Buch 7 für Schwarzleser: Der schriftsteller erzählt
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Von Blondinen und anderen Weltwunder von Cora Lee Steinfeld
Wo leben die meisten Schlaftabletten in Deutschland? Und welcher nette Mann kennt die Frauen wirklich? Ist es eine Lüge, wenn die Frauen behaupten, dass sie nur reden wollen und ihre Konflikte mit Männern lieber im Bett lösen wollen? Fragen, Fragen – und besteht das Leben aus Liebe, Lügen und Leidenschaft, aber auch aus Hass? Lügen haben lange Beine und die Antworten gibt es in diesem Buch.
Kapitel 1
Nun sitze ich hier gelangweilt im Café und trinke meinen Espresso. Ich zünde mir eine Zigarette an. Nahm einen tiefen Zug und puste ihn wieder aus. Ich bin achtunddreißig Jahre alt und muss den knackigen Ärschen von den Männern und schlanken, schönen Frauen nachsehen, mit ihrer anspruchsvollen Oberweite und den knackigen Hintern. „Tja.“, jauchzte ich und genoss diese atemberaubenden Momente. Sie wissen inzwischen also auch, dass ein älterer Mann trefflich mit einer jüngeren Frau harmoniert oder ein reifer, interessanter, atemberaubender Mann seine gesamte erotische Wirkung entfaltet, wenn ihm ein junges und hübsches Küken zur Seite steht? Hm? Ja? Na dann! Herzlichen Glückwunsch! Warum aber haben Sie sich bisher kaum Gedanken darüber gemacht, welcher Mann am besten zu einer blonden, sportlichen, jungen Frau oder gar zur grauäugigen Friseurin, die erst jüngst Ihre dunkelblonden Haare geschnitten hatte, passt? Und wissen Sie etwa schon, was Sie am besten beim ersten Dat mit der etwas spröden, prüden norddeutschen und überaus gestressten Frau – so sollte es den Anschein haben – trinken sollen? Anders gesagt: Welcher charmante, sportliche Mann oder Frau öffnet Ihr Herz, welche/-r die Schlafzimmertür? Das ist Bayern. Hier bekommen Sie jede Antwort auf jene Frage. Männer und Frauen wären bekanntlich nach Jahrgängen klassifiziert.
Beide sind gemeinsam nach Stadien von früher Ungenießbarkeit über Jugend, Reife bis hin zum Verfall, wobei manche Frauen und eine Reihe von Männern, wie Weine, erstaunlich lange zu halten und dabei immer mehr Pracht zu entfalten vermögen.
Das ist München, die Landeshauptstadt Bayerns. München ist die drittgrößte Stadt der Bundesrepublik, nach den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Die Einwohner dieser Stadt bestehen heute nur noch zum kleinen Teil aus Familien, die seit Generationen hier ansässig waren. Münchens Ruhm als Stadt der Kunst und Wissenschaft erweiterte sich in den zwanzig Jahren durch seine Expansion zur drittgrößten deutschen Wirtschaftsmetropole nach Hamburg und Berlin. Die Leute im Café lächelten mir mit einer frechen Ironie zu. Ich wusste nicht, warum. Ich hatte keinen chaotischen Grund dazu gegeben.
Sonst passiert es mir ungewollt, immer im Café, dass ich meine volle und heiße Tasse Kaffee umgestoßen hatte und die weiße Tischdecke durchnässt war.
Aber heute hatte ich mir einen Espresso bestellt und die Tasse war auch noch voll.
Ich nahm einen Zug von der Zigarette und trank meinen Espresso aus. Im selben Moment kam auch schon der flinke und lächelnde Kellner und ich bezahlte auch gleich meine Rechnung, als ich dann auch plötzlich und eilig das Café verlassen hatte.
Weine sind wie Frauen, glaube ich.
Unbeständig, zurückhaltend und schwer zufriedenzustellen.
Wann immer man sie öffnet, riskiert man (der Mann), enttäuscht zu werden.
Sind sie (die Frau) aber in Form?
Welche Wonne.
Ich bin Maxi.
Maxi Schiffer, weiblich, hat langes blondes Haar, eine schlanke Figur und eine Tittengröße wie Doppel D.
Ich wohne in einem schönen Apartment in München.
Ich bin Single.
Die Psychologin. Ich treibe es mit den Männern nicht nur auf der Couch.
Der sadistische Sex, offensichtlich von Kastrationskomplexen heimgesucht, notzüchtigt den zaghaften, sprießenden Trieb mit dem lustfeindlichen Zapfen des Mannes nach der berüchtigten Ja-Ich-will-Methode, einer besonders strengen Art der Erziehung, die schon Römer praktizierten.
Dass wir mit einem Kerl zusammenwohnen, habe ich mir abgewöhnt.
Da darf ich ja überhaupt nichts mehr. Was sich die Kerle so einbilden.
Ein langweiliges Leben, wie im Knast, hinter schwedischen Gardinen, im Kerker und so.
In München ist schon was los. Hier geht die Post ab, wenn ich abends mit meinen Freundinnen die heißen Nächte durchmache.
Aber wer sich langweilen und sterben und unter Zombies leben will und im Himmel geboren ist, der lebt in Hannover, bei den Schlaftabletten.
Oh Gott, sind die Leute dort laaaaangweilig.
Diese Spezies sind nur zu blöd, um ins Gras zu beißen.
Das machen ja schon die Pilze an den verkorksten Füßen der stinkenden Kerle und die abgestandenen Muttis mit ihren streng riechenden, verklebten und lang beharrten Muschis. Ein Horror.
Dabei wissen diese Leute gerade mal, wie ein Mähdrescher über den Acker gezogen wird. Auch wie sie ihre Oma zum Erben mit dem Traktor über den Haufen fahren.
Die naiven Weiber mit dem geburtenfreudigen Becken, die dickfleischigen Frauen, bei denen kein nüchterner und kompetenter, gebildeter Mann darum würfeln würde, sind die echten Geburtsmaschinen.
Alkohol ist das Wundermittel für einen nassen Fick. Die Frau vom Lande ist analytisch betrachtet ein eher undankbares Wesen, weil sie sich am liebsten mit Wodka und Cola oder Dosenbier abfüllen lässt.
Es sind nicht die Blondinen, die sich ficken lassen.
Nein, es sind die Brünetten und Dunkelhaarigen.
Aber Vorsicht: Die mit braunen Augen sind berechnend und falsch.
Ich habe einen süßen Freund gehabt und er hatte immer solche Probleme mit diesen emanzipierten und herrschsüchtigen Weibern. Er tat mir echt Leid.
Aber welcher Mann kennt die Frauen schon, wenn die Frauen sich nicht selbst kennen?
Kennen die Weiber keine Pille gegen das Kinderkriegen?
Müssen die naiven und dummen Kinder schon Kinder mit zwölf Jahren bekommen?
Müssen die dummen weiblichen Gehirne den Männern das Leben schwer machen, indem sie uns jede Tour vermasseln, um mit ihnen zu pennen?
Nur die Dummen und hässlichen Weiber beneidet man nicht. Damit meine ich nicht nur die Männer. Nein, auch die Frauen beneiden keine dummen, neidischen und verstaubten Weiber auf der großen, weiten Welt.
Es gibt Frauen, ich glaube, die leben auf dem Dorf und in den Gettos der Städte. Sie sind die besten Stimmimitatoren der Welt. Kommen gleich nach den Nilpferden, den Giganten.
Ob das laute Männergebrüll, spektakuläre und dramatische Weibergequatsche über ihre Männer oder das Getratsche ihrer Nachbarin oder Freundin: Es gibt kaum einen Laut, den sie nicht nachmachen könnten.
Warum diese Spezi Frau das tut und wie es ihnen überhaupt gelingt, können Forscher nicht erklären.
In Wahrheit wissen die Männer so gut wie gar nichts über ihre Frauen. Außer, dass über keine andere Frau mehr Irrtümer kursieren.
Trotz aller Körpermasse von über neunzig Kilo und auch manchmal mehr, zum Beispiel mindestens 200 Kilo, legen diese Frauen jeden Tag mit ihren Freundinnen bis zu zehn Kilometer lange Wanderungen durch die Stadt und die Cafés, auch durch die Boutiquen, um Geld auszugeben und Klamotten zu kaufen, die ihnen zu Hause nicht mehr passen werden.
Eine einzige Herde von mindestens drei Frauen mit schreienden und jammernden Kleinkindern kann einen dritten Weltkrieg anstiften.
Und wenn die erst wütend werden?
Das habe ich erlebt. Bei einer Frau mit einem Kleinkind. Der kleine Junge wollte unbedingt die Kekse aus dem Supermarkt. Die Mutter verneinte, und der kleine Knirps holt mit seinem Fuß aus und haut seiner Mutter mit voller Wucht gegen das Schienbein. Ist das eine Welt der freien Kinderziehung? Das ist Masochismus der Mütter und Sadismus der schrecklichen Kinder. Ohne Mich. Ich will keine nervigen Kinder, um mich zu tyrannisieren zu lassen. Ich tue immer, was mich glücklich macht. Und Kinder machen mich nicht glücklich. Sie machen mich alt und bringen mich eher schneller in den eiskalten und skrupellosen Tod.
Solche Eskapaden allerdings sind keine Seltenheit mehr.
„Als Gott die Welt erschuf, formte er zunächst die Frauen“, auch wenn es die Kirchen widersprechen wollen.
Der Mann sollte das erste Lebewesen sein, doch er wollte viel lieber mit einer blonden, schlanken, schlauen und gut aussehenden Frau leben – mit viel Holz vor der Hütte, das war doch klar.
Denn welcher Mann will schon auf einem harten Baum liegen?
Ich kenne keinen intelligenten, erfahrenen Mann.
Vielleicht Leute, die ihre Nase in den Büchern stecken?
Ihren Mann, der gerade die volle Flasche Bier ansetzt?
Die plötzliche Ankunft vor ein paar Tagen von Ronny Stein war ein Versehen. Ein Verstoß gegen Maxi Schiffers Prinzipien ist, dass sich je ein Mann in seine Wohnung verirrt. Aber es ist ein Kollege, der in München Seminare über die sexuelle Abstinenz von Frauen und Männern durchführen will, über das Verhalten beider Geschlechter, die Aggressivität und die Unausgeglichenheit.
Der Einzug in ihr schönes Haus vollzog sich alles andere als spektakulär.
Als Herr Stein dann ankam, begrüßte Maxi ihn nicht.
Maxi ließ ihn ein und begleitete ihn hinauf in das Gästezimmer.
Es dauerte eine Weile, bis Herr Stein herunterkam.
Maxi erwartete ihn erwartungsvoll in der Diele.
„Wir werden uns schon verstehen!“, verkündete Maxi eifrig.
Maxi verschwand in Richtung Küche.
Sie brachte ihm einen Becher Kaffee.
„Sie sehen, Herr Stein“, sagte Maxi mit einem gezwungenen Lächeln. „Sie sind bei mir in guten Händen.“
„Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar, dass ich bei Ihnen übernachten darf, während meines geschäftlichen Aufenthaltes in München“, erwiderte Ronny Stein steif.
„Trinken Sie ein Glas Wein mit mir?“, sagte Maxi.
„Lieber nicht“, sagte Herr Stein, „Ich muss ja noch Auto fahren.“
„Es muss nicht unbedingt Alkohol sein“, sagte Maxi, „dass Sie dann später den Führerschein abgeben müssen.“
„Ein andermal gerne“, sagte Herr Stein, „ich habe ja noch meinen Becher Kaffee und ich brenne darauf, Ihr Haus kennenzulernen.“
„Das kann ich gut verstehen.“ sagte Maxi und reichte ihm plötzlich die Hand.
Er nahm Sie an.
„Es ist mir unendlich unangenehm, Sie so zu belästigen“, sagte er. „Ich verspreche Ihnen, dass ich alle Hebel in Bewegung setzen werde, um so rasch wie möglich ein Hotelzimmer zu finden.“
„Aber das weiß ich doch“, antwortet Maxi mit einem Lächeln und einem bemitleidenden Unterton, als wolle sie ihn damit verarschen.
Sie zeigte ihm das Haus und brachte Ronny zur Haustür und ließ ihn hinaus, da er mit dem Wagen noch einmal ins Stadtzentrum wollte.
Er fuhr einen eleganten und spritzigen Sportwagen.
Maxi sagte immer über den eleganten Sportwagen: „Penisersatz, Sugar-Daddy-Spielzeug, blamabel.
Die Wahrheit ist, dass Maxi sich darin immer noch am liebsten von den Männern abschleppen ließ. Die Kiste kann gar nicht breit und schnell und geil genug sein.
Santa kam uns entgegen, als Maxi sich von Ronny Stein verabschiedete.
„Wer war denn das?“, fragte Santa.
„Er ist nur ein Gast, der für einige Zeit bei mir wohnt.“ sagte Maxi. „Herr Stein, aus Hamburg.“
„Du hättest uns bekannt machen sollen.“ Erwiderte Santa.
„Wärst du nur früher auf der Bildfläche erschienen, hätte ich es getan.“, sagte Maxi.
„Ich dränge mich niemandem auf“, sagte Santa zickig.
Maxi war klar, dass ihre Freundin etwas enttäuscht sein musste, den Augenblick mit Ronny Stein verpasst zu haben. Aber um den lieben Frieden ließ Santa nichts anmerken.
„Er hatte es eilig“, sagte sie nur, „das nächste Mal lass ich ihn nicht so schnell entwischen.“
„Wird er denn wiederkommen?“, fragte Santa neugierig.
Damit hatte Maxi fest gerechnet, aber er wollte sich ein Hotelzimmer suchen und Santas Frage verunsicherte sie.
„Ich weiß es nicht“, sagte sie nach kurzem Nachdenken, „ich weiß nicht.“ „Wir werden es erleben.“
Maxi Schiffer legte ihrer Freundin den Arm um die Taille und dirigierte sie ins Haus.
„So jetzt machen wir uns aber erst mal einen Drink.“ sagte Maxi.
Maxi ging weiter und öffnete die Tür zum Eckzimmer.
Hast Du etwa auf mich gewartet? „Santa“, fragte Santa.
„Doch, natürlich.“, erwiderte Maxi.
„Wenn ich das gewusst hätte!“, sagte Santa.
„Jetzt bist du ja da“, sagte Maxi nachdenklich.
Santa ergriff ihre Hand und küsste jeden einzelnen Finger.
„Ich bin froh, dass wir Freundinnen sind.“ sagte Santa.
„Ich freue mich auch, Santa.“, erwiderte Maxi.
„Legst du dich zu mir?“ „Nur ein bisschen?“ „Santa“, fragte Santa und legte sich auf die große, breite Couch.
Maxi lachte herzhaft und strich Santa durch die langen dunklen Haare.
„Das hätte gerade noch gefehlt!“, sagte sie.
Santa gab ihre Hand frei.
„Versuch dich zu entspannen“, riet Maxi.
„Das ist leicht gesagt.“ Erwiderte sie sexuell erregt auf Maxi. „Ist leichter gesagt als getan, Santa.“ „So ist es nun mal im Leben.“
Santa musste lächeln, denn es kam ihr ein Gedanke.
„… oder auch nicht…“, sagte Santa. „Du bist so hart, Maxi!“, klagte sie.
„Hart?“, fragte Maxi nach und grinste. »Nimm es nicht persönlich!« »Ich bin einmal so!«
Maxi hätte gern Santas Lippen geküsst, unterließ es aber, um keine falschen Hoffnungen in ihr zu wecken.
Santa ist ein Traum. Davon ist sie überzeugt. Frauen können mir einfach nicht widerstehen, glaubte sie.
Den tieferen Grund schiebt Santa stolz hinterher: Ich bin ein Sexmonster. Sie trägt teure Schuhe, ein kleines Handy und knappe T-Shirts. Auf ihren flachen Busen steht „Freches Luder“ oder „Sexy“.
Santas Motto ist: Geil aussehen, geil sein, das Leben ist scharf.
Santa macht ihren Sex immer so präsent wie das tägliche Wetter.
Nur soll er gefälligst auch Spaß machen, dachte ich bis jetzt.
Jetzt sagen Sie bloß: Ihnen nicht immer?
Von vorn und hinten, schräg seitwärts und jederzeit?
Haben Sie die Revolution verpennt?
Keine Ahnung vom Kamasutra?
Nein?
Sie fühlen sich eher langweilig, hässlich, verklemmt und obendrein lustlos?
Treiben Sie es beim Blümchensex heutzutage immer noch bewegungslos im dunklen Schlafzimmer?
Sex ist überall! Das können Sie mir glauben.
Ja.
Auf jeder Plakatwand, in Kunst, im Kino, in Kleiderschränken, auf der Treppe, im Fahrstuhl und, und, und.
Schonungslos enthüllt, alle Tabus gefallen.
Es ist auch kein Geheimnis mehr, dass es den ultimativen Lusttrip gibt, den braven Mädchen ganz wild zu machen.
Garantiert gibt es auch den Multiorgasmus vom Mann, aber nur mit Gebrauchsanweisung.
Zu wenig Sex und nicht immer einen Orgasmus, glaube ich. Das hört sich nach Lebensgefühl zweiter Klasse an.
Mit den Jahren muss ich immer wieder feststellen, dass die Intimität der Zweisamkeit allerdings, die ist bei all dem Geschrei auf den Straßen verloren gegangen. Wo alles erzählt, alles bebildert, alles öffentlich vorgelebt wird.
Dabei muss ich sagen: Sex ist eine liebevolle Beschäftigung, für die ich Zeit, Hingabe, Ruhe und vor allem Privatsphäre brauche.
Auch im eigenen Kopf.
Ich bin der Meinung, den Luxus zweier Körper zu erleben – das ist die schönste Sache der Welt.
Liebe machen, bis die Tränen kommen!
Weil man will und es nicht verstecken muss.
Und der Rest des prüden, konservativen und langweiligen Universums ist dann ohnehin egal.
Maxi sprang, am nächsten herrlichen und sonnigen Morgen wie eine wilde Katze aus dem Bett.
Eben noch lag sie schnurrend und warm neben Ronny, der am Abend bei ihr klingelte und mit einer Flasche Schampus vor ihr stand. Im nächsten Moment stand sie am Fenster wie ein in Gefahr witterndes Tier.
Maxi lauschte zwischen den Vorhängen hinaus.
Irgendwie war etwas Besonderes an ihr, wie sie dort stand, gespannt und wachsam, von der Sonne goldig geglänzt.
Ronny drehte sich auf den Bauch.
„Komm wieder ins Bett, Blondchen.“, sagte Ronny.
Maxi rührte sich nicht. Sie hörte ihm nicht zu.
Ronny betrachtete sie. Ihr langes blondes Haar, die blauen Augen, die vollen Brüste mit den kleinen Warzen, den feucht goldenen Muff zwischen den Beinen.
Plötzlich schob Maxi die Vorhänge beiseite und trat auf die Terrasse.
„Juhuu!“, schrie sie und winkte Santa zu. „Hier herein!“
Das musste Ronny sehen. Er stieg aus dem Bett und ging zum Fenster.
Maxi rief noch einmal, Santa drehte sich um. Einen Augenblick blieb sie wie angewurzelt stehen.
Maxi beugte sich über das Geländer der Terrasse und rief, als Santa vorbeiging.
„Was ist los, Santa!“ Hast du mich noch nie splitternackt gesehen? "
Santa blieb kreischend stehen.
Ronny steckte den Kopf aus dem Fenster.
„Was, zum Teufel, treibt denn ihr dort oben?“, schrie Santa überrascht.
„Sonnenbaden.“ sagte Maxi und lachte laut, was wie ein lautes Kreischen war. „Am helllichten Tag!“ – Ihr seid wohl verrückt! „Gleich werden euch die Hämorriden schnappen!“
„Es ist eben das Einzige, was man nicht in der Nacht tun kann“, antwortete Maxi. „Komm herein und leiste uns Gesellschaft.“
„Nur wenn ihr euch was anzieht“, erwiderte Santa.
„Wenn es sein muss“, antwortete Maxi. „Hab dich nicht so prüde, du Zicke!“
Santa lachte und war schon auf beide gespannt.
Ronny schlüpfte schnell in eine Hose und ging ins Wohnzimmer. Den weißen Morgenmantel, den Maxi trug, als sie aus dem Schlafzimmer herauskam, ließ sie noch nackter als zuvor.
Maxi öffnete die Haustür.
Santa trat ein.
Ihre Augen wanderten argwöhnisch hin und her.
„Ich hole uns erst einmal einen starken Kaffee aus der Küche.“ sagte Maxi.
Ronny schaute Maxi anerkennend nach.
„Ich weiß nicht“, sagte Santa, „wie du es machst, immer tauchst du mit Prachtkerlen auf.“ „Wie hast du denn gefunden?“
„Er hat mich gefunden“, erwiderte Maxi, „genau wie du, meine Schnecke.“
Maxi kam' mit der Kaffeekanne, Würfelzucker, Kaffeesahne und Tassen auf einen Tablett zurück.
Sie stellte es auf den Tisch.
„Ihr Süßen müsst euch selbst bedienen“, sagte Maxi und steifte dabei ihren Morgenmantel ab. „Ich gehe inzwischen duschen.“
Ronny konnte seine Augen nicht von ihren entblößten Brüsten wenden. Santa grinste.
Er verfolgte sie mit seinen gierigen Blicken, bis sich die Badezimmertür hinter ihr schloss.
„Möchtest du Kaffee?“, fragte Santa schüchtern.
„Ich kann nicht reden, wenn ich einen Steifen habe.“, erwiderte Ronny schamlos, dass sich im gleichen Moment Santa so erschrocken hatte, und kippte den heißen Kaffee neben die Tasse.
Es kann passieren, dass Ronny, der einer nackten Frau gegenübersteht, nur die Mängel wahrnimmt.
Die Abweichungen vom gerade gültigen Idealbild. Möglicherweise sieht er auch gar keine Verstöße gegen die Norm, sondern nichts als das makellose Idealbild. In beiden spektakulären Fällen vergleicht Ronny, als Psychologe die Realität mit der derzeitigen Vorstellung davon, wie eine perfekte Frau auszusehen hat.
Ist sein prüfender Blick allerdings unvoreingenommen, sind Kopf und Herz offen und empfänglich, wird Ronny auf Anhieb die einzigartige Harmonie des individuellen nackten Körpers wie bei mir erkennen.
Die etwas unterschiedlich großen Brüste beispielsweise: eine zarte Wölbung hier, eine straffe Sehne dort.
Den beweglichen Busen, die Schultern, den erotischen Hals und den Kopf, die wie ein Bouquet seltener Kostbarkeiten von uns Frauen provokatorisch dargeboten werden.
Doch Santa musste plötzlich lautlos lachen, füllte die Tassen mit Kaffee, gab eine Ronny und nahm sich selbst eine.
Sie nahmen einen Schluck.
Santa zündete sich eine Zigarette an.
Ronny warf einen Blick auf seine Armbanduhr.
„Nah schön, ich habe sowieso allmählich Hunger.“, sagte Ronny. „Wir fahren mit meinem Wagen in die City und frühstücken dort.“
Auf dem Weg in die City von München erfuhr Santa noch mehr über Ronny Stein. Blondchen, also Maxi, erzählte ihr einige persönliche Einzelheiten, wie dass er ledig war, zwei Kinder von verschiedenen Frauen und ein Vermögen besaß. Ronny sei hitzig, aber ehrlich.
Der Kellner erschien und nahm unsere Bestellungen entgegen.
Maxi wählte einen Orangensaft und eine Tasse Kaffee und Croissants. Die anderen nahmen ein Frühstücksgedeck.
Maxi wurde auch gleich behaglicher zu Mute, als sie einen Schluck heißen Kaffee trank und einen genussvollen Biss vom Croissant machte.
Sie aßen langsam und mit Verstand.
Ronny betrachtete Santa intensiv.
Santa stellte ihre Tasse hin.
„Das Wichtigste im Leben ist Freude.“ „Wenn man die nicht dabeihaben kann, hat man gar nichts.“, sagte plötzlich Ronny.
Ronny war glücklich, als Maxi und Santa mit ihm das Frühstück einnahmen. Er war vergnügt.
„Es ist aufregend, mit euch zusammen zu frühstücken, Maxi!“, sagte Ronny.
Maxi nippte an ihrem Orangensaft.
„Ja.“ sagte sie und Santa lächelte Maxi zu.
Ronnys Gesicht verdüsterte sich.
„Habe ich was Falsches gesagt?“, fragte Ronny selbstbewusst.
Ronny legte das angebissene Croissant aus der Hand.
„Von mir aus kannst du übrigens ruhig rauchen.“, sagte Ronny. „Mich stört das nicht. Hast du auch eine für mich?“ Maxi gab ihm die Schachtel Zigaretten, wo sich Ronny eine selbst herausnahm und anzündete.
Santa hätte jetzt doch auch gerne eine Zigarette gehabt und ärgerte sich über Maxi, wie zickig sie sich am Morgen benahm.
„Sprich dich nur aus, Santa!“, sagte Maxi.
Santa lachte.
„Ist es dir, Maxi, nicht auch schon so ergangen?“ „Forschte Ronny.“ „Dass du dich verliebt hast und erst hinterher darauf gekommen bist, dass derjenige es gar nicht wert war?“
Maxi sah Santa in die Augen und lächelte, dann dachte sie nach und ließ die Lieben ihres Lebens an ihrem geistigen Auge vorüberziehen.
„Nein“, entschied sie dann, „es hat Auseinandersetzungen gegeben: Entfremdung, du Trennung.“ „Aber meiner Liebe Wert war jeder.“
Es war still am Tisch und nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: „Es waren nicht so viele wie du jetzt vielleicht denkst.“
Santa stutzte und Maxi warf ihr einen Luftkuss zu.
Kapitel 2
Auf dem Weg ins Büro schlenderte ich noch über die Fußgängerzone in der Kaufringerstraße von München. Die Fußgängerzone ist mit ihrer Länge von knapp einem Kilometer für mich ein Paradies zum Schoppen und Geld ausgeben und das größte Einkaufsparadies Deutschlands – ein Wunderland für uns modebewussten Frauen. Sie beginnt am Karlsplatz (Stachus) mit dem 1970 eröffneten unterirdischen Stachus-Einkaufszentrum und dem darunter liegenden S- und U-Bahnhof. Durch das Karlstor (14. Jahrhundert) erreiche ich die Neuhauserstraße und ihre Verlängerung, die Kaufringerstraße.
Hier begegne ich auch das erste Mal Autos wie die schnellen Luxusmarken und moderne Straßenbahnen.
Weiter flanieren heute am sonnigen Tag auf der gesamten Länge ungestört die Münchner und die vielen neugierigen Touristen in der Stadt.
Ein entspannter Bummel durch diesen bunten Straßenzug bietet meinem Auge immer wieder städtebaulich reizvolle Motive. Ja.
Der farbenfrohe Blumenschmuck erfreut die interessierten Menschen vom Frühjahr bis zum Herbst.
Die dichte Fußgängerzone führt mich heute zum Marienplatz, ihrem östlichen Ende.
Plötzlich reihen sich endlich nicht nur die großen Kaufhäuser und die kleinen Einzelhandelsgeschäfte aller Branchen aneinander, sondern sie wird aufgelockert durch internationale Restaurants und wertvolle Bauwerke, wie zum Beispiel die ehemalige Augustinerkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde 1803 säkularisiert und diente anschließend als Mauthalle und als Zoll. Links neben dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum steht die gewaltige Michaeliskirche. Es handelt sich um eine bedeutende Renaissancekirche mit einer streng horizontal gegliederten Giebelfassade. Bewundernswert finde ich diese immer wieder.
Sie wurde 1583/97 von Friedrich Sustris erbaut. Vielleicht kennen Sie den netten Mann. In ihrem Inneren sieht man das größte Tonnengewölbe nördlich der Alpen mit einer Spannweite von zwanzig Metern. In einer Nische zwischen den Portalen steht die Bronzefigur des H. I. Michael. Sie ist ein Werk von Hubert Gerhard von 1588. Ein Anruf kam, als ich die Treppe zum Büro hinaufstieg.
Ein Empfangschef starrte Maxi das Blondchen an. „Frau Schiffer?“, sagte er. „Sie werden am Telefon verlangt.“ „Ja, es ist nicht zu überhören“, erwiderte Maxi, genervt von der Anmache, und ging ins Büro. Sie nimmt den Hörer ab. „Sie sind nicht leicht zu erreichen, Frau Stein“, fragte ein Patient. In seinem hektischen und vorwürfigen Unterton klang eine Spur von gewaltiger Arroganz. „Na, schön“, sagte Maxi, „wie haben sie es diesmal geschafft?“ „Ganz leicht“, antwortete er selbstgefällig. „Ein Bekannter hat für mich Ihren Wagen auf dem Parkplatz vor Ihrer Haustür gefunden.“ Der gab mir ihre Adresse und die Telefonnummern, die ich brauche, um sie zu erreichen.
Maxi wurde still, legte den Hörer wieder auf und verließ das Büro. Blondchen war sehr verwirrt über diese erschreckende Information eines ihrer Patienten. Was sollte sie tun?
Sollte Sie die Polizei benachrichtigen?
Leider tun die Bullen erst etwas, wenn jemand gestorben ist.
Seit diesem Moment waren Maxis Termine für die Patienten sehr genau überprüft gewesen.
Welche Krankheitsgeschichte der Patient hat und was sonst noch Auffälliges und Ungewöhnliches vorgekommen ist.
Wenn ich heute zu Hause bin, dann bin ich der glücklichste Mensch in meiner Wanne, sagte sich Maxi.
Das ungewöhnliche Telefongespräch hatte sie schon so gut wie vergessen. Und er meldete sich schon seit Tagen nicht mehr. In München war die Nacht heiß und schwül gewesen.
Am nächsten Morgen schien die Sonne hell und die Luft war trocken. Auf dem Weg zum Flughafen fröstelte ich. In blauen Jeans und einem Pullover war ich gekleidet.
Eben nicht ausreichend, dachte ich später.
In Los Angeles erwartete mich Cindy Corell im Flughafengebäude. Cindy gab mir einen Begrüßungskuss.
Ihre Lippen waren warm und weich. Ich sah ihr in die Augen. „Ich habe schon beinahe vergessen, wie gut das ist, Maxi.“ Ich lächelte. „Mein Wagen steht draußen.“, sagte Cindy. Ich schaute mich um.
„Was hast du mit dem Jungen gemacht?“, fragte ich. „Ich habe ihn bei Andy gelassen, er frisst sich durch mit Popcorn und Cola.“ Als wir in den Wagen stiegen, nieselte es leicht. „Was hast du über unsere Reiseroute erfahren können?“, fragte ich neugierig, denn ich konnte es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.
Cindy nickte, ohne den Blick von der Straße zu wenden.
Als Maxi und Cindy von der Uni gingen, war Cindy Corell dort noch keine Psychologin, sondern sie wollte noch auf den Laufsteg für die Modedesigner modeln.
Man hatte Cindy zur Modellagentur in New York geschickt.
Cindy Corell erinnerte Maxi Schiffer noch an unsere erste Begegnung, als sie in Paris für den Designer, der Besten der Welt, lief. Sie stand da und sah mich mit ruhigen Blicken hinter der Garderobe.
Es war eine Premiere.
Maxi ging sofort auf Cindy zu und sagte: „Kann ich Ihnen behilflich sein, Miss…?“
„Ich suche einen Ohrring“, antwortete Cindy hektisch und mit unverändertem Augenausdruck, wobei sie Maxi überhaupt nicht bemerkte.
„Darf ich dir diesen geben?“, fragte Maxi lächelnd.
Cindy sah sich um, ohne sich vom Fleck zu rühren, dann sagte sie mit einem kühlen Blick: „Ja, danke.“
„Ich bin Maxi Schiffer, wir kennen uns aus der Studienzeit“, sagte sie, und nun hast du keine Ausrede mehr. Cindy lachte laut los.
„Maxi, du bist mir eine.“, sagte sie. „Wie kommst du denn hierher?" Kommst du aus Deutschland? fragte Cindy nach, während beide auf einem Hocker Platz nahmen. „Aus München.“, sagte Maxi Schiffer. „Du willst heiraten?“, fragte Maxi nach. „Richtig.“ „Gibt es etwas dagegen einzuwenden?“, fragte Cindy frech, vielleicht auch ein wenig zickig. Maxi schüttelte den Kopf. „Nein, Cindy.“ „Und dein modeln?“, antwortete sie. „Ich möchte Kinder, einen Mann und einen richtigen Job, eine Praxis aufmachen“, erwiderte Cindy. »Ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass ich als Psychologin in Amerika zugelassen bin.« In der Abendschule machte ich damals noch meinen Abschluss. »Mit der Arbeit als Model habe ich mir nur das Geld für das Studium verdient.« Jetzt habe ich das finanzielle Polster durch das Modeln für meine Zukunft gespart. »Jetzt möchte ich eine Familie und meinen Job machen.« »Als Model verdienst du mehr«, sagte ich. „Na und?“, erwiderte Cindy. Cindy fand einen Parkplatz in der Nähe des Hauses, wo sie wohnten.
Ihr Mann, Andy, saß vor einer Flasche mit Bier und pustete seinen kalten, stinkenden Rauch von der Zigarre breit durch das Zimmer.
„Hallo, Cindy!“ „Wen hast du denn da mitgebracht?“, fragte Andy gleich neugierig und starrte mich an.
„Wisch dir den Sabber vom Mund ab und gib mir einen Kuss!“, blockte Cindy gleich. „Tut mir leid“, sagte er kopfschüttelnd. „Ich ahnte ja nicht, dass du mit einem Gast jetzt schon kommst.“
„Macht nichts“, sagte ich, während ich Andy gegenüber Platz nahm. „Ich hatte nichts Besseres zu tun, Andy, ich habe ohnehin schon die längste Zeit eine Ausrede gesucht, um hierherzukommen und euch zu besuchen.“
„Wir wollen eine Tour mit dem Jeep machen“, sagte Cindy, „und einen Abstecher nach Kalifornien, wo das Wunder mit ungeheurer Kraft zu sehen ist.“
Andy musterte uns Weiber überraschend.
„Das hätte ich mir eigentlich denken können“, sagte Andy. „Was?“, fragte Cindy und sah mir erstarrt in die Augen.
„Dass du mit einer zweiten bestaussehenden Freundin der Welt hier irgendwann aufkreuzen wirst“, erwiderte Andy.
Cindy und ich lachten laut los. Sie schnappte ihren Mann und presste ihn an die Wand, gab ihm einen dicken Kuss auf den Mund.
„Kaffee für alle“, sagte Cindy.
„Nein“, sagte ich, „für mich ein Mineralwasser.“
„Ich muss mal Pinkeln gehen, ihr entschuldigt“, erklärte Andy und stand auf. „Bin gleich wieder da.“
Cindy kam mit den Getränken.
Als ich wiederkam, hob ich mein halbvolles Glas und lächelte ein lautes „Ciaó“.
„Jetzt hast du es geschafft“, schüttelte sich Cindy aus dem Mund.
Ich sah Sie erschrocken an.
„Weißt du, ich hatte originelle Jungmädchenträume über dich.“ „Du würdest eines Tages herkommen und irgendwie anders sein“, sagte Cindy.
Dann schwieg sie plötzlich.
„Ich bin auch anders“, sagte ich, „Ich bin nicht mehr dein Boss aus der Mädchenclique.“
Cindy schüttelt den Kopf.
„Maxi, du bist noch dieselbe“, erwiderte Cindy, „du bist immer am richtigen Platz.“ „Wo du bist, dort muss man eben sein.“ Sie zögerte. Wieso bin ich dir wieder eingefallen? „Ich glaubte, du hättest mich vergessen.“
Ich antwortete nicht und blieb im Schweigen.
„Hast du irgendwo in deinem Kopf eine Ablage?“ „In jeder geschlossenen Schublade liegt eine geheime und erschreckende Liste von charmelosen Mädchen, die keine Fragen stellen, in verschiedenen Städten, an die du dich für allerlei Dienste wenden kannst“, sagte zynisch und frech Andy.
Cindy und ich sahen uns in die großen, fragenden Augen.
„Nah schön, Andy, du alter Wichser“, sagte ich. „Hast du dich nun auf deinen Hämorriden ausgetobt?“, fragte ich, ohne ein Lächeln ihn zu zuwerfen.
Cindy errötete.
Ich griff nach meinem Glas.
„Wenn du das in meiner Gegenwart tust“, sagte ich, „dann rasiere dich hinterher.“ „Der Haschischduft steckt dir noch im Bart.“
„Bevor du mit Cindy gekommen bist, habe ich gerade einen halben Glimmstängel geraucht“, versuchte er sich zu verteidigen. „Ich bin ein bisschen von der Rolle.“
„Weshalb denn?“, fragte Cindy.
„Du musst mich für sehr albern halten, aber ich kann es nicht ab, wenn jemand die Drogen konsumiert, wie Süßigkeiten“, sagte ich. „So ahnungslos bin ich nicht.“
Er warf einen Blick auf Cindy und machte Anstalten, aufzustehen.
„Am besten, ich gehe jetzt raus, ihr habt wohl persönliche Dinge zu besprechen“, sagte Andy und trank noch einen Schluck Bier. „Mir ist es scheiß egal, was ihr beide treibt.“
„Das glaub ich dir nicht ganz, Andy.“, sagte Cindy. „Du hast mich zu gern.“
„Stimmt.“, sagte Andy. »Ich kann nicht dein Leben verwirklichen.« »Ich kann nur da sein, wenn du mich brauchst.«
Andy leerte sein Glas und ging.
Somit besprachen Cindy und ich die Tour nach Kalifornien, die wir Morgen machen wollen.
Komplett und kompakt, das sind die Dinge dieser originellen und rasanten Erlebnistour und aufregenden Entdeckungstour, die Maxi und Cindy zusammenstellten. Zwei Frauen wollen in nur zwei Wochen zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten des amerikanischen Westens. Geplant sind die interessantesten Städte und die schönen Nationalparks.
Cindy besorgte einen Wagen, ein Cabriolet. Dieser Wagen war mit Automatik, einer Klimaanlage und Allradantrieb ausgestattet.
Maxi und Cindy haben genügend freie Zeit unterwegs auf ihr Abenteuer, um die Fülle der überwältigen Attraktionen, wie das Wunder mit der ungeheureren Kraft, und andere genießen zu können und nicht nur durchzufahren.
Der erste Tag, der Tag der Abreise, ist für Maxi und Cindy wie eine Begegnung mit dem Unbekannten. Sie haben ein Kribbeln im Bauch, dass ihre gewärmten Gedärme nicht so funktionieren, wie sie es gerne hätten. Ihnen wurde kalt, mal wurde ihnen heiß.
Und das Klo ist zurzeit auch dauernd besetzt.
Aber sie wollten los – einfach losfahren!
Egal, was kommt und was passieren mag: Sie fuhren ab.
Auf der Fahrt machen Sie ein Tourbriefing nach San Simeon. Sie fahren entlang der Pazifikküste Richtung Norden.
Die Strecke zwang sie und sie legte in der hübschen Stadt Santa Barbara einen Stopp ein.
Es sind noch vierhundertfünf Kilometer.
Bevor Sie sich vornehmen, die Strecke nach San Simeon weiterzufahren, übernachten Sie in Santa Barbara.
Zwischen Los Angeles und San Simeon machen Sie unbedingt einen Stopp in Kalifornien.
Dort steht der höchste Baum der Welt. Dieser Mist einhundert zwölf Meter. Bei Wind bewegt sich die Krone dieses Redwoods in Kalifornien um fast zwanzig Meter hin und her.
Rein statistisch müsste so Maxi in den Büchern, der Bibliothek, der Baum dabei unter seinem Eigengewicht zusammenbrechen. Die gewaltige Belastung im Stamm beträgt durch die Schwingung etwa acht Tonnen pro Quadratzentimeter.
Doch nicht einmal das haut einen Redwood um.
Das Holz der bis zu dreitausend Jahre alten Bäume ist das Widerstandsfähigste der Welt. Es rottet nicht! Wird nicht von Insekten befallen!
Hält einem Feuer Stand! Nicht einmal die Wucht einer Atombombe würde einen Redwood zerstören!
Ihre aufregende und stürmische, staubige Fahrt zieht sich durch viele Haarnadelkurven auf der malerischen Küstenstraße und den Künstlerort Carmel, wo Cindy und Maxi dem 17-Mile-Drive nach Monterrey folgen können, um dann nach San Francisco weiterzufahren.
In San Francisco übernachteten Sie dann zwei Tage. Einen ganzen Tag verbrachten sie die faszinierende „City by the Bay“.
San Francisco, für Maxi und Cindy: Bummeln pur, entlang an der Fischermans Wharf entlang.
Sie steigen in eine der Cable-Cars ein. Mit ihren faszinierenden Blicken ließen sie sich von dem Scenic Drive faszinieren, hinauf nach Twin Peaks, wo sie einen traumhaften Blick auf die Stadt bekamen.
Später fuhren sie über die berühmte Golden-Gate-Brücke zum Künstlerort Sausalito und machten auch gleich einen neugierigen und interessierten Abstecher nach Muir Woods mit seinen alten, riesigen Redwood-Bäumen, von denen Maxi immer noch sehr fasziniert gewesen ist. Auch die kalifornische Weinregion, das Napa Valley, ist einen Besuch für beide wert gewesen, wo sie auch interessante Menschen kennengelernt hatten.
Heute ist für beide der fünfte Tag ihrer abenteuerlichen Tour durch den Westen Amerikas.
Nach fünf interessanten und staubigen Tagen, geht heute die mit Schlaglöchern bedeckte Fahrt weiter durch die malerische Bergwelt zum Yosemite National Park mit seinen hohen Wasserfällen und riesigen Granitfelsen.
Sie folgten ihrer Karte, der Parkstraße Richtung Süden.
Gegen Abend erreichten sie dann Oakhurst, wo sie einmal mit Wonne übernachten.
Nach einem ausgiebigen und vitaminreichen Frühstück geht heute die Fahrt durch die Sierra Nevada. Heute geht es zu den alten Baumriesen des Sequoia-Nationalparks und zum Mount Whitney, dem höchsten Berg der USA außerhalb Alaskas. In Visalia waren sie sich einig, dass sie dort übernachteten. Die Nacht war ruhig und Cindy konnte endlich einmal durchschlafen. Maxi ist heute Morgen in guter Laune. Das fruchtbare San Joaquin Valley lädt Sie ein zu einer gemütlichen Spazierfahrt. Ja, wie die Zeit vergeht. Frauen lästern in allen Situationen. Vielleicht liegt es daran, dass man außer zwei Schnattermäulern nicht viel braucht.
Aber das Lästern ist für die originelle Frauenwelt kein Zeitvertreib.
Es ist ihre Passion.
Wie bei Maxi und Cindy.
Böse Zungen behaupten sogar, es sei ihr Schicksal.
Fragt man Maxi nach dem Grund für das ständige Geläster, bekommt man zu hören: „Welches Spaß macht!“
Wie bitte? Mehr als so eine blöde Standardbegründung haben die Frauen nicht parat?
Kann ja wohl nicht wahr sein. Oder? Stimmt, ist es auch nicht!
Denn Frauen rücken mit der unbequemen Realität nur zögerlich heraus. Oder wollen sie es selber gar nicht wahrhaben.
Frauen, wie Maxi und Cindy befinden sich permanent und in allen Lebenslagen im Konkurrenzkampf um die gut aussehenden und klugen
Männer dieser verrückten Welt. Ihr ganzer Tagesablauf wird davon beherrscht.
Ständig die kalte Angst im steifen Nacken, in der Gunst der stinkenden Männer zu sinken.
Andere skrupellose Frauen werden als permanente Bedrohung wahrgenommen.
Männer ohne Gehirn tragen ihre rasanten Rangkämpfe meist relativ unkompliziert aus. In Form eines schnittigen Faustkampfes, der sogar das Ansehen des siegreichen Herrn steigern kann.
Warum machen Frauen so etwas?
Diese Wahl haben Frauen leider nicht.
Ihr Stutenbeißen wird deshalb in heftigen Lästertiraden verpackt.
Maxi sagt: „Gestern Abend die Tussi, was hatte die denn für einen Hintern?“ Cindy lacht laut los: „… mein Gott“, sagt sie, „… diese Brüste können doch unglaublich echt gewesen sein.“
Maxi tritt aufs Gaspedal und sagt mit lauter Stimme: „Und mit den krummen Beinen kann man höchstens Trauben treten!“
Selbst wenn beide damit Recht haben sollten: Es soll ja auch nur von der eigenen Unvollkommenheit ablenken. Also, lass nie eine Frau an den Grill! Karg, aber interessant präsentiert sich anschließend die Mojave-Wüste, aus der wie eine Fata Morgana Las Vegas auftaucht. Hier planten beide einen Ausflug zum Lake Mead und zum imposanten Hoover Damm.
Am Abend sehen Sie dann die berühmteste Las Vegas-Show an. Sie haben viel Spaß und der Champagner sprudelt nur so aus den Flaschen, die sie von den reichen und charmanten Männern spendiert bekamen.
Der 9. Tag. Heute geht es zurück zu der durch Menschenhand geschaffenen Glitzerwelt. Zurück, in die Natur. Durch den Zion Nationalpark mit den bizarren Felsformationen erreichen die beiden hübschen Frauen, den farbenprächtigen Bryce Canyon mit den vielen Sandsteinspitzen.
Am nächsten sonnigen Vormittag gibt Ihnen die kurze Fahrt Zeit für einen ausführlichen Blick in den Grand Canyon. Ihr heutiges Ziel, Flagstaff.
Flagstaff liegt an der berühmten
„Route 66“. Wo sie auch übernachteten.
Das Land der roten Felsen wird die Gegend um den Oak Creek Canyon und das Künstlerstädtchen Sedona genannt.
Phoenix/Scottsdale dagegen liegt im Tal der Sonne.
Es gibt kaum eine Gegend mit mehr Sonnenscheintagen pro Jahr. Maxi und Cindy bummelten durch die Altstadt.
Sie besuchen eines der interessanten Museen und schauen sich noch die Westernstadt Rawhide an.
Auf der Fahrstrecke von Scottsdale nach San Diego bewundern Sie den Saguaros und andere Kakteenarten. Mit zum Teil bizarren Formen sahen sie auf dem Weg nach San Diego.
Die Nähe der mexikanischen Grenze ist deutlich spürbar, was die Temperaturen, das Essen und das bunte Bild San Diegos betrifft.
Zahlreiche hübsche kleine Orte entlang der Küste gaben Maxi und Cindy Anlass, immer wieder zu einer Rast.
Die abenteuerliche Autotour endete mit dieser Übernachtung, wo sie noch einmal von der Tour sprachen und sich an die alten Zeiten erinnerten. Als alles begann, und wie ihre weiteren Pläne sind. Diese rasante und überwältige Autotour schmiedete ihre Freundschaft wieder ein bisschen mehr zusammen.
In Los Angeles trennten sich ihre Wege.
Maxi fährt mit dem Wagen zu ihrem Freund nach Hause. Wo Andy schon erwartungsvoll auf sie wartete.
Maxi nahm ihr üppiges Gepäck, ging auf den Flugplatz und nahm sich den Rückflug mit einer Liniengesellschaft nach Deutschland.
In München mit dem Flieger gelandet, hatte Maxi wieder festen Boden unter den Füßen.
Maxi sah sich die Bayern an und stellte fest, dass man sich niemals seinen Lebenspartner nach dem Arsch aussuchen sollte.
Die rasante und krasse Frage ist nur, ob man anders kann.
Falls Maxi noch nach dem Sinn des Lebens sucht.
Sie kann aufhören!
Der ist nämlich für den Arsch.
Und das hört sich arschmäßig an.
Mit jeder seiner Schwingungen sendet der Hintern erotische Signale aus. Die größte zusammenhängende Muskelmasse ermöglicht auch den aufrechten Gang. Damit die Entwicklung des Hirns nicht aufhört.
Somit auch dem Sinn des großen Erfolges, den Titten.
Die weiblichen Brüste sind nichts anderes als die
Nachbildung der Hinterbacken (der Arsch) auf höherem Niveau, glaubt Maxi.
Das Sexsymbol der Frauen ist wieder der Arsch, später auch mal wieder die Titten.
Der Mann weiß es nie.
Plötzlich fasst sich Maxi an den knackigen Arsch.
„Dein Arsch.“ „Ist der knackig?“, denkt sich Maxi möglicherweise.
„Was für ein Arsch?“, fragt sie sich und lacht laut darauf los.
Maxi wird von den anderen Leuten angestarrt.
Kapitel 3
Das Wochenende verlief dann, entgegen Ronnys Befürchtungen, ganz friedlich. Er war zwar ein wenig quengelig, aber er schlief oder döste doch meistens vor sich hin.
Maxi sah von Zeit zu Zeit nach ihm.
Manchmal merkte Ronny nicht einmal, dass sie ins Schlafzimmer kam.
Als ich meinen süßen Ronny kennengelernt hatte, verführte er die schönsten und weniger schönsten Frauen.
Und angeblich gab es keine, die im Club seinem Charme widerstand. Er ist der größte Liebhaber, den Sie kannten.
Eine emanzipierte Übertreibung? Keineswegs!
Ronny hatte immer nur die Eine, von Anna, Bärbel, denn Bärbels Busen blubbert bis Berlin, Carmen, Doris, Erna, Frieda, Gerda, Hanna, I..., Jana, Kat..., Lena, Man..., Nen..., Olga, Petra,...…..Xenia und, und, und so weiter. Ja, alle hat er geliebt. Eine magere Ausbeute? Mitnichten, denn die Betonung liegt hier auf dem Wort, dass Frauen immer von ihren Männern geliebt werden wollen. Ronny, der romantische Verführer. Der Mann, der nichts anderes im Sinn hat.
Ronny nimmt die Liebe ernst. In genau diesem Wissen schenke ich ihm mein Herz. Ronny ist ein schöner Mann, so wie ich ihn sehe. Und in der Tat. Ronny hat eine Größe von 1,87 m und dunklem Teint, wie ein gepflegtes Äußeres.
Für Ronny kommt nur das Beste in Frage. Er geht nur zum Starfriseur und trägt nur Designerklamotten.
Seine originelle und eitle Devise: „Wer das Höchste gewinnen will, muss immer das Höchste bieten.“ Das imponiert mir sehr und ich habe Gefallen daran. An seiner heißesten Seite muss ich sein. Ronny redet viel mit mir. Er ist da, wenn ich ihn brauche, wenn ich seine Schulter in den traurigen Stunden zum Anlehnen benötige. Nichts ist die Liebe ohne Worte. Ronny ist ein hochgebildeter Mann, was er nicht für jeden Menschen zum Ausdruck brachte. Und sein Vorspiel sind pikante Gespräche, in denen er mir die geheimsten Fantasien schildert. Und zwar in allen kleinen, verwirrenden und erotischen Details. Ronnys Bruder, Morte, fünfundzwanzig Jahre jung, liebt den Luxus, ist schwul, wie eine französische Sauna und studiert Germanistik. Er ließ nichts von sich hören. Warum auch?
Am Sonntagabend forderte ich meine Freundin Santa auf, mich zu mir nach Hause, wo Ronny und sein Bruder auch gewesen waren, zu begleiten. „Maxi, du erwartest doch wohl nicht, dass ich mich um Morte kümmere?“, erwiderte Santa mit hochgezogenen Augenbrauen. „Nein, durchaus nicht“, sagte ich. „Aber was wäre, wenn…?“, fügte ich hinzu und lächelte Santa zu und sah ihr fest in die Augen. Ich wollte wissen, ob Morte wirklich so stockschwul ist und eine feuchte Muschi ablehnt. „Nein!“, schrie Santa laut. „Wäre es nicht ein bisschen viel verlangt?“ „Ja, sicher“, stimmte ich ihr zu, „aber bekanntmachen will ich euch trotzdem.“ Ich will wissen..." „Nah schön, wenn du darauf bestehst.“, sagte Santa. Ich stellte wieder fest, wie schwierig prüde und naive Frauen doch waren. Bestimmt wäre sie beleidigt gewesen, wenn ich es unterlassen hätte, Santa mit Morte bekannt zu machen. Jetzt tat Santa so, als müsste sie ein Opfer bringen, um Ronnys Bruder Morte kennenzulernen.
Auf dem Weg trafen beide Silvia. Sie ist heute wieder etwas spitzfindig, Santa meint immer: „Da kommt die intellektuelle Feministin.“ „Silvia?“, fragte da jemand erstaunt. Eine intellektuelle Feministin? Silvia muss immer wissen, was sie tut. Sie gestattet sich nur den Hinweis, dass der Terminus „feminin“ sowohl beim guten Wein als auch beim Weib etwas völlig anderes meint, als diese altmodisch-avantgardistische Unterspezies zu repräsentieren glaubt. Wobei die meisten ihres spitzfindigen Typs Frau gewissermaßen keine andere Wahl haben. Öffnet Silvia also einen in der Kellerecke vergessenen, bereits etwas oxidierten Teroldego, dessen leichter Bitterton aufs Trefflichste mit der immer noch markanten Säure und den dörrpflaumigen Aromen um geschmackliche Gleichstellung streitet. „Und was steckt dahinter?“, fragte ich mich immer? „Ein Kerniger Wein aus dem Trentino“, erklärte sie mir dann, „mit dunkler, rubinroter Farbe, unterlegt mit violetten Reflexen.“ In der Nase Aromen schwarzer Johannisbeeren, dunkler Beerenfrüchte und fein gegerbten Leders. „Du hast den Genuss am Gaumen wie von herzhaften Gerbstoffen und fruchtigem Geschmack.“ Ich staunte und bin echt verblüfft, wie sie es mir so erzählte, und dann gab Silvia mir noch ein Rezept, das ich mir auch gleich notiert habe. „Übe das Rezept Maxi“, sagte sie mir, „denn bekocht werden von deinem Charmeur Ronny, wirst du eh nicht!“ Also, du hast zwei Stücke Lammrücken. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann scharf anbraten. Rosmarinnadeln zugeben, das Fleisch im vorgeheizten Backofen bei einhundertzwanzig Grad zwölf Minuten rosa garen. Für die Sauce würfelst du bitte eine kleine Aubergine, mit einer Zwiebel in Olivenöl andünsten, salzen und pfeffern. Dann mit einem halben Glas Rotwein und etwas Brühe ablöschen und einkochen lassen. „Und dann?“, fragte ich neugierig und bekam auch herzhaften Appetit. Dann? „Ist doch klar“, gab Silvia zur Antwort: „Dann abschmecken und übers Lamm geben.“ Santa bekam ich gar nicht mundtot, denn sie quasselte immer dazwischen. Sie benimmt sich manchmal wie eine Praktikantin. Santa! Wenn ihr hier zuerst die Zigarre und erst irgendwann der Wein einfällt, wenn wir auf Partys sind. Aber Santa genießt und schweigt. Santa ist wissbegierig. Zumindest wenn es um die schönen, wohlhabenden Männer geht. Santa ist nicht sonderlich verwöhnt, wenn der Vater vom spendablen Mann nicht der Firmenchef ist, und demzufolge ist sie mit allem zufrieden, was Santa ebenfalls behagt. Im Übrigen ist es unanständig, Santas rasanten Wünschen nicht nachzukommen. Wenn Santa gerade keine andere Begleitung zur Hand ist, kann durchaus auch ein Glas zehnjähriger „Glenmorangie“-Malt Whisky ihren Zweck erfüllen. Denn schon ist die kraftvolle Würze der Zigarre perfekt mit dem Getränk verschmolzen. Auch ein Glas gereifter Vintage Port kann hier seine Reize entfalten – am besten dann mit einem kleinen Happen aus zarter bitterer Schokolade. Als Sie dann angekommen waren, erschien Morte an der Tür. Er ist gewaschen und ein wenig zu Recht gemacht. Aber seine Locken waren nicht mit Gel geglättet und im Gesicht zeigten sich enorme Spuren seines schnell sprießenden Dreitagebartes. Ronny saß aufrecht, von vielen Kissen gestützt, auf der Couch, als Maxi, Silvia und Santa eintraten. „Maxi!“ „Ich habe auf dich gewartet!“, sagte Ronny mit leichtem Vorwurf. Sie ging nicht darauf ein, was den anderen beiden grinsenden Frauen imponierte. Sondern zog Santa mit ins Zimmer und schob Silvia vor. Das ist also unser schnuckeliger Hausgeist, Girls. „Morte, der heiße Bruder von Ronny“, sagte Maxi ganz stolz und überzeugend. Santa reichte ihm nicht die Hand, aber Silvia, und sie erwiderte dann aber doch sein gewinnendes Lächeln.
Maxi schnupperte. In der Luft lag der Hauch eines stinkenden Körpergeruchs, der jedoch den Geruch von Knoblauch und schlechtem Mundgeruch nicht überdecken konnte. „Rauchen“, fragte er.
„Aber ja doch.“ Selbstverständlich, sagte Santa und lächelte. Der stinkende Mann reizte Sie irgendwie.
Es störte Sie nicht, dass er unangenehm nach Knoblauch roch. „Nein“, sagte Silvia.
„Ich ziehe mich zurück in das Wohnzimmer“, sagte Maxi.
„Aber du bleibst doch, Silvia?“, fragte Santa flehend.
Maxi ging zur Tür und flüsterte: „Also, dann.“
„Wir kommen gleich zu dir“, erwiderten beide, wie im Chor, und schreien laut darauf los.
Silvia zog sich einen kleinen Hocker heran und setzte sich drauf.
„Von euch habe ich gar nichts gewusst“, sagte Morte, als sie allein waren.
Silvia und Santa erzählten ihm von Maxis inniger Freundschaft, ihrem Verhältnis, in dem sie zueinander standen.
„Interessiert dich das überhaupt?“, unterbrach Santa.
Er öffnete die Augen, die ihm gelangweilt zugefallen waren.
„Hast du es gern, wenn eine Frau dich verwöhnt?“ „Bemuttert?“, fragte Silvia neugierig.
„Im Gegenteil“, erwiderte er, „Ich mag es, wenn sie mich piesackt, wo sie nur kann.“
„Bist du eifersüchtig?“, fragte Santa.
„Auf meinen Bruder?“, fragte Morte nach.
„Ja. „Weil mein lieber Bruder immer nur der Liebling war.“ Erwidert Morte.
„Das ist aber doch nicht seine Schuld“, sagte Santa, „und dann hat eure Mutter es einfach nicht verstanden oder gerafft, deinen herzvollen Platz in ihrem Herzen zu finden.“
„Santa, weißt du, ich glaube, es war so.“ „Meine Mutter, ständig betrunken, wollte mich gar nicht haben“, erzählt betroffen Morte. „Ich war ein Problem, das im Überfluss von Alkohol entstanden ist.“ Mit der Verhütung, war sie auch nicht gerade die Hellste der emanzipierten Frauenbewegung und vergaß auch mal die Pille. Das Kondom verweigert sie heute noch den leichtgläubigen Männern. Bis heute hatte sie immer noch Glück gehabt, oder es ließ sich abtreiben. Mich wollte Sie auch eiskalt abtreiben lassen. Aber, mein Zeuger hat darauf bestanden, dass sie mich zur Welt brachte. Meinen Zeuger habe ich bis heute nicht kennengelernt, da meine Mutter den Kontakt zu ihm abbrach und mir verbat, den Kontakt mit meinem Zeuger aufzunehmen. „Ich weiß nicht einmal, wie er aussieht und wo er lebt.“ Santa nimmt ihn fest in den Arm. „Du bist etwas Besonderes, Santa.“ „Dass ich dir meine Gefühle erzähle.“ „Du bist es auch“, erwidert Santa und küsste ihm auf die Stirn. Und so kam es, dass Santa lange noch bei ihm saß und halb vergessene Erinnerungen an ihre verbitterte Kindheit ans Licht zog. Es gab auch schöne und fröhliche Kindheitstage, wobei sie beide herzhaft drüber lachen mussten. Fast haben sie vergessen, dass es für sie längst Zeit war, Maxi und Silvia aufzusuchen. Plötzlich bemerkte sie, dass Mortes Fragen ausblieben und er wirklich müde geworden war, und sie ließ ihn leise allein.
Am nächsten Morgen kommt Ronny fröhlich und pfeifend ins Büro. Es hatte sich herumgesprochen, dass er mit einer sehr gut aussehenden Maxi in einer persönlichen und intimen Beziehung steht.
Daher macht sich auch niemand ernsthafte Gedanken über Ronnys gute Laune. Es gab viel zu tun.
Fünf neue Aufträge mussten neben der Webaktion gleichzeitig betreut werden. Dazu kamen die Bemühungen und Vorschläge für die neuen Aufträge.
Maxi ging ganz zufrieden und entspannt in ihrer Arbeit auf. Denn sie hatte ja den besten und heißesten Sex die ganze Nacht mit Ronny.
Erst wenn der Abend nahte, wurde Maxi unruhig. Anders als früher drängte sie nach Hause, wo es ihr gut ging.
Ja, sie musste sich zwingen, solange zu bleiben, bis sie endlich ihren Schreibtisch abgearbeitet hatte, was sie heute wollte.
In ihrem vertrauten Hause begrüßte sie erst schnell ihren Ronny, duschte sich und ging Splitternackt mit einem Glas Wein in der Hand zu ihm.
Es ist Maxi klar gewesen, dass Ronny sich so spät vernachlässigt fühlen musste.
Aber das schien unvermeidlich.
„Ronny, mein Süßer, sei bitte nicht böse“, sagte sie immer wieder, „Aber ich muss es tun, um meinen Job zu behalten.“
Ronny nahm es mit einem Achselzucken hin.
Manchmal sagte er auch: „Du bist mir zu nichts verpflichtet, mir meine lange Weile zu nehmen.“
„Ja, ja, ich weiß“, sagte Maxi, was die Frauen ja immer zu ihren Männern sagen, um ein wenig Mitleid auszudrücken. „Es ist ja nur vorübergehend.“
Aber tatsächlich schätzte Maxi das Beisammensein mit Ronny, ganz abgesehen von ihrer Verliebtheit, sehr viel mehr.
Ihm konnte sie von den kuriosen Vorgängen im Büro und mit den unentschlossenen Kunden berichten, wofür ihre letzten Männer sich nie interessiert hatten.
Ronny konnte nicht nur zuhören, sondern stellte auch die richtigen Fragen und zog durch Zufall die richtigen Schlüsse.
Sie unterhielten sich sehr lebhaft und gefühlsmäßig angeregt. Meist wurde es dann spät, um noch über Sex zu reden.
Ronny ging es von Tag zu Tag besser. Er begann sich neue Ziele in seinem Lebensabschnitt zu setzen, die ihn nicht mehr langweilten.
Er kaufte sich einen neuen Computer und die richtige Software dazu. Denn er machte Musik und Geräusche, für Film- und Fernsehstationen.
Chris, ein alter Freund von der Produktion, versorgte ihn mit neuen Aufträgen und er konzentrierte sich auf seine kreative Arbeit.
Als Maxi am Freitagabend nach Hause kam, erwartete er sie, an seinem Computer einen Hausmantel über sich gestriffen.
„Aber, Ronny“, rief sie, „du noch bei der Arbeit?“
Mit einem lieben Lächeln umringte er ihre Taille und zog sie auf seinen Schoss. „Jetzt ins Bett und wir ficken uns satt?“, fragte Maxi mit großem Verlangen.
Maxi hatte große Mühe, ihr Glas Wein im Gleichgewicht zu halten. Trinkt einen Schluck. „Lass mich los!“, schrie sie zickend und merkte selber, dass es nicht sehr überzeugend klang. Sie legte ihm den freien Arm um den Nacken. „Also, was?“, fragte Ronny. Sie schnuppert in seinem frisch gewaschenen Haar und streichelt ihn über seinen nackten Körper.
Plötzlich fühlte sie, dass sein Wunderstab hart in ihrer Hand geworden war. Hart und heiß und sehr lebendig.
Ihre wunderschönen Augen wurden groß. So groß, dass sie in seinen Augen sehen konnte, was er für ein Verlangen nach ihr hatte.
Er küsste, wie ein leichter, warmer Hauch, ihren Hals und murmelte dicht an ihren Ohr: „Liebling, du weißt nicht, wie das ist.“ Den ganzen Tag arbeite ich und denk nur an dich. „Manchmal ist mir, als müsste ich platzen“, er holte tief Luft, „oder verrückt werden.“
Ronny nahm ihr das halbvolle Glas aus der Hand und stellte es ab.
Seine Lippen, nicht mehr spröde von der trockenen Luft, sondern glatt und weich, suchten ihren zarten, feuchten, süßen Mund. Ihre heißen Zungen berührten sich langsam und seine warmen Hände streiften ihr den Hausmantel von der nackten, duftenden Schulter.
„Was für ein geschickter und liebevoller, aber ausgekochter Verführer er doch ist!“, schoss es Maxi durch den Kopf.
Aber dann gab sie jeden Widerstand auf und ließ sich auf den stürmischen Abgrund ihrer süßen Leidenschaft fallen.
Sex ist eigentlich nie ein Problem für Maxi. Sie denkt sogar, ich bin gut im Bett.
Oder auf dem Sofa.
Oder im Fahrstuhl, im Grand Hotel.
Und zwar so ganz intuitiv, ohne sich vorher in einschlägiger Literatur und Hardcorefilmen aus der Videothek schlau gemacht zu haben.
Man kann es.
Oder man kann es nicht.
Wenn nicht, dann sollte man gleich ins Kloster gehen, dachte Maxi.
„Offensichtlich kann ich es nicht oder nicht mehr“, dachte Maxi sich.
Warum sonst muss ich jetzt plötzlich ständig darüber reden, ob es schön war oder nicht, warum sie es genossen hat oder warum eben nicht?
„Liebling“, habe ich zu ihm gesagt, „Lass uns einfach nur ficken.“ „Früher hat es uns doch auch großen Spaß gemacht, ohne dass wir hinterher alles noch einmal durchdiskutiert haben.“
Da hat Ronny Maxi nur vielsagend angeschaut: „Dir vielleicht…“ Plötzlich warf Ronny ihr vor, sie würde sich nie genug Zeit für das Vorspiel nehmen, worauf sie selbst immer bestanden hatte. Sie würde seinen Penis vernachlässigen und ihn immer viel zu schnell in sich stecken, um zum gewaltigen Höhepunkt zu kommen.
Also hat Maxi versucht, beim nächsten Mal alles richtig zu machen. Intensiv hatte Ronny sich mit ihren prallen Möpsen beschäftigt, wie Maxi mit seinem steifen Stab, so liebevoll und zärtlich, wie ein Paar beim Ficken nur sein kann.
„Aber du musst auch spüren, wonach ich mich sehne, Ronny“, meinte sie beim Ficken.
„Ich bin ein Mann und kein Hellseher“, hatte Ronny zu ihr gesagt.
„Darum sprechen wir ja darüber“, erwiderte Maxi schnippisch.
Eigentlich will Maxi nicht darüber reden. Sie will Spaß haben im Bett und beim Ficken. Von ihr aus kann er ihr die Hand führen oder ihr schweinische Sachen ins Ohr flüstern.
Das sinnlose Gequatsche hinterher oder mitten drin ging beiden auf den Keks.
„Es ist ja okay, dass wir beide unsere starken Bedürfnisse im Bett anmelden.“ „Aber echt, da kann einem beim sensationellen Fick alles vergehen“, dachte sich innerlich Maxi. Später lagen sie, nackt aneinander geschmiegt, im Bett. Maxi musste plötzlich selber über sich lachen.
Legte ihren Kopf an seine Schulter, die kalte Hand auf seine Brust, wurde ihr bewusst, dass das Schönste für sie war, in seinen Armen erlöst und entspannt zu liegen.
Die gewaltige und gefühlvolle Ekstase, die sie aus sich heraus riss, bedeutete ihr immer auch eine Entfremdung.
Aber bei Ronny liegend und ruhend hatte sie zu sich zurückgefunden.
Für Ronny ist Maxi etwas Anderes.
Maxis Welt, ist das Spiel. Sie will tasten, hören, riechen, schmecken. Sie will toben und mit ihm tollen, sich verstecken. Im Bett will sie Höhlen bauen.
Und überhaupt, einfach alles lernen.
Maxi ist kein kleines Kind, wie es auch manchmal den Anschein hat.
Aber sie handelt und denkt manchmal wie ein Kind, und so entscheidet sie viel.
Auch über ihr jeweiliges Leben als feminine und interessante Frau.
Oder doch nicht ganz?
Sie fühlte sich selbst nicht mehr als die kluge, selbstsichere, berechnende Frau in den letzten Wochen, sondern neben ihrem süßen Ronny.
Ronny, der so viel größer und stärker war, aber wieder sehr sensibel und sehr verletzlich und doch voll Vertrauen.
Maxi sucht nach Worten, ihm das zu erklären.
Sie überlegte verkrampft, sich ihm vertrauensvoll mitzuteilen.
Vielleicht würde er es doch lächerlich finden?
„Ich liebe dich, mein blondes Schmusekätzchen“, flüsterte er ihr ins Ohr.
Neugierig bewegte sie den Kopf, so dass sie sein Gesicht sehen konnte.
„So hast du mich noch nie genannt, mein Kater.“, flüsterte sie ihm lächelnd zu.
„In meinen geheimen Gedanken schon oft, mein Kätzchen“, erwidert er leise.
Es berührte sie tief, dass Ronny genauso empfand wie sie.
„Am liebsten würde ich jetzt schnurren“, sagte Maxi und küsste ihn sanft auf seinen Bauchnabel und küsste seinen Zauberstab, so dass es ihm kitzelte.
„Versuch es nur, kleines Raubkätzchen!“ „Ich bin sicher, du kannst es“, sagte er, „Du tust es schon mit deinen leisen und scharfen Krallen auf meinem Rücken.“
Es ist für Ronny herrlich, neben Maxi aufzuwachen.
Manchmal ist es auch frustrierend.
Er öffnet die Augen und sieht ihre himmlischen, prallen Brüste, ihre langen blonden Haare.
Und diesen unglaublichen Mund? Maxi erregt mich.
Ja, jeden Tag, jede Stunde und jede Sekunde. Ich will mit ihr schlafen! Jetzt und sofort.
Ich will ihr zeigen, wie begehrenswert sie ist und wie wunderschön ich sie finde. Sanft, wie eine Feder, streichle ich ihren Bauch. Plötzlich schlägt sie ihre großen Augen auf und lächelt und fragt: „Was unternehmen wir heute, Schatz?“
Ronny schaut zum geschlossenen Fenster hinaus. Er sieht die strahlende Sonne, den blauen Himmel und lacht. Dann, wie ein Blitz, springt er aus dem warmen Bett und zieht Maxi die Decke weg.
Ein wenig zickig, zieht Maxi sich auch an, lacht noch immer und pfeift sich irgendeine Melodie.
Sie will raus. Ja, sie will raus aus dem Haus.
Irgendwohin fahren wir mit Ronny, um etwas zu erleben. Ja, Ronny will auch etwas erleben. Sie – zwei, drei, vier Stunden lang und mehr. Mindestens! Jetzt liegt Ronny da ohne Bettdecke und rollt sich auf den nackten Bauch.
Kein Sex heute Morgen. „Das war doch früher ganz anderes“, erinnert sich Ronny. „Was ist los? Mundgeruch? Bin ich zu Fett geworden? „Bin ich kein guter Liebhaber mehr?“ „Hey, Süße, liebst du mich noch?“, fragte Ronny Maxi und hoffte auf eine sensible und fühlende Antwort. Aber die Süße steht da unternehmungslustig und schaut ihn erstaunt an. Ronny versuchte zu lächeln. „Kein Sex also“, denkt Ronny leise, „heute Abend vielleicht?" Oder Morgen, gleich nach dem Aufwachen? Da fällt mir ein: Das Gleiche habe ich gestern auch schon gehofft. Verdammt, was ist so falsch an mir?
Kapitel 4
Der Sportwagen stand noch auf dem Parkplatz, wo ich ihn abgestellt hatte, bevor ich in die City gegangen war.
Der Wagen glänzte wie ein dunkler Diamant, das polierte Chrom schimmerte in den schrägen Strahlen der sinkenden Sonne.
Ronny stieß einen leisen, ironischen, aber witzigen Pfiff aus. Er lief voraus und berührte den rassigen Sportwagen ehrfürchtig.
Ronny sagte nur: „Toll!“ Maxi nahm den Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Wagentür.
Ronny war schon im Wagen, ehe Maxi noch eine rasante Bewegung machen konnte. Er blieb einen Moment sitzen und strich mit den Fingern genussvoll über das Armaturenbrett. Plötzlich lehnte er den Kopf zurück und schloss die müden Augen.
Maxi stieg ein.
„Macht der wirklich in der Geschwindigkeit über 380?“, fragte Ronny, auf den Tachometer zeigend.
„Ich weiß nicht, ich habe ihn noch nie ausgefahren.“, erwiderte Maxi.
Er lächelte Maxi zu.
„Heute Abend habe ich eine Verabredung“, sagte sie.
Ronny wies auf das Handy und meint: „Ruf doch einfach an und sag ab!“
„Sonst noch was?“, fragte Maxi.
Ronny schwieg und startete auf die leere Bundesstraße.
Auf der Autobahn gerieten Sie später in den Hauptverkehrsstrom.
„Hör dir mal den Motor an.“ sagte Ronny. „Ich spüre ihn an deinen dicken Eiern.“
Maxi lachte laut los und schrie: „Ich werde nie begreifen, warum Männer sich in Autos verlieben können.“
Sie schüttelte den Kopf.
Aber Maxi hatte Recht: Das war eine ganz private Männerwelt.
Sie schlängelten sich und Ronny durch den dichten Verkehr und verließen bei der nächsten Ausfahrt wieder die Autobahn. Auf den unbefahrenen Nebenstraßen würde Maxi schneller vorwärtskommen.
Eine halbe Minute später sprach sie mit Elena, um ihre Verabredung abzusagen: „Es tut mir leid, Elena, aber diese verklemmte Lage hat sich im letzten Augenblick ergeben.“ »Ich konnte dich nicht früher anrufen.«
Einen Augenblick schwieg, schockiert Elena am Telefon: „Du vergisst eines, Maxi, ich bin deine beste Freundin.“ „Und für eine Freundin ist man da, wenn man sie in den schweren Stunden braucht.“ „Man ist verpflichtet seiner Freundin und nicht seinem Lover.“
Wütend knallte Elena den Hörer auf.
„Das ist also alles, was ich für dich bin“, sagte Elena grinsend, „ein Zeitvertreib.“
Plötzlich sagte Maxi zu Ronny: „Gib mir eine Zigarette!“
Verwirrt schaute Ronny Sie an.
„Im Handschuhfach“, sagte sie.
Selbst öffnete sie das Handschuhfach und nahm sich eine Zigarette aus der Zigarettenschachtel. Sie zündete die Zigarette an und stöhnte mit ihrem Atem aus. Damit wollte sie Ronny zeigen, wie unfähig er sein konnte, und sagte: „Typisch Mann.“
Auf einmal verzog sie das Gesicht und sagte: »Die schmeckt komisch.«
Maxi schnüffelte an der Zigarette mit verzagendem Gesicht.
„Es ist Marihuana“, schrie sie laut Ronny zu. „Gewöhnlich liegen hier nur Menthol Zigaretten drin.“
Sie wollte die Kippen aus dem Fenster werfen. Ronnys lockere und schnelle Hand hielt Maxi davon zurück.
„So 'n Quatsch“, sagte er und nahm ihr die Zigaretten ab.
„Was soll das heißen?“, fragte sie mit einer zickigen Stimme.
Er lachte laut und sah sie nur an.
„Sie doch, du Arsch!“, sagte sie laut und zeigte ihm den Stinkefinger (Mittelfinger). „Wir können es auf der sanften oder auf der harten Tour machen.“ „Ich will dich jetzt ficken.“
Ronny guckte in den Rückspiegel und steckte sich eine Kippe in den Mund.
„Das ist guter Hasch, Baby.“, sagte er, beantwortete aber ihre Frage nicht.
Er blickte Maxi an, sie war blass geworden. Ronny tätschelte ihre Hand.
„Nur ruhig, Maxi, nimm jetzt mal einen ordentlichen Zug von der Kippe.“, sagte er.
„Wir sind beide verrückt.“ Erwidert sie.
Ihre Hand zitterte und er gab ihr die glimmende Kippe.
Maxi sog den Rauch tief ein. Ihr bleiches Gesicht bekam wieder reichlich Farbe.
Maxi blieb bei der Verkehrsampel stehen und ein Streifenwagen hielt neben ihnen.
„Ein schöner Wagen!“, rief der junge Polizist, als hätte er nur schnelle Sportwagen gefahren.
„Danke“, sagte Maxi und lächelte ihm zu. „Wollen Sie ein kleines Rennen mit mir machen?“
Der verdutzte Polizist grinste zurück und sagte: „Das geht nicht, ich bin im Dienst.“
Die Ampel wurde endlich grün und ich ließ den netten Polizisten vor. Plötzlich bog er bei der nächsten Ecke ab. „Okay, du Arschficker“, sagte ich, „drück die Kippe aus!“ Ronny wollte protestieren.
Ein Blick von mir genügte. Wortlos drückte er den Stummel aus.
Ich bog die nächste Kreuzung ab und fuhr bergan. Der nervige Verkehr hatte nachgelassen. Maxi stieg ein wenig aufs Gaspedal. Der Wagen nahm die Kurve wie eine zarte Ballerina.
„Mensch, das ist ja schöner als Sex!“, sagte ich. Ronny war in bester Laune, der Hasch hatte gewirkt. „Wohin fahren wir?“, nuschelte er nur leise. „Ich setze dich jetzt bei mir zu Hause ab und fahre noch schnell zu Elena“, sagte ich. Elena erwartete mich in Ihrer Wohnung. Sie hatte heute für Cafésitzungen nichts übrig. Sie wünschte jede Bequemlichkeit bei der Hand, wie kein langes Warten auf die Bedienung, wenn die Kellnerin mit dem lauwarmen Kaffee eine halbe Meile laufen muss. Elena kam schnell an die Wohnungstür, als ich klingelte. Sie sah gut aus. Ich nahm Sie in die Arme. Ihre Umarmung war so stark und fest wie früher. Sie lächelte. „Freut mich, dich zu sehen“, sagte Elena.
Und das war ehrlich gemeint. So hatte ich das Gefühl.
Elena stellte mir einen gut aussehenden Mann vor, der einen knackigen Hintern hat.
„Er arbeitet bei mir“, sagte sie. „Marc ist Rechtsberater in unserer Firma und kommt aus Berlin.“
Marc ließ seinen Charme spielen.
„Kein Wunder, dass man sagt, die Berliner sind offener, und im Osten sehen die Juristen nicht so spießig aus wie im Westen“, sagte ich.
„Vielen Dank für das Geschmalze“, erwiderte Marc mit einem ironischen Lächeln, das er sich nicht verkneifen kann.
„Ich hätte dich nicht hergebeten, aber es haben sich einige dramatische Dinge ergeben, über die wir sprechen müssen“, sagte Elena zu mir, um von den Anmache von Marc abzulenken.
Marc blickte zu Maxi. Ich verstand sofort.
„Wenn die Damen etwas Wichtiges zu reden haben“, macht Marc den raffinierten Vorschlag, um bei dem Gerede nicht dabei zu sein: „Könnte ich vielleicht inzwischen in die Cocktailbar um die Ecke gehen und ihr kommt später nach.“
„Es würde mir nichts ausmachen“, sagte Elena, „wenn du allein in die Cocktailbar gehst.“
„Ich wäre dir sogar sehr dankbar, uns allein zu lassen, und wir kommen dann später zu dir.“
Die Tür schloss sich hinter ihm und Elena wandte sich mir zu.
Marc ist ein sympathischer Mann. „Ist er auch ein guter Anwalt?“, fragte ich neugierig. „Möchtest du etwas trinken?“, fragt Elena.
Ich nickte und folgte ihr zur kleinen Bar aus Marmorstein. Sie mischte zwei Whisky mit Eis und etwas Wasser. Es ist unser Lieblingsgetränk, das uns verbindet. „Meinen bitte ohne Wasser“, sagte ich.
Elena fügte ein wenig Eissplitt hinzu und gab mir das Glas. „Okay?“, fragte sie.
„Ausgezeichnet“, antwortete ich.
Wir setzen uns auf die Couch.
Eine Weile schwiegen wir und wir nippten an unserem Glas.
„Maxi, du möchtest jetzt wissen, warum?“, fragte Elena.
Sie nickte und nippte an ihrem Glas.
Elena stellte ihr Glas ab und sah mich an.
Maxi wusste, was Elena meinte.
„Das ist es nicht, was du denken magst“, sagte Elena.
„Was dann?“, fragte Maxi.
Elena fing an zu lachen und nahm mich fest in die Arme.
„Kopf hoch, Elena, auch in meinem Liebesleben gibt's Flauten.“, sagte ich.
„Ja… aber bei dir sieht man es nicht so… oder?“, erwidert Elena.
„Meine Nachbarn, ein altes Ehepaar“, erzählt Elena, „sitzen wie immer gemeinsam beim Frühstück auf der Terrasse.“ Auf einmal holt die alte Frau aus und versetzt ihrem Gatten einen Haken, dass es ihn rückwärts von seinem Gartenstuhl zwirbelt. Eine Weile ist es still gewesen, dann fragte der Alte verwundert: „Wofür, zum Geier war denn das?“ Sie schrie laut: „Mein Alter, für fünfundvierzig Jahre schlechten Sex, wobei ich nie einen Orgasmus hatte!“ Er saß grübelnd auf seinem Stuhl, und peinlich war ihm das sicherlich auch, dass die anderen Nachbarn dieses Drama mithören mussten. Nach einer Weile steht er auf und haut ihr dermaßen eins an die Glocke, dass sie samt Stuhl von der Terrasse fliegt.
„Warum hast du das getan?“, schrie sie ihn an und heulte laut los. Er antwortete: „Woher kennst du dumme Schlampe den gewaltigen Unterschied?“
Beide fangen an lautlos zu schreien und Elena geht an die Bar, um wieder die Gläser zu füllen.
„Maxi, ich will, dass du zurückkommst“, sagte sie.
Ich stand auf, ging zur Bar, nahm mein Glas aus ihrer Hand und machte mir meinen Drink selber. Ich trank einen Schluck und setzte mich wieder.
„Du weißt, was ich meine“, sagte Elena mit einer leisen Stimme.
Ich wusste es.
Maxi schwieg solange, dass Elena wieder zu sprechen anfing.
Ich habe nie gewollt, dass du von mir fortgehst. „Das weißt du.“, sagt Elena. Maxi nickte nachdenklich. „Es war das Beste“, sagte ich, „was ich tun konnte.“
Doch Elena erwiderte: „Das fand ich damals nicht und sehe es auch heute nicht so.“ „Andere lesbische Paare haben größere Fehler begangen und nichts daraus gemacht.“
„Das waren eben andere, nicht ich.“ „Und vergleiche mich nicht immer mit anderen“, erwiderte ich wütend.
„Du und dein Perfektionismus!“ „Typisch Jungfrau!“, schrie Elena. „Bist du dir immer noch nicht darüber klar, dass niemand und nichts vollkommen ist?“
„Das war es nicht“, sagte ich.
„Dann erkläre es mir bitte!“, sagt Elena. „Das bist du mir zumindest schuldig.“
„Ich wollte nicht mit Ronny zusammen sein und mit dir den Sex.“, sagte ich einfach.
„Das verstehe ich nicht“, erwidert Elena.
Ich nippte an meinem Drink.
„Ist das denn so schwer zu begreifen?“, fragte ich, „Auch wenn du noch nie einen Mann zwischen den Beinen hattest.“ Ich wollte einfach das unbekannte Gefühl erfahren. „Das wäre dann wenigstens etwas Anderes.“
„Was war noch, Maxi?“, will Elena wissen, wobei sie gemischte Gefühle gehabt hatte.
„Ich hatte einen fantastischen Traum“, sagte ich. „Ich hatte die größte Chance, die eine Lesbe haben kann, um sich einen verständnisvollen Mann mitzuteilen.“ „Es gab so viel, das wir hätten tun können und nicht taten.“ „Maxi, es ist noch nicht zu spät.“, flehte Elena. „Es ist zu spät.“, erwiderte ich selbstbewusst. „Das mit uns ist jetzt vorbei und zu vieles hat sich ereignet, die ganze Sache ist zu komplex geworden.“ „Glaube mir, Elena!“ Elena sah Maxi in die Augen. Sie fing an zu weinen. „Das tut mir leid.“ Versuchte ich, sie zu beruhigen.
Dann sagte ich nicht mehr und nahm eine Zigarette aus der Schachtel und nahm mir das Feuerzeug vom Tisch.
Maxi zog an der Zigarette.
Dann fragte ich: „Willst du mit mir schlafen?“ „Ist es das, was du willst?“ Ja. „Unter anderem“, sagte Elena und küsste mich auf den Mund, wo ich noch den Rauch der Zigarette wieder ausatmete. „Warum?“, fragte ich nach.
„Bleibe bei mir!“, forderte sie leise. „Ich könnte mit dir eine Nacht haben, die wir noch nie gehabt haben.“
Ich schmunzelte über das Gesicht und fragte: „Was ist mit Marc?“
Elena machte keine Anstalten, mich zu berühren.
Oder wartete sie auf einen Kuss von Maxi?
Maxi schloss Elena in ihre Arme. Elenas rote Lippen waren weich, warm und gierig.
Eine lange Minute saßen sie aneinander.
Und dann?
Tja. Dann lösten sie sich wieder.
„Gib mir die Hand, Maxi!“, sagt Elena leise.
Ich legte ihre Hand in die meine. Ich spürte, wie sie leicht zitterte.
„Hast du jemals an mich gedacht?“, fragte Elena. „Ein einziges Mal?“
„Ich habe heute Nachmittag an dich gedacht“, gab ich zur Antwort, weil ich einfach nicht wusste, was ich nun sagen sollte. „Genügt das nicht als Antwort?“
„Nein“, erwiderte sie beleidigt und zog ihre Hand zurück. „Würdest du glauben, dass ich seit dir mit keiner anderen Sex hatte?“
„Das erklärt so Manches“, sagte ich. „Kein Wunder, dass du so verkrampft bist.“
Elena warf mir einen bösen Blick zu.
„Glaubst du, es geht mir immer nur darum?“, fauchte sie.
„Es kann immer noch ganz nett werden“, sagte ich und stürzte mich auf Elena.
Elena wandte sich von mir ab, zündete sich eine Zigarette an, stand da und starrte auf meine Brüste. Ihre Augen funkelten. Ihr Gesicht zeigte ein unwiderstehliches, schamloses, gieriges Verlangen nach wilden Sexträumen. Elena zog sich aus.
Splitternackt und kommt auf mich langsam zu.
Es gibt eine Spezies von zänkischen Frauen, die mir und den Männern echt auf den Geist gehen.
Wie Elena, ein rothaariges Miststück. Sie tyrannisiert die sensiblen Männer bis auf die Knochen. Aber wen interessiert das schon? Rothaarige Frauen, ja, sie sind falsch und haben keinen Skrupel. Sie fragen nicht, warum und wieso. Sie sind eiskalt. Vielleicht ist es auch das Parfüm, das sie an sich trägt. Es stinkt, es stinkt nach „Gülle“. Wie Scheiße. Sind manche Frauen so, wie sie stinken? Oder vielleicht, wie sie duften? Darauf gibt es viele Antworten. Antworten, worüber jeder schmunzelt oder sich fast „tot“ lachen kann.
Eigentlich wollte ich ja über Blondinen schreiben, aber diese Spezies haben wieder ihren eigenen Kopf.
Sie machen das, was die Männer (ihre Beute) nicht wollen. Männer wollen nicht von ihren Frauen übermannt werden und wie Sklaven benutzt werden.
Blondinen nehmen sich, was sie wollen.
Ja. Sie können treu sein, wenn Sie wollen.
Und das steht bei den rothaarigen Frauen in „Frage?“.
Es gibt auch Frauen, glaubt Maxi, die wie Nutten sind und ihre Männer für ihre sexuelle Befriedigung benutzen.
Sie fragen nur: „Komm, lass uns ficken und „Tschüss!“ Sie wollen keine Beziehung, weil Sie schon Kinder haben. „Es ist schon in Ordnung“, denkt sich Maxi, „Ansichtssache.“
Elena versucht immer noch, meinen nackten Körper zu streicheln. Sie bemerkte aber nicht, dass meine Gedanken ganz woanders sind. Nicht hier bei ihr.
„Gibt es denn die Frauen, die Aliens, von denen die Welt spricht?“, fragt sich Maxi plötzlich.
Denn es gibt Frauen. Sie sprechen mit ihren grünen Pflanzen und gehen gerne in den Zoo, um die Affen zu ärgern. Diese Aliens glauben ja auch, dass Pflanzen mehr Gefühle haben sollen als ihre Männer, wenn sie mit ihnen reden.
„Ich glaube“, dachte sich Maxi, „Frauen sollten mehr den Sperma von ihren Männern schlucken, dann sind sie besser drauf.“
Ja, das haben amerikanische Verhaltenswissenschaftler in einer Untersuchung herausbekommen. Die Amerikaner, die Prüden?
Auch wenn man jetzt glaubt, dass ich…
Na und? Spinat ist auch gesund, wie immer in der Werbung versprochen wird.
Und Versprochen ist Versprochen!
Aber der gewisse „Blub“ hat es inne.
Oder glauben alle Frauen an einen Supermann im Bett?
„Wer sagt denn, dass Partner sich ständig begehren müssen?“, fragte Elena plötzlich, als sie Maxis kuriose Gedanken unterbrach. „Ein Leben ohne Männer ist kein Leben“, sagte Maxi, sprang von Elena ab und setzte sich neben sie. „Ronny und ich hatten bei einer netten Party auf dem Küchenfußboden gesessen und uns gegenseitig Eiskrem in den Mund geschoben, bis es zwischen uns funkte. Ich nahm ihn mit nach Hause. Doch kaum waren wir allein, fehlte etwas. Ich war nicht verliebt. Also ist es eine Lüge, wenn du meinst, dass ein Leben ohne Männer für mich kein Leben ist. Ganz bestimmt nicht die pure, fantastische, schamlose sexuelle Lust, die ich mir notfalls auch selber verschaffen kann. Elena ist gemeinhin eine ziemlich rustikale Frau, auch wenn man es ihr nicht ansehen soll. Sie sagte nichts, auch nichts über die verschlossene Tür. Aber Elena trug eine Miene äußerster Missbilligung zur Schau und verhielt sich einsilbig. Ich überlegte, ob ich selber das Thema noch einmal anschlagen sollte. Aber dann dachte ich: „Wozu?“. Elena musste wissen, was vor sich ging. Sie waren beide sehr erwachsene Frauen. Es gibt ja auch keinen Grund für Maxi, sich Elena gegenüber zu rechtfertigen.
Kapitel 5
Am sonnigen Samstag stand der immer noch nicht ausgepennte Ronny auf und hielt sich den ganzen schönen Tag auf seine lahmen Beine.
Maxi und Ronny setzten sich vor den Fernseher, tranken Sekt und ließen einen aufregenden erotischen Spielfilm an sich vorüber flimmern. Hin und wieder versuchten sie, ein überflüssiges Wort miteinander zu wechseln.
Eigentlich war es Maxi, die mit leidenschaftlichen Zungenküssen Ronnys nackten Körper liebkoste, um Ronnys Verdampfung zu lösen, wobei sie sich auch wieder dumm vorkam.
„Habe ich das nötig?“, fragte sie sich ständig, „Um sich eine Antwort zu geben.“
Ronny lachte auf und fragte ganz entgeistert: „Wie kommst du darauf?"
„Streite es nicht ab, du blödes Arschloch!“, erwiderte sie. „Na, jetzt werde mal nicht zickig!“, sagte Ronny mit einem schelmischen Lächeln. „Ich…“, Ronny holte kurz Luft, zog an seiner glühenden Zigarette und erzählte weiter. „Du weißt, ich halte nichts von Astrologie, von dem Hokuspokus.“
„Ronny, wenn du dich auf dein Schicksal berufst, ist es genau dasselbe.“ „Es liegt immer in unserer eigenen Hand, was wir aus unserem Leben machen“, sagt wütend Maxi.
Ronny erwiderte mit einer leisen, ruhigen Stimme: „Das, mein Liebling, glaube ich nicht.“ »Ich könnte dir tausend Beispiele nennen, die das Gegenteil beweisen.«
Ich zündete mir eine Zigarette an. Warum auch nicht, denn sie ist rein pflanzlich, und Vegetarier essen ja auch nur… Warum sollte dann eine einzige Zigarette meiner Gesundheit schaden? Jede Zigarette stopft höchstens dem Finanzminister das Steuerloch. Ich nehme einen Zug von meiner Zigarette und versuche Ronny zu erklären: „Ich habe nicht die Absicht, mit dir zu philosophieren, denn das langweilt mich schon.“ Wenden wir uns lieber den nackten Tatsachen zu. „Zieh dich aus und lass uns schamlos ficken!“
„Willst du es wirklich?“, fragte Ronny, ganz benommen von Maxis Verlangen.
„Aber sicher, mein großer Ficker“, erwiderte ich und drückte meine Zigarette in den fast schon überquellenden Aschenbecher aus und zündete mir sofort wieder eine neue Kippe an.
„Das nehme ich dir nicht ab, du geile Schlampe“, sagte Ronny, sah mir fest in die hungrigen und gierigen Augen und lächelte. „Du bist wild, wie eine hungrige Katze.“
Ich hatte plötzlich noch mehr geile Lust auf Ronny.
Ich stand auf.
Maxi atmete auf, als sie durch die unverbrauchte, unverqualmte Luft zu Ronny langsam schreitete. Sicher wäre es vernünftig, wenn auch herzlos, Ronny jetzt gefühlvoll aufgereizt hier sitzen zu lassen.
Auf keinen Fall würde sie sich in ihrem eigenen Haus Vorschriften über ihre sexuellen Bedürfnisse machen lassen.
Am nächsten Morgen gehe ich zum Flughafen und erkundige mich nach einem Flug in die Sahara. Mit einem Charterflug direkt nach Tamanrasset, ein Flugticket für Ronny und mich.
Unsere letzte Nacht war wie ein Traum aus „Tausend und eine Nacht“.
Ich freue mich schon, wenn diesmal Ronny an meiner Seite ist, wenn wir eine Expedition durch die Sahara machen.
Maxis Interessen sind faszinierende Naturrätsel und Geheimnisse der Geschichte. Aber jetzt sind sie gelöst, musste Maxi erfahren. Forscher kamen beim Auswerten neuster, spektakulärer Satellitenbilder aus dem Staunen nicht heraus.
Wie das grüne Wunder aus der Wüste.
Ja, wie kann in Südamerika üppiger Urwald wuchern, obwohl die Böden dort vollkommen unfruchtbar sind, dachte sich Maxi.
Es ist der Wind, bewiesen die verzweifelten Forscher nach neuesten Satellitenfotos. Es weht jährlich viele Millionen Tonnen Saharasand über fünftausend Kilometer über den Atlantik.
Turbodünger für den Dschungel?
Ja, auch wenn Maxi es nicht glauben wollte, und Ronny hatte noch nicht das Interesse für solche Naturereignisse.
Denn dieser Sand enthält große Mengen organisches Material.
Ronny musste dann auch noch später feststellen, dass die Traumstrände der Kanaren auch aus Saharasand bestehen.
Doch jetzt fanden die skeptischen Forscher heraus, dass die Sahara ausgewaschene Berge in einem Meer ohne Wasser besitzt.
„Paradox?“, glauben Sie, wie Maxi und Ronny auch zweifelten.
Regen, der hier nur sehr selten fällt, verdunstet nicht, sondern fließt blitzschnell in den Untergrund und speist das größte Naturwunder der Welt.
Ein vierhundert tausend Quadratmeter großes Meer, bis zu fünftausend Meter unter der Wüste.
Einen unkomplizierten Abflugort gibt es ab Basel. Diese Verbindung ist ohne Umsteigen. Maxi hat Respekt vor der Wüste Sahara. Reisepässe sind auch noch gültig, denn diese sind erforderlich für die spektakuläre und abenteuerliche Reise.
Nachdem es in der ersten Hälfte der neunziger Jahre in verschiedenen Teilen Algeriens zu inneren Unruhen gekommen ist, hatte sich die dramatische Situation weit gehend beruhigt. Was man auch in den Medien berichtet hatte. Es gibt deshalb auch keine offiziellen Warnungen vor Reisen in dieses Land.
Der Süden gilt als ruhig. Unsere Charterflüge führen direkt nach Tamanrasset.
Ohne Zwischenlandung in Algier.
Maxi und Ronny bereiteten alles für den Abflug vor, was einige Tage noch dauerte.
Die Reise nach Basel ging an einem Freitag los. Abends nehmen Sie dann Ihren Charterflug mit der Schweizer Fluggesellschaft Crossair in Richtung Afrika. Die Flugdauer ist circa fünf Stunden.
Das reichhaltige Abendessen nahmen sie im Flugzeug ein.
Ihre Ankunft war dann Spätabends in Tamanrasset, wo sie dann im Hotel Tahat übernachteten.
Die Wüste ruft, und wir huschten nach einem genussvollen Fick am Morgen aus dem warmen Bett. Frühstückten gut und gesund, mit viel frischem Obst. Nach dem Frühstück kaufen wir noch einige frische Vorräte und gewinnen dabei den ersten Eindruck von der heimlichen Hauptstadt der Tuareg.
Gegen Mittag fällt der Startschuss für unsere spektakuläre Wüstenexpedition.
Ronny fühlte sich noch wie gerädert vom Flug.
Zunächst fuhren wir mit dem Jeep über gut befahrbare Pisten. Wenig später fuhren wir mitten hinein in die beeindruckende, von Wadis durchzogene Wüstenlandschaft.
Das Tagesziel ist Tinakasheker.
Unser Tuaregführer, Mohammed, erläutert abends am Lagerfeuer, welche Bedeutung solch unaussprechliche Namen für ihr Volk haben, wie Namen für Orte, an denen niemand zu Hause ist.
Nächste Situation: Der frühe Morgen. Wir haben herausgefunden, wie das Knochengerüst unseren Leib zusammenhält. Ronny und ich fühlten uns wie im knackigen Alter.
Es knackte bei jeder leichten Bewegung.
So gab es auch keinen Sex im Zelt in der heißen Wüste.
Youehakeite, eine von Wasser und Wind geformte Felslandschaft. Wir unternehmen dann auch eine Wanderung zu den Felsgravuren der Umgebung, die Zeugnis ablegen von einer uralten Jagdkultur.
Auf die Jagd nach ausgeflippten und wahnsinnigen Blondinen? Nein. Zu erkennen sind Rinderherden, Nashörner, Giraffen, aber auch Spiralen und andere geheimnisvolle Symbole.
Am späten Abend kamen Sie dann auch zur Ruhe. Sie gingen Essen und tranken dann auf dem Zimmer einen Tee. Ronny trug einen sehr konventionellen, grauen Anzug.
Maxi nutzte die Gelegenheit, ihm zu erklären, dass ihm der Anzug überhaupt nicht steht, und streifte die Jacke langsam vom Körper.
Den Tee nahmen sie in dem eleganten Schlafzimmer ein, das Maxi besonders liebte, weil es einen fantastischen Ausblick in den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang hatte.
Bei zugezogenen Vorhängen und dem warmen Licht der geschickt verteilten Kerzen wirkte es durchaus romantisch, wie behaglich. Zum Träumen.
Die silbernen Dosen, Kannen und Kännchen schimmerten auf dem weiß gedeckten Tisch.
Sie hatte sich für den Abend schick gemacht, besonders für Ronny. Maxi trug ein leichtes weißes Seidenkleid und war dezent und sorgfältig geschminkt.
Maxi ihre Augen funkelte und schmunzelte beifällig.
Ronny lächelte.
Maxi nippte an dem Teeglas.
Ronny nahm ebenfalls einen Schluck Tee und sagte mit Anerkennung: „Schmeckt ausgezeichnet.“
Sie strahlte ihn an. „Welche romantische Liebesgeschichte wie unsere geht schon gut aus, Maxi?“, fragte er plötzlich und lächelte zurück. „Sind deine etwa sonst immer gutgegangen?“ „Haben wir bisher Glück gehabt?“
„Ich finde, erwidert sie, „man muss dankbar sein, wenn man der Liebe begegnet.“ „Wie es später ausgeht, darauf kommt es doch nicht an.“
Sie zündete sich eine Zigarette an und pustete ihm den Rauch ins Gesicht.
Sie musste lächeln.
„Warum heiratest du mich nicht, Maxi?“, fragte er plötzlich. Er nahm sich eine Zigarette. „Das würde alles ändern.“ „Niemand wird mehr über uns klatschen, wenn wir erst Mann und Frau sind.“
Maxi verbarg ihre Rührung hinter einem ironischen Lächeln und sagt: „Mein Süßer, das kann doch nicht dein Ernst sein.“
„Doch ist es das und sehe ich so aus, als ob ich Scherze machen würde?“, erwidert er.
Am nächsten Morgen kam sie nicht aus dem Bett. Ronny war schon fertig geduscht und angezogen, aber ihr fiel es schwer, freundlich „Guten Morgen“ zu sagen. Ihre nächste Route führt durch Wadis.
Wüste ohne Ende, die schon lange kein Wasser mehr führen.
Die Sahara zählt zu den trockensten Regionen der Erde.
Ja! Es ist kaum zu glauben.
Selbst wenn es regnet, ist es bei Temperaturen bis zu achtundsechzig Grad oft heiß, dass die Tropfen verdampfen, bevor sie die Erde berühren.
Ausgerechnet hier liegt der größte Süßwassersee auf der Erde. In fünftausend Metern Tiefe unter dem Boden der Wüste. Er stammt aus der Zeit vor 9000 Jahren. Als die Sahara ein Meer war, konnten Maxi und Ronny von Mohammed erfahren. Dort schwammen die größten Krokodile der Welt. Gigantische Urviecher von fünfzehn Metern, aber dann fügte Mohammed hinzu, dass das Wasser nicht abgepumpt werden kann, da die Kosten zu hoch sind. Bis alle schließlich Hounag erreichen, einen uralten Brunnen mitten in der Wüste, und hier ihr Lager aufschlagen.
Ronny konnte sich vorstellen, welch unermesslichen Wert eine solche Wasserstelle für die Wüstenbewohner hat.
Die aufregende Nacht in der Wüste von Sahara ist ein unglaubwürdiges Abenteuer für einen Europäer wie einen konservativen Deutschen zwischen den Betonklötzen und so.
Am nächsten Tag, dem fünften im Kalender, sahen wir nur ein endloses Meer der Dünen. Auf abwechslungsreicher Strecke gelangen wir zum Erg d'Admer, dem riesigen Meer der Sanddünen vor der Silhouette des Tasslili n'Adjer.
Das Nachtlager schlagen Sie bei Iharene auf.
Während das Abendessen köchelt, wandert Mohammed mit den beiden hoch auf die Dünen und lässt sich von diesem atemberaubenden Ausblick einfangen.
Ronny lief langsam durch den Wüstensand und sie reichte ihm lächelnd die Hand. Maxi sah in den Himmel, wo man schon den Sonnenuntergang beobachten konnte.
Mit einem leisen Lächeln entblößte sie ihre makellosen und weißen Zähne.
„So seid ihr Frauen!“, gab Ronny als Bemerkung, und sein Lächeln erlosch nicht ganz.
„Und woher willst du das Wissen?“, erwidert sie.
Ronny gab Maxi einen leichten, zärtlichen Kuss auf ihre feuchten Lippen, die von ihrer nassen Zunge befeuchtet wurden.
Langsam traten sie den Weg zurück ins Nachtlager. Maxi drehte sich um, um mit den anderen Schritt zu halten.
„Du warst immer schon eine Träumerin“, stellte Ronny fest.
„So?“, erwidert sie und grinste frech, „Findest du?“ „Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.“
Aber dann lachte sie laut los und sagte laut zu Ronny: „Aber wenn es so ist…“ Heute erreichen wir alle das Städtchen Djanet.
Mit seinen dreißigtausend Dattelpalmen wird das Städtchen Djanet auch die „Perle der Oase“ genannt.
Nach dem interessanten Besuch des kleinen Museums bleibt uns viel Zeit für einen spektakulären und erholsamen Bummel über den bunten Markt in der Werkstatt eines Kunstschmieds. Dort haben wir mehr über die Tradition dieses Handwerks erfahren und die bewundernswerte Lebensweise der freundlichen Oasenbewohner. Im einfachen Hotel Ténéré Village schlugen wir unser Nachtlager auf, also wir übernachteten dort, ohne großen Komfort.
Am nächsten Morgen, und es ist auch schon der siebente Tag auf der Reiseroute durch die Sahara. Mit Geländefahrzeugen geht es zum Fuß des Plateaus Tassili n' Adjer.
Die Esel haben unser Gepäck transportiert. Denn die waren nicht nur manchmal etwas stur – nein, sie sind auch stark und ausdauernd.
Wir steigen perpedes in drei bis vier Stunden auf das Plateau. Die endlosen Wege sind steil und größtenteils schattenlos.
Doch für die Anstrengungen werden wir dann nach einer langen, beschwerten Tour belohnt, mit der spektakulären Aussicht über das Tassili-Gebirge mit seinen ausgewaschenen Schluchten.
Ja, das motiviert Ronny mit Begeisterung.
Wenn das jemand glauben würde, auch wenn jemand seine Gedanken lesen könnte. Jetzt, in jenem Augenblick.
Der würde sich totlachen wollen.
Es gibt noch Becken, Felsen und Täler, die Zeugen früheren Wasserreichtums sind.
Plötzlich umarmte ich Ronny heftig.
„Ich liebe dich sehr“, sagte ich zu ihm mit einer leisen Stimme.
Er küsste Sie. Es war ihr so, als hätten sie ein ganz verstohlenes Rendezvous in der Wüste.
Es war kein unangenehmes Gefühl für mich.
„Es ist ein schönes Gefühl!“, beichtete sie hingebungsvoll, als er sie endlich freigab.
„Oh, Maxi!“, sagte er, freudig überrascht, und wollte mich wieder in die Arme nehmen. „Hier ist nicht der richtige Platz, man kann uns womöglich sehen.“
„Dann lass uns schnell ins billige Hotel gehen!“, sagte ich und nahm seine Hand. „Ich bin glücklich.“
Später hätte sie sagen können, dass sie müde war, sich nach einer heißen Dusche sehnte und einem kalten Drink.
Und so war es wirklich, aber sein Schlafzimmerblick und sein zärtliches Lächeln waren die stärkeren Argumente.
Also nahm ich ihn an der Hand und nahm ihn mit auf das Bett. Ronny hatte nur Augen für mich und ließ es sich nicht nehmen, mir beim Ausziehen zu helfen. Obwohl ich mich dagegen nicht werte, war es in diesem Moment völlig ungewohnt.
Er küsste mich vom Hals bis zu den Füßen, was auch sehr kitzelte, und steckte seine Nase schnuppernd in meine glattrasierten Achselhöhlen.
„Hm, riechst du gut!“, behauptete er. „Ich bin verschwitzt.“, erwiderte ich.
„Du riechst nach dir“, sagte er dann und verschloss mir den Mund mit einem Kuss. „Später“, flüsterte er dann, „kannst du machen, was du willst.“ „Wie ficken wir mit mir unter der Dusche, oder so?“
Danach spürte ich wieder den großen Wunsch nach einer Dusche oder einem Fick unter der Dusche, und danach ein Drink und eine Zigarette.
Nein, stattdessen gab ich mich mit Genuss ihm hin, in seinen Armen zu liegen und sich an seine glatte Brust zu schmiegen.
Seine Lippen berührten Ihre Stirn.
Sie gab ein paar schnurrende Töne von sich.
Der nächste Morgen kam schnell, bald zu schnell in dieser scharfen Nacht.
Die nächsten Tage werden erschwert und interessant, wie spektakulär und abenteuerlich.
„Ronny!“, sagte ich. In den nächsten Tagen werden wir den Nationalpark des Tassili, das UNESCO-Kulturerbe, zu Fuß besichtigen. „Aber die Wege werden niemals übermäßig lang, erzählte mir unser Reiseführer Mohammed, als ich ihn fragte.“ Ronny schluckte nur, so dass ihm die Worte im Hals stecken blieben. Er zündete sich eine Zigarette an und nahm einen Schluck Tee. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages lassen die archäologischen Stätten im Norden des Plateaus in einem besonders reizvollen Licht erstrahlen.
Am Nachmittag besichtigen wir die im Süden gelegenen Höhlen. Die eigentümliche Landschaft war in prähistorischen Zeiten bewohnt. Die Felswände sind verziert mit Hunderten von Felsmalereien verschiedenster Stile. Sie repräsentieren die Zivilisationen, die aufeinander folgten.
Aber auch den Wandel der Tierwelt und der Natur im Laufe der Zeit.
Wir sind überwältigt von den Bildern der Elefanten, Nashörner und Rinderherden, die hier in uralter Zeit anzutreffen waren. Sowie erstaunten uns die Bilder von den Pferden und Kamelen, die man erst um die Zeitwende einführte, als das einst tropische Land auszutrocknen begann, bevor es vollends zu Wüste wurde.
Nachdem wir am gestrigen Tag die Felsmalereien von Tin Tazarift bewundert haben, wandern wir heute bis Saphir, wo das prachtvollste Werk des Freilichtmuseums Tassili auf dem Programm steht.
Die Nacht, nach der wir uns schon sehnen, verbringen wir an diesem besonderen Ort.
An diesem Abend machte man uns mit Tareq bekannt. Es ist unser letzter Abend, denn morgen geht es nach Tamrit zurück. Wir fanden es ganz in Ordnung, denn er spricht Englisch.
Wir Drei kamen gut miteinander aus.
Tareq flirtete mit Maxi, die es sichtlich genoss.
Nach dem Essen entschloss man sich zu einem Spaziergang in dem nahegelegenen Freilichtmuseum.
Maxi schwieg. „Ist dir nicht aufgefallen, wie gut du dich auf Anhieb mit Tareq verstanden hast?“, fragte ich.
„Warum sollte ich nicht?“, gab Ronny gleichmütig zurück. „Mein Englisch ist noch perfekt.“
Ansonsten war der Abend sehr still, bald zu still. Also, wenn ich in Deutschland gewesen wäre und Tareq kennengelernt hätte, wären wir schon etwas lockerer miteinander umgegangen.
Plötzlich schnalzte Ronny mit der Zunge und reichte dann lächelnd mit der Hand.
„Komm mit mir, Geliebte!“, sagte er locker.
Ich schlug ein und ließ mich von ihm mitziehen, während ich deutlich empfand, dass Tareq hinter uns her starrte.
Das war ziemlich unheimlich, dachte sich Maxi. Auch wenn Tareq mit ihr den ganzen Abend geflirtet hatte, kam er ihr recht unheimlich vor.
Sie bekam Angst.
Was ist los, Liebling? „Hat Tareq dich in Verlegenheit gebracht?“, fragte Ronny mit einer Stimme, die wie eine kleine Eifersucht klang.
„Nein, hat es nicht“, bekannte ich. „Ich bin ja stolz auf Dich und sehr verliebt.“
Ronny blieb vor mir stehen und blickte mir lächelnd tief in die Augen.
„Ich möchte dich so lange wie möglich behalten“, sagte ich zu Ronny.
Tareq ging voraus, zurück ins Hotel. Er nahm keine Aufmerksamkeit für das verliebte Paar. Denn er bemerkte, dass das Paar den Rest des Abends allein verbringen wolle.
Ronny und Maxi fielen sich in die Arme und küssten sich, ungeachtet dessen, dass sie nicht die Einzigen an diesem wundervollen Abend waren.
Von Tareq blieben sie unbeobachtet.
Es hätte Ihnen aber auch nichts ausgemacht, wenn man mit Fingern auf Sie gezeigt hätte. In diesem berauschenden Stadium der leidenschaftlichen Liebe war ihnen die fiktive Meinung ihrer neugierigen Mitmenschen völlig gleichgültig.
Und das in der Sahara?
Am nächsten Tag kommen Sie auf Ihren Weg durch das berühmte Tal der Zypressen.
Uralte Zypressen und Ölbäume zeugen von einem ernstlich feuchteren Klima in dieser Gegend.
Am Nachmittag erreichten Sie wieder Tamrit.
Noch einen letzten Blick auf die Szenerie des Kalkgebirges nehmen wir am elften Tag. Es ist für uns auch Abschiednehmen vom Tassili.
Wir mussten vom Plateau hinuntersteigen und zurückfahren in Richtung Djanet. Heute gibt es das Mittagessen im Hotel Ténéré Village.
Wir hatten auch noch genug Zeit für eine heiße Dusche.
Später, als wir dann wieder soweit waren und uns nicht mehr vorkamen wie eine Sanduhr, sind wir wieder aufgebrochen.
Noch einmal durchqueren wir das schier endlose Sandmeer Erg d’Admer. Diesmal etwas weiter im Norden. Abend dann endlich erreichen wir unseren Lagerplatz bei Admer Sersouf.
Trotz der jüngst aufgetretenen Spannungen vertrauten Ronny und Maxi dem Reiseführer vollkommen.
„Mohammed, du wirst uns fehlen“, sagte Maxi beim Teetrinken. Das meinte sie ernst. Ronny seufzte.
„Es fällt mir nicht leicht, wieder nach Deutschland zurückzugehen.“ Sagte Ronny mit bedrückter Stimme. Maxi fiel ihm ins Wort: „Nicht, Ronny, bitte nicht!“
Er schwieg und sah sie aus seinen trüben, dunklen Augen traurig an. „Ich gebe ja zu“, fuhr sie fort, „dass die Sahara und die Mentalität der Menschen tausend Mal schöner sind als die konservativen, prüden Arschlöcher im kalten, nassen Deutschland.
Damit kam Maxi der Wahrheit ziemlich nahe.
Sie ist sehr direkt, wenn sie die Wahrheit sagt.
Denn Ronny lebte seit Langem in der Furcht, von den Deutschen in Deutschland weiterhin betrogen und verarscht zu werden.
Dafür hatte er zwar viele Beweise, und das Gefühl beherrschte ihn, seit der Glaube an den Menschen nachzulassen begonnen hatte.
Ich tat zwar so, als wäre mir das ganz gleichgültig. Ich gab mich ganz liebevoll zu Ronny, heiter und ausgeglichen.
Glaube ich.
Aber gerade diese schräge Haltung beunruhigte ihn tief.
Ja, ganz tief im Bauch.
Sie musste sich, dachte Ronny, ständig mit Drogen vollgepumpt haben.
Anders war für ihn ihre schreckliche Zufriedenheit nicht zu erklären. Er wagte nicht mit ihr über dieses miese Problem zu sprechen, machte manchmal einen Ansatz, brachte es aber nicht über die geschwollenen Lippen.
Hätte Maxi ihm auf den Kopf zugesagt, was mit ihm los war, so hätte er es vehement abgestritten.
Ronny rang sich ein kaltes Lächeln ab.
„Was soll es?“, fragte er, „Wir hatten uns versprochen, ehrlich zueinander zu sein.“ „Und wir können auch nicht jeden verrückten Gedanken miteinander teilen.“
„Liebling, an deinen bin ich brennend interessiert.“ „Also, spuck schon aus und lass mich bitte nicht so leiden!“, erwidert Maxi.
Ronny zuckte die Achseln und sie verzog den Mund zu einem Lächeln.
„Ronny!“, sagte ich, „Ich liebe dich sehr, das weißt du.“
„Willst du jetzt mit mir schlafen?“, fragte er. „Wir würden so viel Spaß miteinander haben und ich müsste keine Fragen mehr beantworten.“ Komm, lass uns bis zum frühen Morgen ficken und uns einige Male dabei sterben lassen.
Er zog mich an sich und küsste mich. Ich gab ihm hemmungslos nach und spürte, wie sehr ich ihn liebte, ohne dass ich sinnlose Gedanken darüber verschwenden würde. Das Herz wurde mir schwer bei der Vorstellung, jetzt auf ihn zu verzichten. Aber ich war entschlossen: Ich will mit ihm schlafen und die heißen Körperflüssigkeiten tauschen.
Der nächste Tag ist sehr abenteuerlich, denn wir durchstreifen das Wadi Tafasaset und sehen dann das Hoggargebirge von seiner nördlichen Seite. Unsere Zelte schlagen wir bei Tin Aiden auf, unweit des alten französischen Forts Serouenout. Es handelt sich um einen grünen, spektakulären und bewundernswerten Punkt mitten in der Wüste. Tamarisken liefern uns trockenes Holz für das Teefeuer. Über karge Ebenen und an faszinierenden Zeugenbergen vorbei erreichen wir am dreizehnten Tag den Berg Telertheba, einen 2 400 Meter hohen Begrenzungspfeiler des Hoggarmassivs am Rande der schier endlosen Ebene Amadror, in deren Salzpfannen früher das lebenswichtige Kochsalz gewonnen wurde.
Heute geht es über eine atemberaubende Steigung hinauf zum Assekrem-Pass in 2600 Meter Höhe. Von hier oben und nur von hier oben haben wir eine einzigartige Aussicht.
Weit schweift unser Blick über die Vulkanschlote des Hoggar. Unübersehbar der Tahat. Wenn man sich hier auskennt. Damit meine ich den höchsten Berg Algeriens. Ein kurzer Aufstieg. Später gelangen wir zur Einsiedelei von Pater Foucauld, den jeder kennen sollte, in 2.726 Meter Höhe. In der Schutzhütte am Assekrem-Pass übernachteten wir dann auch.
Am nächsten Tag fahren wir hinab nach Tamanrasset. Immer noch 1.400 Meter hoch liegt der Hauptort des Hoggargebirges. Im Hotel Tahat essen wir zu Mittag und mieten uns ein gemütliches Zimmer, um uns den Staub der Wüste abzuwaschen.
„Wie wäre es mit einem Bummel durch Tamanrasset?“, fragte ich Ronny.
„Wenn du noch möchtest“, erwidert er widerwillig, denn er wusste auch schon, dass am späten Abend der Rückflug von Tamanrasset nach Basel geht.
Und so viel Spaß hatte er schon lange nicht mehr.
Egal, wie das jetzt auch gemeint war.
Der Nachtflug via Sebha geht circa sechs Stunden.
Rückkehr aus der Sahara. Frühmorgens landeten wir in Basel und hatten auch gleich einen Anschluss nach München. Ein paar Tage später, wir waren wieder einmal die Letzten im Büro, erklärte ich: „Ronny!“ Ich habe es mir überlegt. Wir werden den nächsten Urlaub wieder in die Wüste reisen, in die Kalahari-Wüste.
Kapitel 6
Die Politesse stand am Straßenrand und winkte Ronny zu, als er mit seinem Luxuswagen Einfuhr.
„Guten Morgen.“; sagte sie zu ihm.
„Guten Morgen“, erwiderte Ronny natürlich. Warum auch nicht?
Ein Fensterputzer reinigte die Schaufensterscheibe neben dem Eingang vom Laden.
Er grüßte: „Guten Morgen.“
Ja. Auch Ronny grüßte wieder zurück: „Guten Morgen.“ „Auch neu?“
Der Fensterputzer zuckte verwirrt mit der Schulter.
Ronny ging durch den Korridor zu seinem Büro, wo er heute seinen neuen Job anfangen wird. Heute ist es sein erster Tag, auf den er sehr gespannt ist.
Sein Büro nimmt den ganzen hinteren Teil des Gebäudes ein. Er trat durch seinen Privateingang ein.
Eine Sekretärin kam ihm aus dem Büro grinsend entgegen, als hätte sie eine Kippe Marihuana geraucht.
„Guten Morgen“, sagte sie, gekleidet mit einem türkisfarbenen knielangen Kleid und Hakenschuhen. Sie hatte langes blondes Haar.
Ihre Brüste waren mindestens 75 DD.
Oder so?
Einen tollen Ausschnitt hatte sie auch am Rücken, bis zum Arsch.
„Morgen, Frau…?“, fragte er und setzte sich an den Schreibtisch, wohin sie ihm folgte.
Sie legte einige Aktenordner vor ihn hin.
„Herr Stein, ich bin Marie Klein, aber für Sie nur Marie.“, sagte sie.
„Und ich bin Ronny für sie, den Stein lassen wir weg.“ Okay? Erwidert er.
Sie ging zur Bar und kam mit einem Glas Wasser zurück.
Nahm einen Schluck. Ronny steckt sich eine Zigarette an und bat Marie eine an. Sie zog tief an der Zigarette und sagt: „Ich wette, ich bin die erste Sekretärin, die mit ihrem Chef hier im Büro eine raucht.“
Ronny lachte und sagt: „Diese Feststellung müssen Sie ja nicht jedem auf den Rücken kleben." „Das bleibt unser kleines Geheimnis.“
Er ging an den Beistelltisch und gießte sich eine Tasse voll Kaffee.
„Das kann ich doch in Zukunft für dich machen.“ sagte Marie.
„Du bist bei mir nicht zum Kaffeemachen, und den Kaffee kann ich mir auch noch selbst in die Tasse gießen“, erwidert er.
Marie ist sehr erstaunt darüber, dass sich ein Chef selbst den Kaffee in die Tasse gießen kann.
„Können wir jetzt zu arbeiten anfangen?“, sagt er dann mit einem ironischen Grinsen.
„Ja, Boss“, nickte sie und grinste zurück, nahm den Stapel Ordner, den sie dort hingelegt hatte, wieder weg.
„Die erste Besprechung für dich ist um elf im Versammlungsraum 7, am Ende des Ganges.“ sagt sie noch, bevor sie das Büro wieder verlassen will.
„Gut.“, tuschelt er ihr nach.
Ronny blätterte in seinem Notizkalender. Er hatte noch einen Termin um siebzehn Uhr, eine Freundin.
„Alice Braun, so heißt die Schöne.“ Sie rief erst vor einigen Tagen aus Paris Ronny an, dass er sofort mit der Arbeit beginnen kann, denn sie vermittelte ihm diesen gut bezahlten Job in der Produktionsfirma.
Der neue Film hat jetzt schon sieben Tage Verspätung auf den Drehplan, weil Sie einen solchen kreativen Designer für Film, Funk und Fernsehen brauchten. Der Alte ist leider während der Dreharbeiten im Regiesessel verstorben. Er hatte einen Herzinfarkt und war sofort tot. Es war tragisch und ein großer Verlust für das spektakuläre und dramatische Team.
Die Versammlung um Elf Uhr war schnell und schmerzlos. So wie eine Versammlung, die Ronny gefällt. Er hatte sich kurz dem Team vorgestellt und hatte noch die Schätzungen und das Budget für die Herstellung des Films besprochen. Es war aber soweit schon alles festgesetzt und Ronny wollte noch keinen Kommentar dazu geben. Er will erst einmal sehen, was die Leute von ihm wollen.
Am Nachmittag traf er dann Alice in einem Café in der Innenstadt.
Sie sah ihn erstaunt an.
„Schön, dass ich dich noch erreicht habe, denn ich muss dich leider schon wieder verlassen.“ Sie sagte eilig und bezahlte dem Kellner den Kaffee. „Sei bitte nicht böse, aber ich habe schon wieder einen Termin, den ich nicht verpassen darf.“ Ich telefoniere mit dir?
Sie gab ihm ein kurzes Küsschen auf die Wange und ging mit schnellen Schritten aus dem Café.
Ronny ist so verwirrt, dass er sich erst einmal setzte und sich beim Kellner einen Espresso bestellte.
Er zündete sich eine Zigarette an und nahm sich die Tageszeitung.
Ronny bemerkte nicht, dass er von den Gästen im Café beobachtet wird, besonders von einer Person: einem älteren Herrn im dunkelblauen Anzug, aber ohne Krawatte und weißem Hemd. Er trug darunter einen dünnen schwarzen Pullover von Kevin Klein. Seine Schuhe waren von der nachzusehenden Schuhverkäuferin Zakra Spitz.
Der Herr war ganz anders als die anderen Schlipsträger, die auf einen gutmütigen Europäer schließen ließen. Sie kamen ins Gespräch, in dem der unbekannte Mann Ronny einfach ansprach, wie dass die Zeitungen auch immer nur das schreiben, was die Menschen schon wissen, und die Skandalberichte als Vorlage benutzen, um zu masturbieren. Diese Person war ein schlanker, leicht erregbarer Mann, der den ganzen Tag irgendwelche Magentabletten schluckte, um seinen nervösen Magen zu beruhigen.
Er erzählte Ronny, dass er seit mindestens acht Jahren Leiter der Produktionsabteilung von F-MAX war. Sein Geheimrezept für den Erfolg war einfach, dass er nie ein Projekt genehmigte, bevor nicht alle seine Leute ihn dazu drängten. Denn war es erst so weit gekommen, dann konnte keiner von den Vollidioten, wenn etwas schiefging, behaupten, die Schuld oder die Verantwortung liege bei ihm.
Ronny las weiter seine Tageszeitung und nahm einen Schluck aus der Tasse mit dem Espresso. Zündete sich noch eine Zigarette an, nahm einen tiefen Zug und legte sie am Rand des Aschenbechers wieder ab.
Nervös schob der Mann sich eine Magentablette in den Mund und versuchte, einen Artikel auf der Rückseite von Ronnys Zeitung zu studieren.
Der Mann war lange genug im Geschäft, um die Taktik der Zeitungen zu erkennen, wie sie ihre Leser interessiert an den Artikel fesseln können.
Die Tabletten hatten sich beim Mann im Magen aufgelöst. Es hinterließ einen kreidigen Geschmack in seinem Mund. Er trank einen Schluck Wasser aus dem Glas, das auf seinem Tisch stand.
Plötzlich hatte Ronny eine geniale Idee. Und die. Die war so gut und so einfach, dass er überrascht war, nicht früher darauf gekommen zu sein.
Sie würde all seinen Zwecken entsprechen: die Kritiken über seine Produktion beantworten und den anderen zeigen, dass er auf deren Seite stand, als Neuling für den Fall, dass das Gerücht sich bewahrheiten sollte.
Aber welches Gerücht?
Später im Büro, Ronny machte noch einen Abstecher. Bevor er nach Hause fuhr, bemerkte er, dass Marie noch in den Akten blättert.
Eigentlich wusste er selbst nicht mehr, was er noch in der Firma wollte, aber er bat Marie, jetzt auch nach Hause zu fahren.
Ronny hatte ihr gerade in den Mantel helfen wollen. Jetzt ließ er vor Überraschung die Hände sinken. Er stellte ihr mal wieder die Frage, warum Frauen nie zum Lachen kommen, wenn sie die Tage haben, die Wochendepression oder wie immer die Monatsblutungen. Aber eins haben die Frauen den Männern voraus: Die Frauen bluten nur einmal im Monat, aber die Männer bluten jeden Tag.
Aber das versteht keiner.
Oder?
Marie ließ sich nicht stören bei ihrer konzentrierten Arbeit. Plötzlich, in diesem Augenblick hob sie den süßen Kopf und sah Ronny in die Augen.
„Ja, wie denn?“, fragte sie verwirrt.
„Ich komme doch mit und wir gehen noch etwas essen.“, erwidert er, als wäre es normal, seine Sekretärin zum Essen auszuführen, zumal sie sich erst heute Morgen kennengelernt haben.
„Hurra!“, schrie sie. Er wurde gezwungen, ihren Mantel zu Boden fallen zu lassen, und sie schloss ihn in die Arme.
„Nicht so stürmisch!“, wehrte er sich. „Du brichst mir noch die Knochen.“
„Das werde ich schon nicht.“, sagt sie und sie hielt ihn weiter fest.
„Marie, Kätzchen wie du sind nicht so leicht zu knacken, also tu nicht so charmelos.“
Ronny hob Sie hoch.
„Wo will ein Kätzchen hin?“, fragte er sie irreführend, während er sie zärtlich wiegte.
„Der Ort ist mir gleich, wohin du mich jetzt entführen willst, nur sollte es ein erstklassiges Hotel sein.“ „Wir brauchen ein Zimmer mit einem Bett und viel dreckigen Sex, damit wir keine lange Weile bekommen.“
Ronny stellt sich auf die Füße.
„Ich hätte mir doch denken sollen, dass du ganz schön anspruchsvoll bist“, sagte er.
„Nun werde ich nur nicht undankbar.“ Erwidert sie, „Ich verschaffe dir ja deinem geliebten Sexus, was du willst.“ Und was willst du noch? Aber um dir gleich deinen geliebten Haken zu nennen: Ich werde nicht fliegen beim Ficken, sondern mir und dir einige geile Tode bewirken. „Später am Abend gehen wir dann zusammen aus, tanzen oder sowas, falls du nicht zu müde bist, können wir den Sex noch einmal wiederholen.“
Ronny glaubte, es wäre ein Traum, und sagte nichts.
„Ich werde auch die ganze Zeit nicht von deiner Seite weichen“, sagte Marie und schmeichelt sich ganz fest an Ronny.
Er dachte an den gewissen Moment, wo sie zu ihm sagen würde: „Ich ruf dich an, bestimmt.“ Aber dann ist es auch bequem, unaufgeregt. Sie gibt sich echt Mühe. Der Reizauslöser war eigentlich die tief empfundene innere Leere, dass Ronny Marie zu dieser Schandtat animiert hatte. Ronny wirkte gelangweilt von allem. Marie ertrug es nicht lange, wenn man sie öde fand. Um einer Zerstreuung bei Marie vorzubeugen, hielt er inne, damit sie nicht in eine gewaltige Aggression umschlägt und sie gleich nach Hause gehen will.
„Genau das, mein…“, wollte er beginnen zu sagen.
Aber er stockte.
„Ronny, ich verlange, dass du dich tüchtig austobst.“ „Auf mir, in mir und wo du sonst noch willst, versteht sich.“, sagte sie ihm, ohne „Rot“ zu werden, im Gesicht natürlich.
„Na ja.“, sagte er, „Ganz so habe ich mir das nicht vorgestellt.“ „Du gefällst mir.“
„Ein durchgefickter Abend wird auch mir bestimmt gut tun.“ Und davon abgesehen: Ein trautes Beziehungsbeisammensein reizt mich überhaupt nicht. „Es ödet mich an, meinen Kerl gelangweilt zu Hause auf dem Sofa mal wieder anzutreffen.“
„Du bist wirklich eine bemerkenswerte Frau, die weiß, was sie will.“ Stimmt Ronny zu.
Vom Büro aus telefoniert er auch gleich, um ein romantisches Zimmer in einem Luxushotel zu buchen.
Noch in den wenigen Minuten kam er mit der Erfolgsmeldung: Es war ihm gelungen, eine Suite im „Kempinski Airport“ zu reservieren.
Der moderne Glaspalast befriedigte Ihre höchsten Ansprüche. Wie imposant auch der Ballsaal „Leonardo Da Vinci“.
Mit dem Taxi fuhren Sie auch gleich hin und checkten sich ein. Mit einer Flasche Champagner begannen Sie den romantischen Abend.
Marie war schon splitternackt und das heiße Badewasser floss schon in die große Wanne, wo sie noch ein wenig Badeschaum mit Rosenduft zugibt.
So sehr Ronny auch bei so einer wohltuenden Veränderung seines Lebens den Glauben an seine Träume und die Frauen wahrnimmt, konnte er es nicht verhindern, dass es doch geschah.
Und er fühlte sich gut, in den Fängen von Marie zu sein, die ihn verzaubert und in eine Welt versetzt, wonach sich Ronny immer gesehnt hatte und er schon nicht mehr daran glaubte, dass es noch diese Frau gibt.
Nach dem großen Reinfall mit seiner letzten dramatischen und selbstzerstörerischen Beziehung hatte Ronny sich aus dem Gesellschaftsleben zurückgezogen. Aber in der Beziehung mit Maxi, einer attraktiven Frau, die sich auch immer Gedanken um ihn macht und Einladungen zu Partys, offizielle Feiern, Ausstellungen und Premieren ins Haus flattert, war Ronny gezwungen, am Gesellschaftsleben teilzunehmen.
Aber über seine Gefühle wusste Maxi nichts.
Eines Tages dann, vielleicht dieses mit Marie Klein, aus keinem besonderen Anlass, was er noch nicht wusste, dass dieser Anlass ein ganz besonderer Anlass in seinem Lebensabschnitt wird, hatte er sich entschlossen, anders zu sein.
Es war nicht so, dass Marie diese Abwechslung wirklich brauchte. Aber an diesem Abend ging sie ungezwungen und ließ sich von Ronny überall berühren.
Marie ließ sich gerne als etwas Besonders behandeln, so dass sie auch nicht in Vergessenheit gerät.
Und das gehörte zu Ihrem Spaß am Leben.
Natürlich geschah es immer wieder, dass Männer, die sie begehrten, einen weiteren Rat für das Leben baten, wie interessante reifere Männer mit Designeranzügen, die als millionenschwer bekannt waren.
In solchen Fällen pflegte Marie mit liebenswürdigem Interesse alles anzuhören. Manchmal hatte sie mit dieser gewissen Taktik Erfolg. Meist aber blieb es allerdings bei dem Partygeplauder über deren langweiligen und sabbernden Ehegattinnen.
Wenn sie großes Glück hatte, konnte sie aber auch auf jemanden treffen, der es als einen Wink des Schicksals nahm, gerade auf Marie zu stoßen.
Wie Ronny Stein?
Marie kann das Gerede nicht mehr hören: „Männer wollen immer nur das Eine.“ Männer können immer und überall.
Marie will das nicht und sie will das auch nicht.
Jeder kann die Trommeln von den alten und jungen, verstaubten Waschweibern schlagen hören. Aber denen kann keiner glauben, weil sie unmusikalisch sind und immer daneben hauen.
Marie ist ehrlich zu Ronny und sagt: „Depressive und masochistische, wie langweilige Frauen haben es einfach, wenn sie eigentlich nicht bumsen wollen und keinen Spaß haben dabei, oder glauben, Ficken sei nur zum Kinderkriegen, oder ziehen damit das Geld der Männer aus der Hosentasche.“ Sie legen sich hin, machen ihre stinkenden, krummen Beine breit, wenn es noch geht, und täuschen irgendwann einen überdimensionalen Orgasmus vor. »Bei mir geht das nicht.«
Wenn Marie nicht will, dann will sie auch nicht.
„Neulich habe ich mich mit meiner Freundin so richtig gezofft“, erzählt Marie. „Ich fühlte mich ungerecht behandelt und stellte mich stur: Ich wollte nicht gestreichelt werden, keine Küsse, keinen Sex.“ „Ja?“, fragte Ronny erstaunt, „Maxi macht auf sexy und spielt dieses „Schatzi?“ – Ist doch alles wieder gut? „Spiel mit mir!“, es gibt Rotwein, Musik, Dessous, also das ganze Repertoire eben. Sie bedrängt mich regelrecht, mit ihr zu schlafen. Als ob sich unser Streit dadurch einfach in Luft auflösen würde. Mein Kopf macht dabei nicht mit und mein Schwanz auch nicht. „Er sah aus wie ein schlaffes Würstchen.“
Marie musste laut loslachen.
Ist doch klar.
Wegen des Würstchens und dann noch schlafend.
Es ist eine Lüge, wenn Frauen behaupten, dass sie nur reden wollen und ihre Konflikte mit ihnen lieber im Bett lösen wollen.
Carl war der erste Mann, mit dem sie geschlafen hat. Sie war achtzehn, neunzehn Jahre, vielleicht auch jünger – genau wusste sie es nicht mehr und kam ihr maßlos alt und unerfahren vor. Carl dagegen hatte vor ihr viele Frauen und Mädchen gehabt und verwechselte Sex offenbar mit Leistungssport.
Sie weiß noch, wie sie in der Küche Zwiebeln hackte, wo ihr dabei die Tränen in den Augen standen, als er von hinten die Hände auf meine Hüften legte.
Und dann?
Nah, was wohl?
Ich habe nicht geheult, wie so ein verrücktes Huhn von den Zwiebeln.
Zehn Sekunden später, muss es gewesen sein, lag ich auf dem voll geräumten Küchentisch.
Da lag ich hungrig nach den überkochenden Nudeln schielend und dann die Zwiebeln unter dem Rücken.
Das scharfe Messer gefährlich dicht am Ohr.
Was keinen interessierte.
Hinter mir eine Vase, für deren Überleben ich mich am meisten sorgte.
Tja. Spaß gibt es nur, wenn man den Schmerz erträgt.
Carl mühte sich, in Ekstase zu geraten.
Dann nahm er mich kräftig auf einer Mülltonne im Durchgang im Hinterhof, so dass ich mir das laute Lachen verkniff, während ich auch noch lauschte, ob auch ja niemand in unserer Nähe käme.
Und wenn Marie daran denkt, wie er im Stehen in sie eindrang, während er sie gegen einen rostigen Türrahmen quetschte, musste sie auch lachen.
Dabei hatte er die Arme unter ihre nackten und zitternden Beine geschoben.
Für so eine Aktion war sie schon damals ein paar Kilo zu schwer.
Und auch Carl sah ziemlich verkrampft dabei aus.
In all diesen Situationen gab es zwei Maries.
Die eine, die mitmachte, weil sie dachte, das gehöre sich so, wenn man leidenschaftlich verliebt ist.
Die Zweite, die das Spektakel wie unbeteiligt beobachtete und sich fragte: „Mein Gott, was soll dieser Quatsch?“
Mit zunehmendem Alter und Selbstbewusstsein hat Marie immer mehr die Oberhand gewonnen.
Die Wahrheit?
Marie hat den besten Sex im Bett, zwischen kuscheligen Decken, auf einer gemütlichen Matratze und ein, zwei, drei Gläsern Champagner.
Und übrigens hat sie es gern in allen Stellungen, nur im Fliegen hat sie noch nicht gebumst.
Wie geht das auch, wenn da keine Wand ist, um gegenzubumsen?
Dann geht es doch beim Ficken besser.
Oder?
Je exotischer der Tatort, desto spannender der Sex.
Marie tat es.
Es gelang ihr überraschend gut.
Auf besonders hohen Absätzen, mit einem hübschen, blonden und langen Haar, elegant gekleidet und sorgfältig geschminkt, stand sie dann vor Ronny.
Sie spürte den Charme von Ronny und erntete Bewunderung, dass sich schon bald eine Schleimspur gebildet hätte, und hatten beim Sex viel Spaß.
Schon bald begann sie ihre Ungebundenheit zu lieben. Marie konnte gehen und machen, was sie immer wollte.
Das abenteuerliche Leben gehen wollen.
Wann immer sie wollte, die Lust am Sex genießen und wo sie wollte. Sich mit jemandem Typen verabreden, wenn ihr der Sinn danach stand.
Aber jetzt war ihr Ronny da, der auch noch ihr neuer Chef war.
Und der änderte alles.
Sie hatten sich gerade geliebt. Marie lag noch in seinen Armen.
Plötzlich zuckte sie förmlich zusammen.
Sie sagte nichts.
Sie starrten nur an die Decke.
Doch dann!
Besänftigend küsste sie seine glatte Brust.
„Ach, Ronny, kannst du schon die ausgeflippten Partys…“, fragte sie ihn.
„Nein, mein Engel!“, erwidert er, „Diese abgefackten Partys kenne ich noch nicht.“
„Sind solche Partys nichts für dich?“, fragte sie. „Das kann ich dir heute nicht sagen, dazu muss ich erst auf einer gewesen sein.“ gab er zur Antwort und zündete sich eine Zigarette an. „Wäre es für dich doch selbstverständlich, mich einmal mitzunehmen?“ „Ich wusste bis eben nicht“, sagt sie interessiert, „dass dir solche rasanten Partys Spaß machen würden.“ „Du hättet mich wenigstens fragen können.“, sagte er und irritierte Marie damit. Sie begann spielerisch, mit dem Zeigefinger Tiere auf seiner glatten Brust zu malen. „Mangel an Liebe“, unterbrach er sie.
„Wäre es dir lieber, ich würde eifersüchtig sein in der nächstbesten Zeit?“ „Wie?“, fragte sie ihn, als würde sie ihn unter eine Hypnose setzen.“ Sie lachte laut.
„Du bist so jung“, sagt sie und küsste ihn auf den Mund. „Du bist so schön“, küsste sie ihn wieder auf den Mund und sah ihm in die Augen. „Aus deinen Augen strahlt das Glück.“
„Kenne ich“, erwidert er gelangweilt, „Vielleicht siehst du mich so.“ „Aber von dir kannst du bestimmt nicht behaupten, du wärst schon alt und müde.“
Und das hören Frauen immer gerne? Wie Marie? „Nein, tue ich nicht.“, sagt sie zickig.
„Verzeih mir, aber ich habe einfach nicht darüber nachgedacht.“, sagte er trocken.
Er packte sie überraschend bei den nackten Schultern und drehte sie zu sich um, so dass sie ihm voll ins Gesicht starren musste.
„Heißt das, du willst mich immer mitnehmen“, sagte er, „zu diesen verrückten Partys, wo man sich ein wenig Kokain reinzieht und Marihuana kifft.“ „Damit wir das Lachen nicht verlieren.“
„Wenn du es wirklich willst?“, fragte sie zurück.
„Ich bestehe darauf“, sagte Ronny und verwirrte Marie schon wieder.
Aber sie küsste ihn auf den Mund und spürte, wie sein Begehren wieder erwachte.
Es ist früh am Morgen geworden, die ersten Sonnenstrahlen sah Marie schon am Fenster.
Rasch löste sie sich von ihm. Sie schwang leise die Beine über die Bettkante.
Ronny wurde wach und bemühte sich, Marie nachzusehen.
„Ich muss dich jetzt verlassen“, sagte sie kurz und suchte ihre Klamotten beisammen.
Sie zog sich ihren seidenen String Tanga über.
Als sie den Rest der Sachen überzog, sagte sie mit einem Lächeln: „Schlaf gut und träume süß!“
Von der Tür her warf sie ihm noch eine Kusshand zu, dann war sie draußen.
Sie verließ in schnellen Schritten das Hotel.
Sie hatte das Gefühl, von ihm überfahren worden zu sein.
In der Firma galt Ronny als ein guter, repräsentativer junger Mitarbeiter, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Mitarbeitern bei allen Fragen zur Seite zu stehen.
Dass eine intime Beziehung zwischen der Sekretärin und Ronny bestand, ließen beide in der Öffentlichkeit nicht anmerken.
Manche mochten es ahnen und tuschelten wie die Nilpferde darüber, andere schlossen es völlig aus. Aber alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verstanden, dass sie den intelligenten jungen Mann gerne um sich hatten.
Kapitel 7
„Kommen Sie, Herr Stein!“, sagte die Sekretärin und öffnete die Bürotür. „Herr Stein erwartet Sie.“
„Danke.“, sagte Maxi.
Mit einem breiten Lächeln betrat ich Ronnys Arbeitszimmer. Die Tür schloss sich leise hinter mir.
Ich blieb einen Augenblick stehen.
Warum?
Das wusste ich auch nicht.
Ronny kam mit einem schlechten Gewissen, aber mit einem motivierten Lächeln hinter seinem Schreibtisch hervor.
„Guten Morgen, mein Herzensbrecher“, sagte ich mit einer rasanten Ironie.
Ronny zuckte zusammen.
Ich gab ihm einen Kuss auf den Mund.
Maxi tat, als wäre alles in Ordnung, nur mal, um ihn zu besuchen. Und nicht nur ein verzweifeltes und besorgtes Gefühl.
Sie nahm noch einen Zug von der Zigarette und drückte ihn im leeren Aschenbecher aus.
„Das alles musst du bearbeiten?“, fragte sie.
Ronny wehrte bescheiden ab und meinte beruhigend: „Gehört zum Job.“ Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel Mist ich jede Woche bearbeiten muss. „Manchmal glaube ich, ich könnte ein zweites Paar Augen gebrauchen.“
Ich ließ mich beeindrucken.
Das könnte ich nie! „Dazu hätte ich keine Geduld!“, erwiderte ich und zündete mir eine neue Zigarette an.
„Es ist mein neuer Job“, sagte Ronny. Er drückte auf den Knopf an der Sprechanlage.
„Bitte, Herr Stein?“, fragte Marie.
„Wir gehen jetzt in ein Restaurant“, sagte Ronny. „Keine Anrufe.“
„Ja, Herr Stein. „Guten Appetit.“ Erwiderte sie freundlich.
Ronny schaltete das Gerät ab und wandte sich an Maxi.
„Hungrig?“, fragte er auf dem Weg zum Fahrstuhl, der zum Ausgang des Gebäudes führte.
„Ich bin immer hungrig, das weißt du doch“, sagte Maxi, „aber ich muss Diät halten.“
Sie kamen an einem französischen Restaurant an und setzten sich auf einer kleinen Terrasse, die verglast ist. Von hier aus kann man den ganzen prachtvollen Garten überblicken, mit den bunten Blumen.
„Jeder Zweite isst Diät“, sagte Ronny lächelnd, „einige Leute sind sogar Vegetarier geworden, die kein lebendes Fleisch essen wollen.“ „Deshalb glauben so manche Leute auch, man unterhält sich mit einem Komposthaufen, wenn man einen dieser Spezies auf der Straße trifft.“
„Ronny, hier gibt es zwei Empfehlungen von Menüs: den Salat mit Tomatenscheiben und Magerkäse oder ein Steak mit Salat und Ragout fin Sauce“, sagte sie.
„Ach, hol’s der Teufel, ich esse das normale Menü“, sagte Maxi.
Der gut aussehende Kellner verneigte sich.
„Darf ich fragen, was Sie zu trinken wünschen?“, fragte er.
„Für mich einen trockenen Sherry“, sagte Maxi.
Ronny bestellte sich ein Bier.
Maxi lächelte.
Es dauerte nicht lange – schon kommt auch der Kellner mit den Drinks.
Sie nahmen ihre Gläser und Nippten dran. Ronny hatte eine Blume vom Bier an seiner Oberlippe.
Maxi lächelte ihm zu und küsste den Bierschaum von seiner Oberlippe ab.
Der Kellner verschwand in Richtung Küche.
Ronny nickte.
„Es klappt recht gut mit meinem neuen Job“, sagt er.
„Geht in der Firma alles nach Wunsch? Dienstleistungen, Zusammenarbeit, wie mit deiner Sekretärin?“, fragte Maxi, lächelte und starrte ihm dabei in die Augen.
Das konnte sie besonders gut.
Jemanden anstarren.
„Könnte gar nicht besser sein“, erwidert Ronny selbstbewusst.
Der Kellner stellte den Salat auf den Tisch.
Maxi begann gierig zu essen. Ronny stocherte nur herum und dachte darüber nach, was er jetzt sagen sollte.
„Du möchtest wahrscheinlich wissen, warum ich heute Morgen nicht nach Hause kam“, sagte er und wartete auf die Reaktion von Maxi.
Maxi nickte wortlos und sah ihn schweigend an.
Plötzlich schüttelt sie den Kopf und sagt: „Nein“.
Ronny schwieg.
Der Kellner servierte das Essen.
Maxi betrachtet das ihres prüfend.
Ronny wusste immer noch nicht, was Maxi vorhatte.
„Vielleicht ist meine Bemerkung fehl am Platz“, meint Ronny. „Aber ich glaube, meiner Ansicht nach sollten wir eine Abmachung treffen.“
„Eine Abmachung?“, wiederholte Maxi überrascht.
Ronny nickte.
Maxi überlegte.
„Eine gute Idee“, sagte sie, und Ronny war ganz überrascht von dieser seltsamen Reaktion.
Der nette Kellner erschien am Tisch und verbeugte sich. Und er grinste so freundlich, als ob er bald anfinge zu sabbern, stellte sich Maxi vor.
„Als Nachspeise, kann ich Ihnen eine köstliche Apfeltorte mit Vanille- oder Schokoladeneiscreme á la Mode empfehlen.“
„Ich nehme die Schokoladeneiscreme“, sagte Maxi, „á la Mode, bitte schön.“
„Ja, mir das Gleiche“, sagte Ronny.
Erst nach dem Essen, als Ronny Maxi verabschiedet hatte und ins Büro zurückkehrte, fiel ihm ein, dass Maxi mit keinem Wort mein Nichterscheinen am frühen Morgen und bei der Abmachung erwähnte.
„Niels!“
Er wälzte sich im warmen, weißen Sand auf den braun gebrannten Rücken und hob einen Arm, um seine geblendeten Augen zu schützen, die bereits hinter dem Horizont zu sinken begann.
„Was gibt es, meine Schönheit?“, fragte er.
Ich kroch über den Sand zu ihm und stützte meine Arme rechts und links von seiner sportlich trainierten Brust. Ich blickte auf ihn nieder und verdeckte die Sonne. Niel ließ seinen Arm auf meinem Oberschenkel ruhen. Meine braune Haut war so warm wie der Sand unter ihm.
Niels war ruhig.
„Woran dachtest du?“, fragte ich neugierig.
Seltsam, wie sehr sie einander glichen.
„An Nichts“, sagte er. „Vielleicht wünschte ich einfach, es gäbe tausend Tage wie diesen.“ Keine Telefonanrufe, keine Menschen, die ein blödes Anglotzen oder sinnlose Fragen stellen, nur um ihre Langeweile zu stillen, und keine Probleme.
„Dann wärst du nicht glücklich“, sagte ich zickig, weil ich gerne wüsste, was andere machen.
Niels sagte für einen Moment nichts.
Er dachte einen Augenblick nach.
„Nein, wahrscheinlich nicht.“, sagte er mit Skepsis.
Vor drei Tagen beschloss Maxi, wie geplant, in die Kalahari-Wüste zu fliegen.
Aber auch in dieser Zeit hat sie eine Einladung zu einer außergewöhnlichen Kunstausstellung bekommen, die sehr wichtig für sie gewesen wäre, denn dort waren bekannte Künstler aus den verschiedensten kreativen Nischen. Obwohl bei der Eröffnung, nur geladenes Publikum zugelassen war, herrschte eine erdrückende Enge. Maxi hatte nicht vorgehabt, lange zu bleiben. Sie wollte sich nur sehen lassen. Aber sie war nun nicht dort und tauschte die Kunstausstellung mit der Reise in die Kalahari.
Genau, nach Südafrika, nach Kapstadt als Erstes.
So ist der originelle Plan von Maxi gewesen. Ronny hatte zwar auch Ideen für die Reisetour in der Wüste Kalahari, aber die hatte Maxi einfach vergessen.
Maxis Flug ab Deutschland beginnt in der Business Class der South African Airways. Sie wird im legendären Mount Nelson Hotel übernachten. Dieses Mount Nelson Hotel hat ein elegantes Flair, Tradition und ein luxuriöses Ambiente für höchste Ansprüche. Diese Attribute gelten für das Mount Nelson Hotel in Kapstadt, eines der berühmtesten und besten Hotels in Südafrika. Dieses gediegene Luxushotel gehört zur renommierten Gruppe der Orient-Express-Hotels. Es ist ideal gelegen inmitten einer großzügigen Gartenanlage.
Wie ich auch feststellte, befindet sich in der Nähe die Seilbahn zum Tafelberg und circa fünfzehn Gehminuten sind es zum Stadtzentrum.
Im Hotel gibt es ein Restaurant, eine Bar, zwei Swimmingpools und eine große Gartenanlage, die ich schon erwähnte. Sogar zwei Tennisplätze gibt es mit Flutlicht. Ich werde mich des Öfteren im Fitnesszentrum aufhalten, wie im Kosmetiksalon und beim Friseur.
Ihre abenteuerlichen Ausflüge macht sie im Privatwagen mit einer deutschsprechenden Reisebegleitung. Maxi hat sogar eine sprechende Betreuung.
Ja, diese netten Leute sprechen Deutsch.
Mit einer Jacht geht es sogar an der Kap-Halbinsel entlang, aber auch mit dem Helikopter gibt es für Maxi-Flüge über Kapstadt. Von Frankfurt aus geht mein Flug mit der South African Airways in der Business Class. In Kapstadt bin ich dann am Vormittag gelandet, wo meine nett Deutsch sprechende, gut aussehende und freundliche Betreuung bereits auf mich gewartet hatte. Mit dem Transfer ging es dann ins Mount Nelson Hotel.
Den Rest des Tages nahm ich mir von den Flugstrapazen frei.
Kapstadt, nun steh ich in der City Deluxe. Durch die malerische Lage am Tafelberg wird die um 1652 gegründete Stadt als eine der schönsten der Welt bezeichnet. Dies ist Südafrikas zweitgrößte Metropole und bietet mir neben Ihrer Schönheit auch gute Einkaufsmöglichkeiten sowie zahlreiche kulinarische Höhepunkte.
Am vierten Tag gibt es einen Tagesausflug in die Weinbaugebiete. Ich machte eine Stadtrundfahrt in Stellenbosch und besuchte später verschiedene Weingüter inklusive Mittagessen.
Weil mir der Tag sehr gut gefallen hatte, unternehme ich heute eine Fahrt über Bettes Bay und Kleinmond nach Hermanus.
Diese Tour sollte ein Ganztagsausflug werden.
„Aber was soll das bedeuten?“, fragte ich mich.
Später bekam ich von einem Betreuer zu erfahren, dass ich dort eine Weinprobe in einem der südafrikanischen Spitzenweingüter machen werde. Es ist das Hamilton-Russell.
Nach dem außergewöhnlichen Mittagessen besuchte ich dann den alten Hafen.
Nachdem ich den Wein sehr genossen hatte, nahm ich mir vor, etwas kürzer mit den Weinproben umzugehen. Auch wenn es schwer ist.
Am nächsten Morgen nahm ich ein sehr nahrhaftes Frühstück ein, mit viel Obst und So. Und so gesund.
Der heutige Tag bringt mich zur Kap-Halbinsel. Selbstverständlich mache ich auch einen Abstecher des Kaps der Guten Hoffnung. Als ich dort dann angekommen bin, begrüßten mich gleich die fröhlichen Bewohner mit einem Glas Sekt sowie mit einer Straußenfarm. Das Kap der Guten Hoffnung, mit seinem zweihundert vierundvierzig Meter Höhe gelegenen Leuchtturm. Dort gibt es auch das Mittagessen in Boulders Beach bei Simonstown, wo wir auch eine kleine Pinguinkolonie entdecken konnten. Anschließend unternehmen wir dann eine Panoramafahrt nach Hout Bay auf einer luxuriösen Jacht entlang der Kap-Halbinsel. Wir waren circa für zwei Stunden mit der Jacht unterwegs. Natürlich hat der Service nicht gelitten, denn es gab einen kleinen Imbiss und Sekt. Es gab viel Sekt. Ehrlich gesagt, ich fühle mich hier sooooo richtig sauwohl.
Am nächsten Tag, der Siebente, bin ich wieder in Kapstadt. Der Vormittag ist nur für mich. Was ich auch immer sehr genieße. Ich mache einen Bummel an der Victoria & Alfred Waterfront.
Mittags dann nehme ich für mich nur alleine vor, den Helikopter über Kapstadt schweben zu lassen.
Der Flug dauerte zwanzig Minuten.
Am achten Tag, es ist der Nachmittag, nahm ich meinen Flug.
Nein, nicht zurück nach Deutschland.
Ich nahm mir einen Flug nach Gaansbai.
Einhundert sechzig Kilometer östlich von Kapstadt liegt das Nature Reserve Grootbos.
Auf über eintausend Hektar erstreckt sich ein einmaliges Gebiet. Eingebettet in eine faszinierende Landschaft liegt diese komfortable Lodge mit beeindruckendem Blick über Walker Bay.
Für mich eine unbeschreibliche Natur und faszinierende Erholung in entspannter Atmosphäre.
Hier bin ich eins mit der Botanik, beim Wandern, wie beim Reiten. Beobachtungen im Wald faszinieren mich.
Ich bin auch sehr überrascht von dem kulinarischen Ambiente der Lodge. Angefangen vom reichhaltigen Frühstück, das entweder ganz individuell in meiner Courtage vorbereitet wird, aber auch im Haupthaus kann ich mich dort verwöhnen lassen.
Aber abends, nach den abenteuerlichen Touren, erwartete mich ein hervorragendes 3-Gang-Menü in gemütlicher Atmosphäre mit interessanten Leuten aus dem In- und Ausland. An der Bar gibt es viel zu lachen und zu reden und am nächsten Morgen entspannte ich mich auch am Swimmingpool.
Am nächsten Tag unternahm ich eine abenteuerliche und aufregende Safari im malariafreien Wildschutzgebiet, im Shamwari Game Reserve.
Nördlich von Port Elizabeth ist ein malariafreies Wildschutzgebiet.
Dieses Wildschutzgebiet ist in privaten Händen von Südafrika. Neben dem im Landhausstil erbauten Long Lee Manor steht mit der Lobengula-Loge auch noch eine klassische Safarilodge zur Verfügung.
Auf Pirschfahrten im offenen Geländewagen ist die Tierwelt dieses Wildschutzgebietes nicht so wie im Zoo, was ich in Deutschland gesehen habe.
Diese Safari, mit einer abwechslungsreichen Landschaft kann ich die Löwen ganz nah betrachten.
Manchmal waren diese Könige der Tiere auch zu nah, sodass ich immer mehr Respekt bekommen habe. Auch die Elefanten waren riesig, wenn sie uns fast den Rüssel gaben. Auch die Nashörner beherrschen das Wildschutzgebiet, was sie uns dann auch manchmal zeigen wollten und mit ihren gewaltigen Nashörnern unseren Geländewagen es zeigten. Giraffen und Zebras zeigten uns ihre spektakulären Aktionen.
In einem ehrgeizigen Projekt wird hier versucht, die Tiere wieder in ihrem natürlichen Lebensraum anzusiedeln.
Aufgeregt ging es dann am nächsten Tag in ein komfortables Landhotel. Circa zehn Kilometer von Plettenberg Bay. Dieses Landhotel liegt malerisch umrahmt von den Tsitsikama-Bergen mit seinen gedeckten Cottages. Fünf Autominuten vom Meer entfernt. Mitten im Herzen liegt der Addo-Elefant Nationalpark.
Auf über viertausend fünfhundert Hektar erstreckt sich ein einzigartiges Wildschutzgebiet.
Die Lodge, wo ich mich einquartiert habe, verfügt über große, komfortable Luxuszelte. Es sind Safarizelte mit großen Schlaf- und Wohnbereichen, ummauerten Duschen, WC und Veranda.
Es ist kaum zu glauben, wenn ich das nicht gesehen hätte.
Für eine Entspannung sorgte ich dann am nächsten Tag und fuhr mit dem Geländewagen, einem Reiseführer und mir in ein Luxus-Ferienhotel, Zimbali Lodge, das circa zweiundvierzig Kilometer nördlich von Durban gelegen ist. Von der staubigen Safari in der freien Wildnis befreite ich mich und nahm ein Dampfbad, was mir recht gut tat.
Es gibt auch noch, wie der Reisebegleiter mir berichtet hatte, auf der Tour weitere Hotels, wo wir einen Zwischenhalt für eine Entspannung machen könnten, wie im Royal Swazi Sun, Beverly Hills Sun Inter-Continental und Malelane Sun Inter-Continental.
Unsere Fahrt geht am nächsten Tag weiter, ins Sabi River Sun. Das am Rand des Krüger Nationalparks in der Nähe Hazyview liegt.
Der Krügerpark, eines der besten privaten Wildschutzgebiete in Afrika.
Das Mala Mala Game Reserve gilt als besonders exklusiv.
Ja, so sehe ich das, wie mit viel gelobter Küche und vierundzwanzig Stunden Service.
Meine rasanten und abenteuerlichen wie gespannten Pirschfahrten unternehme ich auf jeden Fall in einem der spektakulärsten privaten Wildschutzgebiete Südafrikas. Mit rund zwanzigtausend Hektar zählt Mala zu einem der größten „Private Game Reserves“ in Südafrika.
Von meiner Veranda in der Mala Lodge mit ihrer traditionellen Architektur kann ich beobachten, wie das Wild am vorbeifließenden Sand River zur Tränke kommt.
Der Wildreichtum umfasst über zweihundert Tierarten, vom Großwild über kleine Tiere bis zu einer Vielzahl von Vögeln.
Mala ist in aller Welt bekannt, auch wenn die kaputten Leute in Deutschland es nicht kennen, für seinen Tierreichtum.
Beinahe jeden Tag habe ich auf den abenteuerlichen Pirschfahrten die respektvollen Löwen, die nicht feigen Büffel, kräftigen Nashörner, schnelle Leoparden und gewaltige Elefanten sehen können.
Bei gutem Wetter wird das Abendessen in einer „Boma“ unter freiem Himmel serviert, in der Mala Lodge.
Es gab für mich eine romantische Atmosphäre, die ich sehr genossen habe.
Auf einem Hügel hatte ich einen fantastischen Blick auf die Savanne. Die Chalets sind vom Haupthaus über teils steile Treppen zu erreichen.
Auf die ich mich immer wieder freute.
In der afrikanischen Savanne gelegen sind die komfortablen, reetgedeckten Chalets im Baumhausstil und durch Hängebrücken zu erreichen.
Das private Wildschutzgebiet Ulusaba liegt im Sabi Sands Game Reserve am Rande des Krügerparks.
Im Geländewagen sitzt eine junge Frau. Sie ist sehr attraktiv und lässt sich gern bewundern, besonders abends, wenn wir an der Bar sind. Und heute Abend sah sie wieder hinreißend aus, was jedoch einen Ihrer männlichen Begleiter in keiner Weise beeindruckte. Sie, Anke heißt sie und kommt aus Hannover, warf ihm einen kecken Blick zu und sagt: „Weißt du denn nicht, dass eine Frau Komplimente braucht wie eine Wasser?"
Der junge Mann betrachtete sie lange und überschüttete sie dann mit Nettigkeiten. Als er damit aber gar nicht mehr aufhören wollte, meinte sie schließlich genervt: „Zu viel Gießen darf man Blumen auch nicht, sonst welken sie.“
Dann kommen plötzlich zwei grauhaarige Damen, über vierzig sollten sie gewesen sein, an die Bar. Alle grinsenden Gäste, die hier an der Bar standen, sahen die beiden erstaunt an.
„Weißt du!“, sagte die eine der beiden laut, „Ich habe immer davon geträumt, zwei Männer im Bett gleichzeitig zu haben.“
Mit einem Schlage wurde es mucksmäuschenstill an der Bar.
Alle guckten die Frau an.
Da setzte sie lachend hinzu: „Einen zum Massieren und einen zum wilden und schmutzigen Sex.“
Mein größtes Erlebnis in Südafrika sollen der Krügerpark und der „Stolz Afrikas“ sein.
Eine Reise mit dem Rovos Rail.
Ich bestellte mir eine Royal Suite für diese Reise.
„Stolz Afrikas“, so wird der Rovos Rail würdevoll von den Menschen Südafrikas genannt.
Ich werde den Luxus und die viktorianische Eleganz auf Schienen genießen. Es gibt Vollpension inklusive aller Getränke. Und ich habe immer viel Durst.
Meine Royal Suite ist ausgestattet mit Doppelbett, einem Wohnbereich, Bad und Dusche, einer Minibar und einer Klimaanlage.
Eine Waggonhälfte entspricht circa sechzehn Quadratmetern. Der Zug kann dabei bis zu Siebzig Passagiere befördern.
Im eleganten Speisewagen ließ ich mich von der Speisekarte und den erlesenen Menüs verwöhnen.
Dort traf ich den attraktiven Neil Strang.
Ein sportlicher Mann, Ende vierzig und sehr gebildet, wie ich dann später erfahren habe.
Ich genieße die vorbeiziehende afrikanische Landschaft und ausnahmsweise schenkte ich dem Mann nur ein Lächeln und ein Kopfnicken.
„Sie tragen einen breiten, goldenen Armreif“, sagte Neil, der ihm besonders gefiel: „Schlicht und sehr modern“.
„Ist der nicht wunderschön?“, fragte Maxi schüchtern, aber war auch sehr begeistert von ihrem Armreif und dass dieser dem Mann aufgefallen war.
„Haben Sie sich ihn schenken lassen?“ „Frage der Mann.“
„Nein!“, erwidert Maxi, ohne einmal Luft zu holen. „Wenn ich so etwas haben will, kaufe ich es mir selber.“
„Ich habe irgendwo gelesen, dass Schmuck einer Frau nur Spaß macht, wenn sie ihn geschenkt bekommt“, sagte Neil mit einer Ironie, wo Maxi laut los lachen musste.
„Diese Klatschzeitung hat mich nicht gekannt“, sagte Maxi. „Außerdem mache ich mir gar nichts aus Schmuck.“
„Stimmt nicht.“, widerspricht Neil, der selbstbewussten Maxi, „Ich sehe doch, wie hingerissen sie sind.“
„Wegen seiner Schönheit?“, sagte sie, schmunzelte dabei und sah ihn in die dunklen Augen.
„Aber trotzdem machen Sie sich natürlich nichts aus Schmuck“, spottete er.
Wieder einmal widersprach sie ihm bei einem Tennismatch: „Ich muss nicht alles besitzen, was mir gefällt.“ Ich liebe zum Beispiel auch einige Gemälde von Picasso und Dali. „Aber nie würde ich mir einen ins Haus hängen, selbst wenn ich es mir leisten könnte.“
„Na, vielleicht ist das ganz gut so“, erwidert er nachdenklich, „soll ich Ihnen auch noch etwas zu trinken bestellen?“
„Nein, danke“, erwidert Maxi. „Gehen wir lieber in meine Suite und trinken dort etwas, ja?“
„Mit Vergnügen“, sagte er.
Sie hatten ihren Gang, der eher ein gemütliches Geschiebe gewesen war, beendet und bahnten sich einen Weg zur Tür.
„Nett, dass wir uns hier im Zug treffen!“, gab sie strahlend. „Diese Royal Suite und das ganze Drumherum sind einzigartig.“
Maxi war ein ungeduldiges Mädchen, das von einem Fuß auf den anderen trat.
Er legte ihr den Arm um die nackte Schultern und zog sie an sich. „Ich bin Niels Strang, ein Schriftsteller, aus dem vielleicht noch mal was werden kann…, und du, mit wem habe ich die Ehre?“
„Du hast die Ehre, mit einer kreativen Künstlerin, der Maxi Schiffer, aus Deutschland.“, bemerkte sie, durchaus nicht beeindruckend, aber konnte sich nicht verkneifen, Neil zuzulächeln.
Maxi öffnete die Bar und goss den Whisky in zwei Gläser. Er nahm die Gläser und ging auf Neil zu und gab ihm ein Glas.
„Ich trink den Whisky mit Eis.“, erklärte Neil.
„Ach, wirklich?“, trotzte Maxi.
Sie nahm sein Glas, ging an den Kühlschrank und nahm ein paar Eisstücke aus dem Eisfach.
Ich kann dich ja verstehen, Maxi. Das Leben hat immer seinen Wert. „Und man muss sich den Spaß etwas kosten lassen“, sagte Niels.
„Ja, wie viel?“, fragte sie und nippt an ihrem Glas. Maxi, der an nichts schüchtern war, setzte eine bewundernde, aber provokative Sexbesessenen-Kleinmädchenmiene auf und sagt: „Pass auf, dass du dich nicht ruinierst!“
Er lächelte ihr zu und streifte seine feuchte Zunge über ihre trockenen Lippen: „Ich glaube nicht, dass bei dir die Gefahr besteht.“
„Tatsächlich?“, fragte sie ironisch zurück. „Du bist halt immer noch sehr naiv.“
Maxi lächelte.
Neil lächelte zurück.
So? „Meinst du?“, fragte Neil und hob seine Augenbrauen.
Zugeben, du hast eine große Karriere gemacht und schreibst Bücher. „So etwas bringt den Menschen leicht dazu, seine Kräfte zu unterschätzen.“
„Kann sein“, gab Niels zu, „dass ich dazu neige.“
„Also: Sei vorsichtig!“, warnt sie ihn, „Vielleicht sollte man seine Kräfte auch manchmal überschätzen.“
Neil lachte.
Maxis Lächeln erlosch und redet ihm zu: „Aber Niels, ein harmloser Spaß.“
Niels kam sich verscheißert vor.
Maxi hatte ihren Spaß daran, mit ihm zu flirten und sich zu amüsieren.
Neil schaut aus dem Fenster.
„Schau immer zur Sonnenseite des Lebens“, sagte er dann. Maxi stellte sich neben ihn. Das Glas, noch halbvoll, ließ sie auf dem Tisch stehen. „Schau immer zur richtigen Seite des Lebens.“
Maxi ist erstaunt gewesen über diese Worte. „Maxi, wenn du wieder in Deutschland bist, dann denke daran: „Alles ist Show“ und lach, wenn du gehst! Die Welt ist ein Scheißhaufen. „Sie besteht aus so viel Arschlöchern, die zu viel Scheiße quatschen, dass die Welt schon in diesen Scheißhaufen erstickt.“ Unsere Reise ging quer durch den afrikanischen Kontinent von Kapstadt bis Dar-Es-Salaam in Tansania! Diese abenteuerliche Reise führte uns durch Südafrika, Zimbabwe und Zambia und quer durch Tansania bis zur Küstenstadt Dar-Es-Salaam. Ich habe natürlich auch das Wunder des Wassers kennengelernt. Denn in der Kalahari-Wüste existieren keine Flüsse. Nicht einmal Rinnsäle fließen hier. Einmal im Jahr, dachte sich Maxi. So berichtete ihr der Reisebegleiter. Aber, wenn die glühende Hitze am größten ist, verwandelt sich diese Ödnis in eine blühende Oase. Dann füllt sich der Okavango-Fluss und bringt mindestens zehn Milliarden Tonnen Wasser. Innerhalb von Stunden keimen Samenkapseln und das Delta breitet sich aus zwanzigtausend Quadratkilometern aus. Das entspricht der Größe Hessen, in Deutschland.
Über drei Monate sammeln sich an den Ufern des Flusses die größten Tierherden der Welt. Darunter mindestens sechzigtausend Elefanten. Im Mai des Jahres trocknet das Delta wieder aus. Der Okavango ist der einzige Fluss, der niemals in den Ozean mündet.
Kapitel 8
Es wird immer von Arschlöchern behauptet, Blondinen seien naiv und dumm.
Nur ihr frigiden und konservativen Schlaftabletten, denen kann ich nicht zusprechen. Erstens, „Dumm“ fickt gut, und außerdem bin ich ja nicht blöd.
„Was kostet die Welt?“, habe ich irgendwo schon einmal gelesen und „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, sagte mal ein bekannter Dichter.
Mit Neil hatte ich nicht nur Spaß beim Essen. Nein, auch im Bett, als wir den „G-Punkt“ suchten. Es war sehr erregend und die Gefühle spielen dabei auch eine große Rolle.
Ich stelle mir nicht immer die Frage „Warum machst du das?“, ich mache es einfach.
Was geschehen wird, wird geschehen. So ist das harte Leben.
„Besteht das Leben auch aus Liebe, Lügen und Leidenschaft, aber auch aus Hass?“, wird Maxi immer wieder von ihren ängstlichen Freunden gefragt, wenn sie gerade etwas Verrücktes machen will. Maxi will diesmal den Fernosten erkunden und entdecken.
Jedes der Länder im Reich der aufgehenden Sonne und im Reich der Mitte lächelt auf seine ganz eigene Weise. Für mich werden die unterschiedlich landschaftlichen Gegebenheiten und kulturellen Entwicklungen jedes asiatischen Landes beeindrucken. Denn Japan besticht mit seiner Mischung aus westlich anmutender Moderne und Jahrtausende langer Tradition.
Am Mittwoch bin ich in Tokio mit dem Linienflug angekommen. Tokio ist eine pulsierende Großstadt mit modernen Stadtteilen neben ruhigen Vierteln mit traditionellem japanischen Lebensstil.
In einem eleganten Luxushotel checkte ich ein. Das Park Hyatt, im Art-deco-Stil, mit drei Restaurants, einem New York Bat & Grill, im zweiundfünfzigsten Stockwerk mit weitem Steak- und Fischsortiment. Aber auch mit traditionellen japanischen Speisen werde ich mich verwöhnen lassen, in der Girandole sowie der „Kozue“.
Nicht nur für mein inneres Wohl ist gesorgt – Nein, ich muss auch etwas für mein Äußeres tun. Ein Schönheitssalon ist im Hotel wie eine Boutique, ein Swimmingpool, eine Sauna, Massagen und ein Fitnesscenter. Die Lage ist super.
Die oberen Stockwerke eines zweiundfünfzigstöckigen Towers geben einen sensationellen und herrlichen Blick auf die Stadt Mount Fuji.
Im westlichen Teil der Shinjuku gibt es eine Verbindung zum neuen Tokio Metropolitan Gebäude und in einer zumutbaren Laufdistanz geht es zum Einkaufsviertel, wo man das Unterhaltungsviertel auch findet. Im Herzen von Shinjuku, dem Einkaufsviertel wie auch Vergnügungsviertel Tokios, steht direkt neben der Tokio City Hall.
Die Einwohner Japans führen ein Leben zwischen Modernität und sorgsam gepflegten Traditionen. Ein Kontrast zu Japans hoch technisierten Städten ist zum Beispiel der SETO-NAI-KAI-NATIONALPARK.
„Wie würde ich das klassische Japan beschreiben?“, dachte sich Maxi auf der Rundreise nach Kyoto. Das ist ihr erstes Ziel zum höchsten Berg Japans, dem Mt. Fuji. Hier habe ich einen wunderschönen Blick in den Hakone-Nationalpark und in die abwechslungsreiche Vulkanlandschaft am Ashi-See.
Später fuhr ich mit dem „Bullet-Train“, dem bekannten japanischen Superzug nach Kyoto.
Japan, das Land der aufgehenden Sonne.
Es hat mehr zu bieten als moderne Millionenstädte Japans. An traditionellen Orten und Städten findet man klassische Tempel und Schreine, so sagt der Reisebegleiter, der kaum Englisch gesprochen hatte. Er fügte auch auf den japanischen Dialekt, den ich kaum verstanden habe, aber tat mit einem freundlichen Lächeln, dass neben den kulturhistorischen Kostbarkeiten die Landschaft eine Fülle zu bieten hat, wie gewaltige Vulkane, Wälder, Wasserfälle und Seen.
Kyoto gilt als die an geschichtlichen Erinnerungen reichste Großstadt Japans und als eine Schatzkammer von Kyoto.
Mich faszinierten bei einer Besichtigung mit einem Touristenbegleiter, der diesmal auch Englisch sprach, das Nijoschloss, das Goldpavillon und der spektakuläre Kaiserpalast.
Für den nächsten Tag habe ich mir ein privates Flugzeug mit einem Piloten gemietet, um an die Küste Japans zu gelangen.
Mit dem Motorboot ging es raus zum Tauchen – eine meiner größten Leidenschaft, denn ich habe mir extra Zeit genommen, in Deutschland einen Tauchkurs zu besuchen.
Der erste Tauchgang an der Küste ist eine Aktion, die ich noch nicht kannte. Das Gefühl ist unbeschreiblich.
Aber ich hatte keine Zeit, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Dann wäre der Tag verschwunden und ich hätte nie diese Attraktion von Farben und Faszination der vielen Sorten der Fische und anderen Wassertierchen kennengelernt.
Es ist anatomisch unmöglich. So ist mir aus dem Biologieunterricht und den Sachbüchern über die unterschiedlichsten Meeresbewohner unterrichtet worden, dass eine Krabbe größer wird als dreißig Zentimeter. Aber nicht diese Krabbe, die ich mit der Hand berühren wollte, was ich aber nie wieder wiederholt habe. Sie konnte ihr eigenes Gewicht nicht mehr tragen. Ihre Beine würden durch die steilere Winkelung brechen wie Streichhölzer.
Ich habe also das Wunder der Größe im Blick.
Vor Begeisterung bin ich wieder aufgetaucht, um dem Begleiter darüber zu berichten. Er erzählte mir, dass Forscher auch schon diese unglaubliche Entdeckung machten. Diese Krabben, die sie gesehen hatte, durchbrechen total dieses Gesetz, denn ihre Scherenspannbreite beträgt gewaltige 3,5 Meter.
„Unglaublich, das werde ich meinen Freunden in Deutschland erzählen müssen.“ „Und die werden es mir nicht glauben“, sagte sie hastig vor Freude dem Begleiter. Aber er grinste nur, weil er sie nicht auf Deutsch verstanden hatte.
Das Gewicht der Krabbe liegt bei achtzehn Kilo, und das ist so viel wie ein dreijähriges Kind.
„Wie diese Riesenkrabben entstanden sind und warum, können Wissenschaftler nicht erklären“, erzählt in englischer Sprache der Begleiter, der das Motorboot in den Griff hat, und sie starteten wieder und fahren ans Land zurück.
Englisch spricht der Japaner nur in internationalen Hotels. Ansonsten ist diese Sprache kaum verbreitet.
Japanisch ist angesagt. Klar, man ist ja auch in Japan.
„Bist du heute Abend für eine Party zu haben?“, fragte Ronny.
Ich antwortete nicht, denn ich bin gerade von der Reise gekommen und wollte nicht genervt werden.
Auch nicht von Ronny.
Ich gehe ins Badezimmer und lass mir heißes Wasser in die Badewanne.
„Ich weiß, so hatten wir es nicht vereinbart“, rief er mir nach, aber es ist Samstag.
Ich schwieg noch immer.
„Silvia hat heute Morgen angerufen.“ „Sie gibt in ihrer neuen Wohnung eine Party.“, sagt Ronny.
„Geh nur hin“, sagte ich, „Ich habe nichts dagegen.“
„Nein?“, fragte er stutzig.
Ich schüttelte den Kopf, was für mich ganz schön anstrengend gewesen war.
„Ich habe versprochen, Maxi, mit dir zusammenzukommen.“ „Wenn du nicht mitkommst, geh ich auch nicht.“, bettelte Ronny.
Ich reckte mich in der Badewanne und genoss das heiße Wasser, das nach Rosenduft roch. Für mich ist es sehr entspannend.
„Okay.“, sagte ich, denn ich wusste, dass Ronny nicht allein, zu Sylvias Party fährt.
„Okay, was?“, fragte Ronny neugierig.
„Okay, wir gehen hin, ich meine, wir fahren hin“, erwiderte ich und wischte mir den Schaum aus dem Gesicht, den ich von meinem Tauchgang in der Badewanne auflegte.
Die Wohnung war nicht besonders geräumig, wie es bei Mädchen ebenso ist, wenn sie zickig und launisch sind – sogar wie die Schlampen wohnen und sich darüber überhaupt nicht den Kopf zerbrechen.
Aber diese Wohnung besaß eine große Terrasse, die sich zum wohlriechenden Garten erstreckt hat.
Die lustigen Partygäste strömten hinaus in die warme Nacht, wo Silvia auch Grillwürste auf dem glühenden Holzkohlegrill hatte.
Plötzlich stand Marie Klein an der offenen Terrassentür, die auch in diesem Haus wohnt.
„Silvia!“, rief sie, dann wandte sie sich an Ronny, der ganz überrascht und dumm aus seiner Wäsche glotzte. „Und du bist auch gekommen, das freut mich riesig!“
„Ich würde um nichts in der Welt eine Party versäumen wollen, mein Casanova“, sagte sie und küsste ihn auf die Wange.
„Geht hinein und holt euch was zu trinken“, sagte Silvia. „Es sind eine Menge amüsante Freunde da.“
Silvia trennte sich vom Grill und übergab die Grillaufsicht den herumstehenden Gästen, da sie sich bereits anderen Ankömmlingen zuwandte. Sie drängte sich durch die Menge zur Bar.
Die allgemeine Stimmung war sehr gut, solange der Alkohol noch in den Gläsern war. Man erzählte über dieses und jenes. Auch Maxi kam zu Wort und musste unbedingt über ihre spektakulären Reisen erzählen.
Marie ließ sich die Unterhaltung mit Ronny nicht nehmen und sie flirtete bis zum Äußeren, wie Maxi es auch nicht bemerken konnte, weil sie sich auf der Anderen der Partygäste befand.
Zehn Uhr dreißig.
Um diese Zeit begannen die Gäste bereits, Abschied zu nehmen.
Jetzt hörte man laute Begrüßungsworte vom Eingang.
„Ich hatte schon gefürchtet, Ihr würdet es nicht mehr schaffen“, sagt Silvia.
Ronny beobachtete die Szene.
Alles schien sich auf Silvio und Mechthild zu konzentrieren. Silvio lächelte, sein Gesicht war leicht gerötet und er schwitzte. Er hatte schon einige Drinks hinter sich.
Mechthild steht neben ihm.
Ronny betrachtete sie.
Kein Zweifel: Wann immer sie einen Raum betreten hatte, verblassten die anderen Frauen neben ihr. Mechthild stand mit jener Selbstsicherheit neben Silvio, wie sie nur einer femininen Frau gegeben ist, die sich ihrer makellosen Schönheit voll bewusst ist.
Jemand reicht Silvio ein Glas. Er griff gierig danach.
„Wir wurden durch einen Anruf und ein paar Whisky aufgehalten“, erklärte Silvio.
Dann entdeckte Ronny Maxi.
Er stockte und eine rasante Art Verlegenheit malte sich auf seinem Gesicht. Ronny trank seinen Drink und eilte auf die Terrasse.
„Ronny!“, rief Marie, umarmte ihn und küsste ihn auf den Mund.
Und sie gelang beim leidenschaftlichen Küssen mit der Zunge an seine Mandeln. die er endlich mal wieder gespürt hatte, was ihm im Rachen so kitzelte.
„Warum hast du mich nicht wissen lassen, dass du hier bist?“, versuchte er ihr zu erklären, und befreite sich aus ihrer Nötigung, beim gewaltigen Küssen.
„Ich bin viel beschäftigt, das weißt du doch, Ronny.“, sagte sie ihm mit einem coolen Lächeln. Maxi trat auf Sie zu.
Überrascht und ertappt, sagt Ronny verlegen: „Apropos, kennst du Maxi, meine Freundin?“ Marie sagte: „Hallo!" „Wie geht's?" „Wir haben uns mal im Supermarkt kennengelernt“, sagt Maxi, als ich am Fleischbuffet stand. „Das war aber nur ein Moment unter sehr vielen fremden Leuten, die auch eine Wurst kaufen wollten.“
Marie nickte und stutzte über diese Bemerkung „eine Wurst kaufen“.
„Ich entsinne mich“, erwidert Marie. „Du bist die Zicke, die sich mit der Fleischverkäuferin angelegt hatte, wegen einem Stück Leberwurst.“ „Ich kotzte bald vor Lachen.“ Maxi erinnert sich an ihr erstes Treffen mit Ronny. Denn Liebe ist, den Anderen so zu nehmen, wie er ist.
„Oder?“, das frage ich mich immer noch. Für unsere erste Verabredung hatte Ronny sich aufgehübscht. Das hatte ich gleich gemerkt. Ein frisches Oberhemd vom Designer, glatt rasiert, feiner Duft von ZABIA hinterm Ohrläppchen. Ja, auch eine schicke, bunte Unterhose, wo ich bald das Schreien anfing, hatte er an.
Ja wohl, sehr lecker, die Pelle. Mein Ronny ist immer noch ein toller Kerl, mein Kerl, zärtlich, aufmerksam und schön. Aber heute?
Auf seinem schmalen Parfümflakon liegt eine dicke und schmierige Staubschicht.
Die tägliche Rasur ist nicht mehr sein Ding.
Das Designerhemd muss ich am fünften Tag retten. Indem ich es wasche.
Zu Hause liegt im Trockenkeller die miefige Jogginghose rum. Neulich?
Neulich habe ich ihm eine sündhaft teure Unterhose geschenkt – von wem die war, ist ja auch egal. Aber Sie war teuer.
Ich schätze es ja, dass er kein eitler Geck ist, aber sein zur Schau getragenes Desinteresse an Äußerlichkeiten finde ich wenig anziehend. Ich habe oft keine Lust mehr auf das, was sich unter dem Schlabberlabberlock verbirgt.
Ich rüsche mich auch manchmal auf, und nicht nur für mich oder für andere Männer. Auch für Ronny.
Damit ich spüre, dass Ronny mich toll findet.
Doch ich soll ihn in jeder Lebenslage erotisch finden. Was sagt er immer: „Sei nicht so oberflächlich.“
Dabei glaubt er selbst nicht, dass das Äußere so unwichtig ist. Denn wenn er mal mit einer Frau verabredet ist, weht immer ein leckerer Duft, nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hat. Und ich? Ich hocke dann nur da und denke: Er meint wohl, er hat es nicht mehr nötig, mir zu gefallen zu wollen. Und dass er mir zu sicher ist. Er vernachlässigt nicht nur sich. Nein, sondern auch mich, unsere Beziehung. Jemand zog Maxi beiseite, so dass die Marie mit Ronny allein blieb.
„Darf ich dir etwas zu trinken besorgen?“, fragte Ronny höflich.
„Champagner“, sagte sie.
Gleich darauf hatte sie das Champagnerglas in der Hand und er zündete sich eine Zigarette an.
„Gefällt es dir hier?“, fragt er.
Sie lächelte und sagte: „Ich liebe Partys.“
„Hast du die Absicht, lange zu bleiben?“ „Frage Ronny neugierig.“
Sie zuckte mit den reizenden Schultern.
Ronny sah sich im Umfeld der Gäste um und bemerkte, dass er und Marie von Maxi beobachtet wurden. Plötzlich fühlt er sich müde.
Sehr müde.
Hoffentlich würde sie nicht schon am heutigen Abend herausfinden, dass…
Seine Gedanken waren plötzlich weit fort. „Danke!“, sagt Marie überrascht. „Wofür?“, erwidert er.
Maxi kam lächelnd zu Marie und Ronny zurück und nahm mit Besitzerallüren Ronnys Arm.
„Wir müssen gehen.“ „Ich will ins Bett.“, sagt Maxi. „Ich bin schon richtig fertig, meine Augen klappen gleich zu.“
„Wie schade.“, sagte Ronny trocken.
„Ja.“, sagte Marie, „Ich wünschte, du bleibst noch ein Weilchen.“ „Ich hätte so viel, mit dir über unseren neuen Auftrag zu besprechen.“
„Das besprechen wir Montag im Büro, gut!“, rief Ronny zurück. Seine Augen fingen einen warmen Blick von Silvia auf. Einer plötzlichen Eingebung winkte er ihr zu.
Ronny begegnet Mechthilds Blick über Silvios Kopf hinweg. Ihre Augen waren kalt und grün. Grün wie die einer ungezähmten Wildkatze in der heißen Nacht.
Ronny lächelte ihr eiskalt und fordernd zu, sie lächelte nicht zurück.
Es war eine kalte Kriegserklärung.
Das wussten alle anderen Freunde der Mechthild auch.
Ronny wusste es nicht.
„Wer für Ronny die schönste Frau der Welt ist?“, fragen sich ständig seine Neider, die Männerwirtschaft, die einsamen Herzen.
Na, die, mit der ich gerade zusammen bin! Nur, sie glaubt es nicht. Maxi, nein, alle Frauen sind in dieser Beziehung furchtbar, glaubt er. Stundenlang fahndet Maxi vor dem Spiegel im Badezimmer nach Pickeln und Falten. Sie steht jeden Morgen schon auf der Personenwaage herum oder quetscht so lange die Haut an ihren Oberschenkel zusammen, bis sich endlich die gefürchtete Orangenhaut zeigt. Das sieht wie hingeschissen und ausgekackt aus.
„A, findest du das nicht schrecklich?“, kreischt sie.
Wie soll Ronny so eine komplizierte Frage beantworten, und das am frühen Morgen, vorm Frühstück?
Da vergeht einem doch der Appetit.
„Oder?“, fragt sich Ronny und sucht nach Antworten.
Nun will sie fortan nur noch Liebe im Dunkeln oder unter der Bettdecke machen.
Ronny glaubt, dass er übertreibt. Aber seine Kumpels meinen, „keine Spur“.
Ronny war mal mit einer tollen Frau zusammen, die ein bisschen älter war als er, aber einen Wahnsinnskörper hatte. Als er sie bat, auf ihn zu reiten, meinte sie nur: „Nee, du, das mach ich nicht mehr!“
Ihre Begründung sei gewesen, dass das Bindegewebe in ihrem Gesicht nicht mehr so straff sei. Der volle Busen würde hängen.
Hätte die Tussi es nicht gesagt, wäre es Ronny gar nicht aufgefallen. Abgesehen davon wäre Ronny das sowas von egal gewesen.
„Ich brauche kein verhungertes Supermodel im Bett“, erzählte er immer, an deren Beckenknochen man sich wund stößt. Und auch keine durchtrainierte Fitnessmaus mit Waschbrettbauch und stahlharten Oberschenkeln.
Nee, Ronny liebt weiche Frauenkörper, die sich gut und sinnlich anfühlen.
Aber das kann man den Frauen klar machen.
Die Zicken glauben doch kein Wort.
Aber Sie wollen doch immer, dass der Mann ehrlich ist.
Dabei halten die Ronny glatt noch irgendwie für pervers.
Ronny denkt oft: Er könnte viel mehr Spaß im Bett haben, wenn die Frauen sich selbst so akzeptieren und lieben würden, wie sie sind. Dabei grübeln sie ständig über ihre Falten und Pfunde nach.
Im Bett können die dummen Blondinen einfach mal abschalten und nach Herzenslust die Sinnlichkeit ihres vielleicht nicht makellosen, aber in diesem Moment für Ronny so wunderschönen Körpers genießen. Das können auch brünette, rothaarige und schwarzhaarige Tussis auf unserem Planeten, wie in Kuba.
„Du hast mich in eine unmögliche Situation gebracht“, beklagte Maxi sich.
„Ich?“, Ronny musste lachen. „Dich?“
„Man wird auf Silvias Party geglaubt haben, dass du mich aushältst“, schrie Maxi ihn an. „Du verstehst mich nicht, Maxi.“, sagte Ronny leise.
„Doch, sehr gut“, sagt sie, „wir stecken beide im gleichen Schlamassel.“ Aber ist es denn wirklich so wichtig, was die anderen über uns denken, solange wir miteinander glücklich sind?
„Wir können in unserer Beziehung mit einem Schlag alles Fragwürdige nehmen“, antwortet Ronny.
„Lass uns heiraten, Maxi!“, sagt Ronny mit seinen treuen und liebevollen Augen. Maxi sieht zu ihm auf.
Er stand vor ihr, stark, groß und jung, und zeigte einen motivierten und entschlossenen Ausdruck in dem glatten, vom Alter noch nicht gestreiften Gesicht, der gar nicht zu ihm passte.
Wieder konnte Maxi ein Lachen nicht unterdrücken. „Was ist daran komisch?“, fragt er verletzt in seinem sensiblen Gefühl. „Bitte, bitte, nimm es nicht persönlich!“, sie legte ihm die Hände um die Schulter. „Es ist mir nur gerade eingefallen, dass du mir schon des Öfteren, mindestens drei, Heiratsanträge gemacht hast. Keiner war so unromantisch. Ronny, du Esel, lach mit mir! „Du hast doch Humor.“
Er blieb still und ganz ernst. Er öffnete eine Flasche Bier und nahm einen kräftigen Schlug, steckte sich eine Zigarette an und gab ihr eine Antwort: „Mag sein, dass ich kein Talent dazu habe.“
Maxi nimmt ihm die halbvolle Flasche Bier aus der Hand und nimmt einen Schluck, „meinen Antrag im richtigen Augenblick und der passenden Umgebung vorzubringen.“
Maxi nahm sich auch einen Zug von seiner Zigarette und gab sie Ronny wieder zurück.
„Ich habe noch keine Erfahrung darin. Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass ich Recht habe. Es gibt nichts, was dagegen spricht. „Oder?“, sagte er.
„Doch, Ronny, mindestens zehn gute Gründe.“ „Bitte erspare mir, sie dir aufzuzählen, denn du kennst sie selber.“, sagte sie grinsend. Sie schob ihn beiseite und öffnete das Fenster. Dann wandte sie sich ihm wieder zu.
„Dräng mich nicht“, bittet Maxi ihn. „Ronny, ich werde darüber nachdenken.“ Wir haben ja Zeit. „Wenn wir etwas haben, dann ist es Zeit, viel Zeit.“ Maxi nimmt seine Hand und führt ihn ins Wohnzimmer auf dem Sofa. Doch schon während sie ihn mit sich zog, meldete sich eine innere Stimme, die fragte: „Stimmt das denn wirklich?" Bleibt dir Zeit, Maxi, Baby? Kann eine Liebe wie die deine denn von Dauer sein? Aber ich ging nicht darauf ein, sondern erklärte etwas forsch: „Wir haben doch ganz andere Probleme zu lösen.“ „Oder bist du anders als andere Männer?" „Merkst du das jetzt erst?“ „Frage er zurück.“ Ronny wollte mich in die Arme nehmen, aber mir war danach nicht zu Mute. „Lass mich!“, bat ich. Ronny ließ mich sofort wieder frei. Mein Herz schlug heftig.
Kapitel 9
Was für ein grauenhafter, hektischer Tag! Völlig entnervt knalle ich die verglaste Bürotür zu. Ich hasse Sie alle. Endlich Feierabend! Lieber Gott, macht mich mein Job zurzeit aggressiv? Und zu Hause wartet Ronny, der heute für mich Kochen wird. Ich freue mich schon sehr auf die leuchtenden Kerzen auf dem Tisch, die duftenden Blumen und das erotische Schummerlicht.
So ein Scheiß, verdammt, das sieht wieder nach langweiliger Romantik aus. Es ist eine Lüge, dass Frauen nur auf Kuschelsex stehen. Ronny wird Säuseln. Er wird gurren. Küsst sanft an mir rum.
Ist ja lieb gemeint. Aber es nervt gewaltig! „Na, meine Süße, magst du lieber einen Schlabbersekt oder einen M?“, haucht er mir ins Ohr.
Wie schrecklich und unangenehm, als würde ich schon immer diesen Sekt in Dosen trinken.
Dabei streichelt er sanft mein Gesicht. Und guckt ganz verliebt und berauscht, als hätte er gerade Marihuana geraucht.
Ich spüre meinen Unwillen wachsen. Warum behandelt er mich immer wie eine aufsässige Wilde? Nö, Ronny, so was will ich heute nicht.
Genau, diese milde Mäuschenmasche treibt mich in den wilden, ungezähmten Wahnsinn. Ich will nicht, dass er dauernd sanft ist. Ich ertrage dieses Gezärtel nicht. Ich brauche kein mitfühlendes „Liebling, du siehst erschöpft aus“, Gefasel. Ich weiß, dass ich vom Tag erschöpft aussehe. Und kein triefendes Verständnis.
Ich bin sauer. Ich bin geladen.
Ich brauche ein Ventil, um dieses Ich-könnte-um-mich-schlagen-Gefühl zu kompensieren.
Ich will heute ordentlichen Sex. Ich brauche kein über motiviertes Männchen, um es zu machen.
Ich brauche kein langsames Sich-in-Fahrt-Kuscheln.
Ich brauche heute einen Ronny, der zupackt. Einen Ronny, der nicht ständig fragt, ob irgendwas so für mich okay ist. Oder ob ich lieber nicht so fest, so schnell, so tief, so schmutzig bin.
Ronny soll nicht zögern. Er soll mich fordern und er soll sich einfach trauen.
Wenn es mir nicht passt, gebe ich es schon zu.
An diesem Abend saß Ronny vor dem Fernseher und betrachtete lange und prüfend die Models auf dem Kanal. Obwohl ich, das muss ich zugeben, sehr angetan war von diesem Anblick bei der Modenschau im Fernsehen. Denn ich sah nicht nur schlanke Frauen – nein, auch knackige Männer waren zu sehen.
Der Tisch war gedeckt, wie versprochen. Romantik pur?
Jetzt fühlte ich mich noch mitten im Spannungsfeld der Gefühle, aber konnte ich sicher sein, dass diese geile Lust mir erhalten bleibt, dass sie nicht nachlassen würde?
Es war wie ein Wunder, dass ich mich in Ronny verliebt habe. Aber es kann nicht von Dauer sein. Nein, ich konnte ihn nicht heiraten. Ich muss ihm das klarmachen, damit er von diesem völlig illusorischen Ziel abließ.
Ronny ging noch einmal raus, um Zigaretten vom Bahnhof zu holen.
Ich lag schon im Bett, als ich den Wagen in der Einfahrt hörte. Ich legte mein Buch beiseite und horchte. Ich horchte das Knarren der Haustür, dann seine Schritte auf der Treppe.
Rasch löschte ich das Licht und zog die Decke hoch.
Die Schlafzimmertür öffnet sich leise. Ein Lichtschein drängt sich aus dem Vorzimmer herein. Ich schließe fest die Augen und bemühe mich, möglichst leise und gleichmäßig zu atmen.
Ronny kommt lautlos ins Zimmer und ich spüre, wie er mich anstarrte. Aber ich rührte mich nicht.
Nach einer Zeit, die mir sehr lang schien, wandte er sich um und ging hinaus.
Ich lausche neugierig in der Dunkelheit auf die leisen, gedämpften Geräusche, die er beim Ausziehen machte. Das dumpfe Auftreten der Schuhe, das Rascheln von Hemd und Hose. Ich hörte, wie er ins Badezimmer ging und sich zu mir hinlegte.
Ich drückte mein Gesicht auf seine Brust und küsste seine Haut.
Wenn er neben mir liegt und vor Erregung Hand an sich legt.
Dabei schaue ich gern zu und es erregt mich.
Ich habe gehört, dass es Leute gibt, die das nicht mögen.
Das verstehe ich nicht und es ist langweilig. Wahrscheinlich wurde den Spaßbremsen eingetrichtert: Masturbation sei unanständig, also Sex sei eklig, eine Schande.
Ich mag es in Echt, im Bett oder anderswo, zu zweit. Ich habe kein Problem damit, zu wissen oder zu ahnen, dass Ronny, wenn ich nicht dabei bin, sich einen von der hohen Palme schüttelt.
Maxi und Ronny hatten Glück mit ihrer neuen abenteuerlichen Reise in den Amazonas. Die Sonne schien heiß, also nicht wie in Deutschland. Der Linienflug war von Deutschland, München, nach Rio de Janeiro. Und aus Rio de Janeiro ging es dann am nächsten Tag mit dem Schiff Richtung Manaus.
Ein Traum für Maxi und Ronny, der in Erfüllung ging. Wunder gibt es immer wieder. Und Sie waren dabei.
Aber erst mal in Rio de Janeiro angekommen, nahmen sie sich ein Hotelzimmer für einen Tag.
Brasilien, dieses Land ist so schillernd, wie kaum ein Zweites. In der pulsierenden Großstadt Rio de Janeiro sind für Maxi und Ronny Samba-Rhythmen der Ausdruck unbändiger Lebensfreude, die sie im aufregenden Nachtleben spürten. In Manaus, der Stadt des Kautschuks, ist das Symbol die Verschmelzung mannigfaltiger Kulturen, die das Leben in Brasilien so sehr prägen. Auf Zodiacfahrten durch die Seitenarme des Amazonas erlebten sie die beispiellose Atmosphäre des Dschungels und entdeckten Pflanzen- und Tierarten, die nur im Amazonasgebiet zu finden sind.
Ein besonderes Erlebnis hatten Sie in der Delfinschule in Fernando de Noronha.
Gleich am nächsten Tag unternahmen beide eine Stadtrundfahrt mit Corcovado durch Rio de Janeiro. Fast jeden Vormittag nahm Maxi auf dem Schiff den Fitnessbereich in Beschlag, nicht weil sie es nötig hatte, sondern weil sie fand, dass ein Übermaß an Gesundheit ihr nicht schaden könnte. Anschließend genoss sie die Massagen eines attraktiven brasilianischen jungen Mannes. Täglich ging sie an Deck auch spazieren, selbst wenn Ronny an der Bar herumhängte und es in Strömen regnete. Sie genoss einfach nur die frische Meeresluft.
Die See gab eine unglaubliche Erholung für Maxi und Ronny, wenn er nicht gerade mit dem Barkeeper an der Bar saß.
In Natal gingen sie an Land und machten eine Stadtrundfahrt. Dort unternahmen sie ein Bummel durch die Straßen, wobei Maxi auch viel Spaß dran hatte und sogar das eine oder andere Kleidungsstück erstand, das ihr besonders gefiel. Aber Ronny hatte keine Zeit und nahm ihr die Ruhe beim Bummeln, denn er wollte zurück aufs Schiff. Denn am nächsten Tag machten sie schon wieder Halt in Fernando de Noronha.
Wenn Ronny dann bei Einbruch der Dämmerung aus der Bar zurückkam, empfing Maxi ihn hübsch und ausgeruht, splitternackt, und ließ ihm gleich ein Bad einlaufen. Sie scherzten und alberten, während sie ihm seine Sachen vom Leib riss und beide in der Wanne saßen. Maxi bewunderte seinen schönen, von der Sonne gebräunten männlichen Körper und schrubbte ihm den sportlichen Rücken.
Und dann?
Manchmal kam es sogar vor, dass sie sich anschließend mal nicht liebten – nicht so oft jedoch, dass es zur Gewohnheit geworden wäre.
Ihre Suite mit dem Blick auf See und den blauen Himmel war prachtvoll. Maxi hatte das Eine, er hatte das andere Bett im großen Schlafzimmer bezogen. Dazwischen stand manchmal eine erotisch, schamlose Leidenschaft, die sie einfach nicht beachtet haben.
Morgens überließ sie das Bad ihm, putzte sich nur schnell die Zähne und frühstückte mit ihm zusammen im Bett. Erst dann machten sie sich beide schön und zogen sich an.
Die Insel Fernando de Noronha wird auch als „Galapagos“ Brasiliens bezeichnet. In Südamerika geht es bunt zu. Die leuchtenden Früchte auf dem Markt sind für beide immer eine Kostprobe wert gewesen. Ja, nach örtlicher Gegebenheit wurden von Maxi die interessanten und spaßigen Delfine beobachtet. Ronny fand schwer das Interesse an den witzigen Delfinen, die ihm zu verstehen gaben, dass sie ihn nicht fressen würden, wenn er mit ihnen ein wenig Spaß haben wollte. Die Delfine tummelten hier am Vormittag zu Hunderten.
Abends aßen Sie mitten im eleganten Publikum im prunkvollen Speisesaal auf dem Schiff. Heute langte Ronny kräftig zu, während Maxi sich an die frischen Salate hielt und sich ansonsten nur hier und da einen kleinen Happen nahm. Im großen Saal spielte allabendlich eine lustige und unterhaltsame Combo, mit Samba- Rhythmen auf. Oft ließen sie sich von den karibischen Rhythmen mitreißen und tanzten miteinander und mit den anderen Gästen. Seltener verließen sie den vollen und lustigen Tanzsaal, um im „Chaos“ einzukehren. Eine kleine Tanzbar, die Sie besonders liebten.
Ja! Ganz besonders Ronny dann, wenn Maxi im Wellness gewesen ist. Wenn Ronny einmal besonders müde war, zogen sie sich auch gleich nach dem geschmackvollen Essen in ihre Suite zurück, um fernzusehen.
Nach den Kreuzen in den Breveskanälen und den Zodiacausflügen begann Maxi sich zu langweilen. An die Stadtrundfahrt Belem kann sie sich immer noch gut erinnern.
Sie sehnte sich nach ihrem weichen Bett und ihrer gewohnten, chaotischen Umgebung, mit den ausgeflippten Freunden und der Stadt München. Sie hatte sich vorgenommen, bis zum bitteren Ende der abenteuerlichen Reise den ahnungslosen Ronny nichts anmerken zu lassen. Warum auch?
In Deutschland schüttet der Regen die Straßen voll und die Sonne sucht vergebens eine Lücke, um auf dem alten Kirchturm zu scheinen.
Gerade als Maxi sich vorgenommen hatte, trotz allem offen zu Ronny zu sein und ihm den unerklärlichen Grund ihrer wachsenden, gemachten Nervosität zu erklären, sorgte ein unglaublicher Zufall für spektakuläre Abwechslung.
Als sie frühen Nachmittags die Hotelbar betrat, um sich eine Tasse starken Kaffee zu bestellen, sah sie zwei junge Herren beim Kartenspiel. Ansonsten war der gemütliche Raum um diese Tageszeit leer, bis auf den runden Tisch der Kartenspieler, der schlecht beleuchtet gewesen war. Die beiden temperamentvollen und netten Herren gehörten zu der Combo, wie Maxi wusste. Aber auch sie kannten sie vom Sehen her und standen höflich auf.
„Bleiben Sie doch sitzen“, sagte sie rasch, „lassen Sie sich durch mich nicht stören!“
Den gut aussehenden Keeper hinter der Bar bat sie um einen Espresso. Maxi wollte den Männern nicht ihren Rücken zudrehen, sondern setzte sich seitlich zur Bar.
Die Espressomaschine zischte.
Der Eine, er hieß Salo, mischte, der andere hob ab, hieß Endriko und fragte: „Sie fahren heute nicht auf die Insel, Seniora?“
„Nein“, erwiderte sie kurz, „Ich beschränke mich auf Massagen, Sauna und Spaß.“
„Hätte ich nicht gedacht“, sagte Salo erstaunt.
„Aber wieso nicht?“, fragte Maxi nach.
Die Männer zuckten mit der Schulter und stutzten.
„Heutzutage sieht man doch die seltsamsten Figuren auf so einer Reise“, sagte der Salo mit einem Blick zu ihr hin, der deutlich ausdrückte, dass er ihre schlanke Linie bewunderte.
Der Keeper von der Bar stellte die kleine Tasse mit dem heißen, schwarzen Getränk vor sie hin.
Maxi bedankte sich.
Maxi holte sich gemütlich und ungestört ein Zigarettenpäckchen vom Barkeeper. Ehe sie sich eine Zigarette am Tisch anzünden konnte, war Endrico aufgestanden und gab ihr Feuer.
„Meine Herren, Sie spielen sechsundsechzig?“, fragte Maxi beiläufig.
„Zum Skat fehlt uns leider der dritte Mann.“ Erwiderte Salo.
„Jetzt habt ihr euren dritten Mann, ich spiele zufällig Skat“, erklärte Maxi impulsiv.
Das Gesicht von Endrico hellte sich auf.
„Und Sie würden mitspielen?“, fragte Salo interessiert.
Aber mit Vergnügen, und lassen wir es mit den Förmlichkeiten. „Ich heiße Maxi“, sagte sie mit einem geschmeichelten Lächeln.
So kam es, dass Maxi eine spaßbringende Beschäftigung gefunden hatte, mit der sie sich die nächsten Tage vertreiben konnte. Sobald sie jetzt die Karten in den Händen hielt, war sie mit Feuereifer bei der Sache. Auch die beiden Männer, die sie zum Lachen bringen konnten, waren höchst vergnügt, einen aufregenden Partner gefunden zu haben, und dann so einen attraktiven wie intellektuellen.
Die spannenden Stunden vergingen wie im Fluge.
Ronny, dem sie es ganz vergnügt gleich am ersten Abend erzählte, war nicht sehr begeistert.
Aber er war klug, um nicht auszuflippen. Denn er musste sich zugeben, dass dieser Zeitvertreib harmlos genug war. Oder?
Darüber war Ronny sich selbst nicht klar.
Es störte ihn jedoch, dass ihr Tag jetzt nicht mehr auf ihn gerichtet war.
„Freust du dich denn nicht für mich?“, fragte Maxi und lächelte, viel ihm um den Hals und küsste ihn auf den Mund.
„Ja, schon, natürlich, mein ungezähmtes Kätzchen“, erwiderte er. „Aber?“, fragte sie mit Unverständnis.
„Ich finde es schon ein wenig merkwürdig“, versuchte er zu erklären, „dass du dich ausgerechnet auf unserer Amazonas-Reise in eine Bar verkriechst und mit den Männern Karten spielst.
Maxi lachte darauf laut los, als würde sie ihn verspotten.
„Luft, die du meinst, habe ich schon mehr als genug getankt, als für mich gut sein kann.“ Entgegnete sie mit Ironie. Sie unterhielten sich heftig und laut weiter.
Plötzlich war es ruhig und beide schwiegen. Er war sauer und schon halb ausgezogen. Um seine Unterwäsche auszuziehen, hatte er sich aufs Bett gesetzt.
Jetzt zog er sie zärtlich auf den Schoss, als sie sich provokant vor ihn stellte. „Weißt du, was ich mir überlege?“, begann er.
Sie knabberte an seinem Ohrläppchen und schmatzte dabei.
„Du wirst es mir schon verraten“, sagte Maxi, aber es interessierte sie nicht.
Er stockte und sagte nichts, als sie sich im unpassenden Moment mit Schwung wieder auf die Beine stellte. Ronny merkte, dass er schon zu weit gegangen war, dass sie ihn für albern und kindisch gehalten hätte, wenn er aus so nichtigem Anlass für albern oder eifersüchtig geworden wäre.
Also machte Ronny einen Rückzieher und sagte nichts weiter dazu.
Auf dem Amazonas, das Wunder des Lebens. In den fünf Tagen planten wir je nach Strömungsgeschwindigkeit und zeitlicher Möglichkeit einen Abstecher in den Rio Negro sowie einen Strandtag mit Beach Barbecue in Alter do Chao.
Da ich mich selber über meine Langeweile beklage und mehr Abenteuer suche, wird mir eine Beobachtung bei den Kaimanen gefallen.
Der Boden Amazoniens ist der unfruchtbarste auf der Welt, so erzählen diese Amazonas-Experten. Die Flüsse sind steril, wie destilliertes Wasser.
Nach allen Gesetzen der Natur dürfte kein Leben im Regenwald existieren, sagen die Experten. Und doch leben hier mehr Arten als irgendwo sonst. Auch Männer!
Und achtzig Prozent aller weltweiten Lebensformen.
Warum?
Ganz klar, erzählen mir die Experten der Amazonas, weil der schönen Natur ein einmaliges Wunder gelungen ist, in dem über Jahrtausende jede Art gelernt hat, mit dem Minimum auszukommen.
Ein Netzwerk des Lebens?
Ein einziger Tropfen Regen lässt hier fünfzigtausend Pflanzenarten blühen. Winzige Bakterien bilden die Nahrungsgrundlage für mindestens dreitausend Fischarten.
Ich und Ronny machten mit den bordeigenen Zodiacs Ausfahrten in die vielen Flussseitenarme und Kanäle, wie Lago dei Rei.
Die Kinder der Indianerstämme am Amazonas wachsen im Einklang mit der Natur des Regenwaldes auf. Ein Gegensatz dazu ist die Stadt Manaus, wo wir auch Station machten und deren Architektur vom Einfluss vieler Kulturen geprägt ist.
Am Samstag sind wir dann in Manus/Brasilien angekommen, wo es dann mit dem Flieger nach Miami ging.
In Miami übernachteten wir dann, bevor wir uns etwas genervt von der Reise, am nächsten Tag, nach dem genussvollen Frühstück, mit dem Linienflug nach Deutschland aufmachten.
Ronny machte drei große Kreuze im Kalender.
Marie saß Ronny gegenüber am Tisch und musterte ihn. Ronnys Begeisterung war ansteckend.
Sie sah sich in der dicht besetzten Kantine um, beugte sich vor und sagte mit gesenkter Stimme: „Weißt du, als ich herkam, war es hier so leer, dass man die schwachen Witze von den verstaubten Zombies erzählen hörte.“ Jetzt ist es brechend voll und ich kann keinen Witz mehr verstehen.
Ronny lachte, wusste aber nicht, warum. „Aber wie kommt man hier zu einem Drink?“, fragte er hilflos. Marie machte ein langes Gesicht.
„Verdammt“, fluchte sie laut, „daran hätte ich denken sollen, bevor wir aus dem Büro fortgingen.“ Hier bekommt man nur Joghurtmilch oder Mineralwasser. „Aber ich wollte nicht zu spät kommen.“
„Ach so.“, erwiderte er kurz.
„Babsi, will sich in der Mittagspause zu uns setzen.“ „Sie will dich unbedingt auch einmal kennenlernen“, sagt Marie.
„Das freut mich“, erwidert Ronny, und wie erging es dir in der Zeit, wo ich nicht da gewesen bin?
Marie verstummte und sah ihn in die Augen.
Plötzlich drang vom Eingang Lärm herauf. Ronny ahnte ohne hinzublicken, dass eine junge, hübsche Frau gekommen war. Sie blieb stehen. Die geilen Machos erhoben sich und jubelten ihr zu.
Marie machte Babsi zwischen sich und Ronny Platz. Er küsste Sie auf die Wange.
„Du siehst wunderbar aus!“, sagte Marie.
„Dieses Make-up ist schauderhaft“, erwiderte Babsi, „Aber du bist lieb, mein Schatz.“
Babsi begrüßte Ronny.
„Wie nett, Sie kennenzulernen!“, erwähnte Ronny beiläufig.
Ronny ergriff ihre ausgestreckte Hand.
„Wir sind so formell“, sagte sie. „Nennen Sie mich doch einfach Babsi.“
„Wenn Sie mich Ronny nennen“, erwiderte er, und das „SIE“ können wir dann auch lassen.“
Sie blickten in die Augen und langsam auf sein Glas. „Ist das Mineralwasser?“, fragte sie frech.
Er nickte und lächelte ihr zu. „Ich bin so durstig, darf ich?“, fragte sie hastig.
Sie nahm das halbvolle Glas, trank, trank und trank und stellte es mit einem Seufzer wieder hin. „Wir waren den ganzen Morgen auf dem hinteren Gelände.“, sagte sie. „Die Sonne brannte fürchterlich.
Marie aß nicht, sondern stocherte nur auf ihrem Teller herum. Babsi ging an die Essensausgabe und holte sich einen Salatteller. Ronny war bald mit dem Steak fertig, lehnte sich zurück und trank seinen Kaffee, der auch schon kalt wurde.
„Ronny arbeitet zu viel“, sagte Marie. „Nie gönnt er sich eine Pause." „Ja.“, erwiderte Babsi und kicherte. „Eine Pause mit dir, Marie." Oder?" Babsi hat auf Abruf einen Blick bereit, den lasziv zu nennen untertrieben wäre. Jede Pose an ihr ist bewusst und raffiniert. Babsis Auftritt lässt andere Frauen blass und fad erscheinen. Sie, eine femme Fatale, verheißt ungeahnte, unbekannte Lust.
Babsi ist keine Feministin.
Es gibt nur eine Frau, deren Schicksal ihr am Herzen liegt.
Sie selbst?
Babsi agiert vielmehr so hemmungslos egoistisch, dass andere fassungslos zuschauen. Diese Absolutheit im Denken und Handeln macht ihr Respekt aus.
Wenn Männer ihr nicht mit Haut und Haar verfallen, ist sie unzufrieden.
Aber ist ein Mann ihr Opfer geworden, abhängig von ihr und ausgezogen, dann macht sie sich auf die Jagd nach dem nächsten Kerl. Babsi hat eine Unmenge Bekannte, um sich immer wieder neue Reviere zu erschließen.
Klar, dass eine wie sie keine beste Freundin brauchen kann.
Hat sie es denn bitter nötig?
Natürlich gibt Babsi sich als die, die nicht aus der erbärmlichen Angst vor dem Alleinleben eine mittelmäßige Partnerschaft eingeht.
Die nackte Wahrheit ist jedoch, dass sie aus dem Teufelskreis von Verführen und Vernichten nicht mehr herauskann.
Selbst ernannte Dompteure, so erzählte Marie Ronny, frisst sie besonders gern. Marie glaubt, dass nur er Chancen bei ihr hat, der ihr sein Mitleid zu erkennen gibt.
Denn Babsi ist bemitleidenswert.
Sie weiß nicht einmal, dass zu gutem Sex Hingabe gehört.
Babsi will begehrt werden, was Ronny schon bemerkt hatte. Sie kann aber selbst nicht begehren.
Muss sie das Lernen?
Es klingt für Ronny MAKABER.
Ronny sah Babsi schweigend an.
Sie erwiderte gelassen seinen Blick.
Er lächelte, aber in seinen Augen lag Nichts Heiteres.
Sie erwiderte sein freudloses Lächeln.
„Du magst mich nicht“, sagte Babsi.
Es war eher eine Feststellung als eine Frage.
„Das habe ich nicht gesagt, Babsi.“, erwiderte er verteidigend.
„Oh“, sagte Marie und versuchte, die prüfende Situation zu retten.
Maries Blick glitt von Babsi zu Ronny.
Plötzlich sagte Ronny: „Es wird Zeit, wir müssen ins Büro, ich erwarte noch einen wichtigen Anruf.“
Babsi blickte beiden nach. „Denk dir Ronny“, sagte Marie, „das arme Kind glaubt, du magst sie nicht.“ „Hmm.“, erwiderte Ronny und lächelte kurz.
Kapitel 10
Ich und Ronny sind auf unserer gemeinsamen Reise teils, teils unter uns bleiben wollen. Trotzdem war es merkwürdig, dass wir überhaupt keinen Kontakt zu den anderen Abenteurern auf der Reise fanden. Niemals wurden wir auch nur in ein Gespräch verwickelt.
Es war nicht so, dass man uns schnitt. Mein herzhafter Gruß oder unser charmantes und nicht aufdringliches Lächeln wurden jeweils freundlich erwidert. Das war auch schon alles.
Während unseres Aufenthaltes, einer meiner Reise, war ich eines Vormittags auf eine Dame etwa in meinem knackigen Alter getroffen, deren grinsendes Gesicht mir vom Speisesaal her vertraut gewesen war. Die seltsame Begegnung hatte sich in einer Designer-Boutique abgespielt, in der die Dame sich etwas einpacken ließ, während ich gerade erst gekommen war.
Ich hatte gegrüßt und unbefangen gefragt: „Haben Sie etwas Schönes gefunden?“
„Oh ja!“ Eine Bluse aus reiner Seide. Champagnerfarben, man kann alles sehen, meine Brüste. Genau das, was ich mir schon lange gewünscht habe, war die Antwort.
„Wirklich wunderschön“, bestätigte ich.
Ich begann mich dann umzusehen.
Die nette Verkäuferin hatte der Dame die Tüte gereicht und gleichzeitig mich gefragt: „Haben Sie einen besonderen Wunsch?“
„Eigentlich nicht“, gab ich ihr zur Antwort: „Ich schau erst einmal.“
Überraschend hatte die Dame die Boutique nicht verlassen, sondern war zögernd stehen geblieben. Als ich mir einige Pullover zeigen ließ, wollte die neugierige Dame mir eine Frage stellen, die ihr anscheinend am Herzen lag, aber die Dame wandte sich der Tür zu.
Die Dame sagte nichts und öffnete die Tür, um die Boutique wieder zu verlassen.
„Auf Wiedersehen!“, hatte ich ihr noch nachgerufen.
Die Dame zuckte erschrocken zusammen und erwiderte: „Ja! Ja!“
Eines Abends saß ich mit Ronny an der Bar, als eine junge Frau mit einer langen blonden Mähne suchend in die Tanzfläche blickte.
Ich legte ganz sacht, aber doch besitzergreifend meine Hand auf Ronnys Arm.
„Komm, lass uns tanzen!“, sagte ich.
Er sprang, wie ein „Gott“ auf und erwiderte mit einem kurzen Lächeln: „Mit Vergnügen!“
Er zog mich mit sich auf das Parkett und schloss mich behutsam in die Arme. Ich schmiegte mich an ihn und sah ein Lächeln zu ihm auf. Ronny wollte seine Lippen bewegen und mir etwas sagen, aber ich kam ihm zuvor und legte den Zeigefinger auf die Lippen. Ich meinte nur: „Psst!“ Wir sind hierhergekommen, um uns zu amüsieren und Spaß zu haben. „Nicht um zu diskutieren.“
Mindestens drei Tänze hintereinander blieben wir auf der Tanzfläche, schubsten die anderen, um Platz zu haben, und gaben uns dem Rhythmus der fantasievollen Musik und dem erotischen Genuss der Bewegungen hin.
Als wir dann an die Bar zurückkehrten, war die schöne Blondine verschwunden.
In München wieder angekommen, kam aus dem kühlen Dunkel Ronny, mit seinem neuen Sportwagen. Er trat durch die Seitentür in die Hitze des sinkenden Tages.
Sicher hat sein neuer Wagen seine Macken – wie ich auch manchmal. Bei Minusgraden ist er zickig wie eine eifersüchtige Frau. Aber wenn er gut darauf ist, schnurrt er hingebungsvoll.
Was ich und Ronny besonders an ihm lieben: Er verliert nie seine Schönheit.
Ronny blinzelte einen Augenblick. Er kam die Stufen hinauf und klingelte an unserer Tür, denn er hatte heute seine Schlüssel vergessen gehabt. Die Tür öffnete sich, eine dunkelhaarige Frau mittleren Alters im schwarzen Kleid ließ ihn ein.
„Hallo!“, sagte sie und lächelte ihm zu.
Ronny war verwirrt, denn Besuch hatte sich für heute nicht angekündigt, und er wollte mit mir einen netten Fernsehabend machen, natürlich mit einem guten Glas Wein und so.
„Hallo!“, sagte er kurz und ging, ohne sie zu beachten, an sie vorbei.
In der Wohnung war es nur wenig kühler. Die Fenster stehen weit offen.
Ich trat ins Zimmer.
Ronny wendet sich vom Fenster ab.
„Entschuldigen Sie“, bat er sofort die Frau, „ich wusste nicht, dass wir noch Besuch erwarten würden.“
Sie lächelt.
„Ich verstehe deinen Humor noch nicht ganz.“, sagt sie unwissend. „Ich bin Anja und Maxis Schwester, aus Leipzig.“
Aber von einer Schwester, die im Osten lebt und Anja heißt, hatte Maxi nie erzählt.
Ronny stutzte und dachte nach, ob Maxi nicht doch einmal etwas erwähnte über ihre Schwester.
Plötzlich bemerkte er, dass Anja ein dünnes Kleid trug, wo man ihre großen Brüste und ihre String-Tanga durchsah. Er ist überrascht gewesen, denn die Durchschnitts-BH-Größe deutscher Frauen liegt nur bei 75 B., immerhin etwas mehr als die Blusenspanner einer Kate M. Anja hatte keine Schminke aufgelegt.
Natur pur? Ronny atmete tief durch.
Was Anja trug, spielte keine Rolle. Sie war eine natürliche Schönheit.
Er nahm sich irgendein halbvolles Glas Mineralwasser vom Tisch, das die Frauen stehen lassen hatten, und trank davon.
Ronny befreite sich von seiner Krawatte.
Anja ging zurück in die Küche, zu Maxi.
Er sah ihr nach.
Anja trug nichts unter dem Kleid, deshalb klebte es ihr feucht am Körper.
Ronny ging zur Bar und schenkte sich einen Whisky ein.
Als ihre Stimmen aus der Küche ertönten: „Keinen allzu kräftigen Drink, bitte, Ronny.“ „Du Süßer darfst deinen originellen Geschmackssinn nicht verlieren.“
„Keine Angst, ihr geilen Weiber“, erwiderte er, „Ich fange gerade erst an, ihn zu finden.“
Ronny lachte laut los, wie sich die beiden kichernden Frauen im gleichen Augenblick aus der Küche zeigten.
Wenige Tage nach dem kurzen Besuch von Anja fuhren Maxi und Ronny in die City Münchens, um mit bester Laune und mit dem harmonievollen Gefühl neue Kraft getankt zu haben.
Wegen Anja, ihrer Schwester, die überrascht bei Maxi aufgetaucht war, hatte es eine kleine Auseinandersetzung gegeben.
Er hatte darauf bestanden, dass Anja sich ein Hotelzimmer in der City nimmt. Maxi hatte es schließlich dabei belassen, dass Anja bei ihnen übernachtet, obwohl Ronny der Meinung war, dass er Probleme bekommt, wenn Anja splitternackt durch die Wohnung läuft.
Aber Maxi war sich sicher, dass nichts passieren würde, denn sie kannte ihre Schwester.
Voll Freude und guter Laune waren alle drei zu einem Kompromiss gekommen.
Aber es gab keinen.
Niemals sprach Anja in der Wir-Form. Wie „Ich habe ..., Ich war ..., Ich will ..."
Da Anja hochintelligent und weltgewandt ist, merkte Ronny ihr sofort an. Ungern saß Anja bei einem Essen auf einem Platz, weil sie sich dann an ihre Tischgenossen, wie Ronny und ihrer Schwester, gefesselt fühlt oder an ein bestimmtes Thema, das sie eventuell langweilt.
Anja wandert lieber auf einer Party von hier nach dort.
Was bei Maxi und Ronny nicht auf dem Plan stand.
Anjas waches Interesse an allem und jedem ist gewinnend.
Wer aber an ihr klebt, den schüttelt sie ungeduldig ab.
Sie tritt selbstbewusst auf als eine inspirierende Erscheinung, holt sich selbst, aber geschickt Anregungen von überall her.
Sie hält Menschen wie ihre Schwester, die in feste Partnerschaften eingehen, für hoffnungslose Romantiker, denen die Enttäuschung nicht erspart bleiben wird. Anja denkt, ihre Lebensform sei von Grund auf vernünftig. Denn der Preis, den Paare für die Nähe zahlen, scheint ihr zu hoch.
Einengung in einer Partnerschaft ist in ihren Augen erniedrigend.
Anja glaubt, dass ihre Existenz von Illusionen bereinigt ist, von denen der Besitzanspruch das Größte ist. Trotzdem legt sie ihr Geld heimlich gut an, weil sie mehr als viele andere naiven Frauen an das Alter und an das Alleinsein denkt.
Das mag unlogisch für Maxi erscheinen, aber Sicherheiten sind ihr wichtig. Das muss kein fester Job sein, aber auf jeden Fall ein fester Freundeskreis. Denn Anja weiß genau, dass ihre Ungebundenheit auch in partieller Einsamkeit enden kann.
Maxi hat dafür manchmal kein Verständnis für Anjas Lebensweise. Oft sagt deshalb auch Anja Maxis Einladungen kurzfristig ab, obwohl sie nichts Besseres vorhat.
Anja braucht das Gefühl, jederzeit abspringen zu können.
In einem Café trinken beide einen doppelten Espresso und rauchen eine Zigarette.
Plötzlich lacht Maxi auf und sagt: „Jedenfalls steht fest: Du scheinst mir eine Aura von Jugend zu verleihen.“
„Du bist jung und siehst gut aus, verstehst zu leben und lachst viel mit mir“, behauptete Ronny ernsthaft, „Wären wir verheiratet, jeder mit einem goldenen Ring mit einem Brillanten an der rechten Hand, seriös bis zum Geht nicht mehr.“ Ach, ist das nicht langweilig?
„Oder auch nicht“, sagte sie darauf, obwohl sie im gleichen Moment nicht wusste, was sie sagte.
„Du weißt genau, dass ich Recht habe“, sagte er verständnisvoll.
Maxi glaubte, dass es wieder mit einem Heiratsantrag endet. Es wird ihr zu blöd, da sie ihn schon des Öfteren ablehnte.
„Ronny, du hast ja meine Schwester kennengelernt“, beginnt Maxi zu erzählen, „wer behutsam einmal in ihrer Vergangenheit forscht, stößt nicht selten auf eine heftige Verwunderung.“ Oft hat Anja bei unserem Vater bittere Erfahrungen gesammelt, was sich bei mehreren früheren Liebhabern angesammelt hat. Nun denkt sie, der beste Schutz davor, verlassen zu werden, sei, sich gar nicht erst auf einen Mann einzulassen.
Darauf sagt Ronny interessiert: „Maxi, das klingt zwar pragmatisch, es lebt sich aber oft reichlich trostlos.“
Maxi stutzt und erzählt weiter: „Die Chance, mit meiner Schwester glücklich zu werden, ist wie, wenn sich zwei Normaden begegnen, und dann kann es sein, dass sie sich als solche erkennen und gemeinsam weiterziehen.“ Und ein Leben lang so tun, als sei ihre innige Verbindung etwas völlig anderes als eine Ehe. Denn Anja gibt ihr Image ungern auf. Also, Ronny, wozu heiraten?
Ronny bleibt still und sah nachdenklich Maxi zu, wie sie ihren Zigarettenkippen im Aschenbecher ausdrückt.
„Ich kann nicht einmal mehr Kinder bekommen.“ Erzählt sie weiter.
„Nah und?“, fragte er zurück. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich dich zur Mutter und Hausfrau machen will?“
Maxi fühlte sich missverstanden und sagte: „Es ist etwas anderes, ab man als Frau keine Kinder haben will oder keine mehr bekommen kann.“
Ronny drückte seine Zigarette aus.
Maxi zündete sich eine neue Zigarette an, nippte an ihrer Tasse und Ronny fing an, das Gespräch fortzusetzen: „Tatsache ist, mein Schatz: Du willst mich nicht heiraten, weil du mich nicht genug liebst.“
„Das ist doch Unsinn“, erklärt Maxi ziemlich genervt.
Aber Ronny nervte weiter: „Ich verstehe ja, dass du nicht Tag und Nacht mit mir zusammen sein willst, dass du einen gewissen Freiraum brauchst.“ Einen Großen! Und du musst zugeben, dass ich das immer respektiert habe. Auch wenn du allein ins Ausland gereist bist. Und das lässt sich in einer Ehe doch auch alles arrangieren. Maxi, ich will dich nicht in Besitz nehmen.
„Dann musst du dich von mir trennen.“, sagte sie dann und wusste selber nicht, was sie wollte.
Er starrte sie an und sagte verzweifelt und schon mit den Nerven ganz fertig: „Ist das dein Ernst?“
Es wird peinlich für die anderen Gäste im Café, dieses Drama mitzuerleben, aber es ist Kino pur. Die Gäste machten schon ironische Bemerkungen, glotzten sie erbarmungslos an und lächelten mit Schadenfreude ihnen zu.
Beinahe hätte Maxi „Ja“ gesagt, aber dann wurde ihr bewusst, wie schmerzlich es für sie sein würde, ihn zu verlieren.
Und das für immer.
„Es wäre schlimm für mich“, gab sie zu.
„Oh, du Miststück!“ Er riss sie in die Arme und küsste sie. Es wäre bald ein Kuss von dreißig Stunden und fünfundvierzig Minuten geworden, aber Maxi erwidert seinen Kuss nur ganz kurz.
Dann schob sie Ronny von sich.
„Bitte, nicht hier und nicht jetzt“, bittet sie ihn.
Aber Ronnys Liebesplatte war nicht zu Ende: „Wenn wir verheiratet wären, könnten wir uns küssen, wann und wo wir wollen.“
Maxi musste lachen, so dass die ganze Aufmerksamkeit der lüsternen Gäste auf sie fiel, und die neugierigen Gäste wunderten sich schon nicht mehr.
Maxi wollte aufstehen und gehen.
Ronnys Miene erhellte sich plötzlich und sagt: „Maxi, weißt du, was ich tun werde?" Ich lasse mir einen Bart wachsen. „Mit Bart werde ich von dir bestimmt akzeptiert und respektiert und noch besser zu dir passen.“
„Ach, du Vollidiot“, sagte Maxi liebevoll und wollte Zahlen und mit verzweifeltem, depressivem Ronny das Café verlassen, weil es auch schon für die zickige, aber verständnisvolle Maxi peinlich wurde.
Aber Ronny behielt das letzte Wort und rief ihr hinterher: „Du wirst schon sehen!“
Maxi wurde klar, dass es bei Männern wie bei Frauen viele Irrtümer gibt.
Ja, auch bei Blondinen.
„Blondinen werden von den Männern nicht bevorzugt, ihr neidischen Zicken, auf diesem Planeten“, denkt sich Maxi. Denn sie rennt zum Friseur und lässt sich blondieren, obwohl sie es nicht braucht, denkt aber, dass es den Männern besser gefällt.
Alles für die Katz.
Eine Umfrage, so hat Maxi gelesen, hat ergeben, dass nur ein Drittel der deutschen Männer Blondinen bevorzugt. Dreiundzwanzig Prozent ziehen die Brünetten vor, sechzehn Prozent Schwarzhaarige und sechs Prozent lieben es mit den Rothaarigen.
Weiterhin hatte sich Maxi auch für die Weltwunder interessiert und ist im Internet auf folgende Irrtümer gestoßen!
Der Turm von Pisa. Ein antiker Handwerkerpfusch…? Irrtum, denn fast zweihundert Jahre lang bauten drei verschiedene Architekten an den Turm, und zwar kerzengerade. Und es waren wahre Genies. Die Schieflage circa fünf Meter entstand nur, weil der Boden unter dem Gewicht nachgab, denn allein die Glockenetage wiegt siebentausend fünfhundert Tonnen.
Falsch ist auch. So musste Maxi feststellen, dass der Turm einstürzt. Denn in den nächsten dreihundert Jahren wird sich der Turm keinen Millimeter bewegen.
Dann entdeckte sie die Osterinsel auf dem Bildschirm im Internet.
Stehen dort Ruinen eines primitiven Volkes?
Nein!
Die Steinskulpturen der Osterinsel, Moai genannt, zählen zu den unerklärlichen Wundern der Welt.
Also, ein Irrtum?
Ja.
Über neunhundert dieser Figuren wurden entdeckt. Das größte Exemplar „El Gigante“, musste Maxi feststellen, misst zwanzig Meter und wiegt zweihundert siebzig Tonnen.
Ronny bemerkte nur, dass es so viel ist wie einhundert verrückte Limousinen.
Wie die Moai an ihre acht Kilometer entfernten Standorte kamen, bleibt rätselhaft. Einzige Möglichkeit, so steht dort: Sie wurden auf Baumstämmen gerollt.
Ob die Osterinsel je bewaldet war?
Das konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden.
Maxi fand auch noch Interessantes über die chinesische Mauer: Ob es die beste Wehranlage der Welt sei?
Es stellte sich heraus, dass es ein Irrtum ist.
Über zwanzig Millionen Arbeiter schufteten dreihundert Jahre umsonst.
Was ist passiert?
Trotz einer Gesamtlänge von neun Metern erfüllte die Mauer nie ihren Zweck. Sie wurde mehrfach gestürmt.
Und 1644, lass Maxi, erübrigte sich ihr Sinn komplett. Denn ein verräterischer General ließ die Feinde einfach durch die Tore ein.
Maxi glaubte auch, dass Ronny ein Jäger sei. Er ist ständig in Hochspannung, auf Ausschau nach den anderen Frauen. Aber sie hatte sich getäuscht, denn jede Mutter hätte ihn liebend gern als Schwiegersohn, weil er auf Anhieb so vertrauenswürdig auf Maxi wirkte. Ronny weiß, denkt Maxi sich, dass er einen guten Charakter hat – aber ihm ist auch klar, dass das so wenig erotisierend wirkt wie die Lektüre makelloser Rechnungsbücher. Eigentlich ist Ronny sich sicher, dass er eine besondere Frau verdient hat und dass die schon erkennen wird, was sie an ihm hat. Ronny denkt, Maxi wird schon darauf kommen, dass seine eigentlichen Werte keineswegs die Vermögenswerte sind. Theoretisch möchte Ronny eine, stellt Maxi fest, die bescheiden ist, gerade und unkompliziert, erotisch.
Jedoch sucht Ronny das exakte Gegenteil.
Er will nicht die Stile, sondern die eher Exaltierten, nicht die Stabilen, sondern die Aufregenden.
Was hat Ronny für ein Problem?
Er räumt Hindernisse zügig zur Seite, denn er verträgt Unordnung so wenig wie Stress.
Maxi war in der ersten Nacht sehr glücklich mit Ronny.
Plötzlich findet Maxi auf den Seiten im Internet die Frage, ob der Taj Mahal der schönste Palast der Welt sei. Sie las heraus, dass es ein Irrtum ist.
Zwar bedeuten die Worte „Taj Mahal“ in der Tat „Krone des Palasts“. Doch das Taj Mahal ist ein Grab.
Es wurde erbaut vom indischen Herrscher Jahan im Andenken an seine Frau.
Über zwanzigtausend Arbeiter schufteten zweiundzwanzig Jahre an diesem Palast.
Dennoch blieb es unvollendet.
Maxi war verwirrt, denn heute im einundzwanzigsten Jahrhundert würden die Arbeiter so einen Bau nicht mehr errichten können.
Denn ohne „Moos“ nichts los!
Geplant war, so lass sie weiter: Ein zweites Mausoleum aus schwarzem Marmor, mit dem Taj Mahal durch eine silberne Brücke verbunden.
Aber, bevor es dazu kam, wurde Jahan inhaftiert.
Das kann passieren, wenn man für seinen Bau die Staatskasse geplündert hat.
Maxi wurde richtig süchtig nach solchen Irrtümern über die neuen Weltwunder, weil sie ja auch welche bereist. So fand sie noch den Portal Palast.
Ist es so prunkvoll wie viele andere?
Es ist ein Irrtum.
Der einstige Regierungssitz des Dalai Lama in Tibet umfasst eine gewaltige Fläche von der Größe Berlins in Deutschland.
Der Palast hat eintausend Zimmer. Im 17. Jahrhundert wurde dieser Palast erbaut und reicht vom Fuß des Roten Berges bis zu dessen Gipfel. Für die unteren Stockwerke wurden Teile des Berges komplett abgetragen.
Eine fast übermenschliche Leistung?
„Für wen?“, hat sich Maxi gefragt.
Das Portal liegt höher als jeder andere Palast.
In dreitausend siebenhundert Metern.
Die Luft enthält so wenig Sauerstoff, dass jede Anstrengung tödlich sein kann!
Doch für Maxi Schiffer hat die Erde noch viele andere Dinge zu bieten.
Wie auch die Pinguine, die ohne Nahrung überleben.
Um dieser Sensation nachzugehen, beschloss Maxi, in den nächsten Wochen nach einer Vorbereitung, allein in die Antarktis zu reisen und über ihre Lebensabschnitte nachzudenken. Denn dass sie glaubt: „Abnehmen zu wollen und sein Leben zu ändern, ist der Beginn eines neuen Anfangs.“
Das Essen, das Ronny zubereitet hatte, war raffiniert. Zuerst auf Speise mit scharfen Sellerie und frischen Salatblättern, festen, knackigen Speisemöhren und scharfen Radieschen, garniert mit wohlschmeckendem Tunfisch. Dazu schwarze und grüne Oliven, sehr gesund, und kleine rote und grüne Peperoni.
Zum Abschluss kann ich mich nur noch an den schwarzen, starken Espresso aus einer kleinen Maschine erinnern, die mitten auf dem Tisch stand.
Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück.
„Maxi, ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Essen kann“, sagte sie. „Was war denn das alles für ein Zeug im Essen?“
Ronny schwieg und lächelte nur.
Ich lachte auch laut los und naschte noch ein wenig von Schokoladendessert.
Ich begann den Tisch aufzuräumen, als Ronny sich erhob.
„Gehen wir wieder ins Wohnzimmer?“, fragte ich.
Das Telefon klingelt und Ronny geht hin und nimmt den Hörer ab.
„Hallo.“, Es war Neil Strang.
Er horchte einen Augenblick.
„Das tut mir leid“, sagte er dann, „Dann also auf bald.“
Ronny sah zu mir hinüber.
„Neil möchte uns wiedersehen und fragt, wann es uns passen würde“, sagte Ronny zu mir.
Ich nahm ihm das Telefon aus der Hand. Nils Stimme drang an ihr Ohr.
„Wie geht es dir?“, fragt er neugierig.
„Gut, absolut gut.“ Erwiderte ich.
„Wann kann ich kommen? „Ich muss euch unbedingt einmal wiedersehen.“ sagte er.
„Die nächste Zeit geht es kaum“, erklärte ich.
„Okay.“, sagte Neil. Ich hängte ein und Ronny umarmte mich von hinten. „Ronny?“ „Im Bett wird es behaglicher sein“, flüstere ich ihm ins Ohr. Er schwieg. Ich lehne den Kopf an seine Brust. Und so standen wir eine Weile zusammen. Dann hob er mein Gesicht zu sich empor und küsste mich sanft. Ohne ein weiteres Wort verließ Ronny mich. Ich betrachtete noch lange die geschlossene Tür, dann ging ich ins Schlafzimmer. In diesem Augenblick war mir so wohl zu Mute wie schon lange nicht mehr.
Kapitel 11
Ich habe mich immer gefragt: „Warum…?“, reist du denn immer in die Wüste und muss es denn gerade die Kälte sein, wobei ich immer so eine „Frostbeule“ bin und dick in der Wolldecke verpackt, wenn es draußen Ausgrabende auf dem Thermometer anzeigt. Warum Antarktis? Ich habe herausgefunden in Büchern und den Medien, dass es eine große Sensation dort gibt.
Kein Lebewesen kommt drei Monate ohne Nahrung und ohne Wasser aus. Wirklich?
Nah, gut, stellte ich dann fest, und meine Neugier wurde immer stärker. Denn nichts außer den Kaiserpinguinen der Antarktis ist gemeint. Während die Weibchen fortziehen, um Nahrung zu finden, balancieren die Männchen das Ei neunzig Tage lang auf ihren Füßen.
Wenn in ihm Leben heranwachsen soll, darf es nicht kälter werden als vierzig Grad.
Bei Temperaturen von minus sechzig Grad und Eistürmen, die mit zweihundert fünfzig Kilometern in der Stunde über die lebensfeindlichen Regionen der Welt ziehen.
Dabei musste ich feststellen, dass einen derartigen Temperaturunterschied nicht einmal moderne Heizkörper bewältigen.
Um in dieser Eishölle nicht festzufrieren, stapfen die Pinguinväter immer im Kreis, dicht gedrängt an ihre Leidensgenossen.
Meine Reiseroute verlief über den Südpolarkreis. Mit dem Linienflug ging es zuerst nach Buenos Aires. Von Buenos Aires nahm ich einen Flug nach dem Frühstück nach Ushuaia und ging an Bord eines Schiffes. Am See überquerte ich die antarktische Konvergenz. Die Antarktische Halbinsel und Süd-Shetland-Inseln. Je nach Wetter- und Eislage planten wir Anflüge, wie zum Beispiel auf King Georg Island. Dort besuchte ich eine wissenschaftliche Station und Cuverville Island. Dort sah ich verschiedene Pinguine und Robbenarten. In Petermann Island sah ich die merkwürdigen Esels- und Adeliepinguine, die mich sehr amüsiert haben. Eine ehemalige Walfangstation gab es einmal in Hitchcock Island.
Faszinierend ist es auch gewesen, als ich mit den anderen den Antarktischen Kontinent betreten konnte. Etwas weich war ich schon in den Knien, so auf dem dicken Eis. Mit einer Zurückfahrt ging es dann in die Paradiese Bay. Wir kreuzten im Mehrkanal- und Neumayerkanal, wo ich die spektakuläre Bergwelt und die gewaltigen Gletscher kennen lernte. Ist die eiskalte Antarktis ein Wunderland? Die Antarktis, der „Sechster Kontinent?“ Unterwegs bin ich in der Antarktis am Antarktischen Wendekreis angekommen. Mächtige Eisformen, kristallklares Wasser und die faszinierende Artenvielfalt der Antarktischen Halbinsel.
Vor mir lag eines der letzten Abenteuer meiner Zeit. Mit modernster nautischer Technik und der höchsten Eisklasse ausgerüstet bahnt sich das gewaltige Schiff sicher ihren Weg durch das Eismeer der Antarktis.
Für mich an Bord ist es eine unvergessliche Darbietung am Naturtheater „Eis“.
Azurblauer Himmel und Pinguine!
Das Eismeer unterliegt stetigen Veränderungen, denn die Formationen aus Eis ändern ihr Antlitz im Laufe der Zeit immer wieder.
Ich konnte auch noch beobachten, dass die Klippen der Süd-Shetland Inseln für die Adeliepinguine beständige Felsen in der Brandung sind. Dagegen sah ich wie die Königspinguine ungestört einen Spaziergang am Strand genießen. Und auch die Robbe fühlt sich nicht umsonst so wohl.
Ich bestaunte das faszinierende Wunder einer schweigenden Eiswelt beim Betreten des Antarktischen Kontinents.
„Hast du das gesehen, Ronny?“, fragte ich.
Er hat sich mit seinem Schinken und Ei befasst. Nun sah er mich an.
„Was gesehen?“, fragt er mit halb vollem Mund.
Ich reichte ihm die bunten Bilder von der Reise nach Kalifornien. Und weise auf ein Bild vom höchsten Baum der Welt, den ich versuchte zu umarmen.
Er warf einen Blick auf das Bild, nickte und isst weiter.
„Ich dachte, du hast die Filme noch beim Fotografen zum Entwickeln und lässt dir noch DIAS machen für einen Vortrag, an der Volkshochschule“, sagt er dann und isst weiter.
Ich gab mir Mühe, damit meine Stimme meine Wut plötzlich nicht verraten sollte.
„Sicher“, erwidere ich und er schluckt einen großen Bissen hinunter, so dass er sich fast verschluckt hätte.
Ronny legte das Messer und die Gabel beiseite und griff nach meiner Hand.
„Ja.“ sagt er. „Sehen wir uns heute Abend?“, fragt er kurz und ging.
Ich rief ihn noch nach: „Warum nicht?“
Ronny kam kurz nach Mitternacht zu mir, er hatte noch den Schlüssel. Das Telefon klingelte.
Er nimmt den Hörer.
„Hallo?“, flüsterte er.
Mit lauter Stimme: „Ronny?“
„Ja“, sagte er.
„Ich bin's, Marie. Ich sollte dich anrufen, wenn ich nach Hause komme.“ – sagt eine Stimme.
„Aber doch nicht hier! „Ich bin bei Maxi, sie schläft und ich will sie nicht wecken.“ Erwidert schockiert Ronny.
„Ich bin schon zu Hause, auf meinem Bett.“ sagt sie darauf.
„Ach, ne‘“, sagt er mit einem Lächeln auf seinen Lippen und streicht sie mit seiner feuchten Zunge.
„Weiß, Maxi.“ „Dass du sie verlassen willst?“, fragt Marie neugierig.
„Nein.“, Ronny zögert und holt leise tief Luft und atmet langsam aus. „Ich halt es für besser, Morgen in aller Stille zu verschwinden.“
„Holt dich jemand mit dem Wagen ab?“, fragt sie.
„Nein“, sagte er kurz, „Ich bin mit meinem eigenen Wagen da.“ Ich habe mich auch schon heute Morgen, bevor ich dich traf, entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen. „Ich glaube, dass Maxi meine Sachen packen wird und mir nachschickt.“
„Vergiss nicht, dass du ein Mann bist!“, bestärkte sie ihn. Ronny lachte. „Gut, dann warte ich also morgen auf dich.“, sagt Marie. Leise legt er den Hörer auf, geht ins Schlafzimmer und legt sich zu Maxi, ins Bett. Die Kollegen und Marie waren schneller im Büro als er. Trotz der Verspätung schienen sie aus dem Nichts aufzutauchen. Marie saß auf dem Geländer, was ihr die Chance gab, ihre langen Beine in Ronnys Blickfeld zu bekommen. Ihr kurzer, roter Rock wirkte auf diese Weise noch kürzer.
Er blieb geduldig wartend am schwarzen Brett stehen.
Marie sah ihn und winkte mit einem freudigen Lächeln.
Alle anderen wandten sich neugierig um, man machte ihm Platz. Marie sprang rasant vom Geländer und lag in seinen Armen.
War es ungewollt oder war es pure Absicht?
Sie küsst ihn innig.
Die anderen jubelten und grölten laut, mit Ironie, aber auch Neid.
Oder war es Spott?
„Noch einmal!“, forderten die anderen laut.
Marie blickte ihn fragend an.
Er Grinste.
„Warum nicht?“, fragte sie Ronny überglücklich.
Sie wiederholten den Kuss für die jubelnde Meute.
„Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, aber ich bin froh, dass ich es hinter mir habe.“ sagte er dann erleichtert zu Marie.
Sie gingen zum Ausgang, um auf die Straße zu gehen.
„Eine Liebesaffäre?“, rief jemand von den Kollegen nach.
„Wie lange kennen Sie sich schon?“, fragte ein anderer.
„Wie wär's mit einem Monat, als Ronny Stein hier angefangen hatte?“ „Erwiderte einer."
Die beiden Kollegen lachten.
Ronny ging zu seinem Wagen, Marie folgte ihm.
Sie lachte.
Marie stieg ein und der Wagen fuhr auf die Straße hinaus.
Sie sieht ihn eine Weile an, dann sagt sie: „Du meinst, du bist mit dir im Reinen, ja?“ „Ja“, erwiderte er kurz.
Sie sah ihn immer noch an und sagt: „Ich glaube dir.“ Merkwürdig. „Aber Ich glaube Dir.“
„Was ist merkwürdig?“, fragte er misstrauisch nach.
Sie lächelt und sagt: „Ich bin es so gewohnt, nicht zu glauben, was die Männer sagen.“ Wenn du es jedoch sagst, dir glaube ich. Weißt du: Seit unserem gemeinsamen Abendessen konnte ich es gar nicht erwarten, dass ich mit dir ficke. „Ich dachte an nichts anderes, als mit dir zusammen zu sein.“
Ronny schwieg. „Glaubst du mir?“, fragte sie dann.
Er nickt überzeugend.
„Warum sagst du nichts?“, wollte sie wissen.
„Ich weiß nicht.“ antwortete er zögernd.
Sie nahm seine Hand und führte sie an die Lippen. „Ich auch nicht“, flüstert sie.
In ihrer Wohnung endlich angekommen, haben sie beschlossen, Frei zu machen, und fahren nicht mehr ins Büro zurück. Marie klammerte sich fest an ihn.
Ihre erotische Leidenschaft verschlang ihn in der Hitze der Gefühle. Es war, als schmelze er in einem Hochofen dahin.
„Ronny Stein!“, schrie sie. „Nein!“ Das ist eine Welt, die ich nie gekannt habe!“ „Ich habe Angst.“
Ronny behauptete sich gegen ihr Feuer.
„Hab‘ keine Angst“, flüstert er, „du bist bei mir.“ „Lass dich doch fallen!“
„Nein!“, schrie sie zurück und stieß ihn wie rasend von sich.
Ihre Hände, zur Faust geballt, schlugen wie von einer Verrückten gegen seine Brust.
Ronny hielt sie mit Mühe gefangen, sein Gewicht lastete auf ihr. Plötzlich lag sein Unterarm an ihrer Kehle und nahm ihr die kostbare Luft. Sie kämpfte wie eine Bestie, wälzte und wendete sich hin und her. Aber er verstärkte den Druck unerbittlich, als plötzlich, wie sie sich zu sträuben begonnen hatte, sich ruckartig von Ronny abließ.
Marie blickte mit offenem Mund nach Atem ringend zu ihm empor.
„Du hättest mich umgebracht“, sagte sie leise, stellte es aber auch fest. Eine seltsame, gleichsam respektvolle Note lag in ihrem Tonfall.
Marie nahm Ronny in sich auf und verengte sich in rhythmisch pulsierender Spannung, um ihn zum Höhepunkt zu bringen. Instinktiv ihrem sexuellen Begehren folgend begann er sich auf und ab zu bewegen.
„Ist es dir so recht?“, flüstert sie provozierend.
„Ja.“, stöhnte er ihr ins Ohr.
Es gefiel ihr, Ronny und ihre sexuelle Leidenschaft wiederzuverschwinden. Sie nickte und stöhnte laut ihm ins Ohr. Wieder einmal hatte Marie ihre Selbstsicherheit gefunden.
Er verhielt sich plötzlich bewegungslos.
„Du Biest, kennst alle Tricks, nicht wahr?“ „Frage er sie mit schwerem Atem.“ Sie lächelt.
Plötzlich wälzte er sich von ihr weg, stand neben dem Bett und blickte auf ihren splitternackten und noch vom Sex heißen Körper nieder.
Marie folgte ihm sofort. Ihre Hand führte ihn an ihrem Mund.
„Mein starker, schöner, steifer und harter Penis“, flüstert sie begehrenswert. „Lass mich ihn lieben, so wie er es mag!“
Ronny bleibt einen Augenblick stehen und spürte ihre scharfen Zähne. Dann hebt er ihr Gesicht zu sich empor.
„Nein.“ „Ich will, dass du mich liebst, nicht ihn.“, erklärte er.
Geschockt sprang sie aus dem Bett und sagt: „Ich will auch dich lieben, du Dummer.“ „Hätte ich dich bloß ficken wollen, dann kann ich es immer und überall.“
Eine Woche war vergangen und alles funktionierte wie im Film.
Ja, die Beziehung funktionierte nur.
„Weißt du, wo deine Exfreundin heute ist?“ „Fragte Marie höhnisch.“ „Natürlich, sagst du!“
Und nun reagiert er nicht mehr auf Maries zickige, wie kontrollierte Fragen. Er wurde wütend.
„Ist ja wunderbar, deine Launen muss ich wieder ertragen“, sagte er laut, so dass sie auch auf ihn reagiert.
Marie holte schon wieder tief Luft, um ihn anzuschreien, aber dann sagte sie ruhig: „Schon gut, ich habe kapiert.“
„Wie lange wird das andauern?“, fragte er skeptisch, aber sehr vorsichtig, um ihr gewaltiges Temperament nicht wieder aufzubrechen.
Marie ärgert sich noch, nachdem Ronny den Streit gelegt hatte.
Dass er nichts gemerkt hatte!
Eigentlich war es besser so.
Marie nutzte ihn für ihre improvisierten Eintagesspektakel, um sich abzureagieren.
Es war Ronny, aber nicht ganz recht. Für solche Dinge hat er absolut keinen Sinn, Stress aufzuhalten.
Ronny schwieg einen Augenblick.
Das Erste, was Marie später auffiel, als sie in die Wohnung kam, war der Koffer, der im Vorzimmer stand.
Er zündete sich eine Zigarette an und schaltete den Fernsehapparat ein, um die Nachrichten zu sehen. Die Programmzeitschrift lag vor ihm und er blätterte sie durch, um das Programm für diese Woche zu studieren. Dann bemerkte er, dass diese Zeitschrift vor zwei Wochen aktuell war. Ronny drehte sich nicht um.
Warum auch?
Hinter ihm öffnete sich die Schlafzimmertür.
„Ich hatte dich nicht erwartet“, sagte er. „Maxi hat angerufen.“ „Hattest du ihr die Telefonnummer gegeben?“
„Ja.“, sagte Marie, als wäre das kein Problem gewesen.
„Sie war gar nicht überrascht, dass du hier bist?“, sagte Ronny.
„Warum hätte sie überrascht sein sollen?“, fragte Marie und zündete sich eine Zigarette an, dann ging sie in die Küche.
Er erwiderte darauf, schon leicht wütend: „Ich möchte wirklich keinen Unfrieden stiften.“
„Tust du auch gar nicht.“, beteuerte Marie und verstummte.
„Ich denke, ich sollte jetzt gehen“, sagte er genervt und machte den Fernsehapparat mit der Fernbedienung aus. „Ich geh zu Maxi zurück.“
„Was?“, fragte sie, denn sie hatte die letzten Worte nicht verstanden.
Ronny schwieg.
Sie machte eine hilflose Handbewegung und sagt: „Es tut mir leid, dass ich dich enttäuscht habe.“
Marie verstummte.
„Ich war nicht enttäuscht“, sagte er. „Ich war überrascht.“
„Ich verstehe dich nicht.“, sagte sie verwirrt.
„Du weißt zwar viel, Marie, aber von der Liebe weißt du nichts“, versucht Ronny ihr zu erklären, „du hast Angst vor deinen eigenen Gefühlen.“
„Möglich“, sagte sie, aber zweifelt an seinen Worten.
Sie streckte ihm die Hand entgegen und sagt: „Dann, lebe wohl, Ronny.“
„Lauf nicht davon!“ „Im Büro brauche ich dich.“ sagte er noch zum Abschied.
„Ich laufe nicht davon.“, sagte sie. „Ich werde sonst nie finden, was ich suche.“
Marie schweigt und betrachtet seine Augen.
„Ronny, ich glaube, wir können einander lieben.“ „Wir brauchen nur noch etwas Zeit“, sagte sie leise, sodass er es kaum verstand. „Das ist ein zu seltenes Glück, als da wir es verlieren sollten, ehe es überhaupt begonnen hat.“
Marie sank vor ihm in die Knie und lehnte ihren Kopf an seine Beine. „Ronny“, sagte sie, „geh nicht zu Marie zurück, ich glaube, ich liebe dich sehr.“
Ronny ging.
„Ich will unseren neuen Anfang einer Beziehung nicht einem Gespinst von Lügen verbergen“, stellte Maxi gleich mit lauten Worten fest. Dabei hat Ronny noch nicht einmal die Wohnungstür geschlossen.
Er schleppt seinen Koffer in die Wohnung, schließt die Tür und hört Maxi laut reden: „Ich sehe nicht ein, warum du dich benachteiligt gefühlt hast und dich meiner schämst.“
Ronny respektierte Maxis Aufregung und sagt: „Das tue ich doch gar nicht, im Gegenteil, ich bin stolz auf dich.“
„Dann zeig es auch!“, schrie sie ihm zu.
In erster Linie geht es nicht um mich, sondern um dich. „Ich will, dass du ein normales Leben führst, wie es einer jungen gut aussehenden Frau in deinem jungen Alter zusteht.“
„Ich fühle mich geschmeichelt, mein egoistischer Mann!“, sagte Maxi.
„Du musst endlich klare Verhältnisse schaffen, Maxi!“, erwiderte er.
Maxi wurde klein, laut.
„Darüber habe ich wirklich noch gar nicht nachgedacht“, gestand sie.
„Sieht dir ähnlich!“, bemerkt Ronny trocken. „Jetzt pass mal auf, Prinzessin!“ „Niemand beneidet dich um dein gutes Leben.“
„Gut, ich glaube dir das.“ „Aber rauswerfen werde ich dich, wenn du nicht mehr spurst“, sagt sie, um ihn etwas einzuschüchtern.
„Du hast eine etwas sonderbare Art und Weise, dich auszudrücken.“, sagt er leise, um nicht aufzufallen. „Aber, was dann, wenn du mich rauswirfst?“
„Ich nehme dich nicht noch einmal auf.“ „Und es war ja deine Entscheidung, mich zu verlassen, für diese Schlampe, Marie“, sagt sie zynisch, mit einem leichten Grinsen, aber auch mit ein wenig Ironie.
„Das brauchst du nicht“, erwidert er bemitleidend, „Ich komme schon allein zurecht.“
„Das habe ich schon mehr als einmal gehört, mein Großer“, sagt sie mit einer erhobenen Stimme. „Aber ich nehme es dir nicht ab.“
„Es ist doch wirklich besser, wenn du in deiner eigenen Wohnung bleibst.“ Ein gewisses Maß von Freiheit, wäre faszinierend, beschwor ihn Maxi.
„Du willst mich loswerden“, beklagt er sich.
„Das wäre nur zu verständlich“, sagte sie, „bisher bist du noch bei jeder Frau raus geflogen, früher oder später.“
„Bei jeder?“, fragt Ronny amüsant. „Ich bin freiwillig gegangen.“ „Du verwechselst da etwas.“
„Wie dem auch war, lassen wir die Vergangenheit ruhen!“, schlug Maxi vor. „Versuch lieber zu begreifen, dass ich nur dein Bestes will.“ Wenn du hierbleibst, wirst du eines Tages das Gefühl haben, in einem goldenen Käfig eingesperrt zu sein. „Aber ich will nicht, dass du mich verlässt.“
„Und deshalb willst du mich hinauswerfen?“, fragt er.
Maxi war des Streitens müde und sagt: „Nenn es, wie du willst.“ „Ich bestehe jedenfalls darauf, dass du dir deine Sachen nimmst und in deine Wohnung gehst.“
„Gut, wie du es willst.“, erwidert er bemitleidend. „Aber du sitzt in deiner Luxusbude, spielst eine große Intellektuelle und lässt keinen Mann wirklich an dich heran.“ Im Gegensatz zu mir scheust du dich vor einer festen Bindung. „Das wollte ich dir schon immer mal sagen, du uneinsichtige, störrische Frau.“
Maxi nimmt einen Schluck aus der Milchflasche und wurde jetzt erst recht wütend.
„Jetzt reicht’s mir aber.“ Entgegnet sie ihm: „Du fährst sofort in deine Wohnung!“
Als Ronny gegangen war, stellte ich das benutzte Geschirr auf einem Tablett zusammen und trug es in die Küche. Danach legte ich mich auf das Sofa, um ein wenig zu schlummern.
In diesem Moment fühlte ich mich sehr allein.
Anja hatte sich mehr und mehr von mir zurückgezogen und war auch nicht zu Hause, als ich mit ihr telefonieren wollte. Ich treffe mich morgen zum Frühstück in der City mit Silvia. Sie ist wohl der Mensch, der meine Situation verstehen wird und mir Trost gegeben hätte.
Irgendwie trauerte ich um Ronny. Es war so schön, ihn hier bei mir zu haben. All die Nächte, die wir miteinander verbracht hatten, die gemeinsamen Frühstücksstunden, seine Späße und seine unermüdliche Zärtlichkeit.
Nein! Es würde nicht ganz damit vorbei sein, es würden sich leidenschaftliche Gelegenheiten ergeben.
Aber, würde es doch nicht alles viel schwieriger machen?
Von mir aus hätte dieser Sturkopf, solange er immer wollte, bei mir wohnen bleiben können. Er hatte mich nie gestört. Ich habe Sein Dasein richtig genossen.
Es ist um seinetwillen gewesen, dass ich ihn fortsetzen musste. Aber es schmerzt tiefer in mir, als ich erwartet hatte. Es tut so weh, dass Ronny das nicht begriffen hat. Ich muss ehrlich zugeben: Der Auszug von ihm, vollzog sich unspektakulär. Jetzt muss ich auch noch heulen.
Warum muss ich mich selber so quälen? Aber ich wusste nur zu gut, dass ich nicht der Mensch war, der sich über alle Konventionen hinwegsetzen konnte.
Meinen Erfolg verdanke ich nicht zuletzt meiner Disziplin. Mich aufzugeben hieße, mich selber fallenzulassen. Unwillkürlich straffte sie die Schultern.
Was wollte sie jetzt, in diesem Augenblick, mit sich anfangen?
Es ist noch zu früh, zu Bett zu gehen. Fernzusehen hatte sie auch keine Lust. Und wenn sie eine ihrer Musik-CD auflegte, würden mir bestimmt wieder die Tränen kommen.
Gewöhnlich habe ich die Abende mit Ronny verplaudert und nicht nur geplaudert, das ist doch klar.
Oder?
Aber, was hatte ich getan, bevor er in mein Leben getreten war?
Ich weiß es nicht mehr.
Es kommt mir selber seltsam vor, aber ich hatte es vergessen.
In dieser deprimierten Stimmung traf ich nächsten Morgen Silvia in einem Frühstückscafé an, als sie kurz zuvor von einer ausgedehnten Pyjamaparty im Pyjama mit anderen erotischen Raffinessen kam.
Sie brachte gute Laune und einen Schwall von anregendem Parfüm in den Raum, was die Männer und Frauen mit den Blicken hinterhergezogen hatte.
„Ist er fort?“, rief sie. Ich nicke nur.
„Dem Himmel sei Dank!“ „Das hast du gut gemacht, mein Schätzchen.“, sagt Silvia. „Jetzt können wir endlich wieder um die Häuser ziehen.“ Ich schwer.
„Was machst du denn für ein Gesicht?“, fragte Silvia. „Sag bloß, dass es dir Leid tut?“
„Es ist nicht einfach für mich“, gebe ich ihr zu verstehen.
„Ach was“, erwidert Silvia ohne Mitgefühl. Sie sieht dabei nur ihre eigenen Interessen. „Maxi, das kommt dir nur so vor.“ „Warte ein Momentchen, ich rufe uns mal einen Kellner heran.“
Silvia hob die Hand und rief einen Kellner heran, der gerade an der Theke mit seinen Kollegen quatschte. Sie kramte Ihr Zigarettenpäckchen aus der Handtasche und hielt es mir hin.
Ich bediene mich und Silvia gibt mir und sich selber Feuer.
„War es ein starker Abgang?“, fragt Silvia.
Mir stehen die Tränen in den Augen und erwiderte: „Wie man es nimmt.“
„Nun sei doch nicht so mundfaul!“, bemerkte Silvia. Ich holte mir ein Tempo aus der Handtasche und schnaufte meine Nase frei. „Ich dachte, wir wollten uns mal gemütlich beim Frühstück unterhalten.“
Der Kellner bequemte sich endlich, an unseren Tisch zu kommen, und wir bestellten ein Frühstück für zwei Personen. Es ist alles eine Preisfrage, in der Gastronomie.
Silvia schlägt die langen Beine übereinander.
„Maxi, ich kann dir nur sagen, dass ich froh bin, dass du den Typen los bist.“ Nichts gegen Ronny an sich. „Er ist ein netter und süßer Kerl, keine Frage.“
Silvia nimmt einen Schluck heißen Kaffee und zündet sich eine neue Zigarette an.
Ich warf den Kopf in den Nacken.
Der Gast vom Nebentisch stieß Zigarettenrauch durch die Nasenlöcher. Als ich das bemerkte, war ich geradezu geschockt, denn dieser Typ beobachtete uns schon die ganze Zeit.
Ich schnappte nach Luft.
Silvia schlug sich leicht mit der Hand, welche die Zigarette hielt, gegen die Stirn und stellte fest: „Maxi, mir ist so, als spreche ich mit einer Fremden.“ Vielleicht bin ich das wirklich für dich geworden. Aber mach dir nichts daraus. »Wichtig ist nur, dass du begreifst, was ich will.« Ich drückte meine Zigarette aus.
Kapitel 12
„Lügen haben lange Beine“, sagte Ronny einmal zu mir. Aber für alles gibt es gute Gründe. Schlechtes auch? Sogar für Sex. „Warum wollen denn Frauen und Männer Sex?“ Dabei denken die Frauen öfter an Sex als Männer, das kann ich bestätigen. Immer, wenn ich einen süßen Typen sehe, dann…
Es gibt ja Frauen, die behaupten, Männer denken nicht mit dem Kopf. Sie denken mit dem Schwanz. Wie die darauf kommen, kann ich mir ehrlich nicht vorstellen. Es gibt Männer, die haben keinen Schwanz. Ehrlich gesagt, ein Wurmfortsatz von irgendetwas. Umso länger, umso schlaffer – das habe ich einmal bei einer Party auf einem Video gesehen. Ich habe mich kaputt gelacht, als das Ding, mindestens dreißig Zentimeter lang, wie ein Gummiseil an ihm hing und nicht hart wurde. Klar, so kam er auch nicht in ihre Vagina. Aber ins Schwitzen. Sie schrie auch immer: „Au - Au - Au - Ja -Ja...". Seine Stirn tropfte, wie in einer Tropfsteinhöhle. Die perfekte Frau bekommt bei dieser Wirkung Herzrasen und feuchte Hände. Weil sie immer wieder glaubt, sie liebt diesen Schlaffi. Nostalgisch wirkt es dann, wenn er eine unerfahrene Jugendliche im Bett hat. Oder sogar auch seine Exfreundin?
Vielleicht ist es eine einsame Frau, die am Ende einer Nacht in einer Bar vor einem starken und harten Drink sitzt und mit ihm aus Mitleid bumste. Sie sprach ihm immer Mut zu und sagte, dass er gleich so weit ist und er gut ficken kann. Es gibt auch Momente, wo sie eine Wahrnehmungsverzerrung hat. Ja, diese Frau steht voll unter Drogen. Aber bei zunehmendem Alkoholspiegel sinken die Hemmschwellen beim Ficken und sie wird ungewollt schwanger. Ach so! Wie war noch dein Name?
Maxi schwamm gelassen zum anderen Ende des geheizten Bassins. Dort stieg sie hinaus, blieb einen Augenblick stehen und genoss die warme, duftende Luft von einer frischen Meeresprise in der Schwimmhalle.
Dann nahm sie ihr Badetuch und trocknete sich ab.
Hinter sich hörte sie das leise Murmeln ihrer brummenden Stimmen. Ruckartig drehte sie sich um und beobachtete die ratlosen Männer, die so mit ihrem Geplapper beschäftigt waren, dass sie die Augen nicht von ihr ließen.
Maxi wendet sich uninteressiert dem Schwimmbassin zu. Längsseits ist eine Liegewiese angelegt gewesen, wo von der Decke her installierte Sonnen brauner montiert waren.
Sie dachte daran, wie nett es gewesen wäre, wenn sie heute mit Ronny hergefahren wäre: Nur sie beide, sonst niemand mehr. Maxi hätte sich überreden lassen, in die Dampfsauna zu gehen und sich von Ronny hemmungslos lieben zu lassen.
Aber es war leider nicht so gekommen.
Plötzlich erschien eine dunkle Traurigkeit in ihren großen Augen.
Sich selbst scheint Ronny nie gut genug zu sein. Er jagt einen Traum nach, der sich nie erfüllen wird, dachte sich Maxi.
Macht sie es sich zu kompliziert und sucht fiktive Ausreden, dass sie nicht mit Ronny zusammen sein kann?
Zu Hause geht sie zuerst ins Badezimmer und schaut in den großen, runden Spiegel.
„So ist das also.“, sagte sie sich leise.
Sie sah sich an, da sie nicht weitersprach. Maxi schüttelte den Kopf. Plötzlich schnürte es ihr die Kehle zu.
„Bittest du mich, dich zu heiraten?“, sagt sie sich.
Sie ist verzweifelt, so dass ihr die Tränen aus den Augen traten. Maxi stellt es sich vor, wie sie von Ronny umarmt wurde, und streichelt sich dabei selbst.
Nun lächelte sie, streifte sich ihre Klamotten ab und ließ heißes Wasser in der Dusche laufen, so dass sie sich darunter stellte. Sie nahm den Lappen und seifte sich langsam ihren Körper. Dann spreizte sie ihre Beine und sie ließ ihrer Fantasie freien Lauf, bis sie zum gewaltigen Höhepunkt kam.
„Nein“, sagte sie. „Heute Abend bleibe ich zu Hause.“
Für Maxi gibt es zwei Arten von Liebe. Die eine passt unter die Dusche, eine Beziehung ist die andere.
Ronny konnte sich an diese Unterschiede noch genau erinnern, als er mit ihr zusammen war.
Der gedämpfte Gruß der Empfangssekretärin am Eingang, statt des gewöhnlichen herzlichen Zurufs, kam ihm seltsam vor: Die kleinen Gruppen von Angestellten und anderen Mitarbeitern, die plötzlich ihr Gespräch abbrachen, wandten sich von ihm ab.
„Herr Voss hat angerufen und möchte dich gern sprechen, wenn du einen Augenblick für ihn erübrigen könntest“, sagte Marie in bester Laune.
Dieses Arschloch hat es mal wieder eilig, dachte Ronny. Soll er nur kommen? Ich werde ja sehen, wie es ihm gefällt, dass ihm die dicken Eier abgeschnitten werden.
„Sag ihm, ich sei jetzt frei und er kann kommen“, sagt er.
Marie legte den Hörer nieder und rief Ronny zu: „Herr Voss, kommt in zwanzig Minuten.“
Voss trat lächelnd ein und Ronny streckte die Hand entgegen.
„Gratuliere, Herr Stein“, sagte Voss. Sein Ton klang ehrlich. „Ich glaube, das ist das Beste, was die Firma passieren konnte.“
Ronny sah ihn skeptisch an und erwidert: „Glauben Sie das wirklich?" Das will ich meinen! „Etwas musste geschehen, die arroganten Manager aus dem Westen haben den Osten ja schön abkassiert“, sagte Voss und zündete eine Zigarette an. „Vielleicht wird es jetzt dazu kommen, dass einige Streifenanzüge im Knast getragen werden.“ Die Arschlöcher hatten ja vergessen, wozu die Medien da sind! „Sie werden noch von mir hören.“ Voss lächelte.
Marie starrte Ronny an, denn sie bemerkte eine ganz neue Seite an ihm. Ronny hatte, wenn auch sonst nichts, Nerven aus Draht. Die ließen sich nicht durchschneiden, man hätte sie abtöten müssen.
Ronny blickte aus dem Fenster und sah auf die Straße, als Herr Voss wieder das Büro verlassen hatte.
„Komm, sieh dir das mal an!“, sagt Ronny zu Marie.
Sie legte mit einem Protest stöhnend die Modezeitschrift beiseite, trat zu ihm und eine Weile beobachteten sie die hektischen Menschen und die Autos im Berufsverkehr.
„Wir haben Glück“, sagte sie fast verwundert und legte ihren Arm um seine Hüfte. „Dachtest du damals, als ich zu dir ins Büro kam, dass wir zusammen Glück haben würden?“
„Nein“, antwortete er und dachte an diese Zeit zurück.
Marie sah in sein Gesicht und beobachtete ihn.
„Du solltest hören, was es für Geschichten gibt über die heutige Beziehung zwischen Mann und Frau!“, fing Marie zu erzählen. Was Sie treiben. „Unglaublich.“
„Ich weiß“, sagte Ronny, ohne Interesse an diesem Thema. Er wendet sich vom Fenster ab und nahm eine Zeitung in die Hand, die er blätterte, um das Horoskop zu lesen. „Aber einen Sinn muss so eine Beziehung doch haben.“
„Keine Sorge, Ronny, einen Sinn werden Frau und Mann, wie Mann und Frau schon haben“, versucht sie, ihn für einen Moment zu erklären.
Ronny scheint jetzt für den Augenblick besser gestimmt zu sein, dachte sie. Vielleicht ist es der geeignete Moment, um mit ihm über ihre Situation zu reden.
„Weißt du, Ronny“, sagte sie, „ich habe über mein Leben nachgedacht, über meine Pläne.“
Er legte die Zeitung wieder auf den Schreibtisch und sah sie fragend und interessiert an.
„Ja? Und?“, fragte er.
„Du bist ein sehr hübscher Mann“, sagte Marie schnell, „Aber ich möchte die Firma wechseln.“
„Warum denn?“, fragte er überraschend. „Ist Dir die Firma nicht mehr gut genug?“
„Nein“, erwidert sie, „Ich kann hier nicht mehr arbeiten, wo du auch arbeitest.“
„Was?“, Ronnys Stimme schwoll an. „Du meinst..."
„Warum nicht?“ „Weißt du nicht mehr, wie glücklich wir waren?", fragte sie und Tränen waren auf ihrem Gesicht.
„Das war etwas anderes, Marie“, erklärt Ronny. „Das war eben Leidenschaft und Liebe.“ „Ich liebe dich als Hure im Bett und mit dem Verständnis wie meine Mutter.“
„Ronny, ich bin nicht so“, sagte Marie. „Ich bin eine einfache Frau, die respektiert werden will.“
„Ich will aber nicht, dass du gehst“, sagte Ronny, und insgeheim war er stolz auf Marie. „Du musst es mir glauben, Marie, sonst brichst du mir das Herz.“
Ronny setzte sich und Marie stellte eine Tasse Kaffee aus der Thermoskanne vor ihn hin.
„Was ist denn nun wieder los?“, fragt sie besorgt.
Ronny griff nach seiner Kaffeetasse.
„Ronny, ich hatte es mir einfallen lassen.“, sagte Marie.
Marie griff nach ihrer Kaffeetasse.
„Na und?“, fragt er sanft.
„Na hör mal, Ronny, das ist doch unfair.“ „Du weißt es genauso gut wie ich“, protestierte Marie.
„Das ist schon besser“, sagt Ronny und setzt sich an Maries Seite. „Nehmen wir an, du findest etwas ganz Großartiges.“
Marie stellte ihre Kaffeetasse hin, ging zum Fenster und blickte hinaus. Die Straße in der Passage wimmelte von Menschen, die wie Ameisen wirkten.
„Du solltest einmal richtig Urlaub nehmen“, sagte Ronny. Ich möchte nicht, dass dir was zustößt. „Es wäre kein Leben ohne dich.“
„Es wird schon wieder besser werden, wenn ich von dir Abschied genommen habe“, erklärte Marie. Es gibt einen neuen Anfang in meinem Leben.
Ronny zog die Schultern hoch und sagte: „Wer weiß?“ „Jedenfalls kann es für mich nichts Besonderes sein, was kann ich denn?“
„Ja!“, motivierte Marie Ronny. Was kostet die Welt, wenn jeder Tag dein Tag ist?
Ronny ist irgendwie enttäuscht. Er hatte erwartet, dass Marie bezüglich des Firmenwechsels sich überlegt und hier bleibt. Das wäre ein guter Ausgangspunkt für eine neue Beziehung gewesen.
„Und wie steht es mit Maxi, hinter der du immer noch her warst?“, fragte Marie. „Nichts zu machen“, antwortete Ronny. „Die Beziehung ist futsch.“
„Futsch?“ „Du meinst, sie hat dir den Laufpass gegeben?“, fragte sie erregt und beleidigt. Marie fühlte sich als ein Ersatz für Ronny.
Ronny nickte.
Das Telefon klingelte.
„Das könnte Maxi sein“, sagte Marie, mit sehr viel Ironie.
Er meldete sich und sprach, wobei sein Lächeln allmählich verblasste. Schließlich legte er den Hörer auf und sagt ungläubig: „Das ist futsch, für immer.“
Marie starrte ihn an.
Er schüttelte den Kopf.
Den Blick auf Ronny gerichtet, fragt sie: „Wer, außer uns beiden, weiß, dass wir uns für unsere Probleme interessieren?“
Ronny dachte eine Weile nach.
„Plötzlich sagte er: „Niemand, Marie, nur…“
Marie atmete tief durch. Ihr Gesicht rötet sich vor unterdrücktem Generv.
„Und du glaubst noch immer nicht, dass eine neue Beziehung mit uns keine Chance hat“, sagte Marie.
Die Auftragslage in der Firma war ausgesprochen schlecht, durch Politik und die Wirtschaftslage.
Eines Morgens, es war ein schöner Tag, ließ die Chefsekretärin das ganze Firmenteam im Konferenzzimmer zusammenkommen und die Chefin schilderte allen ganz offen die Lage.
Angespannt und nervös sitzt die Chefin am Tisch und dreht mit den Fingern ihren Kugelschreiber und fängt zögernd an zu sprechen: „Kollegen und freie Mitarbeiter – falls es nicht ganz unumgänglich ist, muss ich einige von ihnen entlassen.“ Dies betrifft unter anderem die freien Mitarbeiter in der Firma. Aber ich bin der Ansicht, wir sollten uns alle mit doppeltem Eifer in die Arbeit werfen, trotz Auftragslage, ansonsten betrifft auch den Kollegen die Entlassung. „Wenn unsere originellen Pläne so exzellent ausfallen, dass sie nicht zu überbieten sind, dann sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht aus der Krise herauskamen!“
Ihre wohltuenden Worte für die Mitarbeiter der Firma wurden mit Beifall aufgenommen.
Die freien Mitarbeiter haben natürlich die „Arschkarte“ gezogen.
Das ist der Kapitalismus mit der freien Marktwirtschaft.
Das Telefon tönte im Konferenzsaal. Die Chefin nahm den Hörer ab und fragte: „Ja?“
Sie wusste schon, dass der Anruf von außen kam, denn sie erwartete einen Rückruf aus Amerika.
Die Anderen wussten nicht, wer ihr Gesprächspartner war. Sie schickte das Team mit einem Handzeichen zur Pause.
Die Tür knallte hinter ihr ins Schoss.
Das Lächeln, mit dem Marie Ronny in die Augen sah und einen Zug von ihrer Zigarette nahm, verstarb auf ihren Lippen.
Ich kam nach Hause, Silvia ist auch dabei gewesen.
„Er hat mich niederträchtig betrogen!“, schrie ich wütend. „Da hat sie, auch noch im gleichen Café, gesessen, die Schlange, das lächelnde Gift!“
„Ich bin deine Freundin“, sagte die Schlampe, und dann hat sie mir den Finger in den Hintern gestoßen!
Silvia starrte mich verwirrt und bestürzt an.
„Von wem redest du?“, wollte Silvia wissen.
„Von Ronny, ja, von dem rede ich“, sagte ich böse, „von deinem lieben Busenfreund, der mich mit seiner Büroschlampe betrogen hat.“
„Nein.“ „Das kann ich von Ronny nicht glauben“, verteidigte Silvia Ronny, „denn…“
„Doch“, erwiderte ich. „Ich wollte nichts, als ein nettes, ruhiges Gespräch mit dieser Tasse führen, bis sie mich gefragt hatte, ob ich Ronny Stein kenne.“
„Nun? Was war passiert?“, fragte Silvia neugierig.
„Du wirst es nicht glauben!“ Wie ein Richter saß sie an dem Tisch und erzählte mir: „Ich bin Marie, ich war Ronnys Geliebte, du hättest zu mir kommen sollen, dann hätten wir uns etwas einfallen lassen können, dass er ein Lexikon erhält.“
Aber ich erklärte ihr, dass ich keine Absicht hätte, Ronny ein Lexikon zu erteilen.
Silvia blickte mich an, als sähe sie mich zum ersten Mal.
„Max, ich muss etwas trinken“, sagte sie unvermittelt.
Sie folgte mir in die Küche und wartete, während ich uns einen Drink mixte. Silvia trank den Fruchtcocktail in einem Zug hinunter.
Ich füllte Ihr Glas erneut und erzählte weiter.
Plötzlich machte ich den Vorschlag, dass wir in die Sauna gehen und mal wieder so richtig schwitzen.
Wir zündeten uns erst einmal eine Zigarette an und nebenbei trank Silvia ihr zweites Glas halb leer.
Wir gingen in das Wohnzimmer und ließen uns auf das Sofa fallen.
„Ich habe mir die Tusse angesehen und versucht, in ihrem Gesicht zu lesen“, fing ich an zu erzählen, „aber da war nichts zu lesen.“ Ich habe geglaubt, Ronny hätte mich nötiger, wie diese… Ich trank aus, stellte das Glas mit schwerer Hand auf den Tisch und starrte verdrießlich vor mich hin. „Und was war dann?“, fragte Silvia. Ich zuckte mit der Schulter und mein Blick verriet, wie verletzt ich war. „Habe mich in diesen Saukerl eben gegeirrt.“
Der Qualm der Zigaretten schwand.
Ich war wach und besinnen. Wie ein Wunder.
Ich musste einen Kerl haben, der sich umtat, da ich die meiste Zeit in der Wüste verbrachte.
Ich ging unter die Dusche und drehte sie zuerst heiß, als Silvia mir überraschend nachgekommen war, dann eiskalt und wieder heiß. Und es wurde zu heiß mit Silvia unter der Dusche. Denn mit einer Frau hatte ich es schon lange nicht mehr. Ich wusste auch nicht, dass sie es mit Frauen hatte.
Als wir entspannt herauskamen, war ich wenigstens nicht mehr müde.
„Diese Aktion war nicht sehr klug“, sagte ich. „Haben wir das schon nötig?“
„Mir gefällt es, als Abwechslung“, sagte Silvia.
„Geht mir nicht anders“, sagte ich und küsste sie auf den Mund.
„Ich habe noch Sekt für uns“, sagte ich.
Sie nahm sich das Sektglas.
Ich schwieg, als sie mir in die Augen sah.
Dann trank sie aus und stellte ihr Glas hin. Silvia sagte weiter nichts, aber ich wusste, was sie sich dachte. Dass mein Platz in diesem Moment hier war und nicht bei Ronny Stein.
Und das war der Kern der Sache heute Abend.
Denn ich wusste schon nicht mehr, ob ich diesen Schuft, Ronny, noch wollte oder nicht.
Natürlich haben sie mal wieder im Fernsehen den Film „9 1⁄2 Wochen“ gezeigt. Richtige Pornos mag ich nicht. Es kommt auch darauf an, wie ich gelaunt bin. Aber dieser Film törnte mich unglaublich an. Die Vorstellung, mich einem Mann, einem echten Mann und keinem Hampelmann, wie mein potenter Nachbar, so ganz zu überlassen, seine hemmungslose Gespielin zu sein und zugleich Opfer seiner sexuellen Gelüste.
Das finde ich sehr erregend.
Schon allein die erste Bettszene, wo er ihr die Augen verbindet und den Eiswürfel über ihre nackten, harten und steifen Brustwarzen gleiten lässt.
Ich gäbe es drum, so etwas auch mal zu erleben.
Aber gesagt habe ich Ronny das noch nie.
Warum nicht?
Aus Scham?
Irgendwie auch aus Angst?
Er kennt mich anders, sieht mich anders.
Ich bin eben die Frau, die er kennengelernt hat.
Langweilig?
Es heißt, dass Frauen ihrem Partner ruhig ihre heimlichen sexuellen Träume gestehen und sie möglichst auch ausleben sollen.
Haben Männer eigentlich auch schmutzige Fantasien?
Wollen wir diese Frauen eigentlich wirklich wissen?
Nein, ich hätte große Angst.
Könnten wir voreinander den gegenseitigen Respekt verlieren?
Zugegeben, es gibt Frauen, die den ganzen Tag nur mit Bademantel im Haus umhergehen, und beim Sex bebt nicht jedes Mal die Erde, wenn sie es tun.
Aber, für den Mann macht es Spaß, wenn er dann bei einer anderen ist, und er kann dabei sogar wieder lachen.
Wie fühlt sich das an?
Eine Fesselnummer oder der Eiswürfel auf meiner erregten Brust.
Ja, aber auch Ronny beichtete mir etwas und er hat es auch selbst zugegeben. Er ist auch selbst schuld an dem Märchen, dass er immer und überall könne.
Ich weiß noch, wie es Ronny und mir das erste Mal in unserer sexuellen Erregung passiert ist. Ich lag neben ihm, nackt und sehr erregt vor Geilheit. Er bekam den Lümmel nicht hoch.
Je mehr ich ihn mit Hand und Zunge beanspruchte, umso kleiner wurde er.
Ich nahm es mit Fassung.
„Macht doch nichts“, meinte ich, „Das kann doch mal passieren.“
„Jedem ja, aber mir doch nicht“, erwiderte er.
Ronny war mit den Nerven fertig. Okay, er hatte Stress im Job, aber das konnte doch nicht der Grund sein.
Für uns Frauen ist Sex ja oft so wichtig, auch wenn es ein paar abgedrehte Tussis gibt, bei denen der Mann nicht einmal einen Ständer bekommt. Meinen: Sex ist nicht das Wichtigste in einer Partnerschaft, es sind die inneren Werte, oder so…
Es gibt Frauen und Männer. Diese Spezies haben Angst vor Sex in allen Variationen, wie für wilde Orgien, wie splitternackte Körper, wie Körperflüssigkeiten – Schweißaustauschen.
Irgendwas stimmt wohl nicht mit Ihnen. Guter Sex ist für den Mann und für uns Frauen der Gradmesser einer Beziehung. Aber auch mein Ronny ist nun mal ein sensibles Wesen gewesen. Und das habe ich am eigenen Leib erfahren können und dürfen. Erotische Gefühle entstehen ja durch Grenzüberschreitungen. Durch die Möglichkeit, gegen Verbote zu verstoßen, habe ich mal gelesen. Sind Liebe und Lust auf Dauer nicht zu haben, wie bei Ronny und mir? Und habe ich Ronny mal gesagt, dass er mich ständig begehren muss? Immer diese Fragen. Ich habe keine Lust mehr, etwas zu sagen.
Kapitel 13
Die Tage, die Wochen treiben einen vorwärts, sie reiben einen auf. Das alles hatte ich erlebt. Ich war so lange bergauf gerannt, dass es zur Gewohnheit wurde.
Wenn ich das Tempo ein wenig verlangsamte, hatte jeder den Eindruck, dass ich zurück glitt. Aber wohin? Also machte ich weiter.
Ronny Stein war nichts vorzuwerfen. Er hatte eigene Probleme und Ziele zu meistern. Seine Freunde mit kritischen Augen zu beobachten, sie mit einem Tritt wieder zu Vernunft zu bringen, wenn sie unglaubwürdig wurden.
„Wer weiß davon, dass ich noch hier bin?“, dachte ich.
„Nun schon ziemlich, das ganze Büro“, gab ich mir zur Antwort, „denn als ich fortging, brannten noch eine Menge Lampen.“
Ich wusste, dass Silvia auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme, denn ich habe mich schon verspätet.
Alles kam genauso, wie ich es mir gedacht hatte. Silvia saß wütend vor der Tür und wartete.
Das Telefon klingelte und Silvia nahm den Hörer.
„Etwas Besonderes?“, rief ich aus der Küche.
„Ja“, sagte Silvia. Im gleichen Augenblick hält sie die Handfläche auf die Hörermuschel, weil Ronny am Apparat war.
„Du hältst mir Ronny vom Leib“, rief ich. „Mit ihm will ich nicht sprechen.“
„Und wenn er darauf besteht?“, fragt sie dann.
„Sag ihm wörtlich, was ich gesagt habe“, bat ich sie.
Silvia berichtete, was ich ihr mitteilte, und legte den Hörer wieder auf. Sie sah mich eindringlich an.
„Füllst du dich nicht gut, Maxi?“, fragte sie mich. „Ich weiß nicht“, gab ich ihr zu. „Du kommst mir ein wenig sonderbar vor.“ „Als ob dir irgendetwas nicht passen würde.“ „Es ist mir tatsächlich ein wenig langweilig und das Getue um Ronny.“ „Nerven dich das nicht?“, sagt Silvia.
„Vielleicht bin ich zu müde, dir darauf jetzt eine Antwort zu geben.“ Erwiderte ich. „Ich glaube, morgen Früh ist alles wieder in Ordnung.“
Silvia ließ es dabei und ging zur Wohnungstür. Sie sah in den kleinen Spiegel, der an der Wand hing, und sagte noch: „Gute Nacht, Maxi.“
Ich schloss die Tür hinter ihr ab, machte mir noch einen Tee und setzte mich damit auf das Sofa.
Silvia war nicht dumm. Sie kannte mich.
Vielleicht hat sie mich in der Zeit, in der wir befreundet sind, besser kennengelernt, als ich mich selbst kannte. Vielleicht merkte sie etwas in mir, was ich nicht merkte.
Ich trank einen Schluck und fing an, meine Reise nach Neuseeland auf Papier vorzubereiten.
Es wurde mir kaum bewusst, dass die Zeit verging. Etwa eine Stunde später, es waren zehn vor elf Uhr abends, läutete es noch an der Tür, als ich mit dem Gedanken spielte, ins Bett zu gehen. Ich erhob mich und ging öffnen.
Ein fremdes Mädchen stand da. Sie hatte langes blondes Haar, das bis zum Hintern reichte, ein ovales Gesicht und blauviolette Augen. Sie trug einen kurzen, flauschigen Luchspelz. Ihre Nase war keck, ein bisschen aufgestellt, ihr Lächeln zeigte kleine, weiße, gleichmäßige Zähne und sinnliche, mokkabraune Unterlippen.
„Ein Abend“, sagte ich verwirrt.
„Ich bin Jennifer Rote“, erklärte sie. „Ich will es Ihnen leicht machen.“ „Rony Stein schickt mich zu Ihnen.“
Ich grinste und sagte freundlich: „Treten Sie ein, Jennifer!“ Ich schloss wieder die Tür. Sie streifte sich den Mantel von den Schultern und hing ihn an die Garderobe. Jennifer Rote trug einen dunkelfarbigen, gestrickten Supermini und dazu passende schwarze Stiefel mit Absatz, die bis zu den Oberschenkeln reichten. Zwischen dem schmalen oberen Stiefelrand und dem Saum ihres Kleides lagen mindestens fünfzehn Zentimeter von der Sonnenbank gebräuntes Fleisch. Wie der Rock an ihrem Körper saß, trug sie nichts darunter, außer einem Stringtanga.
Jennifer ging voraus in die Wohnung.
Ihre neugierigen Blicke wanderten sofort überallhin, während ich still dastand und sie beobachtete.
„Wie gefällt es Ihnen?“, fragte ich Sie.
Sie dreht sich zu mir um.
„Gut.“ „Sag bitte „Du“, okay! Das „Sie" macht mich so alt. „Ich liebe das Leder“, antwortete sie mir.
„Was trinken Sie, entschuldige, was trinkst „Du?“, fragte ich.
„Was trinkst du?“, erwidert sie.
„Whisky“, sagte ich.
„Ich auch“, sagte sie und lächelte mir zu. „So vereinfacht man sich ein wenig das verrückte Leben.“
Ich goss ihr Glas halb voll und mir natürlich auch, als Jennifer plötzlich an meiner Seite stand und mir das Glas entgegenhob.
„Tschin-tschin“, sagte sie und wir tranken. „Ich wollte nicht stören.“
„Ach so“, sagte ich.
Einen Augenblick sah ich aus dem Fenster.
„Ich hatte beinahe vergessen, wieso ich gekommen bin“, sagte sie.
Ich wandte mich ihr zu.
„Bitte, mach es dir bequem!“, sagte ich.
„Ich möchte bei dir mal schnell unter die Dusche, ich bin schwitzig und stinke nach Zigarettenqualm von der Party“, sagt Jennifer.
„Okay“, sagte ich und es gab auch kein Problem für mich.
Jennifer ging ins Badezimmer, während ich ins Schlafzimmer verschwand.
Sie zog sich aus, ließ die Kleider vor dem Badezimmer auf dem Boden liegen, ging in die Duschkabine und drehte das heiße Wasser auf. Die angenehme Wärme erleichterte den Druck im Kopf, das leise und gleichmäßige Geräusch des Wassers beruhigte die Nerven.
Ich weiß nicht, wie lange Jennifer dort stand. Da hörte ich Sie rufen.
„Ja?“, schrie ich, als ich im Halbschlaf auf dem Sofa lag.
Jennifer drehte das Wasser ab und öffnete die Kabinentür.
Ich ging ins Badezimmer und blieb zögernd stehen.
Sie blickte mich zweifelnd an.
Ich lachte und reichte ihr das frische Badetuch.
Jennifer wirkte wie ein seltsames Gebilde. Sie rührte sich nicht von der Stelle, als sie sich mit dem Badetuch abtupfte.
„Was ist los?“, fragte sie ungeniert.
„Nichts“, erwiderte ich, „Ich guck nur.“
„Du guckst?“, fragte sie und sah mir in die Augen. „Ein toller Anblick." Und Jennifer pustete mir ins Gesicht, als Stände ich unter Hypnose. „Maxi, gibst du mir mal eine Zigarette, ich glaube, wir haben noch eine lange Nacht vor uns.“
Wir traten hinaus und Jennifer wickelte sich in das große Badetuch, zog sich noch ein zweites Handtuch vom Regal und begann sich die Haare zu trocknen.
Einen Augenblick herrschte Schweigen, ich zündete mir eine Zigarette an. Wir starrten uns lange an.
„Woran denkst du?“, fragte Jennifer endlich.
„Ich verstehe es nicht“, sagte ich. „Warum legst du dich so ins Zeug?“
Sie lächelte. „Vielleicht will ich mit dir um die Welt reisen und vielleicht gefällst du mir.“
„Dennoch: Warum?“, wollte ich wissen.
Ich erhob mich und ging ins Schlafzimmer, wo Jennifer mir folgte und sagt: „Eines Tages werde ich es dir erzählen.“
Ich drehte mich um.
Sie trug Nichts. Ich starrte sie an, ihre steifen Brustwarzen waren purpurrot gefärbt.
Jennifer lächelte und fragte mich: „Gefällt es dir, was du siehst?"
Ich nickte.
„Ich habe noch was Besonders.“, sagte sie. „Es verursacht so ein angenehmes Prickeln.“
Sie ging kurz ins Wohnzimmer, wo ihre Sachen lagen, und kam wieder herein und steckte sich eine Zigarette in den Mund.
„Gib mir Feuer!“, sagte sie und lehnte sich an mich.
Ich hielt ihr ein Streichholz hin, das ich erst vom Nachttisch nehmen musste.
Langsam erfüllte der scharfe Duft von Haschisch den Raum.
„Willst du einen Zug?“, fragte sie.
Wortlos nahm ich die Zigarette und sog den Rauch in meine Lunge.
Ich spürte nichts.
Keine Reaktion.
Jennifer nahm mir den Stängel aus der Hand.
„Mann, Mädchen, bist du aber fertig!“, sagte sie.
Ich schwieg und reagierte nicht darauf.
„Willst du, dass ich gehe?“, fragte sie.
Ich brauche lange, bis ich mich entschloss, „Nein“ zu sagen.
Sie sog an der Zigarette, ihr Blick verfinsterte sich langsam.
Ich lächelte.
Sie wiegte sich ihrem Summen, nahm noch einen tiefen Zug und reichte mir die Zigarette. Ich steckte die letzte Zigarette in den Mund und sog daran.
Ich wälzte mich auf dem Bett herum und verjagte die Gedanken. So wie es jetzt war, ging es besser.
Aber ich erinnerte mich noch, wie es gewesen war, als es mit Ronny begann.
Wunderschön.
Anders als alles, was ich vorher hatte.
Oder später?
Plötzlich stand Jennifer vor mir, den Pelzmantel umgehängt: „Gute Nacht.“
„Gute Nacht“, gab ich zurück, etwas benommen von der Zigarette.
Die Tür schloss sich hinter ihr.
Ich löste mich von meinen Gedanken und versuchte zu schlafen.
Für meine Reise nach Neuseeland werde ich mir von der Bank einen Kredit geben lassen. Es sollte dann auch das letzte Abenteuer in meinem Lebensabschnitt gewesen sein.
In meiner Schulzeit, sagten immer die Alten, lieber „arm und gesund“, aber ich denke mir, lieber „reich und gesund“. Dabei habe ich ein besseres Gefühl.
Das Telefon weckte mich.
„Oh, Schreck“, dachte ich.
Ich meldete mich, noch immer benebelt.
Es war Jennifer Rote, die vor dem Haus stand und mit ihrem Handy anrief.
„Ich habe dauernd an deiner Haustür geklingelt und jetzt versuche ich es mit dem Handy“, sagte sie.
„Jennifer, komm herauf!“, sagte ich und legte den Hörer auf. Dann wankte ich zur Wohnungstür, machte sie einen Spalt auf, damit sie hereinkommen konnte, und rann schnell ins Badezimmer, um mir mit kaltem Wasser das Gesicht abzusprechen.
Jennifer hatte frische Brötchen mitgebracht und legte sie in der Küche auf den Tisch, um schon anzufangen, das Frühstück vorzubereiten.
Jennifer barst vor Neugier, stellte aber keine Fragen. Ich schwieg.
Nachdem wir beim Frühstück alle Sehnsüchte besprochen hatten, stellte ich Jennifer die Frage, ob sie mit nach Neuseeland kommen würde und sie sagte ohne groß darüber nachzudenken, wie aus der Pistole geschossen „Ja.". Es ist ihr größter Wunsch, mit mir auf die Reise zu gehen, denn Ronny hatte mit ihr auf der Party schon viel über meine originellen und verrückten Reisen geredet. Wobei ihr Interesse, die Welt zu sehen, immer größer wurde.
Aber Sie musste mich ja erst einmal kennenlernen.
Und das geschah.
Sie bekam bei Ronny meine Adresse heraus und nahm sich eine Taxe.
Dann machten wir uns an die Arbeit und es ging flott.
Jennifer kannte bereits alle Webadressen im Internet. Sie wusste einfach alles.
Sie ist klug, gerissen, ehrgeizig und nicht gewillt, sich die spektakuläre Sache entgehen zu lassen. Schon dann nicht, wenn sie so eine Möglichkeit bekommt.
„Gute Arbeit“, sagte ich. „Deine Art der Überlegung gefällt mir, auch deine Einstellung ist mir wichtig."
„Danke, mein Schatz.“, sagte Jennifer sichtlich geschmeichelt.
Ich dachte einen Augenblick nach.
Sie sah mir in die Augen.
„Ich halte es für das Beste“, sagte ich und überlegte mir die Worte, „wenn du jetzt nach Hause fährst und dich um deine Klamotten kümmerst, wenn wir heute Abend den Flieger nehmen."
Ich wartete, bis Jennifer aus der Wohnung war, dann ging ich ins Schlafzimmer und schaute in den Kleiderschrank.
Ich setzte mich auf das Bett und zünde mir eine Zigarette an. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, was ich für diese Reise einpacken sollte.
Die Zeit verging. Auf dem Weg zur Wohnungstür drehte ich mich noch einmal um. Schnell habe ich überlegt, ob ich alles in den Koffern dabei habe.
Ich ging lachend hinaus, Jennifer wartet schon mit der Taxe vor der Haustür auf mich.
Als ich das Haus verließ, war es dunkel. Ich ging zum Taxi und wollte eben einsteigen. Da klopfte er mir auf die Schulter.
„Eine schöne Reise wünsche ich dir und Jennifer, Maxi.“, sagte Ronny, der plötzlich aus dem Nichts hinter mir stand.
„Wie Verrückt! Warum bist du nicht heraufgekommen, wenn du mich sehen wolltest?", fragte ich. „Du wirst es nicht glauben – ich hatte Angst.“, erwiderte er. „Wovor?“, fragte ich nach, auch wenn ich dachte, dass er mich verscheißern will. „Dass du mich nicht sehen willst“, erwiderte er. Ich musste lachen und sagte: „Es wäre aber doch besser gewesen, hier draußen sich die Beine im Bauch zu stehen.“ „Jetzt habe ich aber wirklich keine Zeit, denn wir müssen zum Flughafen.“ Ronny rührt sich nicht. „Ich wollte dir nur sagen: Es tut mir leid.“, sagte Ronny verzweifelt in seiner depressiven Lage. Er roch nach Schnaps. Was ich nicht von ihm kannte. Ich schwieg. Ronny versuchte nach meinem Arm zu greifen, als ich mich wortlos in die Taxe setzte. Der Wagen rollte die Hauptstraße entlang. Ich war verwirrt und mir stockte der Atem. Als wir am Flughafen ankamen, war mir bereits schon etwas besser und ich habe den Schock mit Ronny überwunden gehabt.
„Besser?“, fragte Jennifer. „Ja“, sagte ich. Hast Du eine Zigarette? Sie zündete noch schnell eine Andere an und reichte sie mir. Ich sog daran. Jennifer sah mich an, der Rauch meiner Zigarette umnebelte ihr Gesicht. In einem Abfallbehälter drückte ich die Zigarette aus.
Plötzlich schlang Jennifer die Arme um meinen Hals vor Freude. Ihre Lippen waren warm und ihre Zunge wie ein Feuer, das meinen Mund suchte.
„Jennifer, es ist schon spät geworden und wir sollten uns beeilen, damit wir den Flieger bekommen.“ Versuchte ich, mich aus der Lage zu reden.
Ihre Blicke suchten den Platz, wo wir uns ausschieden.
Diese Reise wird uns durch das Land der langen, weißen Wolken führen.
„Asteroid“, wie es in der Sprache der Ureinwohner, der Maori heißt. Wieder wird es eine fantastische Rundreise mit Regenwald und Hochgebirge, heißen Quellen und Vulkanen. Auch die alte Kultur der Maori werden wir kennenlernen.
Kristallklare Seen und Bäche, Fjorde, Grotten und Gewaltige werden unsere Reise begleiten.
Wir kamen mit dem Linienflug in Guckland an. Um neunzehn Uhr treffen wir uns im Hotel ein. Unser größtes Interesse für den Rest des Abends war nur noch zu Abend essen und dann ins Bett.
Am nächsten Morgen erwachte Jennifer sofort, ihre Augen waren aufgerissen.
Ich stieg aus dem Bett und greife nach meinem Morgenmantel, der durchsichtig ist. Wie lange haben wir Zeit, bis wir wieder aufbrechen?, fragte Jennifer. „Etwa zwei Stunden?“, antwortete ich. „Oh“, sagte sie und zieht das Laken über ihren Kopf. Ich ging ins Badezimmer.
Während des Frühstücks in der Hotelhalle sprang ich jeden Augenblick auf, um den Reiseleiter nicht zu verpassen, der uns auf die weitere Rundreise begleiten wird.
Ich setzte mich wieder hin.
Ein junger Mann, braun gebrannt, starrte mich an und setzte sich plötzlich an unseren Tisch.
Mir wanken die Knie.
Er sah mich an und nickte.
Jennifer schüttelte den Kopf.
„Josef!“, sagte er. „Ich bin Ihr Reiseführer.“ Er nickte. „Ich werde alles mit Ihnen besprechen.
Jennifer blickt ihn verdutzt an und sagt: „Nur um eines möchte ich Sie bitten, dass Sie uns während der Rundreise auf dem Laufenden halten.“
Er öffnete seinen Rucksack und nahm einige Karten heraus.
„Auf der Fahrt hierher habe ich die Reiseroute studiert.“, sagte er uns.
Ich grinste und meinte nur: „Wie gesagt, die Entscheidungen treffen Sie, okay!“
„Okay“, sagte er und grinste.
Er erhob sich und geht zur Hotelrezeption.
Nach ein paar Minuten warteten wir am Hotelausgang.
Jennifer wurde wütend, weil der Reiseführer auf sich warten ließ.
Zehn Minuten sind vergangen.
„Findest du, dass ich einen schönen Arsch habe?“, fragte Jennifer.
Ich sah ihn mir an und da gab es nur eine Antwort: „Ja.“
In Ihren Augen blitzte es seltsam.
Ich schwieg.
Sie lächelte leise.
Nachdem Josef gemütlich und ohne Eile in der Hotelhalle auf uns zukam, rief er: „Jetzt können wir los!“
Wir gingen zum Wagen.
„Wie ist dir zu Mute?“, fragte ich Jennifer.
„Als hätte ich meine Antibabypille vergessen“, antwortet sie.
Ich nickte und sagte: „Jetzt weißt du, was ich damals auf meinen Reisen empfunden habe.“
Unsere Fahrt geht heute nach Matakohe. Dort besuchen wir das Otematea Pionier - und Kaurimuseum. Von hier, werden wir durch den Waipoua-Kauriwald und über Opononi weiterfahren, zur Bay of Island.
Am Nachmittag steht auf dem Kontenplan, der Besuch von Waitangi.
Josef erzählte uns, dass dort im Jahre 1840 ein fundamentaler Vertrag zwischen den Engländern und den Maori abgeschlossen wurde.
Der dritte Tag stand zur freien Verfügung. Josef gab uns noch einige Tipps für unseren gemeinsamen Ausflug. Er berichtete uns auch vom Wunder Neuseeland, dem Unerklärlichen. Denn nach allen Gesetzen der Natur dürften Riesenkraken nicht existieren. Allein durch die Ausmaße der Tiere wäre ein Überleben in eintausend fünfhundert Metern Tiefe unmöglich. Ihre Schwimmfähigkeit ist extrem begrenzt. Seine Größe beträgt von Fangarm zu Fangarm zwanzig Meter.
Die Länge eines Bahnwaggons. Und die Augen sind groß wie Fußbälle und jeder Saugnapf wie ein Teller.
Das Gesamtgewicht der Krake, haben Forscher gewogen, ist mindestens zweihundertfünfzig Kilo.
Eine Sensation für die Wissenschaft und unerklärlich.
Bay of Island, eine Region mit endlosen Sandstränden und einsamen Buchten, für uns zwei.
Am Vormittag sind wir auf einem Schiffsausflug durch das Inselgewirr der Bay of Island. Der vierte Tag ist ein schöner Tag.
Manchmal können wir hier sogar Delfine beobachten.
Der Vormittag ging schnell vorbei, vielleicht auch viel zu schnell, denn die Delfine waren so süß, als wir ihnen nachsehen konnten.
Und zum Lachen haben Sie uns auch gebracht.
Am Nachmittag ging es mit dem Wagen über Whangarei nach Auckland.
Am nächsten Tag war der Vormittag voll verplant, denn Josef hatte vor, mit uns eine Stadtrundfahrt durch Auckland zu unternehmen. Die Stadt der Segel, das haben wir gleich erkannt, und auch noch die größte Metropole des Landes. Die Coromandel-Halbinsel stand am Nachmittag auf der Route. Sie ist auch bekannt für die üppigen Wälder mit den typischen Farnbäumen.
Heißes Wasser aus Quellen, das durch den Sand an die Oberfläche quillt?
Gibt es so etwas?
Ja, am Strand, dem Hit Walter Beach.
Am frühen Morgen fuhren wir nach Mt. Maunganui, einem bekannten Badeort an der Bay of Plenty.
Allerdings kannte ich den Ort noch nicht bis heute, und ich kann sagen: Weiter ging es mit dem Wagen durch das Gebiet von Te Puke, dem größten Fruchtanbaugebiet von Kiwi des Landes. Nachdem wir von den Kiwis uns einen gewaltigen Vitaminstoß holten und jetzt unter Dopingverdacht standen, ging unsere Reise weiter. Stunden später sind wir dann in Rotorua, dem Thermalzentrum Neuseelands und wichtigem Zentrum der Maori-Kultur, angekommen.
Am Abend sahen wir traditionelle Tänze und Gesänge der Maori. Die sehr gewöhnungsbedürftig für mich sind. Anschließend gab es endlich etwas zu essen. Ein „Hangi“ ist dieses typische, im Erdofen gegarte Festmahl der Maori.
Die Nacht vollbrachten wir mit sehr viel Leidenschaft und Hingabe, was wir am Morgen auch in unseren Gliedern gespürt haben. Am späten Vormittag besichtigten wir in Rotorua das Thermalgebiet von Whakarewarewa, das Maorikunstzentrum. Mit etwas Glück beobachteten wir den Kiwi-Vogel in einem Nachthaus Der Kiwi-Vogel ist auch das Wappentier Neuseelands.
Am Nachmittag ist eine Weiterfahrt geplant, die in den Süden ging. Dort sehen wir das geothermische Kraftwerk in Wairakei und die Hukawasserfälle.
Von hier aus ging es dann weiter zum Taupo-See, Neuseelands größter See.
Der Höhepunkt des Tages sollte eigentlich der Tongariro National Park mit seinen drei teilweise noch aktiven Vulkanen sein, teilte Josef uns mal so mit, als wir schon ziemlich von der Hitze und dem hin und her Geschaukel im Wagen, geschafft waren.
Heute, dem achten Tag unserer Reisetour, geht es mit dem Wagen durch das fruchtbare Farmgebiet nach Wellington, der Hauptstadt des Landes, wo wir von hier die Fahrt auf den Mount Victoria fortsetzen. Hier bekommen wir eine gute Aussicht auf die im Halbkreis um die geschützte Bucht gebaute Stadt geboten.
Eine rund dreistündige Schifffahrt überrascht uns natürlich am heutigen Tag. Und das am frühen Morgen, als Josef uns diese erfreuliche Nachricht gab.
Durch die Cook Strait über das offene Meer und durch die romantischen Marlborough Sounds führte es uns auf die Südinsel Neuseelands, nach Picton.
Weiter ging die Fahrt nach Nelson. Die Stadt ist ein Zentrum des Kunstgewerbes. Das heißt?
In Nelson hatten wir die optimale Gelegenheit, uns in den wunderschönen Abel Tasman Nationalpark zu verdrücken. Hier machten Jennifer und ich einen ruhigen und Spaß bringenden Tag am goldfarbenen Sandstrand, wo wir uns von der herrlichen Sonne und den coolen Drinks verwöhnen ließen.
Aber auch die braun gebrannten Männer waren dort zu finden.
Am nächsten Tag hat uns die Schlucht des Buller Rivers beeindruckt. Dort ging die Fahrt nach Westport. Dort besuchen wir eine Robbenkolonie am Cape Foulwind.
Am Nachmittag zeigte uns Josef, unser Josef, den „Pfandkuchenfelsen“ von Punakaiki.
Action, das gibt es Morgen. Dort bekommen wir die Gelegenheit, mit einem Helikopter einen Rundflug über die Alpen- und Gletscherlandschaft zu machen.
Wenn man Franz Josef Gletscher-Arrowtown-Queenstown hört, fällt einem doch gleich ein, die faszinierende Fahrt durch die Regenwälder der Westküste.
Auch den Haast-Pass überquerten wir. Es ging ziemlich abgekämpft, entlang der idyllischen Seen Wanaka und Hawea. Dann hatten wir auch endlich mit unseren vergessenen Kräften den Goldgräberort Arrowtown erreicht.
Am nächsten Tag haben wir einen Aufenthalt in Queenstown. Das ist der meistbesuchte Erholungsort der Südinsel, umgeben von hohen Bergen.
Abwechslungsreich wurde erst die Fahrt in die Berglandschaft im Fjordland Nationalpark am fünfzehnten Tag unserer Reise. Dem bekanntesten Fjord, zum Milford Sound. Eine Schiffsrundfahrt faszinierte uns. Durch den Fjord bis fast hinaus aufs offene Meer zeigt sich die ganze Unverfälschtheit dieses Gebiets.
Von Te Anau fuhren wir dann am nächsten Vormittag an den kleinen Famorten Lumsden und Gore vorbei nach Dunedin. Unterwegs machten wir an einer typischen Schaffarm Halt.
Dunedin ist die zweitgrößte Stadt der Südinsel. Sie wurde von Schotten gegründet und entwickelte sich vor allem während der Zeit des Goldrausches. Aus dieser Zeit stammen einige Gebäude, erzählt Josef, des überwiegend viktorianischen Stadtbildes.
Am frühen Morgen musste alles sehr schnell gehen, waschen, frühstücken und los. Es ist der vorletzte Tag unserer Rundreise Neuseelands. Heute geht es nämlich noch zum Mount Cook-Nationalpark. Dort überragt der
3.754 Meter hohe Mount Cook. Das ist der höchste Berg Neuseelands. Später ging unsere Fahrt durch das sehr englisch geprägte Stadtbild von Christchurch.
In Christchurch sind wir am Ende unserer Rundreise angekommen. Josef hatte sich sehr gefreut, begleitet zu werden.
Wir auch, auch wenn es mit unserem rasanten Englisch nicht immer so klappte, wie es sollte.
Wohl in keinem anderen Land der Erde liegt eine solche unterschiedliche Fülle und Vielfalt von Natureindrücken so dicht nebeneinander.
Vulkanismus, der nach wie vor ungestüm durch die Erdkruste dringt. Auch imposante Wasserfälle faszinierten uns. Und riesige Seen mit kristallklarem, frischem Wasser. Wir sahen gewaltige Gletscher, die von schneebedeckten Bergen im Hochalpenformat bis in subtropische Wälder hinab züngeln.
Beobachten konnten wir eine Vielzahl der Pflanzen und Tiere Neuseelands, wie die langschnäbeligen, flugunfähigen Kiwis, die Keas, eine Papageienart, oder den Pohutukawa-Baum und seine leuchtend roten Blüten. Bemerkenswert ist, dass man in Neuseeland das Wort „Hektik“ kaum kennt und dass die Neuseeländer sehr kontaktfreudig sind, aber sich auch gerne unterhalten. Ich habe Jennifer eigentlich jeden Tag paradiesisch empfunden.
Kapitel 14
Ich drehte mich im warmen Bett auf die Seite zu ihr und sah sie an. Jennifer schlug die wundervollen Augen auf. „Guten Morgen, meine Süße“, sagte ich und zog mir den Morgenmantel über. Sie lächelte. „Sind wir wieder im grauen und kalten Deutschland?“, fragte sie, nicht gerade motiviert. Ich gab ihr einen Kuss und sagte: „Ja.“ Mit dem Flieger sind wir in Hamburg gelandet und nahmen uns ein Hotelzimmer, wo wir noch in der City ein paar Tage shoppen gehen wollen. Ich nahm das Telefon und verlangte den Zimmerkellner. „Was möchtest du zum Frühstück?“, fragte ich und gab Jennifer einen Kuss, wobei ich mit der Zunge ihre Lippen nippte. Sie verzog das Gesicht. „Nur Kaffee und ein Crousson“, erwidert sie. „Ich habe einen Wolfshunger“, sagte ich und bestellte ein komplettes Frühstück. „Maxi, das alles wirst du doch nicht essen können.“, sagte sie.
„Das wirst du schon sehen“, sagte ich und streifte mir den Morgenmantel wieder ab, wälzte mich auf ihre nackten Brüste und drückte sie mit dem ganzen unglaublichen Gewicht ins Bett. Ihre Arme umschlangen meinen Nacken und zogen mein Gesicht zu ihr nieder. Ihr Mund war allmorgendlich süß.
„Ich bin heiß auf dich“, sagte sie. Jennifer hielt meine Wange nahe an ihr Gesicht und flüsterte: „Meine Mieze fühlt sich sowohl an.“ „Fühle Mal!“ Sie legte Ihren Kopf nach hinten und sah mir fordernd in die Augen.
„Rede nur so weiter“, sagte ich, und du wirst das Ganze noch einmal spüren.
„Damit machst du mir keine Angst“, sagte sie lächelnd und war sehr geil. „Ich mag es gern, wenn du…“
Ich war im Begriff, sie weiter zu küssen, da klingelte die Türglocke. „Verdammt!“, schrie ich.
Ich glitt aus dem Bett.
„Du hast doch das Frühstück bestellt.“, sagte Jennifer.
Sie wollte ins Bad, aber ich rief sie zurück.
Sie drehte sich langsam und splitternackt zurück.
„Du bist schön“, sagte ich. „Weißt du das?“
Ich ging zur Tür vom Schlafzimmer und hatte den Orangensaft bereits getrunken, ehe noch der Rolltisch mit dem weißen Deckchen still stand.
Ich war mit meinem Toast und den Rühreiern fast fertig, als Jennifer, in ein kleines Handtuch gehüllt und das lange Haar noch feucht von der Dusche, ins Schlafzimmer kam. Ich blickte Sie fröhlich an und wies mit vollem Mund auf das reichhaltige und abwechslungsreiche Frühstück hin.
Sie nahm neben mir Platz, goss sich Kaffee ein und sagte nichts.
„Das mit dem Wolfshunger war also kein Witz“, stellte sie plötzlich fest.
„Nein, ich war wirklich sehr hungrig.“ sagte ich.
Ich goss mir noch Kaffee ein.
Die Sonne flutete ins Zimmer.
„Es ist wunderschön draußen. Und wir haben noch einige spaßbringende Tage vor uns", sagte Jennifer.
„Was möchtest du denn unternehmen?“, fragte ich.
„Warum müssen wir heute etwas unternehmen?“, fragte sie zurück und sie lächelte mir zu. „Warum können wir nicht einfach im Hotel bleiben und Ficken?“
„Eine tolle Idee“, sagte ich. „Einverstanden.“
Jennifer warf sich auf das Bett und blickte nach oben. Das goldene Sonnenlicht umstrahlte sie. Sie zog meinen Kopf auf ihre Brust nieder.
„Rühr dich nicht“, sagte sie, dann zog sie das weiße Lacken bis an die Schultern über uns.
Es war wunderschön.
Ich spürte, wie sie sich um mich verengte.
„Ich liebe dich“, sagte sie.
Ich stieß mit der spitzen Zunge tief in sie hinein, bis sie stöhnte.
„Mehr, ich will noch mehr“, sagte sie heiser. „Stoß alles in mich hinein, deine ganze Faust, deine ganzen Gefühle.“
So verbrachten wir den Tag.
Die anderen Tage gingen wir in Boutiquen und kauften uns witzige Designerklamotten.
Nachts war das anders, dann erwachte die Reeperbahn unter hellem Neonlicht zum Leben.
Noble Restaurants, Diskotheken, die ihre Musik auf die Straße hinaus schmettern. Dabei gingen Tausende von Leuten, gemischtes Alter und alle merkwürdigen Gestalten, arrogante Größen und Nationalitäten, spazieren und plauderten, gafften oder standen bloß dumm herum.
Der leicht süßliche Geruch von Haschisch hing wie eine Wolke in den Straßenecken über ihnen.
Die Polizisten in ihren unbequemen Uniformen beobachteten aus ihren langsam fahrenden Streifenwagen und beteten jede lautlose Nacht, dass nichts passieren möge, was die Straße in einen brodelten Vulkan verwandeln könnte.
Jennifer und ich standen genau dort.
Unter einem Reklameschild für heiße Girls, die einem die lange Weile vertreiben werden.
Wir wollten auf eine junge Frau zugehen, doch sie machte eine abweisende Kopfbewegung und entfernte sich langsam. Da sie in der Menge stand, war sie leicht zu verfolgen. Sie schien alle Welt zu kennen, die jungen Leute wie die Erwachsenen. Gelegentlich blieb sie stehen und sprach mit jemandem, doch nur für einen kurzen Augenblick, dann ging sie weiter.
Sie wanderte bis zur Straßenlaterne an der Straßenkreuzung und kam wieder zurück.
Die Musik kreischte in die Nacht hinaus und die lustigen jungen Leute standen vor der Eingangschlange.
Wir blieben vor dem Lokal stehen und behielten die Leute, die um uns standen, im Auge.
Jennifer ging weiter, so mutig wie sie war, und ich folgte ihr.
Müde und mit schmerzenden Füßen gelangten wir schließlich um drei Uhr Morgens in das Lokal.
„Was machen wir jetzt?“, fragte ich.
Wir warteten einige Minuten, dann gingen wir zur Bar.
„Hier ist wirklich gute Stimmung!“, sagte Jennifer, während ich an meinen Drink nippte und mich im Raum umsah. Sie sah mich an.
„Seltsam, wie die Zeit vergeht und uns verändert.“, sagte sie.
Ich weiß nicht, wie es geschah, doch plötzlich lag sie in meinen Armen.
Dann durchfuhr es uns wie ein Atomfeuer, und wir gingen so schnell wie möglich ins Hotel, das nicht weit weg entfernt war.
Wir konnten es nicht erwarten, zueinander zu kommen.
Kleider und Wäsche fielen auf unseren Weg ins Schlafzimmer, in die Wohnung.
Splitternackt stürzten wir vor Geilheit aufs Bett und verbissen uns wie blutrünstige Vampire.
Dann kam plötzlich die Explosion und wir fielen nach Atem ringend zurück. Wir starrten uns lange und ruhig in die Augen.
Jennifer lachte, gab mir einen Kuss, wälzte sich zur Seite und stieg aus dem Bett.
An der Badezimmertür bleibt sie stehen.
„Ich geh duschen“, sagte sie.
Ich nickte.
Sie drehte sich um und ging ins Badezimmer.
Gleich darauf war sie überraschend wieder da.
Ich spürte, wie die Tränen ihr in die Augen stiegen, und betrachtete sie wortlos.
Mit dem harten Leben zurechtkommen – das ist wohl schon immer die Lösung. Aber so leicht ist es nicht, die richtige Lösung zu finden, wenn man im eigenen Gefängnis lebt.
Plötzlich beugte Jennifer sich vor und gab mir einen Kuss. Sie lächelte mir zu.
„Und wenn ich dich bitte, bei mir zu bleiben?“, fragte ich Jennifer und sie sah mir in die Augen. „Vielleicht für immer.“
„Ich könnte mich dazu verleiten lassen“, sagte sie. Ich schwieg einen langen Augenblick. „Bleibe bei mir, wir sind ein gutes Team.“
In den nächsten Tagen verkehrten Ronny und Marie nur rein geschäftlich miteinander und gingen sich ansonsten, soweit das möglich war, aus dem Weg.
Sie hatte noch einen Tag, bis sie den Resturlaub bekam und dann bei der neuen Firma anfing.
Marie dachte nicht daran, noch einen Versöhnungsversuch zu starten. Keinesfalls wollte sie den Eindruck erwecken, dass sie nach Ronny hinterherjammerte. Wenn er es für richtig hielt zum Schmollen, sollte er es tun.
Wie die Dinge lagen, konnte sie nichts anderes zeigen als Haltung.
Das kostete für Marie eine gewaltige Anstrengung.
Natürlich, wie es auch bei anderen Beziehungsbrüchen abläuft, drückte der Konflikt auch auf die harmonische Stimmung im Büro. Es wurde weniger gelacht und gescherzt, geflirtet und geneckt als früher.
Aber eines Morgens, als Marie Ronny die Post hereinbrachte, schien ihr Gesicht noch finsterer als gewöhnlich.
Ron stand hinter dem Schreibtisch.
„Was ist denn eigentlich los mit dir?“, fragte er. „Fühlst du dich nicht wohl?“
„Es geht schon.“, war die ausweichende, mit einem Achselzucken begleitete gleichgültige Antwort.
Obwohl ihr danach nicht zu Mute war, besuchte sie weiterhin Partys und Diskotheken.
Marie erwartete nicht, dort Zerstreuung zu finden, aber sie wusste genau, dass es richtig war, sich auch ohne Ronny sehen zu lassen.
Die nächsten Wochen wurden eine glückliche Zeit für Ronny. Erst jetzt, da er sich wieder gefunden hatte, wurde ihm ganz bewusst, wie sehr er unter der Trennung von Maxi und Marie gelitten hatte.
„Aber was ist schon von Dauer?“, dachte er sich. „Nicht einmal das Leben!“
Anhang
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