Klar, alles paletti auf dem sinkenden Schiff.“

„Dann gute Nacht.“, sagte der Portier. Er lächelte nur noch hinterher.

„Gute Nacht.“, Sie lächelten zurück und zeigten dabei alles: ihre Zähne.

Sie hatten „Plack“.

Julia war im Bett und schlief bei eingeschaltetem Fernseher.

Bill öffnete die Wohnungstür, und Julia fuhr erschrocken auf.

Bevor sie erkannt hatte, wer der Eindringling war, hätte sie ihn fast angeschrien.

„Du hast mich erschreckt, Bill!“

Ihre verschlafenen Augen funkelten vor Angst, dann vor Freude. Es waren keine salzigen Tränen aus ihnen geflossen. Sie sahen gut aus, ganz normal. Kein Schmerz. Keine Wut.

„Wieso bist du schon Zuhause?“, wollte sie wissen, setzte sich im Bett auf und lächelte.

„Ich wohne hier, wenn du es nicht bemerkt hast.“, sagte er schwächlich.

Sie lächelte und fragte: „Warum hast du nicht angerufen?“

„Muss ich anrufen, bevor ich nach Hause kommen darf?“

Julia lächelte und meinte: „Das wäre nett, ich könnte dann rechtzeitig meinen Liebhaber nach Hause schicken.“

Bill sah sie skeptisch und misstrauisch an.

Julia fing laut an zu lachen und schrie: „Komm her und küss mich!“

Bill beugte sich über das Bett und küsste sie. Er lächelte Julia an und küsste sie abermals.

Julia setzte sich neben ihn und er nahm ihre Hand.

„Was hast du noch zu essen da?“, fragte Bill.

„Warum gehen wir nicht aus?“, fragte Julia. „Wir könnten feiern, dass du ausnahmsweise einmal zu einer außergewöhnlichen Zeit nach Hause gekommen bist.“

Julia zog sich schnell etwas über.

„Gute Idee.“, sagte Bill.

Sie verließen das Appartement, überquerten die Straße und verschwanden in der Dunkelheit einer Nebenstraße.

Am nächsten Morgen, während sich Bill im Badezimmer duschte und Julia immer noch im Bett lag, versuchte sie darüber nachzudenken, was sie eigentlich wollte.

Das Leben schien sich verändert zu haben, aber hatte es das wirklich?

Julia denkt: Ich bin immer noch nicht verheiratet. Ich habe immer noch keine Kinder. Wird es je geschehen? Wenn ja. Wann denn endlich?

Am Mittag schickt Bill ihr Blumen aus dem Büro. Julia kam gerade zur Wohnungstür herein, denn sie war zur Jobvermittlung, wo es an der Tür klingelte und ein Boot von einem Blumenladen da stand.

Auf der Karte steht: „Alles wird wieder gut.“ „Ich liebe dich, Bill.“

Am Abend fragte Julia Bill: „Warum hast du mir Blumen geschickt?"

Bill lächelte sie an und gab ihr einen leidenschaftlichen, langen Kuss auf ihre Lippen.

„Das war so lieb von dir“, sagte sie.

„Ich wollte, dass du weißt, dass dich jemand liebt“, sagte Bill.

Einige Tage später, am Wochenende, fahren Bill und Julia mit dem Wagen nach Sylt, zum Surfen, Promi gucken oder FKK-Baden.

Sie starteten schon früh am Morgen. Julia steht spät auf und Bill kocht Kaffee. Julia ging ins Badezimmer und guckte in den großen Spiegel.

Geht zurück ins Schlafzimmer. Plötzlich drehte sie sich um und ging zu Bill in die Küche.

„Und was mache ich jetzt?“, denkt sie und versucht, sich Bill splitternackt im warmen Bett vorzustellen.

Julia haste das bröckelnde Eiland, doch Bill war süchtig danach. Sie hinterließen ihre Spuren im Sand und gingen in die Teestube Keitum.

Die Zeiten sind langsam vorbei. Die Zeiten, sich über Bill zu beschweren. Die Zeiten, alle halbe Stunde den Anrufbeantworter abzuhören, ob Bill angerufen hat.

Ja, dachte sich Julia, es wird letztendlich Zeit, einen Mann zu heiraten, und das Beste daran ist, dass es machbar ist.

Also entspannte sich Julia auf dem Sofa. Sie hat genug Zeit. Und Bill: Pass auf!

Es ist Wochenende und es regnet mal wieder über Hamburg.

Julia und Bill sind in Ihrem Stammrestaurant Jena Paradies. gab es die Klassiker wie Backfisch oder Wiener Schnitzel.

Abends trafen sich Künstler und sonst noch Leute aus der Szene.

Wo Julia und Bill sich wohl fühlten. Es ist voll, was Bill ziemlich nervt.

Und der Kellner, der ihnen immer einen Tisch gibt, ist nicht da.

Also warteten sie, bis sie endlich einen Tisch bekommen hatten.

Bill will genau das Gleiche essen wie Julia, und am Ende bestellen sie zweimal dasselbe. Backfisch.

Sie drehten sich um, und da stand ein ungewöhnliches Pärchen. Sie sah aus, als hätte sie die falschen Klamotten aus dem Second-Hand-Shop gegriffen, die drei Größen zu groß waren.

Julia lächelte und begutachtete ihre Fingernägel.

Plötzlich schlug Julia Bill so hart an den Kopf, dass er beinahe vom Stuhl gefallen wäre.

Sie sagte: „Nimm die Zunge wieder in den Mund und den Penis zwischen die Beine und sehe mich an.“

„Es gibt Frauen, denen es egal ist, ob ein Mann verheiratet oder verlobt ist“, dachte sich Julia, „sie wollen ihn trotzdem.“

Julia drehte durch, wenn Bill so unmögliche Dinge sagte wie „Schau mal!“ oder „Die da, die trägt keine Unterwäsche.“

„Du musst lernen, damit klar zu kommen“, sagte Bill.

Und Julia machte ein stinksaures Gesicht.

Ich ertrage es nicht mehr, denkt Julia, als sie am nächsten Morgen aufwachte. Sie liegt da und beobachtet Bill, bis er die Augen aufschlägt. Anstatt sie zu küssen, steht er auf und geht ins Badezimmer, denn er musste pinkeln.

Das war’s, denkt sie.

Als Bill zum Bett zurückkam, sagte sie: „Hör zu, ich hab nachgedacht.“

„Ach ja?“, fragte Bill.

„Wenn du nicht unsterblich in mich verliebt und verrückt nach mir bist“, sagte sie, „und wenn du mich nicht für die schönste Frau hältst, die du je gesehen hast, dann denke ich, wir sollten uns trennen.“

„Ist es das, was du willst?“, fragte Bill schockiert.

„Ist es das, was du willst?“, fragte Julia zurück.

„Nein, eigentlich nicht.“, sagte Bill.

„Ich will mit jemandem zusammen sein, der in mich verliebt ist.“, sagte Julia.

„Na ja, es gibt eben nie eine Garantie, für eine Beziehung.“, sagte Bill.

Julia zündete eine Zigarette an.

„Aber eine Garantie gibt es dafür“, sagte Julia, „könntest du wohl einen Kaffee kochen?" „Bitte?“

Julia lächelte und ging ins Badezimmer.

Bill ging ins „Multi-Cash“-Unternehmen, sagte guten Morgen und lehnte sich an die Wand und bewunderte von hinten den schwarz-ledernen Minirock, den Nicki sich angezogen hatte. Sein Blick ging bis oberhalb der Knie, wo die Nähte der schwarzen Nylons anfingen und sich hinabzogen zu den schwarzen Pumps. Dann arbeitete sich sein Blick langsam wieder an den Nähten hoch, um die Rundungen des knackigen Hinterteils zu bewundern. Am liebsten hätte er Nicki hier in diesem Flur gehabt.

„Ja, eine hübsche Aussicht.“, sagte Nicki.

Bill zuckte und fühlte sich ertappt. Doch er lächelte schmeichelhaft ihr zu. Jetzt starrte er an die kahle weiße Wand.

Nicki trat hinter dem Tresen der Anmeldung und sortierte die Akten.

Bill stellte sich an den Tresen und zuckte wieder zusammen. Noch wendete er den Blick von ihr ab. Nicki ging an den Aktenschrank, zog den linken Fuß aus dem Schuh und rieb sich mit ihm am rechten Fuß. Bill stellte fest, dass ihre Zehnnägel rot waren. Nicki lächelte Bill schamlos zu und schwenkte ihr Hinterteil und lehnte sich an die Fensterbank.

Sie sagten immer noch nichts, doch Bill konnte sich von Nickis Outfit nicht satt sehen. Und sie genoss Bill seine Blicke.

Sie drehte sich plötzlich um, und da waren sie. Die Knospen ihrer runden, straffen Brüste.

„Hast du nichts zu tun?“, fragte sie.

„Doch.“ „Ich wollte dich fragen, ob sich noch Kunden zu einem Außendienst angemeldet haben“, erwiderte Bill.

„Wozu brauchst du diese?“, fragte sie gereizt.

„Nun, äh, das ist nun eine Information, die ich von denen brauche.“ „Ich bringe sie dir gleich ins Büro.“, sagte Nicki. „Kein Problem“, sagte Bill und ging. Sie sah ihn lächelnd nach und zündete sich eine Zigarette an. Zwei Mitarbeiter starrten auf den engen Rock und die Pumps, als Nicki ihr Tresen verließ und langsam zu Bills Büro ging. Sie legte die Liste der Termine seiner Kunden für den Außendienst auf den Schreibtisch. „Danke!“, sagte Bill und beachtete sie nicht. Sie schloss die Tür hinter sich zu. Sie trat an den Schreibtisch, ließ ihren Rock fallen und stand plötzlich Splitternackt vor Bill. Und dann? Das können Sie sich wohl denken? Oder was glauben Sie?

 

 

Kapitel 12

Julia hatte sich die Haare machen lassen. Es scheint, dass sie sich ständig die Haare machen lässt, auch wenn sie ihrem Friseur sagt: „Ich kann mir das nicht leisten.“ Dann sagt er: „Sie können sich nicht leisten, es nicht zu tun.“ Als ob er wüsste, wie viel Geld Julia auf dem Girokonto hat. Friseure? Vor dem Abendessen stürzt Bill mit seiner Zigarette ins Schlafzimmer zu Julia. Julia saß in Gedanken auf dem Bett. Vielleicht kommt es daher, dass sie bei einer Freundin zu Hause zum Mittagessen eingeladen waren und Frauen mit Kindern dabei waren.  Julia war mit den Kindern und deren Spielzeug sehr beschäftigt.

Die Eltern kamen und brüllten ihre Kinder an, sie sollten ihr Spielzeug zusammenpacken.

Julia beschließt, dass sie Bill wieder ein wenig quälen muss.

„Glaubst du, wir sind uns richtig nahe?“, fragte Julia vor dem Einschlafen.

„Manchmal, wenn wir wilden Sex hatten.“, sagte Bill.

„Manchmal ist mir nicht genug.“, sagte sie.

Julia nervt ihn weiter, bis er darum bettelt, endlich schlafen zu dürfen.

Aber als sie am nächsten Morgen aufwachte, war das blöde Gefühl noch da.

„Warum tust du das?“, fragte Bill und ging am Bett vorbei.

„Ooch, nun sieh dir das kleine, traurige, zerknirschte Gesicht an“, sagte er, und Julia möchte ihn am liebsten erwürgen.

Ist das die Leidenschaft der Frauen?

Was glauben Sie?

Und dann auf einmal ist alles wieder gut.

„Was machst du gerade?“, fragte Julia.

Bill blieb still, rauchte die Zigarette und sah sie an.

Er arbeitete und steckte die Nase in seine Versicherungsverträge. Er war zu beschäftigt für Julia. Dennoch war ihm durchaus klar, dass die Isolierung, in die er sich begab, von Julia nicht unbemerkt blieb. Also arbeitete er noch mehr, um Julias nervigen Fragen zu entweichen.

Vielleicht würde Julia nicht argwöhnisch werden. Vielleicht konnte Geld ihm einen Schutzwall errichten.

Julia kam von Draußen, um ein wenig auf andere Gedanken zu kommen, und brachte für jeden eine heiße Pizza mit. Bill aß seine Tunfisch-Pizza, während Julia noch heißes Wasser auf die Teebeutel gegossen hatte. Dann setzte sich Julia zu Bill auf das Sofa und aß ihre Hawaii-Pizza.

Bill versuchte, den Blick auf seine Pizza zu richten, aber es war unmöglich.

Er funkelte Julia an.

Julia grunzte mit einem aufreizenden Lächeln.

Während der nächsten paar Minuten herrschte wieder Schweigen.

„Was ist los?“, fragte Bill.

„Nichts.“ „Es liegt nicht an dir.“, sagte Julia

„Sehr witzig“, sagte Bill.

„Tut mir leid“, erwiderte Julia.

Julia beugte sich zu Bill hinüber.

Er wagte es nicht zu reden.

Dreizehn Minuten später, ging Julia ins Badezimmer. Bill konnte hören, wie Julia in das Klo pinkelte, denn sie hatte die Badezimmertür offen stehen lassen.

Bill ging zum Fenster und schaute hinaus. Er beobachtete die Leute auf der Straße. Also schüttelte er den Kopf und schaute lächelnd aus dem offenen Fenster.

In diesem Moment schlich sich Julia an Bill heran und sagte leise: „Entschuldigung!“

Bill zuckte nicht zusammen und runzelte auch nicht die Stirn.

„Mir gehen ein paar Dinge im Kopf herum.“, sagte Bill, „aber darüber reden wir erst, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.“

Julia ruft von ihrer Freundin Leane an.

Bill ist ein bisschen sauer. Er hatte keine frischen Klamotten zum Wechseln.

Sitzte im Sessel und hatte nur noch eine blaue Jeans und ein graues Hemd und keine saubere Unterwäsche.

„Wenn mir das vor sieben Monaten passiert wäre, als ich noch Single war, wäre es nicht so tragisch.“, sagte Bill. Julia legte den Telefonhörer einfach wieder auf. „Stell dir vor, Leane.“, sagte Julia, „ich will schwanger werden, aber Bill will das nicht, also tut er jede Nacht so, als ob er kommt, kommt aber nicht, und geht dann ins Badezimmer und wichst sich einen.“ Leane lacht sich halb schief.

„Und ich guck jede Nacht und dein Baby-Video aus der Videothek.“

„Was für ein Weichei“, sagte Leane.

„Und er sagt, er will deswegen nicht, weil er noch nicht genug Karriere gemacht hat, um sich ein Kind leisten zu können“, sagte Julia.

„Und wie geht es dir?“, fragte Leane.

„Oh, mir geht's gut.“, sagte Julia egoistisch. „Ich glaube, ich bin schwanger.“

Leane weiß nicht genau, was sie davon halten soll.

Julia sieht, wenn die Frauen in der Stadt Kinder haben, dann geschieht etwas mit ihr. Sonst passiert es bei den Landeiern.

Manche Frauen bleiben normal.

Andere aber ganz entschieden nicht, wie Julia.

Sie wird ein bisschen verrückt.

Julia nimmt all die Energie und Aggression und ungelösten Probleme, die sie sonst in ihre Karriere steckt, wenn sie eine erfolgreiche Karriere hat, und wird das alles auf ihr Kind übertragen.

Stellen Sie sich das einmal vor!

Wenn es um Kinder geht, dann kann die ganz normale Stadtneurotikerin Julia, plötzlich total durchdrehen. Im Extremfall gibt es nur ein Wort für einen gewissen Typ, wie Julia: an unusual psychological woman.

Sie wissen nie, welche Frau es treffen wird oder in welcher Form, aber wie ich immer sage: „Es geht nicht um Liebe oder Fürsorge in einer Beziehung.“ Es geht um die Besessenheit des Partners. Bill ging ins Badezimmer, pinkelte. Julia war im Schlafzimmer und lag immer noch im Bett.

Plötzlich ging Julia ins Wohnzimmer. Sie ging ans Fenster, um frische Luft zu schnappen.

„Komm her!“, sagte Julia.

Neugierig kam Bill aus dem Badezimmer angetrabt.

Julia hielt ein kleines Päckchen mit Kondomen hoch. Bill griff nach dem Päckchen mit den Kondomen.

„Die benötigen wir.“, sagte Bill.

Julia stockte der Atem und wurde rot im Gesicht, der kalte Schweiß lief ihr den Rücken herunter.

„Ja, Bill.“, sagte sie leise. So dass Bill sie nicht verstanden hatte.

Zwei Tage später rief Julia Leane an.

„Das war heute der schlimmste Tag meines Lebens“, sagte sie. Ich wollte Bill sagen, dass ich schwanger bin.

Doch ich konnte es nicht.

Zuerst versuchte ich, mit ihm in den Park zu gehen und darüber zu reden.

Ich wusste nicht, wie ich anfangen sollte. Dann sah er mich an, als ob er sagen wollte: „Ich wünsche mir ein Kind von dir.“

„Ich muss noch einkaufen gehen.“, sagte Leane. Und legte den Telefonhörer auf.

Später am Abend rief Julia Bill in seinem Büro an.

„Ich wollte dir nur sagen“, begann sie; „Dass ich meine Tage nicht bekommen habe.“

„Oh.“ „Na dann… du bist schwanger?“, fragte Bill geschockt.

Julia legte auf, aber zwei Minuten später rief er zurück.

„Mir fiel nur gerade der Traum ein, den ich neulich hatte“, sagte Bill. „Ich habe geträumt, wir hätten ein Baby, und du kommst ins Schlafzimmer und sagtest, dass es ein Scherz wäre.“

„Ein Scherz?“, fragte Julia empört. „Was für ein Scherz?“

„Du weißt schon.“ Ein Scherz. „Jede Frau wünscht sich so sehr ein Baby.“

In den letzten paar Tagen geschahen einige scheinbar unzusammenhängende Dinge.

Bill lag im Bett und kurierte eine Grippe aus. Als das Telefon klingelte.

„Du stinkendes Stück Scheiße.“, sagte eine Frauenstimme.

„Wie bitte?“, fragte Bill. „Wer ist denn da?“

„Ich bins, Leane.“

„Oh.“, meinte Bill und wollte sich nicht nerven lassen. Mit seiner Grippe war er noch sehr benommen gewesen. So legte er den Telefonhörer wieder auf.

Julia kam durch die Wohnungstür. Sie war noch schnell zum Supermarkt.

„Wo bist du gewesen?“, fragte Bill. Der zu der Zeit im Bett geschlafen hatte.

„Ich habe dich ein paar Mal vom Handy angerufen, um dir Bescheid zu sagen, dass es ein bisschen später werden kann, aber nie hattest du abgenommen.“

„Ich konnte nicht“, sagte Bill.

„Ich weiß, Bill.“

Julia zündete sich eine Zigarette an. Sie dachte immerzu an das Baby, wie sie es Bill schonend beibringen kann, es ihm zu sagen. Denn es wussten schon alle ihre Freunde, doch Bill wusste es nicht.

Julia beobachtete Bill. Sie überlegte, ob sie wohl jemals etwas richtig machen würde.

Es wurde Mitternacht.

Julia saß im Wohnzimmer.

Sie ging ans Fenster.

Vor dem Haus gegenüber hielt ein Taxi.

Sie konnte einen Mann und eine Frau auf dem Rücksitz herumknutschen sehen.

Dann stieg die Frau aus. Sie trug einen weißen Trenchcoat.

Das Taxi fuhr weiter.

Es war Leane Uhle.

Zwei Minuten später, klingelte es an ihrer Tür.

„Leane!“, sagte Julia. Du kommst spät. 

„Ach, Julia.“ „Könntest du mir sagen, was mit dir los ist?“, fragte Leane.

Julia sah Leane fragend an und schwieg für einen Augenblick.

„Wie wäre es mit einem Drink?“, fragte Julia.

„Einen kleinen.“, sagte Leane.

„Weißt du, ich habe nicht alles so im Griff, wie jeder denkt“, sagte Julia. „Warum ziehst du nicht deinen Trenchcoat aus?“

„Setz dich hin.“ „Willst du Sex?“, fragte Leane.

„Träume weiter!“, antwortete Julia. „Wer war der Mann, den du im Taxi geküsst hast?“, wollte Sie wissen.

„Nur einer von den Männern, die ich entweder nicht will oder nicht haben kann“, sagte Leane.

Bill war im Schlafzimmer und schlief fest im Bett. Dabei bemerkte er nicht einmal die beiden kichernden Frauen im Wohnzimmer.

Julia ging zur Schlafzimmertür und sah nach Bill.

„Komm her, Leane!“, rief Julia plötzlich leise.

„Seh' dir deinen Bill an.“ „Sieh nur, wie schön er ist!“, flüsterte Leane.

Am nächsten Morgen kam Julia gerade vom Einkaufen aus dem Supermarkt, denn es kommen Gäste zu ihrer Geburtstagsfeier.

„Schätzchen!“, rief Bill. Der von einem Hausbesuch aus der Nebenstraße kam. „Du siehst großartig aus!“

„Du auch“, sagte Julia.

„Du musst mit mir zu Mittag essen!“, sagte Bill.

Julia lächelte und sagte zu.

Sie fuhren ins Bok. Eine japanisch-koreanische Tai-Küche. Sie wollten einen Tisch hinten am Fenster in der Ecke, wo sie rauchen konnten und sie niemand störte.

Sie setzten sich hin und Bill zündete sich eine Zigarette an.

Bill und Julia bestellten beim Kellner Sushi, scharfen Fisch und einen fruchtigen Wein dazu.

Bill und Julia dachten an ihre tollen Zeiten zurück.

„Also, wir verrückten Jungs gingen zu diesem FKK-Strand“, sagte Bill. „Da waren all diese temperamentvollen Leute, die alle voll normal waren, außer dass sie splitternackt waren.“ Wir sahen die großen, prallen Titten der ganzen gut aussehenden, schlanken und dicken Tussis. Und keiner von diesen Nackten hatte sich daran gestört, dass wir geglotzt haben. Dicke Dinger und flache Dinger überall um uns herum. Also, die hypnotisierten uns, so dass wir nackte Paare analysiert haben oder so was. „Das war der geilste Tag unseres langweiligen Lebens.“

Julia lacht und nippte an ihrem Wein. Und Bill zog an seiner Zigarette.

„Lotto ist cool.“, sagte Julia. „Wie sagte meine Mutter, als ich noch ein kleines, unerfahreneres, unschuldiges Mädchen war: „Alles, was du brauchst, um unabhängig zu sein, sind einen fünf Euroschein und einen Traum.“

„Und wenn du nen nassen Schein hast, kannst du einen feuchten Traum haben“, sagte Bill und lachte.

„Ich bekam mein schwer verdientes Geld von meiner armen Mutter und von meiner reichen und lieben Oma.“ Sie bezahlten mich, damit ich denen von der Pelle bliebe. „Natürlich behielt ich diesen Job“, sagte Julia.

Dann erzählte Bill, was er so als Anhalter erlebte.

„Ich war per einsamer Anhalter unterwegs, um geile Weiber aufzureißen, aber statt dessen traf er diesen Besserwisser von Kerl, der behauptete, er wäre Gott.“ „Aber ich glaubte nicht, dass er Gott war.“, sagte Bill. „Denn wenn du Gott wärst, könntest du über Wasser laufen und die schwarze Katze von meiner hysterischen Nachbarin ans Kreuz nageln, und damit sich meine schrecklich, meckernde Nachbarin so richtig erschrecken kann, soll diese glückliche Katze dann nach drei Tagen wieder erwachen und durch den grünen Garten spazieren.“ Und das konnte er nicht. Im Fernsehen, in einer Reportage, sagten sie, er wäre ein Sektenführer oder so was, was absoluter Mist war, weil er überhaupt keine Insekten hatte. „Aber Gott steht auf Männer, die leichten Fummel tragen.“

Julia verstand diese Geschichte nicht und erzählte Bill über ein Erlebnis im Autokino.

„Als meine drei Freundinnen und ich ins Autokino schlichen, wurden wir von dem Arsch dieser hässlichen Tussi terrorisiert“, sagte Julia. „Also, dieser schwitzige Arsch war so fett, wenn der auf dir säße, könnte er dich in einen kleinen Brühwürfel pressen, wie eine stinkende Müllpresse oder so was.“

Die gefräßigen Leute schauten schon Julia und Bill genervt an, denn sie verfolgten ihr aufregendes Gespräch aus Neugier.

Denn dumme und arrogante Leute sind eben neugierig.

Sagt man.

„Los, wir zahlen und verschwinden!“, sagte Julia, „Und wenn wir zu Hause sind, ziehst du dich aus!“

„Ja. Lass uns alles ausziehen und, naja, herumlaufe und so'n Zeug, aus dem B. Katalog.“, sagte Bill. „Oh-Oh.“ „Ich hab' ein Rohr.“

„Entspann dich!“, sagte Julia, lachte laut und küsste Bill auf den Mund.

Mit der Hand griff Julia Bill in den Schritt, um zu prüfen, ob er nicht gelogen hatte.

Nah. Was meine sie?

Hat er?

Oder hat er nicht?

Julia konnte sich immer noch nicht erklären, warum sie Bill von ihrer Schwangerschaft nichts erzählte. Vielleicht war der richtige Moment noch nicht da oder sie hatte Angst, vor Bills Reaktion.

Oder vielleicht die Atmosphäre im Restaurant.

Am Wochenende schlief Julia mit Bill. Julia wollte es eigentlich nicht. Sie standen auf dem steinernen Treppensatz und scherzten miteinander rum, wie die Kinder, als Bill plötzlich wie ein aufgescheuchter Vogel herabstieg, gewissermaßen, und Julia küsste. Julia wehrte sich nicht. Sie landeten im Bett, und als Bill auf sie lag, erinnerte sie sich, dass sie zuerst das Gefühl hatte, erstickt zu werden. Und dann hatte sie das Gefühl, mit einem kleinen, unerfahrenen Jungen zu schlafen, denn er berührte Julia anders. Doch wie konnte sie sich nicht erklären?

Aber zum ersten Mal, nach langer Zeit, war der unerwartete Sex toll. Julia hatte eine Art Erleuchtung. Vielleicht würde sie mit einem tollen Typen, der nett war und sie verehrte, glücklich werden. Trotzdem hatte Julia Angst, Bill anzusehen, als sie aufwachten.

Zwei Wochen, nachdem Julia und Bill einen Stadtbummel machten, gingen sie zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung für ein Museum. Es war ihr origineller und offizieller Auftritt als Pärchen. Und wie es für eine Beziehung bald typisch ist, war es ein einziges Fiasko. Julia war eine Stunde zu spät dran, sie war im Badezimmer und vor dem Kleiderschrank nicht fertig geworden. Und dann konnten Sie kein Taxi finden. Sie mussten zu Fuß gehen. Bill hatte den ganzen Tag nichts gegessen und war kurz vor dem Umfallen. Später bestand Julia darauf, zu tanzen, wobei Bill im Prinzip nichts anderes tat, als Julia in andere starren Tanzpaare hineinzuschleudern. Dann rauchte Bill eine Zigarette. In der Zwischenzeit erzählte ihm jeder, was für ein toller Typ er doch sei.

Am nächsten Morgen fing Julia an zu zicken. „Findest du nicht, du solltest Sport treiben?“, fragte sie.

„Warum sollte ich?“, fragte Bill.

Danach begann plötzlich alles an Bill, Julia aufzuregen.

Jeden Tag versuchte Julia, Bill ins Fitnesscenter zu treiben, und sie war dabei.

Pech für Bill.

Die kleine Feier von Julia mit einigen Freunden verlief in etwas gedämpfter Stimmung. In einer dunklen Ecke flüsterten Julia und Andrea miteinander und versuchten, sich in dem schwachen Kerzenlicht anzulächeln. Es war schwierig.

Die anderen nippten an ihrem Drink herum, versuchten, zu lächeln und sich zu unterhalten, aber die meiste Zeit waren sie unruhig und schauten immer auf die Uhr. Julia und Leane gingen in die Küche und machten für jeden einen starken Kaffee, und Bill verschwand ins Badezimmer, um zu pinkeln. Er ließ im Vorbeigehen den Blick auf Peter, Fritz und Andrea schweifen. Aus der Küche brandete zynisches Gelächter auf.

Alle tranken einen Schluck Kaffee und lächelten, während Julia den Blick über das besetzte Sofa schweifen ließ. Niemand betrachtete sie.

Bill ging zur Stereoanlage und legte eine Kuschel-Rock-CD auf.

Julia lächelte und starrte auf Bill, der sich wieder in den Sessel setzte.

Peter fuhr sich mit den Fingern über die Kehle, und alle anderen schwiegen.

„Was wäre, wenn Morgen die Welt untergeht?“, fragte Bill.

„Ich würde darüber nachdenken, was ich so alles verpasst habe“, sagte Andrea.

„Würdet ihr etwas vermissen, was euch wirklich zufrieden und glücklich gemacht hat?“, fragte Bill.

„Nein“, erwiderte Fritz.

„Siehst du.“ Du lebst nicht richtig. „Du hast gewartet, gewartet und gewartet, bis du selber daran glaubst, dein Traumprinzen oder etwas Gutes für dich gefunden zu haben, und damit voll zufrieden bist“, sagte Leane. „Ist das das originelle und aufregende Leben?“ 

„Du spinnst, Leane!“, sagte Peter. „Ich bin zufrieden mit meinem Leben und Leane an meiner Seite, mit dem, was ich habe, und das, was ich will, bekomme ich irgendwann auch noch.“

„Warum nicht Heute?“, fragte Bill. „Es gibt nichts Gutes, und keiner ist dafür verantwortlich, außer du tust es für dich selbst.“ Damit es dir gesundheitlich gut geht.

Leane trank ihren letzten Schluck Kaffee. Fritz sah auf die Uhr und ließ den müden Blick über die anderen auf dem Sofa schweifen, die alle Zigaretten rauchten, ihren letzten Schluck kalten Kaffee tranken und sich vertieft über das Thema Weltuntergang unterhielten.

Andrea zupfte mit der Hand ihre angelegten Haare locker.

„Gut, wir werden jetzt aufbrechen und euch verlassen.“, sagte Leane. „Julia, wir telefonieren dann noch irgendwann.“

„Ja.“, sagte Julia.

Bill und Peter sahen sich an, als wollten sie ihre Frauen fragen, was sie noch zu erzählen hätten.

Sie reichten sich alle die Hand, und es gab auch noch ein Küsschen.

„Bill.“ „Wir sehen uns dann!“, sagte Peter.

Am nächsten Freitagvormittag kam Nicki zu Bill ins Büro und sie hatte eine großartige Woche.

„Hattest du je eine von diesen Wochen, wo… wie soll ich es dir sagen?“ „Du bist auf einer Party und jeder Typ will was von dir?“, fragte Nicki.

„Nein, ich steh nicht auf Typen“, sagte Bill. „Aber ich fand immer, dass du bezaubernd und elegant aussiehst.“

Julia bedankte sich bei Bill für das Kompliment mit einem herzlichen Lächeln.

„Aber ich hatte Angst vor dir“, gab Bill hinzu.

„Angst? „Vor mir?“, sagte Nicki und lachte laut.

„Du bist klug. „Und cool“, sagte Bill, „Dass ich gedacht habe, du könntest mich in der Luft zerreißen, wenn es nicht alles nach deiner Nase geht.“

„Du denkst also, ich bin ein falsches Biest.“

„Nein“, sagte Bill eingeschüchtert und versuchte sich aus seiner verflixten Lage herauszureden. „Ich dachte nur, dass ich nicht mithalten könnte.“

„Und jetzt?“, fragte Nicki und kam ganz nah an Bill heran, so dass sie seinen Atem spüren konnte.

„Ich weiß nicht…“, sagte er verdutzt.

„Ich mag es, wenn reife Männer mich für klüger halten als sich selbst“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Weil es meistens stimmt.“

Sie gingen zum Abendessen. Und bestellten sich einen Drink nach dem anderen.

„Oh Gott, Nicki.“, sagte Bill aufgeschreckt. „Ich kann es nicht glauben, dass ich hier mit dir sitze, denn Julia wartet schon auf mich zu Hause.“

„Warum nicht?“, fragte Nicki und hob ihr Glas Sekt. „Und wer ist Julia?“, erwähnte sie abwegig. Und sie fing an, herumzuknutschen. Nicki berührte sein Ding in der Hose und es war groß. Ziemlich groß sogar in ihrer Hand. „An diesen ziemlich großen, harten Eiern ist echt was dran“, sagte Nicki später zu Bill. „Diese Pracht macht mich ganz wild aufs Vögeln.“ Sie gingen auf die Damentoilette. In diesem Augenblick, wo Bill die Tür zudrückte, steckte Nicki ihm die feuchte Zunge tief in den Mund. Dabei hatte sie sofort die stärkste Erektion, die sie sich gewünscht hatte. Nicki öffnete Bills Hose und nahm seinen steifen Penis heraus und nahm seinen Schwanz in den Mund. Sie erlebten ein paar Momente der reinen Lust.

 

 

Kapitel 13

Die launische Julia und der ausgeglichene Bill unternahmen eine abenteuerliche Schiffstour Galapagos.

Vier sonnige und heiße Tage und drei lange Nächte mit einer kompetenten Reiseleitung.

Am regnerischen Sonntagmorgen in Hamburg ging es mit dem Taxi zum Flughafen und Sie nahmen den Flug mit der Tame nach Galapagos, mit einer Zwischenlandung in Guayaquil.

In Baltra erwartete sie ihr deutschsprachiger Reiseleiter Joe Klose und er begleitete sie zum Hotel „Fernandina“. Vom Flughafen bis zum Kanal Itabaca sind es circa fünfzehn Minuten mit dem Bus. Dort überqueren Sie dann mit einer Fähre den Kanal von Itabaca. Wenn nichts dazwischenkommt, brauchen Sie nur zehn Minuten mit der Fähre.

Mit dem Bus und dem Busfahrer mit dem rasanten Fahrstil ging es circa eine Stunde über die gesamte Insel bis zum Hotel „Fernandina“.

Nach dem Zimmerbezug hatten Bill und Julia ein wenig Zeit zum Entspannen. Und das taten Sie dann auch ausgiebig und nahmen erst einmal eine kalte Dusche, denn am Nachmittag ging die Tour schon weiter.

Am Nachmittag stand ein Besuch der Charles Darwin-Station auf dem Tourenplan. Dies ist die einzigartige Fauna und Flora der Galápagosinseln, die von der Charles Darwin-Forschungsstation überwacht wird. Ein Zentrum zur Erforschung und Bewahrung der einzigartigen Tierwelt der Galápagosinseln.

Bill und Julia konnten dort die Station der Riesenschildkröten bewundern, die bis zu zweihundertfünfzig Kilo schwer und ein Meter fünfzig lang werden können.

Außerdem hatten sie die Möglichkeit, ein Aufzuchtzentrum der kleinen Elefantenschildkröten zu sehen. Die Julia so süß fand und die sie mit nach Hause nehmen könnte, wie sie wollte. Nur Julia könnte nicht und sie darf nicht. Sowie andere vom Aussterben bedrohte Tiere, die sie auch mal wieder süß fand und knuddeln könnte. Dennoch gab es ein Informationszentrum „Van Strählen“ für Julia, welches über die Entstehung der Insel ausführlich informierte.

Abendessen für das Nervenbündel, Julia und den hungrigen Bill gab es im Hotel „Fernandina“.

Während der nächsten Tage unternehmen Julia und Bill tägliche Ausflüge zu den verschiedenen Inseln.

Der erste abenteuerliche Tag der Galapagos-Tour ist zu Ende. Und der nächste Morgen fing mit einigen Schmerzen der Körperglieder an, weil

sie nicht mehr an diese Belastung, wie Sonne, Wärme, nette Leute und so weiter, gewohnt waren. Das amüsierte sogar den Rotflusstölpel.

Bill war noch nicht ganz wach. Julia stand schon unter der kalten Dusche. Bill stieg aus dem Bett und ging ans offene Fenster.

„Für mich ist das Zeitverschwendung, diese langen Pausen zwischen den Tourentripps“, sagte Julia aufmotzend, denn sie wollte sich mit dem müden Bill anlegen.

Nur so, ohne Grund.

„Dann geh doch!“, sagte Bill.

„Du langweilst mich.“ „Ich werde frühstücken.“, sagte Julia.

„Ich komme mit“, sagte Bill. „Wenn ich mich geduscht habe.“

Also setzte sie sich in den Sessel und wartete auf Bill und schmollte.

Nach dem Frühstück fuhren sie auf die Insel Plaza. Hier fanden sie große Populationen an Meeresechsen, Landleguanen und Seelöwen, wovor Julia sehr großen Respekt hatte. Bill wollte sogar einen von den Landleguanen streicheln. Doch es klappte nicht, weil Julia aus Angst lauter schrie als seine Klassenlehrerin. Und durch das laute Gekreische bekam der Landleguan mehr Angst als der Reiseleiter Joe Klose. Charakteristisch für die Vegetation ist der rote Korallenstrauch, dessen leuchtend rote Farbe in der Trockenzeit von Weitem ins Auge sticht.

Die Insel Nord Seymour ist Heimat der Blaufußtölpel und Möwen. Hier werden Julia und Bill die Seelöwen und Landleguane beobachten können. Und Julia findet alles einmal wieder „süß“ und „niedlich“.

Was Bill auch wieder mal nervte.

Am letzten Tag ging die Tour auf die Insel Santa Cruz, wo Bill auf der Tour einen älteren Reisenden kennen lernte, der Herbert Grunefeld hieß, Immobilienmakler war und aus Frankfurt am Main kam. Er lud Julia und Bill zu einem Drink ein. Später erzählte Herbert Grunefeld Bill, wie er sein gewinnbringendes Geschäft mit den Banken abwickelte und in den neuen Bundesländern den meisten Gewinn erzielte.

Die Ämter im Osten und Westen sind sich immer noch nicht einig, nach ungefähr zehn Jahren, wem die Immobilien im Osten gehören. Wie Herr Herbert Grunefeld immer wieder im Gespräch mit Julia und Bill erwähnte: „Kleider machen Leute“. So geht er zur Bank, hat den Anzug von Wolfgang an und erzählt den Bankern etwas von neuen Häusern und viele neue interessante Arbeitsplätze. Und schon klingelte es in der Geldbörse von Herrn Herbert Grunefeld. Und wenn das ganze Projekt daneben ging, dann war die Bank versichert.

Du musst eben gut klingen, wahrheitsgetreu, dachte sich Bill, denn mit den Versicherungen ist es fast genauso wie mit den Kunden. Denen muss er auch viel erzählen und mehr verkaufen.

Julia langweilte sich bei diesem Gerede von den Männern.

So quengelte Julia Bill, um ihn von Herrn Herbert Grunefeld wegzubekommen.

Damit Julia nicht den letzten Tag noch mit seinem langweiligen Gequatsche verbringt.

So verbrachten sie noch einige schöne Stunden auf der zweitgrößten Insel des Archipels,

Die vor allem wegen der Charles-Darwin-Forschungsstation ein Muss für Julia und Bill sowie die Besucher von Galapagos ist.

Am späten Nachmittag kamen sie an das Ende dieser aufregenden Reise der Galapagos für Julia und Bill und nahmen den Rückflug nach Quito. Dann weiter nach Hause, nach Hamburg.

Abends gingen Julia und Bill Essen ins Cox, nachdem sie gestresst aus dem Ecuador kamen. Eigentlich wollten sie sich ja einmal eine „Aus“-Zeit gönnen und über alles reden können. Doch es war nicht so geschehen. Julia ist schwanger und Bill hat immer noch keine Ahnung, aber ihre Freundinnen wissen um so mehr.

Oder was meinen Sie?

Das Restaurant Cox, ein neudeutsches Restaurant auf höchstem Niveau und in gewagten Kombinationen. Sagt man.

Julia bestellten sich beim Kellner Strudel vom Lachsfilet und Sauerkraut auf Rote-Beete-Gemüse in Dill-Sahne. Mit einem guten Wein rundeten Sie den Abend ab. Julia sagte etwas, und Bill sagte: „Das ist aber dumm.“ „Ach wirklich?“ »Wie interessant.« Dass du mich dumm nennst. „Vor allem, wo ich klüger bin als du.“, sagte Julia.

Bill lachte laut und sagte: „Wenn du das glaubst, dann bist du wirklich dumm.“ Ihre Frauen wollten immer nur das Eine, weiß heiraten, viele Kinder kriegen und einen reichen Mann, wo sie nach der Trennung abkassieren können. Ihr seid wie eine Zigarette, die drauf stehen müsste. Eine Frau gefährdet die Männer und ihre Ersparnisse. Ja. „Eine Frau muss immer am Glühen bleiben, geht sie aus, ist sie weg.“

„Verarsch mich nicht!“, schrie Julia.

Sie lehnte sich über den Tisch und war plötzlich so wütend, dass sie nicht mehr wusste, wer sie war.

Bill hatte bei Julia den empfindlichen Punkt getroffen.

„Wenn du mich verarschst, wird es mein besonderes Anliegen sein, dich fertig zu machen“, sagte Julia. „Und ich bin noch überzeugt, dass mir das riesigen Spaß machen wird.“

„So schnell kannst du gar nicht denken, um mich zu verarschen“, sagte Bill.

„Das brauche ich auch nicht“, sagte Julia, „hast du das immer noch nicht kapiert?“

Julia nahm sich eine Zigarette und zündete sie an. Nahm einen tiefen Zug und atmete den Rauch tief ein und wieder aus.

Laut sagte sie: „Tut mir leid.“ »Ich bin nur ein bisschen angespannt.«

Am nächsten regnerischen Morgen, als sie in der Stadt waren, sagte Bill: „Also.“ „Ich ruf dich später über deine Handynummer an.“

„Du rufst mich an?“, wiederholte Julia laut. „Du glaubst, wir sehen uns heute Abend später?“

„Ich weiß nicht“, sagte Bill. „Vielleicht ist es besser, damit du wieder bessere Laune hast, wenn ich komme.“

„Aber sie ist besser.“, sagte Julia und lächelte laut.

Julia rief Bill überraschend im Büro an.

Er sagte: „Ich weiß nicht recht, ich habe noch einige Verträge durchzusehen.“

Julia lachte und sagte: „Ach, komm schon, mein Dicker.“ Darf man nicht mal schlechte Laune haben? Das ist doch kein Weltuntergang. So ist das nun mal in leidenschaftlichen Beziehungen. Ich habe gesagt, dass es mir leid tut. Was soll ich denn noch tun?

„Ich will keinen Krach und keinen Stress“, erwiderte Bill.

Ich verspreche dir, dass ich ganz lieb bin. Bin ich jetzt nicht lieb und brav? Siehst du? „Keine schlechte Laune mehr.“

„Hm.“, sagte Bill skeptisch mit schwerer Stimme.

Die schwarzen Gewitterwolken und der heftige Regen brachten Bill in keine gute Stimmung.

Er schaute aus dem geschlossenen Fenster und aus dem Regen war ein schwerer Wolkenbruch geworden.

Bill zündete sich eine Zigarette an.

Plötzlich klopfte es kurz an der Tür und Nicki stand drin.

Bill war erschrocken und sah sie nichts sagend an.

„Bill, es regnet auf den Straßen in Strömen“, sagte Nicki.

„Oh, sieh dir die Wolken an!“, sagte Bill.

„Schwarz und dick“, sagte Nicki, und sie bewegte sich nicht von der Stelle. „Ich werde die ganze Woche keinen Bikini brauchen.“

Bill lächelte und begann ihre Beine zu streicheln.

„Ich hoffe sogar…“, sagte Bill, doch Nicki unterbrach ihn.

Was? „Du meinst, du willst tatsächlich jetzt Sex?“, fragte Nicki lächelnd und drehte sich zu ihm um und steckte ihm die Zunge in den Mund. Julia knöpfte Bill das weiße Hemd auf und küsste seine beharrte Brust. Es wurde heftig, nicht leidenschaftlich, aber sie taten sich ein wenig weh dabei und sie bereuten es nicht.

Nach einer Stunde begann das Gewitter sich zu verziehen.

Der Regen ließ nach, wurde zu einem sanften Nieseln, dann hörte er ganz auf.

Der Himmel wurde heller, die dunklen, niedrig hängenden Wolken verließen das kalte Hamburg.

Bill und Nicki verließen die „Multi-Cash“-Etage und wanderten ziellos die Einkaufspassage in Richtung U-Bahn. Gelegentlich dachte Bill an Julia.

In der U-Bahn-Station trennten sie sich, denn beide hatten eine andere Fahrstrecke.

Graue und weiße Wolken, die letzten Überbleibsel des Gewitters, hingen tief am Horizont und gingen mit der Sonne unter. Die dicken Wolken wurden schwarz und lösten sich auf. Ein depressiver Sonnenuntergang in Hamburg. Sehr ängstlich und vorsichtig öffnete Bill die Appartementtür. Julia kam ihn entgegen und küsste Bill auf die Wange.

Julia schaltete das grelle Licht aus und kehrte mit Bill ins Schlafzimmer zurück.

Bill war jetzt völlig hinüber und schlief sofort ein. Was Bill noch nie getan hatte. Es war halb zehn. Julia nahm sich die buntgestreifte Decke vom Hocker und deckte Bill damit zu.

Sah Bill verliebt an und legte sich neben ihn. Sie berührte sanft seine Schulter und schlief ein.

Am nächsten Morgen erwachte Bill erschrocken und sprang aus dem Bett.

„Julia, wir haben verschlafen.“, sagte Bill. »Ich muss an die Arbeit.« »Ich bin jetzt schon zu spät dran.«

Julia brummte „Ja?“.

„Was ist mit heute Abend?“, fragte Bill. „Ich bin da.“, brummte Julia. „Gut.“, sagte Bill, „Und jetzt muss ich duschen.“  „Weck mich auf, wenn du fertig bist!“, brummte Julia hinterher.

Diese Woche entwickelten sich die Geschäftsführer im Außendienst im Versicherungswesen des „Multi-Cash“-Unternehmens zu genervten Workaholics. Jeder Mitarbeiter tat so, als hätte er das Höchstmaß an Stress, und lief auf vollen Touren, um Neukunden zu gewinnen. Angetrieben von purem Adrenalin und keine Momente von Schwäche zeigen. Und Angst, Angst davor, die Voraussetzungen vom Chef nicht zu erfüllen. Angst davor, den Telefonhörer abnehmen und vom Kunden mitgeteilt zu bekommen, dass er keinen Bedarf an einer Dienstleistung des Versicherungsschutzes hat.

Die aufgehetzte Stimmung war unter den Geschäftsführern und den anderen Außendienstmitarbeitern gereizt. Lockere Unterhaltungen wurden gemieden. Jeder dachte nur noch an sich selbst.

Klaus Schöbel war über Nicki hergefallen und hatte sie beschimpft, weil sich der Aktenordner nicht angefunden hatte, wo er sonst gelegen hatte. Ja, auch Bill Fink hatte Klaus Schöbel beschimpft, und gemeinsam hatten sie sich erneut den Kundenbestand hindurch gewühlt.

Herr Schöbel sagte, er überlegte, ob Bill sich nicht einen liquiden Kunden suchen sollte.

Einer, der sich gut und hoch versichern wollte.

In der Mitte des Flures war eine dunkle, zornige Stimme zu hören. Reiner Schmidt, Geschäftsführer des „Multi-Cash“-Unternehmens, saß an seinem Schreibtisch und sagte hässliche Komplimente zu seinem Computer. Es hörte sich aber an, als wäre es seine eitle Frau gewesen.

Die anderen Büros waren dunkel und abgeschlossen, denn die Mitarbeiter waren schon weg.

Bill hielt kurz den Atem an und „erstickte fast“.

Nein... ! Bill steckte einen Schlüssel in seine Tür.

Er schloss die Tür ab und schaltete das helle Licht aus und ging den dunklen Flur entlang. Bill schaute sich um, ob noch jemand im Haus wäre. Im dunklen Haus herrschte Totenstille.

Bill dachte kurz an die bisherige stressige und nervige Zeit, und es war für ihn erstaunlich, was in wenigen Wochen und Monaten alles passieren kann.

Bill ging davon, und es ist spät geworden. Einundzwanzig Uhr.

Gegen dreiundzwanzig Uhr kam Bill nach Hause und ging gleich zu Julia ins Bett. Hunger hatte er nicht mehr.

In dieser Nacht träumte er, dass Julia eine Affäre mit einem dunkelhaarigen Mann hatte.

Julia ging in ein nobles Restaurant, und Julia war da mit dem großen und kräftigen Mann, und der Mann saß neben Julias Stuhl und küsste sie.

„Was machst du da?“, wollte Julia wissen.

„Nichts.“, sagte er dumm und naiv.

„Ich will es wissen!“, forderte Julia ihn auf.

„Ich habe mich in dich verliebt“, sagte dieser Mann, der sich an Julia heranschleimen wollte. Julia hatte dieses altbekannte, stechende Gefühl von Schmerz und Fassungslosigkeit. Julia blieb stumm und bewegte sich nicht.

Doch plötzlich sprang sie auf und ging nach draußen. Julia zündete sich eine Zigarette an und als sie den Rauch einatmete, erkannte sie, dass dieser Typ und seine Gefühle ihr gegenüber nicht wichtig waren.

Bill wachte auf.

„Hast du schlecht geträumt?“, fragte Julia. „Komm her zu mir.“

Und der verrückte Traum hing noch ein paar genervte Tage in der Luft.

„Was soll ich machen?“, fragte Bill.

„Mit einem Traum kann ich es nicht aufnehmen“, sagte Julia.

Sie saßen im Wohnzimmer auf dem Sofa, und Julia ließ ihre nackten Beine über die Sofalehne baumeln. Das Licht der Sonne war fast weiß.

„Glaubst du, dass wir genug reden?“, fragte Julia.

„Nein.“, sagte Bill, „Nein, vermutlich tun wir das nicht.“

Später fuhren sie mit dem Wagen herum und waren beim Italiener Eis essen. Zum Mittagessen redeten sie darüber, wie schön es war und wie entspannt sie sich fühlten.

„Ein Mensch kann sich nur so lange anstrengen, bis er müde wird oder das Interesse verliert“, sagte Bill.

Julia versuchte Bill in die Augen zu schauen. Eine Weile sagte keiner mehr etwas.

Schweigen.

„Wie kommt es, dass du nie „Ich liebe dich“ sagst?, fragte plötzlich Julia.

Bill war erschrocken und sagte: „Weil ich Angst habe.“

Julia grinste und sah in den wolkenlosen Himmel.

„Julia, ich habe Angst, wenn ich „Ich liebe dich“ sage, dass du dann denkst, wir müssen heiraten. Als sie zu Hause angekommen waren, ging Julia ins Badezimmer und stellte sich vor den Spiegel. Was wäre, wenn ich wirklich schwanger bin?, fragte sie sich. Julia würde es Bill nicht sagen.

Heimlich eine Abtreibung machen lassen und nie mehr mit ihm sprechen.

Oder sie würde das Kind bekommen, denn wann sollte sie denn sonst Kinder bekommen, dachte sie sich.

Und über dreißig Jahre war sie auch schon.

Julia würde es großziehen, aber das konnte schwierig werden.

Was wäre, wenn sie ihn so sehr hasste, weil er nicht mit ihr zusammen sein wollte, dass Julia am Ende das Kind dafür hasste?

Julia kam aus dem Badezimmer und musste sich mit Bill streitet.

„Du bist einfach ein Arschloch“, schrie Julia, „wie alle Männer.“

„Geht es dir gut?“, wollte Bill wissen.

„O ja, mir geht’s prima“, antwortete sie und ließ sich in den Sessel fallen.

„Als ich dich kennenlernte, da mochte ich dich.“, sagte Bill. „Dann mochte ich dich sehr.“ Und jetzt ... liebe ich dich."

„Du bringst mich zum Kotzen“, sagte Julia.

„Warum?“, fragte Bill. „Bei all den Typen, mit denen du schon gefickt hast.“ „Warum suchst du dir da mich aus?“

„Wer hat gesagt, dass ich das tue?“, fragte Julia zynisch und grinste Bill eiskalt ins Gesicht. „Was soll das jetzt?“, fragte Bill.

Am nächsten Morgen war Bill wieder fröhlich wie immer, doch Julia war genervt.

„Hilf mir, eine Krawatte auszusuchen!“, sagte Bill, so wie er es immer tat, wenn er sich nicht entscheiden konnte.

Er hielt die bunten Krawatten an seinen dunklen Anzug.

Julia schielte kurz auf und sagte brummend: „Die da!“

Sie sank in die Kissen und schloss die Augen.

„Aber du hast sie kaum angesehen.“, sagte Bill.

„Das ist mein letztes Wort.“, sagte sie.

„Ach so.“ „Du bist immer noch stinkig“, sagte Bill.

Am Nachmittag machte Bill früher Feierabend. Verknotete seine Joggingschuhe und ging in den Park, um ein paar Runden zu laufen. Als er wiederkam, lag Julia deprimiert auf dem Sofa, zugedeckt mit einer Wolldecke. Es gab kein sentimentales Gerede wie „Schatz“ oder „Liebes“. Die Unterhaltung, wenn es eine gab, war kühl und gezwungen. Bill traute sich auch nicht weiter nachzuhaken, wie es ihr gehen mag, oder so. Er trug es mit gezwungener Fassung und ging ins Badezimmer, um sich zu duschen.

Julia beschloss, Bill zu verlassen. Sie packte schnell ein paar Sachen in den Reisekoffer, damit Bill nichts mitbekommt, solange er noch im Badezimmer ist, unter der Dusche steht und duscht.

Sie fuhr zu Ihren Eltern.

Nichtsdestotrotz: Später stellte der Gynäkologe bei Julia fest, dass sie seit einigen Monaten schwanger sei, und gratulierte ihr.

Julia suchte sich eine Wohnung und ihre Eltern unterstützten sie wie immer.

Vor kurzem kaufte sie ihrer Tochter das erste Kleidchen, obwohl sie noch nicht wusste, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.

Doch ein Mädchen wünschte sie sich so sehr.

Im Büro war es ruhig für einen Montagmorgen.

Eine Handvoll nervöse Türklinkerputzer und ein Dutzend arrogante Besserwisser liefen im Hausflur – von einem Büro zum anderen Büro.

Damit es so aussah, als ob jeder viel zu tun hätte. Nicki und die anderen Sekretärinnen tippten schon kräftig auf der Tastatur des Rechners herum. Bill las seinen Terminkalender und telefonierte. Nach einer knappen Stunde verließ er das Unternehmen „Multi-Cash“. Es war Zeit für einen Besuch bei Leane, Julias bester Freundin. Drei Stunden lang unterhielten sie sich über Julia und darüber, warum Julia sich still und heimlich von Bill getrennt hatte.

„Bill, das Paradies ist schön, doch es kann auch die Hölle sein.“, sagte Leane.

„Ich weiß es nicht“, sagte Bill. „Ich hatte dich gebeten, nach Julia zu sehen, Leane.“ „Ich mache mir Sorgen um Sie.“

Leane legte einen Finger auf die roten Lippen und nickte langsam.

Bill lehnte sich vor und schaute Leane mit unschuldigen Blicken an.

Leane dachte eine Sekunde nach.

Sie lächelte, zuckte die Achseln und schaute sich im Wohnzimmer nach Zigaretten um.

„Du solltest damit aufhören, Julia nachzutrauern“, sagte Leane. Sie wollte immer mehr, hatte Julia mir erzählt: ein Kind, eine richtige Familie. „Was du ihr nicht geboten hast.“

Leane nickte langsam, als sie Bill diese Situation mit Julia erzählte.

Bill dachte darüber noch ein wenig nach. Es war still im Wohnzimmer. Plötzlich stand Leane auf und holte sich eine Schachtel Zigaretten aus der Küche. Mit zwei Flaschen Bier kommt sie wieder, die Bill mit dem Flaschenöffner öffnete. Leane zündete für Bill und sich eine Zigarette an und reichte Bill eine. Beide nahmen sie einen Zug von der Zigarette und pusteten sich gegenseitig den Rauch ins Gesicht.

„Reden wir von etwas anderem.“, sagte Leane.

„Gute Idee.“, sagte Bill.

Leane hatte schöne große Brüste, dachte sich Bill – nur mal so, wo er sie sich einmal genauer betrachtete. Doch man sieht sie nur nicht.

Bill sah Leane in die großen dunklen Augen und lächelte.

Sie unterhielten sich über die alten Zeiten als Teenager.

In der Abenddämmerung parkte Bill den Kleinwagen auf der dunklen Seite einer Nebenstraße.

Er ging in sein einsames Appartement. Bill dachte an die bisherige Zeit in seinem Job zurück, denn bis jetzt hatte er nur aus eigener Tasche gewirtschaftet. Bill beteiligte sich an der Börse und hatte sehr gute Gewinne gemacht, damit er sich den Traum Brasilien erfüllen konnte. Den großen Verdienst, den die Bosse ihm versprochen hatten, haben nur die Geschäftsführer gesehen. Das Auto konnte das Unternehmen gut von der Steuer absetzen, dennoch musste Bill das Benzin selber bezahlen. Von den zwanzig Kunden, die er von anderen Versicherungskunden empfohlen bekam, hatten zwei Haushalte mit Bill einen Termin gemacht, aber, als er dann an der Haustür klingelte, waren diese Leute ohne eine Nachricht, nicht zu Hause.

Nach einer halben Stunde auf dem Sofa mit eingeschaltetem Fernseher und dem

„Fantasy Die Krähe“, mit B. L., wo genau ein Jahr, nachdem der Rockmusiker Eric und seine Verlobte Shelly von einer Bande ermordet wurden, eine Krähe Erics Seele zurück in seinen Körper führt. Die Bilder von Shellys Tod verfolgen ihn.

Rache durstig und in Begleitung der Krähe durchstreift er die Straßen auf der Suche nach den Tätern. Seine Qualen der Einsamkeit waren vergessen.

Eines Tages in naher Zukunft würde er sich genau so rächen.

Aber nicht an diesem Abend. In fünf Minuten würde er das kleine bunte Sofa verlassen und in sein großes Bett gehen.

Nach sieben Monaten. Bill Fink wurde von Julia als der Vater einer unehelichen Tochter, Maren Klose, angegeben. Er ließ die Maren einen Gentest machen, und es stellte sich heraus, dass das Kind nicht von Bill war.

Julia Klose und Bill Fink sahen sich nie wieder.

 

Verallgemeinerungen sind Lügen.

 

 

 

Ende

 

 

Anhang

Jede, wie auch immer gestellte Ähnlichkeiten mit Büchern, lebenden oder toten Personen, deren Haustiere und Bekleidungsstücke, et cetera, et cetera,…, ist weder beabsichtigt oder weder noch so gemeint, auch anders und in jedem Fall rein zufällig und ein nicht wirklich gemeinter Zufall.

Die Bücher sind für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet. Für künstlerische Darstellungen und originelle Texte in Wort und Bild auf dieser Homepage/Website „HB-TheArtGalery.com“ trägt der Designer und Autor keine Haftung! Sollte denn noch beim Leser in diesen Büchern wie auf der Homepage beim Betrachten der Skizzen und Bilder in den Inhalten rechtswidrige, obszöne, rassistische, diffamierende, pornografische oder bedrohliche Ansichten, die Persönlichkeitsrechte Dritter verletzen oder in sonstige Weise abzulehnende oder schädliche Inhalte handeln, so ist das nicht gewollt oder beabsichtigt.

Jeglicher Verdacht, Spekulationen oder Analysen werden vom Autor zurückgewiesen und trägt dafür nicht die Verantwortung! Der Autor übernimmt keine Haftung für die sorgfältige Erstellung der Manuskripte und Bilder. Der Autor übernimmt jedoch keine Gewähr für die Vollständigkeit oder Eignung für bestimmte Verwendungszwecke.

Für Druckfehler übernimmt der Autor keine Haftung.

Für weitere Rechtschreibfehler und Grammatikfehler trägt der Autor keine Verantwortung und Haftung. Da aus der Vielfalt von Rechtschreibprüfungen verschiedene Fehler auftreten können.

Copyright 2026

published by CoolLibri.de

Biographische Informationen der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte biographische Daten sind im Internet über

http:///dnb.de abrufbar.

Die Rechte für die deutsche und internationale Ausgabe beim Autor,

Info: H. Kluge – youandhenry.k@web.de

 

 

Die Kasse: Ihre Wertschätzung zählt

Ihnen hat die streng limitierte Auswahl an interessanten und spannenden Büchern aus verschiedenen Rubriken gefallen. Wir freuen uns über Ihre finanzielle Wertschätzung. Überweisen Sie eine finanzielle Aufwandsentschädigung von 3,50 Euro für ein einzelnes Buch, das Sie lesen. Vielen Dank!

Kontonummer:

Begünstigter: Henry Kluge

IBAN: DE21 1203 0000 1069 4185 47

BIC: BY LA DE M 1001

Bank: DKB Bank

Der Schriftsteller erzählt aus seinen Büchern

Diese Seite richtet sich an alle, die von der Stimme des Schriftstellers fasziniert sind und tiefer in die Gedankenwelt hinter "Buch 9" eintauchen möchten. Es ist eine Gelegenheit, die Kunst des Geschichtenerzählens aus erster Hand zu erleben und die einzigartigen Nuancen zu entdecken, die jedes Werk von HB-TheArtGalerie auszeichnen.

Entdecken Sie mehr von                                                                                    HB-TheArtGalerie

Interessiert an weiteren Werken und der kreativen Vision von HB-TheArtGalerie? Wir laden Sie ein, die vielfältigen Facetten unserer Arbeit als Wirtschaftswissenschaftler, Designer und Schriftsteller zu erkunden. Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Kreativität und Innovation Hand in Hand gehen. Ihre Unterstützung ermöglicht es uns, weiterhin einzigartige Geschichten zu erzählen und unsere nationale und internationale Reichweite zu erweitern.