Buch 10 für Schwarzleser: der schriftssteller erzählt
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LEUTE, sie haben mir ein Denkmal gebaut von Toni B. Casanova
Sancho. Einfach M. M. wie Mario Meyer. Er lernt Julia kennen. Was kommt dann? Eine verhängnisvolle Affäre? Eine leidenschaftliche Beziehung? Wer ist Mario Klunke?
Kapitel 1
Als die Bibel geschrieben wurde, war Jesus schon mindestens 40 000 Jahre tot. Oder? Er wurde gekreuzigt und zwanzig Jahre später wurden weitere Geschichten zur Bibel geschrieben. Es gibt total verrückte Gesetze in dieser chaotischen Welt. Wie in Utah: Dort ist der Ehemann für jedes kriminelle Vergehen seiner Ehefrau verantwortlich, das sie in seinem Beisein begeht. Verrückt, ne. Bevor ich jetzt von den dummen, naiven, großen wie kleinen Stinktieren erzähle, möchte ich wissen, in welcher Reihe sie sitzen. Wie viele Zellen hat ein Mensch? Ich denke, sie rechnen ihre Gehirnzellen mit, sonst kommen sie nicht weit. Also, ein Erwachsener besteht aus 100 Billionen Zellen. Was? Das glauben Sie nicht. Dann zählen Sie doch nach! Während sie ihre Zellen zählen, erkläre ich, wie 100 Billionen aussehen. Das ist eine 100 mit 12 Nullen. Klar? Würde man die gerade mal 40 Tausendstel Millimeter kleinen Zellen aneinanderreihen, wäre die Kette vier Millionen Kilometer lang und würde 100-mal um die Erde reichen.
Schon das Aufreihen würde mehr als drei Millionen Jahre dauern.
Allein im Gehirn sind rund 20 Milliarden Nervenzellen aktiv, von denen uns täglich 100 000 verloren gehen. Ich denke, Sie werden das schon verstehen.
Das entspricht?
Der Größe eines Fliegenhirns.
Im restlichen Körper ist die Zellenbilanz ausgeglichen.
Es werden immer wieder so viele neue gebildet wie absterben.
Damit sind die Zellen gemeint.
Übrigens!
Die ältesten Zellen haben wir in den Knochen.
Sie können bis zu 30 Jahre alt werden.
Zellen auf den Lippen überleben dagegen nur zwei Wochen.
Viele Menschen begeben sich selbst in größte Unfreiheit.
Obwohl sie eigentlich Freiheit anstreben.
Sie werden abhängig von Arbeitswut, von Erfolgszwang und von Weltanschauungen.
Im aller schlimmsten Fall von Drogen, Neid und Gier.
Es war das Jahr 1990 – im September.
Ein schwerer, dramatischer Verkehrsunfall gab mir das aus, um meine Pläne im Leben anzustreben, die ich mir eigentlich vorgenommen habe zu verwirklichen.
Ich erinnere mich, was später die Ärzte und Polizisten mir berichteten.
Ein großer Lastkraftwagen mit Ladung nahm mich bei überhöhter Geschwindigkeit von der Seite aus der Kurve mit und schliff mich circa 15 Meter über die nasse Fahrbahn.
Drückte mich dann mit der Geschwindigkeit beim Bremsen gegen eine Häuserwand des Fachwerkhauses.
Die Helfer von der Feuerwehr brauchten mindestens eine halbe Stunde, um mich aus dem eingedrückten, verformten Auto (es war eine japanische Karosserie) herauszuholen.
Es war ein roter Japaner.
Mit dem Wagen war ich beruflich unterwegs und wollte zu einem neuen Kunden, der bestimmt auf mich gewartet hat.
Zuvor hatte ich noch eine Meinungsverschiedenheit mit meiner Freundin Verena, der ich klargemacht hatte, dass es mit uns vorbei sei. Sie reagierte nur noch auf ihre neue Freundin Svenja mit Rat und Tat.
Ich hatte kein Geld mehr im Haus, seitdem sie mit dieser Person verkehrt hatte, und nach vielen Reden, Reden und Reden reagierte sie immer noch nicht.
Es ist doch komisch. Immer wenn ich mich in eine Frau verliebte, mit der ich mich auch binden wollte, wie in eine Wohnung ziehen, war ich später Pleite.
Mit einem Hubschrauber brachte man mich dann ins Unfallkrankenhaus.
Ich bekam von dem Flug nichts mit.
Auch von den weiteren Tagen wusste ich nichts.
Denn ich war mindestens zwei Wochen im Koma, es kann auch länger gewesen sein – eigentlich hatten die Ärzte mich schon aufgegeben.
Als ich auf der Intensivstation plötzlich zu mir kam, erinnere ich mich, dass ein Pfleger mich im Bett auf eine andere Station geschoben hat und mich auf der Neurologie in ein Zimmer brachte.
Ich erinnere mich sogar noch daran, dass mich eine Schwester Ute tyrannisierte.
Sie wollte immer, dass ich ihren Namen sage und auch behalte.
Und ich sollte ihm immer sagen: „Ute, Schwester Ute“.
Später, als sie dann das Krankenzimmer verlassen hatte, hatte ich auch den Namen vergessen. War es „Ute?“ „Schwester Ute?“ Was war geschehen? Ich hatte einen Bluttumor in der linken Gehirnhälfte.
Mein Glück war, dass diese Blutschwellung im Gehirn sich von selbst verdünnisiert hat.
Sonst hätten die Ärzte in meinem Kopf bohren müssen, aber mit hohem Risiko.
Der Sarg hatte schon gerufen und die Engel waren da und putzten schon die Glocken.
Dennoch spürte ich einen schmerzhaften Nesselschmerz in der ganzen linken Körperpartie.
Es war auch nicht einfach, mich von selbst vorwärts zu bewegen, denn ich hatte eine Lähmung in der linken Körperhälfte.
Trotzdem bin ich zur Toilette allein über den Flur auf der Station geschlichen, aber leise und unauffällig.
Denn es sollte immer eine Krankenschwester von der Station mich begleiten.
„Aber doch nicht auf dem Klo!“, sagte ich mir.
Auf meinem Zimmer lag noch ein Patient, der einen schweren Schlaganfall hatte.
Es war ein sehr schwieriger Patient für die Schwestern und Pfleger auf der Station – auch für mich, natürlich, keine Frage, denn er wollte sich nie von dem weiblichen Personal füttern lassen.
Und Waschen?
Nah, dann war erst einmal etwas los auf der Station. Er schimpfte so, wie er konnte.
Es war nicht laut, aber er konnte seinen Körper sehr steif und starr machen.
Seine Frau, die ihn auch besuchte, beschimpfte er immer, wie er konnte, aber sie konnte ihn nicht sehr gut mit dem Nuscheln verstehen.
Ich auch nicht, so konnte ich seine Worte nicht deuten und gab ihm immer mit einem „Ja“ Recht, damit er nicht ganz ausrastete.
So unterhielt sie, seine Frau, sich mit mir, als er dann plötzlich einschlief. Sie muss unendliche Jahre jünger gewesen sein als er.
Denn sie war noch eine sehr attraktive Frau.
Die Schwestern berichteten mir dann später, dass ich auf der Intensivstation mit vielen Schläuchen gelegen habe, als sie mir noch innige Sonden am Körper entfernten.
Nach circa fünf Wochen haben die Ärzte, nein, es waren sechs, mich zum ersten Mal aus dem Krankenhaus entlassen.
Ich hatte da nämlich schon eine Überweisung zu einer Rehabilitationsklinik, wo ich dann auch erst einmal mein Gleichgewicht trainieren musste und sollte.
Später bekam ich noch viele Wochen für eine Rehabilitation verschrieben, die das Konzentrationsvermögen trainieren sollte.
Also, Neurologen wie Psychologen können einen ahnungslosen Patienten wie mich auch um den Verstand bringen.
Wie schnell ich mich konzentrieren konnte?
Ich ließ meine Entlassung aus dem anderen Krankenhaus schon nach vier Wochen veranlassen, denn es war keine Genesung mehr.
Es war schon Ärzteterror.
Wenn der Chefarzt Visite machte, es war immer donnerstags, dann waren alle Therapien gestrichen, nur weil der Chefarzt uns jedes Mal in dreißig Sekunden Rhythmus fragte: „Was haben Sie heute schon geleistet?“
Ich gab ihm dann zur Antwort. „Ich habe auf sie gewartet, und das schon drei Stunden am Vormittag, und der Tag ist jetzt auch versaut, weil keine Anwendungen sind.“
Jeder von den Ärzten wollte seine Technik an mir ausprobieren.
Ich kam mir vor wie ein Versuchskaninchen.
Ich durfte bei den Neurologen und Psychologen nie etwas meinen oder denken. Schon hatte ich eine neue Krankenanamnese im Krankenbericht.
Ich kam dann zu Hause an, meine Freundin Verena war ausgezogen und ging zu ihren Eltern nach Leipzig. Wo sie auch herkam.
Den Fernseher hatte sie auch mitgenommen und die Telefonrechnung war auch in meiner Abwesenheit überstrapaziert.
Nun gut. Ich sollte mich nicht beschweren, denn es gibt immer etwas Schlimmeres im Leben.
Kennen gelernt haben wir uns in Berlin, wo wir unseren Plan geschmiedet hatten. Es war ein Fluchtplan aus der DDR. Seit meinem schweren Verkehrsunfall verfolgt mich die panische Angst.
Die Angst zu sterben. Als ich im Koma lag, spielten meine Gedanken verrückt.
Ich lag auf einer fahrbaren, rostigen und klapprigen Trage unter einem alten Carport.
Drei Pfleger rückten die quietschenden Tragen hin und her, schoben welche in ein altes Gebäude.
Dann bemerkte ich in dieser Umgebung, wie sich zwei Pfleger über die Niere und das Herz eines halbtoten Menschen unterhielten.
Es war ein menschliches Ersatzteillager für Organe, die für viel, viel Geld verkauft wurden.
Plötzlich bekam ich es mit der Angst und bin auf der Flucht vor diesem Organhandel.
Ich glaube, dass das Bett, in dem ich gelegen habe, nass war.
Nass vor Angst.
Ich war ja noch im Koma und kein Mensch konnte mir sagen… Was sollen die mir schon sagen können?
Man lebt nur zweimal. Dann habe ich kein drittes Mal.
Doch wer interessiert sich schon dafür?
In der freien Marktwirtschaft sollen die Menschen funktionieren, und wenn sie nicht funktionieren, dann werden sie ausgewechselt.
Mit einem Alter von neunundzwanzig Jahren zählt der Mensch schon zum alten Eisen, sagte eine Mitarbeiterin von der Personal- und Karriereberatung, als ich optimistisch und ahnungslos einen Job suchte.
Zu Hause legte ich zuerst im Schlafzimmer meine Reisetasche mit den Sachen ab und ging ins Café, unten in der Straße zu „Tutti“.
Tutti hieß auch der Besitzer des Cafés, ein Italiener aus Deutschland.
Geboren im bunten Deutschland.
Also, ein deutscher Italiener.
Ich ließ mir einen Espresso bringen und dachte über viele Dinge nach, was ich aus dem jetzigen Leben machen soll.
Ich hatte bei meinem Unfall einen Schutzengel gehabt, versicherten mir immer die Krankenschwestern aus diesem Krankenhaus.
Doch ich habe keinen gesehen?
Wo bist du? Schutzengel.
Wie siehst du aus?
Was machst du sonst so?
„Wie heißt du?“, fragte ich, wie ein Irrer. Aber keiner meldet sich. Ich bin Sancho. Eigentlich heiße ich Mario Meyer, wie M. M.
Dafür kann ich nichts, denn meine Mutter hatte mir diesen bedeutungslosen Namen gegeben.
Heute ist sie schon lange tot und ich habe meinen Namen immer noch.
So habe ich mir selbst den Namen Sancho gegeben.
Über mein Alter spreche, schreibe ich nicht und denke ich nicht einmal darüber nach.
Das macht mich ja so unwiderstehlich und interessant.
Heute bin ich Künstler, dennoch war ich damals Finanz- und Wirtschaftsberater oder auch Unternehmensberater.
Ja, ich habe den Leuten das Geld aus den Taschen gezogen.
Das Geld der anderen Leute interessierte mich sehr.
Es war mein Job.
Heute sind andere Vollidioten dabei und glauben noch daran, das schnelle „Geld“ zu machen – ach so, Euro (€), heißt das Geld heute ja.
„Hast de' mal nen Euro?“, fragt der Penner die Leute, die neben einer Sparkasse oder Bank die Hand aufhalten, um sich endlich ne' Flasche Bier für den Tag im Supermarkt holen zu können.
Später dann liegt der Penner nicht in der Bank, sondern auf der Bank. Auf der Bank, im Stadtpark.
Ich befinde mich auf einer Insel im Mittelmeer.
Ist das die Voraussetzung für ein neues verrücktes Leben?
Herrliche Strände, ich kann im klaren Meer baden und verschiedene Wassersportarten betreiben.
Die antiken Städte, in denen ich mich bewege, sind atemberaubend.
Nicht so wie in Deutschland.
Die immer Krieg spielen müssen.
Hier kann ich ausspannen und mich von den braun gebrannten Mädels verwöhnen lassen.
Mit meinem Jeep bin ich unterwegs, wo die verrückten Götter Urlaub machen.
Ich hörte ein Echo und es transportierte die Buchstaben. „Z - y - p - e - r - n". „Danke!“ „Echo, danke!“, rief ich in den Wind. Und was kostet die Welt? „Was kostet das Leben?“, habe ich mich gefragt, so allein im Straßenstaub, auf den Straßen der Insel.
Leute behaupten, Zypern sei die schönste aller Mittelmeerinseln.
So schön wie Aphrodite?
Göttin der Liebe, die hier einmal die Erde betrat?
Wilde Steilküsten und liebliche Sandstrände, kühle Zedernwälder und glühende Orangenhaine, muss ich ertragen, für ein schönes Gefühl der Sinne.
Sanfte Hügel und steil aufragende Felsen, wie bei einer Frau.
Die ganze Welt in einer Nussschale, wie bei einer Frau.
Eine Frau, ein Land mit vielen Wundern und Kontrasten.
Wie vielfältig sind auch die Geschichten der Frauen, wie von diesem Land. Sie reichen bis in die Steinzeit zurück.
Ist das nicht witzig?
Sie haben alle ihre Spuren hinterlassen: Frauen, Assyrer, Divas, Ägypten, alte Weiber, Römer und verstaubte, feuchte Muschihöhlen.
Frauen sind wie Länder.
Ein lebendiges Bilderbuch der Weltgeschichte.
Das wertvolle Gut Zyperns sind die Menschen.
Sie sind liebenswürdig.
Es sind offenherzige Menschen.
Ihre Sprache kennt das Wort »Fremder« nicht.
Nur das Wort „Xenos“, das „Gast/Fremder“ heißt, was ich feststellen musste. Denn das Wort „Fremder“ kenne ich sehr gut, wie: „fremde Frau, schau mich nicht so an, sonst werde ich Pudding in den Knien!“
Ich werde hier von der Sonne verwöhnt – ein Land in ein Meer von Blüten.
Es ist heiß, aber angenehm trocken. Ich bin im Wasser zum Baden.
Später habe ich mir einen Platz an der Sonne gesucht und genieße ein Gläschen Wein.
Was braucht man mehr zum Glücklichsein?
Braun gebrannte Frauen, die sehr entspannt sind.
Dennoch gehe ich zum Markt unter freiem Himmel. Hier entdecke ich leckere Kirschen und saftige Erdbeeren, wie Töpfereien und Webereien.
Sogar Klöster, in denen Nonnen Ikonen malen und Mönche Weine keltern, konnte ich sehen.
Insel der Götter.
Und ich bin auch ein Gott.
Oh mein Gott!
Griechen bauten Aphrodite bei Pafos ein Heiligtum.
In Lefkosia winke ich der Freiheitsstatue entgegen, die sich immer freute, wenn ich vorbeikam.
Aber nichts beeindruckt mich wie die mystischen Erinnerungen an Aphrodite.
Bei den Felsen von Petra tou Romiou nahe Pafos betrat sie die Sage nach unserer Welt.
Aphrodite war geboren aus dem Schaum des Meeres, wie Homer berichtet.
Und in einer idyllischen Grotte am Eingang zur Halbinsel Akamas pflegte sie zu baden.
Und ich war nicht da.
Ich kann hier Schlemmern wie die Götter.
Klar, ich bin ein Gott.
Frische Salate und köstliche Soßen, delikate Vorspeisen, Meeresfrüchte und frischen Fisch. Weiterhin gibt es gesottene und gebratene Fleischgerichte und viele, viele leckere Speisen mehr.
Ein Fest für Gaumen und Magen.
Mein bester Begleiter des großen, himmlischen Fresses ist der trockene Wein.
„Süße einer Liebe, meine Schöne, gleicht dem Wein“, hießen die innigen Worte von Marc Anton an der Kleopatra.
Ein reges Leben herrscht hier auf der Insel.
Hier ist die Welt noch in Ordnung.
Kristallklar ist das Wasser.
Bis zum Grund.
Sauber sind die Strände.
Rein ist die Luft.
Klar, für Götter.
Sorgen haben hier auf der Insel Einreiseverbot.
Das heißt, dass Deutsche dazugehören.
Doch das verstehen diese Leute nicht.
Ich finde hier Ruhe und Gelassenheit.
Das ist nichts für Deutsch, zum Beispiel.
Sie kennen nur Hektik und Nervenkrieg.
Gott sagt: „Du kommst hier nicht rein, du Psychopath!“
Wie das Leben spielt. Nachdem ich aus meinem Schlaf erwachte, wurde mir klar, dass das alles nur ein Traum gewesen sein sollte.
Als ich wieder zu Bewusstsein gekommen war und einigermaßen klar denken konnte, fragte ich mich, ob der Auslöser, die bunten Bilder im Reisekatalog, dafür gewesen war, dass ich auf dem Sofa eingeschlafen bin und dass sich alles so zugetragen hatte.
Allerdings war es bestimmt nicht nur eine Laune des Schicksals.
Aber in all den Jahren hatte ich keinen sonnigen Urlaub an einem Strand in der Karibik oder so, nie einen erholsamen Gedanken für mich gehabt. Ich will endlich mal etwas für mich machen.
Natürlich las ich bestimmte Fachbücher, die mir meine Fragen beantworten konnten, was ich also machen sollte.
Also, gut, ich werde meine Klamotten packen und das Bundesland Niedersachsen verlassen.
Über einen Immobilienmakler beschaffte ich mir eine Wohnung in Berlin.
Bei dem Wohnungsmangel in Deutschland war es verständlich, dass es einige Wochen dauern würde. „Ich will hier raus!“, schreit mein Unterbewusstsein. Denn ich wohne zurzeit noch auf einem Dorf.
Irgendwo in Hannover.
Wer es nicht glauben mag, der sollte einmal nach Hamburg, München oder Berlin reisen.
Hannover, das größte Bundesland, gleich nach Bayern, eines der drei ärmsten Bundesländer in Deutschland.
Es ist ein Nest, umringt von vielen Dörfern und Kleinstädten, wenn ein Dorf die Einwohnerzahl sprengt. Keine Industrie, aber viel Land, Wald, Traktorfahrer und Führer, die ihren Mähdrescher leiten.
Aber zu Hause führen die Weiber mit ihren dicken Bäuchen und Ärschen ihre Männer, die dahin Suppen. Der Norden, kalt und immer dunkel.
Die Messestadt Hannover, das ist auch schon alles, worüber die Leute sprechen könnten, wenn es etwas gibt, worüber die Leute in den anderen Bundesländern reden könnten.
Kein Mensch kennt dort sonst Hannover, wie Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf.
Außerdem gibt es die hässlichsten und naivsten Frauen hier. In Tanzveranstaltungen, wie Discos oder Partys, tanzen die Männer und Frauen getrennt, also: Frauen tanzen für sich und die Männer, die noch welche werden wollen, für sich.
Manchmal stehen dann auch die Weiber dabei herum und glotzen zu, denn sie finden das süß, wenn Männer tanzen.
Wie Schwule?
Aber in all den Jahren, die ich hier gelebt habe, als würde ich auf der Flucht sein, hatte ich nie ein Gefühl des Vertrauens gefunden.
Mein Hirn, das nicht sterben wollte, und mein Geist des Optimismus gaben mir die Kraft.
Ich ließ keinen Menschen, Vollidioten, zu, mich von meinen Plänen abzulenken.
Auf dem Küchentisch waren Briefe, die der Nachbar eingesammelt hatte, als ich im Krankenhaus lag.
Volle Einkauftüten vom Supermarkt standen auf dem Boden und warteten, ausgepackt zu werden.
Ich packte dann schnell die Tüten aus und legte die Sachen auch gleich an Ihren Ort.
Der Kühlschrank war so gut wie leer. Ein paar Gewürze und einige Flaschen Mineralwasser, Cola und Bier waren noch da.
Dabei war ich überrascht, dass Verena sich die Mühe machte, etwas Flüssigkeit da zu lassen.
Ich zog neugierig Schubladen auf, in denen nutzloser Krimskrams herumrollte.
Es scheint, dass ich keinen einzigen Stift im Haus besitze.
Doch dann konnte ich noch einen Bleistiftstummel ganz oben in der Ecke in der offenen Lade finden.
Ich wollte mir ein paar bemerkenswerte Notizen für den nächsten gedemütigten Einkauf machen.
Der Inhalt des Kühlschrankes war kaum nahrhafter als meine Gedanken, die genauso leer waren. Denn ich hatte absolut keinen Plan, was ich aus dem Supermarkt holen müsste. Ich brauche Bier, Mineralwasser und einen klaren Gedanken, was man so alles in den Einkaufskorb packen sollte, damit der Essenstisch gedeckt ist.
Ich blieb vor dem offenen Kühlschrank stehen.
Mir ist kalt.
Mir wird sehr kalt.
Es ist kalt.
Es scheint, dass ich ein Faible für leere, offene Kühlschränke hätte.
Ich habe Kühlschränke am liebsten randvoll mit Essen und Trinken.
Ein Zeichen des Wohlstands?
Ein wirtschaftlicher Aufschwung?
Natürlich entdeckt einer jener nie alte Essensreste, von zwei Monaten oder von einer Woche, aus denen schwarzer und grüner Schimmel wuchert und die faulig modern in ihren Schüsseln aus Plastik, wie PVC, vor sich hin stanken.
Ich schloss die Tür vom Kühlschrank.
Ich saß am Küchentisch und noch immer war da ein kleiner Stapel Post.
Interessenlos hatte ich die Werbung und einen Brief von Verena in den Abfalleimer segeln lassen und dann die Rechnungen von den persönlichen Briefen getrennt.
Davon gab es genau keinen.
Der Umschlag von Verena war handgeschrieben, ohne Absender.
Zaghaft nahm ich mir eine Zigarette aus der Schachtel und zündete sie mir mit dem Feuerzeug an. Ich nahm einen kurzen Zug.
Eigentlich schmeckte mir die Zigarette nicht einmal, aber Hauptsache, es dampft und riecht nach Tabakrauch.
Die Rechnungen waren wie immer das Übliche.
Telefonrechnungen und Mahnungen vom Inkasso.
Die Wohnung war wirklich nett, als ich eingezogen war.
Inzwischen ist die Miete so hoch, dass ich mich verändern muss. Ich hielt inne.
Beruflich wollte ich mich auch anders orientieren.
Natürlich musste ich mir meinen Lebensunterhalt verdienen.
Mit Drogen?
Vielleicht sollte ich mich bei den Damen für Sex bezahlen lassen.
Hastig wischte ich mir mit den Händen über das müde Gesicht.
„Los und Reiß dich am Riemen.“ „Jammern kannst du später, wenn du es nicht gemacht hast“, sagte ich mir leise.
Ich rechnete mir aus, was das alles kostet. Und das kostet.
Dann begriff ich es, dass ich es systematisch angehen sollte.
Dennoch wusste ich nicht recht, wo ich anfangen sollte.
Von der Kochnische ging ein Balkon ab. Dort schaute ich erst mal in der Gegend umher.
Arm und Schulter taten mir nach meinem Unfall immer noch weh.
Und ich war so schwach.
Die erschlaffende Müdigkeit war langsam, aber unaufhaltsam durch den ramponierten Körper aufwärts in meine zerbrochene Seele gekrochen.
Ich versuchte noch, motivierende Kraft aufzubringen.
Es war vergebens.
Ich bin völlig ausgepowert.
Die Sonne war schon vor einiger Zeit untergegangen, sodass es inzwischen völlig dunkel war.
Der Tag sagte: „Tschüss, schade, ich muss schon gehen, aber ich komme wieder, keine Frage in den nächsten Tag.“
Ich kletterte mit meinen Klamotten ins Bett, dennoch war ich zu schwach, mir meine Sachen auszuziehen.
Und kalt ist es mir gewesen.
Ich zog die Decke hoch und das Kissen nach unten, bis ich wie im eiflauschigen Kokon lag.
Ich fragte mich, was meine Schwester Paula wohl gerade machte.
Geht sie mit ihrem Mann David auch zu Bett?
Für ihre Kinder Susanne und Adrian, die allen Verboten zum Trotz bis spät in die Nacht, in ihrem Zimmer herumspuckten.
Das Fernsehprogramm auf- und abschauen und mit der Fernbedienung das Programm rauf- und runterzappen.
Dabei kommen sie sich auch immer in gewaltigen, nicht lautlosen Streit, wer was gucken will oder wer die Macht über die Fernbedienung hat.
Skrupellosigkeit zwischen Geschlechtern und Geschwistern – und Susanne gewann den Kampf immer.
Sie schrie und heulte, wie eine abgestochene Katze, und ihre Mutter war da. Adrian bekam eine gescheuert und Susanne grinste sich innerlich eins.
Befand sich David schon im Bett?
Falls ja, dann schlief er bereits.
Dieser Mann konnte innerhalb einer Minute in bewusstlosen Schlaf fallen.
Eine Eigenschaft, die meine Schwester jedes Mal in unverstandenes Erstaunen versetzte, wenn sie im kalten Bett lag, den Kopf mit halbfertigen Gesprächen vom Tagesgeschehen, Aufgabenlisten für den nächsten Tag, bunten Bildern und herzbeklemmende Sorgen: Was wem wohl alles zustoßen könnte.
Plötzlich sah nachdenklich Paula ihren David vor sich: Wie er damals, kurz nach der Hochzeit, immer noch mit einem gebügelten Schlafanzug ins Bett ging und damit sein Haar morgens nicht in alle Himmelsrichtungen Abstand zog, zog er sich ein schwarzes Haarnetz über.
Davon ließ er erst mit der Zeit nach.
Heute schläft er nackt.
Und er braucht einen Spiegel, damit er seinen Pimmel bemerken kann. So fett, so dick ist dieser Mensch geworden.
Eine krasse Umstellung in seinem Leben und das ist sehr langweilig.
Sein vorlauter Hund, ein kleiner Schäferhundmischling, trägt ein braunes Tuch um den Hals, wo „Jesus“ drauf abgebildet ist. Das bissige, wie verspielte Tier hieß Konrad.
„Netter Hund”, war das Einzige, was mir einfiel, als ich das Tier zum ersten Mal sah.
Noch heute backt meine Schwester ihrem David Schokoladenkekse.
Daran darf ich jetzt nicht denken.
Sonst muss ich kotzen. Sonnenlicht strömte durch die Fenster in den Raum. Bestimmt herrschte draußen bereits eine enorme Hitze, aber die Wärme im Zimmer war angenehm.
Dennoch stinkig und abgestanden.
Ich spielte flüchtig mit dem Gedanken, ins Bad zu gehen, aber ich fürchtete mich vor der Nässe.
Aber ich ging für das Erste am Morgen in die Küche und holte mir etwas zu trinken aus dem Schrank.
Es war die eklige Cola, voll mit Zucker und vielen Aromen, damit das Gesöff den Colageschmack bekommt.
Ich konnte meinem Körper nicht trauen, denn was sich plötzlich wie anfühlte, war vielleicht gar kein echter Hunger.
Wetten konnte ich darauf, dass dieser Körper Vergeltung üben würde.
Ich aß die Waffeln aus Ei vom Supermarkt und spülte sie mit der braunen Cola hinunter.
Und ich wartete ab, während ich spürte, wie die Waffeln meinem zarten Schlund entkamen.
Mein Magen schien die verzuckerte Nahrung mit nur leichtem Übelkeitsgefühl bei mir zu behalten.
Ich dachte darüber nach, ob ich mir einen Magenbitter zu mir nehmen sollte.
„Egal.“, sagte ich mir und fand mich damit ab, mich zum Kotzen zu fühlen.
Aber was sind schon Gefühle?
Zum Kotzen.
Ich ging wieder ins Schlafzimmer.
Ich hatte in einem Modemagazin für Männer gelesen, dass man in dunklen Farben leichter aussah. Ich glaube, es war doch ein Frauenmagazin.
Dennoch habe ich nur Schwarz getragen.
Zusammengeknüllt im großen Kleiderschrank fand ich eine ausgewaschene Jeans und ein schwarzes Shirt, das ganz schön zerknittert ist.
Als ich die Sachen ausschüttete, um sie wieder in den normalen Zustand zu bekommen, stieg ein smarter, süßer Duft von Verenas Parfüm mir entgegen.
Sie hatte mal wieder meine Klamotten getragen.
Sie erzählte mir dann immer, dass ich ganz nah bei ihr wäre, wenn sie Sachen trägt.
„Egal“, dachte ich.
Der Duft benebelte und verwirrte mich, dass sich ein buntes Bild von ihr in meinen Kopf setzte.
Sie hatte keinen Fummel an, schnuppert nach diesem Parfüm und steht vor der Tür mit einem verführerischen Blick.
„Wo willst du hin?“, fragte ich Sie.
Verena lächelte mir nur zu und fasste genussvoll ihre vollen Brüste.
Plötzlich zerstörte etwas meine Gedanken.
„Egal.“, dachte ich nur noch und ging ans Fenster, das ich erst einmal öffnen musste.
Und wie immer klemmte es ein wenig.
Die frische Luft durchdringt meine Lungen.
Aber zu gering für meinen Kreislauf, um den perfekten Rundumschwung zu erreichen.
„Gib mir Energie.“, sprach ich, denn unter Garantie werde ich diese Einheiten für diesen Tag brauchen.
Schon schnuppere ich die unerklärlichen Gerüche im Zimmer. Klarer Fall von abgestandener Lebenskraft.
Ich versuchte erst einmal alle Fenster in der Wohnung zu öffnen, damit dieser eklige Leichengeruch rausgeht.
Mit Leiche meine ich einen abgestandenen Geruch der Vergangenheit.
Eine ungewöhnliche Duftkomposition, eine neue Kreation von einem außergewöhnlichen Parfüm.
Es gibt Menschen, die werden davon geil oder flippten aus, wie auf Droge oder so.
Aber ein Auf-Junkie-Machen gilt nicht.
Schnell noch mal schnuppern.
Oh Gott, mir dreht sich der Magen. Heute sind doch alle Menschen, außer ich, Sancho, so schrecklich versaut.
So abgefuckt.
Also, unschuldig ist heute kein Mensch mehr.
Die tun nur alle so, als wären sie die unschuldigen Engel der Nation.
Nicht von hinterm Mond.
Mehr so ein bisschen naiv, manchmal auch viel mehr naiv.
Schön und gut. Es ist ja nichts einzuwenden gegen Vollidioten, die ihre eigene Demokratie besitzen.
Aber dann sollen Sie doch einfach mal die Schnauze halten, wenn Sie keine Ahnung haben. Die Deutschen stehen auf Demokratie, denn man kann immer eine Meinung haben, egal wo sie sind, egal ob sie auch wieder einen Menschen in seine Privatsphäre eindringen.
Sind Menschen noch Menschen?
Kommt in einer zivilisierten Gesellschaft das Tierische hervor?
Wozu gibt es eine Zivilisation?
Was ich auch immer sah: Ich muss es aus mir herausholen, sonst gehe ich kaputt.
Eigentlich bin ich ein frischer und unverbrauchter Typ.
Ich bin nicht schüchtern.
Aber zurückhaltend.
Eher frech?
Unbekümmert.
Moderat?
Bin ich eher unkonventionell?
„Egal!“, denke ich.
Das macht mich auch erotisch.
Für alle.
Für Frauen.
Für Männer?
Ich bin doch nicht schwul.
Ich bin eben ein Freigeist.
Ein unkomplizierter.
Fast bin ich ein bisschen durchgedreht, sagen die anderen.
Nicht durchgeknallt, sagen die Einen. Klar.
Ich bin also ein bisschen ungezähmt.
Eigentlich bin ich schrecklich empfindlich, wenn ich mich falsch verstanden fühle.
Ungezähmt?
Eine Spur verrückt?
Verrückt, genau.
„Vor allem aber erotisch“, schwärmte Schwester Jutta von der Station im Krankenhaus und verdrehte vielsagend die Augen, als wir im Waschraum zum Duschen waren.
So kam es also, dass ich die Tage mich beim Immobilienmakler einfinden sollte und eine tolle Wohnung in Berlin bekam.
Ich hatte noch angespartes Geld auf meinem Konto auf der Bank, was ich mir für sehr schlechte Zeiten gewinnbringend zurückgelegt hatte.
Es ist nur mein Geld, ohne dass mir eine Frau davon riecht und auf den Geschmack kommt.
Ich habe mir die große Wohnung modern eingerichtet, mit Designermöbeln.
Unschuldig, gleichzeitig frech, verrückt und vor allem so erotisch, dass es den Damen quasi die Pumps auszieht.
Vielleicht auch gleich die ganzen Klamotten.
Die alte Wohnung in Hannover wurde von einem Entsorgungsunternehmen geräumt, und das war kostenlos, denn sie behielten die Wohnungseinrichtung.
Für einen Umzug wäre es einfach nicht mehr wert gewesen.
Das passt mir wie die weiche Faust aufs abgedeckte Auge und ist gleichzeitig bequem und praktisch.
Denn ich musste mich um nichts mehr kümmern.
Ha, Abschied von Bauern und dem naiven Volk aus Niedersachsen, wo die Gehirnzellen nicht mehr wachsen.
Ich sag nur 10 %.
Das stellte Albert Einstein schon fest.
Ich wollte nicht anders sein.
Und vom Dummsein und Dummtun verstand ich nichts.
Also, die Blindenbinde kam für mich nicht infrage, der weiße Stock wohl auch nicht.
Aber da war doch noch etwas…
Eines habe ich im Krankenhaus trotzdem gelernt: Kämpfen, etwas bewegen, sonst bewegt sich nichts.
Ich habe mir mein Reich erobert. Nun bin ich Experte für den Stil und die Etiketten.
Sprich Lifestyle in allen Variationen. Die leergefutterte Tüte wandert in den schon übervollen Eimer, der in meinem neuen Büro steht.
Mit der Wohnung sah ich mir auch gleich ein Büro am Potsdamer Platz an, mit dem Immobilienberater, der meinen Geschmack und meine Vorstellung kannte.
So, jetzt wird sich mein Leben ändern und ich werde mir gleich eben auf der Etage die Füße vertreten, um gegen den platten Bürohintern anzukämpfen.
Plötzlich höre ich ein Schnattern, schnatter, Quark schnatter.
Es klingt so verdammt kläglich.
Mehr nach Ente als nach Frosch.
Fröhliche Frauen im Pausenraum. Sekretärinnen mit einem jungen Chef aus der unteren Etage.
„Schnatter, schnatt, schnattelischnatt.“ wird er von dem weiblichen Geschlecht bezirpst.
Abseits, hinter einer dicken, vollbusigen Frau, versteckt sich ein weibliches, zartes Wesen, das gar nicht fröhlich ist.
Wahrscheinlich ist sie noch schüchtern und muss sich erst ihren Platz im Weiberclub erobern.
„Hallo!“, rief ich Ihnen zu und schaute mich ratlos um.
Irgendjemand ist bestimmt hier für den frischen, heißen Kaffee zuständig.
So eine Praktikantin vielleicht oder die nette Putzfrau?
Eine Polin?
Vielleicht.
Oder auch vielleicht ganz sicher.
Klar doch.
Entschlossen drehe ich mich um und ging in mein Büro zurück.
„Schnitt, schnitt, schnitt“, hörte ich die Frauen nur noch kümmerlich. Okay, das war’s.
Seufzend zog ich mir meine Anzugjacke aus und löste mir die Krawatte am Hals.
Ich setze mich an meinen Schreibtisch und ging meinen Terminplaner durch, um später schon mal ein paar interessante Leute anzurufen.
Es gibt keinen Weg zurück. Jeder Schritt. Tritt für Tritt.
Was geschehen ist, ist schon wieder Vergangenheit.
Die Zeit geht mir davon.
Meine Träume schob ich immer vor mir hin, weil ich immer für andere Kompromisse machte und auf vieles verzichten musste.
Für sie zählte immer nur das Kind und Heiraten wie eine Familie.
Aber dann? Kind war da. Heiraten, das wäre ein Alptraum gewesen.
Dabei denke ich nur noch an die Diva-Schwiegermutter, und die Frau, die ich einmal kennengelernt und geliebt habe, ist nicht mehr die Frau, die es gewesen ist, wo meine Gefühle hin und weg waren. Sie kamen plötzlich von einem anderen Planeten. Und ich bin Pleite. Ich habe Sehnsucht. Da läuft das Leben gerade super, die richtige Frau ist gefunden. Ich fühle mich sicher und geborgen. Und trotzdem diese Querschläge im Hirn. Dabei erinnere ich mich, wie fanatisch und begehrenswert ich mich immer am Anfang einer Begegnung/Beziehung gefühlt habe, weil ich in den Augen der Frau der tolle Powermann war.
Ich vermisse nicht das ständige Auf- und Ab, das ich mit der Frau durchlebt habe. Dieses Auf- und Ab ist mit der Zeit anstrengend und zieht an den Gefühlen.
Dabei war genau das auch der Trennungsgrund. Frauen sind wie das Wetter. Verwirrend.
Frauen finden das normal.
Für mich ist das ein Wirrwarr der Gefühle.
Ich habe mehr auf gemeinsame Interessen Wert gelegt. Erst war der Sex auch ein gemeinsames Interesse. Doch dann?
Dann war für die Frau Sex nur noch eine Nötigung, wie bei ihren Freundinnen, die schon seit sieben Jahren keinen Sex mehr hatten.
Wenn ich dieses Mal eine solche Situation kennengelernt habe, dann wusste ich auch, warum.
Männer würden dafür nicht einmal würfeln gehen.
Es gibt Frauen, die glauben, Sex wäre nur zum Kinderkriegen da.
Sie sollten mehr ficken, dann wären sie nicht so depressiv und hätten weniger Magengeschwüre.
Es würde sogar vorkommen, dass diese verzweifelten Frauen einmal mehr lächeln.
Es ist zwar tröstlich, dass ich mit meinem Gefühlschaos nicht allein bin.
Frauen vergleichen einen ständig mit ihrem Ex. Manchmal haben Sie noch eine Bindung und sind befreundet.
Sie erzählen dem Ex, was so alles in meinem Bett geschehen ist und so…
Ich projiziere mir zurzeit Sehnsüchte auf gefühlvolle Momente, die mir das Leben gegeben hat. Augenblicke, die sehr innig mit meiner Partnerin waren.
Dass ich mich dabei in die Vergangenheit flüchte, ist normal. Ich habe sie schon erlebt und keiner kann mir diese Gefühle nehmen.
Und es ist ja auch so schön einfach.
Im Kopf Kino kann ich Wünsche ohne innere Bremse ausleben.
Erinnerungen sind in Hollywood reif.
Mal abgesehen davon, dass ich natürlich selbst phantastisch aussehe.
Dabei entdecke ich verlorene Qualitäten wieder. Es ist nur ein Spiel.
Ich will doch nur spielen, ich tue doch nichts. Es ist nie geplant.
Durch meine Vorlieben und Eigenheiten eröffne ich mancher Frau eine neue Welt.
Unsere Welt. Die sie mitnimmt, wenn sie geht. Wenn ich mich trenne.
Es sind zwei Monate und vier Wochen vergangen, es fehlen noch drei Tage bis zu fünf Wochen und ich lebe wieder in eigener Regie.
Es wurde auch Zeit, das, was mir in der Vergangenheit so gut gefallen hat, wieder in den Alltag zu integrieren.
Es ist vielleicht etwas anstrengender als früher, weil ich jetzt selbst wieder die treibende Kraft sein muss.
Aber umso befriedigender, weil das Glücksgefühl jetzt wirklich aus einem selbst kommt und nicht mehr von anderen abhängt.
Rausgehen, aktiv sein und seine Träume ausleben. Nichts ist und macht mich attraktiver.
Ich habe mal in einer Zeitschrift gelesen: Die ideale Frau soll sich ihrem Manne unterwerfen, total, emotional, wie sexuell. Die Frau soll leidenschaftlich willig und ohne Scham sein.
Sie sollte blondes langes Haar tragen und eine Muse sein. Tragen sollte sie keinen Büstenhalter.
Sie sollte Strümpfe mit Strapsen tragen.
Eigentlich kann ich mich ja nicht beklagen, diese Eigenschaften und Dinge haben die Frauen ja, wenn ich sie kennenlerne.
Dennoch sind sie berechnend. Wenn sie etwas wollen, versprechen sie mir alles und tun auch alles.
Na, fast alles.
Ich will keine von denen auf den Strich wie Prostitution sehen, oder sie sollte keinen gewaltigen Kinderwunsch, wie drei, fünf oder mehr, haben und diesen äußern.
Und dann sind da noch Dinge, die situationsbedingt sind, die ich nicht will.
Schlechter Geschmack macht mich krank, wenn ich ehrlich bin.
Die 70er und 80er Jahre waren eine Zeit ohne Tabus. Und ich? Ich war mitten drin. Ich habe mir die Nächte um die Ohren geschlagen. Und alles, wirklich alles ausprobiert. Heute fühle ich mich nüchtern.
Es werden sehr viele wüste Dinge über mich erzählt und ich habe genug erzählt, wenn die anderen Leute stumm sind und nicht über sich erzählen.
Mein Privatleben und meine Vergangenheit gehen niemandem etwas an.
Schon gar nicht mein Intimleben.
Mein ganzes Leben ist eine Krise. Eine Baustelle.
Ich baue mein Leben immer wieder neu auf, damit andere es wieder zum Einstürzen bringen können.
Prestige ist mir egal.
Ich will die Welt sehen.
Mein Outfit muss praktisch und bequem sein.
Ein Anzug, den ich trage, soll unbedingt aussehen wie ein Anzug.
Ich kann als Künstler nicht im Glashaus sitzen, sondern muss eine Ahnung haben vom Alltag und den finanziellen Dingen.
Ich darf und werde mich nicht aufkaufen lassen.
Meine Stärke liegt im kreativen und im intuitiven Erkennen von Chancen.
Ich bin auch ein guter Manager, denn das habe ich studiert. Sogar mit einer Diplomarbeit.
Die Menschen heute, im Jahr 2005, arbeiten zu Hause.
Klar, es sind auch 5 bis 7 Millionen Leute ohne Arbeit.
Ohne eine feste berufliche und steuerpflichtige Anstellung.
Deutschland hat ja nur circa 82 Millionen Einwohner und davon sind auch nur circa 62,4 Millionen Leute in Arbeit.
Was machen denn die anderen Leute?
Frauen bekommen Kinder und die Männer gehen in die Kneipe.
Meine Ideen kommen aus meinem Umfeld.
Ich bin in allen Schichten der Gesellschaft und lerne viele Leute kennen, vom Penner, Unternehmer und anderen Persönlichkeiten und Autoritäten.
Ja, auch Idioten und Vollidioten.
Und Menschen, die es mit der Wahrheit nicht so ernst nehmen, auch Leute, die etwas versprechen und das dann nicht halten.
Ich bin ein Wissensjunkie.
Ich muss immer wissen, was weltweit passiert und warum, wieso, weshalb und was so ist.
Wissen ist Macht.
Ich denke auch das es auch eine Beziehung in einer Partnerschaft gibt, die aufnehmen und geben ist sowie mit gemeinsamen Interessen.
Und nicht nur heute, auch morgen.
Den besten Sex hatte ich mit Frauen, die nicht nur auf dem Rücken lagen.
Es gibt den schwarzen Humor im Leben, den verstehen Deutsche erst auf den zweiten Blick.
Und mitunter selbst dann noch nicht.
Die Deutschen sind schwierig.
Sie sind anders als etwa in Spanien oder Italien oder Frankreich.
Das Spiel mit der verkehrten Welt ist für die Deutschen zu kompliziert.
Deutsche sind mehr Technokraten.
Keine Künstler.
„Ich mache doch nicht für euch den Affen“, meint ein Deutscher aus der Menge.
Aber ist er nicht einer von den Affen?
Ich bin ein Mensch zum Anfassen.
Leute arbeiten auch und werden oft schlechter bezahlt.
Wenn man Geld verdienen will – das habe ich im Westen gelernt –, ist es nicht wichtig, wie viel du machst, es ist wichtig, was du machst. Ich habe immer ein Bild vor Augen. Das ändert sich bei jeder Situation und jeder Aufgabe. Mich interessieren Menschen.
So wie die Nackten in der Sauna, am Strand, auf Demos, wenn sie gegen Fellklamotten sind.
Oder nackte Frauen und Männer im Bett, wie Darsteller, ob jung und alt, im Theater.
Ich muss manchmal lachen, denn es sind alles nur Menschen ohne irgendwelche Stellung, wie im Beruf oder in einer politischen Organisation.
Und nackte Charaktere sind sehr interessant und amüsant.
Jeder hat seine originelle Ausdrucksform.
Ich lebe jetzt in Berlin und hier sind die Eure nicht so prüde wie auf den Dörfern von Niedersachsen.
Dort müssen ja die Leute erst besoffen sein, um über Sex zu reden.
Aber dann noch versteckt: Keiner aus dem Dorf, sogar in einer Kleinstadt, wo sich auch jeder Furz kennt, darf es wohl nicht wissen, was nachts so passiert.
Wenn ich in Hannover auf die Straße gehe, bin ich mit der Langeweile, Sturheit und Prüderie konfrontiert. Anders, in Berlin auf den Straßen. Hier bin ich mit allen Gegensätzen und einer Ladung Kreativität konfrontiert.
Ich sehe junge Leute aus Amerika, Frankreich, Russland, Polen, Italien, Spanien und auch die Deutschen. Das gefällt mir. Damals wusste ich nicht, dass ich heute gegen Katzen allergisch bin.
Darum mag ich Frauen, die keine Katze zu Hause im Bett haben.
Ich sollte diesen eigensinnigen Zustand nicht allzu sehr dramatisieren.
Das feministische Getue mancher arroganten Frauen, das missionarische Gequatsche über Katzen, Hunde und Kinder geht mir reichlich auf die Nerven. Manchmal denke ich, das Leben ist wie ein Korsett. Es ist manchmal zu eng und ich bekomme keine Luft. Dennoch ist Mode ein Symbol. Sie betont Stil und Rang. Sie zeigt Erotik. Die Erfüllung: Sie kann jederzeit eingelöst werden.
Kapitel 2
Das Jahr 2006 und in diesem Jahr sah ich einen Artikel, der hieß:
Heute vor 15 Jahren beschloss die Bundesrepublik den AUFSCHWUNG OST.
Das Programm zeigt bislang nur verhaltene Wirkung.
Das ist ein SKANDAL – RIESENGROSSE UND HEUCHLERISCHE LÜGE VON AUFSCHWUNG OST, Politiker im Westen!
Und die Medien spielen die Rolle dabei ganz gut, um die Fernsehzuschauer und Zeitungsleser zu verarschen.
Denn wer kann das schon kontrollieren?
Viele Menschen vom Lande, von Dörfern und vom Acker, wo sie gerade sitzen oder stehen, sind heutzutage der Meinung, dass Mode ihnen gleichgültig sei.
Das aber ist an sich bereits eine modische Bemerkung von Landeiern.
Anders bei den Stadtmenschen.
Doch wenige von uns möchten nackt durch die überfüllten Straßen gehen.
Nicht einmal im Traum.
Welchen Traum?
In den Büros scheint die Attitüde der Gleichgültigkeit abgewandelt zu sein.
In Form einer bestimmten Kleidung, getragen von Männern wie von Frauen, die ihren künstlerischen Körper darstellen möchten, bringen auch die Übergewichtigen gern eine beruhigend sexuelle Note in die Atmosphäre von Sitzungen, Brainstormings und Intrigen.
Kleidung, unsere zweite Haut, ist wie ein Vorhang, hinter dem man sich verstecken kann.
Alles schon einmal da gewesen.
Wenn eine Frau vernünftig gekleidet ist, wird man sie auch vernünftig behandeln.
Wir sind doch alle Voyeure.
Ist nicht jeder Mensch in der Öffentlichkeit ein Schauspieler?
Kleider machen Leute, das weiß doch schon jeder.
»Sie nicht!«
Nur fröhliche Menschen haben strahlende Gesichter.
Brauchen wir Moralapostel?
Nein.
Sind nackte Frauen und Männer frauenfeindlich?
Nein.
Menschen sind menschenfeindlich, die über Religion und Aberglaube quatschen und der Gesellschaft etwas vorheucheln.
Der vielschichtige Bedeutungszusammenhang von Religion spiegelt sich in den zahlreichen, in Religionswissenschaften begründeten Definitionsversuchen wider, die allerdings meist bestimmte Einzelaspekte in den Mittelpunkt stellen. Entsprechend unterschiedlich werden in den Religionen die Antworten, die Erklärungsversuche des menschlichen Daseinsverständnisses, entwickelt.
Diese Auffassung macht jedoch eine klare Abgrenzung von Aberglaube und Religion schwierig, da sie jeweils bestimmte Glaubenspositionen voraussetzt, die erkenntniskritisch oder weltanschaulich nicht infrage gestellt werden.
Der Aberglaube, „falsch“ oder „verkehrt“, ein Für-Wahr-Halten von Anschauungen, die in jeder Gesellschaft als Randphänomen auftreten, jedoch nach ihrem Inhalt stark wechseln.
Zu allen Zeiten, auch heute, ist der Aberglaube in vielen Erscheinungsformen und Haltungen verbreitet, wie als Glaube in Fabelwesen, Geister, zauberhafte Kräfte und Vorgänge.
Als Glaube an die Erforschbarkeit der Zukunft, auch an die Erscheinung außerirdischer Wesen, wie Ufos.
Zu den sozialen Auswirkungen des Aberglaubens gehört die Vorurteilungsbildung, wie in seinen modernen Konsumformen, zum Beispiel dem Zeitungshoroskop. Dazu gehören auch Abwehrzauber, Amulett, Astrologie, berufen, besprechen, Bildzauber, Bleigießen, Glückszahlen, Hexe, Kartenlegen, Magie, Mantik, Okkultismus, Parapsychologie, Talisman, Totemismus, Wahrsagen und Zauber. Alles kann der unterschwelligen Beeinflussung dienen.
Christen outen sich immer selbst als Spaßbremsen der Nation.
Sie sehen nicht den Sinn des Lebens.
Wann fangen sie an zu leben?
Sind sie schon gestorben, bevor sie geboren sind?
Ein langweiliges Leben, wenn sie nur an ihre Vergangenheit denken und nicht an die Zukunft.
Wenn es einen Gott gibt.
Ist es denn „Gottes Wille“, wenn Männer, Frauen und Kinder in Kriegen sterben müssen?
Ist es „Gottes Wille“, wenn Menschen hungern und verdursten müssen?
Ist es „Gottes Wille“, wenn Menschen gerichtet werden, um die Familienehre zu bewahren?
Ist es denn „Gottes Wille“, wenn Menschen im Namen Gottes an den Nationen Verbrechen und Verfehlungen üben?
Ist es „Gottes Wille“, wenn andere Menschen nicht akzeptiert und respektiert werden, egal aus welchen Gesellschaftsschichten?
Menschen entwickeln sich.
Oder auch nicht, denn Sie bleiben in der Steinzeit.
Waren die Menschen in der Steinzeit nicht nackt?
Dass die Steinzeitmenschen wie auch die Urzeitmenschen mit einem Fellkleid oder auch einer Fellhose vom Stardesigner aus dieser Zeit bekleidet waren, ist doch auch nur ein Glaube der naiven Vollidioten, aber sie wissen es nicht.
In der heutigen Zeit wachsen Toleranz und Akzeptanz.
Aber zum Positiven und vorwärts.
Nicht rückwärts, ihr gläubigen Kopien.
Wenn ich Leute schockiere, ist das deren Problem.
Manche mögens nackt.
Manche mögen es in der Nonnenuniform.
Manche mögen es schön dick.
Manche mögen es mit Kopftuch.
Gute Ideen, cooles Aussehen, lockere Sprüche.
Reicht das für eine Karriere?
Irrtum.
Diesem harten Leben zählt vor allem eines.
Die Belastbarkeit.
Ich Sancho bin ein Mann, der aufs Ganze geht.
Mit meiner Unbekümmertheit, meinem Charme und meiner Begabung habe ich im Leben schon bereit etwas erreicht, von dem andere nur träumen konnten.
Jetzt sitze ich hinter meinem Schreibtisch im Büro des großen Bürohauses.
Ich sehe die Post durch, die in den letzten Tagen für mich schon angekommen war.
Entspannt und doch konzentriert war mein Gesichtsausdruck.
Manchmal lächelte ich über mich selbst.
Über meine Nase konnte ich mich nicht beklagen. Meine Augen waren das Aufregendste, das sich bei gewissem Licht von Grün in Blau wandeln konnte.
Frauen, die mich ansahen, waren von mir fasziniert.
„Egal“, meine Großmutter nicht.
„Aber Ihre Meinung wollte jetzt keiner Wissen.“
An diesem Abend trug ich nach einer ausgiebigen, heißen Dusche ein locker fallendes weißes T-Shirt zu schwarzen Leggings.
Es war Freitag, 22.00 Uhr.
Ich schaltete den Fernseher an, um zu sehen, was noch gesendet wird.
Ich zeigte keinerlei Spur von Nervosität, als es an der Tür klingelte.
Als ich die Tür ging, grinste mir ein süßes Gesicht entgegen.
Es ist Julia Rothe aus Berlin.
Durch einen unglaublichen Buschfunk erfuhr sie, dass ich jetzt in Berlin wohne.
Begriffen habe ich es sowieso nicht.
Wie, was?
Natürlich ließ ich sie herein, denn ich freute mich wie ein kleiner Schlosshund, oder wie das Vieh heißt.
Egal.
Julia, ein blonder Typ mit langen Haaren und wunderschönen Augen.
Auf die Augenfarbe komme ich später vielleicht noch einmal.
Sie legte ihre Handtasche auf den Beistelltisch am Sofa und setzte sich auffällig und stöhnend in den Sessel.
„Du hast mich gefunden?“, bemerkte ich und setzte mich locker auf ihre Sessellehne.
„Wie ich sehe, hast du dich stilvoll eingerichtet“, erwiderte Julia neckisch.
Ich lehnte mich frech auf die Sessellehne zurück, sodass ich ihr fast schon auf dem Schoß saß.
Aber das interessierte sie nicht und es störte sie auch nicht.
Julia hatte einen zarten Duft von Parfüm auf ihrem zarten Nacken.
„Wie du weißt, dass ich noch nicht lange in Berlin wohne.“ Ich bin dabei, mich neu zu entfalten, beruflich und privat.
Julia lachte.
Ich grinste zurück.
„Oder, wie hast du etwas Neues in deinem Bett?“, fragte ich Julia, als sie meine Frage auch gleich mit ihren Kopfschütteln verneinte. „Du musst ein bisschen weiblicher sein, Schätzchen.“ Du musst nicht immer die Krallen zeigen, wie ich dich kenne. „Die Männer bekommen ja Angst vor dir.“
Julia lächelte.
„Nein, die glauben nur, dass ich wahrscheinlich schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht habe“, sagte sie überzeugend und zündete sich eine Zigarette an, als sie zuvor eine Schachtel in ihrer Tasche suchte. „Sancho, ich stehe auch auf Frauen, neuerdings.“
Jetzt war ich es, der laut auflachte.
„Du spinnst doch, Julia“, sagte ich.
Aufmerksam beobachtete ich sie, als sie einen Zug von der Zigarette nahm.
Julia hat sich mit der Zeit verändert, was das Äußerliche betrifft.
Wie süß und weiblich und faszinierend sie ist.
„Gehen wir heute Abend noch etwas trinken?“, fragte Julia mich.
„Egal.“ „Dann bin ich erledigt“, sagte ich.
Julia sah auf die große Uhr an der Wand.
„Es wird Zeit, dass ich dann nach Hause komme“, sagte sie und stand. „Vielleicht das nächste Mal, ich ruf dich an.“
„Das ist schon mal ein Versuch wert“, erwiderte ich. „Ruf mich an und überrasche mich!“
Ich nahm eine Zigarette aus der Packung. Es ist meine und Julia hat sie wieder mitgenommen.
Ich gab mir Feuer.
„Das Tut gut“, sagte ich nach den ersten Zügen.
Drückte die Zigarette im Aschenbecher aus und ging ins Badezimmer, um mir noch die Zähne zu putzen, bevor ich zu Bett gehe.
Bei den Zähnenputzen kommt mir der Gedanke, dass ich Schluss gemacht habe mit der doppelten Moral und der verklemmten Prüderie.
Ich nenne die Dinge beim Namen.
Es ist Zeit dafür.
Ich bin im Augenblick solo und damit beschäftigt, meine Firma aufzubauen.
Mein schwerer Unfall und die letzte Beziehung mit Petra, das hat mir gereicht.
Bei Petra, da war ich wirklich mit dem Herzen dabei, aber sie hat mich nur benutzt, damit sie ein Kind bekommt.
Kein Grund, heute darüber zu heulen, denn ich gehe jetzt meinen Weg.
Ich lächelte meinem Spiegelbild beim Zähneputzen zu.
Und mein Weg, der führt nach oben. Was zählt, ist jetzt!
Und was kommt als Nächstes?
Das ist mir im Moment egal.
Ich will niemandem mehr hinterherrennen.
Ich bin gelassen.
Dreizehn Prozent aller Frauen schauen einem Mann als Erstes in die Augen, habe ich gelesen. Und der Rest? Frauen sehen bei dem Mann auf seinen Hintern, und dann darf er nicht besser aussehen als die Frau selbst. Weil? Weil sie ihn dann nicht allein hat und andere Frauen buhlen ihn hinterher. Sind Frauen denn sexistisch, wenn sie einen Mann im Visier haben? Natürlich. Frauen dürfen das. Nun bin ich endlich im Café angekommen. „Toll, es ist nur noch der Platz frei!“, sagte die kleine Kellnerin und deutet mit dem nackten Finger auf den kleinen Tisch. Ein gezwängt zwischen zwei andere kleine Tische. Wo schon Gäste ihr Frühstück herunterschluckten und quasseln. Dennoch, das wollte ich auch. Frühstücken. In Ruhe. Die Kellnerin verschwand und stand plötzlich, wie aus dem Nichts, vor meinem Tisch. Ich bestellte ein Kaffee und ein Gedeck mit Semmel und So. Heute entschied ich mich, dass es an der Zeit war, mich hinaus in die bunte und hektische Großstadt zu wagen. Ich machte mich nach dem Frühstück auf, nachdem ich bei der Kellnerin bezahlt hatte.
Ich ging am Rand des Nobelviertels entlang und spazierte durch das Geschäftsviertel, das man für die Berlinale und andere Gäste aufgemotzt hatte.
Die Geschäfte waren groß und größtenteils Marken von Modedesignern, Schnellrestaurants, Cafés, Bars und Bäckereien. Ich kaufte an einem Kiosk einen Stadtplan. Ein paar Straßen weiter vor einem kleinen Schönheitssalon mit dem schlichten Namen „Hair Style for women and man” blieb Julia Rothe stehen. Es behagte ihr zwar nicht, das ganze Geld im Portemonnaie auszugeben.
Doch das Spiegelbild im Glas war mehr, als Julia in diesem Augenblick ertragen konnte.
Sie sah abgezehrt und ungesund aus.
Wer sieht schon auf den Straßen von Berlin anders aus?
Julia kam einfach nicht mehr mit der Frisur zurecht. Sie hatte versucht, es glatt herunterzukämmen, doch danach sah es jedes Mal aus wie ein unkorrekt sitzender zottiger Strohhut.
Sie trat schüchtern ein.
Der Geruch nach Dauerwellenmitteln und Haarspray durchsickerte langsam ihre ängstliche Hülle.
Es war eine Wohltat.
Es war himmlisch.
Man wusch ihr die Haare.
Sogar etwas zu trinken bot man ihr an.
Man massierte ihr den steifen und heimtückischen Nacken und die verkrampften Schultern.
Julia brauchte überhaupt nichts zu tun.
Sie las weder langweilige Frauenmagazine noch irgendwelche Klatschzeitschriften, die ihr sowie so schon auf den Senkel gingen.
Julia saß einfach da, bis sie nur noch aus Knorpel bestand.
Sie atmete gepresst durch den Mund.
Der einzige Mann im Salon, mit dem obligatorischen Pferdeschwanz ausgestattet, führte Julia in einem Sessel und sah sie beinahe ratlos an.
So als fragte er sich: „Was soll ich zum Teufel damit nur anstellen?“
Als Julia ihn aufforderte, nur die kaputten Stellen herauszuschneiden, bekam er mit einem leichten Grinsen in seinem Gesicht einen kleinen Elektrorasierer und hielt ihn an seinem Kopf.
„Wie hier?“, fragte er und Julia saß geschockt und sprachlos im Sessel. „Stehst du auf Knastlook, Süße?“
Dennoch dachte Julia über einen Kahlschlag nach. Sie hatte es immer gern gespürt, wenn ihre blonden Haare die Schultern streichelten.
Aber jetzt nicht.
Julia wollte nicht von irgendwelchen Haaren berührt werden.
Sie wollte ihr Haar überhaupt nicht spüren.
Als der Friseur merkte, dass Julia seinen witzigen Vorschlag tatsächlich erwog, schwächte er seine skrupellose Diagnose ab.
Er hantierte an ihr herum und ließ überall etwa fünf Zentimeter übrig.
Die Haare standen der geschafften Julia wie Stacheln vom Kopf ab.
Aber ihr gefiel die Frisur.
Sie hatte das Gefühl, dass Äußeres und Inneres zusammenpassten.
Das hier im Spiegel war keine Zimperliese.
Julia gefällt es, was sie im Spiegel sah.
Außerdem fühlte sie sich geschützt, so als hätte sie sich maskiert.
Auf dem Heimweg vom Friseur hupte ein entgegenkommender Wagen sie an.
Julia zuckte schreckhaft zusammen.
Eine Stimme rief: „Hey, Julia!“
Sie sah dem Wagen nach und entdeckte mich nach nochmaligem Hinsehen.
Ja. Ich kaufte mir einen Wagen.
Ein Mädchen, das nicht viel braucht, um lustig zu sein, ist ein Traum aller Männer.
Seit Jahren beweist der Luxuskollus von Personenkraftwagen, dass man für wenig Benzin viel Action und Adrenalin bekommen kann.
Julia stieg überrascht mit in den Wagen und wir fuhren zu mir nach Hause.
Sie erzählte mir auf der Fahrstrecke alles, was sie beim Friseur erlebt hat.
Nachdem wir das Essen weggeräumt und die Hälfte der gekauften Eiscreme aufgegessen hatten, eiert Julia in der Wohnung auf und ab.
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“, sagte Julia plötzlich.
Ich nickte den Kopf und erwiderte: „Kenn’ ich, man weiß nie, was drin ist.“ Oder…? Ich holte tief Luft, um noch einen Gedanken loszulassen. „Oder, man weiß nie, was man kriegt.“
Diesen Satz las ich im Buch „Forrest Gump“. „Ich bin sehr von diesem Roman beeindruckt“, sagte Julia.
„Ich habe erst den Film im Kino gesehen, dann kaufte ich mir noch die Bücher „Forrest Gump“ und „Forrest Gump & Co.“, sagte ich.
Nie zuvor waren Julias Gefühle so intensiv.
Aber es gefiel ihr.
Es ist ein gutes Gefühl, weil es ohne jedes Gefühl ist.
Sie konnte diesen schönen Körper, diese leere Hülle ganz nach Belieben mit jedem Gefühl, jeder Emotion füllen.
Und dann musste Julia lachen.
Ich machte den Mund auf, um etwas zu sagen, doch dann begriff ich, es darauf keine Antwort gibt, die Julia gerne hören würde.
Ich musterte sie.
Sie musterte mich, aber anders, kalt und schamlos.
„Egal, Sancho, komm schon.“ Ich stehe hier, sagte sie plötzlich.
Julia packte mich und küsste meinen Mund, wie ich noch nie geküsst wurde.
Es machte mir irgendwie Angst.
Ein Feuer leuchtete in Julias Augen, als sie mir tief in die Augen sah.
Ein schüchternes und zaghaftes Lächeln zeigte sich in ihrem Gesicht.
Ich geriet fast ins Taumeln.
Ein leidenschaftlicher Hunger strahlte von so Julia aus, als der Wunsch, das Verlangen, dass unsere nackten Körper sich berührten. Julia gab ein undefiniertes Stöhnen von sich. „Ich freue mich, dass ich hier bin,… Sancho“, sagte Julia und befreite sich plötzlich aus meinen Armen.
Du siehst gut aus, Julia. Du siehst wirklich gut aus. Die Haare? „Nun gut.“, sagte ich.
Julia wusste nicht, dass ich auf Frauen mit blonden, langen Haaren stehe.
Julia nickte lächelnd, doch aus ihren Augen sprach sie noch, was sie wirklich dachte.
Sie hielt inne und lenkte Ihren Blick ins Schlafzimmer.
Sie ging hinein und ließ sich aufs Bett fallen.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte, deshalb ging ich zum Fenster und öffnete es, um frische Luft zu atmen.
„Ja schon, Sancho!“, ruft Julia mir zu.
Als ich das Fenster wieder geschlossen habe, ruft sie mir weiter zu: „Sancho, also, wann kann ich bei dir einziehen?“
Irgendwie war ich danach wie geplättet.
In diesem Augenblick rief sie mir zu: „Ich komme, mein Süßer.“
Julia küsste mich und zog mich aufs Bett im Schlafzimmer.
Ich merkte, wie Julia vor Geilheit zerfiel, so als wäre sie weiße Tinte auf einem weißen Löschpapier. Als ich wie ein Blöder am nächsten Morgen ins Büro stürme, sehe ich als Erstes eine junge, schlanke Frau mit einem verklärten Blick. Meine Sekretärin, die ich vor drei Tagen beim Arbeitsamt angeworben habe, himmelt unverhohlen und leider auch mit halboffenem Mund mich an.
„Bin wieder da“, rufe ich meiner Sekretärin Ruth Schmidt zu. Ihre Lippen schließen sich. Auch die Trance scheint langsam zu weichen. Sehr langsam. Sie strafft ihre seidene Bluse und kehrt mit den Gedanken mühsam auf die wunderschöne, dennoch dreckige Erde zurück. „Kaiser ist hier“, erklärt sie.
Als ich meinen Rücken drehe, steht er vor mir.
Sancho, internationaler Trendberater.
„Ein Mann mit Visionen, wie er leibt und lebt“, begrüßte mich überraschend Herr Kaiser.
Irgendwie war ich schockiert, verwirrt, verblüfft, mir blieb für einen Augenblick der Atem im Hals stecken, als er seine Bewunderung fortsetzte: „Mein Trendguru, mein Maestro mit dem Gespür für die Zukunft.“
Charme, lass nach, dachte ich.
Oder auch nicht.
„Nun gut.“ Na, ich brauche sie wohl nicht zu fragen. „Wo haben Sie diese Bräune her, Herr Kaiser?“
Oje.
Ruths romantisch beflügeltes Köpfchen kippt andächtig zur Seite.
Verliebt sich Ruth gerade in mich?
Aber ich kann Sie verstehen.
Ich bin Ihr Chef, gut aussehend und nicht einmal braun gebrannt.
Nein, ich habe es auch, dieses gewisse Etwas.
Eine Aura?
Eben.
„Diese super Bräune stammt aus Afrika“, sagte Herr Kaiser.
„Oh mein Gott, was hast du uns da mal wieder geboren?“ „Hauchte ich und weise ihn in mein Büro.“ Aber kurz musste ich noch mal mit Ruth was bereden.
„Ruth, sag mir, was ich verpasst habe und was mich noch heute erwartet“, wollte ich wissen, aber sie zuckte nur mit der Schulter und grinste.
Ohne eine Antwort oder eine kleine Bemerkung drehte ich mich ins Büro. Ruth schnappte sich stumm, dennoch eifrig ihren neuen Notizblock und folgte mir hinterher.
Herr Kaiser und ich saßen bereits lässig in den Ledersesseln am Schreibtisch, wo sich dann Ruth neben mir setzte.
Amüsiert schaue ich auf ihre handschriftlichen, sauberen Aufzeichnungen.
Vor jedem neuen Thema malt Ruth immer voller Leidenschaft und Kreativität eine kleine Blume.
Herr Kaiser ist ein Geschäftsmann von der lässigen Sorte.
Die braunen langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden – Dreitagebart, leuchtend blaue Augen im rosafarbenen Hemd.
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt wäre ein Vertreter oder Angestellter ohne Anzug und Krawatte arbeitslos. Denn sie werden von ihren bellenden Auftraggebern nur zähneknirschend akzeptiert.
Wie auch immer.
Ein gewisses seriöses Element muss schon sein.
Nicht dass die Leute im zerknüllten und noch warmen Nachthemd und in feuchten Windeln vor meiner Bürotür stehen.
Aber dieser Mann hat was.
Das Geld.
Das, was ich wollte.
Und nicht nur das.
Ich konzentrierte mich wieder und atmete tief durch.
„Tja, ich will Ihnen konkret von meinem Projekt erzählen und mich von Ihnen beraten lassen“, sagt Herr Kaiser. „Echtheit in dieser abgesackten Gesellschaft.“
„Ich verstehe nur Bahnhof und erkläre mir das genauer!“, fordere ich ihn schließlich auf.
Ich lächle milde.
„Ein wenig Provokation könnte nicht schaden“, sagte er dann. „Die Gesellschaft nicht schon immer neidisch und gierig, also zerrissen, verschiedenartig?“, frage ich ihn listig, aber mit einer sanften Ironie.
Herr Kaiser nickte. „Du“, sagte er und fängt an, mich zu duzen. Ich grinste und schätzte seine Lässigkeit. „Du musst dir diese bekloppte Gesellschaft vorstellen als riesengroßen Komposthaufen.“ Und dieser gärende Komposthaufen wird immer mehr stinken, verstehst du?
„Ja doch“, sagte ich und fragte mich, was dieser Mensch jetzt von mir will.
„Ich sage immer, die Gesellschaft ist ein Marionettenspiel, teilt sich in verschiedene Hauptrollen und jeder will Gott sein.“ „Aber die Kommunikation zwischen den Gruppen erfährt immer mehr Störungen“, sagt Herr Kaiser und beugt sich ein wenig vor. „Das ist Demokratie, wo sich die unwissenden Leute gegenseitig in die Schnauze hauen.“
„Mit anderen Worten“, füge ich hinzu, „die jungen Leute scheuen auch nicht davor zurück, die Omis und Opis als verlogen zu beschimpfen.“
„Da kriegt das Ganze Bild eine Substanz“, sagte Herr Kaiser. „Zum Anfassen.“ „Dennoch haben die originellen und naiven Leute nicht das geringste Gespür für die neue Ehrlichkeit.“
„Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“, stöhne ich ihm zu.
Ruth ist so freundlich und bringt uns einen Kaffee im Kaffeebecher.
Ich lächelte und genoss den ersten Schluck vom heißen Kaffee.
„So, Sancho, du bist ja Lifestyle-Berater oder Trendberater, welcher normale Mensch hat denn die Zeit, sich in allen Szenen zu tummeln?“, fragt Herr Kaiser.
„Wie kennen Sie denn einen normalen Menschen?“, konterte ich zurück und musterte ihn intensiv.
„Keine Ahnung“, erwiderte er uninteressiert, „wohl nicht verrückter als die meisten.“ Wenn auch in mancherlei Hinsicht. Dennoch anders. »Ich spiele mit dem Gedanken, einen sportlichen Duft für Frauen herauszubringen.«
Ruth grinste, als Herr Kaiser vom sportlichen Duft für Frauen anfing zu erzählen.
„Ein sauguter Job“, bemerkte ich laut. „Ich werde Ihnen ein Bild Deiner Zielgruppe liefern.“ „Denn alles ist möglich, nichts ist sicher, außer der Tatsache, dass ich keine Sicherheit gebe, ich berate nur.“ „Ach so, Sancho, sehr interessant.“ „Authentizität oder neue Ehrlichkeit“, sagte Herr Kaiser dann und nahm einen Schluck vom Kaffee und fragte mich, ob er Rauchen könne.
Ich nickte und stellte aus der Lade einen Aschenbecher auf den Schreibtisch.
„Was ich damit anfange, bemerke ich, „weiß ich zwar noch nicht, aber ich werde es auf den Grund meiner kreativen Seele sacken lassen.“ Ein Parfüm. „Und wir machen noch einen Termin in kurzer Zeit, den Ihnen meine Sekretärin dann gleich geben wird.“
„In Ordnung, Sancho.“ „Das ist Ihr Spitzname?“, fragte Herr Kaiser.
„Warum?“, fragte ich und lächelte ironisch. Den Richtigen wollte ich Ihnen nicht verraten. „Eben authentisch.“
„Warum nicht?“, sagte er fragend und lacht.
Seine weißen Zähne blitzen in einem braunen Gesicht mit blauen Augen.
Ein Horror.
„Ich werde sie dann anrufen, um unseren Termin zu besprechen“, sagte ich und fragte mich die ganze Zeit des Gespräches, warum er seinen Duft mit Moschus, Ambra und Zibet so dick aufgetragen hat.
Als ob Ruth meine Gedanken lesen konnte, sagte sie plötzlich: „Liebe geht durch den Magen, Verführung durch die Nase…“
Warum? „War der Kaiser schwul?“, frage ich Ruth.
Ruth nickte und grinste.
Julia, sie fühlte sich bei mir schon wie zu Hause.
Ich konnte mich noch nicht dafür entscheiden, dass sie bei mir einzieht.
Aber ich hatte ihr den Hausschlüssel da gelassen.
Julia ging in einem Hosenanzug aus schwarzer Seide auf nackten Füßen mit schwarz lackierten Zehnägeln auf dem dicken Teppich auf und ab.
Sie hatte einen Whisky mit Soda in der Hand und rauchte.
„Sancho, du hättest nicht nach Berlin kommen sollen!“, sagte sie mit einem frechen Grinsen im Gesicht.
Julia lehnte lässig auf der weißen Ledercouch am großen Fenster.
Ich trank einen Schluck von meinem Mineralwasser, denn ich hatte Durst, und fragte mich, warum ich nicht nach Berlin ziehen sollte, denn ich habe mich ja nicht in Berlin gesucht, es war ja Julia, die mich dann gefunden hat und zu mir kam.
„Ich hatte mir den Abend eigentlich ein bisschen anders vorgestellt“, beklagte sich Julia.
Was jammerst du? „Ich steh noch in den Anfängen in meiner Firma und da muss ich eben noch manchmal etwas länger machen“, erwiderte ich ihr nervend, denn Frauen jammern immer, aber wollen dann immer wie eine Prinzessin behandelt werden. Aber das kostet Geld.
Julia blieb vor mir stehen und streicht sich mit den Fingern durch ihr kurzes, sehr kurzes Haar.
Sie fing an zu lachen.
„Das ist doch egal“, entgegnete Julia und versuchte, mich zu küssen. „Das ist total egal, Sancho.“ „Gib mir noch etwas Zeit oder lass mich bei deinem Unternehmen teilnehmen.“
„Ich möchte lieber das Private und die berufliche Tätigkeit trennen“, gab ich ihr entgegen.
„Und, im Augenblick weiß ich zwar überhaupt nicht, wie ich an dir herankommen soll“, gestand Julia.
„Wo gibt es sonst eine Frau wie dich?“, fragte ich provokatorisch.
Julia lächelte geschmeichelt.
„Sancho, ich bin doch keine schlechte Partie“, sagte sie, „ich habe auch meinen persönlichen Ehrgeiz.“
Ich legte ihr den Arm um die Schultern und zog sie an mich.
Die rechte Hand schob ich mal so in Julias Ausschnitt und streichelte liebkosend ihre weiche, warme Brust.
Julia sah mir grinsend in die Augen und stellte ihr Glas ab.
Dann schmiegte sie sich an mich und lächelte verheißungsvoll mir zu.
Ich hatte einen anstrengenden Tag im Büro hinter mir.
Und auch jetzt saß meine Sekretärin Ruth an der Maschine, um die Verträge mit den Kunden für morgen fertig zu stellen.
Ich freute mich jetzt, zu duschen, und schleife Julia erwartungsvoll mit ins Badezimmer, um mich einzuseifen.
Ich habe einen elegant und modern eingerichteten Wohnraum, einhundert Quadratmeter großes Apartment.
Julia folgte mir und entkleidete sich schon mal auf dem Weg, bis sie splitternackt vor mir stand.
Es kann auch hinter mir gewesen sein.
Egal, wir küssten uns unter der Dusche und ich hatte immer noch meine Klamotten an, was Julia sehr amüsierte.
„Deine Klamotten stören mich nicht“, sagte sie grinsend.
„Egal, das meinst du doch nicht ernst?“ „Oder?“, hauchte ich ihr zu.
Julia spielte mit mir.
Sie packt mich aus den Sachen raus und da, splitternackt, steh ich jetzt ganz nah bei ihr.
„Du bist lecker“, sagte sie plötzlich.
„Wie soll ich das verstehen?“, fragte ich verwirrt.
„Sobald ich dich entkleidet habe und dass du jetzt nackig vor mir stehst“, hauchte sie mir ins Ohr, sodass ich Gänsehaut bekommen habe.
„Mach mit mir, was du willst!“, sagt Julia, aber ich wusste nicht, was sie hören wollte. Vielleicht „Aaaah oder Oooooh“?
Mag Julia Dirty Talk?
Heizt es sie an?
Julia mag alle Varianten und Stärken, verriet sie mir, als wir im Bett lagen, von nur ein bisschen schlüpfrig bis richtig geil.
„Julia, nach ein paar Drinks sage ich manchmal unglaubwürdige Obszönitäten, die sogar dich erstaunen können“, verriet sie mir.
Ich gebe ja zu, denn manchmal mache ich eine nette, romantische Konversation.
Und plötzlich?
Dann in einem Moment sage ich geradezu peinliche, schmutzige Dinge, bei denen ich mich nachher frage: „Ups, war ich das, der das gesagt hat?“ „Das kann doch nicht sein!“
Aber peinlich? Nein, peinlich ist es mir gar nicht.
Ja? „Gefällt es dir, was ich da mache?“, fragt Julia mich schüchtern.
Ja, Baby. „Komm, gib mir deine Säfte, ich gib dir meine, du Luder!“, schrie ich laut.
Ich dachte mir, dass Pornos schauen auch sehr lehrreich sein können.
Julia legte auch gleich los: „Dein Schwanz ist groß und prall, ich spüre ihn gerne in meiner Hand.“
Ich sah sie jetzt splitternackt vor mir liegen und mit gespreizten Beinen und sagte mit Bewunderung, dass ihre Muschi schön ist, wie sexy, wie eng und wie feucht. Und ihre Schamlippen sind so groß wie die Blüten einer wundervollen Rose.
Diese sinnlichen und warmen Worte treffen Julia genau und sind ziemlich schmeichelhaft: feucht, eng und heiß.
„Schön, du bist behängt wie ein Hengst!“ „Mein Hengst.“, flüstert Julia. Wie eine Katze schnurrt sie.
Katzen sind agil.
Es sind süße Tiere.
Klar, für den Chinesen im Kochtopf, gebraten oder gedünstet.
Katzen sind gelenkig, dünn und geschmeidig.
Sind Katzen sexy?
Julia ist sexy.
Aber Katzen?
Die Nerven.
Das Dreckigste, dennoch antörnend, was ich von einer schamlosen Frau gehört habe, war: „Fick mich in den Arsch.“ Arschficken schützt vor Schwangerschaft und törnte sie noch zusätzlich mit an.
Naive und langweilige Frauen tun das nicht „Arschficken“: Sie finden es dreckig und…
„Jetzt will dich in den Arschficken“, muss ich nicht sagen, denn es sind die schönen und lebensbejahenden Frauen, die mich überraschen und es wollen.
Es gibt auch Frauen, die Männer mögen, wenn sie im Anzug, weißen Hemd und Krawatte sind, ihnen Befehle zu brüllen, wie „Bück dich!“ oder „Beine breit!“.
Sie lassen sich gerne im Bett herumkommandieren.
Aber, das ist nichts für mich.
Es nervt.
Der Mond hing eingerahmt über dem Fensterplatz im Schlafzimmer wie eine riesige, am Himmel aufgehängte Lampe.
Julia fühlte sich gut und überlegte, was für Liebesstellungen wir noch nicht gemacht haben.
Es kam ihr so vor, als würde sie im siebenten Himmel schweben, auf eine Wolke.
Wer weiß, wo das sein soll.
Ich wusste es nicht.
Aber Julia zeigte mir, wie der siebente Himmel aussieht.
Er ist bunt, kann ich nur sagen.
Oder?
„Sancho, du hast mich verwandelt“, sagte Julia, bevor sie eingeschlafen war.
Natürlich würde sie meinen, dass sie sich nach dieser Obsession verändert hat.
Aber ich habe mich auch verändert.
Nur mich fragt ja keiner.
Was will ich überhaupt?
Ich weiß, was ich nicht will.
Eine Frau mit nervigen Kindern.
Oder eine Frau, die vielleicht noch Kinderwünsche hat.
Ich will einfach sein.
Und wenn ich dann doch sterben sollte, wie soll ich dann herausfinden, wie es ist, mit einer Frau durch Dick und Dünn zu gehen?
Ohne Kinder versteht sich.
Kinder, die Erfahrungen habe ich schon mit den Frauen gemacht.
Es klappt für die Frau fantastisch. Der Mann geht arbeiten und die Frau gibt den ganzen Tag mit ihren Busenfreundinnen und den kleinen süßen Kindern das Geld aus.
Mit dem Ficken und Körperflüssigkeitenaustauschen ist es dann auch aus, denn irgendwie haben die Kinder es im Urin, kommen dann an, geheult und schreien „Mama, ich habe Durst.“ oder „Mama, ich muss Pippi.“ Dabei hat er/sie schon längst ins Bett gepinkelt.
Trotz der stechenden Kopfschmerzen stand sie auf und brachte tröstend ihr jammerndes Kind wieder zu Bett, nachdem das Problem des Kindes erledigt wurde.
Von diesem unglaublichen Moment an traf mich von ihr kein einziger Blick mehr.
Ein Bild wie aus einer anderen Welt.
Die Frau warf eigenwillige Schatten.
Es war ja ihr Kind, das haben mir die Frauen ja immer wieder verdeutlicht, wenn ich einmal gewagt habe, etwas zu sagen, was mir nicht passte.
Aber wenn Sie Geld brauchten, dann waren es definitiv meine Kinder.
An der Wand über Julias Kopf war eine kleine Leselampe angebracht.
Julia fasste nach oben und schaltete sie an.
Der schmale Strahl fiel genau auf die Knie Ihrer angezogenen Beine.
Julia beugte sich zu mir und bemerkte, dass ich noch nicht schlief.
„Oder, was denkst du?“ „Warum schläfst du auch nicht?“, fragte sie mich mit geschlossenen Augen.
Ich antwortete nicht. Küsste sie auf ihren Nacken und sagte zu ihr, dass sie weiter schlafen möchte.
Ich löschte wieder das grelle Licht über ihr. Ich klopfe an die Tür, als ich aus der Küche kam und heißen Kaffee mitbringe.
„Mein Prinz erwache.“ Erwache, mein edler Prinz. „Der geile Morgen hat die wunderschöne Nacht schon überschlichen“, kreischt Julia ins Schlafzimmer, so laut, dass es mich zum Erwachen gebracht hat.
Ich war wie erschossen, fertig, kaputt.
Dann brauchte ich noch einen Augenblick, um mich zu orientieren.
Julia hockte vor mir und hielt mir den Becher heißen Kaffee unter die Nase.
„Ich bin im Augenblick bei dir, mein Schatz“, flüsterte ich ihr zu.
Julia selbst fühlte sich aufgekratzt und vergnügt. Der Schalk spukte in ihrem kleinen, süßen Kopf herum.
Mein Gott Sancho, jetzt habe ich dich mal nicht so. „Die Nacht mit dir ist unvergesslich“, sagte sie.
„Toll, das ist nicht mein Problem.“ „Ich bin nur müde und fühle mich wie ausgelutscht und ausgekotzt“, erwidere ich überzeugend.
Die Fröhlichkeit rieselt nur so aus ihr heraus, wie weißer, sauberer Sand aus einer Sanduhr mit dicker Taille.
Julia lächelte und versuchte, dabei ganz natürlich zu wirken.
Als sie die Nacht eingeschlafen war, hatte sie mich richtig lieb und sie war glücklich.
Denn ich sei kein schlechter Kerl, fühlt sie.
„Schatz, brauchst du Geld?“, frage ich Sie vorsichtig.
Julia wollte schon etwas erwidern, überlegte es sich dann anders.
Ganz anders.
„Ich nicht“, erwidert sie. „Mein Gehalt als Friseurin ist gar nicht so übel.“ „Auch wenn es nicht so viel ist, wie du verdienst“, erklärt sie mir.
Ich lächelte.
„Du rufst mich an?“, fragte Julia liebevoll.
„Mach ich.“ „Versprochen“, erwiderte ich dann.
„Bitte verspreche nichts, was du nicht halten kannst!“, darauf bestand sie.
Dann eilten Julia und ich nach draußen und stiegen in meinen Traumwagen. Nein, nicht in einen Kinderwagen.
In meinem Wagen.
Julia wollte aber nur bis zur nächsten Station der Straßenbahn mitkommen.
Sie steigt in die Straßenbahn und ist weg. Ich habe neulich einen Roman gelesen, da ist der Mann ein Engel und wird verletzt.
„Dann ist da so eine Frau, die…“, erzählt meine Sekretärin Ruth.
„Interessant, Ruth.“ „Stopp, es ist früh am Morgen, du willst mir doch jetzt nicht diese ganze Geschichte erzählen, oder?“
Ich habe gleich einen Termin mit einem Kunden vom Fernsehen, in fünf Minuten.
„Ich brauche die Unterlagen dafür“, gab ich ihr zur Antwort.
Ich betrachtete nur meine informative und belesene Sekretärin Ruth Schmidt.
Hier, Chef, hier sind deine angeforderten Unterlagen.
„Ach so, das Pärchen entdeckte ihre Leidenschaft und beide blieben für immer zusammen“, sagte sie triumphierend und schaute mich an.
Ich seufzte.
Ruth dachte jetzt, dass ich etwas zu ihrer Leidenschaft sage.
Nein, ich blieb stumm.
Die verbleibenden zwei Minuten bis zum Erscheinen von Herrn Schadow brauche ich noch für mich allein.
Kurze Konzentration, kurzer Blick aus dem offenen Fenster und nun schnell lächeln.
Oh verdammt!
Ruth kündigt ihn schon an.
„Schadow, gut, sie kennenzulernen.“, nickte ich ihm zu.
Herr Schadow gab nur ein kaltes Lächeln zurück.
„Herr Schadow, ich habe gehört, dass Sie in der vergangenen Woche in Hollywood waren.“ „Was machen die Geschäfte?“, erkundige ich mich.
Und langsam etablieren wir uns in Hollywood. „Nicht so einfach, das kann ich Ihnen sagen“, antwortet er. Ich führe schon Gespräche. Die Mode für den Film verkauft sich nämlich gerade in Amerika exzellent. »Mit meinen Partnern will ich mit Parfüm nachziehen.«
„Mach es doch!“, sage ich begeistert.
„Aber ich will nicht viel versprechen, Sancho.“ „Entweder der Scheiß klappt oder die Scheiße klappt nicht.“ Ein Scheißlied, erwidet Herr Schadow.
„Ich weiß schon“, Herr Schadow, sage ich süffisant und nippe am Glas Mineralwasser. „Entweder morgen scheint die gnadenlose, heiße Sonne und wir kriegen alle gewaltige Sommersprossen, oder es regnet modrige Sturzbäche und wir ersaufen qualvoll.“
„Aber überlegen Sie, was wir tun können.“ Die Produktionskosten müssen runter. Und…, sagt Herr Schadow.
Ich bleibe gelassen.
Keine Panik auf der Titanic.
Dann nickte ich nur kurz und machte mir eine Notiz.
Neuerdings benutze ich einen Kugelschreiber mit grüner Tinte.
Den hat Ruth mir bestimmt hier hergelegt.
„Ich bin also überaus optimistisch“, sage ich begeistert, dass Ihr Auftrag gelingt.
Herr Schadow scheint ebenfalls begeistert zu sein.
Ich nickte ihm freundlich zu und holte tief Luft.
Dann blicke ich kurz zur Ruth rüber, die mit geradem Rücken auf ihrem Stuhl saß.
Plötzlich zückte Herr Schadow eine kleine Flasche, ein Flakon Parfüm aus der Geschäftsledertasche, eine Probe ohne Namen, und gab es meiner Sekretärin Ruth.
Es ist eine gelungene Komposition.
Ruth grapscht auch gleich nach dem kleinen Fläschchen und sprüht den exotischen Duft in die Luft und auf ihre schmale Hand.
Dieser Duft ist absolut einzigartig.
Herr Schadow wandte sich Ruth zu.
Natürlich, er nahm ihre Hand und sah ihr in die Augen.
Er schnupperte mit seiner dicken Nase an Ruths Hand.
Ruth Grinste verlegen.
„Mit Gefühl, mit Gefühl“, sagt Herr Schadow. „Ja, Frauen arbeiten gerne aus dem Bauch heraus“, werfe ich ein und grinse über das ganze verspannte Gesicht.
Und das muss ziemlich beschissen ausgesehen haben.
Herr Schadow ignoriert mich und schaut mich mit hochgezogenen Augen an.
Arrogant und frech fand ich das jämmerliche Getue.
„Rational betrachtet, Sancho“, sagt Herr Schadow weiter, „haben ich Luxusmarken und unsere interessante Eigenmarke im Massenmarktbereich.“ Bei den Luxusmarken ist Rico prima im Geschäft mit der Designerin, der süßen Ballia. Weniger verrückt, dafür sehr stilsicher. Im mittelpreisigen Bereich ist es nach wie vor eine Lücke, Sancho. Hier will ich dich einspannen. Denn dazu gehört ein Erfolg bringendes Vertriebskonzept. Nicht wahr, Sancho?
Ich folgte ihm interessiert und mein Instinkt scheint mir zu flüstern, dass es hier etwas zu holen gibt.
„Ein Gedanke“, sage ich und konnte ihn einfach nicht duzen, „ist nicht direkt von der Hand zu weisen.“
„Das will ich meinen, Sancho“, erwidert er überzeugt und er duzt mich immer noch.
„Was das Konzept angeht“, sage ich mit einer gezielten Überlegung: „So werde ich mich natürlich mit dem Thema Mensch und Natur setzen.“ Ich hole das Mädchen nackt in einem Tropenwald und lasse sie im bewegten Fluss spielen, einfach das Gefühl der Natur auf die Haut spüren. Vielleicht mit einem Mann, einem Einwohner des Waldes, wie auch immer. Das werde ich im Team und mit der Werbeagentur entwickeln. Es geht um Lebensfreude und Körperbewusstsein, gepaart mit Spaß und frischer Lebenskraft.
„Sancho, der Spinner“, flüstert Ruth auf eine naive Weise leise vor sich her.
Da hat sich Ruth verschätzt, als sie bemerkte, dass Herr Schadow, das Geflüster unbewusst mitbekommen hat, und rügt sie energisch: „Sancho, ein Trendberater, ein Lifestyleberater, ist immer ein Gesprächspartner, der mich aus meinen eigenen Gedanken herauslocken kann.“
Plötzlich komme ich wieder und folgte dem Gespräch, denn ich war dringend zur Toilette, im Café.
„Und nun machen wir auch gleich einen neuen Termin aus, Herr Schadow“, begann ich zu reden, Ruth grinste. „In der nächsten Woche werden wir unsere kleine Konferenzrunde erweitern.“ Außerdem möchte ich den Kreativchef dabeihaben. Zum einen kann er mir seine Konzepte vorlegen, die wir im Hause weiterentwickeln werden.
„Das halte ich in jedem Fall für verbesserungswürdig.“
Ein freundliches und irritiertes Nicken, und Ruth schlich sich in den Toilettenbereich, um sich die Hände zu waschen.
„Tja, dann Tschüss bis nächste Woche“, sagt Herr Schadow und macht sich auf den Weg in seine Firma.
Vielleicht?
Am Ende dieses langen, ereignisreichen Tages steht noch eine kleine Raubtierfütterung.
Meine Sekretärin Ruth werde ich zum Abendessen einladen.
„Ruth, heute werde ich dich zum Abendessen einladen“, sage ich und Ruth steht da, starr und wortlos, „Ich hoffe, du hast Hunger.“ „Wir haben kein Mittagessen gehabt, aber Geschäfte gehen vor.“ Das duftende Badewasser dampft und Julia greift wieder zu ihrem Ölfläschchen. Ein paar Tropfen Rosenöl. Dazu natürlich noch Zeder und Lavendel. Fertig ist ein Entspannungsbad.
Natürlich für gestresste Frauen, die sehr sensible sind. „Schön, schön.“, seufzt Julia, als sie sich in die Wanne gleiten lasse. Ich will jetzt mein Bad genießen und eigentlich nur an mich und nicht mehr an Sancho und den Job denken. „Sancho, er wollte schon längst zu Hause sein.“
Julia atmete tief ein.
Ob Sancho mich liebt? „Ob es ihm passt, dass ich hier in der heißen und duftenden Wanne liege, wenn er kommt?“, fragt sich Julia, und es gehen ihr noch mehr Gedanken durch den kleinen Kopf.
Es macht Julia Angst.
„Jetzt aber Schluss damit“, versucht sie zu begreifen.
In Rosenöl gebettet, gönnt sie sich lieber ein paar kitschige Träumereien, wie Palmen rauschen, Sonnenstrahlen flirren, schreckliche Papageien krächzen und Hand in Hand mit Sancho in der Hängematte. „Schwebe, Schwan, schwebe.“, verließen ihre vollen roten Lippen.
Kapitel 3
Julia hatte einen anstrengenden Bummel über den Kuhdamm gemacht.
Ein paar Kleinigkeiten, nur Schuhe gekauft.
Wirklich? Und war dann nach Hause gefahren.
Denn ich war ja in meinem Büro.
Das Haus lag vier Bahnstationen weg von der City.
Julia hat sich die viele Post aus ihrem demolierten und zerkratzten Haus geholt und war dann mit einer miesen Stimmung in ihre Wohnung gegangen.
„Heute habe ich besondere Post?“, fragt sie sich, als Julia sich in ihrem lässigen, blass gelben Jogginganzug auf einen Stuhl neben den Schreibtisch gesetzt hatte.
Mit ihren nackten Beinen streichelt sie sich entspannend die Waden.
Nicht gerade gefühlvoll.
Nein, sehr grob, als würde sie kleine piksende Monster herunterkratzen.
Julia, eine Frau mit dem unmoralischen Sinn?
Julia sah, dass ein Anruf auf dem Anrufbeantworter war.
Es war ein merkwürdiger Anruf, als sie ihn abhörte. Es war ein Mario Klunke, der Julia unbedingt sprechen wollte.
„Ich kenne keinen Mario Klunke“, nuschelte Julia gelassen vor sich hin.
Sie verdrang auch gleich diesen Anruf.
Julia lachte.
Natürlich sind wieder nur hässliche Briefe, nur Rechnungen gekommen.
Julia hatte eben noch keine Zeit, diese zu bezahlen.
Aber ihr Lächeln sagte, dass sie nicht im Traum an so etwas dachte, die Rechnungen jetzt zu bezahlen.
Später.
Das Telefon läutete.
Julia eilt geschwind, barfüßig wie zum Schlussverkauf in einer Schuhboutique, zum Telefon und griff zum Hörer.
Eine ihrer charmanten Freundinnen war am Apparat.
Julia unterhielt sich eine Weile.
Eine laaaaange Weile.
Eine lange Weile mit ihr.
Lästerte über jeden ein bisschen und legte schließlich mit einem Gedanken an Sancho langsam den Hörer zurück.
Sancho, das bin ich.
„Das Leben scheint turbulent zu sein“, stellt Julia fest. „Wie immer.“
Julia fuhr sich durch das kurze Haar und lächelte.
Als Julia sich im Badezimmer heißes Wasser in die Wanne lässt, läutet das Telefon wieder.
Sie dreht das Wasser ab und geht genervt in schnellen kurzen Schritten ans Telefon, um abermals zum Hörer zu greifen. Im gleichen Moment, als Julia wissen wollte, wer am Telefon ist, legte der auf.
Julia ist sauer.
Am liebsten hätte sie den anderen an der Strippe den Hörer zwischen seine Beine geklemmt und laut rein geschrien, sodass sein Hodensack geplatzt wäre.
Vorsichtshalber zog sie jetzt das Telefonkabel aus der Buchse.
Julia machte ein zufriedenes, aber bedenkliches Gesicht und ging ins Badezimmer zurück, um die Wanne mit heißem Wasser zu füllen.
Langsam zieht sich der Jogginganzug aus, sie steht splitternackt vor dem Spiegel und betrachtet sich ihre makellose Figur an.
Wie eine Künstlerin sieht sie ihre vollen Brüste an und betastet sie gefühlvoll. Sie hingen ein wenig.
Dafür sind sie groß.
Nicht ganz so groß.
Die beiden Brüste passen zu mir, denkt sich Julia.
Aber es ist gut so, besser als würden sie wie zwei Ballons mit Silikon aussehen.
Mit den Händen streichelt sie sich den Körper und betrachtet ihn von links, von rechts, im Spiegel.
Klar, manchmal muss sie sogar ein wenig hüpfen, weil der Spiegel nicht ihre ganze Größe hat.
Nun betrachtet sie sich ihren Venushügel und streichelt ihre Schamlippen, die ihr am Rand ein wenig kratzten.
So beschloss sie auch gleich, einen Rasierer zu nehmen und dieses Kratzen zu entfernen.
Julia ist so eitel, dass sie so etwas störte.
Aber heute entschloss sie sich, alle Haare im Schoß, ihrer Lustgrotte, zu entfernen.
Es machte ihr irgendwie Spaß und sie dachte, wenn Rasenmähen genauso einfach wäre.
Aber Rasen ist doch grün, Julia?
Julia fühlte sich trotzdem wie eine reife Frau und nicht wie ein kleines Kind.
Dennoch gibt es andere konservative Weiber, die sich wie ein Kind fühlen würden, wenn sie den gleichen Schnitt machen würden.
Alles eine Frage des Selbstbewusstseins und des Denkens.
Unrasierte Beine?
O Gott!
Julia dachte auch an ihre schönen langen Beine. Sie schnitt sich, weil sie kurz nicht bei der Sache war, und dachte an den Idioten, der den Hörer wieder aufgelegt hatte, als sie wissen wollte, wer dran ist.
Langsam steigt Julia in die Badewanne mit den herkömmlichen Düften des Orients.
Es ist wie eine Belohnung für die Sinne.
Sie streichelt ihren Körper, die Brüste. Ihre kleine Schnittwunde am Fuß musste sie zum ersten Mal inspizieren, bevor sie mit den Händen zwischen ihren Schenkeln gleitete.
Julia machte sich nicht scharf, dennoch standen ihre Brustwarzen wie zwei frisch gedüngte Rosen.
Sie ist sehr liebevoll zu ihrem Körper.
In dem Julia ihm seine persönliche Entwicklung, seine Freiheit lässt.
Klar, sonst würde sie ihren Körper nicht lieben.
Julia kümmert sich wahnsinnig um ihren geschmeidigen Körper, sodass sie nach dem Bad ihren splitternackten Körper mit Körperlotion verwöhnt.
Außerdem ist es gesund, einen perfekten Körper zu haben, sagt sich Julia immer, und man muss ihn auch von den Männern gut behandeln lassen.
In der Zeitung habe ich gelesen, dass auf einer kleinen britischen Kanalinsel Sark die Ehemänner ihre Ehefrauen mit einem Stock schlagen dürfen. Vorausgesetzt, der Stock ist höchstens fingerdick und es fließt kein Blut.
Interessant.
Ich habe gute Beziehungen in Berlin und im Rest Deutschlands.
Dabei musste ich die Erfahrungen machen, dass nur 20 Prozent der Leute zu gebrauchen sind, der Rest sind Vollidioten, denen ich nicht trauen kann. Was diese Leute nicht alles machen wollen?
Aber Sie tun es nicht, diese Nuschen.
Durch ihre Lahmarschigkeit bringen sie andere Leute in ungewollte Situationen, die ihre ganze aufgebaute Existenz zunichte machen.
Was ich nicht wusste, ist, dass sich die Vollidioten nicht mehr auf 80 Prozent begrenzen.
Vergeblich versuchen so manche Unternehmer in Deutschland, natürlich mit einem Hauptschulabschluss, die Wirtschaft in Deutschland zu beherrschen.
Davon mussten diese Vollidioten mich nicht überzeugen.
Ich sage nur: „Deutschland im 21. Jahrhundert, das Jahr 2005, und Deutschland hat mindestens 5 bis 10 Millionen Arbeitslose.“
Das heißt, Deutschland hat jetzt mehr Zeit zum Ficken, Bumsen und all die schlimmen, schönen Sachen, wozu sie keine Zeit hatten, als sie noch in Arbeit waren.
Ich ziehe es vor, eine gewisse Distanz zu den Medien zu halten, denn sie bringen die schlechtesten Sachen erst richtig ins Rollen. Neulich sah ich in den Nachrichten, wie ein Moslem sich für die Ehre in die Luft gesprengt hat, um andere Leute zu töten.
Und das gab es schon einmal, im Zweiten Weltkrieg, als die Japaner ihre Kamikaze losschickten, für die Ehre des Landes.
Oder sie berichten über einen Moslem, der an der Bushaltestelle eine Frau, eine Türkin, erschoss, um seine Familienehre wiederherzustellen.
Diese Frau kämpfte nur um ihre Rechte als Mensch, denn sie lernte einen Beruf und führte ein eigenständiges Leben, was aus dem Glauben des „Koran“ verboten ist. Dann gibt es bei den Moslems noch die „Schwarze Witwe“, sie sprengt sich nur mal so aus Überzeugung bei Terroranschlägen in die Luft.
Dann forderten die Prominenten aus dem Fernsehen auf, zu spenden für ein tragisches Erdbeben.
Dennoch musste ich von einem anderen TV-Sender erfahren, dass mindestens über die Hälfte der Spenden für die Verwaltung draufgeht.
Aber ansonsten verschweigen die arroganten Prominenten, die das dicke Geld auf dem Konto haben oder die nirgends eine neue Hauptrolle bekommen.
Und die Leute spenden und spenden ihr letztes Geld. Spenden ist gut für die Leute, die nichts haben.
Dann aber, bitte, sollen auch nur die Leute diese Spenden erhalten und keine Almosen, was sonst keiner mehr tragen und essen kann.
Die Medien hetzen die Leute erst richtig auf und die Kriminalität wird steigen.
Denn es gibt Parteien in Deutschland, die Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland bringen, und das sind alles Ganoven oder Menschen, die die wenigen Arbeitsplätze wegnehmen, die es noch gibt, und der deutsche Bürger rennt zum Sozialamt/Arbeitsamt, um sein Leben zu retten. Vielleicht sollen die alle zum Rudel bumsen, damit es mehr Kinder in Deutschland gibt.
Diese Scheinheiligkeiten der Menschen kotzen mich an.
Wie Politiker sich einen Skandal nach dem anderen leisten.
Sind das Vorbilder eines deutschen Staates national, wie international?
Bald stellte ich auch fest, dass ich anders war als die Leute aus den alten Bundesländern (BRD).
Ich stellte auch fest, dass man etwas verrückt sein muss, um sich mit den Vollidioten anlegen zu wollen.
Denn diese Leute parodieren immer mit Begriffen, die keiner versteht, aber ich fragte immer nach.
Was meint dieser Typ überhaupt?
Und dann?
Dann kamen diese naiven und unwissenden Leute mit Hauptschulabschluss oder konservativem Denken ins Schleudern.
So dass es anfing zu stinken, wenn sie den Mund aufmachen und auf dieser schmierigen Schleifspur gewesen sind.
Da hatte ich mir ja etwas Schönes eingehandelt.
Aber wie auch immer.
Ich möchte und bin entschlossen, Leute über die Lügen aufzuklären, die über die neuen Bundesländer, die DDR, gebracht wurden und werden, und die Wahrheit hinter dem Vorhang hervorzuholen. Leute werden von den Medien manipuliert und deformiert.
Über das Gefühl, das jeder kennt.
Am Anfang war mir das zwar ein bisschen lästig, aber nach einer gewissen Zeit merkte ich, dass es auch für mich gut war, über diese Probleme zu diskutieren und die naiven Vollidioten zu ermahnen.
Laute Parolen von Politkern und Besserwissern sind nicht meine Sache.
Darauf reagiere ich eigentlich immer sehr ruhig.
Aber wenn diese Leute noch mehr Schaum schlagen, dann wusste ich, dass ich genau auf das Richtige achten werde.
Ich informierte mich und analysierte diese fiktiven Argumente.
Wissen ist Macht, und dieses Wissen setze ich dann auch entsprechend bei bestimmten Leuten ein. Und diese kommen eben aus verschiedenen Berufen und gesellschaftlichen Schichten.
Allmählich kam ich dann zu der Überzeugung, dass diese depressiven und pessimistischen Leute einen Partner brauchen, der ihnen mal kräftig zeigt, wo es langgeht.
Ihren sexuellen Defizit tragen sie in Aggression aus.
Warum sollte ich mich mit depressiven Leuten beschäftigen, die die absoluten Vollidioten sind?
Es scheint immer so, als würden diese Leute immer sehr clever sein.
Vielleicht sollte ich die Sache mal ganz cool sehen. Denn ich hatte mir ja vorgenommen, solche Pappenheimer zu ignorieren.
Aber wenn ich dann zu Hause bin und den Fernseher anschalte, ärgere ich mich wie Verrückt. Das gefiel mir gar nicht.
Ich war so wütend geworden, dass ich drauf und dran war, den Fernseher einzuschmeißen.
Schließlich aber unterdrückte ich diesen gefühlvollen Impuls.
Es ist wirklich das Beste.
Die Lügen und die naiven Besserwisser und Klugscheißer im Alltag einfach zu ignorieren.
Doch so ganz will es nicht gelingen, denn diese Leute provozieren dann auch noch.
Bei dieser Gelegenheit rechne ich dann ab.
Ich laufe und gehe jeden Tag und weiß nicht, wohin. Ich denk darüber nach.
Es hat keinen Sinn.
Die Deutschen schweben immer noch nach über vierzig Jahren im Selbstmitleid.
Dabei waren es 1945 die Deutschen im Westen, die den 2. Weltkrieg verloren hatten.
Wird der Täter zum Opfer der Nation?
Ich mache nur, was ich will. Julia war wieder allein zu Hause.
Tja, sie stand in ihrer Küche und wusste nicht, was sie tun sollte.
Julia hatte mich eingeladen zum Abendessen, zu ihr zu kommen.
In Ihrer Wohnung gab es nichts mehr aufzuräumen. Sie war einige Tage weg gewesen, sodass sie große Unordnung machen konnte.
Die salzigen Tränen, denen sie in letzter Zeit immer in einsamen Momenten so nahe gewesen war, konnte sie nun nicht mehr unterdrücken.
Früher hatte Julia die einsame Stille in der Wohnung immer genossen.
Heute, als sie in der Küche am Fenster stand und auf mich wartete, begriff sie auf einmal, dass die gewisse Zeit sich nicht geändert hat und die Stille immer mal wieder aufkommt.
Julia wischte sich die Tränen mit der Hand weg.
„Egal!“, sagt Julia laut, „Ist doch egal!“
Julia hatte Hühnerfrikassee gemacht.
Sie ging ins Schlafzimmer und zog sich etwas Bequemes an.
Nur eine Jeans.
Einen weichen rosafarbenen Pullover.
Auf die Unterwäsche wie Stringtanga und Brusthalter verzichtete sie. Denn sie hatte keine Lust, dieses noch anzuziehen.
Durch einen Zufall hatte sie einen Schwangerschaftstest in der Hand, der in einem kleinen Schubfach in einem Schränkchen am Bett lag, wo sonst die Stringtangas liegen.
Ihre Gefühle waren eigenartig.
Widersprüchlich.
Unglaublich.
Oft hatte sie gedacht, dass das für Männer das Schwierigste war.
Die Nachricht „Schatz, ich bin schwanger.“ »Wir bekommen ein Baby!«
Frauen schlagen sich mit den herrlichen Gedanken über eine gewollte Schwangerschaft herum, solange, bevor sie schwanger werden.
Wie ein Wunder?
Denn, bis die Frau dazu kommt, ihrem Mann die attackierte Botschaft mitzuteilen, hat sie längst auf die eine oder andere Weise einen Entschluss gefasst.
Klar, der unwissende Mann, der gearschte, muss ihr dann immer hinterherhecheln, wie ein verwahrloster Straßenköter.
Aber Julia kam nie dazu, ihren Kinderwunsch mir mitzuteilen.
Der Schwangerschaftstest fiel Julia nur zufällig in die Hände.
Eiserne Reserve.
Falls es bei ihr einmal brennen sollte.
Den Schwangerschaftstest legte sie auch gleich in den Medizinschrank, im Badezimmer, wo sie noch ein Päckchen Anti-Baby-Pillen gefunden hatte.
Julia fühlte sich plötzlich, als wäre ein schrecklicher Geist da, der seine fetten Hände um ihren schmalen Hals gelegt hat und zudrücken will.
Ganz gleich, wie sie auch mit den Armen sich werte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als an etwas Anderes zu denken.
Und jetzt?
Julia setzte sich hin und sah auf die Uhr, die an der Wand hängt. Sie ging im Wohnzimmer auf und ab.
Sie hatte Angst um ihre Zukunft.
Was wird sein?
Was wird kommen?
Keiner konnte es ihr sagen.
Julia kann sich selbst auch keine Antwort darauf geben. Denn es gibt im Leben einen bestimmten Augenblick, in dem fast jeder mit dem Alter diese spektakulären Fragen stellt.
Aus einem bestimmten Grund hatte Julia den absurden Gedanken, dass sie jung sterben würde.
Sie ist zwar zäh, dennoch war Julia nicht stark genug.
Gespielte Tapferkeit?
Keine Willenskraft?
Eigentlich sollte Julia jetzt weinen, dachte sie.
Doch dieser starke Körper ließ die Augen trocken.
„Oh mein Gott, bleiben die Tränen jetzt?“, fragt sie sich wütend, „Wo ich jetzt weinen will.“
Plötzlich war ihr es klar geworden, denn sie will leben.
Der Sinn des Lebens ist eben Leben.
Also tat Julia, was sie schon längst hätte machen wollen. Sie nimmt den Hörer vom Telefon und ruft mich an, um zu erfahren, wann ich nun endlich bei ihr aufkreuzen will. Denn das delikate Essen ist fertig.
Sie legte dann den Hörer wieder auf.
„Warum? „Ich reise in der Welt herum“, sagte sie sich und ging in die Küche, um alles vorzubereiten, was sie noch zum Eindecken des Tisches im Wohnzimmer benötigte.
Ein paar Minuten später klingelte ich an Julias Haustür.
Sie lag gerade bequem auf der Couch und hatte zum zweiten Mal die Modezeitschrift durchgeblättert.
Sie sprang vor Begeisterung auf und machte mir die Tür auf.
Es kam ihr so vor, als wäre ich von einer Geschäftsreise nach Hause gekommen und ich hatte die Wohnungsschlüssel vergessen.
Als sie mich mit Küssen begrüßte, spürte ich plötzlich ihre kalte Hand in meiner Hose.
Doch aus irgendeinem Grund hatte Julia das Gefühl, nicht mit einem romantischen Bettgeflüster anzufangen.
Also streifte sie mir den Trendsetter ab und hängte ihn an die Garderobe.
Ich sollte mich dann in den Sessel setzen, als sie das Essen aus der Küche holt und es am Tisch serviert.
Was? „Du hast abgenommen, oder?“, frage ich Sie.
„Du siehst aber auch alles, Sancho“, antwortet Julia amüsiert, denn es waren erst ein paar Tage her gewesen, als wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Ich nicke.
„Wollen wir uns es nicht bequemer machen und uns von unseren Klamotten trennen?“, fragt Julia, als sie sich ganz nah auf die Sessellehne setzte.
„Nur das nicht, Julia“, erwidere ich, „denn ich friere immer noch am ganzen Körper.“ Und ich versuchte noch, kräftig zu zittern.
„Schöner Nagellack“, sage ich, um Julia abzulenken.
Aber, Julia stöhnt nur: „Zu hell!“
Ich starre ihr in die Augen.
„Äh, ich lass uns heißes Wasser in die Wanne und wir nehmen ein Bad“, schlägt Julia vor.
Ich schnuppere kurz an Ihrem Haar – kurzes Haar, sehr kurzes Haar.
„Ich mag diesen Duft, den du immer an dir hast, Julia“, schwärme ich ihr zu.
„Ach, ne', ja?“, entgegnet sie mir und stand ruckartig auf, um ins Badezimmer zu gehen. „Ich rieche heute nicht so gut, Sancho, meine kleine Nase ist fast zu.“, stöhnt sie noch nach.
„Ich bemitleide dich für einen Augenblick, du arme Prinzessin“, sage ich und beobachte Julia scharf im Badezimmer.
„Mein Stern, möchtest du vielleicht etwas zu trinken?“, ruft sie mir zu, „Ich habe noch eine Flasche Sekt im Kühlschrank.“ Tja. „Warum nicht?“, entgegnete ich ihr. Schnell holt Julia auch schon die Flasche Sekt aus dem Kühlschrank und zwei Gläser aus der Hausbar in der Wohnstube.
„Hast du in der Firma Sorgen?“, fragt sie mich und setzt den mütterlichen Blick auf.
Ich hasse es, wenn sie das macht.
Den mütterlichen Blick aufsetzen.
„Ach ne' ...? „Weit untertrieben!“, sage ich jammernd, „Ich leide, wie ein herrenloser Köter.“
„Das will ich gar nicht wissen, mein Süßer“, schmunzelt Julia.
„Nah dann…“, sage ich nur verwirrt.
Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, fängt Julia an zu erzählen: „Mein erster Freund hieß Kurt.“ Ich hatte ihn in einer Diskothek kennengelernt. Kurt, also, er war derjenige, welcher. Der Prinz, der Mistkerl, der mich wegen einer anderen Zicke verlassen hat, der erste Mann in meinem Leben und Befreier von der Jungfräulichkeit. »Das Schwein.«
„Bist du fertig?“, fragte ich genervt, denn diese Geschichte wollte ich mir absolut nicht anhören.
„Wieso fragst du?“, entgegnet sie mir und spritzt mich mit dem Badewasser, das ich mich fast verschluckt habe, als ich Luft hole.
Verlegen blickt sie mir zu und fragt mich frech: „Wie war es nur mit deiner ersten Flamme, deiner Entjungferung?“ Wer hat dich zum Mann gemacht, Sancholein?
„Ich weiß nicht.“ gebe ich ihr zur Antwort, und das kurz.
Nun waren Julias Augen doppelt so groß.
Sie schien nicht zufrieden mit der Antwort zu sein.
Ich blickte schnell an die Decke oder versuchte, Julia eine Antwort schuldig zu bleiben.
Zwecklos.
„Wieso, schau mal!“, sagt sie, greift mir zwischen die Beine und hatte mein Stück harte Männlichkeit fest in der Hand. „Sei nicht so schüchtern!“
Hier gibt es kein Entrinnen.
Angstvoll blickte ich Julia ins Gesicht und wartete, was jetzt wohl noch kommen soll.
Sie spielte mit meinem Stück.
Sonst passiert nichts.
Aber in Julia breitet sich ein wunderbares, warmes Gefühl aus.
Sie rückte glücklich zu mir heran, steckte ihre Zunge heraus und küsste mich.
„Du bist blöd!“, zischt sie mir ins Ohr.
Julia starrte mich an und massierte meine Männlichkeit, bis er dann auch vor gewaltiger Erschöpfung spuckte.
Ich merkte, wie es sie antörnte und ihren Venushügel an mir rieb.
Die volle Wanne kochte vor hemmungslosen Stößen und entleerte sich, das Badezimmer wurde zum Pool.
Julias guckt mit ihren Augen, als könnte sie kein Wässerchen trüben.
Aber die Kleine ist ein Vulkan.
Feurig.
Also, ein geiler, feuriger Vulkan ist sie.
Ich denke, Julia hat beim Ficken solche heißen Phantasien, dass ich mir Verbandszeug besorgen sollte.
Julia griff mir an meinen Schwanz, als ich aus der Wanne steigen wollte, und zieht mich wieder zurück. Da ich noch stand, nahm sie mit dem Mund meine Männlichkeit und lutschte ihn wieder hart.
Mit der Hand ergreift sie besitzergreifend meinen Po.
Ich fühlte mich wie ein Zirkuspferd in der Manege.
„Das ist ja wunderbar.“, dachte ich leise. „Immer lustig und vergnügt, bis der Arsch im Sarge liegt!”
Es ist der blanke Wahnsinn in meinem so langweiligen Leben, dachte ich immer weiter.
Am späten, sehr späten, regnerischen Nachmittag des nächsten Tages machten Julia und ich einen Spaziergang durch den Park.
Mit Schirm.
Die Sonne schien plötzlich von einem leicht verschleierten Himmel.
Heute war es sehr warm.
Auch schwül.
Wie schwul.
Oder die Schmelztemeperatur für Dicke.
Ein Wetter für stimmungsschwankende Schwuchteln.
Die riesige, breite Grünanlage mitten im Herz Berlins zog ausgerechnet an diesem Nachmittag viele repräsentative Sportler und meckernde Spaziergänger an.
Tennis- und Abenteuerspielplätze für Kinder, die ihr Abenteuer mit ihrer verspielten Mutti suchen, gibt es hier.
Auf den großen Wiesen können Picknicks veranstaltet werden.
Ja, auch die Moslems machen sich ein Lagerfeuer und grillen sich ihr Lamm zum Schmaus, für die Familie, Freunde und Gäste, die frisch zubereitete Lammstücke bevorzugen.
Ach so, es werden keine Lammstücke gegrillt.
Ja, es wird das ganze Lamm gegrillt.
Gerade geschächtet.
Reitwege und Fahrradpfade wurden fast zu jeder Tageszeit ausgiebig genutzt.
Auch beim Regen und Sturm?
Wahnsinnige gibt es überall.
Für die armen Köter, die treuen Hunde, ist das grüne Herz Berlins mit seinen vielen Bäumen ein wahres Eldorado.
Obwohl Schilder darauf hinweisen, dass die Hundehalter ihre Hunde an der Leine halten sollen, ließ eine junge Frau auf dem Ökotrip ihren vermischten Köter, eine Promenadenmischung, frei, damit er mit langen, rasanten Sprüngen über die nasse Wiese hetzen konnte.
Sie war nicht die einzige trotzige Hundehalterin, die ihrem Hund solche Freiheiten erlaubte.
Ist es nicht eigenartig, wie sich Wesen ähneln?
Das ist mir auch aufgefallen. Die Hundehalter sehen meist so dusselig aus wie ihr braver Hund.
Oder der Hund sieht so bekloppt aus wie ihr Herrchen in Kampfstellung.
Diese eigenwilligen Hundehalter finden den taktischen Gedanken scheußlich, wenn ihr Vierbeiner mit einer Leine gehen soll.
Sie sind natürlich froh, wenn die Töle sofort gehorcht, wenn sie rufen.
Nachdem sie mit ihrem Hund fast eine Stunde Gassi gegangen und der Köter überall hingeschissen hat, wo sich die Kinder daraus die besten stinkenden Wurfbälle mit Kiessand formten und sich gegenseitig beschmeißen, beschlossen sie dann fix und fertig, mit dem Hund nach Hause zu hecheln.
Julia und ich gingen dann gemütlich in den Zentralpark, wo wir dann im hübschen Terrassencafé eine Tasse Kaffee trinkten.
Als wir uns nach einem freien Tisch umsahen, passiert dem gestressten Ober ein kleines, ganz kleines Malheur.
Er hat sein Tablett mit benutztem Geschirr ziemlich voll beladen.
Ich denke, das Tablet ist voll beladen.
Und plötzlich krachte eine Porzellantasse zu Boden.
Alles glotzt den Ober an.
Das Geräusch erschreckte sogar die Oma, die ihren heißen Kaffee schlürfte.
„Zum Glück war das nicht unser heißer Kaffee“, sagte ich und lächelte.
„Aber müssen wir nicht erst einmal etwas bestellen?“, fragte genervt Julia.
Julia sah süß aus an diesem Nachmittag, verregnet, nass und eklig.
Der verschreckte Ober begann inzwischen schnell in einiger Entfernung, die vielen Scherben zusammenzufegen.
Plötzlich höre ich aus der Menge der Gäste ein Gespräch mit, denn es war ja nicht zu überhören: „Walter, Hunde sind doch die besten Freunde des Menschen.“
„Das klingt ja, Gertrud, als hättest du in deinem Alter mit den Menschen schlechte Erfahrungen gemacht“, erwidert Walter.
„Wie man es nimmt“, sagt sie enttäuscht und bedrückt.
Ich war dann auch sehr froh, als gerade der kleine Ober mit schnellen Schritten herankam und nach unseren Wünschen fragte.
Julia bestellte sich einen Milchkaffee.
Sie lächelte ihn zu.
Ich bestellte mir einen Espresso.
„Das Wetter“, meint Julia nach einer kurzen Weile, als sie dauernd in den Himmel starrte. „Es ist doch noch ein richtiger sonniger Tag geworden.“ Sancho, es ist auch nicht mehr so drückend. „Schwul, wie du immer meinst.“
Julia lacht laut darauf los.
Alle Gäste drehen sich zu uns herum.
Peinlich.
„Eine aufregende Stadt,“, sagte ich dann. „Eine Stadt, die einem den letzten Atem nimmt.“
„Ja genau“, bestätigt Julia. Sie grinst mir ins Gesicht und küsst mich auf den Mund.
Aber, nur ganz kurz.
Nicht lange, wie mit Zunge und so…
Ich drehte mich um und stand vor dem geschlossenen Fenster. Schon bei dem Anblick nach draußen wurde ich etwas seekrank.
Als Julia auf die menschenbewegte Straße hinabsieht, wird ihr klar, dass sie etwas ganz anderes von mir erwartet hatte.
Sie war in dem Glauben gewesen, dass wir uns auf einer kleinen Insel in der Karibik befinden.
Schockiert drehte sie sich um und überzeugte sich davon, dass wir doch im kalten, nassen, dennoch sonnigen Deutschland sind.
Julia hatte sich darauf eingestellt, das Land zu hassen.
Ihr war schon lange aufgefallen, dass ich schon lange den Hang habe zu mehr Sonne.
Ganz gleich für wie abgefahren und verrückt Julia mich hielt.
Mit angehaltenem Atem hatte sich Julia mir genähert, doch ich war innerlich blockiert und erwiderte ihre Annäherung nicht.
Lächelnd ist sie plötzlich auf dem wackligen Stuhl fast zum Kippen gekommen.
Der Lärm im Terrassenkaffee verstummte und die Leute an den Tischen lugten neugierig zu uns.
Einer der glotzenden Gäste sah richtig nett aus, empfand Julia.
Er hatte oben auf dem Schädel eine kahle Stelle, als er seine Kopfplatte beim Zunicken offenbart hatte.
Er war auch mit einem dichten Ring an grauem Haar gesegnet.
Amen.
Julia fragte sich, warum der Kerl es nicht auf einer Seite wachsen ließ und dann einfach die langen Haare über die kahle Stelle kämmte.
Natürlich, wie die meisten kahl werdenden Männer das spektakulär praktizieren.
Dass er aber das nicht tat, gefiel Julia.
Später, als wir unsere Rechnung beim Ober gezahlt hatten, verließen wir ruckartig den Kaffee und kamen an dem Tisch vorbei, wo der Mann mit den Haaren saß.
Der glotzt natürlich, wie ein sabbernder Hund, Julia hinterher.
Julia musste lächeln.
Erschöpft von dem Geglotze der Leute im Terrassenkaffee und dem Wetterumschwung machten wir uns auf den Heimweg. Die teure und wertvolle Zeit schien bei Julia, bei sich zu Hause, stillzustehen.
Doch die Tage schlichen vorbei, ohne auch nur die kleinste Welle für Julia zu schlagen.
Sie lag bis Mittag im Bett.
Allein.
Ohne mich.
Klar.
Sie versuchte tagsüber, immer wieder zu schlafen.
Sie fühlt sich wie ein Teenager.
Klar, das war sie ja mal gewesen.
Sie erinnerte sich: Als junges, freches Mädchen hatte sie sich ins Wohnzimmer geschlichen, um die leckeren Weingummis aus der Tüte aus dem Schrank zu essen.
Julia aß davon so viele, dass Sodbrennen aus ihrem kleinen, süßen Magen in den Schlund aufstieg, wo es vor sich schmachtete.
Dann jammerte sie ihrer Mutter zu, dass es ihr nicht gut ging. Ihre nicht strenge Mutter erlaubte ihr, sich auf die Couch zu legen und zu träumen.
Natürlich, bis die Bauchschmerzen vorbei waren.
Und das konnte dauern.
Den ganzen Tag.
Manchmal.
Und im nächsten Moment schwelgt Julia schon wieder in der absoluten Stille.
Der Einsamkeit.
Das Telefon klingelte nicht.
Natürlich, auch das Handy.
Der Fernseher war aus.
Kein Musiksender.
Keine öffentlichen Rundfunkanstalten.
„Wie soll ich in der ersten Reihe sitzen?“ „Ich denke nicht, dass Sie es wussten. Oder?"
Keine nervigen Kinder plärrten durch das Haus.
„Lass dich bloß nicht hängen!“, sagte sich Julia stillschweigend im Gedächtnis.
Doch.
Genau das tat sie.
Jetzt.
Und sofort.
Am heutigen Morgen war Julia auf dem Balkon zu finden.
In der Sonne liegend? Ja. Was sonst?
So saß sie auch nur da, döst vor sich hin und entdeckte erschreckend, dass sie die merkwürdigsten Dinge vermisst.
Wie mich, Sancho, obwohl ich nicht die Tage zu ihr kommen wollte.
Dennoch war ich irgendwie für Julia anwesend. Durch den originellen, männlichen Duft meines Afterschafs und meines Schweißes bin ich irgendwie immer noch in ihrem Bett und im Raum anwesend.
Wir lachen viel miteinander.
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass es das grausamste Schicksal ist, sich daran zu erinnern. Denn mit mir zu leben ist grausam.
Denn ich habe schon viele Enttäuschungen erlebt, wo Frauen mir viel versprochen haben und es nicht einhielten.
Ich hatte danach oft das Gefühl, benutzt worden zu sein.
Was ich liebte, bekam ich nicht.
Was ich wollte, bekam ich nicht.
Was ich vermisste, bekam ich nicht.
Was ich nicht wollte, später pleite zu sein.
Was ich bekam: Kinder, die ich so nicht wollte.
Frauen spielen aber jedes Spiel, um schwanger zu werden, wie einen Mann zu heiraten, der sie aushält.
Es wäre so viel leichter, wenn eine Frau die Wahrheit gesagt hätte. Oder sie hätte gesagt, was sie wollte. Die Auswahl ist riesig und kann den Unerfahrenen ins Grübeln bringen. Kopfschüttelnd stehe ich im Reisebüro und studiere bewundernd die bunten und dicken Reisekataloge.
Besonders von der Karibik.
Auch die gelangweilte und brünette Reiseverkäuferin.
„Hotels zum Genießen“, lese ich.
Vom Relaxen am Strand steht da nichts.
Manche Gäste wollen erst mal schnuppern, andere kennen kein Limit und sind ganz wild darauf, den ganzen Ramsch zu erleben.
Gegen Relaxen und Träumen am sonnigen Strand ist nichts einzuwenden.
Allerdings soll sich mein Model ruhig verhalten.
Schließlich wird es ja ein Arbeitstrip, am weißen Strand.
„Die Hotels, um Jamaika zu genießen“, lese ich auf der Vorderseite, viel salziges Meerwasser, heißer Sand und knackige Frauen mit ihrem Badestringtanga.
Immerhin viel Sonne.
Unter einer zarten kleinen Palme sehe ich auf der nächsten Seite eine braun gebrannte Kokosblüte mit Holz vor der Hütte – zwei schönen großen Brüsten, für die Leute, die mit dem Holz nichts anfangen können.
Und hier!
Hier werde ich meine Aufnahmen mit der Kamera machen, dachte ich leise.
Volltreffer!
Hingerissen bestellte ich gleich drei Flugtickets mit Hotel. Die ich dann gleich, etwas später, mir abholen werde.
Ich denke, die lahmarschige und fette Reiseverkäuferin ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und sie hat alles mitbekommen, so wie ich es ihr gesagt habe.
Denn ich wollte heute noch wiederkommen, bevor ich zum Flughafen fahre.
Nun aber schnell zur Modelagentour, zu Laila, die hübsche Chefin mit dem gewissen Esprit.
Mit Freudenküssen auf der Wange. Dabei gingen die meisten Schmatzer in die verqualmte Luft von teuren Zigaretten – aber wem stört das schon, dennoch begrüßten wir uns so.
Und nicht anders. Klar?
Die Chefin Laila reichte mir auch gleich ihren Katalog mit den zarten Modells zu, nachdem ich ihr mein Anliegen schnell und kurz berichtet hatte. Ich fackelte nicht lange.
Kein Schnuppern, aber ein „Ah“, ein „Oh“ und ein „Lecker, lecker“.
Ich zeigte Laila dann das Mädchen, das zu meinen Fotoaufnahmen war, und sie arrangierte alles Weitere am Telefon.
Wir hatten Glück: Das Model Lydia hatte keinen Auftrag und wäre frei.
Die Chefin machte auch gleich einen Termin für heute noch, den ich mit Laila besprochen habe, und alles, was „Wie?“, „Wann?“, „Wo?“ und was sonst noch so alles kommen soll, erfährt sie von Laila und mir, um 20 Uhr, auf dem Flughafen.
„Ich schulde dir ein Essen, Laila, aber jetzt muss ich los, wenn ich heute noch die Flugmaschine bekommen will”, sagte ich noch, bevor ich die Modelagentour verlassen hatte. Laila lächelte mir laut hinterher und rief: „Sancho, mein Liebling, du hast dich überhaupt nicht verändert.“ Ich sprang wie eine Gazelle und optimistischer Elan schnell in meinen Wagen rein.
Natürlich schaffte ich es noch, die Tür aufzumachen.
Mit dem Handy rufe ich noch schnell Ruth, meine Sekretärin an, um ihr mitzuteilen, dass wir heute Abend noch nach Jamaika fliegen.
Erst war sie entsetzt und fluchte mit mir am Telefon, am Handy.
Doch dann freute sie sich sehr und sagte: „Jamaika! Heute um 20 Uhr am Flughafen Schönefeld.“
Der Verkehr auf den Straßen von Berlin ist heute wieder toll.
Dicht, überall Stau, Hupen, rote Ampeln, Kinder, die laut und sinnlos auf den Bürgersteigen herumschreien und zwischen den haltenden Fahrzeugen fangen und spielen. Zum Ausrasten. Ich will nach Hause. Aber keiner von diesen Vollidioten begreift das. Wahnsinn. Aber ich bleibe immer ruhig.
Irgendwie und irgendwann werde ich mein Ziel erreichen. Nicht jetzt. Endlich bin ich zu Hause angekommen, komme aber mit dem Wohnungsschlüssel nicht in meine Wohnung.
„Was ist denn jetzt wieder los?“, fluche ich im Hausflur.
Plötzlich reißt mir jemand die Türe weg.
Ich, ganz erschrocken, geschockt und verwirrt, stehe da und bekomme kein einziges Wort von meiner Zunge.
Klar, die Zunge war schon trocken und schmeckte nach „Bäh“.
Es ist Julia, sehr verärgert und sauer.
Aber wie sauer?
Wie Zitronen, Limonen oder wie ein saurer Hering?
Julia hat schon seit Stunden auf mich gewartet, denn wir wollten uns noch einen schönen Tag, einen Abend, eine schöne Nacht machen.
Julia war trotzdem so merkwürdig, als würde sie mich mit der elektrischen Kettensäge vierteilen wollen.
Das haben Frauen so an sich, wenn sie nicht das bekommen, was sie gerne haben wollen. Oder?
Julia spielte gerne mit den Männern.
Egal, in welche Rolle sie schlüpfen muss oder soll.
Dennoch wird sie noch einige stilvolle Experimente aus ihrer alten Kiste heute fischen, wenn sie erst einmal erfahren wird, dass wir heute keinen üblichen Abend haben und noch nach Jamaika fliegen.
Das Herumgezicke von Julia tötet mir den letzten Nerv, um sie herzhaft mit einem Küsschen zu begrüßen.
So flüchtete ich so schnell wie möglich ins Schlafzimmer, um meinen Koffer zu packen.
„Abend, der Herr Sancho“, sagt provokant Julia, steht im Türrahmen plötzlich mit verschränkten Armen vor der Brust.
„Aber bloß nicht jetzt auf die verrückte Idee, mich jetzt in der Eile mit Worten zu erschlagen, denn wir fliegen heute Abend noch nach Jamaika“, erwähne ich mal so beim Kofferpacken.
Ich will mit, Sancho! Verstehst Du? „Oh“, schreit sie mir entgegen, sodass mir das Ohr bald abfiel.
„Genau deshalb beeile ich mich jetzt so, denn wir fahren noch schnell zu dir, deine Sachen holen, und Ruth wartet schon mit dem Model am Flughafen“, erwiderte ich ihr schnell.
„Unter Reisevorbereitung verstehe ich etwas anderes“, beschwert sich Julia.
Was nutzt mir das? „Der Flug nach Jamaika hat sich ebenso mal schnell ergeben, mein Schätzchen.“ „Ich denke, du liebst Überraschungen“, sage ich mit einem zynischen Lächeln.
„Klar, da kann ich nicht mithalten“, erwidert Julia, lacht laut darauf los und hilft mir beim Kofferpacken.
Der sowieso schon fast aus allen Nähten spannte.
„Aber Schatz, wo hast du denn das Wort gelernt?“, frage ich nur mal so, „Etwa im Altersheim?“
„Na ja!“, nuschelte Julia dahin.
Vielleicht sollte das eine scharmante Antwort sein.
Ohne Gewähr, natürlich.
Oder?
Frauen.
„Schatz, ich wollte eigentlich den Koffer noch schließen können“, sage ich erstaunt und meine dann auch, dass ein wenig an Sachen wieder raus muss.
„Stell dich nicht so an!“, forderte sie mich auf.
Etwas böse starrte ich sie an, denn zu etwas anderem hatte ich auch keine Zeit mehr, wenn wir noch zu Julia wollten.
Und müssen.
„Sieh mal!“, sage ich und trete mit einem Fuß auf den Koffer, um ihn zu schließen.
Ich hole tief Luft.
Julia auch.
„Das ist Traumhaft“, schwärmt Julia.
„Vor allem dann, wenn…“, erwidere ich ihr. „Wenn du im Rausch von Sambalita bist und ein lateinamerikanisches Lebensgefühl wie sonst in deiner Badewanne spürst.“ »So frei, unendlich frei!« Julia grinst. Ich werde nicht alles anders machen, aber vieles besser, dachte ich mir und grinste Julia zurück.
„Ich lach mich tot“, sage ich, „uns erwartet eine traumhafte Karibik mit azurblauem Himmel, soweit dein Auge reicht, und das Auge reicht schon weit.“ „Weit, weit genug.“
Julia stutzte und verzieht ihre Stirn, sodass sie bald zwanzig Jahre älter aussieht.
Als ich sie ansah, dachte ich: „Oh Gott“.
Denn so ein Gesicht vernebelt mir das türkisfarbene Meer und das traumhafte Inselparadies.
Das besondere Flair auf Jamaika.
Dass es eine aufregende Kreuzfahrt wird, habe ich den anderen noch gar nicht mitgeteilt.
Es sollte eine atemberaubende Überraschung werden.
Eine abenteuerliche Reise durch die tropische Inselwelt der Karibik.
Mit Sonne, viel Sonne.
Meer und noch viel blaues Meer.
Und traumhafte Strände.
Wir werden an Bord der „Caribe” sein.
Auf der Fahrt werden wir durch unberührte Natur geschifft und bekommen Eindrücke aus der Kolonialzeit.
Jamaika: Im jamaikanischen Ocho Rios erwarten uns rhythmische Klänge von jamaikanischer Musik und viel gefühlvollem, akrobatischem Tanz.
Die Dunns River Wasserfälle sollen wir auch noch sehen.
Wie wir auch im türkisblauen Wasser inmitten von gewaltigen Rochen und anderen farbenprächtigen Fischen baden.
Fische, die wie Piranhas aussehen?
Die Kolonialstadt Santiago de Kuba wird uns bestimmt verzaubern, während wir auf Grand Turk noch unberührte Strände erleben können.
So geht es auch gleich, etwas später, unser Flug nach Santo Domingo, in die Dominikanische Republik.
Dann bleiben wir erst einmal auf See. Relaxen. Entspannen. Arbeiten. Entspannen. Relaxen? Na gut. Und plötzlich werden wir dann in Ocho Rios sein, und das ist ja Jamaika, wo ich die Reise mit Model Lydia, meiner Sekretärin Ruth und Julia, auch geplant habe. Dass Julia mitkommt, war ja nicht geplant. Das ist eine taktische Notlösung. Denn Beziehungsanhängsel beim Arbeitsessen oder bei der kreativen Arbeit mit anderen weiblichen Geschöpfen gibt nur angesagten Ärger. Das brauch ich eigentlich nicht. Nach diesem Zwischenstopp in Ocho Rios, für Fotoaufnahmen, geht es weiter in Tenderbooten. Das wird allerdings vom Wetter abhängen. Später geht es dann mit dem Schiff weiter nach Santiago de Kuba und Grand Turk.
Samana Bay und Santo Domingo, das nun wieder in der Dominikanischen Republik liegt.
Den Abschluss unserer Reise bildet Cabo Samaná und endet in Santo Domino.
Klar.
Mit einer guten Idee kann ich heute vom Tellerwäscher zum Millionär werden, dann wäre mein Konto niemals leer.
Und der Abzocker, der Finanzminister von Deutschland freut sich.
Gelle!
Aber Frauen wissen auch gut, wie sie ihr Schäfchen ins Trockene bekommen, denn im Jahr werden mindestens 14 000 Kinder anderen Männern untergeschoben.
So ergab sich eine Studie.
„Ach, mein Süßer, Sancho“, sagt Julia und nimmt mir meine Hoffnung. „Das ist doch ein alter Hut.“ Keiner von uns wird in Deutschland zum Millionär, wenn er Tellerwäscher ist. »Außer Müllfahrer.«
Julia lachte.
„Nimm doch nicht immer alles so wörtlich, Julia“, erwidere ich ihr genervt, aber sehr genervt. „Julia!“
„Bitte glaub mir, es ist besser, wenn wir nach dem Auftrag umziehen“, gesteht Julia und will mir die Augen öffnen. „Sancho, raus aus Deutschland und ab nach…“
Ich dachte über Julias Worte nach.
Und denke, denke, heute noch.
Warum nicht, dachte ich mir dann.
Ich habe keine Pubertätspickel mehr.
Julia war entjungfert von ihrem ersten Stecher Peter aus der achten Klasse.
Aber ich bin immer noch auf der unfassbaren Suche nach dem schrecklichen Beweis für die echte Liebe.
Ich will jetzt einfach nur im Suchen nach der Liebe faul sein und Geld verdienen, und bereite mich jetzt auf meinen Auftrag und die Fotos mit dem Model gedanklich vor.
Julia und ich fahren schnell mit dem Wagen, dem eleganten und dem Wagen mit Klasse, zu ihrer Wohnung, um ihre Klamotten zu holen.
„Sancho, hier!“ „Schau mal!“, ruft Julia aus dem Schlafzimmer mir zu. Ich sprang wie von einer Mücke auf und sprang zu Julia hin. Sie hielt mir ihren Bikini vor das Gesicht und fragt mich: „Sancho, kann ich den anziehen?" „Ja“, gab ich ihr zur Antwort und sie packte den weißen Bikini in den Koffer. Der Bikini ist transparent, wenn er nass wird, und… Und Julia ist dann splitternackt. Oder auch nicht, denn sie hat ja den Bikini am braun gebrannten Leib. War der nackte Körper nicht schon von der Sonnenbank gebräunt? Nachdem wir dann mit der Taxe den Flughafen erreicht hatten, schaute Julia mich an. Ruth stand mit dem Model Lydia schon da und starrten uns interessiert nach.
Kapitel 4
Im Flieger durchkämmte Lydia, das Model, systematisch alle ihre Taschen von der Kleidung, die sie anhatte.
Sie nahm jeden harten Gegenstand, sogar die Kondome mit Fruchtgeschmack, heraus und untersuchte die Taschen genau.
Weiche Gegenstände waren heute nicht dabei, wie frischer abgeknutschter Kaugummi, ausgelaufener und zäher Nagellack.
Lydia kam sich vor wie eine Irre.
Sie wusste genau, dass niemand aus dem Flugzeug sie danach fragen würde.
Nur weil sie ihr eigenes Zeug liebevoll und eindringlich begutachtete.
Ruth bemerkte, dass Lydia nach Irgendetwas suchte.
Lydia stellte sich Fragen. Solche hätte sie nicht einmal ihrer Mutter gestellt, wenn sie heute noch gelebt hätte.
Auf gar keinen Fall.
Warum auch?
Wie schafften es andere Models nur, nicht verrückt zu werden?
Lydia suchte nach Ihrem Feuerzeug.
Ein goldenes Feuerzeug.
Was sie von einem netten und süßen Freund mal geschenkt bekam, als sie in Mailand gewesen war.
„Habe keine dummen Gedanken, dieser Freund ist schwul.“ „Es war Gerd, ein Schwuler.“
Plötzlich wurde ihr heiß.
Am ganzen Körper.
Hatte sie der schamlose Gedanke ihre Möse ins Schwitzen gebracht?
Lydia schien damit nie Probleme zu haben, denn sie verschwand viele, viele Tampons locker.
Sie hatte nie die Angst.
Julia erzählte mir einmal, nachdem wir Sex hatten, dass sie es in ihrer hormonreichen Zeit, der „Ich werde, nun endlich eine Frau“, leid war, sich ständig in sich, die Möse, etwas hineinzustecken. Wie die Spirale, Finger und selbst Penisse.
Die Angst, etwas kaputt zu machen.
Und schwanger werden?
Als Julia das erste Mal um einen Tampon bei ihrer Mutter bat, war sie richtig stolz gewesen.
Ich fühlte aber, dass es für Julia eine große Belastung gewesen war, von ihren Ängsten zu erzählen.
Es wurde Zeit und Lydia war froh gewesen, alles im Koffer verpackt zu haben.
Denn die anderen Leute im Flieger wunderten sich schon über ihre aufwendige Aktion, denn sie hatte nichts gefunden, was sie hätte vermissen sollen.
Ich hatte das Gefühl, dass wir alle etwas schlafen sollten.
Die Flugbegleiterin zog mit ihrem schmalen Wagen durch den engen Gang der Passagiere und bot jedem Fluggast etwas zu essen und zu trinken an.
Es ist schön.
Ein echter Genuss, von leckeren und herzhaften Speisen.
Und von den vielen Getränken hätten wir das Flugzeug unter Wasser stellen können.
Julia hatte immer noch das beklemmende Gefühl, bei einer endlosen Maskerade zwischen Ruth, meiner Sekretärin, dem Model Lydia und meiner Wenigkeit mitzuspielen.
Zugleich verspürte sie auch etwas Freiheit.
Etwas Verrücktes.
Julia ist in diesem Stück nicht kostümiert.
Sie spielte eine Rolle, und nachdem sie endlich ihre bestimmte Rolle gefunden hatte, konnte sie die Figur meiner leidenschaftlichen Begleiterin nun weiterentwickeln.
Lydia merkte, wie ich sie beobachtete, während die Flugbegleiterin durch den Gang spazierte und die Fluggäste nach ihrem Befinden fragte.
Als Lydia plötzlich auf die Toilette zuging, rammte sie den Ellbogen eines zerstreuten Fluggastes, der seiner Frau etwas erklären wollte, die aber etwas nicht verstanden hatte.
Ich bemerkte und beobachtete Lydia, wie sie ihren Kopf hielt und was sie mit ihren Armen macht.
Lydia mied den Kontakt mit den anderen Fluggästen.
Auf der Toilette wusch sie sich nur die Hände mit gesenktem Kopf.
Immer schon hatten die anderen Models Lydia fasziniert, wenn sie vor dem Spiegel steht.
Dabei machte sie sich zurecht, schminkte, kämmte sich und richtete sich ihren Rock wie die Strumpfhose.
Lydia war kein Kind mehr.
Sie war auch alt genug, um auf eigenen Füßen zu stehen, hatte eigenes Geld.
Und das nicht einmal zu wenig.
Sie hatte eine eigene Wohnung.
Aber Lydia ist immer noch jung und deshalb auch attraktiv.
Na, und?
Wer ist das nicht?
Meine Oma?
Lydia öffnet die Toilettentür, ohne zu schauen, ob jemand davor steht.
Sie ging zurück und setzte sich auf ihren Platz.
„Ich freue mich so, dass du gekommen bist“, sage ich zu Lydia.
Lydia nickt, grinst und zog die Achseln hoch. Erwidert mein Kommentar: „Ganz gut geklappt.“ Ich habe auch noch einiges erledigen können.
Ich lehnte mich wieder bequem zurück in den Sitz.
Ruth sah Julias Gesicht an, dessen Gesicht im Augenblick vor Eifersucht zu Granit geworden war.
„Was ist nur los mit mir?“, fragte sich Julia selbst. „Und warum kann ich mich einfach nicht beherrschen?“
Diese Arbeit kann Julia kaum als Arbeit bezeichnen, stellt Julia fest.
Dennoch ließ sie ihre Gefühle gefrieren.
Julia ist wie gelähmt.
Ihre Wut über mich ist im unverständlichen Augenblick wie weggeblasen.
Sie blickt aus der runden Fensterluke.
Julia ist zu bestürzt, um mich anzusehen.
Ruth neben Lydia gab keinen Laut von sich.
Julia sah, wie es in meinem Kiefer zuckte.
„Aber weißt du“, gestand sie mir dennoch langsam: „So eine Reise wollte ich schon immer mal tun.“
„Mit Julia?“, erwidere ich und grinse, „Wie im Film?“
Julia fuhr sich mit der Hand durchs kurze Haar.
„Komisch.“ „Sancho, von hier oben sieht alles anders aus“, sagt sie und sieht durch das Loch das Fenster im Flugzeug.
Ich sah ebenfalls neugierig hinaus und meinte, dass da draußen nichts zu sehen ist außer Wolken.
Julia reagierte nicht.
Ruth ging es plötzlich nicht sehr gut, aber sie wusste nicht, ob ihr der Flug oder die Cola so sauer aufstieß.
Das Model Lydia ist wirklich eine hübsche Frau. Aber eine harte Nuss.
Die Agentur, für die sie arbeitete, galt als sehr angesehen und stellte die Besten und Klügsten und Hübschesten ein.
„Ich bewundere Lydia“, erklärt Julia plötzlich, „sie weiß, was sie will.“
Lydia versuchte, sich ihre Zerstreutheit nicht anmerken zu lassen.
Es war spät.
Oder früh geworden, als die Flugbegleiterin persönlich ihre Ansage gemacht hatte.
„Wir werden“, sage ich in einem Halbschlaf und Erschöpfung, „fürchte ich, den ganzen Morgen schlafen.“
Ruth lächelte müde und ihr fehlte einfach die Kraft, etwas darauf zu erwidern.
Aber sie ist nicht die Einzige gewesen.
Angekommen in der Dominikanischen Republik in Santo Domingo, um am nächsten Tag auf See die hitzige Reise fortzufahren.
Im Hotelzimmer angekommen, das ich in Deutschland schon reserviert habe, ist es sehr locker und luftig.
Nicht so, wie in Deutschland.
Aber sehr angenehm.
Es waren drei Zimmer bestellt: ein Doppelzimmer für mich und Julia und zwei Einzelzimmer für Ruth und Lydia.
Obwohl Ruth gemeint hat, dass es für sie kein Problem gewesen wäre, wenn sie mit Lydia auf einem Zimmer gewesen wäre.
Aber Ruth redet viel.
Und heute sollte sie lieber mal die süße und freche Klappe halten.
Es nervt, dachte ich.
Julia liegt schon im Bett.
Zum Schlafen?
Nein, sie wollte sich entspannen.
Julia wollte Bumsen.
Sancho ist tot und niemand weiß das außer mir.
Vielleicht würde das bei Julia als Buße reichen.
Vielleicht war das eine intime Entblößung, dass ich mich dem Sex entziehen konnte.
Julia würde das Angebot, mit dem von mir Fotoaufnahmen zu machen, annehmen.
Es wäre eine Feier für Julia.
Sie würde eine Fotoausstellung mit mir auch zusammenstellen.
Allerdings nur für den Auftrag: Mit Model Lydia.
Julia starrte mich an.
Aus meinen dunklen Augen stierte ich zurück.
Und wie ich stierte.
Ha, ich kann jedem Verrückten wie Psychologie standhalten.
Jedem!
Zumindest, solange mir nicht plötzlich jemand auf die Augäpfel tritt.
Ich halte Stand.
Ich starre.
Julia schaut im Augenblick zu Boden und streichelt sich mit den Händen am ganzen Körper.
Es ist reine Absicht.
Die Waffen einer Frau.
Eine Frau, die weiß, was sie will.
Na, prima, jetzt habe ich die Probleme, die mich gebrochen machen.
Ach, Papperlapapp, denke ich mir.
„Unsere intellektuelle Konversation scheint Ihnen an dieser Stelle etwas zu überfordern.“
Julia flüstert irgendetwas vor sich hin.
Könnte alles sein von „du kannst mich vögeln“ über „komm und küss mich endlich“ bis hin zu „lass mich nicht in meinem geilen Rausch verglühen“.
Was auch immer, ich gehe zügig ins Bad, ziehe meine Klamotten aus und nehme eine Dusche.
Mit dem Gesicht zur Wand gedreht fühle ich plötzlich, wie Julia mir mit den scharfen Fingernägeln über den Rücken streift.
„Oh mein Gott, du bist es, Julia.“ „Du, ich bin total müde“, sage ich und gebe es ihr zum Verständnis. „Gibt es etwas Wichtiges?“, fragte ich dann, als sie mir den Rücken mit einem Hauch ihres lauen Atems bis nach unten küsste.
„Endlich Arschalarm!“, dachte ich leise.
„Du, ich will dich nur fragen, ob du…“, wollte Julia mir ins Ohr sabbern, bis ich ihr zu verstehen gab, dass sie sich doch ausruhen sollte, denn der nächste Tag wird sehr anstrengend.
Julia verdreht die Augen.
Aber wie?
Es ist unbeschreiblich.
Beschissen.
Ekelhaft.
Zum Kotzen.
„Nah gut, Sancho.“, entgegnet Julia mausig und dreht sich um, nimmt das Handtuch und rieb sich die nasse Haut trocken. „Wieder so herum!“, sagte ich zu ihr. „Das nervt!“ Dreißig Minuten später stieg ich zu Julia ins Bett.
„Da bist du ja, Sancho“, begrüßt Julia mich und gibt mir ein Küsschen auf die Wange.
Es war ein nasser Kuss.
Ekelhaft, denn ich habe mich gerade erst geduscht.
Und Julia schaut mir ins Gesicht und so ein bisschen, nah, kurz nur, einmal von oben nach unten an.
Julia lächelt mich an und zeigt mir ihre schneeweißen Zähne.
„Erzähl mir noch etwas, Sancho, bevor ich einschlafe“, fordert Julia mich auf.
„Schatz, bist du glücklicher, wenn du ein gespaltenes Leben führst?" „Quasi ein Doppelleben, indem du den echten Mario Meyer versteckst“, wollte Julia plötzlich von mir wissen.
Und das mitten in der Nacht.
Vollmond.
Ich schlucke erst mal und dann noch die Verzweiflungsspucke, die bei solch komplexen Überlegungen ins Fließen gerät.
„Ich will ich sein, natürlich“, erwidere ich ihr. „Aber das Leben ist eine Bühne und man muss schon so einige Rollen spielen und darstellen.“ Ich habe mir so ein Leben nicht ausgesucht, aber die Menschen wollen es so. Klar, jeder muss nicht in fiktive Rollen schlüpfen, weil sie nicht mitten im Leben stehen wie ich. Der sich sogar mit einem Pseudonym schützen muss, wenn er auf dem Dorf lebte. Aber die Deutschen sind ein neidisches und gieriges Volk. Das steht schon in der Bibel, dass die Menschen die größten Heuchler sind, die auch vieles versprechen, was sie später nicht einhalten. Und dann ist da noch so eine Sache: Die Menschen wollen alles haben und machen, aber keiner will etwas dafür tun. „Seinen Arsch bewegen.“
„Wirklich, Ortswechsel nutzen gar nichts“, behauptet Julia.
„Das kann ich mir kaum vorstellen, in Berlin wird es jemanden interessieren, was ich mache“, gebe ich ihr zu verstehen.
Meine Augen wollten schon nicht mehr an Julias Gespräch teilnehmen.
Dennoch fing sie immer wieder an: „Darum geht es nicht.“
„Julia, ich bin kein Diener und ich unterwerfe mich nicht“, gebe ich ihr zur Antwort.
Ich bin so müde und wollte nur schlafen.
Aber Julia setzte noch eines darauf, bevor sie endlich zur Ruhe gekommen ist: „Dann stehst du also über den Dingen und ich stecke knietief im Bedeutungsmüll.“
Im Halbschlaf gab ich ihr zur Antwort: „Du nimmst vielleicht die falschen Dinge zu wichtig.“ „Wenn du dich mal richtig im Leben siehst, ist es nicht anders bei dir: Du bist auf der anderen Seite anders als auf der anderen deines Lebens.“
Julia überlegt.
Sancho, du hast keine Falschheit in dir, dennoch bist du berechnend, denn du kannst und willst keine Fehler machen. „Manchmal glaube ich, du bist vielleicht sogar ab und zu heimlich ängstlich.“
„Soll ich noch darauf antworten?“ „Ich schlafe.“ Brumme ich ihr genervt entgegen.
Der Morgen war für mich nicht die größte Welle, denn ich konnte mit den heißen Temperaturen des Klimas kämpfen, und dann noch, Julias Gelaber.
Julia wurde wach und rieb sich mit den Händen die Augen. Ich kämpfte mich aus dem Bett und ging ins Bad unter die Dusche.
„Soll ich nun noch darauf antworten oder nicht, Julia?“, rufe ich ihr laut zu.
„Was? Was meinst du jetzt überhaupt? „Oh“, brummt Julia mir entgegen, denn sie döste noch im Halbschlaf.
Sie versucht sich zu erinnern und entgegnet mir mit lautem Gebrüll: „Absolut nicht.“ Ich will nicht in dich dringen. Hörst du? Ich brauche keine Antwort von dir. „Sancho, ich fühle, wie du bist.“
Ich werfe einen nachdenklichen Blick an die Decke.
Als ich aus der Dusche komme, fragte ich Julia: „Tut dir das weh?“
„Deinen sechsten Sinn entgeht dir auch gar nichts“, erwidert Julia feststellend und kommt zu mir ins Badezimmer, um auch unter die Dusche zu gehen. Vorher nimmt sie sich die Zahnbürste und putzt sich die Zähne.
Natürlich stehe ich gerade vor dem Spiegel, um mich dabei zu beobachten und den letzten Zahnbelag zu vernichten. Damit verstehe ich mich gut.
Julia amüsiert sich immer über meine rasante Zahnputztechnik und fand es toll, wenn wir beide vor dem Spiegel stehen und uns die Zähne putzen.
Ihre linke Hand gleitet unter meinen Haaren.
Dabei kann ich ihre Finger an meinem Hals spüren.
„Du bist bestimmt verspannt“, sagt Julia besorgt und tastet und fühlt. „Ich befürchte, Sancho, es sind nicht nur Muskelverspannungen, sondern auch Energieblockaden.“
„Ach was?“, frage ich und dachte: „Kommt Julia jetzt mit der Scheiße, wie Esoterik.“
Klar, denn sie setzte damit gleich noch einen drauf und erzählte mir: „Dein Chi fließt nicht ungehindert.“
Wo soll der schon hinfließen?
Mein Chi.
Kenne ich nicht.
Wer ist das?
Ich bin nicht schwul.
„Echt, das hilft“, erzählt sie mir.
Aber wer ist nun dieser Shiatsu?
„Sancho, Shiatsu ist eine Art Fingerdruckbehandlung bestimmter Punkte entlang der Meridiane“, erzählt Julia weiter.
„Nah Gott“, erwidere ich großkotzig und allwissend. Dennoch: Ich hatte keine Ahnung davon, was Julia von mir will.
Mit dem Finger drücken? Wo?
Als hätte ich mein Leben auf einem anderen Planeten gelebt, ohne Nachrichten, mit Lügen und Spekulationen, ohne Internet von der Telekom, die einen immer das Geld abzockt.
War ich die gedemütigten Jahre abgeschnitten vom Zugang zu den lebensnotwendigen Informationen?
Wer weiß das schon?
„Dein Gott?“, lässt Julia erklingen und erzählt weiter, als sie unter der Dusche steht und sich abseift, „In deinem smarten Körper gibt es entgegengesetzte Kräfte.“ „Yin-Yang“.
„Was ist denn das schon wieder?“, fragte ich genervt nach.
Julia lacht laut und amüsierte sich über meine Ahnungslosigkeit.
„Das ist chinesische Medizin“, sagt Julia erklärend.
„Aber ja, jetzt bin ich schon Chinese“, stelle ich Julia fest und teile es ihr mit.
Sie lachte nur.
Und lachte und lachte.
Und ich?
Ich lachte mit.
Es ist amüsant, die Vorstellung zu haben, ich sei ein Chinese.
Vielleicht Morgen.
Aber nicht jetzt.
Jetzt müssen wir uns sputen und sehen, was Ruth und Lydia machen.
Und irgendwann wird es zu meinen Aufgaben gehören, den Weisheiten auf die Spur zu kommen.
Jetzt nicht. Ich schlucke. Eine Fingerdruckbehandlung lehnte ich ab. Zeit. Später. Aber dieses Yin und Yang? „Gibt es das auch in Pillenform?“, frage ich Julia. Julia lacht. „Nein“, erwidert Julia lachend und kann sich nicht mehr halten. Als wir dann endlich mit uns fertig waren, machten wir uns an den Türen der Hotelzimmer von Ruth und Lydia bemerkbar. Niemand meldete sich.
Wir gingen dann zum Frühstücken in die Speisehalle des Hotels.
Dort sahen wir auch schon gleich Ruth und Lydia beim Tratschen und genossen schon den Morgenkaffee.
Julia und ich setzen uns zu Ihnen und bestellten auch gleich Kaffee und Toast.
Eine halbe Stunde Frühstückgenuss.
Wer hat das schon in Deutschland? Lydia sieht in ihrem engen, schwarzen, schulterfreien Kleid eine zweireihige Perlenkette um den Hals umwerfend aus, als sie den Steg zum Schiff graziös schreitet.
Sie war nicht zum ersten Mal auf einer Schiffsreise, hatte ich von ihr erfahren.
Trotzdem war Lydia immer wieder von dem ganz besonderen Ambiente der Reise beeindruckt.
Lydia duftete nach einem hinreißenden Parfüm.
Dieser Duft gefiel mir sofort.
Julia aber beachtete mich gar nicht.
Warum auch?
Lydia lächelt mir zu.
Ruth musterte uns kurz.
„Ich freue mich auf diese Reise”, sagt Ruth und lächelte.
Dann flüstert leise Ruth Lydia zu: „Sancho, der ist schon ein toller Mann.“
Lydia grinst ihr zu.
„Ganz cool, ganz distanziert.“, sagt Lydia zu Ruth.
Lydia fand Sancho nett, aber sie hatte keine Lust, sich auf irgendetwas einzulassen.
Schließlich hat sie nicht den Auftrag angenommen, um mit irgendeinem Auftraggeber anzubandeln.
Julia schwieg und ging ihren Weg mit Sancho, um ihre Kabine zu finden.
Kühl sah Ruth Sancho an, aber dann lächelte sie schon wieder.
Schlagartig, als wir die Schiffskabine betreten haben und Ruth und Lydia aus dem Sichtfels waren, ändert sich Lydias Benehmen.
Plötzlich war ihr Lächeln ganz hingebungsvoll und offen.
„Aber wie finde ich denn das?“, frage ich Julia.
Julia strahlt mich an.
Sie taut auf.
„Sag mal, Sancho, das war nicht nett, wie du dein Model so angestrahlt hast.“, erzählt sie mir.
„Aber das war nicht so gemeint, und mach’ keine große Sache daraus, Julia.“ – gebe ich ihr zu verstehen. „Sie ist mein Model, und warum sollen wir uns nicht ein bisschen unterhalten?“
„Ich beklage mich ja nicht“, meint Julia. „Obwohl ich zugeben muss, dass ich…“
Sie kommt mir nah und küsst mich verständnisvoll, obwohl sie mir etwas sagen wollte.
„Machen wir Vier nachher etwas zusammen?“, frage ich Julia.
Julia schenkte mir ihr schönstes Lächeln. „Ich werde darüber nachdenken“, versprach sie.
Ruth erschien plötzlich und wurde mit einer stürmischen Begrüßung empfangen.
Von jetzt an verbot sich jede innige Unterhaltung zwischen Julia und mir.
Und während Ruth so im Sessel dasaß und scheinbar interessiert dem Getuschelt von uns schwer folgen konnte, gingen ihre Gedanken ganz andere Wege.
Aber wohin?
Am liebsten hätte Ruth vor Freude einen Luftsprung gemacht.
Dies war zweifellos ihre Glückszeit, als sie mich als Arbeitgeber kennenlernte.
Da musste irgendeine gute Fee ihre saubere Hand im unmoralischen Spiel gehabt haben.
An diesem Abend habe ich mit den Damen vor, ins Bord-Restaurant zu gehen und anschließend in die Nachtbar.
Gelegentlich warf ich dem Model Lydia einen kurzen, einen sehr kurzen Seitenblick zu.
Nett sah sie aus, diese Lydia.
Und offenbar war sie an mir interessiert.
Ein bisschen.
„Sie denken?“ – „Das will doch kein Mensch, Mensch, Mensch wissen!“
Soviel war sicher.
Ich konnte Lydia etwas geben, was ihr im Moment kein anderer Chef bieten konnte: einen ganz großen Job.
Natürlich würde ich nicht mit der Tür aus Glas ins Haus mit vielen Hindernissen fallen.
In diesem unkomplizierten Fall musste ich diplomatisch vorgehen.
Leicht würde es nicht sein, ihre insgeheimen Geheimnisse zu erkunden.
Dennoch würde ich mir Zeit nehmen und Lydia würde alles wagen.
Vielleicht könnte sie mich mit Genuss um den kleinen Finger wickeln.
Aber so geschickt, dass ich es gar nicht merkte.
Julia fühlte meine Spannung zu Lydia.
Sogar bis in die Fingerspitzen.
Wir vier gingen an die Bar und bestellten uns Getränke: Erst jeder ein Glas Sekt, dann einige Cocktails.
Wir sprachen mit Interesse über die Arbeit.
Wie langweilig.
Lydia hatte eine ganz bestimmte Art, diskret mit einem Mann zu flirten.
Ich fing diese sexistischen Impulse auf.
Diese Lydia?
Ihr gefiel dieses Spiel wirklich sehr.
Das macht ihr Spaß!
Nicht eine Sekunde lang kam Ruth auf den Gedanken, dass Lydia etwas ganz Bestimmtes vorhatte.
Sie gab sich so offen, so vollkommen natürlich, dass bei ihr solche irreführenden Hintergedanken gar nicht auftauchten.
Es war eine Nobelbar, und es ist gemütlich und passt richtig in die Stimmung der spaßsüchtigen Gäste am Abend.
Kerzen und Blumen standen auf den kleinen, runden Tischchen in den Nischen.
Um Mitternacht griff sogar überraschend der durchgeknallte Barmann Mario selbst zur Gitarre und sang italienische Liebeslieder.
Julia war begeistert.
Toll!
„Ich will ehrlich sein, denn ich war noch nie auf einem Schiff“, erzählt Ruth. Ich habe auch noch nie so viel Spaß gehabt. „Aber ich bin bestimmt nicht das letzte Mal auf einem Schiff gewesen und werde mein Leben fühlen, richtig leben.“
Wir tranken den feinmündigen und leckeren Cocktail, der nach Sonne und… schmeckte.
Die Frauen fühlten sich angeregt und unternehmungslustig.
Ich zog an meiner Zigarette.
Die Frauen bewegten sich im Rhythmus der Gitarre und hatten Spaß auf ihrer engen Tanzfläche.
„Er scheint ein ungemein sympathischer Mensch zu sein“, sagt Lydia zu Ruth, „der auch viel Spaß versteht.“ „Ich bin wirklich gespannt, was er morgen früh zu erzählen hat und wie die Arbeit mit ihm sein wird.“
Ruth hatte nur ein leichtes Grinsen im Gesicht als Antwort und fügte hinzu: „Warte es ab!“. Julia lachte mir zu. Ich zog Cool an meiner Zigarette und grinste zurück.
Ein wenig drehte sich der Cocktail schon in meinem Kopf. Ein Knaller dieses tückischen und wohlschmeckenden Gesöff.
Ich ließ Julias Blick nicht los.
Lydia ließ meinen Blick nicht los.
Warum nicht?
Plötzlich steht in diesem Augenblick, und wie aus dem Nichts, Lydia vor mir. „Sancho, ich finde dich wirklich ganz toll“, erzählt sie mir und ist auch schon ganz schön angeschwindelt.
„Du wirkst wie jemand, der mit seinem Leben zufrieden ist und der sich nicht persönliche Beziehungen durch falsch verstandenen Ehrgeiz kaputtmacht.“
„Ehrgeizig bin ich überhaupt nicht“, erzähl ich ihr. Ich lasse alles an mich herankommen. Ich mache meine Arbeit und die mach’ ich gut. Aber ich bin kein Mann, der mit seinem Gesicht unbedingt auf die Titelseite will. „Denn so etwas ruiniert nur das Nervenkostüm.“
Vorhersagend sah Lydia mich an, während immer noch Julia mit Ruth das Tanzbein schwingen.
Ich griff nach meinem Glas und trank.
Lydia lachte der Situation leise mir zu und flüsterte mir ins Ohr: „Es wäre nett, wenn du mich mal besuchen würdest.”
„Zuerst machen wir unsere Arbeit“, erwidere ich. „Du musst ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen!”
Sancho gibt Lydia eine Ablehnung?
Eine Absage?
Aber Lydia nahm es gelassen und sagte: „Normalerweise bin ich auch gar nicht der Typ Frau dafür.“ „Aber wenn ich dich so ansehe, Sancho, kommen mir schon so gewisse Gedanken.“
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, erwidere ich ihr interessiert. Lydia, wir haben uns ja gerade erst kennengelernt. „Du bist ein Mädchen und hast etwas Besonderes, was andere nicht haben.“
„Schenke mir nicht so viele Blumen auf einmal“, bat sie mich leise. „Aber ich muss zugeben, dass du mir auch sehr gut gefällst.“
Lydia hob ihr halbvolles Glas und stieß mit mir an.
„Das ist doch etwas für den Anfang“, erwiderte Lydia glücklich.
Es war schon fast zwei Uhr morgens, als wir in unsere Kabinen kamen.
Dass ich Lydia für mein Leben gern zum Abschied geküsst hätte, war Julia nicht entgangen.
Dennoch hatte sie das charmant ignoriert.
Jetzt waren wir in unserem Schlafzimmer und unserer Schiffskabine und Julia zog sich aus.
Sie ließ ihr Kleid dort liegen, wo sie stand, denn sie strich ihre Träger langsam von den nackten Schultern und ließ den Rest einfach an sich hinunterrutschen.
Nun stand sie da in ihrem winzigen schwarzen Stringtanga aus Seide und schwarzen haltlosen Strümpfen vor dem Spiegel. Ihre festen Brüste hoben sich verlockend aus der schwarzen Spitzenkorsage.
Sie betrachtete sich analytisch.
Sie lächelte.
Julia hat eine tolle Figur.
Diese Waffe, das nahm sie sich vor, würde sie bei den Männern einsetzen, wenn sie sonst keine Chance hatte, um an ihr Ziel zu kommen.
Sie würde sich natürlich von Sancho trennen müssen, wenn Lydia Julias Platz einnehmen will.
Zweigleisig fuhr Julia nicht, dass sie auch noch auf Frauen steht.
Julia dachte über diese fixe Idee nach.
Sie schüttelte den Kopf.
Aber dann: Sancho war ohnehin nicht ihr Traumpartner.
Er kann aber gut ficken. Und ich will auch nur gut ficken, ohne Stress und so. Eigentlich gefiel Sancho Julia im Bett recht gut.
Was machte es schon, wenn ein bisschen Liebe ins Spiel kommt?
Vor allem aber hatte Lydia nur eins im Sinn, denn sie wusste, dass sie Sancho bekommen würde.
So oder so.
Ein paar Mal war Lydia drauf und dran gewesen, Sancho zu fragen, ob er am nächsten Morgen mit auf dem Deck joggen würde.
Aber letztlich tat sie es doch nicht.
Es gab ja noch Julia an der Seite von Sancho.
Und dann wollte sie ja auch noch Sancho ein wenig schmoren lassen.
Nicht so lange.
Dabei dachte Lydia manchmal mit einer gewaltigen und prickelnden sexuellen Erregung an ihn.
Sie fand, dass Sancho eine starke erotische Ausstrahlung hatte, die sie unmittelbar berührte.
Außerdem sehnte sich Lydia danach, wieder einmal von einem verständnisvollen und romantischen Mann zärtlich in die Arme genommen zu werden.
Von einem Mann, der all die wunderschönen Dinge mit ihr tat, die Leute machen, wenn… Tatsächlich fiel es Lydia nicht leicht, so standhaft zu bleiben.
Sie machte einen Spaziergang auf dem Deck, wo es still war und sie die Sterne um Rat fragte.
Insgeheim hoffte Lydia, Sancho rein zufällig auf dem Deck zu begegnen.
Aber das klappte nicht.
Ich lag im Bett und schlief.
Aber Julia konnte einfach nicht einschlafen, obwohl sie vom Tag sehr müde gewesen war.
Sie drehte ihren nackten Körper zu mir, dass ihre prallen Brüste mit den erregten Brustwarzen mich berührten.
Aber ich schlief. Dennoch musste ich im Halbschlaf gewesen sein, sodass ich im Unterbewusstsein Ihren nackten Körper an meinem warmen und erregten Körper spürte, der natürlich auch nackt war.
„Ich denke, ich habe mich in dich sehr verliebt“, erzählte Julia mir ins Ohr. „Zuerst habe ich versucht es zu ignorieren, aber wenn du mich streichelst, stehe ich sofort in Flammen.“ »Du bist so anders als all die anderen Männer, die ich kenne.«
Julia lachte leicht.
„Du bist so einfühlsam und voller Ideen“, erzählt Julia weiter. Auch in dieser Nacht machte Ruth noch einen Spaziergang, denn sie konnte nicht schlafen.
Es war eine schöne und herrliche Nacht.
Die schmale Sichel des Mondes.
Keine störende Wolke verdeckte ihn.
Sie spürte, wie ihr Herz schlug.
Als Ruth sich umsah, sah sie Lydia, wie sie auf das Meer schaute.
Es war ruhig.
Beide lächelten sich nur zu und sprachen kein einziges Wort, denn ihre Augen waren es, die ihnen die Antworten auf ihre Fragen gaben.
Julia erzählt mir dann am frühen Morgen, dass sie es nicht erlauben wird, dass ich mit zwei Frauen umher mache.
Dann bekomme ich große, schmerzhafte Probleme von ihr.
Wir kommen gegen acht Uhr im Hafen von Ocho Rios an.
Jamaika, Ocho Rios mit üppigen botanischen Gärten und Plantagen.
Verblichene schwarze Shorts trage ich heute.
Diese konnte ich mir mal in meinen guten Zeiten des Studiums leisten und habe diese bei ALDI im Angebot leasen können.
Wie von „Designern“, dachte ich mir.
Meine ausgeflippte Julia trägt ein weißes T-Shirt mit der schwarzen Aufschrift „We are the World” und lila mit pinkfarbenen Punkten drauf ausgelatschte Turnschuhe an den Füßen.
Also, die Welt bin ich nicht, denn ich bin ein Mann, ein Mensch.
Ich fülle vielleicht die Welt, die Julia meint.
Ach, was weiß ich.
Es gibt wichtige Sachen im Leben, über die Menschen reden können.
Ich schüttelte mich, als Julia mir einen Kuss auf den Mund gab, denn ich hasse ahnungslose Frauen, die solche Sprüche klopfen.
Sie weiß bestimmt nicht, warum sie diesen Spruch auf Ihrem T-Shirt hat.
So wie der Rest der Welt, die dieses T-Shirt tragen, mit solch einem Schriftdruck.
Wenn ihre Stimmung genauso war wie ihre Farbzusammenstellung der Klamotten, die sie heute tragen wird. Toll! Der Tag ist gelaufen. Ruth warf ihre Tasche vor ihre Füße und sah sich um.
Dann schoss Ruth Julia einen giftigen Blick zu.
„Willst du jetzt trampen?“, fragte Ruth.
„Was hast du denn geglaubt?“, erwidere ich spöttisch. „Mit dem Taxi ins Hotel?“
Als wir dann das Schiff verlassen haben, hielt auch schon ein Bus.
Ein Transfer direkt zum Hotel, das ich uns gebucht habe.
Lydia zuckte ahnungslos mit den Achseln und fragte vorsichtig: „Und was machen wir jetzt?”
Wir schauen uns das Nest einmal an und genießen den Tag.
Julia öffnete ihre Handtasche und holte sich eine Schachtel Zigaretten, um sich eine Zigarette anzustecken.
„Willst du dir jetzt eine Zigarette anstecken?“, fragte ich sie, denn wir sitzen nämlich im Bus und sind auf dem Weg ins Hotel.
Sie drehte ihre Zigarette mit einem störrischen Blick mit den Fingerspitzen und ein wenig Spucke auf den Fingerkuppen wieder aus und legte diese in die Schachtel zurück.
Julia dreht sich um und redet mit Ruth.
Sie versucht sie dabei zu überreden, dass Ruth einen Bummel durch die Läden mitmacht.
Ocho Rios ist begehrt von den Ausländern. Auch von den Deutschen. Kein Wunder, denn an diesen beeindruckenden Bilderbuchbuchten der Nordküste Jamaika ballen sich förmlich alle unmoralischen Annehmlichkeiten und Vorzüge karibischen Lebensgenusses auf einmal.
Ein spektakuläres Badevergnügen an weiß-sandigen Stränden. Herrlich! Sogar Tauchen und andere Wassersportgelegenheiten kann ich vom Fahrer und den anderen Fahrgästen erfahren. Die Leute hier im Bus sind sehr nett und höflich. Sie lachen auch sehr viel, was ich in Deutschland bei den Besserwissern und Klugscheißern nicht entdecken kann. Dabei werden wir alle nackt geboren, der Rest ist seine Kinderstube. Ja, ja. Der Umgang anderer Leute formt den Menschen.
Die Leute erzählen mir noch, dass vor allem ein Hinterland voller Flüsse und sprudelnder Bäche uns mit ihren Erfrischungen begeistern wird.
Allen voran die rauschenden Kaskaden des Dunn’s River Falls.
Ich fange an, mich hier wohlzufühlen, und die Frauen, wie Julia, die neben mir sitzt, wie Ruth und Lydia, die hinter uns sitzen und interessiert aus dem Fenster schauen, bekommen dieses sogar mit.
Aber wer hier trocken bleiben will, wird das Beste an dieser spritzigen Kletterpartie verpassen.
Wie ich.
Denn ich hasse Berge.
Bergauf ist ja ganz in Ordnung.
Aber bergab?
Eine Qual.
Die ganze Schönheit Jamaikas ist das Glucksende, mit tropischen Pflanzen und indianischen Skulpturen.
Stilvoll?
Eine gestaltete Oase der gemeinen, dennoch inspirierenden Ruhe.
Die Zeit verging.
Denn schon sehen wir eine elegante Hotelanlage an einem kleinen Privatstrand.
Das Hotel ist durch einen Riff geschützt.
Das Coyaba Beach Hotel.
Eine kleine, dennoch feine Hotelanlage.
Mit europäischem Flair.
Natürlich auch mit exzellenter Küche.
Das Hotel ist von der Besitzerfamilie mit Liebe zum Detail konzipiert.
Es verfügt über 50 Zimmer.
Es gibt drei Restaurants.
Drei Bars.
Eine Boutique.
Einen Fitnessraum.
Einen Swimmingpool, einen Whirlpool und eine Poolbar.
Der Strand ist recht klein, muss ich aber feststellen.
Julia schnaubte und schüttelt den Kopf und fragte: „Also, gut, sind wir jetzt endlich da?”
Keiner von uns gab ihr eine Antwort.
„Oh mein Gott!“, kniff ich mir genervt von den Lippen.
Julia grunzte, dann verschränkte sie sich noch die Beine und nahm eine bequeme Sitzstellung ein.
Dabei wollen wir eigentlich gleich aus dem Bus, wo es ziemlich heiß drinnen gewesen war, steigen.
Lydia beobachtete, wie Julia und Ruth die Gegend kritisch studierten.
Dies war eine ganz andere Seite von den beiden, die Lydia erst kennenlernen musste.
Als wir dann aus dem Bus gestiegen sind, holte sich Julia ihre Zigarettenschachtel aus der Tasche und sagte betont: „Zigarettenpause.“ „Die Dinger wollen ja schließlich weggeraucht werden.“
Ruth lacht laut los auf Julias bekloppte Bemerkung.
Aber Julia spürte nach ihrem ersten Zug von der Zigarette, wie sich etwas in ihrem Körper aufrichtete.
„Aber ich rauche nicht mehr“, sagt Julia plötzlich zu Sancho. „Wenn du Qualmen willst, mein Süßer, musst du rausgehen.“
Ich dachte, jetzt dreht Julia ganz durch.
Die Hitze?
Der reine Wahnsinn.
Ich gab ihr darauf aber keine Antwort oder erwiderte nicht auf diese melancholische Bemerkung.
Lydia lachte.
Jetzt fängt Ruth auch noch zu lachen an, aber es war ihr peinlich.
Warum eigentlich?
Ich wühlte mit der Hand in meiner Hose herum und fand… Nichts. Julia fing zu beben und ging mit schnellen Schritten zur Tür des Hotels in die Vorhalle. Natürlich eilen wir hinterher. Die Tatsache ist aber, dass mir die ganze Sache mit Julia an der Rezeption peinlich war. Sie führt sich auf, dass mir davon fast übel wurde. „Das reicht, Julia!“, rief ich ihr zu. Sie schluckte und ist über meine Erregung verdutzt gewesen. Das interessiert mich aber nicht. Kommt, wir gehen auf die Zimmer. Plötzlich wurde es still.
Sogar Julia hatte nichts mehr zu sagen, als wir die Sachen aus dem Koffer packten.
Lydia und Ruth kamen auf ihren Zimmern zurecht und nahmen erst einmal eine Dusche, bevor sie die Koffer leerten.
Julia und ich redeten kein einziges Wort miteinander.
Jeder tat seine Sache im Sinn.
Sogar unter der Dusche hatte jeder nur Platz für sich.
So still Julia und Ruth im Zimmer/Apartment gewesen waren, so lebendig wurden sie auf der Straße.
Sie wechselten ihre Persönlichkeit derart schnell und abrupt.
Ruth quasselt los, dass sie froh war, Julia an ihrer Seite zu haben.
Sie kommen an eine Bar, wo es leer gewesen war und die Tische alle frei waren.
Der Gastwirt merkte nicht, dass Julia und Ruth die Bar betreten.
Und falls doch, nimmt er keine Notiz von den beiden Frauen.
Ruth wird langsam nervös und sieht den Gastwirt wütend an.
Schließlich haben sie beide seit früh morgens kaum etwas verzehrt.
Doch der Gastwirt ignoriert die beiden Frauen und wischt immer noch an der Theke.
Julia und Ruth bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Warten. Warten. Waaaaarte! Sie werden erst gehen, wenn sie etwas gegessen und getrunken haben.
Julia hat plötzlich ein komisches Gefühl.
Die Kellnerin, die unbemerkt von der Hintertür in die Bar gekommen war, musterte Julia und Ruth misstrauisch.
Julia bekam plötzlich Angst.
Doch die Kellnerin verschwand plötzlich wieder.
Julia machte sich immer weniger Hoffnung, bei dem Gastwirt noch zu essen und zu trinken zu bekommen.
Ruth zuckte teilnahmslos mit den Achseln.
Der Gastwirt mit den traurigen Augen und dem räudigen Gesichtshaar.
„Hey Julia“, sagt plötzlich Ruth, „Hast du diesen grässlichen Bart in seinem Gesicht gesehen?“
Julia genoss es, einfach nur dazu sitzen und dem Gastwirt zuzuschauen, in der Hoffnung, entdeckt zu werden.
Ruth verdrehte die Augen, als sie bemerkte, dass Julia es nicht interessiert, noch etwas zu essen und zu trinken.
Sie zündet sich eine Zigarette an, die sie genussvoll inhaliert.
Julia und ihre Versprechungen.
Wollte sie nicht mehr rauchen?
Julia sah so aus, als würde sie irgendwelchen Unfug im Sinn haben.
„Ach so, wollt euch doch nicht hier einnisten?“, fragt der Gastgeber plötzlich. „Ich habe noch geschlossen und es wird erst heute Abend geöffnet.“
Empört verlassen sie die Bar und gehen ihren Weg weiter, die sandige Straße entlang, wo sie alte Frauen mit braun gefiederten Hühnern auf den Armen antrafen.
Keine Boutique und kein Restaurant in der Nähe.
Aber ein Kiosk stand offen und ein kleiner Junge bediente sie höflich.
Bald zu höflich.
Unsere Unterkunft im Hotel ist großzügig.
Sogar geschmackvoll eingerichtete Zimmer mit Terrasse.
Nah, gut. Ruth hat einen Balkon mit Garten und Meerblick.
Alle unsere Zimmer sind klimatisiert und verfügen über Sitzecken.
Über viele Sitzecken.
Wichtig: Ein Bad.
Neue Bademäntel!
Ein Deckenventilator hing auch an der Decke.
Wo sonst.
Aber wenn der in Gange ist, habe ich mich gefühlt wie ein Windhund beim Hunderennen.
Es ist cool.
Drei Restaurants gibt es hier, mit karibischen und internationalen Spezialitäten.
Bars mit viel Publikumsverkehr sind auch da.
Für meine Fitness gibt es hier einen Fitnessraum, einen Swimmingpool mit Terrasse, wo sich die Deutschen schon am frühen Morgen die Plätze mit einem weißen Frottiertuch reservierten.
Klar, für die Deutschen im Westen die besitzergreifende Mentalität.
Da stell’ ich mir doch immer mal die Frage, wenn ich deutsche Urlauberinnen sehe: „Warum bekommen wir Männer eigentlich keine Zellulitis?“
Ganz ehrlich gesagt: „Das sieht einfach „Scheiße“ aus.“
Entschuldigung, dieses sollte ein Witz werden, aber im Lexikon ist Zellulitis eine Entzündung des Zellgewebes und es hat nichts mit Fettwanst, einem Fettsack oder einer Fettsucht zu tun.
Gut, dann gibt es noch vier Golfplätze in der Umgebung.
Für Windsurfen, Segeln, organisierte Tauchgänge und Hochseeangeltouren ist es mir doch zu nass.
Für die weiblichen Geschöpfe gibt es einen Beautysalon und verschiedene Massagebehandlungen für die Reflexzonen.
Natürlich haben sie den Beautysalon in den Beschlag genommen und sich mal so richtig durchwalken lassen.
Am nächsten Morgen siebten Lydia und ich die Fotos aus, die wir am Vortag gemacht hatten.
„Mein Gott, du verstehst tatsächlich eine Menge vom Fotografieren“, sagt Lydia.
Lydia putzte sich als Diva heraus. Sie versteht es, mit der Kamera zu spielen.
Doch ganz langsam gelang es mir, Lydia aus der Reserve zu locken.
„Was hast du in letzter Zeit fotografiert?“, fragte ich und wagte den Sprung… Ich sah Sie derart misstrauisch an. „Nicht viel”, erwidert sie.
Lydia verzog das Gesicht, als sie mir in die Augen schauen wollte und ich über manche andere Dinge nachdenklich an ihr vorbeisah und an die Wand starrte.
„Ich kann dich leiden, und ganz ehrlich, Sancho, ich mag dich sogar.“, sagt Lydia zurückhaltend und schüchtern.
„Warum das?“, frage ich nach.
Lydia erwiderte nichts darauf und betrachte die Aufnahmen weiter.
Ich beobachtete sie rücksichtsvoll mit wachsender, doch erwünschter Zuneigung.
Jede Frau hat ein schmutziges Geheimnis.
„Blutjunge Mädchen und schräge Aristokratinnen verdrängen die Topmodells vom Laufsteg“, erzählt Lydia. „Die eine trägt 'ne' vergoldete Zahnlücke und lässt ihre blaue Zunge und das schmale Becken kreisen.“ Die andere hat rotes Strubbelhaar, kaum Wimpern, kaum Taille und erinnert mehr an den Waldkobold, als an ein Topmodell. „Dann gibt es die Frauen mit den molligen Hüften und einen tollpatschigen Gang.“
„Die neuen Göttinnen?“, erwidere ich ironisch. „Lydia, der Markt will keine arroganten, übermächtigen Monster mehr.“ Doch auch die letzte Huldigung an die alten Catwalk-Queens konnte die Euphorie um die neuen Stars nicht verhindern. Diese sind oft blutjung oder einfach nur ein bisschen schräg. Brutal mal gesagt: Sie sollen wie niedliche Schulmädchen mit Kindergesichtern sein. Diese Mädchen sind nicht älter als 14 Jahre. Lydia zum Frust der Modellgewerkschaft. Lydia grinst und denkt über diese Worte nach. „Sancho, es ist immer eine dünnere Grenze zwischen dem Menschenhandel der Agenturen und Pädophilie“, sagt Lydia mit den Erfahrungen, die sie gemacht hat. „Sogar die Scouts beschwatzen inzwischen die ahnungslosen Eltern von zwölfjährigen aus der Ukraine zu Verträgen. Wie zum Beispiel darf eine Kroatin vorerst nur in den Schulferien und unter der stolzen Mama Aufsicht Kinderarbeit leisten. Auch eine 16 jährige Britin ist seit einem Jahr im Geschäft. Sie lief in Paris für acht Designer und angelt sich gerade einen Exklusivvertrag mit dem US-Kosmetikriesen.” „An die Millionengagen reicht der Marktwert der neuen Mädchen längst nicht ran”, erzähl ich ihr, „aber zwischen einer halben und einer Million Dollar pro Jahr kassieren sie bereits auch. Und die meisten neuen Pariser Laufstegprinzessinnen stammen aus Britannien, wie blasse Girlies mit arrogantem Blick und einem Straßengören-Look.”
Kapitel 5
Drei Wochen sind vergangen und ich plane, die Reise schon etwas früher zu beenden.
Denn die Aufnahmen für meinen Auftrag habe ich schon im Kasten und sie sind die Besten.
„Ich bin glücklich mit dem, was ich aus den letzten Jahren gemacht habe“, erzählt mir Lydia.
Sie ließ sich den rauschenden Wasserfall des Flusses Dunn auf sich wirken, als sie bequem auf dem Bett liegt.
Dieser Wasserfall ähnelt einem riesigen Treppenaufgang.
Wo die Fotoaufnahmen sehr schön und beeindruckend geworden sind.
Julia und Ruth hatten keine Lust, den faszinierenden Wasserfall aufzusteigen, daher blieben sie unter am Strand, lagen faul herum und begafften die braun gebrannten Sonnyboys mit dem aufgedruckten Waschbettbauch.
Natürlich taten sie auch so, baden zu wollen.
Dabei bespritzten sie sich nur ihren Bikini, um ihre flachen Brustwarzen zu betonen.
Für die Fotoaufnahmen besuchten Lydia und ich ein aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammendes methodisches Pfarrhaus, dessen karibische Handwerkskunst sehenswert ist.
Danach öffnete uns während einer kurvenreichen Fahrt mit dem Geländewagen hinauf zum Fern Gully die üppige und tropische Pflanzenwelt.
Von den Einwohnern haben wir erfahren über die exotischen Pflanzen und Blumen, die im Schatten der Zedern und Banyanbäume wachsen.
Grand Cayman, Santiago de Kuba, Grand Turk, Samana Bay und Santo Domingo, Dominikanische Republik, überspringen wir einfach und fliegen gleich von Ocho Rios, Jamaika.
Ich glaube schon, dass ich es als Schauspieler bei den Frauen schaffen könnte, um diese Nachricht ihnen schonend mitzuteilen.
Als ich allein aus der Bar komme, wirke ich ganz anders als vorher.
Vorher, als ich meinen Plan in meinem Kopf registrierte, war ich cool.
Ein bisschen nervös vielleicht.
Das gehört dazu, im Leben ein wenig mit den Gefühlen verwirrt zu sein.
Ich wirke berauscht.
Aber nicht von einem Bier an der Bar.
Julia erkennt mich kaum wieder, als ich das Hotelzimmer betreten bin.
Sie erzählt mir, dass sie die ganze Zeit an mich gedacht hat.
Das finde ich toll, dachte ich mir, aber wer will das jetzt wissen.
Es ist immer noch das schönste Kompliment, das man sich vorstellen kann.
Und es tut gut, es gelegentlich zu hören.
Aber, bitte, doch jetzt nicht.
Es gibt im Leben lauter schöne Erinnerungen, die ich natürlich auch hatte und habe.
Und dann?
… Mal sehen.
Wie stelle ich mir eine Zukunft mit Julia vor?
Ein normales Leben?
Ein normales Leben, so wie es meine Eltern führen, und dann auch später sterben?
Ich bin im chaotischen und kreativen Business und will es auch bleiben.
Mein Leben ist eigentlich so, dass ich arbeite und früh ins Bett gehe, weil ich auch früh raus muss. Vielleicht gehe ich noch zu meinem Kampfsportlehrer und trainiere.
Und das war's.
Ach, da bin ich mal vier Wochen im Urlaub.
Aber dann werde ich auch schon wieder nervös.
Ich weiß nicht, ob so ein Leben eine Frau gerne will.
Und Julia?
Mein Hobby habe ich zum Job gemacht, und so gehört einfach die Arbeit zu meinem Leben.
Heute hier.
Morgen da.
Jetzt bin ich mit drei Frauen in Jamaika, in Ocho Rios.
Deutschland ist mein Elternhaus, meine Familie.
Aber Heimat?
Ich bin ein Europäer mit einer ostdeutschen Vergangenheit.
Glück habe ich nicht viel gehabt, denn mein Vertrauen in Westdeutschland habe ich verloren. Wo nur Vollidioten mit einem Hauptschulabschluss auf den Chefsesseln sitzen und nur fiktive und spekulative Sprüche ablassen, aber nichts tun. Auch ein Abitur sagt nicht aus, dass dieser Mensch besser ist als der ohne Abitur.
Denn es gibt viele Prominente, Künstler und Erfinder, die kein Abitur haben, aber trotzdem studierten.
Das sind heute Persönlichkeiten wie Autoritäten, über die die Welt spricht.
„Dumm ist der, der dumm es tut.“ Ja, diese Idioten machen es dumm.
Sie erzählen Märchen und verletzen die Würde des Menschen.
Das Glück, das ich hatte, ist auch ein Teil meines Optimismus, meines Wissens, Könnens und des Neugierigen Seins.
Ich weiß einfach, ich kann es, wenn ich es nur will und mache.
Natürlich habe ich auch schlechte Zeiten, in denen es nicht so schnell klappt, wie ich es möchte.
Aber dann denke ich mir: „Wahnsinn, ich kann es mir gar nicht erlauben, schlechter Laune zu sein.“
Durch die Tiefs, die ich so manchmal habe, werde ich immer reicher. Wie ein roher Diamant, der geschliffen wird.
Ich denke oft über mein Leben nach.
Mein Leben ist einfach ein Abenteuer.
Schon in der Schulzeit wollte ich nicht so sein wie all die anderen Leute.
Aber es gibt immer neunmalkluge Menschen, die einen so manipulieren oder deformieren wollen, dass man so bekloppt ist wie jeder andere auch.
Aber das schaffen Sie nicht.
Ich bin wie ein Gecko.
Die Asiaten meinen ja, ich sei wie ein Tiger, der stark und viel Ausdauer besitzt.
So etwas zu hören ist ein tolles Gefühl.
Und da muss was dran sein. Das hat mir geholfen. Deshalb habe ich auch nie versucht, genauso zu sein wie jeder andere Mensch.
Vielleicht bin ich auch zu schüchtern und zu höflich.
Als meine Arbeiten bei den Leuten mit dem Geld ankamen, habe ich mir gesagt: Du musst gut sein und irgendwas musst du haben.
Wenn man merkt, dass man gefragt ist, wird man auch selbstsicher.
Manche Neider glauben, ich sei eitel.
Nicht sehr, nein. Gutaussehende Menschen haben eben mehr Erfolg im Leben.
Sie haben es leichter, manche Hürden zu überwinden.
Natürlich haben damals die Zeit nach dem spektakulären und originellen Mauerfall und das neue Leben in Westdeutschland, im Märchenland, mich verändert.
Aber meinen Charakter hat er nicht verändert.
Ich denke schon, dass ich es weiter schaffen könnte und im Ausland die nächste Zeit expandiere.
Aber ich glaube auch, dass es nicht irgendetwas ist, das von heute auf morgen passiert.
Man muss einen langen Atem besitzen, damit sich so etwas entwickelt.
Aber meine Arbeit macht einfach unheimlich Spaß.
Egal, wie die Vollidioten von ihren Schreibtischen mich kritisieren.
Wenn man in Deutschland Erfolg hat, wird man immer gerne kritisiert.
Klar ärgert mich das am Anfang, aber ich gewöhne mich daran, bis zu einem gewissen Maß.
Bevor ich diese Reise machte, habe ich festgestellt, dass ich so gefragt bin, dass ich mich vor Aufträgen kaum noch retten kann.
Deshalb werde ich die Reise mit den Frauen beenden.
Ich bin gut in meinem Job.
Es gibt auch Momente, wo ich faul bin.
Eigenschaften wie Diplomatie und Loyalität werden bei mir sehr geschätzt.
Andere werden ja auch nie gefragt.
Ich denke nicht zuerst an mein Image. Sondern daran, was mir Spaß macht.
„Das Leben als Model ist gar nicht so glamourös“, sagt Lydia, als wir drei uns noch in die Bar setzten und einen Drink nahmen.
Gut, es werden bestimmt noch mehr Drinks, wie Cocktails.
„Nur“, will Julia wissen, „wie muss man sich dann den Model-Alltag vorstellen?“
„Ich zeige dir nachher mal mein Tagebuch als Model“, erwidert Lydia.
„Wirklich?“, fragt Ruth.
Lydia grinst und nickt einige Male mit dem Kopf.
„Sancho, was denkst du gerade?“, wollte Julia wissen.
Schweigen.
Ich dachte, ich will sie jetzt eine Seelenforscherin machen.
Frauen wie Julia wollen immer gerne wissen, wie es tief, tief im Inneren ihres Liebsten aussieht.
Julia vermutet dort immer ein spannendes Geheimnis, welches es zu ergründen gilt, um mich so endgültig zu erobern.
Ich vermute ja auch in Ihrem Inneren ebenfalls ein spannendes Geheimnis und will deswegen lieber gar nichts sagen, was mir so oft durch den Kopf geht.
Julia kann unter Umständen beleidigt oder schockiert sein.
Und das 24 Stunden.
Puller-Alarm.
Julia gibt mir einen Kuss, um wieder mal abzulenken.
Frauentaktik.
Jetzt nimmt sie meine Hand.
So wollen Frauen ihre Gefühle ausdrücken als die Fragerei.
Nur, jetzt habe ich einen fetten Fleck voller Gefühle auf meiner Hose.
„Schatz, erzähle mir doch mal was Romantisches!“, sagt Julia überzeugend und bettelnd.
Ich sehe sie an und dabei tief in ihre Augen und erzähle ihr: „Dein Vater muss ein barbarischer Straßendieb gewesen sein.“ „Er hat die Sterne vom Himmel gestohlen und sie in deinen wunderschönen Augen gelegt.“
Lydias Augen wurden feucht und mit meinen Lippen küsste ich ihre salzigen Tränen.
Sie stieg in meine romantische Geschichte ein und wir hatten noch eine wundervolle, stürmische Nacht der gewaltigen Stürme der Wollust unserer Gefühle.
Am Morgen spricht plötzlich eine Diva, eine Splitternackte Zicke, die gerade ins Badezimmer geht: „Findest du mich attraktiv, Sancho?“
Frauen wie Julia lieben Komplimente.
Julia braucht sie sogar wie die Luft zum Atmen.
Leider ist es geradezu ein Naturgesetz, dass Frauen dann Bestätigungen bekommen, wenn sie sich sowieso schon wie die Königin der Welt fühlen.
Und an den anderen Tagen, wenn sie es gut brauchen könnten, nicht.
Das ist doch nicht mein Problem.
Julia lässt wieder ihr genervtes Augenrollen einschlagen und ich weiß, wie das Gespräch wieder laufen wird.
„Ja, natürlich!“, sage ich.
„Du, aber ich finde, ich habe zugenommen“, erwidert sie deprimierend.
„Ach, wo guckst du, Quatsch, Julia, kein bisschen“, sage ich wieder.
„Das sagst du nur so!“, jammert sie wieder.
In der guten Absicht, lediglich einen guten Witz zu machen, sage ich: „Stimmt, mein Schatz!“
Julia bleibt für einen kurzen Moment stumm und muss erst einmal schlucken, denn diese Antwort passte ihr überhaupt nicht.
Doch sie ging an meine Grenze und jammert mir zu: „Du liebst mich überhaupt nicht mehr.“
Toll, dachte ich mir und habe auch keine Lust auf eine weitere Unterhaltung mit Julia.
Es wird Zeit, dass das irgendwann mal ein Ende hat.
Julia nervt mich schon seit vielen Tagen.
Aber dann geht mir so eine beschissene Frage durch den Kopf wie „An was denken Frauen nur, wenn sie einen gut aussehenden Mann sehen?“ Ist er noch single? Wenn nicht. Ist er schwul? An seinen knackigen Arsch? An einen tollen Mann, wenn sie ihn ansehen und anlächeln? Aber Frauen fühlen sich unsicher, wenn der Mann ihre Gedanken wahrnehmen kann. Sie rauchen auch, wenn ihnen bewusst ist, dass sie nie geraucht haben. Frauen wollen einmal beachtet werden, aber nicht durchschaut. Sie denken immer mehr an Sex als Männer und geben es nicht zu, denn sie machen es anders. Sie denken an Liebe und Hass. Frauen sagen nie, was sie denken! Sie sagen auch manchmal „Ja“, auch wenn sie drei Mal „Nein“ meinen. Wie sollte denn der Traummann für eine Frau eigentlich sein? Sollte er gemein sein? Der Mann sollte gefühllos sein?
Oder der Traummann einer Frau sollte egoistisch sein.
Männer können keine „Schweine“ sein, wie es Frauen immer wollen.
Denn sie machen ihn vorher zur „Sau“.
Doch das würden die Frauen nie, niemals zugeben wollen.
Warum auch?
Eine Schale Cornflakes samt Milch für mich und eine für Julia stehen auf dem Küchentisch.
Gestern sind wir gestresst von der Reise zu Hause, in Berlin angekommen.
Ich setze mich zu Julia, mit pinkfarbenem Seidenkimono bekleidet, an den Tisch, noch im marineblauen Bademantel, und löffele schwer mein Frühstück.
Eigentlich habe ich gar keinen Hunger, wenn ich Julias mauliges Gesicht sehe.
Aber ich habe einen heftigen Tag vor mir und dafür brauche ich etwas für den leeren Magen und eine Tasse Kaffee.
„Nah, schmeckt es?“, frage ich Julia.
Sie bleibt stumm und sieht mich mit grimmigen Blicken an.
Was sollte das heißen?
„Schätzchen! Wir müssen reden!“, brummt sie mir zu.
Wir hatten gestern Abend noch einen kleinen Streit. Das heißt, die ganze Nacht war Funkstille und ich hatte jede Menge Zeit, zum Schlafen und mir alles nochmals ganz genau zu überlegen.
Auch Julia verspürt den unwiderstehlichen Drang, mir alles zu sagen, was ihr durch den Kopf und zu welchem Schluss sie gekommen ist.
Aber jetzt kommt auch wieder die Stelle, wo Julia von mir wissen will, was ich eigentlich dazu zu sagen habe.
Das klingt für mich wie eine Kampfansage.
Und dazu habe ich einfach keinen Bock.
„Schatz, wann lerne ich endlich deine Familie kennen?”, fragt sie mich plötzlich und unerwartet. Denn auf alles wäre ich gefasst gewesen, aber nie auf diese Frage.
Julia möchte herausfinden, ob mein Vater so aussieht wie ich und ob meine Mutter wirklich so viel redet und meine Schwester tatsächlich ein übergebliebener und nerviger Punkt in Sanchos Leben ist.
Das ist alles so unheimlich spannend für die neugierigen Frauen.
Oh Gott, Julia will, dass wir bald heiraten.
Ein Haus kaufen.
Eine Großfamilie machen.
Es gibt kein Sex mehr, wenn ich nackig bin.
Ich bleibe jetzt immer angezogen.
Diese unmoralischen Marotten der unbefriedigten Frauen, „Pulleralarm“.
Jetzt teilt Julia mir auch noch mit, dass sie ab heute nicht mehr arbeiten geht, sondern zu Hause bleibt und von Babys träumt.
Es liegt ja natürlich in ihrer Natur, denn sie ist ja eine Frau.
Da denke ich mir doch, dass Julia jetzt ganz durchdreht, und ich muss sie so schnell wie möglich loswerden.
Nicht mit mir, dachte ich mir.
Misstrauen bewirkt diese ganze indiskrete Aktion von Julia.
Wochen vergehen und Julia hat Sancho aus seiner Wohnung gefeuert.
Natürlich hat Julia verbittert geheult, aber darauf steht Sancho nicht.
Wenn eine Frau Sancho solche Zugeständnisse macht, dann gibt es keine Bewährungsprobe.
Zum ersten Mal ist es passiert vor zwei Wochen.
Sancho stand mit einer guten Freundin Isabella vor der Kühltheke eines Supermarktes in der City von Berlin, als plötzlich eine Bekannte vor ihnen auftauchte.
Silvana, die Bekannte, breitete jauchzend die Arme aus und begrüßte Sancho und Isabella mit Küsschen.
Isabella schien Silvana nicht einmal wahrzunehmen. „Das ist Silvana, eine gute Bekannte aus Leipzig.“ Und das ist Isabella ..." Unser Zusammentreffen dauerte nicht einmal fünf Minuten. Isabella bekommt jetzt noch Bauchschmerzen, wenn sie an den leidenschaftlichen Blick von Silvana denkt.
„Was hast du Pute Sancho als Frau schon zu bieten?“, schien Silvana Isabella zu fragen.
Schräges Lächeln, Schulterzucken, dann ließ Silvana uns in einer seltsamen Pafümwolke stehen.
Sancho tröstete Isabella zu Hause mit einer Nackenmassage.
Aber das „Graue-Maus-Gefühl“ dieser Begegnung wird Isabella nicht vergessen.
Dabei musste das ja irgendwann passieren.
Denn Sancho hatte mit seinen 35 Jahren ein bewegtes Vorleben.
Leidenschaftliche Affären, eine Ehe, aber unzählige One-Night-Stands waren nicht dabei.
Er ist eben ein nicht ganz normaler Mann.
Sancho ist anders als andere Männer in der komplizierten Frauenwelt.
Und so lernte Isabella Sancho auch vor einiger Zeit langsam kennen.
Denn sie hatten nicht daran gedacht, dass sie nach dem ersten Kennenlernen sich wiedersehen würden.
Aber es ist eben so, wie es ist.
Und das ist schön, fühlt Isabella.
Sie haben sich gesucht und gefunden und sind jetzt vier Jahre zusammen.
Über Sex sprachen sie nie, stellt Isabella fest.
Sancho leitet heute ein Schönheitscenter in Berlin am Potsdamer Platz.
Von Anfang an mochte Isabella Sanchos offene Art, seine Augen mit den Lachfältchen.
Sanchos warmen Druck seiner Hände machen sie immer noch schwach.
Dass Sancho nicht schwul ist, wusste Isabella von Anfang an.
Dennoch hätte es die Damenwelt gerne, so müssten sie nicht immer ihren Männern erklären, wer er ist, oder sie müssten ihn im vollgemüllten Kleiderschrank verstecken.
So machten dann diese neidischen Frauen immer einen Bogen um Sancho.
Denn er wollte nie der Arzt, der Vater, der Pastor oder der verständnisvolle Beichtvater dieser zerbrochenen, depressiven und masochistischen, weiblichen Persönlichkeiten sein.
Verlieben kam für Isabella infrage.
Aber wann?
Das wusste sie nicht.
Bis heute.
Aber Sancho weiß es nicht.
Noch nicht.
Am Anfang, aber befreunden, das ist in Ordnung, dachte sich Isabella.
Sie verstanden sich auf Anhieb.
Schon nach wenigen Wochen gingen sie mittags zusammen essen, Chinesisch.
Sancho wollte ja dann mit Isabella die schlimmsten Peinlichkeiten beichten.
Aber Isabella ist noch nicht so weit gewesen.
Wochen später redeten wir schon über Liebe und Isabella wurde dabei warm und ihr Gesicht färbte sich verlegen überhitzt.
Sancho und Isabella waren dann plötzlich ständig unterwegs und Isabella verknallte sich jede Woche in Sancho neu.
Nur über Sex sprachen Sie so gut wie nie.
Sancho erwähnte irgendwann, dass es Frauen gibt, die überhaupt nicht küssen können, aber andauernd davon reden.
Ansonsten lebten sie in Sachen Erotik auf zwei verschiedenen Planeten.
Plötzlich hat es zwischen beiden gefunkt.
Aber wie?
Bis zu jenem Abend, als es sehr warm war.
Sancho hatte zwei Karten für ein VIP-Konzert mit verschiedenen Popgruppen von den Veranstaltern geschenkt bekommen.
„Es sind sicher nur Frauen mit feuchten Muschis und ne' großen Macke, die Rosen und Teddys, die ihre nassen Stringtangas auf die Bühne werfen.“ Sogar im letzten Jahr hatte eine mindestens fünfzigjährige Frau ihre schlampigen, stinkenden und vergilbten Unterhosen auf die Bühne geworfen und hatte den Sänger peinlich direkt ins unrasierte Gesicht getroffen. „Der Sänger war platt“, erzählte ich mit anteilnehmender Begeisterung.
„Isabella, bitte, komm mit – dann haben wir wenigstens was zu lachen.“
Sancho brauchte Isabella nicht lange überreden.
Denn insgeheim liebt Isabella abgefahrene Konzerte.
Passend trug sie keinen Tanga unter ihrer ausgewaschenen schwarzen Jeans.
Dazu ein schwarzes T-Shirt.
Und darunter?
Natürlich, kein Büstenhalter.
Der ist ihr ziemlich eng.
Als Gegenleistung lud Isabella Sancho David auf eine Pizza ein und sie teilten sich eine Flasche Bier.
Danach dösten sie, aufgedreht vom Reden und der halben Flasche Bier, die menschenleeren Straßen entlang.
Was in dieser Zeit passierte, kriegen beide nicht mehr richtig zusammen.
Eine halbe Ewigkeit gingen sie Hand in Hand, bis Sancho Isabella endlich seinen Arm um die Schulter legte.
Ja.
Und dann?
Dann blieben sie einfach stehen.
Wochen später gestand Isabella Sancho, dass sie ihren Angriff schon lange geplant hatte.
Weil sie sich immer stärker nach Sanchos nacktem Körper zu sehnen begann.
Am Anfang tut es noch weh, beim zweiten Mal schon nicht mehr.
Isabella und Sancho schliefen noch in dieser wunderschönen Nacht miteinander.
Sancho ist viel zärtlicher, als Isabella es von anderen Männern erwartet hatte.
Nur vor Isabellas großen Brüsten schien er sich anfangs ein bisschen, aber nur ein bisschen zu fürchten.
Rasendes Herzklopfen, kurze Atemlosigkeit und peinliches Gefummel mit dem Kondom mit Erdbeergeschmack.
Diese neue Nähe war für Isabella und Sancho wie die Erfahrung mit dem Austausch von Körperflüssigkeiten beim ersten Mal.
Seit diesem überraschenden Abend sind beide zusammen.
Ein Paar wie aus „Tausend und eine Nacht“, dennoch nicht wie jedes andere Paar.
Isabella und Sancho haben Spaß am Sex und Kuscheln in der Löffelstellung.
Isabella streitet gerne wegen der offenen Zahnpasta-Tube. Kann passieren.
Sie kochen am Wochenende, wonach die Küche auch hinterher aussieht.
Wissenschaftler haben erforscht, dass die Berliner doppelt so viel Sex haben als die Norddeutschen.
Klar, die Norddeutschen müssen erst darüber reden, und wenn sie Sex haben, dann bekommen die Frauen die Kinder und die Männer sind Schwul.
Anders bei den Berlinern: Sie machen Sex und reden nicht die ganze Sache tot.
Der einzige Dämpfer für ihre Liebe ist Isabellas Eifersucht.
Denn spätestens seit der Begegnung mit Sanchos Bekannten Silvana fühlt sie sich von Rivalinnen umzingelt.
Das klingt idiotisch, aber Isabella empfindet hübsche Frauen als Konkurrenz.
Sieht sie ein gut aussehendes Weib, fährt sie ihre Antennen aus.
Ich seufzte.
„Ach ja, immer wenn es am schönsten morgens ist, mit dir zu frühstücken, ruft sie und die Pflicht schreit nach Erfüllung“, sage ich.
Als ich etwas später in der Firma angekommen bin, betreten die Mitarbeiter schon den Konferenzraum. Nach kurzer Zeit saßen alle schon auf ihren Plätzen und die Mitarbeiter erzählten, was sie noch alle am Wochenende unternehmen wollen.
Dabei ist heute erst Montag.
Der erste Tag von der Woche, die eigentlich sieben Tage hat.
Der Finanzchef Franklin und Personalchef Scotty unterhalten sich noch vor dem Eingang des Konferenzraumes.
Ruth ist perfekt zurechtgemacht wie üblich und trägt den haselnussbraunen Lippenstift.
Die Chefs von den Finanzen und vom Personal nehmen neben mir Platz.
Ich ergreife das Wort und alle Mitarbeiter werden still.
Sehr still.
„Es stehen mehrere Punkte auf dem Programm.“ Wie ich einigen von euch schon erzählt habe, wird er weiter für mich arbeiten können.
Ich habe vor drei Monaten in Hamburg, Leipzig und Düsseldorf expandiert.
„Geplant wird auch von mir, im Ausland zu investieren.“
Wie immer, ahnungslose und unbewegte Gesichter.
Die Chefs der Finanzen und Personal werden also auch in Zukunft den Strategieszenarien aktiv gegenüberstehen.
Ich erklärte weiter: „Abgesehen davon, dass wir die besten Designer in der Firma haben, soll es für die Zukunft um ganz konkrete Projekte gehen.“ Ich habe mit den Beratern eine Untersuchung durchgeführt, wobei sie die Verbesserungen mit der Arbeit kennenlernen werden. „Dabei geht es auch um die Unterstützung von italienischen Designern, die ich unter Vertrag habe.“
Scotty nickt bejahend seinen Kopf, winkelt seinen Arm an und schiebt die rechte Hand seitlich in sein halboffenes Hemd.
Natürlich vom Designer der ersten angesagten Klamotten.
„Nur gute Pferde bekommen weitere gute Pferde in den Stall.“, führt ein Mitarbeiter aus dem runden Tisch hinzu.
Ein paar desinteressierte Frauen verdrehen nur die Augen.
„Es sieht aus, als würden die Kunden direkt darauf warten“, sagt Nadine aus der kreativen Abteilung.
„Ach ja?“, fragt der Schlipsträger Leon und schaut die süße und gutaussehende Nadine forschend an.
„Klar“, antwortet Nadine und nickt überzeugend und selbstbewusst zu Ihren Worten.
Nadines Mitarbeiterin Benita. Auch ihre Freundin kneift ihr unter dem Tisch in den Oberschenkel.
„Bestimmt gibt es da die eine oder andere Idee von den Mitarbeitern“, philosophiere ich laut und vage. „Das beste Konzept für die Kunden im Bereich Lifestyle wird realisiert.“ „Und wer es entwickelt hat, übernimmt natürlich auch die gesamte Projektbetreuung.“
Scotty schnalzt mit der Zunge und grinst.
„Auf, an die Arbeit mit Gebrüll, oder was?“, frage ich mit ironischem Unterton.
Die Mannschaft im Raum lacht kurz und die Frauen kichern noch eine Weile amüsant.
Während Scottys Sekretärin das mit der atemlosen Attacke anders umsetzt, zückt sie ein Puderdöschen aus ihrer Mappe und wischt sich ungeniert mit der Quaste noch mal für den Chef über die Nase.
Die arme Roswitha, die Frau, die nie im Leben mehr, in ihrem erweiterten Semester, noch eine Chance bekommt, auch nur das klitzekleine Bisschen zu glänzen.
Denn ihr Chef ist schwul, auch homosexuell.
Oder war es Bi, wie bisexuell.
Ein Mann, der auf Frauen und Männer steht?
Das weiß in der Firma keiner so richtig, denn Sie sprachen über solche intimen Sachen nicht direkt.
Und das ist auch gut so!
Blicke folgten anderen Mitarbeitern Roswithas Fuß.
„Ein Fußkettchen“, sagt einer aus der Reihe angeekelt. „Auch noch unter der perversen Nylonstrumpfhose.“ „Wie vulgär.“
Die arrogante Roswitha mit dem Fußkettchen schmeißt sich in abstrakte Pose.
Das kann man sogar von hinten sehen.
Wenn man wollte.
„Mein Gott, die schmeißt sich ja wieder ins Zeug“, sagt Evelynchen schmachtend und gibt sich Mühe, ihre Stimme tief und rauchig klingen zu lassen. „Als wäre der Sexologe im Haus und als hätte sie gerade strategische Liebesschulungen besucht.“
Lästern unter den Kollegen ist schon mal drin.
Dennoch waren sie um Roswithas Verhalten besorgt.
Plötzlich steht Ruth vor Sancho.
Ganz genau vor ihm.
Er guckt Ruth gerade in die Augen.
„Mit dem Chef!“, quetscht sie hervor und lächelte entspannt.
„Und wenn dich der Kurs für Kommunikationsdesign interessiert, dann geh doch morgen gleich dorthin und schau dir die interessante Sache mal an“, riet Sancho ihr.
Ruth nickte, sagte aber nichts.
„Du merkst schon, wenn du mit dem Fachgebiet zurechtkommst“, füge ich weiter hinzu.
„Und du?“ fragte Ruth.
„Mach es Ruth!“, sage ich motivierend, „außerdem gibt es einen ganz einfachen Trick“, erklärt Sancho und holt Luft: „stell dir den Menschen vorn am Rednerpult im Bett vor, zusammengerollt in eine Fötus-Lage.“ „Dann… Wie?“, will Ruth wissen. „Genauso, wie du denkst, dann ist der Feind da vorn, nicht mehr so furchteinflößend.“
So stand Ruth also am nächsten Tag vor Herrn Braun, dem Leiter des Kommunikationskurses.
„Hallo“, quetschte sie hervor wie ein kleines süßes Mädchen aus der Vorschule, und es war ein ziemlich armseliges kleines „Hallo“.
„Nah, und?“, fragte Herr Braun mit bewegter Miene.
„Ich bin Ruth“, sagt sie schüchtern und unschuldig, „ich kann schon meinen Namen sagen und bis drei zählen“, erzählt sie mit einem kindlichen Grinsen, „Und manchmal schickt mich die Mama auch ganz alleine zum Einkaufen zum Bäcker, frische Schrippen holen.“
„Wie toll kannst du das schon sagen, sind denn deine Eltern auch mitgekommen?" „Hallo“, fragt Herr Braun und grinst.
„Aber so, natürlich nicht!“, erwidert Ruth ahnungslos und verwirrt. „Ich wollte sie mal zu ihrem Kurs befragen, Kommunikationsdesign.“
Ruth holt jetzt tief Luft und schmettert noch einen Hammer drauf: „Und außerdem habe ich ein wenig Furcht vor dir, Onkel.“ Deshalb soll ich mir jetzt vorstellen, wie du zusammengerollt im Bett liegst, in Fötus Lage. „Das hat meine besorgte Mama gesagt, echt.“
Das war ein Fehler von Ruth.
Sie begann hilflos vor sich hinzukichern.
Saublöder Trick, dachte sie, mit dem Fötus, und wer muss da nicht laut loslachen? „Geile Kommunikation.“ „Sagen Sie, Ruth, finden Sie Business eigentlich sehr erheiternd?“, fragt Herr Braun. „Oder etwa lustig, wie die Fötuslage?“
„Nein, Nein, wirklich nicht“, stammelt Ruth.
„Nun, das können Sie denken?“, fragt Herr Braun, der sich ziemlich verscheißert vorgekommen ist. „Dann können sie hart arbeiten. „Oder legen Sie großen Wert auf Ihren Schönheitsschlaf?“
„Was ist denn das für eine Frage?“, entgegnet Ruth und ihr Kichernreiz war schlagartig verschwunden. „Schönheitsschlaf?“, fragt sie wütend nach. „Das hätten Sie einen männlichen Kursteilnehmer bestimmt nicht gefragt.“ Im Übrigen kann ich ausgesprochen gut denken. Ich war beim Studium für Business die Beste. Und ich gedenke, das auch in Ihrem Kurs zu werden. „Wenn Sie allerdings Vorurteile gegen Frauen haben, dann werde ich einen anderen qualifizierten Dozenten konsultieren.“
Mit unbewegter Miene schaut Herr Braun Ruth verblüffend und überrascht an.
„Gut argumentiert, Ruth.“ Sie sind eine Kämpferin. Offensichtlich. Und hier sind jetzt meine Spielregeln: Bei mir werden Sie von Anfang bis zum Ende des Kurses hart arbeiten müssen. Am besten: Sie hören in den Vorträgen anständig zu. Sie können es schaffen. Und lassen Sie sich nicht ins Boxhorn jagen. Frauen sind so gut wie Männer und Männer sind so gut wie Frauen. „Wenn Sie brillant sein wollen, müssen Sie arbeiten.“
Harte Tage, einige lange Wochen, kurze Monate: Ruth belegte den Kommunikationskurs.
Am Ende des Kurses wog sie drei Kilo weniger, weil sie fürs Essen nie die notwendige Zeit gefunden hatte.
Herr Braun war ein Sklaventreiber der alten Schule.
Klar, die gibt es noch im 21. Jahrhundert, auch in Deutschland noch.
Für solche Spezies brauchen wir keine Verfassung oder ein Grundgesetz.
Denn diese Leute haben ihre eigenen Gesetze.
Vollidioten, die einem etwas versprechen und nicht das versprochene Wort halten können.
Am letzten Tag des Kurses, als es regnete, bekamen sie ihre schriftlichen Arbeiten zurück.
Ruth schloss mit der besten Note ab.
Sie war jetzt dünn, aber glücklich mit ihrem Ergebnis.
Herr Braun hat sie später nie wieder gesehen.
Tja.
Es gibt bestimmt mindestens über Vierhundert Herrn Braun in den Telefonbüchern Deutschlands.
Einer davon ist tatsächlich dieser hier: Herr Braun.
Ruth steht mit einem coolen Lächeln am Schreibtisch und ist bereits mit mir zugange.
„Erzähl mir doch bitte, wie hast du deinen Kursleiter gefunden!“, fragte ich nach.
„Wie findest du ihn?“, erwidert Ruth darauf.
„Ein bisschen beängstigend, aber er ist ein Wunderknabe und ein Businesstalent“, erzähle ich ihr, als würde ich von seinen Leistungen schwärmen.
„Nah gut.“ „Aber stell ihn dir in Fötus Lage vor!“, entgegnet Ruth.
Prompt fängt Ruth an, leise zu kichern.
„Funktioniert immer“, sage ich.
„Aber entschuldige, nur bei mir nicht mehr, jedenfalls bei dem großen Herrn Braun“, erklärt Ruth und kichert herzhaft weiter.
„Dennoch hast du doch gesagt, dass du gern einmal mit mir joggen würdest“, sagt Isabella und lächelt schadenfroh. „Jetzt bin ich bereit dazu.“ Wie ist es mit dir, du Faultier?
„Bist du wahnsinnig geworden?“ Weißt du, wie früh es ist?", protestiere ich.
„ Nein, noch nicht.“, erwidert Isabella. „Es ist jetzt genau fünf Uhr morgens und der Bäcker wartet schon, damit wir unsere frischen Schrippen abholen.“ Komm! Gerade am frühen Morgen macht es Spaß, durch den leeren Park zu laufen. „Da ist die Luft, die echte deutsche Luft, Berliner Luft, noch frisch und die panische und hektische Welt noch blitzblank und neu, wie ein frischgepuderter Baby Popo.”
Ich muss lachen und gebe ihr zur Antwort: „Du drückst dich so poetisch aus, dass ich mich wahrscheinlich gleich übergeben muss.“
Ich wurde allmählich wach, aus Furcht, dass Isabella mit dem poetischen Scheiß mich nicht noch weiter nerven sollte. Am frühen Morgen konnte ich das nie vertragen, so dick aufzutragen, um mich willig zu machen.
„Du musst doch nachher in dein Büro, Sancho.“, labert Isabella enttäuscht vor sich hin, „Oder?“ Aber wenn du keine Lust hast, mich zu begleiten, dann vergiss es einfach.
„Jetzt kann ich nicht mehr schlafen.“ Entgegnete ich ihr, „Wir können gleich los.”
Isabella lächelte vergnügt. Denn sie hat ja ihr Ziel, ihren Willen durchsetzen können.
Still verfluchte ich Isabella, dass sie mich nicht noch ein wenig schlafen lassen hat.
Aber, ich kam zum Joggen mit.
Und das gefiel Isabella sehr.
Plötzlich lächele ich Isabella so strahlend zu, als wäre es für mich ganz alltäglich, in aller Frühe durch die Parks von Berlin zu joggen.
Isabella trug einen roten Jogginganzug und weiße Laufturnschuhe. Ihr langes Haar hatte sie mit einem weißen Stirnband zurückgehalten.
Schick und frech sah sie aus.
Tja, es ist ja meine Isabella, die Frau, die ich die ganze Zeit entzückt betrachtete.
Ich machte eigentlich auch keine schlechte Figur in meinen dunkelblauen Shorts, in denen man meine geilen, nackten und durchtrainierten Waden sehen konnte.
Ach so, ein weißes Sweatshirt trug ich dazu und leichte, wie bewegliche Joggingschuhe nach Maß. Nur für meine zarten Füße geeignete Laufschuhe.
Wir liefen über den gelben Kiesweg.
„Bis Morgen, nicht wahr?“, sagte Isabella.
„Das ist ja fantastisch.“ Wir können sogar die Vögel zwitschern hören. „Ich habe gar nicht gewusst, was ich verpasse, wenn ich länger schlafe.“
„Ja, du Schlaumeier“, sagte Isabella und lachte. Sie lief neben mir her.
„Es bleibt doch bei heute Abend?“, frage ich Sie.
„Ja, ja“, antworte Isabella. „Wohin wollen wir zu Essen gehen?“ Am Abend genieße ich gern ein wirklich gutes Essen, wie du ja weißt. „Aber du kannst mich ja mal überraschen, Sancho.“
Nach einer Stunde kehrten sie zum Ausgang des Parks, wo schon die ersten Leute zu ihrem Arbeitsplatz wetzten, zurück.
Sancho atmete heftig.
Er war eine sportliche Betätigung dieser Art, a la Isabella, doch nicht ganz gewöhnt.
Isabella stellte das belustigt fest und amüsierte sich sehr.
Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass Sancho wirklich ein Mann ist, der eine Beziehung ernst nimmt.
Sie ist verliebt.
Aber wie?
Wie verrückt.
Sancho soll von Isabella in der Beziehung bekommen, was er sich wünscht.
Das schwor sie sich.
Wie die unmoralische, dennoch gefühlvolle Geschichte irgendwann einmal enden könnte, wusste sie nicht.
Sancho auch nicht.
Isabella wollte noch mehr über Sancho erfahren.
Sie wollte alles über ihn wissen, wie Frauen nun mal so sind.
Aber? „Sie nicht!“ „Aber wer will das jetzt wissen?“
Es war lange her, dass Isabella sich zuletzt verliebt hatte.
Sie findet dieses Gefühl wunderschön.
Es beschwingte sie.
Isabella fühlte sich einfach glücklich, wenn sie an Sancho dachte und…
Sie strich sich leicht mit der kalten und feuchten Zungenspitze über die trockenen und salzigen Lippen.
Als Isabella am Montag auf dem Heimweg kam, ging sie an einer Modeboutique vorbei.
Sie ging hinein.
Der junge Mann steht da und sah, wie Isabella die Eingangstür wieder geschlossen hat.
Er sieht genauso aus, wie er in und für diese Boutique aussehen sollte.
Die blauen Streifen auf seinem weißen Baumwollhemd wirkten dezent und beruhigend.
Er selbst war groß, dünn und mit ruhigem, sanften Gesicht.
„Brauchen Sie Hilfe?“, fragte der Verkäufer.
Isabella sah ihn nach, redete nicht.
„Sie kommen genau im richtigen Moment, denn wir wollten gleich schließen“, sagte der Verkäufer informativ.
Plötzlich erscheinte die Geschäftsführerin und sah hinüber. Sie verschwand auch wieder, so schnell, wie sie erschienen war.
Isabella blickte nur einmal durch den ganzen Laden und sagte: „Tschüss“ und ging wieder.
Das Radio läuft in einer gewaltigen Lautstärke.
Der Sender spielt Musik, es ist etwas Poppiges. Doch die Musik wird von den stündlichen Nachrichten unterbrochen. Das Wetter ist wie immer „zum Kotzen“, denkt Sancho laut vor sich hin und flucht laut „Regen!“ und es bleibt für die weiteren Tage bewölkt. Toll. Und es gibt nur Nachrichten, die üblichen schlechten Berichte, nur Skandale, Mist, Pleiten, Pech und Mobbing in den Parteien aus der Politik. Und dann! Die Türken, die Muslime, gebrauchen den deutschen Staat als Spielwiese ihres Kampfes für ihren Propheten. Frauen, mit ihren Kopftüchern und schwarzen Gewändern. Und das tragen diese Frauen auch im Sommer, im heißen Sommer. Die Frauen müssen aber frieren! Wann begreifen die deutschen Politiker endlich mal, dass der Koran, der islamische Glaube, ein Gesetz des Propheten ist und die Muslime streng danach leben? Es ist ein strenger Glaube, und für diese streng gläubigen Menschen gibt es nichts anderes, auch keinen Respekt gegenüber anderen Religionen. Es gibt für diese Menschen nur ein Gesetz. Wer es nicht glaubt, der soll einmal einen gläubigen Muslim mit der linken Hand grüßen! Oder eine Frau mit Kopftuch ansprechen, wie er eine deutsche Frau ansprechen würde. Wie im Kloster noch im Mittelalter bei den Katholiken: Männer küssen sich und sitzen nur getrennt von den Frauen – vielleicht sind diese alle homosexuell und die Frauen alle lesbisch.
Wenn sie diese offene und aufgeklärte Gesellschaft nicht respektieren und akzeptieren wollen und können, dann sollen sie das Land verlassen und der Entwicklung des Lifestyle in Stil und Etikette nicht im Wege stehen oder sie blockieren.
Die Muslime ist es verboten, Dinge zu erfragen, so steht es im Koran, aber ihre freie konservative Glaubensfreiheit im Grundgesetz herschieben, dann sollen sie auch nach den Gebräuchen der Deutschen leben. Wenn ich in der Türkei so leben würde, wie ich gelebt habe, dann wäre ich nicht hier. Die Türken würden mich „Platt“ machen. Es heißt, Ihre Ehre wird wiederhergestellt.
Toll!
Können die Muslime sich denn alles erlauben, wenn sie in einem anderen Land sind und leben? Demonstrieren: Die Männer ohne Kopftuch, die Frauen mit Kopftuch. Muslimische Männer rutschen mit den deutschen Frauen durch die deutschen Betten. Warum rutschen Sie denn nicht mit Ihren eigenen Frauen in Ihre eigenen Betten? Ganz einfach: Ihre muslimischen Frauen sind nämlich, wie der Koran es sagt: „heilig, wie die Kinder“. Und diese Frauen rutschen nur, wenn sie Nachwuchs wollen.
Aber was Sancho dabei noch durch den Kopf geht, ist, er ist jetzt so richtig sauer und es brennt in ihm. Die Gefühle spielen verrückt, weil er es nicht mehr einsieht, was ein Deutscher im eigenen Land oder anderer unbeteiligter Ausländer in Deutschland sich so alles von den Muslimen gefallen lassen muss.
Klar, es gibt auch Ausnahmen, und diese netten Männer und Frauen sind wie Brüder und Schwestern. Sie halten zusammen.
Auch in der Sauna.
Aber einer seiner wird eine muslimische Frau nie splitternackt in der gemischten Sauna antreffen. Doch seiner eine kann, wenn er eine Türkin im Puff antreffen will. Aber auch in einem Pornofilm sehen.
„Achtung, vor Frauen mit Kopftuch!“
Ach so, jetzt ist Sancho vom Gedanken etwas abgekommen, denn ihm ist es aufgefallen, dass über 60 Millionen Deutsche kein Türkisch sprechen können.
Das ist ein Skandal.
Oder?
Türkische Fluggesellschaften machen Pleite und die Flüge nach Deutschland müssen neu gebucht werden, zum Beispiel von den Urlaubern, Glück hat der, wer das nötige Kleingeld noch bei sich hat. Die Pleite ist kein Wunder, denn in Deutschland leben bereits mindestens 20 Millionen Türken und die Menschen fehlen eben für die Europäische Union in der Türkei.
Später sah Sancho sich schweigend die ganze Bildfolge durch, die er vor Kurzem im Studio gemacht hatte und dann noch mit nach Hause genommen hatte.
Eigentlich wollte er sich keine Arbeit mit nach Hause nehmen.
Aber er steht unter Zeitdruck.
Und Zeit ist kostbar.
Sancho wollte sein Zuhause nicht mehr missen. Denn er hatte schon einige Nächte im Büro durchgemacht und zum Duschen kam er dann auch nicht mehr.
Sancho unterzog die Fotos einer kritischen Prüfung.
Klar, sonst wäre er nicht Sancho.
Mit Lupe sah er sich jedes Foto an.
Denn er hatte diese diesmal nicht selbst abgezogen.
Er schob nachdenklich ein paar Fotos davon zusammen.
Und dachte: „Manche sind sehr gut, so wie sie sind.“ Aber bei einigen würde ich den Ausschnitt ein bisschen anders wählen. Bei dem hier zum Beispiel. „Sie hielt das Foto mit der lebensgewandten Blondine unter einem Holzdach hoch, der Vorbau eines Holzhauses.“
Er grinste.
„Auf jeden Fall“, bemerkte er gut gelaunt, „Die Fotos sind phantastisch.“
Sancho musste feststellen, dass er nicht noch aus Größenwahn sich selbst skrupellose Komplimente macht.
Er schwieg und hatte einige Inspirationen seiner gemachten Arbeiten.
Sancho dachte an den Tag, an dem die Aufnahmen mit seinen professionellen Models für die Titelseite gemacht wurden.
Er schaute plötzlich zu Uhr und bemerkte, dass Isabella auch gleich durch die Tür hereinkommt und ihm vom Schoppen erzählt.
Er dachte dann auch an seine ereignisreiche und verrückte, wie hektische Woche.
Stellte dabei fest, dass er ein glückliches Leben mit Isabella führte. Irgendwie schon.
Oder?
Die Ziele!
Die Taten!
Die Versprechen.
Es ist für Sancho fast beängstigend.
Wie leicht ihm alles schien.
„Isabella, komm mal zu mir!“, rufe ich ihr zu, als sie noch im Badezimmer ist und sich am Waschbecken etwas frisch macht.
Isabella schnappt sich eilig und gespannt das Handtuch, trocknet sich und lief schnell zu Sancho.
Sie lässt sich lässig in einen Sessel plumpsten.
„Was ist denn wieder passiert?“, fragt Isabella grinsend und neugierig.
„Ich werde ein Konzept für eine neue Badeserie entwickeln.“ „Ein Umwerfendes“, erzählt Sancho. „Willst du mich motivieren und Model stehen?“
Isabella grinst Sancho an.
„Ich hoffe doch, du scherzt nicht“, entgegnet Isabella Sancho.
Überraschend und zufrieden betrachte sie ihn und nickte.
„Sehr gut, Isabella“, erwidere ich Ihren glücklichen und strahlenden Blick.
Ich nicke und mache mich trotzdem auf das Schlimmste gefasst.
Also, Isabella, hör zu! Ich habe es mir überlegt. Ich will Rot und Pink für die Augen. Lippenstifte in Orange, Nagellack in Grün und Blau“, erzähle ich überlegend, „das wird der letzte Schrei.“
„Der letzte Schrei?“, schrie Isabella. „Sancho, damit kannst du recht haben“, erklärt sie in ruhiger Stimme und schmunzelt, „Millionen Frauen werden schreiend wegrennen, wenn wir versuchen, ihre dicken Augen rot zu umranden und dann noch ein Pink auf die Augenlider zu legen.“
Ich lache und Isabella lacht auch.
„Der orangefarbene Lippenstift reißt das auch nicht raus“, erklärt Isabella. „Kennst du eine Frau, eine einzige, die mit 'nem orangefarbenen Lippenstift gesund aussieht?“
„Noch nicht!“, erwidere ich lächelnd.
Isabella steht auf, nimmt ihre Handtasche.
„Ich geh’ ein wenig Schoppen“, sagt Isabella, „willst du mitkommen und noch einen Kaffee trinken?“
Ich las alles liegen und folge ihr ohne ein Wort, aber grinsend. Die Frage: Wer bin ich? Etwa ein Chamäleon? Oh Gott! Das Leben ist nicht gerade wie ein Film, denn einen Schauspieler kann man umsetzen, wenn er seine Rolle nicht spielen kann. Demokratie ist ja ein schönes Wort, aber dumme Leute, die keine Ahnung von der Sache haben, sollen doch einfach die Schnauze halten. Klar? Ich sag nur, Zähne putzen. Dann kommt nicht so ein Scheiß bei den Talk-Shows heraus.
Kapitel 6
„Der verzauberte Junge.“, sagten immer andere Leute zu mir, die mich nicht kannten.
Denn ich gehöre nicht zu den erfolgreichen kreativen Schöpfern wie viele Modeschöpfer, die schwul oder bisexuell sind.
Sexuelle Orientierung allein macht niemanden sensibler oder kreativer.
Aber ich habe die Erkenntnis gemacht, dass in meiner unmittelbaren Umgebung mein Wesen unverständlich ist.
Heterosexuell, nur mit Frauen, nicht schwul, nicht einmal bi und homosexuell.
Ich denke, dass die Leidenschaft und auch Karrieren oft aus Leidensdruck entstehen.
Als Kind war mein Bewusstsein wachsam.
Ich fühlte mich teils ausgeschlossen von den aggressiven Spielen gleichaltriger Freunde.
Ich schulte früh meinen Blick.
Die unerfüllten Träume nach Luxus und Überlegenheit.
Meine Verehrung für die Frau stellt sich im Dekorieren dar. Die Frau ist Statussymbol und wird herausgeputzt.
Modischer Instinkt ist so eine Art Selbstverteidigung.
Ohrring, Schnauzer, die fleckenlosen Bräune aus dem freundlichen Sonnenstudio mit dem launischen weiblichen Servicepersonal sind inzwischen originelle Wegweiser zu „echten“ Männern.
Nach einer guten Stunde kommt Donna zu spät zum Gespräch.
Ein Model schickt mir eine Agentur aus London.
Donna, eine Frau mit orangefarbenem Haar und mit künstlicher Naturwelle, dennoch teuer und aufwendig.
Ungewaschen.
Sie ist 17 Jahre.
Oder?
Bekleidet mit einem kleinen schwarzen Pulli und weiten schwarzen Hosen.
Make-up?
Sparsam.
Schön.
Aber nicht schön.
Nicht der gestylte Powerlook.
Nicht das strenge Evita-Outfit der letzten Zeit.
Donna wirkt zierlich, denn je.
Zerbrechlich.
Und ziemlich übernächtigt.
Trotzdem wirkt sie offen und gut gelaunt.
Ich stellte überraschend fest, dass sie auf das Thema Männer sehr empfindlich reagiert.
Jetzt sagt sie knapp: „Ich lebe im Moment allein.“
„Oh mein Gott, Alter, was für eine Frisur – ist das deine Hippiephase?“, wollte ich wissen.
„Wer will das wissen?“, erwidert sie schüchtern, „Sage das nicht!“ Hippies tragen kein Make-up und keinen Nagellack. Sie rasieren sich nicht einmal die Beine und an ihrem Muschi lassen sie sich Zöpfe flechten. Wie eklig und langweilig.
Die Männer haben immer gleich die Zahnseide zwischen den Zähnen, auch praktisch. »Außerdem bin ich keine Vegetarierin, obwohl ich mich bemühe, möglichst viel Obst und Gemüse zu essen.«
Der Nachtclub 66 ist schon etwas Besonderes mit seinen dunkelroten Seidentapeten und den vielen gerahmten Fotos der Prominenten an den Wänden. Ein traditionsreiches und gediegenes Ambiente gibt jedem Gast das Gefühl, dazu zugehören. Die Bedienung ist exzellent, unaufdringlich, aber immer gegenwärtig. Kein Wunder, dass es die Reichen, Schleimer, die Berühmten, die Versager, auch die Nutchen aus dem Schwulenclub und sogar die Upperclass hier herzog. Und mich auch. Zum kurzen Lunch oder zum erlesenen, ausgiebigen Dinner. Offenbar kannte man Janet B. hier persönlich und hatte uns einen sehr hübschen Tisch reserviert. Obwohl wir nur zu zweit waren.
Janet, elegant sieht die junge Staranwältin aus in ihrem Hosenanzug.
Grau, aber oho.
Aber diese Frau an meiner Seite zog alle Blicke auf mich.
Janet sah aber auch wirklich fabelhaft aus, mit großem Ausschnitt, dass bald die kleinen süßen und straffen Titten rausguckten.
Und jeder von den sabberten Leuten und geilen Böcken konnte sehen, dass Janet keinen, aber auch keinen irgendwie angedeuteten Büstenhalter trug.
Das helle Blond ihrer Lockenmähne signalisierte zusätzlich Sinnlichkeit und Erotik.
Kein wirkliches Wunder, dass manchem Gast im Nachtclub 66 förmlich der kalte Bissen im breiten Mund stecken blieb, was ich da sah.
Dennoch fühlte ich mich mächtig stolz mit dieser aufreizenden, schönen Frau an meiner coolen Seite.
So verführerisch, so ganz und gar weiblich wirkte Janet, dass es mir glatt den Atem verschlagen hatte, als sie mir entgegengekommen war.
Wir tranken erst mal einen trockenen Martin, nicht geschüttelt, das ist doch klar, vor dem Essen.
Janets Augen wirkten ganz dunkelblau an diesem Abend.
Irgendwie war da eine helle Flamme in diesem Blau. Ehrlich. Ganz ehrlich, ich konnte gar nicht aufhören, sie anzusehen. „Ich sag ja, Sie sind die schönste Frau, die ich je heute Abend gesehen habe“, sagte ich schüchtern und atmete plötzlich schneller.
„Was sagst du da? „Nein“, entgegnete Janet leicht hin und unberührt.
Sie trank von dem Tropfen Likör, den der Ober gebracht hatte.
„Das bilden sie sich nur ein, Sancho.“, fügt Janet hinzu, denn dieses Kompliment machen Männer eben immer, wenn sie nicht wissen, was sie sagen wollen.
„Schau!“, entgegnete Sancho, „Janet, das sind sie und sie haben mich total um den Verstand gebracht.“
„Was wollen Sie, Sancho?" Mich ficken? So etwas hört doch jede Frau gern und nichts ist für eine richtige Frau aufregender, als wenn ein Mann ihr sagt, dass er sie […] begehrt.
Janet lächelt ganz bezaubernd.
Aber am liebsten hätte sie laut gelacht.
Die Situation war wirklich amüsant.
Ein Mann, wie Sancho, der Janet mal so richtig bumsen möchte, und eine Frau wie Janet, die den gleichen Gedanken ausspricht.
„Was denken Sie denn, dass wir uns gleich hemmungslos aufeinander stürzen werden und sinnlos die Nacht durchvögeln?“, fragte Janet leise mit diesem verführerischen Unterton in der Stimme, der mich ganz nervös machte.
„Wenn ich an was glauben sollte, dann werde ich in die Kirche gehen und es mir einbilden“, entgegnete ich Janet zynisch.
Natürlich tranken wir uns zu.
Warum auch nicht?
Dennoch streichelten sich unsere Blicke innig.
Janet fühlt sich von meiner einen Wenigkeit angezogen.
Klar.
Es wäre ja auch ein Skandal, wenn sich Janet von mir ausgezogen fühlte.
Sie empfand plötzlich ein gefühlvolles Verlangen nach mir.
Eine Sehnsucht.
Eine fantasievolle Sehnsucht, die ihr zu Kopf stieg.
Dass Janet davon ganz schwindlig war.
Während des Essens, das natürlich von erlesener Qualität war.
Janet schwindelte etwas, was Frauen gerne machen, von ihrem nicht unbetuchten (…armer Mann) Vater.
Dass ihr Vater in Wahrheit nur einen kleinen PKW Trabant (noch aus der DDR) besaß.
Aber das interessierte mich in diesem Zusammenhang keine Bohne.
Und schon gar nicht wollte ich es mir auf die Nase binden lassen.
Natürlich wollte Janet auch eine ganze Menge über mich wissen.
Es ist interessant, mit mir in diesem Augenblick zusammen zu sein.
„Anwältin ist doch ein interessanter Beruf, eine Staranwältin sogar“, stellte ich fest. „Da passiert doch täglich etwas Neues.“
„Leicht wird es für mich auch nicht.“, erwiderte Janet lächelnd. „Aber wie ist es mit Ihnen, Sancho?“
Ich schwieg und nahm einen Schluck von dem köstlichen, süßen Sprudelwasser.
„Wie wäre es, wenn sie Janet für mich arbeiten würden?“, erwiderte ich ihr. „Ich könnte mir vorstellen, dass Sie als meine Rechtsanwältin ausgezeichnet sind.“ Und sehr repräsentativ.
Janet verschluckte sich.
Hustete dramatisch.
„Heißt das, dass sie einverstanden sind?“, hackte ich nach.
Lange sah Janet mich an.
Ehe sie sprach, las ich die Antworten in ihren bezaubernden Augen.
Ich mag sie, Sancho, und es wird endlich Zeit, dass wir „Du“ sagen. „Oder?“, sagte Janet plötzlich.
„Sind wir beide denn nicht schon per „Du“?“, fragte ich mit einer herzhaften Ironie.
„Ich wünsche mir das zu sehr“, gestand Janet und fühlte plötzlich gewaltige Freude in sich aufsteigen. Sie lächelt ihm zu, mit diesem süßen, leicht geschwungenen Mund, der mich, Sancho, ganz um den Verstand brachte, den ich überhaupt noch in diesem unvergesslichen Augenblick besaß.
„Wir, du und ich.“, sagte sie. „Ist es nicht wundervoll, Verliebt zu sein?“
Eigentlich habe ich mit so einem Geständnis von Janet B., einer Staatsanwältin, heute Abend nicht gerechnet.
Überhaupt, es sind nicht einmal sechs Stunden vergangen und eine raffinierte Staatsanwältin hat sich in mich verliebt.
In mich?
Sancho!
Ist es Liebe auf den ersten Blick?
Gibt es denn diesen Augenblick bei den Frauen?
Ich denke, diese Fragen werden für mich ein Leben ohne Antwort sein.
Sagen wir mal so, fünfzehn Jahre oder so.
„Ich will, dass du mich jetzt in den Armen nimmst und wahnsinnig küsst“, flüstert Janet mir ins Gesicht. „Ich möchte dich ganz nah bei mir spüren.“
Ich dachte mir: Was glaubt diese Frau nur, was ich an ihr spüren möchte.
Wie immer, schüchtern und unerfahren, sah ich flüchtig, ganz unbemerkt, mich erst einmal um.
„Bö, ne‘!“, stottere ich. „Ne', Ne', Ne'... Nööööööö. Nee, die Leute.
Sie schmunzelte leicht und blieb cool.
Ich hielt in der Menge der Leute einen Blick fest.
„Gehen wir doch zu dir, Janet, und trinken noch einen Absacker“, schlage ich ihr vor.
„Wollen wir ficken?“, fragte Janet selbstverständlich. „Ja, Sancho, das ist wirklich eine gute Idee.“
Ich bezahlte mit meiner Kreditkarte und wir verließen das Restaurant.
Wir nahmen ihren Wagen. Ich ließ meinen Wagen hier stehen und ließ ihn morgen von meinem Mitarbeiter wieder abholen.
Janet hat einen kleinen Flitzer, einen Coupé, eine Brüll-Spardose aus dem Diesel-Baukasten.
Was sonst?
Verschwand aber nach der Auto-Show.
Doch Janet B. hatte sich einen ergattern können.
Ich sage ja, Beziehungen, Beziehungen, das Vitamin B und sonst gar nichts.
Oder war da nicht noch etwas?
Sie streichelte mein Gesicht, ehe sie mich küsste.
Janet spürte die Wärme meines Mundes und unsere Zungen begegneten sich im zärtlichen und leidenschaftlichen Spiel.
Ich war ganz berauscht von Janet.
Von Ihrer Nähe.
Von dem Duft ihrer gebräunten, nackten und haarlosen Haut.
Janet spürte, wie es ihr bei diesem erregenden Kuss heiß zwischen die Schenkel schoss. Meine kalte Hand glitt über Janets nackten Schultern zu ihren prall geformten, nackten Brüsten, die sich straff und abhoben.
Janet stöhnte vor Lust auf, als ich sie berührte.
„Ach, hör auf, Sancho, hör auf“, flüsterte sie, auch wenn sie es diesmal nicht wollte. Nein, sie wollte auch irgendwie nicht einmal daran denken, denn ihre Gefühle sind stärker als ihr Verstand. „Heben wir es uns doch auf, bis wir bei mir zu Hause sind.“
Da lachten wir beide leise und mit einer unaufhaltsamen Lust, als Janet den Zündschlüssel im Schloss herumdrehte.
Natürlich gab es an diesem Abend den üblichen Verkehr in der Stadt und es dauerte eine ganze Weile, ehe wir bei ihr zu Hause ankamen.
Wir fuhren mit dem Lift zu Janets Apartment und gingen, wie zwei Verliebte, Hand in Hand den teppichbelegten Flur entlang.
Wie zwei Kinder?
Warum nicht?
Wir waren dabei, etwas Verbotenes zu tun.
Kaum waren wir in der kleinen Diele angekommen, riss ich Janet in die Arme.
Wir küssten uns begierig und mit dieser verzehrenden Leidenschaft, die uns zum Äußersten erregte und ganz atemlos machte.
Wir küssten uns.
Janet streichelte sich die harten Knospen ihrer Brüste vor Lust und stöhnte laut dabei.
Sie konnte nicht genug davon bekommen, als ich mit der Hand an der Innenseite ihrer weichen Schenkel empor strich.
Als ich meine verlangenden, zärtlichen Finger in ihren seidenen, weißen Stringtanga schob und sie da ausersehen berührte, wo Janet heiß und erwartungsvoll war, erzitterte sie vor Geilheit in meinen Armen.
Ganz willenlos.
Ganz schwach fühlte sich Janet in diesem berauschenden Augenblick. Sie spürt meinen heißen Körper.
Spürt, wie hart und erregt ich war.
Janet wollte mehr von mir.
Sie wollte alles in dieser Nacht.
Plötzlich ist uns aufgefallen, dass wir erstens nicht nackt sind und zweitens, dass es ziemlich unbequem ist, da, wo wir gerade standen und lagen.
Aber dann fanden wir in diesem Moment mit unseren kleinen Blicken den Weg ins Schlafzimmer.
Wir zogen uns gegenseitig aus.
Dabei entdeckten wir unseren nackten und erregten Körper mit unseren feuchten Lippen und kalten Händen.
Berauschend.
Wir erregten uns so sehr, dass wir schließlich wie im Rausch von fünf Beruhigungstabletten auf das Bett sanken.
Janets Hände glitten mit ihren scharfen, schwarz lackierten Fingernägeln über meine Hüfte.
Sie fühlte, wie sehr ich sie wollte, als sie meinen harten Schwanz pulsierend in ihrer Hand spürte.
Plötzlich stöhnte ich auf, was mir neu war.
Diesen Moment der Gefühle hatte ich bis heute noch nicht erlebt.
„Fick mich bitte noch nicht, halte deinen Schwanz zurück, damit er nicht spuckt!“, sagte Janet mit einem unersättlichen Lächeln.
Sie zog mich mit ins Bad.
Es ist ein großes, schneeweiß gekacheltes Badezimmer mit roten Gardinen und einem weichen roten Badeteppich vor der Wanne.
Glasklar war die Glasverkleidung der Dusche.
Es ist ein sehr schickes Bad.
Wie im Puff.
Aber, in diesem Moment achtete ich nicht darauf.
Wir ließen uns auf den Badeteppich fallen.
Janet lachte leise und zog mich über sich.
Ich grinste auf sie hinunter und küsste sie dann zärtlich, während ich meine Hand zwischen ihre Schenkel schob und sanft massierte.
Dadurch erregte sich Janet so, dass sie laut aufstöhnte.
„Nimm und fick mich.“ „Ich halte es nicht mehr aus und stoß deinen harten Schwanz fest in mich!“, forderte sie mich auf.
Hart, aber leise drang ich in sie.
Sie ist feucht, sehr feucht, zwischen den Schenkeln.
Janet war nass vor Erregung.
Ich bewegte mich in ihr in dem Rhythmus, wo sie eben mit muss.
Sie fühlt meinen Schwanz ganz stark.
Ganz tief in sich, bis sie glaubte, es nicht mehr auszuhalten.
Janet merkte gar nicht, dass sie mit ihren Fingernägeln Linien der Lust in meinen zarten Rücken grub.
Doch dann?
Dann erlebten wir gemeinsam eine gewaltige Ekstase.
Diese hatte Janet noch nie empfunden.
Zärtlich und so sanft war ich.
Wie immer.
Wie immer, als es vorbei war.
Ja, noch immer habe ich sie gestreichelt und ließ diese zitternde Lust in ihr nachklingen.
In diesem Moment dachte Janet, dass sie grenzenlos glücklich war.
Meine Hand grub sich in Janets volles langes Haar.
Sie drängte sich näher an mich.
Ich streichelte ihren Po.
Janet wollte meine Wärme spüren, meine Nähe.
Sie wollte jetzt einfach bei ihm sein.
Auch für immer sollte es keinen anderen Grund geben, dass dieser sie wieder auseinanderbringen wird.
Als ich begann ihre weiche Brust zu streicheln, vergaß Janet plötzlich alles andere.
Am nächsten Morgen erwachte Janet in dem breiten Bett und richtete sich auf.
Das lange gelockte Haar fiel wirr ins verschlafende Gesicht und schob es mit einer lässigen Bewegung zurück.
Janet seufzte leicht und sah zu mir rüber.
Ich lag im Moment auf dem Bauch.
Und das war auch gut so.
Sonst hätte man wieder sehen können, wie einer wieder beim Zeltaufbau ist.
Meine Arme waren um das Kopfkissen geschlungen, als würde ich mit einer Würgeschlange kämpfen.
Aber sonst schlief ich friedlich, was Janet auch feststellte.
Janet wusste, dass ich unter der Bettdecke splitternackt war.
Aber woher wusste sie von meiner schamlosen Nacktheit unter der warmen Bettdecke?
Sekundenlang betrachtete sie mich schlafend und stellte fest, dass ich noch atmete, aber leise und aussah, wie ein kleiner Junge.
Natürlich ein braver und unschuldiger Junge, der nichts Böses tun konnte.
Ein unerwartetes Gefühl von Zärtlichkeit überkam Janet.
Sie war drauf und dran, meine nackte und kalte Schulter zu küssen.
Nein, sie wollte mich nicht in meinem tiefen Schlaf stören.
Leise stieg Janet aus dem Bett und ging splitternackt ins Badezimmer.
Sie fand sich nicht besonders hübsch, als sie in den Spiegel sah.
Schatten einer zärtlich verbrachten Liebesnacht lagen unter ihren Augen.
Von heißen und leidenschaftlich ausgedehnten Küssen glühte noch der zarte Mund.
Sie nimmt ihre Zahnbürste und gibt Zahnpasta darauf.
Dann begann sie langsam, sich ihre Zähne zu putzen.
Janet erinnerte sich an den gestrigen Abend, wie Sancho ihr immer wieder ihr Glas mit Wein aufgefüllt hat.
Sie hatten sich aber auch so viel zu sagen gehabt in dieser Nacht. Und dann?
Irgendwann setzte sich Janet auf Sanchos Schoß und hatte sich provokant zärtlich an ihn geschmiegt. Weil die schamlose und hemmungslose Leidenschaft sie übermannt hatte, liebten sie sich das erste Mal bedingungslos auf dem Sessel.
Es war ein verrücktes, aber auch heißes Spiel gewesen, musste Janet feststellen.
Später im Bett hatte sie dann mit Sancho einen wunderschönen Höhepunkt erlebt.
Musste unerwartet feststellen, dass sie sich tatsächlich mit „Drum und Dran“ in Sancho verliebt hatte.
Dieses unglaubliche Gefühl war jetzt noch immer da und stärker, als sie sich an die anderen Männer, die in ihrem Leben pfuschten, erinnerte.
Nachdem Janet den Mund ausgespült hatte, stellte sie sich unter die Dusche.
Sie ließ erst warmes, dann kaltes Wasser über ihren warmen Körper prasseln.
Nachdem Janet sich abgetrocknet hatte, ging sie in die Küche und setzte die Kaffeemaschine in Gang.
Machte Frühstück und wollte eigentlich Sancho damit überraschen.
Ich wurde wach, als Janet mit dem vollen Tablett ins Schlafzimmer kam.
Irgendwie drückte ich ein träges Lächeln aus meinem Gesicht und richtete mich auf.
„Morgen, mein Stecher“, sagte Janet und setzte das Tablett vor mir auf das Bett ab.
Sie hockte sich zu mir auf die Bettkante.
„Rührei mit Schinken, wunderbar, das ist das richtige Mal für einen deiner Stecher“, bemerkte ich so nebenbei.
Janet blieb die Spucke im Hals stecken und erwiderte nichts auf diese Bemerkung.
Sie füllte die Kaffeetassen.
Janet warf Cool das Haar zurück und lächelte mir zu.
„Du bist unersättlich, was?“, fragte ich Janet und lächelte ihr zu.
„Ich bin verrückt nach dir“, erwiderte sie. „Das ist es.“ »Für mich bist du der einzige Mann auf der Welt.«
„Ich bin nicht nur ein Stecher aus deiner Sammlung?“, erwiderte ich und stocherte in den Rühreiern herum.
Janet nahm sich etwas Rührei mit Schinken auf die Gabel und schob sich es in den Mund.
„Weißt du was, Janet?“, fing ich an zu erzählen, als sie einen Schluck Kaffee aus der Tasse nahm. „Janet, wir sollten Zusammenbleiben.“
„Wie spät ist es eigentlich?“, erwiderte ich und wollte von Beziehungsstress nichts wissen.
„Es zehn, neun Uhr dreißig“, sagte ich. „Ich muss noch weg.“
Janet lächelte mir wieder zu.
Zärtlich sah ich sie an.
Janet fühlte sich heiß und erregt unter meinen Blicken.
In diesem Augenblick läutete das Telefon, das auf dem Fußboden zwischen den Klamotten lag.
Janet zuckte förmlich zusammen.
„Lass es doch einfach klingeln!“, sagte ich.
Es könnte ja etwas Wichtiges sein. „Entschuldige.“ Janet streckte den Arm aus und wühlte das Telefon aus der Wäsche. Schnell nahm sie neugierig den Telefonhörer ab und meldete sich.
„Ich bin, Janet Bieder“, sagte sie dann überrascht.
Ich pfiff mal so kurz durch die Zähne und bemühte mich, ganz teilnahmslos, ganz gelassen auszusehen.
Janet war sehr aufgeregt am Telefon.
Ich lächelte Janet zu, die noch immer am Telefon ein gleichgültiges Gesicht machte.
Sie hörte aber aufmerksam zu.
Plötzlich legte Janet auf.
„Sie ist Claudia, eine Freundin vom Studium.“ „Sie hat gerade mal wieder Stress mit ihrem Freund“, sagte Janet, als ich im Bad war und mir die Zähne putzte. Natürlich mit Janets Zahnbürste. „Es ist ein Mann, der nicht alle Tassen im Schrank hat.“
„Du wenig Vertrauen?“, fragte ich nach.
Janet kam an mich heran und küsste mir die Zahnpasta vom Mund.
„So wichtig sind die Freundin Claudia und ihr Freund nun wirklich nicht“, stellte Janet fest.
Nackt kuschelten wir uns an uns und unsere Hände glitten über den Körper.
„Du bist noch ein bisschen müde, was?“, fragte Janet und küsste mich lange.
Sehr laaaaannnge.
Bis wir wieder im Bett lagen.
Jeder Tag in einer Vorstadt, Kaff, Dorf oder Kleinstadt bringt neue Lügen mit sich.
Das fiel mir auf, aber auch die Rentner teilten mir das mit, als sie mir etwas aus ihrem verpfuschten Leben erzählten.
So erzählte man mir, dass alle fünf Sekunden in Deutschland ein Verbrechen geschieht.
Merkwürdig ist das schon, denn ich wusste nicht, dass unsere Bundesregierung so schnell die Gesetze verabschiedet.
Das Wichtigste im Leben ist, dass man das tut, woran man glaubt.
Ich bin ein Mann, der rauchend auch mal im Wiener Künstlercafé sitzt.
Ich bin kein Existenzialist, sondern Sancho, einer der aufregendsten Designer unserer Zeit.
Man kann mich mittlerweile in einer Traditionslinie verschiedener Künstler sehen.
Mit meinen Ausstellungen bringe ich eine Coolness in die Mode, die eng mit Musik, Punk und Jugendkultur verbunden ist.
Ja, ich habe schon als Teenager Mode gekauft.
Es gab diesen Austausch zwischen Mode und Kunst in den 90er-Jahren.
Die Mode hat davon profitiert.
Und in der Kunstwelt konnte man vorher nicht mal das Wort „Mode“ sagen, ohne sofort weggehasst zu werden.
Das Design war meine Erlösung.
Ich hatte Grafikdesign studiert und arbeitete als Einzelner an einem einzigen Produkt.
Furchtbar.
Die Mode war der Schritt nach vorne.
Dabei war sie immer mein Lebenstraum, auch wenn ich verschiedene Werbespots geschrieben habe und für Fernsehen, Funk und Film gearbeitet habe.
Als Modedesigner kann ich mit anderen Zusammenarbeiten. Ich suche mir meine Models auf der Straße.
Diese Models schreien mich sofort an: „Was?“ »Diesen Mist würde ich nie anziehen!«
Genauso soll und muss das sein, und genau das muss ich wissen.
Mein Männerbild in der Mode hat seinen Ursprung in einer Zeit, als Freunde und ich noch keine echten Männer waren.
In den 80ern sahen die Leute auf allen Anzeigen sonnenverbrannte, blonde Typen mit breiten Schultern und Sand am nackten Hintern.
Mit dieser Macho Art konnte ich nichts anfangen. Alles das, was ich damals auf dem Laufsteg sah, war mir zu perfekt.
Es war nicht meine Realität.
So wollte ich schon gar nicht aussehen.
Heute denken die Leute: „Ich will nicht so einen blöden Anzug tragen wie all die anderen Bürohengste.“
Cool ist nur, wer mit sich zufrieden ist.
Leute, die nur Ihrem Umfeld gefallen wollen, sind uninteressant.
Die Coolness steckt in der Person.
Einer wird super aussehen, der andere lächerlich.
Genau das muss ich wissen:
Was denken die anderen?
Wo wollen sie hin?
Deshalb kommen meine Models auch von der Straße.
Ich denke gerade mal so über das Jahr nach. In einem Buch habe ich gelesen, dass man im Leben immer nach dem „Guten“ trachten soll, da sonst das „Schlechte“ überhandnimmt.
Dabei weiß ich jetzt nicht, in welchem Jahr dieser Mann es geschrieben hat, denn heute leben fast nur Vollidioten auf dieser Welt.
Und davon bin ich in Deutschland umgeben.
Mit einigen Rentnern habe ich mal so über ihr Leben philosophiert und wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es allein schon circa achtzig Prozent Vollidioten in Deutschland gibt.
Dabei sitzen die meisten in den Führungsetagen der Wirtschaft.
Es geht um Macht, um die Macht des Geldes der anderen Leute.
Es sind unwissende Leute, die keine Ahnung besitzen, was die anderen kleinen Leute für das Geld machen müssen, damit sie im Leben überleben können.
Die Menschen rennen dem Geld hinterher.
Dabei haben die Politik und die Gesellschaft immer noch nicht kapiert, dass Politik und freie Marktwirtschaft eigene Gesetze haben.
Also lesen Sie nicht nur in diesem interessanten und spannenden Buch!
Nein, die Menschen sollen auch mal das deutsche bürgerliche Gesetzbuch ansehen, wie das Grundgesetz und die Verfassung.
Dann versteht Ihr auch, was ich damit meine.
Das Jahr 2005 ist für mich eine reine stinkende „Psychokacke“ gewesen.
Da war eine ganz besondere Begegnung im September, denn ich habe meinen Sohn Dennis nach 15 Jahren wiedergesehen.
Es gab immer noch Stress mit meiner Ex-Frau Carola.
Dennoch haben wir dieses Gemotze überwunden. Ich habe mich sehr gefreut, obwohl er mir sehr fremd war.
Wie er mit unserer Begegnung umgegangen ist, weiß ich nicht, denn er sprach nie darüber.
Wir trafen uns an den Tagen und gingen in ein Lokal, das sehr gepflegt aussah.
Das Publikum im Lokal sah mir neugierig zu.
Wer ist dieser Kerl wohl?
Aber Dennis informierte diese Leute und erzählte, dass ich sein Vater sei.
Also, sein Zeuger.
Ich denke, mehr auch nicht, denn an seiner Erziehung war ich nicht beteiligt, was ein Vater ja sein sollte.
Das wusste aber seine Mutter gut zu verhindern, und ich kam nicht einmal über das Jugendamt oder durch das Gericht an ihn heran, um ihn zu sehen oder zu wissen, wie es ihm geht.
Im November dann besorgte ich ihm eine Fahrkarte und er kam zu mir für eine Woche.
Am Bahnhof holte ich ihn dann ab.
Oh, Schreck.
Panik im Sperrbezirk.
Da stand ein Rocker vor mir. Mit schwarzen Handschuhen aus dünnem Kunstleder, und die Fingerkuppen waren abgeschnitten.
Eine schwarze Lederjacke – Marke billiges Kunstleder aus China.
Zwei Größen zu groß.
Er sah auch wie eine billige Schlampe in dieser Jacke aus.
Eine Beleidigung der wahren Rocker.
Die Hosen saßen wie ein Kartoffelsack an ihm und seine Schuhe waren dem Stil nicht gegeben.
Marke China, billig gepresst.
Und das sollte nun ein Rocker darstellen.
Gut.
So hatte ich ihn nicht im Gedächtnis, als wir uns das erste Mal trafen.
Ich war ein wenig verwirrt.
Dennoch konnte ich es mir nicht verkneifen, ihm die Gebräuche im Westen zu erklären und dass er sich hier im Ort keine Freunde mit diesem billigen Verschnitt macht.
Mit unverständlichem Murren legte er einige Schockverkleidungen ab.
So, dass ich mich mit ihm unauffällig durch die Messestadt trauen konnte.
Und dass uns keine andere Gang auf der Straße den Weg blockiert habe.
Durch lockere, aber intensive Gespräche über seine Zukunft und was er noch alles bis heute gemacht hat, erfuhr ich dann auch, dass seine Mutter ihn nur fahren lassen hat, dass er herausauskundschaften soll, wie viel Geld ich auf der Bank habe.
Natürlich.
Damit ich ihre 15.000 Euro bezahlen sollte.
Ich lehnte aber diese Bitte ab.
Weil seine Mutter mir die Jahre nur Ärger bereitete und ich immer wieder Ärger mit ihr bekomme, sehe ich in diesem Fall keine Notwendigkeit, seiner Mutter die Schulden zu begleichen.
Dennis sah es dann auch ein.
Übrigens: Er beschloss dann und fuhr auch gleich den nächsten Tag zurück, nach Hause, zu seiner Mutter.
Seitdem haben wir auch keinen Kontakt mehr, weder Anruf von ihm noch eine Karte oder einen Brief.
Ab und zu meldet er sich auf meinem Handy per SMS und fragt, ob ich ihm nicht eine neue Platte von seiner Lieblingsrockgruppe schicken könnte.
Ich gab keine Antwort zurück.
Er kann für sein teureres Hobby auch arbeiten gehen.
Und das muss er eben, wenn er Musiker werden will.
Denn bequeme Sponsoren gibt es keine.
Ein Traum, den er sich erfüllen möchte.
Aber ohne eine Ausbildung und nur von klugen Sprüchen wird das nichts.
Dazu, von einem einsamen Mann, der in einer spektakulären Ehe einen Jungen zeugte und der nach siebzehn Jahren ihn wieder traf unter erwarteten oder unerwarteten Wünschen.
Ehrlich gesagt, auf der Straße hätten wir uns nie getroffen.
Aber wem interessiert das schon, außer dass ich in meinem irren Leben einen Sohn gezeugt habe.
Aber mit den Frauen habe ich auch nur Pech.
Ja.
Ja, ja, ja.
Ja, ja.
Was nützt es einem ahnungslosen Mann, wenn er nur von einer Frau erfährt, was sie nicht will?
Nichts.
Ich weiß nicht, ob Sie es wissen.
Frauen sind im Leben eines Mannes wie im Handel an der Börse, wie mit einem Wertpapier.
Als Mann kannst du einen großen Gewinn machen.
Pleite kannst du auch gehen.
Und dann?
Den Erfolg eines Mannes erkennt man an seiner Frau. Egal ob jetzt im Privatleben oder im Berufsleben.
Ja, ihr verwirrten Frauen, auch wenn ihr es nicht glauben wolltet.
Männer haben auch Gefühle.
Also, es gibt auch einige ahnungslose Männer davon.
Wie bei den Frauen.
Denn es gibt Frauen, die sich irren und versagen.
Sie flüstern dir „Ich liebe dich“ ins Ohr und dann erzählen sie dir, dass sie sich mal so geirrt haben.
Aber das ist doch schon eine Lüge.
Wenn eine Frau dir dann erzählt: „Bitte verzeih mir!“ Es liegt nicht an dir, es liegt an mir und du kannst nichts tun. „Ich liebe dich nicht mehr.“ Dann ist das doch eine skrupellose Lüge.
Diese Frau hat dich doch nie geliebt, denn sie hat sich doch geirrt.
Ich denke nur, dass sie mich nur die ganze Zeit belogen hat.
Vielleicht ist sie auch eine Lüge gewesen?
Da fällt mir die verrückte Geschichte von einem Frosch und einem Skorpion wieder ein, die mir mal eine alte weise Frau: „Skorpion wollte über einen Fluss, doch er kam nicht hinüber.“ Da bat er den Frosch, ihn über diesen Fluss zu bringen. Da der Frosch hilfsbereit war und nicht „Nein“ sagen konnte, folgte der ahnungslose Frosch diesem außergewöhnlichen Wunsch und brachte den Skorpion über den Fluss. Doch bevor er den Skorpion an Land brachte, stach der skrupellose Skorpion zu. Der Frosch schaffte es gerade noch, so an Land zu kommen. Doch der Skorpion war trocken und unversehrt an das Ufer gekommen. Aber der Frosch starb noch, bevor er ans Ufer kam.
Das Gleiche ist mir auch mit den Frauen passiert, die vom Sternzeichen Skorpion sind.
Die erste Frau, Zeichen des Skorpions, wollte nur Sex von mir und schwor mir große Liebe und so. Bla…, bla…, bla…
Sie war verlobt und wollte sich eigentlich von ihrem Verlobten trennen und mit mir ein neues Leben beginnen.
Doch dann kam der Tag mit der Überraschung. Wir frühstückten und schliefen noch miteinander und anschließend wollte sie nur noch ihre restlichen Klamotten von ihrem Ex holen.
Später, am späten Nachmittag war sie nicht zu Hause. Ich wartete, bis sie dann mit ihrer Freundin am späten Abend, gegen 22.00 Uhr bei mir ankam und ihre Sachen holte.
Sie ging wieder zurück zu ihrem Verlobten.
Und das alles war ohne eine kleine Ankündigung. Sie hätte ja mit mir reden können.
Dann hatte ich noch eine Begegnung mit einer Frau, einem Skorpion.
Sie wollte auch nur Sex, Sex, Sex.
Und hat sich stillschweigend ohne einen Grund später verzogen.
Gut, der Sex ist gut gewesen und ich fühlte mich gut.
Solange sie bei mir war und wir gefickt haben.
Das beruhte sich aber auf Gegenseitigkeit.
Sie dachte immer, dass sie mich benutzte, weil sie nur Sex mit mir wollte. Aber das gefiel mir in dieser Sache, benutzt zu werden.
Das Ganze hatte auch noch einen Hacken.
Sie hatte zwei große, sabbernde deutsche Doggen, die auch noch Aufmerksamkeit wollten.
Zu ihr nach Hause wollte ich nie, denn von den deutschen Doggen wollte ich nicht beobachtet werden.
Ihr Aufenthaltsplatz ist immer in der Nähe der Frau, und sobald sie von ihr weg gesperrt wurden, machten sie Randale.
Stress!
Ja, Stress ist da gewesen, den ich nicht wollte beim ficken.
Wollen Skorpione nur Ihren Spaß?
Doch dann kam ein halbes Jahr der Hammer.
Es war im Sommer. Ich traf eine Frau, die mich immer anlächelte und mit diesem Lächeln „Hallo“ sagte.
Zum Eis essen lud ich sie ein.
Klar, ihre Tochter war auch gleich dabei.
Es gefiel mir.
Tage später trafen wir uns wieder und Ihren Hund lernte ich dann auch noch kennen.
Nicole ist ihr Name gewesen und ist von dem Zeuger ihrer Tochter getrennt.
Ihre Tochter Nadine war heute bei ihrem Vater, um gemeinsam das schöne Wochenende zu verbringen.
Damit der Hund Balou mal wieder seinen Auslauf bekommt, spazierten wir dann durch den Wald und übers Feld.
Es war sehr nett und wir lachten viel.
Also, für die Verhältnisse, was mir später geboten wurde.
Irgendwie hatte ich das Lachen verloren.
Nun gut.
Ihre Tochter, 4 Jahre.
Ihr Hund 50 Jahre.
Nicole, 35 Jahre.
Sie wollte eine Beziehung, doch sie benahm sich, als würde sie nur eine Affäre haben, wo wir uns einmal die Woche getroffen und Sex gehabt hätten.
Eine Affäre will sie nicht.
Gut.
Ich teilte ihr aber mit, dass ich schon mit Skorpionen schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Sie aber erklärte mir, dass ich mir keine Gedanken machen müsste.
Nicole schwört mir: „Ich will dich, Sancho.“ Und nur dich. „Denn uns kann nicht mal meine Tochter Nadine trennen.“
Ist „Glaube“ nicht der Sinn einer Einbildung?
Wer weiß das schon?
Ich bin sehr sauer gewesen, weil Nicole mein Vertrauen missbraucht hat.
So habe ich ihr erklärt, warum sie versagt hat.
Weil ich nicht mit ihr reden konnte, da sie mich ja nicht mehr geliebt hat und jeder Diskussion aus dem Weg geht, habe ich ihr mindestens 119 SMS geschickt.
Das macht die Telekommunikation möglich.
Damit habe ich gehofft, sie gibt mir eine oder mehrere Antworten auf meine Fragen.
Aber das habe ich mir auch nur eingebildet.
Nicole hat unsere Beziehung beendet, konnte aber auch keinen einzigen Grund sagen, außer: Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.
„Schatz, ich habe dich nicht verdient“, habe ich auch von ihr gehört. „Warum?“ Und immer wieder „Warum?“, fragte ich mich.
Sie hat sich geirrt und versagt.
So wie sie immer in ihrem Leben versagen wird, weil sie sich nun mal geirrt hat.
Ach so, sie ist auch die erste und einzige Frau, der ich einen Brief geschrieben habe, der mindestens 20 Seiten hatte.
Dort steht drin, warum sie versagt hat.
Ich habe von ihr auch keine Antwort erhalten.
Dann muss ich wohl Recht gehabt haben, obwohl ich, das gebe ich ehrlich zu, etwas zu hart in der Ausdrucksweise gewesen bin.
Ich weiß nicht, aber eine Beziehung war es nicht. Dort geht man gemeinsam seinen Weg und lacht zusammen.
Eine Affäre war es auch nicht, denn da hatte man ungestörten Sex.
Also, ohne jammerndes und nerviges Kind und beteiligten Hund, der unter dem Bett schläft.
War es eine ungewollte Begegnung?
Sind Frauen Masochisten und verzichten auf das, was sie am liebsten haben?
Opfern sie in ihrem Leben ihr eigenes Leben, wenn sie Kind und Hund haben?
Sind Frauen noch das, was sie wirklich sind?
Stecken sie nicht in einem ihrer Gefängnisse, wenn sie Kind, Hund und einen Ehemann haben?
Als würden sie in einem Korsett stecken.
Denn, die Leute, die diese unbekannte Frau dann wirklich kennen, sind doch Bekannte, Freunde, oder die es sein wollen und einen schlechten Einfluss haben und voller Neid stecken.
Ja, diese Spezies sind es, die es wissen, wenn die Kacke am Dampfen ist und die Beziehung beendet wird.
Aber ich wollte Nicole doch kennenlernen und habe alles getan, damit ich mich mit der Tochter Nadine und dem Hund Balou verstehe.
Gut.
Es war eine Beziehung, die schon nach 61/2 Wochen scheiterte.
Dunkel wurde es um mich, mein Atem blieb für einen Moment stehen.
Mir ist zum Kotzen, aber die ganze Scheiße bleibt mir im Halse stecken, damit ich ihr das Wohnzimmer nicht vollkotze.
Mir wurde kalt und wieder heiß.
Meine schneeblinden Gefühle krachen in mir zusammen.
Es interessiert Nicole aber nicht, wie es mir geht, denn sie meint nur zu mir: „Sancho, es tut mir leid.“ „Bitte verzeih mir!“
Also, doch eine dramatische Begegnung mit einem tragischen Ende.
Ich habe mir geschworen, nie mehr eine Frau zu wählen, die ich schon einmal hatte. Nun hatte ich eine Beziehung mit schmerzendem Beigeschmack, eine Frau, die ich immer wollte, habe aber die Erfahrung gemacht, nie mehr so etwas zu wiederholen.
Ich denke, Frauen mit Kind und Hund, oder auch nur mit Kind oder nur mit Hund, bekommen mit der Zeit eine Psychomacke.
Der Mann wird ein geduldetes Übel für die Frau, wenn er nicht mehr zum Zeuger ihrer Kinder benutzt wird.
Nicole hat mich 61/2 Wochen angebetet, wie ein Gott, ein Traummann, ihr Mann.
Und dann?
Das erinnert mich an eine Gottesanbeterin, die auch erst ihr Opfer anbetet und dann tötet und frisst.
Nicole, sie hat mir mein Herz gebrochen, als sie mich belogen hat und sagte…
Ich komme mir vor, als wäre ich gestorben.
Es tut weh.
Ich habe diese Frau geliebt.
Doch ich war der Einzige, der diese Liebe wollte und sich nicht irrte mit seinen Gefühlen.
Denn ich fühlte mich wohl in Ihrer Nähe.
Sie hatte etwas, was mich in meinem Leben beruhigte.
Aber ich weiß nicht, was.
War es ihre Seele?
Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke.
Und dann hatte ich dieses Kribbeln im Bauch, was ich noch nie kannte.
Das muss ich echt gestehen, denn ich hatte schon mehrere Frauen.
Werde ich wieder eine Frau lieben können, wie es meine Gefühle wollen?
Das weiß nicht einmal Gott.
Und keine Sau interessiert das wirklich.
Denn Liebe ist doch nur so ein herzzerreißendes Gefühl, was man so einfach auch wieder wegschmeißen und drauf herumtrampeln kann.
Ich habe Frauen kennengelernt. Jetzt bekommen die meisten Frauen einen gewaltigen Schreck, aber das ist wirklich so, die heben Dinge für später auf. Dabei würden Sie diese Dinge gerne machen.
Aber später kommen sie zu der bitteren Erfahrung, dass es kein Später gibt.
Wissenschaftler für Verhaltensforschung haben schon lange erkannt, dass die Frauen lange brauchen, mindestens eine Woche, auch länger, wie einen Monat, ein Jahr, auch ein Leben lang, dass sie eine Entscheidung zu einer einzigen Sache treffen können.
Bei den Männern dauert es nicht so lange, weil Sie rationaler denken. Ihre Entscheidungen treffen Sie meist sofort.
Es gibt Zeiten, wo mir die Frauen so vorkommen, als würden sie erst den Orgasmus beim Sex erfinden, und sie sind dann so langweilig, dass sich sogar der Vibrator mit ihrer Vagina langweilt.
Sie spielen dann eben einen Orgasmus vor.
Doch sie sind dann überführt, wenn sie aus dem Takt der Atemtechnik kommen.
Und dann plötzlich stöhnen, wo der Mann seinen erigierten Penis gar nicht in der Scheide hat.
Das schmerzt auch die Frau gewaltig zwischen den Schenkeln, und bei diesen Schmerzen kann sie gar keinen Orgasmus bekommen.
Ich bin jetzt alt genug und habe die Schnauze voll, von den Lügen, die Frauen machen.
Besteht das fantasievolle Leben der unglaubwürdigen Frauen nur aus Lügen?
Sie sind es doch, die behaupten, dass auch Männer die größten Schweine sind und auch die größten Lügner.
Dabei wollen sie es doch, dass der Mann – ihr Mann – sie belügt, auch wenn sie heute mal scheiße aussehen.
Ja, das Thema Frauen ist ein unendloses Kapitel für sich, weil es auch Frauen gibt, die es wirklich ehrlich meinen und dabei von den anderen Männern beschissen und betrogen werden.
Eigentlich bin ich ja über mich wütend.
Nicole ist vom Sternzeichen Skorpion, und mit Frauen vom Sternzeichen Skorpion habe ich schon schreckliche, schmerzhafte und üble Erfahrungen gemacht.
Ich habe meine ganzen Vorurteile über Frauen mit diesem Merkmal über meine Schulter geworfen und wollte mit dieser Frau neu anfangen.
Ich bin heute immer noch über mich wütend, weil ich nicht auf meine Gefühle reagiert habe.
Ich wollte es nicht für wahr haben, dass sie mit mir genauso ein dramatisches Spiel inszeniert.
Und das auch mit der Regie ihrer Tochter, die vier Jahre ist.
Interessant, wie Mütter auf ihre Töchter hören und wie Töchter schon mit vier Jahren ihre Mütter beeinflussen können.
Es ist kein Einzelfall, den ich jetzt erleben durfte.
Es gibt genügend Mütter mit ihren Kindern, wo das Sagen die Kinder haben und der Mann erst nach dem Hund sein Wort erheben kann.
Aber auch nur kann.
Er muss es aber nicht.
Besser ist.
Sonst schließt die ganze nervende Familie einen Bund mit Killerinstinkt gegen den aufopfernden Mann, den kuschenden und hart arbeitenden Vater und den armen Zeuger, der den Unterhalt zahlen muss.
Ein Mann, der nur von seiner Ehefrau mit den nervigen Kindern geduldet ist, wenn er als Geldgeber für den Spaß am Alltag gebraucht wird.
Ach so, auf die strapazierten Kinder soll er auch mal aufpassen, wenn die gestresste Frau vom Kaffee trinken und spazieren gehen mal mit ihren geselligen Weibern einen kreischenden Abend in den Nightclub geht, wo sich die armen Kerle auf der Bühne für die sabbernden Weiber ausziehen dürfen.
Die Menschen sehen, was Sie glauben.
Aber was glauben die Menschen?
Leute wollen mit den Optimisten nichts zu tun haben, denn sie haben für alles immer eine Lösung.
Dieses ist sehr anstrengend für die Pessimisten.
Also, ein Pessimist ist eine Spaßbremse.
Ein depressiver Langweiler, wenn ich das mal so sage.
Es gibt auch Frauen, die sind Masochisten, Spaßbremsen.
Denn immer, wenn sie einen Funken Spaß von anderen Leuten ergattern dürfen, wird dieser gleich zerstört.
Damit die anderen nur nicht eine Euphorie der guten Laune bekommen.
Oder, ein Mann und eine Frau haben Spaß bei einer lockeren Unterhaltung, die witzig und mit viel Lachen ist.
Von den Spaßbremsen, die schon lange, lange keinen Sex mehr hatten, verurteilen dieses Paar.
Es wird auf offener Straße geflirtet.
„Oh mein Gott.“ „Der Kerl will das arme und unschuldige Weib abschleppen und nur Sex haben.“ So zerreißen sich die deprimierten und prüden Weiber ihre faulenden, stinkenden Mäuler, wo noch der alte Pansen von voriger Woche hängt.
Ja.
Ja, ja, ja.
Ja, ja.
Die konservativen Vollidioten behaupten immer noch, dass die Frau das „starke“ – „schwache“ Geschlecht ist.
Frauen haben viele Gesichter, was auch die anderen Frauen wissen.
Gut, Frauen sind „stark im Lügen“ und „schwach in der Wahrheit“, denn die ändert sich bei den Frauen ständig.
Da gibt es doch diesen Ernst Gräfenberg, der tatsächlich den „G-Punkt“ bei der Frau entdeckt hat.
Wie kann ein Mann einen „G-Punkt“ bei der Frau entdecken, wenn noch nicht einmal die Frau ihren eigenen Orgasmus entdecken kann?
Ist das nicht witzig?
Wissen jetzt doch die Männer über die Frauen mehr als die prüde und konservative Frau selbst?
Ich denk ja immer: „Wenn Frauen das Kommando haben, wissen sie immer noch nicht, was sie tun.“
Dieser Vollidiot, der die Frau bei der schöpferischen Erfindung zusammengebastelt hat, der muss doch irgendwie ein wichtiges Teil vergessen haben.
Denn…
Warum können sie viele Dinge auf einmal machen, aber nicht richtig?
Warum irren Sie sich ständig, wenn es um den Mann geht?
Warum gehen Frauen immer mit ihren Freundinnen, die mindestens sieben sind, zur Toilette?
Warum dürfen Frauen aufs Männerklo und Männer nie aufs Damenklo?
Kapitel 7
„Leben Vegetarier wirklich länger?“, frage ich mich immer wieder.
Jetzt habe ich mich mal schlauer gemacht.
Das Risiko, einem Herzinfarkt zu erliegen, ist für Vegetarier tatsächlich um 24 Prozent geringer als für Fleischesser. Bei allen anderen Todesursachen sind dagegen kaum Unterschiede zu beobachten.
Jetzt!
Im Gegenteil!
Bei den Vegetariern einer deutschen Langzeitstudie war die Sterblichkeit sogar um 17 Prozent geringer als bei Nichtvegetariern.
Der Grund?
Es waren 69 Prozent mehr Schlaganfälle zu beklagen.
Übrigens, ihr schlauen Vegetarier!
Die Deutsche Krebsforschung stellte fest, dass gelegentliche Fleischesser noch gesünder leben als jeder Vegetarier.
Weil ihre Nährstoffversorgung ausgewogener ist.
Wenn mich jemand von den arroganten Besserwissern demnächst dabei ertappen sollte, wie ich mich vor dem großen eckigen Spiegel langsam drehe und mich selbst kritisch frage: „Sieht mein nackter brauner Arsch, von der Sonnenbank nachgeholfen, ist doch klar, dick und fett aus?“
Natürlich würde es in einer lockeren, weiten und schwarzen Hose nicht auffallen.
Seit ich vor einem halben Jahr beschloss, meine überschüssigen Kilos loszuwerden, erkenne ich mich selbst nicht wieder.
„Warum auch?“
Vorbei die Zeiten mit den nervigen Frauen, die dann später in der Beziehung auch nur noch fett werden und den ganzen Tag mit einem abgewetzten, vergilbten und dünnen Bademantel in der nach Rauch stinkenden Wohnung herumrennen.
In den verrückten Zeiten, in denen ich glaubte, es würde genügen, meinen blassen Wabbelbauch am Strand einzuziehen.
Während es früher entspannte Frauen gab, die noch unser Ego schonten und innere Werte über alles zu stellen behaupteten, lassen heute von ihnen keinen abfallenden Zweifel daran, dass sie uns jederzeit wie einen nassen Sack liegen lassen würden.
Männliche Sexsymbole lauern wie die stinkenden Geier an jeder angepissten Ecke.
Deshalb denke ich, dass wir armen Kerle diesen unmoralischen Abschnitt des skrupellosen Lebens jetzt ohne mit der Wimpernzucken durchleiden.
Womit sich natürlich Frauen schon seit Jahrhunderten quälen.
Aber das ist ihre Natur.
Das ist das verdammte Leben einer kompromisslosen Frau, sich scheiße zu fühlen, wenn sie keine Aufmerksamkeit von ihrem gefühllosen Mann bekommen.
Dennoch möchten Frauen ihren hübschen Exemplaren derb ihrer eigenen femininen Gattung nacheifern.
Ich musste mir von meiner sympathischen und jungen Hausärztin sagen lassen: „Sancho, sie sind nicht ein gestandenes Mannsbild, oder sie wären eine imposante Erscheinung.“ „Nein, Sie sind übergewichtig.“
Toll.
Konnte sie nicht einfach sagen: „Sancho, sie sind zu fett!“ »Sie müssen abspecken!«
Weil ich nicht mal den stinkenden Müll richtig trennen kann.
Warum auch?
Ich habe ja diese Scheiße nicht erfunden.
Nicht einmal die Trennkost infrage stellt.
Vor wildfremden und deprimierten Leuten seine wilden Problemzonen zu entblößen und jeden leckeren Schokoriegel stundenlang anzustarren und dann noch auszudiskutieren, ist eindeutig Frauensache.
Und das ist ja die Hauptsache der depressiven und masochistischen Frauenwelt.
Habe ich nicht Recht?
Männer sind Einzelkämpfer.
Oder auch nicht.
Spätestens, wenn sie zu tief ins Bierglas geschaut haben.
Stimmt?
Wochen später…
15, 16, 17 Kilo habe ich verloren und kann bestätigen, dass die unbefriedigenden und fetten, sabbernden Frauen die schüchternen Männer tatsächlich öfter anlächeln.
Aber nachher gehe ich mir neue Hosen kaufen. Versage, denke ich, und es ist schon in Ordnung, für meine Bank.
Die alten Hosen sind jetzt nämlich viel zu weit und irgendwie habe ich das dumme Gefühl: Mein zarter Hintern sieht drin viel zu dick aus.
Aber wen interessiert das schon?
Meine Oma?
Ich bin erfinderisch, phantasiebegabt, kann gut Geschichten erzählen.
Bin ich ein begabter Schauspieler?
Wenn ich Lügen muss, kann ich das.
Sie nicht, wenn Sie die Bildzeitung gekauft haben, und keiner Ihrer Nachbarn sollte es wissen?
Ertappt.
Kann denn Mode auch eine Lüge, also Sinnestäuschung sein?
Ja.
Mode ist eine Verstellung und Verkleidung.
Die Mode ist ja eine Mischung aus Fiktion und Realität.
Dabei muss diese Mischung auch nichts erfinden können.
Lügen und Illusionen vortäuschen, ist doch wichtiger Teil unserer einfallslosen Kultur.
Wie schon gesagt, habe ich mir früher, als Kind schon, einfach nicht gefallen.
Ich fand mich nicht hübsch genug, um eingebildet zu sein.
Fand mich aber wiederum zu hübsch, um den Frauen zu gefallen.
In meiner lückenlosen Rückerinnerung war ich ein ziemlich schüchterner, misstrauischer und gewitzter Junge.
Man musste verdorben wirken.
Ich sage nur: „Koitus Interrupts.“
Wenn das jemand versteht.
Schlag nach, im Lexikon!
Und nicht deine Mutter. Sie weiß es sowieso nicht.
Warum auch?
Ich bin gar nicht neugierig auf eine Antwort und auf sogenannte Bewusstseinserweiterung durch LSD oder so.
Heroin oder Opium, wie es heißt, reizen mich nicht.
Ich finde mein Leben immer aufregend genug, um mich zu betäuben.
Verliebt zu sein ist die tollste Droge.
Aber dafür gibt es keine Dealer.
Noch nicht.
Denn es kann noch werden, bei mindestens 5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland.
Der Deutsche hat eine bestimmte Vorstellung von Mittelmaß.
Man hat nett und fleißig zu sein.
Nur nicht auffallen!
Deutschland wird nie ein Modellland und das Land der Optimisten.
Deutschland ist ein depressives Land der langweiligen, besser wissenden und konservativen Pessimisten.
Unwissende Leute werden mir ein Denkmal bauen. Vollidioten stehen davor und onanieren und masturbieren sich einen gewaltigen und unbeschreiblichen Orgasmus.
Die Damen brechen sich dabei schon mal die Finger.
Darauf stehen sie eben.
An diesen spitzigen Gedanken bekomme ich ehrlich Angst.
Aber Prostitution, die käufliche Liebe, hat doch ihren Reiz.
Es ist ehrlich.
Man sagt gleich, was man will.
Ich bin wie jeder Kreative.
Nicht sehr zufrieden mit seinem Leben und so…
Ich trage Löcher in meiner Jeans. Man sagt auch: „Löcher in der Jeans sind wie offene Narben auf der Seele.“ „Und zur Not fügt man sie sich auch selbst zu.“
Ich mag Nadia A.
Eine Göttin.
Ja, Sie ist eine Göttin zwischen Punk und Diva.
Ich mag auch Frauen, die wie ein Chamäleon sind.
Wie Linda E.
Aber auch Frauen mit einem Nasenring können eine charmante Aufmerksamkeit für mich erregen.
Dagegen finde ich die blasierte Reduktion der reichen Weiber besonders langweilig.
Was ist billig?
Sobald eine charmante Frau gut gekleidet ist.
Sie zeigt mehr Haut.
Wenn sie mehr Selbstbewusstsein hat als eine konservative, weibliche und deprimierte Spaßbremse, wie die Hausfrau mit mindestens zehn Kindern.
Oder ein, zwei nervige Kinder, ein Hund mit viel Temperament und den Stall voller wilder Leguane, Hühner, Pferde und einen pessimistischen Esel – wie ihren arbeitslosen Mann, der alles, fast alles, in Ordnung halten soll.
Dagegen gibt es diese Göttin unter den Frauen, die halb nackt auf der Straße geht, wenn sie nicht gerade im Kloster lebt.
Billig sind diese Frauen und Männer, die ihre Keuschheit bei ihrer prüden oder sogar frigiden Frau wie auch beim Mann abgelegt haben, die dieses Denken als „billig“ bezeichnen oder zum Ausdruck bringen.
Ich denke, diese Leute sind billig, weil sie eben nichts aus sich machen.
Aber nach billigem Parfüm und nach alten Klamotten stürmen, wie nach ihrem eigenen Körperschweiß stinken.
Was andere Leute auch wieder sexy finden könnten.
Ich nicht.
Frauen wissen genau, dass sie mit einem originellen Outfit das andere, aber auch das eigene Geschlecht antörnen können.
Dann sind diese Männer „Schweine“.
Stimmt aber nicht.
Weil es wieder Frauen gibt, die ihre Männer vorher zur „Sau“ machen.
Und dabei haben diese Frauen viel Spaß.
Frauen sind wie das Wetter.
Jetzt ebenso und in wenigen Minuten, im Moment oder in diesem Augenblick, wieder so.
Wer soll das verstehen?
Denn nicht einmal die Frauen verstehen sich untereinander.
Frauen wollen eben im Mittelpunkt stehen.
Klar, du als Frau nicht! Aber du Unschuldige zählst ja auch nicht.
Ich lach mich tot.
Und dann…
Wenn diese Frauenspezies nicht beachtet wird, dann machen sie gewaltigen Stress in der verzweifelten Männerwelt.
Bis 2002 waren Frauen in Litauen gesetzlich verpflichtet, sich vor der Führerscheinprüfung gynäkologisch untersuchen zu lassen.
Eine wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass Frauen öfter am Tag an Sex denken als Männer.
Klar, du als Frau wieder nicht.
Aber dann halte dich da raus aus dem Funkverkehr der Frauen, die nur an Sex denken und ihn auch praktizieren.
Vielleicht gehörst du als Frau auch dazu, die wie ein Bügelbrett auf dem Rücken liegen und auf ein gewaltiges Wunder warten.
Davon gibt es heute noch welche, die immer noch auf ein Wunder warten.
Deshalb wundern sich ja die meisten Frauen heute noch und behaupten, sie fühlen sich wunderbar.
Ich lach mich tot.
Denke an das, was du machen willst.
Denke nicht an das, was du schon gemacht hast. Das wird dich jung und motiviert halten.
Aber wie erklärst du deinen Kindern „Ficken, Bumsen und Blasen?“
So, und jetzt stellt sich mal jeder so hin, wie ich es sage!
Achtung!
Die hässlichen Bräute auf die Seite und die scharfen Bräute auf die Seite.
Und zwar heute noch!
Denn das kann ja nicht den ganzen Tag dauern.
Die Kerle gehen aufs Weiberklo und spielen ein wenig zwischen den Beinen mit ihrem Pullermann.
So, wie ihr bereits wissen solltet, verkürzt das Rauchen das Leben um 10 Minuten.
Sex dagegen verlängert das Leben um 15 Minuten.
Also, Leute, fickt um euer Leben!
„Es wird niemandem schlechter gehen als zuvor.“ „Aber besser“, das sagte schon einmal der ehemalige Bundeskanzler der CDU Dr. Helmut K. zu den Leuten aus dem Osten, der Ex-DDR. Heute sehen wir, dass das eine Lüge ist.
Denn Familien zerbrechen und lassen sich scheiden, Fabriken werden geschlossen.
Und, und, und…
Wer die Wahrheit nicht verträgt, sollte sie nicht lesen.
O.k.?
Wer hält einem schon den Rücken frei, wenn man neue Wege geht?
Es muss Liebe auf den ersten Blick sein.
Mehr Zeit gibt sie oder er ihr nicht.
Verdammt.
Nichts ist älter als die Meinung von Eben.
Ich bin auf der Flucht.
Die Zeit im Leben gehört einem nie ganz allein.
Ich muss mir immer dabei das Lachen verkneifen, wenn die Frau beim Sex auf den Rücken liegt und schreit: „Ja, ja, ja… tiefer, tiefer, tiefer… Fick mich tiefer!“
Sie tut ja dabei so, als ob der Mann dabei auf Erdöl stoßen soll.
Oder?
Weiter ...: „Ja, ja, ich komme ..., ich komme ...!"
Aber wann?
Sie legt immer noch auf den Rücken.
Sie sieht mich an und ruft mir zu: „Ich will mehr, gibt’s mir…!“
Was?
Mehr Kinder?
Vielleicht haben Frau und Mann schon 10 Kinder.
Beide haben keine feste Anstellung und sind arbeitslos.
Sind eben keine Spießer, denn bei den Spießern sitzt die Frau beim Ficken immer auf den Mann.
Aber wie soll denn der Traummann für eine Frau sein?
Er sollte gemein, gefühllos und egoistisch sein.
Oder?
Er sollte Zaster Geld auf dem Konto haben!
Denn…
Was kostet eine Frau?
Kommt drauf an, was der Mann mit ihr vorhat.
Oder was sie mit Mann später vorhat.
Zahlen kann der Mann trotzdem.
Für eine Nacht mit der Frau seines Lebens zahlt der Mann:
Ein Abendessen, zum Beispiel beim Italiener, kostet 50 Euro. Zwei Kinokarten kosten 15.00 Euro und die
Taxifahrt kostet 20 Euro. Gesamte Kosten: 85,00 Euro, noch ohne Fick. Im Puff bekommst du als Mann es billiger.
Dennoch kostet ein One-Night-Stand für den Mann viel Geld, das ist dem schwachen Geschlecht nicht bekannt.
Auch wenn sie zum Mann immer behaupten: „Was glaubst du eigentlich, wer ich bin?" „Ich lass mich nicht kaufen!“
Hier einmal die Rechnung: Einen großen Strauß Blumen kosten circa 25.00 Euro, einen Aufenthalt im 4-Sterne-Restaurant circa 150.00 Euro, Drinks an der Bar circa 35.00 Euro, wenn sie nicht allzu durstig ist, und dann eine Nacht im Hotel 175.00 Euro. Später kommen noch für 25 Jahre die Alimente von mindestens 90 000 Euro hinzu. Das ergibt eine Zwischensumme von 90 385 000 Euro. Nach oben gibt es für die Kosten keine Grenze, denn es geht immer nach dem Einkommen des Mannes.
Da habe ich doch in meinem Leben eine Frau kennengelernt, aus der werde ich heute noch nicht schlau, wenn wir miteinander reden würden, dennoch hatten wir eine Beziehung und so…
Bis ich ihr mal einige Fragen stellte, die sehr entscheidend für mich waren, nach drei vergeudeten Jahren.
Na gut, die ersten zwei Wochen waren atemberaubend, wir hatten Sex an allen ungewöhnlichen Stellen, wo meine Oma noch nicht einmal gewesen ist.
So habe ich sie nett gefragt: „Schatz, wir sind jetzt schon eine lange Zeit zusammen und ich langweile mich schon zu Tode.“ Du willst keinen Sex, weil du andauernd wegen Migräne liegst. Du willst nicht küssen, weil du gerade Kohl gegessen hast.
Du willst nicht, dass ich dich berühre, weil du kitzlig bist. Aber was willst du dann?
Zur Antwort bekam ich dann, trocken und abgebrüht: „Ich will… Ich will… ein Haus, eine Küche, einen Hund und viele, viele glückliche und gesunde Kinder von dir.“ „Ach so, auch dein Geld.“
Klar! Dachte ich mir.
Ich dachte auch, dass circa 3 bis 14 Kinder, auch Zwillinge oder sogar adoptiert, im Jahr von den Frauen ihren eigenen Männern untergeschoben werden.
Sancho hat alles.
Und was ich nicht habe?
Das braucht sie sowieso nicht.
Ich liebe Frauen.
Ja, ich liebe manchmal die Frauen auf den Bäumen.
Als Vogelscheuche, natürlich.
Was sich so manche Weiber noch einbilden?
Können nicht einmal tanzen, kochen und ficken, schon gar nicht.
Sie schlafen nur mit dir, wenn sie etwas vom Mann wollen.
Sehen später aus wie ne' alte Vogelscheuche, wenn sie glauben, ihr Mann rennt ihr nicht mehr weg.
Dann stellen Sie solche fiktiven Forderungen auf Ihren beschmierten Wunschzettel.
„Ich bin „happy“, denn ich habe das Weib mit ihren paar Klamotten rausgeschmissen.
Und abgenommen habe ich auch wieder.
Ich traue schon lange keiner Frau mehr.
Sind Sie nicht nur eine Lüge, eine schöne Fantasie des Mannes?
Es gibt Autoren, die immer wieder den verzweifelten und hoffnungslosen Frauen erzählen wollen, wie blöd doch die Männer sind und dass sie nur nach dem Äußeren einer Frau gehen.
Denn Männer sollen nicht denken, wenn sie eine Frau sehen.
Egal, dafür denken Frauen öfter an Sex, das haben namenhafte Wissenschaftler herausgefunden.
Dennoch wollen diese unerfahrenen, inkompetenten und prüden Autoren immer wieder den Lesern weismachen wollen, dass Männer nur mit ihrem Schwanz denken können.
Wenn nicht, dann wären die Frauen, die sonst aufs Ficken verzichten müssen, weil kein einziger Mann für dieses Weib würfeln würde, ganz schön trocken zwischen ihren Beinen.
Zum Beispiel die Deutschen aus dem Norden, also die Norddeutschen, die sind gefühlskalt.
Sie können es aber nicht zeigen.
Das Leben ist wie eine Baustelle, und ich versuche den Leuten zu erklären, dass es ihr Leben ist.
Und wenn du kein Leben hast?
Dann mach dir ein Leben!
Dein Leben, denn du hast nur eins.
Mit den Frauen ist das so eine Sache.
Gefährlich.
Türkisch?
Finger weg!
Habe ich letztens auch mal eine Zeitung in die Hand bekommen: eine Berliner Zeitung, BZ, vom Sonnabend, 9. Juli 2005.
Da lese ich: Ihre Brüder probten den Mord im Park. Hatin S., 23, musste sterben, weil sie frei sein wollte.
Sie war jung, hübsch und modern.
Hatin S., 23, wollte ihr Leben genießen.
Sie war die jüngere Schwester von ihrem Fleisch und Blut, den Bruder Ayhan S., 19 und Bruder
Aslan S., 24.
Doch als die schöne Hatin S., 23, sich aus dem Joch ihrer islamischen Familie befreite, das Kopftuch abnahm und eine Lehre anfing, war sie nur noch Dreck in den Augen ihrer drei Brüder. Ihr „westlicher Lebensstil sei eine Kränkung der Familie“.
Der Knaller kommt noch!
16 Jahre war sie in der Türkei an einen Cousin zwangsverheiratet worden.
Später aber zog sie im Oktober 1999 bei den Eltern aus.
Legte das Kopftuch ab.
Zupfte sich die Augenbrauen.
Trug enge Jeans.
Statt langer und genormter schwarzer Röcke.
Begann im April 2001 eine Lehre zur Elektroinstallateurin.
In der Anklage heißt es, die Brüder hätten sich für sie „geschämt“.
Gebe es keine Verfassung der Glaubensfreiheit in Deutschland, gebe es auch keinen Islam, der Menschen tötet.
Denn auch wenn der Islam seinen Koran als Religion vermittelt, bleibt er ein Gesetz im Islam.
Somit auch ein Gesetz in Deutschland wie in einem anderen westlichen Land.
Die ganze Welt schreit nach Frieden.
Aber können Bäume auch schreien?
Auch wenn sie es nicht wollen und können, würden sie viele Geschichten den Menschen erzählen.
Amerikanische Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass Bäume tatsächlich Töne von sich geben, wenn sie trocknen.
Sie „schreien“.
Am nächsten Tag, acht Uhr morgens, stand Katharina unerwartet und genervt vor der Tür.
Ich war noch nicht fertig mit dem Schlafen und so…
Katharina hatte eigentlich vorgehabt, mich in einem Café zum Frühstück einzuladen.
Katharina war mal wieder in Berlin gelandet.
Denn sie kommt mit dem Flieger aus Düsseldorf, um nur mal so mit mir zu frühstücken.
Ich fühlte mich irgendwie überrumpelt.
Aber was soll es, denn Katharina ist ebenso.
Sie kann mich immer wieder überraschen.
„Oh mein Gott, Sancho“, sagt sie und tat so, als wäre sie überrascht, mich splitternackt zu sehen.
Sie sah mich dann von hinten, meinen Knackarsch hinterher, als ich ins Badezimmer ging.
Katharina erinnerte sich noch, wie es war, den Blick von mir im nackten Rücken zu spüren.
Sie musste sich mit aller Gewalt zwingen, mir nicht nachzukommen, denn sie hatte das gewaltige Gefühl, meinen Schwanz in ihr zu spüren.
Wie es so bei manchen Frauen auch ist.
Katharina ging ganz gemessen im Wohnzimmer auf und ab, ohne jede unnötige Bewegung.
Später an diesem Vormittag nahm Katharina nervös ein Gespräch übers Handy an, als wir gerade das Café betraten.
Ein junger Designer, der im letzten Semester an der Modeakademie ist, hatte am Abend zuvor sie angerufen und erklärt, er würde gerne für sie arbeiten.
Dennoch hat Katharina kein Interesse an einem jungen Designer, ohne Erfahrung und so.
Diesmal waren alle Kellner zu sehen.
Die Getränkekarten, mit dem Angebot der Speisen lagen in säuberlichen und handhabbaren Stapeln auf dem Tresen.
Ich schloss die schwere Tür hinter Katharina.
Wir setzten uns an einem Tisch, der ziemlich hinten im Raum leer stand.
Dann deutete ich auf einen der Kellner. Es waren bestimmt Gastarbeiter aus dem schönen Italien. Blickte auf die oberste Karte auf dem Tresen, neben dem lächelnden Kellner.
Er tat so, wie „Ach so…“, und schnappte sich die Karte zum Bestellen und legte sie genau vor uns hin.
Denn jeder bekam eine von diesem bunten Exemplar.
Katharina hatte ein wenig Schwierigkeiten mit dem Lesen der leckeren Frühstücksmenüs.
Plötzlich legte Katharina lautlos die Speisekarte vor mir hin.
Ich nahm das oberste Blatt in die Hand.
Irgendwie schien ich mich zu verkrampfen, oder bin immer noch verwirrt darüber, warum Katharina gerade jetzt bei mir aufgetaucht ist.
Katharina bemühte sich kurz, sich durch bewusstes Atmen zu entspannen.
Der grinsende Kellner stand dann auch schon am Tisch und wollte unsere Bestellung entgegennehmen.
Wir gaben ihm unsere Nummern.
So macht man es heute bei Bestellungen, und dann tippt sich der Kellner diese Zahl mit einem Stift in den Mini-Hand-Computer, womit die Bestellung in Sekunden beim Service ankommt und sie das dann herrichten.
Ich schien für Katharina ein bisschen enttäuscht, dass sie während der Einnahme des köstlichen Frühstücks nichts sagte.
Nichts.
Aber auch keine einzige Bemerkung, wie das Eis gewesen ist, zum Beispiel hart oder weich.
Das hätte mich heute aber wirklich auch einmal interessiert.
Denn mein Ei war hart.
Sehr hart und von vorgestern.
Gekochte Eier dürfen nur fünf Minuten haben.
Dann sind Sie richtig.
Plötzlich nickte Katharina mir zu und lächelte.
Warum?
Das wusste sie bestimmt auch nicht.
Nur so.
Doch dann sah sie mich an und fing an zu heulen.
Warum?
Keine Ahnung.
Aber, ich kenne das schon. Sie kann auf Knopfdruck anfangen zu heulen.
Wie?
Keine Ahnung.
Aber plötzlich kann sie auch wieder lachen.
Nur jetzt nicht.
Nachdem sie sich endlich ausgeheult hatte und die Arme auf die Tischkante gelegt hatte, hatte ich ihr eben einen Abschiedskuss gegeben und dabei mit meiner rechten Hand ihre linke, verheulte Hand gehalten.
Ich musste los.
Wohin, wusste ich auch noch nicht.
Aber ich wollte nur weg, denn das nervige Heulen von Katharina und ihre ungewöhnliche Laune sind mir zu viel.
Ich fahre mit meinem Wagen ins Büro.
Irgendwie fühle ich mich glücklich, entspannt und erfüllt.
Katharina wäre gerne verliebt, wie sie mir erzählte.
Sie ist groß und dünn, trägt ein maßgeschneidertes mausgraues Kostüm und geschmackvollen Schmuck.
Ich denke, in diesem mausgrauen Kostüm kam sie sich schäbig vor, was sich aber erst während des Tages äußerte.
Als sie Katharina das Café verlassen hatte, fühlte sie sich wie unter Drogen.
Ihr Körper war plötzlich schwer und dumpf.
Ihr Geist, träge und blöde.
An jenem Abend klingelt es bei mir an der Tür.
Katharina steht da und sieht mich an, als ob sie mich neu erfinden wolle.
Sie erschien mir wie ein winziges, trauriges Ding, das kaum die hübschen Augen aufbekam.
„Ich sehe, ich geh dir auf die Nüsse, Sancho“, sprudelte es aus ihr heraus.
„Okay, Katharina?“, beruhigte ich sie.
Es machte mir nichts aus, dass sie mich so ohne einen Grund voll motzt.
Ich war nicht sehr begeistert, wenn jemand mich ohne Anmeldung überraschen tut.
Katharina betrachtet mich andauernd von oben nach unten, von unten nach oben.
Ob sie mich jetzt gerade ficken will?
Mein hängendes Teil zwischen den Beinen war im Moment nur so groß wie Ihre kalte Hand.
Plötzlich raste ich durch die Wohnung, um nicht auf den weichen Teppich zu pinkeln.
„Was ist eigentlich los mit dir?“, fragte mich Katharina.
„Ich muss mal pinkeln“, erwiderte ich.
„Okay“, sagt sie und lachte. „Okay, dein Klo gehört dir ganz allein.“
„Was denn sonst?“, dachte ich, und das ist doch meine Wohnung. „Auf was für einen Trip ist sie denn jetzt?“, dachte ich weiter.
„Darling, kannst du uns vielleicht einen Kaffee machen?“, frage ich vorsichtig.
Im Badezimmer sah ich in den Spiegel und war sehr verwirrt.
Katharina lächelte mir zu, als sie mich sah, wie ich in den Spiegel sah.
Sie war auch ein bisschen unsicher.
„Super.“ „Gefällt mir, was ich da sehe“, ruft sie mir entgegen, denn ich stehe splitternackt vor dem Spiegel, weil ich noch schnell unter die Dusche gehen will.
Sie beobachtete mich, wie sie ihre Zigarette anzündete.
Sie erzählt mir, was vor einigen Tagen geschah, bevor sie zu mir kam: „Gleich nach Büroschluss bin ich hierher gefahren.“ Es ist in den letzten Jahren alles zu viel für mich, denn mein Vater ist nach einem Infarkt gestorben. Meine Mutter lebt allein in dem schönen, langweiligen Dorf. „So kann es einem ergehen, wenn man nicht aufpasst.“
„Du siehst ein bisschen abgespannt aus, Katharina.“ Bemerkte ich jetzt, als ich aus der Dusche gekommen bin. „Katharina, du arbeitest zu viel.“ Es wird Zeit, dass du mehr an dein Privatleben denkst. Es kommt nicht darauf an, wie viel du machst. »Es ist im Leben wichtig, was du machst.«
„Gerade darüber wollte ich mit dir sprechen, Sancho“, sage ich.
Eigentlich hätte Katharina ihr Leben schön und einfach sein können. Sie hatte alles, wonach sie sich immer gesehnt hatte.
Ich schaue auf meine Armbanduhr.
Unaufgefordert klingelt jetzt auch noch das Telefon.
„Hallo Sancho, ich hätte dich gerne hier in Paris erreicht.“ „Wo steckst du eigentlich?“, sagt Bruno.
Bruno, von der PR-Abteilung ist am Telefon. Er ist ein fähiger Mann, den ich bei mir angestellt habe.
„Bon jour, Bruno“, haucht Katharina mit rauchiger Stimme in der Telefonmuschel, die ich locker an mein Ohr gehalten habe.
„Hast mich zwar gerade von Katharina runtergeholt (ich versuchte ein wenig aufzutrumpfen“). Keine Angst, Bruno ist schwul, aber es ist trotzdem gut, dass du anrufst. »Das passt nämlich gut, denn ich muss unbedingt mit dir reden.«
„Wie geht es, Sancho?“, fragte dann auch gleich Bruno.
„Wann kommst du mit der nächsten Kollektion voran?“, fragt ich dann auch gleich interessiert nach.
„Die zickige und stöhnende Dana, wo niemand aus der Firma weiß, ob man sich auf sie verlassen kann, nervt“, beklagt sich Bruno. „Es ist entsetzlich, entsetzlich wie immer.“ Sie ist hysterisch, Sancho. „Wenn ich daran denke, dass wir in ein paar Wochen Präsentieren müssen, dann bekomme ich noch ein Kind.“
Toll, noch ein Schwuler, der ein Kind bekommen will, dachte ich. „Wunder soll es doch immer wieder geben.“ Aber wer glaubt es schon.
„So schlimm?“, frage ich der Höflichkeit halber mit inniger Ironie.
„Sancho!“ Sancho, bitte… Ich habe etwas Unglaubliches gesehen, das ist die absolute Katastrophe. Wenn das man reicht. „Sancho, ich will, dass du sofort etwas unternimmst!“
„Bitte, beruhige dich doch erst einmal!“, sage ich zu ihm und grinste leise. Ich fand es eben wieder lustig, wie Bruno aus allem eine Katastrophe macht. „Was hast du gesehen, Bruno?“
Bruno erzählt: „Ich war, du glaubst es nicht, bei Galerie Lafayette in der coolen Kosmetikabteilung.“ An unserem Bella-Counter. Und was glaubst du, was ich dort sah? Dahinter, ich weiß auch nicht, wer sie dort hinstellte, stand eine fette und lächelnde Frau, die hatte bestimmt zehn bis zwanzig Kilo Übergewicht. Diese dicke Frau mit den übergroßen, hängenden Titten hatte eine Frisur, teuflisch, und eine hässliche und eklig, glänzend gelbe Polyesterbluse an. Eine billige Polyesterbluse! Kaut ihren Kaugummi wie eine Melkmaschine. Das an unserem Counter! Sancho, die versaut uns das ganze Image. „Sancho, du musst sofort nach Paris kommen und etwas unternehmen.“
„Bruno, ich kenne diese fragwürdige Frau nicht.“
Ich bin in Berlin, die Frau ist in Paris. Sie ist bestimmt eine Angestellte des Kaufhauses. „Bruno, was stellst du dir vor?“, erwiderte ich neugierig.
„Sancho, bitte, flieg mit der nächsten Maschine her und regle das“, fleht Bruno mich an.
Sicher doch, dachte ich. „Hokuspokus“, ich komme. Rein ins betankte Flugzeug, ab nach Paris und dann der fetten Verkäuferin einen Gutschein fürs Fitnessstudio für ein Jahr geschenkt, dann zurück ins Flugzeug.
Retoure nach Deutschland, Berlin.
„Bitte mach dir keine Gedanken“, beruhigte ich ihn. „Bruno, ich werde mich darum kümmern.“
„Wirklich, es muss schnell etwas geschehen, Sancho.“ Ich arbeite nicht dumm und dämlich. Womöglich noch krank, damit diese hergelaufene Verkäuferin mir mein Image versaut. „Ich habe einen Ruf zu verlieren, Sancho.“
„Bruno, die neue Kollektion, wie wird die?“, frage ich zähneknirschend und genervt, um ihn endlich mal von dieser fetten Dame abzulenken.
Bruno versuchte mir auf die interessante Frage zu antworten: „Keine Frau wird ohne ein Bella-Kleid die nächste Saison erleben.“
„Die Stoffe?“, interessierte mich auch gleich.
„Stoffe?“, erwidert Bruno. „Nur Naturstoffe, das Meiste aus reiner Seide, Kaschmir, Baumwolle und Wolle natürlich.“ Eine ganz elegante, schlanke Linie haben die Kleider. Gerade deshalb, Sancho, musst du unbedingt sofort kommen und etwas unternehmen. Und eine dicke, unmögliche Verkäuferin in wildem Polyester geht nicht. Also, das geht absolut nicht, Sancho. Aber, Sancho, eigentlich rufe ich aus einem ganz bestimmten Grund an. Das wird dich bestimmt freuen. Wir planen, eine reizend süße Badeserie für den Mann und die Frau herauszubringen. „Wie findest du das?“
Eine Badeserie? „Für Mann und Frau?“, frage ich ihn. „Oh mein Gott!“ Bruno, lass da bloß nicht die falschen Mischer ran! Dabei kann man nämlich eine ganze Menge Fehler machen. „Das kostet und wollt ihr mich in den Selbstmord treiben?“
Genervt und sehr gequält schlage ich mit Schwung zur Abwechslung mal das linke Bein über das rechte.
„Eine angerüschte Badeserie?“, frage ich gedehnt. „Für Frauen und die Männer?“
„Und wenn du nicht kommen willst oder kannst, Sancho, dann werde ich dich über unsere Fortschritte informieren.“ Erzählt Bruno.
„Kann ich auch“, bestätigte ich Bruno. „Dennoch, wenn es so dringend bei euch ist, werde ich mich in den nächsten Tagen ins Flugzeug setzen und kommen.“ Aber wann, weiß ich noch nicht. „Lasst euch einfach überraschen.“
„Überraschung?“, fragt Bruno.
Ich legte den Telefonhörer auf.
Katharina sitzt im Sessel, splitternackt, und raucht ihre Zigarette.
„Nah, Schöne?“, sprach ich sie an. „Denkt mein Herzchen gerade an mich?“
„Du redest sogar noch mit mir“, gibt Katharina lachend zurück und griff sich zwischen die Beinen.
„Hast du dich gelangweilt?“, fragte ich nur mal so interessiert.
„Ich habe mich schon für dich in Stimmung gebracht“, flüstert sie mir zu.
„Oh, oh.“ „Nicht, dass du zu gefährlich wirst für mich“, erwidere ich.
„Habe keine Angst, mein Hengst!“, sagt sie und streicht sich mit der feuchten Zunge über ihre trockenen, roten, vollen Lippen.
„Bleib schön locker“, sagte ich. „So läuft das nicht und entspann dich.“ Dann spürst du, wie fantastisch dein geiler nackter Körper funktioniert.
Sancho, ich weiß nicht, wie Engel fliegen. Fliegen Engel einsam? Sancho, du und ich gemeinsam. Ich weiß nicht, wie Träume schlafen. Träumt man Träume einsam? „Will niemals mehr allein sein, mit dir“, philosophiert Katharina vor sich hin und ich dachte mir, auf was für einen Trip sie heute mal wieder ist.
„Sancho, kannst du dir das vorstellen?“, ist auch gleich ihre Frage, doch ich gab ihr keine Antwort.
„Ja du, das meine ich“, sagt Katharina beleidigt.
Es kommt nicht nur darauf an, dass wir beide miteinander schlafen. Du musst auch die Zeit dorthin bewusst erleben und dass du es positiv bewertest. Dann kommst du, Sancho, auch anders im Ziel an. Bewusster, stärker. Und? Glücklicher.
Ich bin erstaunt über Katharinas Gedanken.
Katharina steht auf und kommt zu mir. Sie umarmt mich gefühlvoll mit ihrem warmen, nackten Körper, wobei sie ihre Brüste fest an mir drückt und flüstert: „Diesen Mann kann ich doch einfach nur lieben.“
„Es steht harte Arbeit bevor wir…“, erwidere ich ihr. Also, wie schaut es aus? Kannst du mit nach Paris kommen und mir ein wenig helfen? „Ich glaube, dann könnte ich das Arbeiten auch besser genießen.“
Aber natürlich helfe ich dir. „Außerdem will ich dich sowieso sehen“, gibt sie mir zur Antwort, denn sie hatte im Moment keine neue Kollektion zu laufen und wollte sich auch neu inspirieren lassen.
„Und jetzt?“, fragte sie mich mit einer höllischen Ironie. „Willst du mich jetzt küssen?“
Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht und gebe ihr natürlich auch eine Antwort: „Gerne auch mehr.“
„Hoppla.“ „Jetzt nicht!“ „Ich bin nicht mehr in Stimmung“, erwiderte sie und bleibt dabei ganz cool.
Für mich war das natürlich eine eiskalte Abfuhr.
Das glaubt mir bestimmt keiner, denn ich bin nicht nachtragend, aber vergessen tue ich niemals.
Katharina schleicht leise auf Zehenspitzen ins Schlafzimmer und zieht sich ihre Sachen wieder an.
Ich stelle mir immer mal die Frage „Warum hat die Woche nur sieben Tage?“, wenn ich noch einen Tag gebrauchen könnte.
Dann habe ich erfahren, die Babylonier kannten vor 4000 Jahren nur sieben Himmelskörper.
Die Sonne, den Mond und die fünf bis dahin bekannten Planeten Mars, Jupiter, Saturn, Merkur und die Venus.
Da in ihrem Glauben der Himmel der Sitz der Götter war, teilten sie ihr Leben in Abschnitte von jeweils sieben Tagen.
Diese sind seit ihrer Zeit in vielen Sprachen nach den Gestirnen benannt.
Im Deutschen besonders auffällig, wie der Montag nach dem Mond und der Sonntag nach der Sonne.
Im Jahre 321 nach Christus hat Kaiser Konstantin dieses astrologische System auf den römischen Kalender übertragen.
Da meine ich „Schlau“, dieser Konstantin.
Es war nach neun Uhr Abend in Paris.
Norma Kamp, eine meiner Assistentinnen, hatte sich verabschiedet und vor wenigen Minuten wollte sie endlich die Galerie verlassen.
Katharina war müde, wie Norma Kamp.
In den Augen von Katharina gellten die nicht nachlassenden Kopfschmerzen.
Doch die Ausstellung nahm eindeutig Gestalt an.
Bruno, der wusste ungefähr, welche Bilder in welchem Format und in welchen allgemeinen Kategorien wir zeigen wollen.
Er hatte sogar die Models nicht vergessen, die sich später noch auf dem Laufsteg zeigen sollen.
„Wollen wir essen“, schlug ich vor.
„Auf was hast du Lust?“, fragte Katharina mit einem leichten, aber schweren Lächeln, bei dem sogar Norma leicht schmunzeln musste.
„Schatz, es ist gut gemeint, aber ich…“, wollte Norma sagen. „Ich bin müde und gehe ins Hotel, um mich nur noch ins Bett zu legen.“
Katharina beschloss, dass wir dann auch ins Hotel gehen, und ließ uns einen kleinen Imbiss aufs Zimmer bringen.
Plötzlich aber waren Katharinas Kopfschmerzen weg. Sie war erstaunt, wie so etwas gehen kann. Sie ging aber auch gleich ins Badezimmer, als wir das Hotelzimmer betreten hatten.
Sie wollte sich nur noch heiß duschen.
Nach den Duschen liegt Katharina auch im Bett und denkt an mich und daran, mich zu überraschen, wenn ich aus dem Badezimmer komme.
Schon bei dem heißen Gedanken, mich langsam von Kopf bis Fuß zu küssen, kribbelt alles in ihr.
Sie hatte früher bei den Männern nicht das Gefühl gehabt, sexuell ausgehungert zu sein.
Aber vielleicht forderte ihr eigener Körper mehr. Katharina wusste von ihren jauchzenden und albernen Freundinnen, von geilen Leuten, die öfter als andere Sex brauchten.
Doch sie hatte immer angenommen, dass diese Bedürfnisse psychisch begründet sind.
Vielleicht ist es doch eine Sache des Körpers?
Gibt es denn Menschen, die nie Lust auf Sex haben?
Ja.
„Wie „asexuell“: Ein Leben ohne Sex.
Man bezeichnet solche Menschen als asexuell.
Der Grund?
Es liegt dafür nicht an negativen Sexerlebnissen, wie zum Beispiel Missbrauch.
Vielmehr geben Asexuelle an, dass sie einfach keine sexuelle Lust spüren.
Eine US-Studie der amerikanischen Universität hat gezeigt, dass rund drei Prozent der Bevölkerung, Männer wie Frauen, asexuell veranlagt sind.
Also stellte Katharina sich vor, mit mir zu schlafen.
Verrückt, denn sie kann es doch und muss es sich nicht vorstellen.
Frauen?
Wie ticken Sie manchmal?
Das wissen Sie selbst nicht.
Frauen.
Katharina hatte ihre Männer nie betrogen, denn der Sex mit ihnen war super, glaubte sie immer.
Doch plötzlich fuhr sie mit den Händen über ihre weichen Brüste und fühlte intensiv die Anfänge einer Erhebung und Fülle.
Ihre Brustwarzen standen schon erregt wie eine „Eins“.
Sie folgte ihrer Taille bis zu den breiter werdenden Hüften.
Strich weiter über ihre Schenkel, kam plötzlich und überraschend dazwischen.
Katharina stellte sich vor, wie ich sie küsste.
Dann ihre Brüste mit der feuchtkalten Zungenspitze kitzelt ihr besonders erregend.
Ihre warme Hand umkreiste meinen Nabel und verschwand langsam, aber gierig zwischen meinen Schenkeln.
Ihre Finger fuhren durch das geglaubte Schamhaar, wo keines war.
Es war rasiert.
Sie zuckte mit ihrer angeschwollenen Klitoris, und ihr ganzer nackt und erhitzter Körper begann dabei gewaltig zu pulsieren.
Meine Lippen waren auf Ihren – sanft und dann fester. Drängend und tiefer waren unsere Zungen, die unser Mund erforschten.
Sie verlor irgendwie die prüde Scheu.
Katharina ist für mich in diesen Momenten fremd gewesen.
Aber schön.
Denn es schien mir so, als würde ich vom Bett aufsteigen.
Die Nervenenden standen in Flammen.
Ich sah, wie sie mit ihren Fingern auf ihrem Schambein hin und her rieb, sogar über den harten Knoten der Klitoris.
Sie spürte, wie sie geiler und einer wurde.
Wie die Poren und Adern sich weiteten, um das Blut hindurchzulassen.
Dann folgte der rasante Aufstieg zur Ekstase.
So schnell und überwältigend, dass ihr der kalte Atem vom Gestöhne stockte.
Ihr Rücken drückte sich durch.
Sie kam zur hingebungsvollen Ekstase und ihr ganzer erregter Körper bebte, wie ein kleiner Tod, der einen wieder zum Leben erweckt.
Aus Ihrem Mund entwichen erregte Laute, die mich zum Kommen animierten.
Wir waren schweißgebadet.
Sie atmete immer noch flach und schnell.
Als sich Katharina in meinen Armen gelegt hatte, löste sie sich auf.
Etwas war losgelassen.
„O mein Gott, was hast du mit mir gemacht?“, fragte sie mich leise.
Eigentlich lag ich diesmal nur da und berührte nur kurz ihre erhitzte Haut.
Also, was will sie jetzt von mir?
Eigentlich bin ich ein Mann, der bei Frauen ankam.
Nicht bei den Spaßbremsen von schrecklichen und langweiligen Frauen, die prüde sind und sich betteln lassen.
Katharina ist bis über beide Ohren in mich verliebt.
Manchmal sagte sie sich sogar, dass sie die dumme Suche nach ihrem Traummann aufgeben sollte.
War, oder ist ein Mann für Katharina wirklich so wichtig?
Sancho glaubte immer, dass Katharina lesbisch ist.
Bei Frauen weiß einer nie, was sie gerade wollen oder denken.
Doch irgendetwas in Katharina sagte immer noch Ja zu dieser Frage.
Immer schon hatte sie davon geträumt, mit einem geeigneten und lieben Mann ein kleines süßes Kind zu bekommen.
Bisher hatte sie das noch nicht geschafft.
Jetzt aber war sie kurz davor.
Sollte sie aus Katharinas Sicht aufgeben?
Allerdings hatte es keinen Sinn, Sancho nach einem Kind auszufragen.
Er würde sofort den giftigen Braten riechen, würde vermuten, was sie, Katharina, für eine linke Tour vorhatte. Da konnte sie nur noch so geschickt vorgehen wie möglich.
Katharinas Chance schien unerwartet zu kommen.
An diesem fabelhaften Abend ging Sancho mit Katharina in eines dieser schmusigen französischen Lokale.
Sie tranken und tanzten ein bisschen.
Plötzlich unerwartet tauchten leicht angeheitert sechs Kollegen auf.
Katharina war stinkig, denn sie hatte jetzt nicht mehr die Möglichkeit, sich mit Sancho in Ruhe zu unterhalten.
Im Nu wurden Sancho und Katharina an die Bar gebeten.
Henry Lou, ein leidenschaftlicher Whiskeytrinker, schmiss eine Runde nach der Anderen.
Dabei trank Sancho keinen Whisky und Katharina hielt sich zurück und nahm sehr viel Wasser in ihr Glas.
Die anderen Freunde schütteten sich einiges hinein.
Später fuhren sie mit Taxi ins Hotel.
Katharina stürzte sofort ins Badezimmer.
Ihr war hundeelend.
Auf einmal hatte sie eine Idee.
Hatte der Whisky mit viel Wasser sie mutig gemacht?
Ja, sie hatte alle Bedenken verscheucht.
In dieser Nacht wollte sie es wagen.
Doch plötzlich schloss sie die Badezimmertür und fühlte ihr Herz noch im Hals klopfen.
In dieser Nacht war sie besonders liebevoll zu Sancho.
„Ich muss mit dir reden“, sagte sie und mit beiden Händen strich sie sich das Haar zurück.
„Was ist los?“, fragte er nach. „Bist du schwanger?“
Katharina setzte sich geschockt in einen Sessel und zündete sich nervös, sehr nervös, eine Zigarette an.
„Noch schlimmer.“ erwiderte sie, „Ich will von dir ein Kind.“
Sancho glaubte, nicht richtig zu hören.
Er setzte sich Katharina gegenüber aufs Bett.
„Ein Kind willst du von mir?“, fragte er geschockt zurück.
„Ja“, bestätigte sie. „Sancho, ich hatte Angst, dir es zu sagen.“
„Ach ja? „Angst?“, erwiderte Sancho. „Denn, das kann ich mir nicht vorstellen.“
Katharina stand auf und ging unruhig mit hastigen Zügen von der Zigarette auf und ab.
Sancho war noch immer wie vom Donner berührt. Wirre Gedanken schossen Sancho durch den Kopf. Warum macht sie alles kaputt und will ein Kind von mir? „Sie liebt dich, Katharina“, sagte Sancho schließlich. „Bitte hör bitte mit den dummen Sprüchen auf!“, entgegnete sie zickig. Katharina war ans Fenster getreten und sah auf die Straße. Schließlich wandte sie sich cool und ohne eine Mimik um und zerdrückte skrupellos die Zigarette im Aschenbecher. Dabei dachte sie an Sancho. Warum nicht? Der arme Kerl. Frauen und das Kinderkriegen. Können Frauen nicht selbst Kinder bekommen und müssen sie dafür immer einen Mann missbrauchen? Samenraub, das ist die richtige Antwort. Das wird noch nicht einmal bestraft. Aber wenn der Mann mal mit der Frau schlafen will, dann sind auch die Männer immer die Schweine, die keinen Unterhalt zahlen wollen und können. „Aber du bist der Einzige, mit dem ich mir eine Familie vorstellen kann“, beteuerte sie. Katharina strengte sich an, dass ihr auch mal ein paar nasse Tränen aus den verzauberten Augen tropften. „Da gibt es doch sicherlich einen anderen Verehrer, von dem du dir ein Kind wünschen kannst“, versuchte Sancho ihr zu erklären. Katharina setzte sich wieder. „Kannst du nicht einen Moment lang ernst sein?“, fragte sie und saß da wie ein Häufchen Elend. Sancho dachte nach.
Kapitel 8
Sie sieht einfach bezaubernd aus.
Wache Augen.
Eine Prise Unschuld.
Hohe Wangenknochen.
Ein breiter Mund, der mich unbefangen anlächelt.
Mir gegenüber in der Hotelhalle sitzt Jenny L., ein Model aus Brasilien, die ich für ein neues Parfüm unter Vertrag nehmen will.
Tag, ich bin Sancho. „Und sie sind Jenny L.?“, fragte ich, um mich mal wichtig zu machen. „Ich bin der, der was zu sagen hat.“
Jenny war sehr nervös und sie wusste nicht, dass Sancho, der Chef, sie so ohne Anmeldung traf. Es war eine gewisse Röte der Verlegenheit, im Gesicht zu sehen.
„Ja“, sagte sie kurz. Natürlich auf Französisch, die Sprache der Liebe, sagt man.
Jenny konnte unendliche Sprachen, wie Brasilianisch (ihre Muttersprache), Deutsch (was ich ja auch gut kann), Englisch, Russisch, Spanisch und Französisch.
„Jenny L. ist schon sehr erwachsen“, mischt sich ihr Manager, der von der Rezeption kam, im unpassenden Augenblick ein. „Für einen interessanten frischen Frauenduft sicher nicht zu jung.“
„Davon brauchen Sie mich nicht zu überzeugen“, wendet Sancho ein.
Er kann solche Klugscheißer überhaupt nicht ausstehen. „Ich finde, Jenny, wir können zusammen etwas Wunderbares auf die Beine stellen.“ „Und ich denke, wir einigen uns in Bezug auf die Konditionen.“
Sanchos Blick wendet sich dem arroganten Manager zu.
„Was schwebt ihnen denn vor?“, fragt Sancho, setzt sich bequem in Sessel, lehnt sich selbstbewusst zurück und schlägt die Beine übereinander.
Ich dachte mir, dass Das Schlitzohr genau weiß, dass er mit Jenny L. das Kapital schlechthin in den Händen hält.
Der Sack kennt Ihren Marktwert.
Und er will ja auch nur anteilmäßig absahnen.
Wie es sich für einen Manager eben gehört.
Oder?
Jenny ist sehr groß, wie ich feststellen musste.
Hat diesen supertrainierten Körper und ein bildhübsches Gesicht.
Ja.
Jenny kann es mit jedem Model aufnahmen, dachte ich.
„Ich schlage einen Stufenvertrag vor“, erkläre ich.
„Klingt toll“, unterbricht mich der Manager.
Wie aufregend, eine zukünftige Lizenzpartnerin für einen Duft aus meiner Kollektion zu haben, die keine Scheu hat.
Sehr zum Missfallen Jennys Managers.
„Das wird sicher sehr viel laute Presse bekommen“, führe ich weiter aus.
„Da können Sie sicher sein“, antwortet der Manager großspurig.
Dann holte ich diesen Manager von seiner Wolke wieder herunter: „Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen.“ Mir ist klar, dass sie für Jenny L. Vermarktung viele Angebote bekommen. Für ein Parfüm sind wir die Besten. Ich mache das schon seit ein paar Jahren und habe bisher nur Erfolg. Und? Ich bin mit meiner Mannschaft ein internationales Unternehmen. Ich vertreibe unsere Parfüms auf der ganzen Welt. Überall sind wir dabei. »Wie in der Mode und Parfüm.«
„Ich habe mich schon über Sie informiert, Sancho“, erwiderte der.
„Ich möchte noch mit Ihnen beiden etwas besprechen.“ „Es betrifft die Duftentwicklung und das Design“, erklärte ich noch.
„Was ist denn noch unklar?“, fragt der Manager.
Ich grinste ihm nur zu und fing mit der informativen Erläuterung an: „Es ist ein außergewöhnlicher Duft. Der jung ist, der frisch ist und neu ist. Er wird nicht nur sportlich anmuten, das ist mir zu eindimensional, sondern auch sehr feminin. „Jenny, Sie haben jetzt schon eine sehr schöne und weibliche Ausstrahlung.“
„Ich finde Parfüms so spannend“, schwärmt Jenny.
Jenny strahlt mich an.
Wie ein Stern.
Und ich?
Ich strahle zurück.
Gelernt ist eben gelernt, dachte ich mir.
Worte sind nicht nur Schall und Rauch.
Und die Mimik?
Sie ist ebenfalls dazu da, in entscheidenden Momenten eine tragende Rolle zu bekommen.
„Die Vertragsunterlagen werden zum Ende der Woche Ihnen zugeschickt“, vermittelte der Manager mir und verabschiedete sich.
Aber ich dachte nur noch, dass das Mädchen mehr als vorzeigbar und wirklich nett ist.
Ein verzauberndes Lächeln huscht über Jennys Gesicht.
„Zu Befehl“, haucht Jenny L., während ich mich gleich mit ihr auf den Weg zu meiner Besprechung mache.
„Die ganze Welt ist doch verrückt“, höre ich Bruno schon von weiten jauchzen.
„Tag, Ihr Hübschen!“, begrüße ich die aufgelockerte Runde.
Der Kreative-Direktor springt sofort auf.
Ebenso der Berater aus der Marketingabteilung.
„Darling, findest du nicht auch, dass die ganze Welt verrückt und ein Scheißhaus ist?“ „Hallo“, fragt Bruno überraschend Jenny und breitet zur Begrüßung dabei die Arme aus und gibt ihr ein Küsschen auf die linke Wagenseite.
„Das Leben ist sicher ziemlich verrückt und nicht normal, Bruno.“ „Aber was ist schon normal?“, erklärte ich Bruno. „Aber das haben wir ja schon vor angestrengten Monaten beschlossen, als die Arbeit an unserem Duft „NA-KD“ begann.“ Heute wollen wir hören, was die Werbeabteilung für die Werbekampagne vorschlägt.
Otto, der Marketingberater, ergreift das Wort: „Unsere Strategie ist sicher sehr plausibel.“ Wir wollen eine schlagkräftige Kampagne mit vielen verschiedenen Motiven, die permanent gewechselt werden können. Männer, wie Frauen verschiedener und unterschiedlicher Altersgruppen. Nennen wir es originelle Verrücktheiten. Alle Motive müssen einige Gemeinsamkeiten haben. Erstens natürlich viel Humor, keine Spaßbremsen. Trotzdem dürfen Frauen und Männer nicht lächerlich erscheinen, sollten sie diesen Duft nutzen. »Das könnte nach hinten losgehen.«
„Sehr gut“, nicke ich und fügte hinzu: „Das klingt ausgesprochen nachvollziehbar und sinnvoll.“ Diese Theorie ist ganz nett, aber ich will jetzt die Bilder sehen. „Denn ich kann auch nicht vor einer Modenschau erst einen trockenen Vortrag halten, damit die zahlungsfähigen Leute die tollen Kleider auch verstehen.“
Ich betrachte ein Layout nach dem anderen. Mir stockt plötzlich und in diesem Augenblick der Atem. Die Abteilung ist total auf dem Punkt. Hier breitet sich Verrücktheit aus. Fröhliche, schräge und ansteckende Verrücktheit. Arrogante Spießer werden sich in stickenden und stinkenden Mülltonnen verstecken wollen, damit sie nicht entdeckt werden. Schon nach den ersten fünf bis sechs Vorschlägen merke ich, wie sich ungewollt und unbeabsichtigt ein kräftiges Grinsen in meinem Gesicht ausbreitet. Bruno zieht keine Miene und streicht sich über die Pomadenhaare. Ein allgemeines Aufatmen ist spürbar. „Es ist einfach toll und ich könnte euch alle jetzt direkt küssen.“ Bekräftige ich vor Erstaunen und Freude. Aber lassen wir das, ich bekomme sonst wieder Herpes. So. Wie wäre es, wenn wir als neues Motiv Jenny L., unser Model für das Parfüm „NA-KD“, fotografieren würden?
„Aber, du weißt, ich hasse das“, schimpft Rico. „Wenn solche Aktionen immer auf den letzten Drücker gemacht werden.“ Wir hatten schon Dennis, das Model. Schrecklich. Rico, der Kreative, greift sich theatralisch an die kalte Stirn und lässt sich im Stuhl verkrampft nach hinten sinken, aus Vorsicht, damit er nicht peinlich mit dem Stuhl nach hinten fällt.
„Ich habe darüber nachgedacht, Rico“, sage ich eifrig. „Ich denke, dass ein Modell mit diesem Duft besser an unsere Zielgruppe ankommt.“
Rico klappert mit den Wimpern. „Hach, Sancho, sage nicht so was.“
Da habe ich aber noch eine Idee. Warum nehmen wir nicht Jenny und Dennis gemeinsam für unsere Kampagne?
„Ich werde meine Fotos von Ihnen bearbeiten lassen und in ein Layout bringen.“ „Morgen gibt es dann das Layout zur Kampagne.“
Am nächsten Tag, schon früh am Vormittag, bin ich in großer Eile, und wie es so ist, reiß ich Rico fast das Layout aus der Hand.
„Madonna Mia“, schreit Rico vor Entsetzen und betrachtet geschmeichelt sein eigenes Antlitz.
Rico überlässt mir das Layout und sagt zu Rico: „Ich sehe dich in wenigen Minuten in meinem Büro.“
Summend gehe ich zurück in mein Büro.
Die neue Kampagne für „NA-KD“ wird eine Wucht werden, denke ich mir so.
Mein Meeting war definitiv von einem guten Stern begleitet.
„Können wir reinkommen?“, fragt Jenny und Dennis steht ein wenig schüchtern neben ihr.
„Lass mir noch eine Minute.“, antwortete ich schnell und hektisch.
Denn die beiden habe ich jetzt wirklich noch nicht erwartet.
Ich betrachte noch einmal kurz das Layout und kümmerte mich schnell um meinen Schreibtisch, denn dort war das Chaos gestapelt.
„Kommt rein, wenn ihr noch Lust habt, bitte.“ „Setzen wir uns an diesen Tisch“, sag ich plötzlich erschrocken vor mir selbst. „Ihr habt euch selbst übertroffen, Jenny und Dennis.“
Ich sehe mir das Layout für diese Kampagne noch einmal an.
Jenny stibitzt sich grinsend einen Keks vom Tablett.
Aber ich lasse mich nicht beirren und gieße den zugegebenermaßen herrlich duftenden Tee in die Tassen.
Ich setze mich auf einen Stuhl.
„Der höherwertige Markt hat zum einen glücksanimierte Badeserien, die an ein Parfüm gekoppelt sind“, versuche ich den Beiden zu erklären.
Dann kommt Bruno ins Büro und jammert wieder über die Models.
Egal.
Er begrüßt uns alle mit einem Küsschen.
„Ja, seht ihr das auch so?“, fragt Bruno alle und wir stutzten nur so dahin.
Wir gaben Bruno Recht und nickten.
Plötzlich steht Jenny auf.
Dann setzt sie sich wieder hin.
Und steht wieder auf.
„Jenny, musst du mal für kleine Mädchen, oder was?“, frage ich ungeniert, aber auf direkte Art.
Warum? „Willst du mitkommen?“, erwidert sie grinsend und zieht sich ihren Rock nur mal gerade.
„Aber ja, die besten Parfüm-Serien heißen heute „Natur“ und „Leben“. Das ist sauber überlegt von der Konkurrenz. „Die machen aber auch gutes Marketing“, sagt Bruno.
„Warum, die schiefe Richtung, wohin man blickt, bei diesen Serien ist doch die, woher die Zutaten kommen“, überlege ich so mal laut.
„Nah schön“, haucht Jenny zu Dennis. „So, als hätte auch die Seele etwas davon.“
Bruno bekommt das Geflüster von Jenny mit und meint: „Mensch, gar nicht so blöd.“ „Seele ist zwar rein großes Wort, ein riesiges Wort, aber wir sollten vielleicht versuchen, es einzubinden.“
Ich schaue alle drei erst stirnrunzelnd an.
Doch als sich meine Stirn wieder glättet, erwidere ich nur „Körper und Seele, wie Body and Soul?“
Rico erscheint ins Büro.
„Hey, Rico.“ „Wir haben uns heute Morgen ja gar nicht gesehen.“ „Wie geht's denn so?“, säusele ich.
„Du Spaßvogel, du hast mir doch als Erstes heute Morgen die Layouts für die Parfümkampagne aus der Hand gerissen“, erwidert Rico mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Ich bin immer noch todmüde, habe die ganze Nacht geackert.“
Julia beißt sich kurz auf die Unterlippe.
Fehlt nur der kleine, glückliche und kickende Lacher.
Dennis schluckt, weil ihm wahrscheinlich die Spucke im Mund in Sturzbächen fließt.
„Das Konzept ist verstanden“, sage ich zu Rico und Bruno.
„Endlich“, haucht Bruno und tippt Rico auf die Schultern.
„Der Name „NA-KD“ ist die eine Idee. Wie sich wohl jeder denken kann. „Sogar der Papst“, sagt Bruno, sehr sarkastisch.
„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, antwortete ich schnippisch und schaue dabei ausgerechnet Rico an.
Ich sehe auf die Uhr und gebe in der Runde einen Schlusstext: „Wenn es also keine weiteren Anregungen zu dem Konzept gibt, dann können wir für heute die Tür von außen schließen.“
Bei meiner Rückkehr in Berlin saß Katharina auf der Veranda.
Da ich am folgenden Morgen die nächste Maschine nehmen konnte, flog ich auch gleich ab.
Diese überraschende Gelegenheit habe ich genutzt, um heimzufliegen.
Ich ging in die Wohnung und Katharina begrüßte mich leidenschaftlich mit vielen Küssen.
Mir war im Moment aber nicht zum Knutschen zumute.
Ich wollte erst ein Bad nehmen.
Katharina empfand es als Ironie des Schicksals, dass ich plötzlich aus Paris gekommen bin und sie in meiner Wohnung sitzt.
Sie hat immer noch einen Schlüssel von mir.
Sie beschloss, dass es das Beste war, in die Offensive zu gehen.
„Ich hatte viel Spaß, als du in Paris warst.“ „Ich habe einige Modeschauen in Berlin und Düsseldorf organisiert, von meiner neuen Kollektion“, vermittelte sie mir und zog sich langsam splitternackt aus, als ich im Badezimmer heißes Wasser in die Wanne gelassen habe, um mit mir zu baden. „Sancho, du hast mir sehr seltsam gefehlt.“
Katharina sah mir in die müden Augen, mitten durch die Pupillen.
„Was siehst du?“, frage ich sie neugierig.
„Du hast keinen Spaß mehr gehabt, seit du in Paris gewesen bist“, erwidert sie. „Ich auch nicht.“ Ich bin nicht mehr als du ... Ich."
Diese letzten Worte klangen ziemlich schwach für mich.
Denn es ist eine Zeit her, als ich einer Frau geglaubt und vertraut habe, und mein Vertrauen wurde dann von ihr auch noch missbraucht.
„Nicht wirklich“, würde eine Frau jetzt sagen.
Anstatt diese Frau sagt: „Nein“, dazu. Oder, Frauen versprechen: Sie machen das, was sie dir sagen, und sagen „Ja, mein Schatz“, damit sagen sie doch nur „Nein“ und denken: Ich will ihn ja nicht kränken oder wehtun.
Sind denn die Weiber bekloppt?
Warum bestätigen sie, dass es doch die größten „Lügner“ sind?
Aber Männer sind ja Schweine.
Wenn ich das wieder höre.
Warum sagen Frauen nicht, was sie wollen?
Haben Sie keinen Arsch in der Hose?
Nein.
Deshalb sind sie wohl immer hinter den Knackärschen der Männer hinterher.
Gut.
Ich kann mich immer wieder darüber aufregen.
Aber keine Sau interessiert das.
Ich sei Frauen feindlich.
Dich nicht lache: „Ha, ha, ha!“
Katharina streckte die Hand nach mir aus und berührte mich leicht.
Ihre Stimme machte ihre Entschlusskraft deutlich.
Ich liebe dich, Sancho. „Ich möchte, dass es dir gut geht“, flüstert sie mir zu.
„Ich konnte nicht schlafen, als du in Paris warst.“ „Ich arbeitete viel, so viel, dass ich ein wenig von dir loskomme“, sagt Katharina. „Meine Gedanken reichen dir mein Herz, gekrönt von treuer Liebe.“ Ich wartete, Tag für Tag, dass das Telefon klingelt. „Oder, dass du in der Tür stehst.“
Katharina konnte die Körperwärme zwischen uns spüren.
Sie glüht moussierend.
Ihr Bauch prickelt, als wäre Brausepulver drauf.
Sie küsste mich und spürte dabei meinen ganzen nackten Körper in ihrem Mund. Ihre freie Hand fummelte zwischen meinen Beinen.
Sie wollte meinen steifen Schwanz greifen.
Sie stöhnt und ich hinterher.
Mit der Zunge lutschte sie sich zwischen meinen Beinen und brachte mich in den siebenten Himmel.
Katharina hatte wie immer Gefallen daran.
Ich nuckelte an ihren Brüsten, ihren steifen Brustwarzen.
Wobei sie immer wieder, wieder und wieder leidenschaftlich laut aufstöhnt.
Sie liebt meine Brustmuskeln, meine Rippen, meinen schlanken Bauch und knetet meinen ganzen heißen, splitternackten Körper bis zur Wehrlosigkeit.
Dann nimmt sie erregt meine Hände an ihrem Hintern, um ihre harten und kräftigen Stöße zu lenken.
Sie rutschte plötzlich weiter auf meinen Bauch nach oben und rieb sich vor Geilheit an mir.
Anschließend fickten wir noch mal.
Auf dem Bett.
Sie biss und saugte mich am ganzen Körper wie ein Vampir.
Ich rollte sie auf den Bauch und nahm sie von hinten.
Dabei kam sie wieder, immer wieder, und sie wehrte sich und kam dann dreimal, bevor ich endlich kam. Die linke Hand hielt ich fest an ihrem saftigen Schambein, damit sie nicht den heißen Kontakt zu mir verliert.
Sie schreit laut, immer wieder, immer wieder, immer wieder, immer wieder, vor Geilheit und unersättlich.
Am nächsten Morgen erwacht Katharina völlig benebelt.
„Ich ruf dich an“, sagte ich zu ihr, bevor ich wieder ins Büro fuhr.
Aus der Ferne glaubte Katharina, mich noch sagen zu hören: „Ich liebe dich.“
Das war für sie kaum vernehmbar, als die Wohnungstür zu ging.
Ein Stöhnen des Protestes entkroch ihrem Körper, bis sie erkannte, dass dieser Körper zwar wehtat.
Aber unglaublich weh…, wie nach einer tiefen Massage sich jeder einzelne Muskel locker und von allen Verspannungen befreit anfühlt.
Auf das Bett schien die aufgehende Sonne und die Laken waren zerknüllt und zerwühlt.
Es wäre ja ein Wunder, wenn es nicht so ist.
Katharina krümmte sich zusammen und spielte sich ihre Gedanken vom Abend noch einmal im Kopf ab.
Ihr kam dieses Bild vor: wie ohne bunte Farben.
„Zu so etwas bin ich gar nicht fähig“, dachte sie laut. „Das kann mir unmöglich gefallen.“
Dennoch fühlte sie sich gut, so schamlos und unmoralisch.
Es ist einfach geil für Sie gewesen.
Sie schwang die Beine über die Bettkante.
Stand auf.
Der Geruch nach vielen Säften der hingebungsvollen Nacht haftete stimulierend an ihrer Haut.
Ihr Gestank ist so geil, dass sie einfach himmlisch riecht.
Katharina trat in die Dusche.
Heißer Urin lief ihr am Bein hinab in den Abfluss, bevor sie das Wasser so weit und heiß aufdrehte.
Dabei ertrug sie es gerade noch so.
„Ja, ich habe mich gehen lassen“, dachte sie laut und schreit es laut aus sich hinaus.
Nur mit einem Badetuch umhüllt und noch nass am nackten Körper geht sie in die Küche.
Sie fühlte sich wie ausgelutscht von der Nacht des Jahrhunderts und konnte gerade noch die heiße Tasse Kaffee in der Hand halten.
„Scheiße!“, fluchte Katharina, denn sie musste los – ins Modestudio.
Um genau neun Uhr kam sie ins Studio.
Ein Modestudio im Stadtzentrum auf einer langen Boutique-Passage.
Die himmlische Nacht für sie war heiß und ihr eigener Geruch bewirkte, dass sie ständig glaubte, neben Sancho zu stehen.
Und nur zu gut konnte sie sich Sancho vorstellen, wenn er mit seinem Zauberstab in ihr Inneres eindringt.
Es war ein unendlicher Tag und mir ist es nicht möglich gewesen, mich zu konzentrieren.
Ich war im Büro auf und ab getigert und hatte versucht, Katharinas Geruch aus meiner Nase und Gedanken abzuhängen.
Außerdem rechnete ich damit, dass jede Sekunde, Minute und Stunde sie mir die Tür einrannte. Zumindest das Telefon sich heiß bimmelt.
Um acht Uhr abends verließ ich heute schon mein Büro.
Den ganzen Tag über hatte ich nur Katharinas Stimme in den Ohren, die wie ein Geist durch die Büros schwebte: „Ich liebe dich, Sancho.“
Katharina hatte schon zwei Gläser mit Champagner in den Händen und erwartete mich schon.
Als ich sie zu ihr hinsah, lächelte sie verführerisch, und ich spürte, wie ihr geiles Verlangen zu mir immer stärker wurde.
Katharina kommt auch gleich zur Sache, was ich eigentlich nicht von ihr kenne.
Sie öffnete mir die Hose, sodass sie mit ihrer kalten Hand meinen Schwanz greifen konnte.
Ihre Kehle war vom Küssen schon so ausgedörrt, dass sie am liebsten die ganze Flasche Champagner leer gegurgelt hätte.
Ich sah Sie überrascht an.
„Oh mein Gott, gestern Nacht war der Fick, den ich nie mehr vermissen will!“, flüstert sie mir ins Ohr.
Ich bekam irgendwie mit der Angst zu, denn das meinte Katharina ernst.
Und wenn sie etwas Ernst meint, dann…
„Wir sind schließlich nicht verlobt oder so.“ Entgegnete ich und sie zuckten zusammen, als sie in mein Gesicht sahen.
Ich lächelte.
Katharina entspannte sich und hält auch immer noch meinen steifen Schwanz etwas lockerer in ihrer Hand.
Die inzwischen warm geworden ist.
Sie schmiegte sich wieder näher an mich und ließ sich in die Hocke fallen.
Dabei verließ ihre warme, heiße Hand meine offene Hose.
Oh, denken Sie jetzt bitte nicht als Leser dieses Buches, dass mich Katharina damit angetörnt hat. Nein, ich denke nämlich mit dem Kopf und nicht mit dem Schwanz.
Damit haben manche Frauen Probleme, weil es welche gibt, die eben schnell zum Höhepunkt kommen wollen, weil es wieder Zeit ist, dass ihr nerviges Kind schreit.
Ich dachte gar nicht daran, Katharina zu durchschauen.
Ich wollte von Katharina Sex und ein wenig Spaß haben, denn ich habe geglaubt, sie wäre eine Lesbe.
Doch ich habe mich getäuscht und deshalb hatte ich mich mit ihr eingelassen.
Und das ist auch Katharinas Absicht gewesen. Denn sie ließ sich nie auf enge Beziehungen ein.
Sonst gar nichts.
Sancho versuchte sich an die erste Begegnung auf einer Modenschau in Düsseldorf zu erinnern.
Wie kühl Petra anfangs war, als er sie das erste Mal angesprochen hatte.
Plötzlich war sie die reine, herzhafte Liebenswürdigkeit gewesen.
Ja, Sancho erinnerte sich genau.
Also, so war Petra L.
Was war passiert?
Sie sah in jeder Begegnung Ihre Chance.
Als ich mich bei ihr vorgestellt habe, ist bei ihr der Groschen gefallen.
Da hatte sie ihre Chance gesehen.
So eine war Petra also.
Ihm hatte sie die heiße und unsterbliche Liebe vorgespielt.
Es war alles eine Lüge.
Ja, Sie war selbst eine Lüge.
Sancho fühlte sich ganz entsetzlich.
Er war für einige Tage und Wochen sehr deprimiert.
Petra sah zum Anbeißen aus und er konnte ihr nicht widerstehen.
Denn sie gab ihm ein außergewöhnliches Gefühl.
Er schwebte, wie im siebenten Himmel.
Aber wie schwebt man im siebenten Himmel?
Sie lächelte immer, als sie auf Sancho zuging und ihn begrüßte.
Gibt es denn nur noch Frauen, die so aussehen, wie sie sind?
Frauen sind scheiße. Wenn sie nicht mit einem reden, muss Sancho immer wieder feststellen.
„Was ist los, Liebling?“, fragt sie Sancho bemutternd. „Du siehst ein bisschen mitgenommen aus.“
„Ich habe Lust, mit dir ein Käffchen trinken zu gehen“, erwiderte er ihr. „Gehen wir doch in das kleine Café gleich unten in der Straße.“
Das taten sie dann auch.
Kaum hatten beide sich gesetzt und der italienische Kellner die Bestellung aufgenommen.
„Warum tust du das, Petra?“, fragte Sancho und zündete sich eine Zigarette an, die er sich bei seinem Tischnachbar geschnurrt hatte.
Sancho raucht sonst nicht. „Warum sprichst du nicht mit mir, wenn ich dich frage, was mit dir plötzlich los ist?“
In diesem Moment wusste Petra, dass sie eine Entscheidung treffen musste.
Es lag nicht an Sancho, es lag an ihr selbst.
Aber sie selbst wusste nicht, was mit ihr los sei.
Sancho fasste nachdenklich und gespannt Petra nach irrer Hand.
Doch im selben Augenblick entzog Petra ihm die Hand.
„Das spielt doch keine Rolle mehr“, erwiderte sie finster.
„Warum hast du mir gesagt, dass du mich liebst?“ „Das stimmt doch, oder?“, wollte er wissen.
Sancho ist schon sauer, denn Frauen wissen nie, was sie wollen, und hinterlassen Wunden, wenn der Mann sich verliebt hat. Das weiß er genau, aus der Vergangenheit. Nur deshalb hast du dich mit mir eingelassen, weil du mich verarschen wolltest. „Ist es nicht so?“
„Es war am Anfang so und du bist ein toller Mann, den sich jede Frau wünscht.“ Später hat sich mein Gefühl für Dich verändert. Glaub mir, Sancho. „Unsere Beziehung war kein Spiel für mich.“
Sancho lachte kurz auf, sodass sich die anderen Gäste schon wundern mussten.
„Kein Spiel?“, wieder hält er wütend. „Petra, ich glaube dir kein Wort mehr.“ Du hast mein Vertrauen missbraucht und mich die ganze Zeit belogen. Frauen wie du kenne ich schon genug. „Und ich habe nicht den Wunsch, dich noch einmal wiederzusehen, wenn du dir deine Klamotten aus meiner Wohnung geholt hast.“
Der Kellner kam mit einem schmalzigen, breiten Lächeln.
Ich übernahm die Rechnung für einen Cappuccino mit irischer Creme und ein Café Latte.
„Ich kann dich verstehen, Sancho“, sagte Petra nach einer Weile gepresst.
„Echt rührend“, spottete Sancho. „Dir ist es Scheiß egal, wie ich mich fühle, und du bist die größte Lügnerin, die ich nicht in meinem Leben brauchen kann.“
Klirrend legte Sancho den Löffel auf die Untertasse zurück.
„Ich könnte kotzen, wenn ich dich sehe und höre“, erwiderte Sancho wütend und verletzt.
Sancho beobachtete sie.
Er hatte plötzlich das herzzerreißende Gefühl, dass sie ihm vollkommen fremd war.
Noch gestern, oder vor einer Stunde war er leidenschaftlich in diese verliebt gewesen.
Er hätte alles für sie getan.
Jetzt aber, wo Sancho Petra durchschaut hatte.
Wo er wusste, wie sie wirklich war, verachtete er sie sehr.
„Darum haben wir uns nichts mehr zu sagen“, erklärte Petra betrübt, denn eigentlich würde sie eine Freundschaft unter Freunden nicht ausschließen.
„Bitte, hol dir deine Sachen, die du noch in meiner Wohnung hast, und geh deinen Weg.“ „Egal, wohin der geht“, erklärte Sancho noch.
Er stand auf, um seine Gedanken zu sammeln, und ging noch in die City.
Wie er das Café verließ, sah Petra ihm nach.
Für Sekunden empfand sie einen heftigen Schmerz.
Petra wusste, dass sie etwas Wunderschönes kaputtgemacht hatte.
Aber sie hatte sich entschieden und wünschte sich, dass Sancho ihr irgendwann verzeihen würde.
Auf dem Weg zur S-Bahn fluchte er leise, weil er sich wieder in eine Sache versteigert hatte, die er sicherlich mit Petra nicht wollte.
Er stieg in die S-Bahn ein, die zum Kuh-Damm fuhr. Da sieht ihm auch noch eine süße blonde und gutaussehende, lächelnde Frau nach, was er jetzt sicherlich nicht gebrauchen konnte.
Sie hatte lange Haare und sie war blond.
Sancho, genau sein Schlag von Frau.
Aber schafft man sich gerne verletzende Sorgen und ergebnislose Mühe und sucht nach schmerzenden Dornen unverdrossen? Sancho fand im Leben alles, nur eines fand er nie:
Zwar: Ein schwarzes Weib mit Sommersprossen.
Dennoch: Seine Gedanken waren ganz woanders.
Er dachte an die ganzen Frauen, die ihm das Schlimmste angetan hatten.
Da gab es die Janet, sie hatte ihn bestohlen.
Aber es ging ihm nicht dabei um das Geld. Das hätte er ihr bestimmt gegeben, wenn sie ihn danach gefragt hätte. Schlimm war es für ihn, dass sie ihn hintergangen hatte.
So verlor er das zu Janet Vertrauen.
Für immer.
Es gab Leah.
Oh Gott.
Sie hatte ich total betrogen und belogen.
Sie hat ihm das Herz gebrochen, als sie ihn verlassen hatte.
Sie hat von heute auf morgen ohne einen ersichtlichen Grund Schluss gemacht.
Das ist auch hart für ihn, wenn Sancho so darüber nachdenkt.
Da fällt ihm jetzt Emma ein.
Denn sie hatte ihn in Flagranti mit einem anderen Mann in der Sauna beim Ficken erwischt.
Dann fällt ihm noch Tara ein. Sie ist fremdgegangen.
Mit einer anderen Frau.
Sie hat erfahren, dass sie lesbisch ist und sich mehr zu Frauen hingezogen fühlt.
Aber sie war diejenige, die ständig eifersüchtig war und dachte, ich würde schwul werden.
Doch untreu war letztlich Tara.
„Ein Mann ist ein gutes Accessoire, ein modisches Zubehör, wieder Schmuck für die Frau“, soll Co Co C. gesagt haben.
Da werden die Feministen echt geil, wenn sie so etwas hören.
Katharina hatte schreckliche Angst, Sancho zu verlieren.
Dieses schmerzende Gefühl steigerte sich zur Panik.
Flüchtig überlegte sie, ob sie Sancho in seinem Büro aufsuchen sollte.
Wie aus dem Gefühl geschossen, entscheide sie sich dagegen.
Ein Büro wie Sanchos ist eben nicht der richtige Ort, um über so private wie intime Dinge zu reden.
Katharina beschloss, Sancho anzurufen, um ihn zu fragen, wann er denn heute sein Büro verlässt und zu Hause ankommen wird.
Kaum hatte Katharina ihre eigene Wohnung betreten, läutete das Telefon.
Sie stürzte wie ein Pfeil an den Apparat.
Wie durch einen Zufall: Es war Sancho, der sich meldete.
Erleichtert lächelte Katharina.
„Sancho.“ „Das muss Gedankenübertragung gewesen sein“, sagte sie. Denn ich wollte dich gerade anrufen und dich fragen, wann du heute Abend zu Hause bei dir bist. „Ich wollte dich überraschen und ich habe ja noch deinen Schlüssel.“
„Entschuldige, Katharina, tut mir Leid, mit deiner Überraschung wird es heute Abend nichts“, antwortete Sancho. „Ich fliege in einer halben Stunde nach Mailand.“ Und ich habe versucht, dich des Öfteren anzurufen. „Wo hast du gesteckt?“
„Ich hatte ein paar Besorgungen zu machen, mein Kühlschrank war leer“, antwortete sie erklärend. „Wie hätte ich wissen können, dass du es so dringend hast, mich anzurufen?“ Du willst wirklich nach Mailand? „Warum, Sancho?“
Ich denke, ich habe da einen zahlungsfähigen Kunden, der in Schwierigkeiten ist. Es geht um eine neue Kollektion, die in Europa an den Verbraucher gebracht werden soll. „Und ich muss sofort hin“, erklärte Sancho. „Kann sein, dass ich zwei, drei Tage weg bin.“
Katharina dachte, ihr schneller Herzschlag müsste aussetzen.
Aber Sie schluckte nervös.
„Ich hatte mich auf den Abend mit dir gefreut“, entgegnete sie traurig.
„Entschuldige, ich habe auch nicht damit gerechnet, dass ich heute Abend nicht bei dir bin.“ Aber ich kann meine Kunden nicht im Stich lassen. Er braucht einen kompetenten Berater und er hat nach mir gefragt. Wir holen alles nach, wenn ich zurück bin. Liebling, wir werden heute Abend noch telefonieren. Ich rufe dich an, sobald ich im Hotel bin. In Ordnung?", versuchte Sancho sie zu beruhigen.
Ja, ja. Sancho. Ich wünsche Dir einen guten Flug und viel Erfolg. „Ich liebe dich“, sagte Katharina.
Sancho war ein wenig in diesem Moment verwirrt, als sie ihm sagte, dass sie ihn liebt.
Katharina war völlig am Boden zerstört, als das kurze Gespräch beendet war.
Im Hotel angekommen, eilte Sancho gleich ins Badezimmer, um zu duschen.
Er sang unter der Dusche und es ist kaum zu glauben.
Aber wahr.
Gehört Sancho doch wieder zu den glücklichen Menschen, die Deutschland verlassen haben: Das Land der Träumer, Lügner und Märchenerzähler.
Das Wasser rauscht.
Das Wasser fließt.
Wenn das kein gewissenloser Grund zum geballten Trällern ist.
Eingehüllt in seinem duftigen Bademantel schlendert er zum Telefon, um Katharina noch schnell gute Nacht zu sagen.
Später lässt er sich vom Hotelpersonal noch einen kleinen Abendimbiss aufs Zimmer bringen.
Am nächsten Morgen erfreute sich die Sekretärin über mich, mit einem fröhlichen Lächeln, als ich das Vorzimmer der Kundenbetreuung betreten hatte.
„Michel Garde, der Chef hat übrigens schon angerufen“, berichtete mir die Sekretärin. „Heute am späten Nachmittag ist die sensationelle Modenschau von Donna Pee und danach gibt es noch ein Dinner, zu dem Donna Pee eingeladen hat.“ „Ist das nicht aufregend?“
„Und wie!“, erwiderte ich, denn lieben kann man sich immer noch.
Ich muss grinsen, als ich diesen Gedanken hatte, und dabei mit analytischen Blicken die Sekretärin mich so betrachtete. „Was gibt es sonst noch?“
Doch die Blicke kamen von der Sekretärin zurück und lächelte mir zu, als würde sie mir sagen wollen: „Ich will diesen Mann und mit ihm die Nacht der Nächte erleben.“
Schwer atmend streicht sie sich die langen und blonden Haare aus dem Gesicht.
Zwei Stunden später sitze er nun endlich im Büro des großen Chefs, Michel Garde.
„Sancho, du kannst den Vertrag mit mir bedenkenlos unterschreiben!“, sagte Michel zu mir und lächelte entspannt. „Meine Anwälte haben ein tolles Angebot ausgearbeitet, nachdem sie deine Business-Erfolge geprüft haben.“
„Ich habe dann, nach dem genauen Durchsehen des Vertrages, unterschrieben und nickte zufrieden.“
„Ich gebe den Vertrag dann unterschrieben an die Anwälte zurück“, sagte Michel.
Ich habe mir dann gleich eine meiner Kopien davon genommen.
„Puh, geschafft, heute ist mein Glückstag“, sagte ich oder dachte ich nur laut. „Ups.“ Oh. Oh. Oh."
„Ich fand deine Idee von Anfang an toll, als du sie mir am Telefon erklärt hattest“, sagte Michel zu mir.
Bei dem Gespräch und der Durchsicht des Konzeptes der Modenschau. Wenn das Konzept erfolgreich wird, mache ich einfach eine Verbesserung des Konzepts.
„Wird nicht einfach sein“, sagt Michel Garde.
„Es ist schon einfach im Leben?“, erwiderte ich mit einem Lächeln. „Okay, Michel.“ „Was haben denn eigentlich diese Zettel zu bedeuten?“
„Ja…, ich will differenzieren in Tages- und Abendmake-up“, gab Michel zur Antwort und dachte dabei nach, wie es eigentlich aussehen sollte. „Und zwar so, Sancho, dass man sich nicht nachmittags abschminkt, sondern so, dass man nur ein paar weitere Farbakzente auf das Tagesmake-up draufsetzt und ergänzt.“
„Neues“, erwidere ich begeistert. „Toll.“
„Ja, ich werde die Produktideen an die Chemiker geben, wenn du nichts dagegen hast“, sagte Michel. „Ich habe mit denen schon telefoniert und Sie wissen, was zu tun ist.“
Ich verstehe, Michel. „Hier!“ „Schau dir das noch mal an!“, erwiderte ich. „Hier habe ich noch die besten Fotos für die Produktionsbehältnisse beigelegt.“ „Es sind die Schachteln für Lidschatten, Lippenstifthülsen, Puderdosen und alle weiteren Varianten, die man sich überhaupt nur vorstellen kann.“
„Kreative Mischung“, sagte Michel überrascht und eindrucksvoll. „Sancho, das ist ja ein ungewöhnliches Design.“
„Das Lieblingsdesign?“, erwiderte ich. „Ich habe es mal entwickeln lassen.“ „Aber passte nicht und das ist jetzt auch egal.“
Michel Garde grinste leise und sah mich kontrollierend an.
Michel, ich will noch den Chefdesigner sprechen, den du für das Produkt vorgesehen hast, sagte ich fordernd. Ansonsten habe ich noch wahnsinnig viele Ideen.
„Es ist doch erstaunlich, Sancho, was du manchmal so machst“, bewunderte er mich, denn er hatte sich bei vielen kreativen Leuten aus unserem Business erkundigt, wer der Beste sei.
„Ich weiß es, ab und zu muss ich einfach ins kalte Wasser springen“, gab ich Michel zu.
„Ist es nicht wunderbar, eine gute Tasse Kaffee zu trinken, nicht wahr?“, fragte die süße Sekretärin, Jenny, eifrig.
Aber das sollte man wissen: Die Verlierer sind die Gewinner bei den gelangweilten Frauen.
Und die erfolgreichen Gewinner?
Das sind die Gewinner, weil Sie ja schon gewonnen haben.
Im Beruf zum Erfolg, und das war natürlich ein langer, steiniger Weg.
Doch die Frauen wollen die Gewinner als finanzielle Absicherung in ihrem langweiligen Leben, aber betrügen dann mit den Verlierern.
Denn es sind ja die Verlierer, die viel Zeit haben für die Frau, als für den beruflichen Erfolg und das Geld der anderen Leute.
Ich habe mir immer mal die Frage gestellt, ob Frauen wirklich auf Männer mit Muskeln stehen.
Im Fitnessstudio kann ich immer beobachten, wie Frauen den geilen Böcken nachsehen und wie die lächerlichen Hühner auf der Stange ihnen zugackern und mit ihren Blicken vernaschen.
Frauen lieben muskelbepackte Männer.
Manchmal auch nicht.
Aber diese Annahme ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nur ein Mythos.
Warum?
Eine österreichische Studie hat ergeben, dass sich der Großteil der Männer einen muskelbepackten Körper wünscht.
Und wünschen kann sich ja jeder etwas.
Ich sage: „Kann!“.
Zeigte man bei dieser Studie den Frauen Bilder von unterschiedlich muskulösen Männern, so entschieden sich nur wenige für den Typ Bodybuilder.
Der Großteil der Frauen gab stattdessen eher durchschnittlich gebauten Herren den Vorzug.
Da sollten Sie eine interessante Studie im Märchenland Deutschland, in Niedersachsen, machen, wo die langweiligen und naiven Frauen nach muskulösen Männern nachschleimen.
Es gibt ja auch einen Mangel an Männern in Deutschland, und so manche nicht prüde Frau macht sich selbst zwischen den Schenkeln nass. Sie onanieren.
Woher hat der Begriff seinen Namen?
Das hat mich sehr interessiert und ich bin der Sache nachgegangen.
Von Onan, einer biblischen Gestalt aus dem Ersten Buch Moses im Alten Testament.
Der Legende nach, das wird einer seiner – nicht glauben, egal, musste Onan die Witwe seines verstorbenen Bruders heiraten, um mit ihr ein Kind zu zeugen.
So bestimmte es sein Vater Juda.
Onan jedoch weigerte sich, unterbrach den Geschlechtsverkehr mit seiner Schwägerin und befriedigte sich selbst.
Zur Strafe dafür ließ Gott ihn früh sterben (Genesis, Kapitel 38).
Michel und ich waren gerade im Gespräch, als es an der Bürotür klopfte.
„Komm rein“, rief Michel.
Ich telefonierte gerade mit Katharina. Sie war überrascht von meinem Anruf, aber es ging ihr gut, sagt sie.
Janet Douré kam herein und versuchte sich nur auf Michel zu konzentrieren, um mich nicht anzusehen. Sie war unter dem Vorwand gekommen, Michel die neuen Schlüssel zu ihrem Apartment zu geben.
Sie setzte sich vor Michel und schrieb ihm noch die Geheimnummer zu ihrer Wohnungstür auf.
Janets Herz pochte wie wild.
Als ich mich umdrehte, um den Hörer aufzulegen, löste die Telefonschnur den Knoten an meinem Bauch.
Ich fasste mich an die Hüften und schaffte es nicht, weiter aufzufallen.
Dabei merkte ich, wie Janet mich dabei anstarrte.
Plötzlich fragte Michel Janet verwundert: „Wieso die neue Geheimnummer?“ „Das neue Schloss?“
Janet lächelte ihm nur verlegend zu, wobei sie die schamlosen Stellen nicht ausließ und kein Ereignis umschrieb.
Aber, das sollte eine Sicherung und ein beruhigendes Gefühl für sie sein, da ihr Exfreund noch ihren Schlüssel behalten hatte, um sich Zutritt zu ihrem Apartment zu verschaffen, und ihr erst einen Unfreundlichen erstattete.
Michel schwieg noch länger, hörte ihr zu und dachte nach.
Ich bin froh, dass du diesen verrückten Typen endlich losgeworden bist. „Ich schätze aber, du hast immer noch gewaltige Angst, dass er dich nicht in Ruhe lässt“, sagte Michel.
„Ich weiß es nicht“, erwiderte sie ängstlich und fing an zu weinen.
„Bitte komm doch heute Nacht zu mir!“, gab er ihr den Vorschlag.
Janet lehnte sich schützend an ihn.
Dabei legte er die Hand auf ihre Schultern.
Seine Fingerspitzen brachten ihren Nacken zum Glühen.
„Sancho, Janet und ich sind noch nicht besonders lange zusammen.“ „Ich mag sie sehr“, teilte er mir mit und lächelte dabei, glücklich natürlich, wenn man verliebt ist, so wie er.
Janet hatte es nicht leicht gehabt, als er sie kennengelernt hatte.
Janet musste sich das dämliche Grinsen verkneifen, wenn sie uns beide so betrachtete und zuhörte. Dabei war sie auch manchmal scheinbar in Gedanken vertieft, die keinem von uns etwas angingen.
Normalerweise macht sie sich nicht einmal die kleinste neugierige Mühe, dem fachlichen Gespräch von Michel und mir, über das Produkt zu lauschen.
Frauen sollte der Mann immer beobachten, wenn sie im Unternehmen mitwirken.
Kommt es zum Krieg, wird es unmoralisch.
Aber Vertrauen und Nähe sind gut.
Dennoch sollte man einer Frau noch näher sein.
Wir täuschen uns aber, wenn wir glauben würden, dass der weiße Hai, der Löwe und der Tiger die gefährlichsten Tiere sind.
Irrtum!
Es ist die Sandrasselotter, eine nur 80 Zentimeter lange Schlange, der mehr als 20 000 Menschen jährlich zum Opfer fallen.
Sie lebt im Nahen Osten, in Nordamerika und Zentralasien.
Ihr Gift ist fünfmal so stark wie das der Kobra.
Übrigens!
Der Löwe und der Tiger sind nicht einmal bei den Säugetieren die Spitzenreiter.
Es sind die Nilpferde – die Zwei-Tonnen-Vegetarier töten durchschnittlich 400 Menschen pro Jahr.
Dabei sollten wir uns doch einmal die Frage stellen, ob der Mann wirklich das starke Geschlecht ist, wenn wir uns die „Waffen einer Frau“ betrachten.
Übrigens: Gibt man den Kindern und den Frauen das Kommando, wissen Sie nicht, was Sie tun.
Dabei gibt es auch Fälle von rasanten Ausnahmen.
Ich las in einer Zeitschrift über einen naiven Bauern, der auch noch jung war.
Er klagte bei seinem Homöopathen, einem Arzt: „Was soll ich machen?“ „Was soll ich tun?“ „Meine Alte ist unzufrieden, wenn wir Sex hatten.“
„Ich will mit dir mehr Zeit für die Liebe!“, erwidert der Homöopath.
„Aber ich nicht“, muffelte und klagte der verzweifelte Bauer. „Von morgens bis abends bin ich auf dem Feld.“ „Wenn ich geil bin und gerade Lust habe, ist das verflixte Weib nicht in der Nähe oder sie schläft schon.“
„Und du, du als unser bester Schütze aus dem Schützenverein, nimm dir dein Gewehr mit!“ „Und wenn du Zeit für dein Weib hast, schießt du in der Luft“, meinte der Homöopath und grinste. „Dann weiß deine Alte Bescheid und kommt dich mal ganz schnell besuchen.“
Wochen später, beim Homöopathen, sitzt der verzweifelte und unverstandene Bauer in der Praxis. „Was ist los, Bauer?“, fragte ihn auch gleich der Homöopath, der Arzt. „Hat es mit deiner Alten nicht geklappt?“ „Ja schon“, berichtete der junge Bauer betrübt. „Aber vor einer Woche, Herr Doktor, hat die Jagdsaison begonnen“, der Bauer holte tief Luft, damit er weiter erzählen konnte, und schniefte seine Nase. „Seitdem hab ich meine Alte nicht mehr gesehen.“ Das passiert Männern, wenn sich Frauen langweilen. Denn Frauen sind wie ein Teller Suppe. Lässt sie stehen, warten, werden sie kalt. Dabei langweilt sich sogar der Vibrator. Wenn ich gerade über diese Sache denke, fällt mir noch eine Geschichte ein, die ich in einer Nachtbar aufgeschnappt habe, als noch ein älterer Mann anwesend war und uns alle unterhalten hatte. Er fing an zu erzählen und begann damit, dass er zum Arzt ging. Denn er wollte nächste Woche heiraten, teilte er uns und dem Arzt vor einigen Tagen mit. „Das ist ja schön für Sie“, erwiderte der Arzt grinst und lehnte sich bequem in die Stuhllehne zurück. „Und wie alt ist ihre Braut?“ „Keine Ahnung“, erwiderte er sorglos und mit viel Freude. „Dennoch, da muss ich sie warnen“, sagte der Arzt, „jegliche Aktivität im Bett könnte tödlich sein.“ „Aber ja, das ist Schicksal“, erwiderte der Alte, denn er war bereits 85 Jahre. „Wenn sie stirbt, dann stirbt sie.“ So viel Spaß gibt es im Leben. Aber, wer will schon Spaß im Leben?
Kapitel 9
Ich weiß nicht, ob Sie das wussten, liebe Frauen.
Denn ohne schriftliche Erlaubnis ihres Ehemannes dürfen Frauen im amerikanischen Bundesstaat Vermont kein künstliches Gebiss tragen.
In Deutschland brauchen sie die Erlaubnis von der Krankenkasse, ob sie für ihr Gebiss etwas zuzahlen müssen oder nicht.
Ich denke mir immer, dass jeden Tag etwas anderes passieren kann.
Und kein Tag ist so wie jeder andere.
„Am liebsten möchte ich dich immer so in meinen Armen halten“, sagte Katharina, als ich unerwartet wieder in Berlin eingetroffen war.
Ich lachte.
„Wenn wir so beieinander bleiben, würden wir eines Tages vor leidenschaftlicher Entkräftung sterben. „Glaubst du nicht, Sancho?“, wollte sie wissen.
Ich sah Sie verblüffend an. Dabei bemerkte ich das Leuchten in Ihren Augen, die so weich wirkten.
„Heute Morgen mache ich das Frühstück“, gestehe ich ihr im Bett, wo sie gerade mit ihren Händen zwischen meinen Beinen fummelte. „Schinken und Eier, auch Käse müsste ich noch im Haus haben.“ Katharina reckte sich und lächelte zufrieden.
Diesen kurzen Augenblick nutzte ich gleich, um ins Badezimmer zu flüchten.
„Bitte eine starke Tasse Kaffee!“, schrie sie mir ins Badezimmer nach.
Katharina war glücklich und sie fühlte sich einfach fantastisch.
Wie immer, wenn sie mit mir geschlafen hatte.
Sie sagt ja immer, dass mit mir alles anders ist, wie mit den Männern, die sie schon hatte.
Zu stark war das, was sie für mich empfand.
Nur zu gut hätte Katharina den ganzen langen, schönen und sonnigen Vormittag mit mir im Bett verbracht.
Warum nicht?
Denn sie war natürlich sehr sicher, dass sie sich keine einzige Sekunde gelangweilt hätte.
Katharina hat ein gutes Gefühl, wenn sie nur daran denkt.
Aber da war ich, der Entdecker, der bestimmt schon Ihren G-Punkt gesucht und gefunden hatte.
Dass sie in dieser Nacht im siebenten Himmel ihrer Gefühle war.
Es wurde Zeit, dass Katharina auch ins Badezimmer kam, um sich fertigzumachen.
Ich beobachtete sie im Spiegel, wie sie mit ihrem anmutigen Gang, so splitternackt, ins Badezimmer kommt.
Ein zärtlicher Kuss von hinten, in meinem Nacken. Plötzlich stand sie vor mir.
Ich fühlte mich prächtig, als könnte ich heute die ganze Welt auf den Schultern tragen.
Kann ich aber nicht.
Nicht heute.
Klar!
Nichts ist mit diesem unglaublichen Gefühl vergleichbar, das ich nach dem Sex mit Katharina empfand.
Die Liebe mit Katharina war eine Offenbarung für mich.
Etwas ganz Neues.
Etwas Wunderbares, das nicht so schnell vergehen konnte.
Ich zog mal meinen kurzen schwarzen Bademantel an und ging in die Küche.
Klar, um Frühstück zu machen.
Denn das machen Männer so.
Oder?
Halt die „Klappe“!
Ich wollte Katharina verwöhnen.
„Du bist ein ganz toller Mann, Sancho“, sagte Katharina, als sie aus dem Bad kam und auf dem Stuhl in der Küche lässig und gut gelaunt Platz nahm.
Ich füllte Ihren Kaffeebecher.
„Sancho, du verwöhnst mich“, sagte sie. „Ich habe das Gefühl, dass ich mein ganzes Leben verändert habe, seit ich dich kenne.“
Ich lächelte und ging mit diesem Lächeln zum Herd zurück, um die Eier auf dem gebratenen Speck zu zerteilen.
Schob einen Teil Eier auf den Teller und reichte ihn Katharina.
Dabei holte sie schon die Roggenbrötchen aus dem Backofen, die zum Aufbacken waren.
„Das sollten wir öfter machen“, meinte Katharina, als ich mich ebenfalls an den Tisch setzte.
Sie berührte meine Wange und streichelte sie, was ich überhaupt nicht kann, wenn mich eine Frau oder jemand anderes über die Wange wie ein kleiner Junge streichelt.
Das erinnert mich immer an meine Oma.
„Was meinst du?“, wollte ich wissen und war immer noch irritiert, von ihren mütterlichen Wangen gestreichelt.
Katharina lachte und ließ es sich schmecken.
Vielleicht wollten wir über so viele Dinge reden, aber es war kein ausführliches Gespräch, wie Gelaber geworden ist.
„Ja, ich könnte und konnte es nicht ertragen, ohne dich zu sein“, machte sie mir zu verstehen.
Ich winkte beruhigend ab.
„Wir werden schon eine Möglichkeit finden, Katharina“, erwiderte ich. „Was hältst du denn davon, wenn wir zusammen ins Big Business steigen?“
Katharina reichte mir noch ein warmes Roggenbrötchen aus dem Backofen.
Auf meine Frage zuckte sie nur mit den Schultern, so gut sie nur konnte.
Und das konnte sie gut.
Frauen.
Katharina schob sich einen kleinen Bissen in den Mund.
„Warum nicht?“, fragte sie mich wieder.
Frauen.
Fragen, Fragen, Fragen. Ich habe keine Lust mehr, was zu sagen, wenn ich andauernd Fragen als Antwort bekomme.
Wie langweilig, denk ich nur.
Katharina nahm nachdenklich einen Schluck Kaffee.
„Es ist möglich“, sagte sie. „Für meinen Liebling würde ich alles tun.“
Ich sah auf die Uhr.
„Es wird Zeit.“ „Ich muss mich beeilen“, sagte ich plötzlich, denn ich musste ins Büro.
Ich stand auf und ging mich anziehen.
Was ich auch anhatte. Katharina fand, dass ich hinreißend darin aussah, wenn ich sie fragen würde.
Aber das habe ich nicht.
„Heute Abend?“, fragte sie, als sie mich noch einmal in die Arme zog.
„Ja doch“, antwortete ich ihr. „Aber ich kann jetzt noch nicht sagen, wann ich da sein werde.“
„Ich warte auf dich, hier in deiner Wohnung, Liebling“, versprach sie und brachte mich zur Tür.
Abends holte ich die schon wartende Katharina mit dem Wagen aus meiner Wohnung ab.
Sie sollte sich hübsch machen, habe ich ihr mitgeteilt, als ich in ihrer Boutique angerufen habe.
Katharina hat sich für mein Lieblingskleid entschieden.
Denn es ist lang, sehr schmal geschnitten und aus schwarzer Seide.
Dazu trägt sie eine kleine rote Handtasche.
Ich gebe ihr zur Begrüßung einen Kuss auf den Mund, der mit Lippenstift versiegelt war.
Aber kussecht.
Der Lippenstift mit Mokkageschmack.
Lecker.
„So schön bist du, Kati“, sagte ich. „Kannst du etwa zaubern?“, fragte ich auch gleich nach und nahm ihre Hand.
„Ich wünschte, ich könnte es“, gesteht sie mir. „Ich wünschte, es gäbe ein Parfüm, das dich total in mich verknallt macht.“ Vom Kopf bis zu den Zehen.
„Aber mit den Zaubern kannst du noch üben.“ Allerdings habe ich tatsächlich bereits ein Duftdesign kreiert. Und vor vier Jahren habe ich einen japanischen Modemacher unter Vertrag genommen. Für Ihn habe ich diesen Duft des Parfüms entwickeln lassen. Es sollte nicht typisch Japanisch wirken. Damals ist ein großartiges Design entstanden. Schön, unprätentiös und erstklassig. „Wahnsinnig geschmackvoll und mit viel Unterstatement, zur Untertreibung.“
Du bist schon ein erstaunlicher Mann. „Gelingt dir eigentlich alles, was du anpackst?“, sagte sie bewundernd.
„Dann mach es einfach!“, erwiderte ich und grinste wie ein Schelm.
Wie grinst denn ein Schelm?
Was mir auf jeden Fall gelingt, ist unglaublich, aber total verrückt, mich in diesen Moment in Katharina zu verlieben.
Sie hält auch noch meine Hand in ihrer.
„Ist etwas passiert?“, flüstert sie verliebt und schaut mir tief, sehr tief, in die Augen.
„Oder weißt du es?“, fragte ich verschüchtert.
„Frag nicht!“ „Sag du es mir, Sancho!“, erwiderte sie und grinste mir nur zu.
Aber das reichte schon, um mich emotional schwach zu machen.
Da bin ich aber doch noch sehr misstrauisch gegenüber Frauen, auch immer noch bei Katharina. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass, wenn Frauen meine Gefühle getroffen haben, sie dich abschießen wollen.
Frauen sind wie Kamele.
Erst lassen sie dich an den Höckern (Brüsten, Titten) spielen und du fällst runter, dann trampeln sie nur noch auf dich herum.
Ich habe angefangen, das unfaire Spiel der Frauen zu durchschauen.
Aber mein gesamtes männliches, dramatisches und abenteuerliches Seelenleben lege ich bei Katharina nicht sofort auf dem blanken Silbertablett.
Nee, nee.
Nee.
Katharina fängt an, mich aufregend zu küssen.
Da sitzen wir nun im vornehmen Restaurant, dachte ich, halten uns an den Händen, wie es frisch Verliebte so machen.
Sie nicht?
Und wir knutschen.
Sie auch?
Jetzt?
Ich habe Schwierigkeiten, ehrlich, so schnell von der Wolke sieben wieder runter an den Tisch zu kommen.
„Kann ich den Herrschaften noch etwas anbieten?“, fragte der Kellner, der uns in einem unmoralischen Moment entdeckt hatte.
Wir tauschten mit leichtem, lauten Lächeln einen kurzen Blick aus und schüttelten synchron den Kopf.
„Nur die Rechnung, bitte und diese bitte flambiert“, sagte ich bestimmt.
Der verblüffte junge Kellner stutzte über diese außergewöhnliche Information und ging, um die Rechnung zu bringen.
Ich zahlte schnell.
Wir verschwanden kichernd aus dem Restaurant und stiegen in den Wagen.
Katharina schmiegt sich an mich und will mich auch nicht mehr loslassen.
Zärtlich fühlt sie sich in meinem Arm aufgehoben. Sehr zärtlich.
Ein herrliches, leidenschaftliches Prickeln fühlt sie in sich und träumt mit geschlossenen Augen von unseren innigen und wilden Küssen, die bis zu Besinnungslosigkeit führen.
Wir sind wie die Tiere, die Ihre Beute zerfleischen. Dabei lieben wir uns zur göttlichen Ohnmacht, zum kleinen, geilen, schamlosen und hemmungslosen Tod, und fallen irgendwann zusammen in einen heißen Liebeswahnsinn.
Dabei bemerkte ich ein leises Kichern in ihrem Gesicht, als sie sich noch näher an mich zog.
In ihrem Traum zerfloss sie wie heiße Schokolade von meinen zarten Küssen auf ihre rötlichen Wangen, die Nase, den nackten Hals und ihren warmen, zarten Busen.
Sie schmiegt sich noch enger an mich.
Plötzlich ist Katharina leicht erwacht.
Aber vor lauter Glück schläft sie auf der Fahrt nach Hause in meinen Armen ein.
Aber wie stellte ich mir eigentlich immer eine ideale Frau vor?
Diese harmoniesüchtige Frau sollte sich mir unterwerfen, total emotional, wie sexuell.
Prüderie sollte für sie ein Fremdwort sein, das auch einem Vibrator nicht langweilig wird.
Diese Frau sollte leidenschaftlich willig und ohne Scham sein.
Sie sollte splitternackt sein und zu der eigenen Nacktheit ein gutes Verhältnis haben.
Sie sollte sich selbst lieben.
Es sollte keine Frau mit roten Haaren sein, auch nicht gefärbt, oder so, wie schweineblond.
Schlechte Erfahrungen?
Keine Ahnung.
Es muss eine Frau sein, die gut duftet und gut gekleidet ist.
Sie sollte auf der Straße Pumps oder Hakenschuhe tragen können.
Rasiert sollte sie am ganzen Körper sein.
Auch da…
Eine Frau soll es sein, die eine charmante Muse für mich ist und mich beschützt.
Tragen sollte sie keine Unterwäsche. Wenn, dann sollte sie Strümpfe mit Strapsen tragen.
Mindestens die Fußnägel sollen lackiert sein.
Sie sollte mich jeden Tag zum Lachen bringen und mich ab und zu auch überraschen.
„Ihren steinigen Weg im abenteuerlichen Leben sollte sie mit mir gemeinsam gehen.“
Auf der Heimfahrt dachte ich darüber nach, alles in meinem Leben im Blick und unter Kontrolle zu behalten.
Ich bin zu stolz.
Zu eigensinnig?
Was für ein Bild habe ich eigentlich von anderen Menschen?
Ach, Scheiß auf das Selbstmitleid.
Ich habe eine schlechte Angewohnheit und zerbreche mir immer den Kopf über die Frauen.
Wie immer.
Es sollte mit den Frauen einfach nicht anders sein.
Was können Menschen schon gegen schlechtes Wetter machen?
Und Frauen sind wie das Wetter.
Das stelle ich immer wieder fest.
Nur sie wollen es nicht für wahr haben, was sie mit ihren Männern für ein Gefühlschaos anstellen.
Was für ein absolutes Theater mit dem weiblichen Geschlecht.
Katharina bemerkte plötzlich, wie sich meine rechte Hand um ihre rechte Hüfte schmiegte, bis meine Finger beinahe ihre Hinterbacken umspannten.
Die Haut auf ihrer nackten Schulter stand in Flammen und sie glaubte, vor Geilheit verglühen zu müssen.
Als ich Katharina in meine Arme nahm, war sie so warm und lebendig.
Unsere erhitzten Bewegungen ließen die Schlafzimmertür aufschwingen.
Zum ersten Mal sah ich sie wahrhaftig.
Und das schien sie zu spüren, denn sie offenbarte mir ihre geheime Seele, indem sie sich mir leidenschaftlich öffnete.
Es war ein unvergesslicher Liebesakt für uns.
Ein Liebesakt, von dem wir nicht einmal im Traum gedacht haben.
Himmlisch.
Ich zog ihren nackten, knackigen Hintern zu mir her und stieß dann mit Wucht in sie.
„Ja, fick mich!“, forderte sie mich mit Gier auf. „Ja, ich komme, ich komme“, stöhnte sie aus sich heraus.
Doch sie wollte noch nicht zum Höhepunkt kommen, denn sie genoss es, wie ich immer wieder heftig in sie stieß.
Ich bin noch lange nicht gekommen und sie war froh darüber.
Obwohl sie mich so erregt hatte.
Sie wollte mich von diesem Druck befreien.
Dann hatte sie mich in den Armen gehalten, und wir bewegten uns langsam, bis wir zusammen zum Höhepunkt gekommen sind.
Katharina schrie laut auf und küsste mich heftig und innig mit ihrer Zunge.
Wir hielten uns fest.
Hätte ich Katharina gelassen, hätte sie mich die ganze Nacht gevögelt.
Ich habe sie gelassen und wir haben die ganze Nacht gevögelt.
Neidisch?
Nach der Nacht, in der sie zusammen gewesen waren, hatte Katharina Sancho im Büro zweimal angerufen.
Es kam ihr so vor, jene Nacht als Traum oder als eine Vollrauschphantasie wahrzunehmen.
Diese Nacht war ohne Scham und Reue.
Katharina fand jene Nacht komisch.
In ihrem ganzen Leben mit den Männern hatte sie sich immer jemanden gewünscht, dem sie sich öffnen konnte.
Sie nahm einen Schluck Mineralwasser aus der Flasche.
Katharina wurde bewusst, dass im Leben nichts so klar ist, so eindeutig und so abgegrenzt.
Und sie begann zu glauben, dass in ihrer Liebe eine gewisse Kraft lag.
Ich ließ mich im Kreis meiner Mitarbeiter nieder, als sie erregt diskutierten, wie unser neuer Auftrag einer unbekannten Fashion-Agentur in Arbeit gehen sollte. Sie hatte bereits Aufträge aus Mailand, Barcelona und New York.
Das war sehr ungewöhnlich.
Dennoch gab es einen Mann, der viel Einfluss hatte in diesem krassen Business.
Die allgemeine Aufmerksamkeit schmeichelte mir.
Ich hatte einen Geschäftsbesuch bei einem Kunden hinausgeschoben, weil ich nicht sicher gewesen war, ob noch eine kleine Datei fehlte.
Eigentlich hatte ich nur Katharina im Kopf.
Trotzdem hörte ich gespannt zu, was die Designer, der Marketingmanager und die anderen Kreativen zu sagen hatten.
Das interessierte mich sehr.
Als sie dann über die Eigenarten der Länder sprachen, erzählte ich über die skurrilsten Gesetze der Welt:
Die Welt ist verrückt. Wenn zum Beispiel in Kentucky ein Mann keinen Hut käuflich erwerben darf, ohne Begleitung seiner Frau.
Hätte man gedacht, dass sich Pärchen in Ungarn nur im „Darkroom“ lieben dürfen? Selbst in den eigenen vier Wänden steht Liebe bei Licht unter Strafe.
In der Schweiz ist es gesetzlich verboten, Autotüren zu zuknallen.
Kaum zu glauben, aber echt kräftig.
Oder in Pennsylvania darf kein Mann ohne schriftliche Genehmigung seiner Frau Alkohol kaufen.
In Japan gibt es ein gesetzliches Recht auf Sonnenschein.
Deshalb durfte zum Beispiel ein Hochhaus nicht gebaut werden, weil sein Schatten zu lang geworden wäre.
Oder in Los Angeles darf man nicht mehr als zwei Babys gleichzeitig in derselben Wanne baden.
Wer macht das schon?
Sie, etwa?
Bruderzwist ist in Bhutan vorprogrammiert, denn im Himalaja-Königreich darf der jüngere Bruder erst zur Sache kommen, also zum Ficken, wenn der Ältere seine Unschuld verloren hat.
Dumm gelaufen.
Und wenn der Ältere ein Spätzünder ist?
Britische Taxifahrer dürfen auf allen öffentlichen Straßen ihr Fahrzeug nicht verlassen.
Sollte ein natürliches Bedürfnis das jedoch erfordern, so dürfen sie laut Gesetz gegen das Heck ihres Fahrzeuges urinieren, solange sich dabei eine Hand am Fahrzeug befindet.
Tja, ist nichts mit dem freihändig Pinkeln für die Briten.
Barfuß im Park?
Nicht in China.
Wegen Fußgeruch?
Füße gelten in China als Objekt der Begierde. Männer, die einer Frau auf die Zehen starren, wandern umgehend ins Gefängnis.
Das Absurde dabei: Ist die Frau ganz nackt, darf der Mann ruhig mal einen Blick riskieren.
Aber hier der „Hammer“: Wer im US-Bundesstaat Arizona einen Kaktus fällt, der muss mit bis zu 25 Jahren Haft rechnen. Und? Ordnung muss sein!
Im Stadtstaat Singapur stehen Paare ziemlich unter Leistungsdruck.
Oralverkehr ist dort nämlich nur erlaubt, wenn es dem Beglückten gefällt.
Woran er oder sie das erkennt, darüber schweigen sich die Politiker aus.
In der UdSSR war es gesetzlich verboten, in einem schmutzigen Auto zu fahren.
In Estland, der Hauptstadt Tallinn, haben sich die Beamten was ganz besonders Perfides einfallen lassen.
Denn eine Vorschrift verbietet das Schachspielen beim Sex.
Und es ist noch nicht mal eine Sommerlochidee.
Verstanden?
Auch Geraldine wollte alles ganz genau wissen, wie Chris.
Geraldine hatte schon immer eine Vorliebe für die Sitten und Bräuche in den fremden Ländern.
Geraldine war eine praktizierende Katholik.
Ich hatte mir eine Zigarette angezündet, denn ich machte für mich heute mal eine Ausnahme. Beantwortete geduldig alle Fragen, die von meinen Mitarbeitern gestellt wurden.
Dabei stellte ich fest, dass die ganze Bande ganz schön neugierig war.
Gut so.
Es wäre schlimm, wenn es nicht so gewesen wäre.
Meine Mitarbeiter waren überrascht, wie interessant ich erzählte.
Teilte man mir drei Tage später mit.
Bei einem Käffchen.
Die wissbegierige Bande ließ keinen Blick von mir, als ich weiter erzählte:
„Kennt ihr schon die total verrückten Gesetze aus den USA?“
Jetzt schon.
In West Virginia dürfen Kinder, die aus dem Mund nach Zwiebeln riechen, nicht zur Schule gehen. Witzig.
Aber war.
Ehrlich.
In Miami, Florida, ist es Männern verboten, sich in der Öffentlichkeit in einem Bademantel ohne Gürtel sehen zu lassen.
Aber noch prüder geht es in den USA zu, wenn 10 Bundesstaaten den Blowjob verbieten.
Sex-Toys sind auch verpönt.
Denn in Alabama werden Sie unter dem Ladentisch gehandelt.
Also, Bückware.
Ein Gesetz in North Carolina verbietet es Unverheirateten, vor der Ehe Geschlechtsverkehr auszuüben oder in einer gemeinsamen Wohnung zu leben.
Aber da muss ich nicht unbedingt nach North Carolina.
Denn in Deutschland gibt es schon solche Verrückten, Prüden, die auch ohne Gesetz den anderen Bewohnern verbietet, was sie selbst nicht auf die Reihe bekommen.
Jetzt: Wichtig, ganz wichtig für die Frauen.
In Arizona sind nur zwei Dildos pro Haushalt erlaubt.
Flirten allein kann in Little Rock, Arkansas, schon einen Monat Freiheitsentzug kosten.
In Detroit, Bundesstaat Michigan, ist es Männern gesetzlich verboten, ihre Frauen an Sonntagen böse anzuschauen.
Verrückt die Amis.
Und in Virginia verhängte jetzt eine Kleiderordnung, wonach jeder Stringtanga, der aus der Jeans hervorblitzt, 50 Dollar Strafe kostet.
Langweilig.
Aber gut, denn dann blitzt es nicht mehr so aus der Jeans, wo der Arsch wie ein Fahrradständer aussieht.
Das passt jetzt gut, denn während der Fischfangsaison ist es Männern im Bundesstaat New Jersey untersagt, zu stricken.
In einer Kleinstadt in Wisconsin darf ein Mann keinen Schuss abgeben, solange seine Frau einen Orgasmus hat.
Geht's Kurioser?
Er sollte lieber beim Stricken bleiben und sich nicht erwischen lassen.
Also, es geht noch, denn wer in den Straßen von Little Rock, Bundesstaat Arkansas, flirtet, kann mit 30 Tagen Gefängnis bestraft werden.
Kann! Muss aber nicht.
Oder?
Ja, in Florida dürfen Männer nicht einmal die Brüste ihrer Liebsten küssen.
Das gefällt den Weibern.
Was?
In Kansas ist es verboten, sonntags Schlangen zu essen.
Wer will das auch?
Gipfel: Nonsens, denn in Washington sind Liebesspiele nur in der Missionarsstellung erlaubt.
Und die Ehemänner in Arkansas dürfen ihre Frauen durchaus schlagen.
Allerdings nicht öfter als einmal im Monat.
Vielleicht haben diese Frauen Orgasmusprobleme. Und diese Frauen bekommen dadurch großes Verlangen und die Ausdauer steigt bei beiden.
Die Unterhaltung dauerte ziemlich lange und mit einem breiten Lächeln beendete ich diese Diskussion.
Ich griff nach der geschlossenen Flasche Mineralwasser, öffnete sie und nahm einen Schluck daraus.
Simone stellte die Kaffeemaschine ab und nahm eine Tasse.
Dann kehrte ihr Blick zu mir zurück und grinste, denn sie war sprachlos und konnte es nicht glauben, was so alles in diesen Ländern gespielt wird. Simone war Single und hatte keine Kinder und wusste, wie man sich auch ohne Mann das Leben versauen kann.
Sie war vernarrt in mich.
Doch blöd für Sie, dass ich es schon seit Tagen bemerkt habe. Ich weiß, wie Frauen so etwas machen.
Simone stellte die Kaffeemaschine ab und nahm sich eine Tasse.
„Dann hör mit den skurrilen Geschichten auf, Sancho“, forderte sie mich mit einem reizenden Lächeln auf und meinte ängstlich, dass sie es mit der Angst bekommt.
Simone füllte die Kaffeetasse und setzte sich zu mir auf den Tisch.
Sie schlug ihre Beine übereinander und deutete eine Länge an, die ich nicht übersehen durfte.
„Schon gut, Simone.“, seufzte ich ungeduldig.
„Bekommst du es mit der Angst zu tun, Sancho?“, wollte sie wissen.
Ich schwieg und lächelte ihr nur zu.
„Sancho, ich bin von dir als Chef beeindruckt“, gesteht Simone. „Verstehst du das nicht?“
Mit Simone hatte ich wirklich jetzt ein Problem.
Klar, sie war meine beste Mitarbeiterin aus der Marketingabteilung.
Erfahrungen mit Männern hatte die wohlbehütete Simone kaum gehabt.
Oder sie tat nur so.
Aber ich hielt von Simones Aktion nicht viel davon. Sie war für mich ohne Reiz.
„Du bist verrückt, Simone“, versuchte ich ihr zu erklären, und sagte ihr, dass ich in einer Beziehung bin und auch keinen Bock auf einen Seitensprung mit ihr habe.
Simone war sechsundzwanzig.
Sie war eine alleinstehende Frau.
Sie will keine Partnerschaften mit Verantwortung und so einen Scheiß.
Für Kinder hatte sie nichts übrig.
Es reichten ihr die lauten, nervigen Schreie auf den Straßen und das Versagen der Mütter mit ihren kleinen Arschlöchern.
Manchmal fühlte Simone sich so wild und ungestüm, dass sie dachte, sie müsste etwas ganz Verrücktes tun.
Es war für sie manchmal schwer, allein zu leben.
Die Männer, die sie bis heute hatte, konnten ihr nicht die Liebe und Zärtlichkeit geben, nach der Simone so sehr verlangte.
Sie war eine bemerkenswerte Frau, die Wünsche und Sehnsüchte hatte.
Simone stand, schwenkte sich locker vom Tisch. Und stellte unsere leeren Tassen in die Schüssel mit dem anderen verschmutzten Geschirr.
In ihrer engen, ausgewaschenen blauen Jeans und der weißen Bluse, die sie locker über die Jeans hatte.
Das blonde lange Haar war leicht gelockt, aber hochgesteckt.
So wirkte sie sehr jung, fast mädchenhaft.
Eigentlich hatte Simone immer jünger ausgesehen, als sie war.
Frauen wollen das so. Gerade wenn sie älter werden und auf die Dreißig gehen.
Aber es waren ihre strahlenden Augen, die immer irgendwie verwundert und ein bisschen hilflos dreinblickten.
Wenn sie es so wollte.
Ihr hübscher, voller Mund sah aus, als würde er gern lachen.
Aber die süße Simone konnte auch gewaltig, sehr gewaltig, zornig werden.
Simone beschloss, ihre Sachen im Büro in Ordnung zu bringen und nach Hause zu fahren.
Ihre Nachbarn haben Sie zu einer Grillparty heute Abend eingeladen.
Es fehlte Simone also nicht an Kontakten.
Doch Simone war optimistisch und sagte sich, dass eines Tages irgendetwas geschehen würde, das alles verändern würde zwischen uns beiden.
Oder zwischen mir und ihr?
Wer wusste das schon?
„Mein Gott, ich bin spät dran!“, stellte ich mit lauten Worten fest und warf nochmalig einen schnellen Blick auf meine Armbanduhr.
In der Eile kam Beate, ein blassblondes, über schlankes Mädchen, trat mit einem kurzen Klopfzeichen in mein Büro und legte mir eine Unterschriftenmappe auf den mit Akten überfüllten Schreibtisch.
„Sancho, morgen Früh brauche ich alle Unterschriften für unseren Auftrag für die Vernissage“, erklärte Beate und lächelte zufrieden. Obwohl sie hatte, dass ich heute Abend auch einmal in Eile gewesen bin.
„Du weißt ja, Sancho.“ beruhigte mich Beate. Bei so viel Verständnis musste ich ein breites Grinsen auflegen.
Ich lächelte.
Beate dachte: Sancho sieht besonders sympathisch aus, wenn er lächelt, dieser sportliche, dunkelhaarige Mann mit lustigen graubraunen Augen.
Ich betrachtete gelegentlich Beate mit ihren roten Fingernägeln.
„Mit Bob Simon in New York wolltest du noch telefonieren“, sagte Beate.
„Ja, Beate, aber nicht heute“, erklärte ich ihr und sah auf meine Armbanduhr, die auch noch funktionierte.
Wenn ich jetzt nicht eine Fliege mache, bekomme ich Stress mit Katharina, dachte ich mir.
Nur mal so.
Beate lächelte.
„Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend“, sagte ich.
„Bis morgen früh, Sancho, und nicht die Mappe als Erstes zum Unterschreiben vergessen“, rief sie mir noch nach.
„Wenn wenigstens Sancho schon hier wäre, dann würde das schmackhafte Essen nicht kalt werden“, jammerte Katharina vor sich hin.
Sie trinkt gerade einen Tee mit Honig, zur Beruhigung. Nachdenklich starrte sie in die Teetasse.
Eine Stunde später schleicht sich Sancho in die Wohnung.
Als er zu allem Übel auch noch über den schwarzen Lederhocker stolpert, hält ihn Katharina fest.
Es war für ihn unverständlich, woher sie plötzlich herkam.
„Warum schleichst du hier wie ein Irrer durch die Wohnung?“, fragte sie mich.
„Das war kein allzu großer Aufwand, kannst du glauben.“ „Ehrlich.“, erwiderte er und lachte laut los.
Katharina schaut ihn skeptisch an.
„Wenn du meinst“, sagt sie.
„Ja, sie ist die Marketingchefin für Parfüm“, erklärte er Katharina wegen seiner Verspätung.
Sie ist für die dekorative und pflegende Kosmetik zuständig.
Simone hatte noch dringende Fragen, die wir heute noch besprechen mussten.
„Das ging ruck, zuck.“
„Ruck, zuck“, wiederholte Katharina blöde und folgte Sanchos Blick.
„Wir trinken aus hohen Gläsern?“, fragte Sancho mit einer spöttischen und witzigen Ironie, doch Katharina fand es nicht so prickelnd, wie er es an ihrem Blick erkennen konnte. „Aha, Champagner, immer das Beste für Katharina.“
„Und, jetzt ist Schluss, du übertreibst!“, sagte sie und warnte Sancho mit ihrem stechenden Blicken.
Als sie sich auf die Couch setzen, schließt Katharina eines ihrer nackten Beine. Sie hatte nur noch einen weiß-seidenen Kimono an, den sie sich zwischendurch angekleidet hatte, wie eine Anakonda von hinten um Sanchos Weichteilgegend.
Dann drehte sie den ahnungslosen Sancho zu sich um und küsste ihn leidenschaftlich genussvoll auf den Mund.
Mit ihrer nassen Zunge.
Nun stellte sie ihr Champagnerglas ab und sie führte Sancho direkt küssend ins Schlafzimmer.
Auf dem Weg dorthin hatte sie seine Klamotten in einem unbeschreiblichen Gerangel vom Leib gefummelt.
Sie war plötzlich splitternackt und mit ihren Brüsten rieb sie sich an ihn auf Hochtouren.
Es war eine unvergessliche Nacht, die Katharina und Sancho am nächsten Morgen immer noch beim Frühstück in den Gliedern spürten.
Ich saß an meinem Schreibtisch und kaute an meinem Kugelschreiber, genervt und noch geschafft von der Nacht herum.
Ich fuhr mir mit der linken Hand durch das kräftige, kurz geschnittene, schwarze Haar.
Und ich hoffte sehnlichst, dass etwas ganz Verrücktes geschah.
Dieser ungewöhnliche Wunsch erfüllte sich schneller, als ich gedacht hatte.
Plötzlich kam meine Sekretärin Beate ins Büro, um die Unterschriftenmappe zu holen.
Leider lag sie immer noch da, wo sie schon gestern Abend gelegen hatte.
Eigentlich lag sie bis eben gut da.
Beate verdrehte wie immer ihre Augen um den ganzen Globus.
So kannte ich sie, wenn es nicht so funktionierte, wie sie es gerne wollte.
Ich knallte den Kugelschreiber auf den Schreibtisch und stürzte mich interessiert auf diese Unterschriftenmappe.
Nach einem kontrollierten Durchsehen der Unterschriftenblätter gab ich meine Unterschrift.
Beate sah mich prüfend an, damit ich auch keine Unterschrift vergesse.
In diesem Moment klingelt das Telefon.
Beate nahm die unterschriebene Mappe und ging mit eiligen Schritten aus dem Büro.
Ich nahm den Telefonhörer ab und eine weibliche Stimme sprach mich schüchtern an.
Es war Simone, sie wollte wissen, ob ich es ihr übel genommen habe, als sie gestern Abend…
Ich teilte ihr mit, dass sie sich keine Gedanken machen sollte. Es war süß von ihr.
Aber…?
Ich gehöre nicht zu den Männern, die auf drei, vier, fünf und sechs verschiedenen Hochzeiten tanzen.
Das gibt nur Ärger und Stress mit den verzweifelten Frauen.
Ich liebte es, zu schwimmen und mich für meinen Job fit zu halten.
Nur schwimmen mochte ich nicht so sehr, wie baden am Meer oder Sonnenbaden am Strand.
Als angenehme Sportart fand ich das Laufen.
Heute war das Wetter so prächtig, dass ich schon sehr früh für heute das Büro verlassen habe.
Die Sonne war prächtig auf dem Weg nach Hause in meinem Wagen und sie strahlte von einem wolkenlosen Himmel.
Der leichte Sommerwind überkam mich im Cabrio und duftete nach Lindenblüten.
Mit einem Satz war ich aus dem Wagen.
Ich zog die Tür hinter mich zu und schaute hinauf in den sonnigen Himmel.
Dabei kommt mir der fiktive Gedanke: wie der ideale Traummann für eine langweilige Frau aussieht.
Für viele Frauen habe ich das Gefühl: Sie muss nicht gerade langweilig sein, dennoch sie muss nicht wissen, was sie will, denn dieser Mann sollte gemein sein.
Dann sollte er besonders gefühllos sein.
Für die Dienerin unter den Frauen sollte er ein Egoist sein.
Mit eins, zwei, drei oder vier Schritten war ich anschließend am Haus. Genau in diesem Augenblick tauchte Katharina auf.
Sie hatte mich schon vom Fenster aus gesehen. Da standen wir. An der Haustür gegenüber und grinsten uns zu.
Ich sah die hübsche Frau nur an.
Katharina sah so appetitlich aus, in einem kurzen roten Kleid, das ihre bemerkenswerte Figur auf anmutige, sehr erotische und verführerische Weise unterstrich.
Katharina holte bei diesen durchdringenden und erhitzten Blicken tief Luft.
Plötzlich und unerwartet wie enttäuschend zogen Wolken auf, als ich im Badezimmer war, um zu duschen.
Der unangenehme Wind hatte aufgefrischt und kam von Westen.
Woher sonst?
Überraschend war Katharina dabei, die Betten zu beziehen.
„Aber, es wird bald regnen“, teilte mir Katharina mit und sah zum Fenster hinaus.
Als ob ich das wissen wollte.
Sie schob das Kopfkissen mit angestrengtem Gestöhne in den Bezug und knöpfte ihn zu.
Als Katharina fasst mit den Betten fertig war, zog sie sich splitternackt aus und ging ins Badezimmer. kommt zu mir unter die Dusche.
Ich machte ein ziemlich betretenes Gesicht, als sie mir zwischen die Beine fasste.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte sie mich.
„Als ob ich das wüsste“, erwiderte ich und grinste. „Du bist ja so nett zu mir.“
„Das habe ich auch schon bemerkt“, sagte Katharina.
Katharina und ich hörten, wie in der Ferne der Donner grollte und die ersten Blitze aufkuckten.
Katharina musste lächeln, als sie mich von oben bis unten streichelte.
Aber dann sagte sich Sancho, dass er das verflixte Leben nehmen musste, wie es kommt und kam.
So übel war die Vorstellung nicht, mit Katharina in einem Dach zu leben.
Es wäre eine aufregende Sache, fand Sancho.
Am nächsten Morgen empfängt mich eine Stylistin, sie ist perfekt und durchgestylt.
Es war Ciciele de Fere und sie trägt einen toll sitzenden weißen Hosenanzug.
Dazu halbhohe schwarze Pumps.
Eine hübsche, hellblaue Seidenbluse gab den letzten Pfiff.
Nur die Haarspange mit den kleinen roten Röschen verrät ihre extravagante Ader.
Schrecklich.
Dagegen bewunderte sie mich wie ein „Gott“.
„Vielen Dank für deine anmachenden Komplimente, „Ciciele“, sagte ich. „Du siehst aber auch ausgesprochen schick aus.“
„Und was hast du alles Schönes für mich?“, fragte sie mich, bevor wir uns verplappern, und meine kostbare Zeit ist zugeschüttet, mit uninteressantem Gelaber.
„Ich war schnell auf deine Bitte und habe dir für deine Pressekonferenz noch mal schnell ein Skript geschrieben.“, sagte ich ihr.
Ich atmete tief durch. „Tja, Ciciele.“ „Auf eines kannst du dich schon mal gefasst machen, denn die Paparazzi werden fotografieren wie die Wilden.“
Zwei Tage später.
Die Presse hat es mit den Sternen.
„Ich bin im Moment der Shootingstar der Szene“, sagte Ciciele und lobte sich selbst. Es tat ihr auch gut, es wieder einmal geschafft zu haben. „Ich bin der Stern am Kosmetikhimmel!“
„Aber, Ciciele“, sagte ich. „Du bist brillant.“
In ihrem eigenen Kopf arbeitet es.
Sie ist hin und her gerissen von dem atemberaubenden Auftritt.
Nun kullern ihr die Tränen unaufhaltsam übers Gesicht.
Sie gibt mir einen Kuss.
Ciciele drückte mich fest an sich, mit laufenden salzigen Tränen.
Ciciele hatte ein Geheimnis für ihren Erfolg, aber sie legte es für niemanden offen.
Ihr turbulentes Leben wird noch verrückter, als sie neue Mode machte und weiter neues Designerparfüm entwickelte, wo sie ja schon viel unvergesslichen Erfolg mithatte.
Später verliebte sie sich in einen hinreißenden Mann und ihre Karriere sollte in Gefahr gewesen sein.
Das hörte ich von Insidern aus der Modebranche.
Katharina hat sich einen Sportwagen mit abnehmbarem Verdeck zugelegt.
Ja.
Und das gibt sie zu, dass sie ihn auch wegen des Namens gekauft hatte.
Katharina hat Geld.
Sie hatte das Meiste von ihrem Exmann bekommen.
Sancho wird in den nächsten Wochen seine Klamotten packen und eine Auszeit nehmen und eine Weltreise machen.
Katharina wird ihn begleiten.
Die Dinge sind selten das, was sie zu sein scheinen, empfand Sancho in Deutschland.
Kleider machen Leute, aber nicht alle Leute machen Kleider.
Schon gar nicht steckt immer drin, was drin stecken soll.
Es ist fast wie mit einer großen Schachtel Pralinenmischung.
Oder, Sancho spricht auch vom Wolf im Schafpelz.
Deutschland, ein Märchenland.
Irgendwann geht Deutschland unter, langsam, wie das Schiff, die Titanic, im Eis.
Manchmal fragte ich mich, ob dieses verrückte Leben nur ein drei Sekunden langer Traum ist, bevor ich wirklich eingeschlafen bin.
Natürlich in meinem eigenen Bett.
Allein.
Ganz allein.
Es dreht sich nur um wenige Sekunden.
Ich habe Fragen, Fragen, Fragen.
Habe aber keine Lust mehr, etwas zu sagen.
Ich weiß es auch nicht.
Vielleicht ist es gut so, wie es ist, auf diesem Weg, wo ich stehe.
Ich gehe schon diesen steinigen Weg ein Leben lang.
Und?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht sollte ich es besser wissen, was noch kommt, oder kommen soll.
Aber ich weiß es nicht.
So ist das Leben.
Wie ist das Leben?
„Wenn du 'nen Cent findest und hebst ihn auf, winkt dir nur Glück im Tageslauf“, dachte ich auch immer, aber wer diesen Spruch machte, würde heute nur noch mit seinen eigenen Kieferbrüchen unlauter Geschäfte machen wollen.
Es ist doch ein chaotisches Leben mit den Frauen, leidenschaftlich, mit Schmerz, Hoffnung spielt eine Rolle, wie auch die Verzweiflung und wenn du vor Liebe krank bist.
Dann spricht alle Welt von einer Herausforderung.
Was wäre, wenn ich mein Leben noch einmal leben müsste?
Das weiß ich nicht.
Was, wenn ich noch einmal jung wäre, wenn ich schlank wäre und wenn ich reich wäre.
Dann hätte ich drei Probleme.
Was, wenn ich eine Chance hätte, meine wahre Liebe zu finden.
Dann hätte ich mein Leben voller Probleme.
Mein Leben ist phantasievoll und einfühlsam.
Oft aber auch ein Neubeginn.
So spielt das Leben, aber es dauert ein ganzes Leben, um es zu verstehen.
Ganz egal also, ob ich mich für Mode oder Musik interessiere, für Architektur – oder vielleicht hätte ein Produzent mich auch für den Film entdeckt.
Das Karussell des Lebens kreist im Alter immer wieder.
„Wie sieht eigentlich das Paradies für mich aus?“, frage ich mir in melancholischen Augenblicken, wenn ich nicht mehr weiter weiß und eine Antwort suche.
An meinem 20. Geburtstag, erinnere ich mich, war ich sehr traurig darüber, dass ich das Jahr, den erwachenden Beginn, später auch als 40jähriger erleben werde. Als alter Sack?
Heute bin ich erstaunt darüber, wie jung ich mich fühlte.
Aber wer heute 35 Jahre ist, fühlt sich unendlich viel jünger – außer er lebt auf dem Dorf, in einem Kaff.
Oder ist sogar Bauer oder Beamter, als er sich mit 15 hätte vorstellen können.
Männlichkeit hat zumindest nichts mit dem Alter zu tun.
Vielleicht kapieren es auch mal die konservativen Dummköpfe in Deutschland.
Nur keine falsche Bescheidenheit.
Ich bin Visionär und lebe meine Visionen.
Ich lebe meine Ansprüche.
Ich lebe meinen Stil.
In London und in Mailand bin ich gewesen.
Es ist nicht unbedingt ein Trend gewesen, dafür war meine Show ein fotografischer Genuss.
Die irrsinnige Hitze, die über den Schauen in Mailand hing, bildete den passenden Kontext für die transatlantischen Brennpunkte, die auf den Laufstegen zu sehen waren.
Unter keinen Umständen zeigt Sancho in der Arbeit Schwächen.
Außer für ihn reizenden Frauen gute Zigarren.
Und perfekt sitzende Anzüge.
Nicht oft.
Aber schon mal, wenn es sein muss.
Sancho muss sich nur entscheiden, wie ein freier Mann.
Wie sonst?
Manchmal bringt das Leben Sancho ein paar steinige Umwege, bis es seine Träume erfüllt hat.
Sancho vergisst nicht, woher er kommt, dennoch geht er in eine andere Richtung.
Er weiß auch nicht, wann der richtige Moment in seinem Leben kommt, von dem er ein Leben lang zehren wird.
Am nächsten herrlichen Morgen, wie immer, fuhr ich ins Büro.
Katharina versuchte bei mir im Apartment ein bisschen Ordnung zu schaffen.
Als ich dann endlich durch den Großstadtverkehr in Berlin gerungen habe, sah ich, wie unten in der Tiefgarage ein knallrotes Mercedes Cabrio mir die Vorfahrt genommen hatte.
Ich blieb ruhig und war auch neugierig.
Dann bemerkte ich plötzlich, wie ein sehr schlankes junges Mädchen aus dem Wagen stieg. Bekleidet mit einem Minirock. Superkurz in Rot. War noch was? Nein, mehr hatte sie nicht. Außer ihre endlosen langen Beine. Braun gebrannt. Vom Sonnenstudio oder von der Tagessonne. Ehrlich gesagt, das interessierte mich nicht. Dazu trug sie aber ein ärmelloses, ausgefranstes rotes T-Shirt. Damit wirkte sie sehr ungewöhnlich attraktiv, mit ihrer gebräunten Haut. Das kurz geschnittene blonde Haar fiel ihr ein bisschen, aber nur ein bisschen, fransig in die Stirn. Wen das Mädchen mit ihren riesigen mehrblauen Augen ansah, der vergaß diese Augen nicht so schnell wieder. Dachte ich mir so. Ich starrte das Mädchen an. Nur so. Aber das störte sie nicht einmal einen Augenblick, denn so frech sie war, stellte sich die Kleine mir in den Weg und hinderte mich daran, weiterzugehen.
Kapitel 10
Mit gläubigen Menschen, also Leuten, die an Gott glauben und die Bibel lesen und das Buch nicht verstehen. Diese Menschen sind wie eine Gottesanbeterin. Erst beten sie einen Menschen an, dann killen sie ihn. Langsam.
Sehr langsam.
Ein Aberglaube.
Eine Einbildung: als Gedanke und im Tun.
Und damit habe ich Probleme.
Ich habe Probleme mit den giftigen Spaßbremsen, Lügnern, dummen und naiven Besserwissern.
Ist das „Gottes“ Wille?
Wenn es auf der Welt Kriege gibt und Menschen in den Ländern verhungern.
„Akzeptiere in deinen Nächten, wie du dich selbst“, heißt es doch in der Bibel.
Oder?
Dann müssen sich fast alle Leute selbst belügen, schon, wenn sie auf die Frage „Wie geht es dir?“ und diese einem antworten: „Es geht mir gut.“
Ich weiß nicht, was es ist, aber ich habe das Gefühl, dass ich irgendwann keine Kraft mehr habe, um nicht zu versagen.
Manchmal weiß ich nicht, wer ich bin.
Psychologen würden jetzt behaupten: „Eine gespaltene Persönlichkeit“.
Ich gebe ehrlich zu: Wenn man so wie ich mit vielen Menschen in Kontakt kommt, spielt man immer eine andere Rolle.
Es ist eine ungewollte Rolle, als ob jemand auf den Knopf drückt.
Aber die Menschen sind alle so verschieden, dass nicht jeder es vertragen kann, wenn man ihm sagt: „Er ist ein Arschloch.“
Ich weiß auch nicht, was ich dabei fühlen oder denken soll.
Ist das Leben nur eine Illusion?
Ist das Leben eine Manipulation von Politikern, den Medien und von seiner eigenen Frau, oder so?
Oder sogar eine Deformierung von seinem Schönheitschirurgen?
Im Leben ist man eigentlich nur mit Lügnern umgeben. Darunter sind auch die Neider und die gier gierigen Leute zu finden. Ich kann mir das so vorstellen wie Insektenblütenstaub, wovon einer meiner allergisch drauf ist. Auf Pickel am Arsch und Akne im Gesicht stehen Frauen, die glauben, sie wären die letzte Frau auf der Insel Eden.
Sie lieben auch den keimenden Mundgeruch wie die ätzenden Schweißfüße, damit sie ihren Liebsten immer wieder unter den anderen Geschlechtern erkennen, und die Hauptsache ist dabei, dass solche Männer oder Frauen keine Chance bei den anderen Geschlechtern haben.
Jetzt muss ich erst einmal eine rauchen, denn „Ohne Dampf keine Leistung“, sagte mir einmal ein Arzt, der starker Raucher war und Zahnarzt war.
So und jetzt sollten alle Nichtraucher aus diesem Zimmer gehen, und das schnell, damit sie nicht jammern, dass sie jetzt mitrauchen müssen und mindestens 15 Minuten weniger vom Leben haben. Ein Tipp für die Unsterblichkeit: Sex verlängert das verdammte Leben um mindestens 30 Minuten. Also? Miesmacher, Spaßbremsen und Langweiler, fickt um euer Leben. Mark T. hatte schon erwähnt: „Klassiker möchte jeder gelesen haben, aber keiner lesen.“ Das ist wie, wenn der Deutsche keine Bildzeitung gelesen und gekauft hatte, aber jeder weiß, was darin steht. Schon im 19. Jahrhundert gab man den Deutschen bereits den Spottnamen „Krauts“.
Aber ebenso wie „Jerry“ vorwiegend im Zweiten Weltkrieg. Katharina war wie immer früh aufgestanden.
Wenn die Sonne hell ins Schlafzimmer fiel, mochte sie nicht liegen bleiben.
Es schien mir so schon seit Langem, dass Katharina den Tag liebt.
Ich eher die Nacht.
„Wir machen die Nacht zum Tag!“, heißt es doch. Oder?
Sie stand gern früh auf, als hätte sie das Gefühl, irgendetwas zu versäumen.
Vielleicht ein unmoralisches Angebot?
Als sie dann aus dem Bad vom Pinkeln kam, stürzte sie sich gleich auf mich, als wolle sie mich zum Leben erwecken. Erdrücken?
„O mein Gott?“, schrie ich laut auf. „Was soll das?“
Sie griff mir langsam in den Schritt und massierte mir das harte Ding zwischen den Beinen.
Dieses andere Mädchen aus der Tiefgarage ging mir im Kopf herum.
Das Mädchen, das so herzhaft und verlangend lächelte.
Ich hätte gern mehr über dieses Mädchen erfahren, aber sie war plötzlich verschwunden.
Ich sah Katharina an.
Mit diesem eigenartigen Blick, der ihr durch und durch ging.
Es war so lange her, dass ich sie so angesehen habe.
Und jetzt weckte ich plötzlich ganz heiße, ungestüme Gefühle in ihr.
Sonst war nichts.
Auch an diesem Tag dachte ich an dieses Mädchen. Immer wieder tauchte sie in meinen Gedanken auf.
Diese verlangenden Gedanken wurden immer kühner und gewagter.
Ich empfand für dieses Mädchen eine Zärtlichkeit, die ich für Katharina nie gespürt hatte.
Mit diesem Mädchen würde alles anders sein.
Wild und heftig.
Ganz spontan.
Ich würde es wollen und ich hätte es gemocht, mit ihr einzuschlafen.
Ich glaube, es würde mich wahnsinnig antörnen, wenn ich sie glücklich machte und sie in meinen Armen stöhnte.
Dabei denke ich jetzt an das bildhübsche Mädchen aus der Tiefgarage.
Sie hatte so eine warme, leidenschaftliche Ausstrahlung, auch Aura, die mich faszinierte.
Nie war diese Zärtlichkeit bei Katharina gewesen, die ich immer vermisst und gesucht habe.
Diese Leidenschaft des Gefühls habe ich bei ihr nie gespürt. Katharina war jung.
Sie war drei, vier oder fünf Jahre allein.
Allein mit ihren Fingern zwischen ihren feuchten Schenkeln.
Dabei war sie einmal kurz davor, sich die langen Finger zu brechen.
Aber sie hatte auch Schweres durchgemacht.
Sancho hatte auch eine tragische Kindheit gehabt. Aber keine fragt ihn danach.
Warum auch?
Sancho hatte das Gefühl, dass Katharina jemanden brauchte, um nicht allein zu sein.
Der für sie auch mal da war.
Katharina spürte natürlich, dass Sancho ihr kritisch gegenüberstand, dass sie psychosomatische Eifersucht empfand.
Aber Sancho mochte Katharina und er nahm sich vor, mit ihrer Eifersucht zu Recht zu kommen.
Aber nicht aus Liebe.
Oder?
Vielleicht war Katharina altmodisch in Ihren Ansichten.
Manche Männer, mit denen Katharina zusammen war, fanden das sicher toll.
Sancho mochte es, wenn Frauen die Initiative ergriffen hätten.
Klar, denn sie entscheiden sowieso, ob sie mit dem Mann ficken oder nicht.
Außer er macht sie vorher besoffen.
Oder sie hat einen Eisprung?
Aber das sind die langweiligen Männer, die eine große Klappe haben, und dabei steckt da nichts hinter.
Diese Spezi Mann finden sich sicherlich unwiderstehlich und toll, wenn sie die allein gelassenen, muffigen Frauen erobern.
Zum Schluss landet sie mit ihm auch nur auf dem Rücken.
Manchmal sogar noch angezogen, weil sie es nicht mehr geschafft haben, für ihre fünf Sekunden Sex auszuziehen.
Doch das mit Katharina verwirrte Sancho auch.
Manchmal schon.
Sie ist eigentlich eine patente Frau, die das Herz auf dem, ja, rechten Fleck hat. Als ich am Abend mit dem Champagner nach Hause kam, machte Katharina große Augen.
Sie sah mich an.
Hielt diesen Blick jedoch nicht lange aus, den ich ihr zuwarf.
Witzig.
Ich nahm mir eine Zigarette aus der Jackentasche vom mausgrauen Anzug und zündete mir diese an. Auch Katharina wollte eine Zigarette, obwohl sie sonst nicht geraucht hatte.
Ich war überrascht.
Doch das Denken über die unlogischen Taten bei Frauen habe ich mir schon lange abgewöhnt.
Ich genieße nur noch Ihre Sonnenseiten.
Das bringt mehr im Leben, als andauernd sich den Kopf zu zerbrechen, warum sich diese Frau jetzt so entschieden hatte.
Später an diesem Abend kamen wir uns näher.
Noch näher?
Ne, plötzlich gegen zwölf Uhr fünfzehn behauptet sie, dass es für sie Zeit wäre, zu Bett zu gehen. Denn Morgen hatte sie wieder einen anstrengenden Tag.
Am liebsten hätte ich das Luder nackig gemacht.
Aber ich hielt mich zurück, denn ich musste die Kontrolle behalten.
Warum eigentlich?
Widerwillig musste ich einsehen, dass der Abend unerwartet verdorben war.
Trotzdem hatte Katharina Herzklopfen und war innig unruhig. Sie unhörbar.
Es war gar nicht so leicht, mich zu überzeugen, denn sie hatte keine besonders guten Argumente für ihren Liebesentzug.
Irgendwie musste Katharina es doch schaffen, mal ohne Sex einzuschlafen, wenn ich zu Hause bin.
„Willst du, Katharina, mich los werden?“, rief ich ihr zu.
Sie schlief noch nicht, denn sie las noch in einem Buch „Männer wollen Sex und Frauen wollen nur Kuscheln“.
„Um Gottes Willen, Sancho, wie kannst du so etwas sagen?“, erwiderte sie endlich.
„Ich weiß nicht, Katharina, ich muss darüber nachdenken“, sagte ich, nicht gerade überzeugt. „Ich würde aber am liebsten darüber erst noch schlafen.“
Katharina ließ den Kopf hängen.
„Aber, ich habe doch nur dich, Sancho“, flüsterte sie und fing an zu weinen.
„Aber, Katharina. Ich liebe dich, das weißt du auch.“ „Eines Tages wirst du mich verlassen und einen interessanteren Mann kennenlernen“, versuchte ich ihr zu erklären. „Wäre das nicht super?“
Katharina zögerte kurz mit der ironischen Antwort und lächelte dabei. „Wenn er netter ist als du.“
Feucht und heiß kam mir ihr Mund entgegen.
Als sich unsere wilden Zungenspitzen berührten und unsere gefühlvollen Lippen zu verschmelzen schienen, da stieg diese gewaltige Erregung in uns auf, die Katharina ganz benommen machte.
Wie ein unerwartetes Unwetter stieß plötzlich Katharina mich von ihr.
„Du bist verrückt“, sagte ich zu ihr.
Aber darauf reagierte Katharina jetzt nicht.
Ich sah nur Katharina.
In Ihren Augen sah ich diesen hungrigen Blick.
Ich sah diese zarten Lippen, die noch von meinen leidenschaftlichen Küssen glühten.
Katharina zog mich fest an sich, wenn ich sie küsste.
Es machte sie ganz und gar verrückt und erregte sie sehr, wenn meine Hände, so wie jetzt, ihre prall erregten Brüste umfassten.
Wenn ich diese Brüste streichelnd massierte, dann steigerte das ihre Erregung bis zu einem Punkt, wo sie glaubte, innerlich wahnsinnig zu explodieren.
Wir rissen uns den Rest der Klamotten vom Leib, um uns noch näher zu sein.
Wir waren jetzt splitternackt.
Und Sie waren nicht dabei?
Scheiße für Sie.
Ich sah Katharina an, wie sie verlockend und splitternackt vor mir stand.
Ihre straffen Brüste entgegendrängten sich mir.
Ich musste diese malvenfarbigen Brustspitzen küssen.
Denn diese Brustspitzen waren steif und heiß.
Katharina erzitterte vor schamloser Geilheit.
Dabei fühlte sie meine streichelnden Hände auf ihrem vibrierenden Körper.
Sie atmete hastig und glaubte innerlich, zu verbrennen.
Ich streichelte ihre straffe Rundung ihres Pos und ließ meine Finger spielerisch erregend zwischen ihre Beine gleiten.
Plötzlich stöhnte sie vor sexueller Lust auf.
Dabei musste ich spüren, auch wenn ich es nicht wollte, wie heiß und feucht sie war.
Sie war schon nicht mehr nur feucht, denn sie schwamm schon unter sich, sie war nass.
„Komm zu mir.“ „Ich werde verrückt, wenn es nicht passiert!“, rief sie mir zu.
Sie ließ meinen Zauberstab in sich hinein gleiten, in die nasse Süße ihres Schoßes, bis sie ihn tief, immer tiefer und fester in sich spürte.
Sie wollte auch, dass ich mich hart und fest innig in sie bewegte.
Katharina umklammerte mich verlangend so, dass sie mich nie wieder loslassen wollte.
Ihre langen Fingernägel zogen blutige Streifen auf meinen Rücken.
Sie keuchte und wand sich unter mir gierig.
Sie wollte diesen unendlichen Rausch der verhängnisvollen Lust.
Leidenschaftlich küssten meine Lippen ihre, als sie aufschrie und zum Höhepunkt kam.
Als sie dabei fast besinnungslos geworden war, spürte sie, dass ich so weit war, als ich mich härter und fester in sie drängte und aufstöhnte, als ich in ihr verströmte.
Ich streichele sie zärtlich. Dabei zuckte sie an manchen empfindlichen Stellen.
Unser Herz pochte zusammen.
Ich sah in ihre lächelnden Augen, die jetzt einen anderen, dennoch neuen Glanz hatten.
Sie legte ihren Kopf auf meine Brust.
„Wette, es gibt nichts Schöneres auf der Welt“, stellte Katharina fest.
„Bist du dir da so sicher?“, entgegnete ich ihr und grinste leise.
Wir lagen da, Haut an Haut.
Gemeinsam gingen wir ins Badezimmer und standen plötzlich, so wie es sein sollte, unter der Dusche.
Als Katharina das Duschgel auf meinen salzigen Körper verrieb, waren ihre Gedanken zu neuen Schandtaten bereit.
Sie lachte laut los und presste ihre nassen Lippen auf meine mit Duschgel verriebene Haut.
Dabei spürte ich erschrocken ihre Hände auf meinem Po – und nicht nur da, auch zwischen meine Pobacken.
Eine neue Welle der Erregung überflutete uns und ließ uns nicht zu Atem kommen.
Es war aufregend.
Ich hielt sie fest, als ich ihr rechtes Bein anwinkelte.
Dann bin ich gekommen, mit meinem Erguss habe ich ihre Grotte gefüllt.
Dabei war er immer noch hart und steif in ihr.
Katharina umklammerte mich, wie eine Boa, die meine letzten Reserven von Sauerstoff aus meinem schwachen, nackten Körper herausdrücken will.
Ja, sie erbebte unter meinen harten, ausdauernden Stößen, die wir beide lustvoll und gierig nach Verlangen nach Liebe zum Höhepunkt kommen ließen.
Es war wie ein Rausch, der uns total hemmungslos machte und Sie in eine unbeschreibliche Ekstase trieb.
Sie zitterte immer noch, als sie mich immer noch fest umklammert in den Armen hielt.
Als es vorüber war, gesteht sie sich, dass sie so glücklich wie noch nie in ihrem Leben war, bevor sie mich kennenlernte.
Es war verrückt und es ist verrückt mit uns.
Vielleicht können wir auch mal verrückt sein?
Ist es nicht ganz selbstverständlich und natürlich?
„Warum, war es eine schöne, entspannte Dusche, Sancho?“, fragte sie mich und provozierte mich mit ihren Händen zwischen meinen Beinen.
„Du bist ein kleines versautes Luder, aber ich liebe dieses Luder“, erwiderte ich und war echt überrascht von Ihrer Aktion.
Denn so kannte ich sie nicht. Ich fragte mich in diesem Augenblick, wer Katharina überhaupt ist, und ich glaubte, sie zu kennen.
Aber Frauen lernt ein Mann nie kennen, und welcher Mann es behauptet, der spinnt.
Und Spinner unter den Männern gibt es genug. Klar? Ich musterte Katharina wieder mit diesem kritischen, nachdenklichen Blick.
Sie fühlte sich prächtig in diesem Moment.
Eigentlich hatte sie nicht gedacht, wie ich gewesen war.
Katharina gestand mir später, dass ich so leidenschaftlich und hingebungsvoll gewesen war.
„Du warst wunderbar, Sancho“, sagte sie und küsste mich auf den Mund.
Mit feuchter Zunge und schlängelte sich auch noch tiefer.
In meinem Mund.
„Sancho, ich habe das unglaubliche Gefühl, dass wir beide uns doch Glück bringen“, meinte Katharina, „ich möchte sehr, sehr lange mit dir zusammen sein.“
Und plötzlich hatte ich wieder meine Probleme.
„Ja“, sagte ich mit einem tiefen Atemzug, „das auf jeden Fall.“
„Ich werde mein Bestes geben“, versprach Katharina. Sancho nutzte am nächsten Tag die Zeit im Büro. Einen ganzen Tag hatte er für seinen neuen Auftrag mit seinen Mitarbeitern voll zu tun.
Und er war immer noch unzufrieden.
Irgendetwas fehlte noch.
Denn er war immer noch davon überzeugt, dass der letzte Pfiff fehlte.
Das andere Gefühl.
Aber sein Ehrgeiz ist überreizt und er musste überlegen, ob er wollte oder nicht im gleichen Zusammenhang an die bezaubernde Frau in der Tiefgarage denken.
Er wusste ja, dass er jetzt Allerhand um die Ohren hatte.
Das war Sanchos ganz persönliche Angelegenheit und es ging auch niemandem etwas an.
Wie eine Illusion sah er am Abend zum Feierabend diese Frau in der Tiefgarage.
Sie fuhr sehr langsam an Sanchos Wagen vorbei.
Sie bemerkte ihn und sah ihn kurz an.
Ihre verwirrten Blicke trafen sich wie ein Blitzschlag.
Doch dann hörte er das scharfe Bremsen ihres Sportwagens und stieg stolz aus.
Sie trug knappe, dunkelblaue Shorts und ein weißes T-Shirt von angesagtem Designer stand drauf.
Sie sah umwerfend aus, das musste Sancho erkennen.
Waren das die Probleme, mit denen er sich herumschlug?
Manchmal hatte Sancho ein schlechtes Gewissen, wenn er an diese Frau dachte.
„Sie sehen bezaubernd aus“, sagte er, als er ebenfalls aus den Wagen stieg und sie nur anstarrte. „Wollen wir etwas Essen gehen?“, fragte Sancho weiter.
„Wie ist die Idee überhaupt“, erwiderte sie mit einem charmanten Lächeln. „Ich bin Astrid, Astrid Schleyer, und arbeite als PR-Managerin.“
Wer? Was? „In diesem Unternehmen?“, fragte Sancho neugierig.
„Ich sollte heute noch dem Chef vorgestellt werden, aber der hatte keine Zeit“, sagte sie. „Und wenn alles klappt, werde ich hier die Tage beschäftigt sein.“
„Ich werde auf dich warten“, dachte er sich leise und wie er auf diese Frau warten wird.
„Ach so, ich bin Robert Koch, bin in der Design- und Werbeabteilung beschäftigt.“ sagte er.
Sancho musste ihr ja nicht gleich erzählen, dass er der Chef in diesem Haus ist. Oder?
Tatsächlich war Astrid Schleyer entzückt.
Da erzählte Astrid Schleyer von dem ganzen Desaster mit dem Unternehmen.
Zum ersten Mal kam Sancho ins Gespräch.
„Das ist ja eine ganz entsetzliche Geschichte“, sagte Sancho und musste sich das Grinsen verkneifen, und nicht nur das. „Eigentlich gehört sich das nicht, Termine einfach abblitzen zu lassen.“
„Ja, ja, bloß keine Moral predigen, Robertos“, sagte sie und stimmte ihre Laune. „Der Chef hat eben das Recht, Termine abblitzen zu lassen.“ Aber …"
„Warum?“, fragte Sancho neugierig.
„Übrigens, ich will diesen Job“, sagte sie weiter.
Sancho zog es vor, darauf nicht zu antworten.
Denn das Schlimmste, was Sancho passieren könnte, wäre, wenn er eine verhängnisvolle Affäre mit ihr anfangen würde und sie herausbekommt, wer er wirklich ist.
„Ich hoffe, dieser Sancho ist ein anständiger Mann und meint es ehrlich“, erzählte sie Robert. „Vielleicht könntest du mich ein bisschen in dieser Weise unterstützen, Robert.“
„Ich will sehen, was ich machen kann, Astrid“, erwiderte er.
Nach dem Gespräch lud Astrid Schleyer Robert Koch, alias Sancho, in ihren roten Sportwagen ein, um, wie versprochen, noch etwas zu essen.
Sancho war ziemlich erleichtert.
Noch.
Er freute sich riesig auf den Abend.
Auch auf die Nacht mit Astrid Schleyer.
Es war in anstrengender Tag für Sancho gewesen.
Im Restaurant bestellten sie sich eine Flasche Wein.
Es sollte ein ganz gemütlicher Abend werden.
In diesem Augenblick sah Astrid ihn grinsend in die Augen und stellte sich vor, wie beide sich leidenschaftlich küssten.
„Es ist in Ordnung, mit dir?“, fragte er neugierig, natürlich auch besorgt.
„Es ist okay“, antwortete Astrid.
Die beiden waren in bester Laune.
„Lass uns anstoßen!“, sagte und bat sie Sancho.
Sie saßen sich gegenüber und lächelten sich zu.
„Ich bin ehrlich, Astrid, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn wir beide im Bett liegen sollten“, sagte Sancho überzeugend.
Astrid lächelte entspannt.
„Lieber gleich als später?“, fragte sie.
Astrid stand auf und setzte sich auf seinen Schoss.
Alle Aufmerksamkeit der anderen Gäste war auf die beiden gerichtet.
Sogar ein altes, verzweifeltes Ehepaar musste sogar ihren prüden Kommentar ablassen.
Sie auch?
Wären Sie mal zu Hause geblieben!
Gut.
Astrid flüsterte Sancho nämlich ins warme Ohr, dass sie jetzt das unaufhaltsame Bedürfnis hat, nach Hause zu fahren, ohne einen Happen und seinen Vorschlag auszuprobieren.
Er legte Geld für den Wein auf den Teller und beide verließen das Restaurant, als der Kellner schnell zum Tisch eilte und das Geld nachzählte.
Schon im Fahrstuhl in ihrem Haus, wo sie wohnte, legte sie die Arme um Sanchos Hals und küsste ihn.
Sanchos Hände glitten über Astrids Schultern und rutschten unter dem T-Shirt aufs Nackte.
Sancho spürte die seidige Wärme ihrer Haut.
Aber sie wollte mehr von ihm.
Sie wollte, dass er ihr T-Shirt von ihren vollen, großen Brüsten schob.
Ihre harten, steifen Brustwarzen präsentierten sich ihm gleich lockend und aufreizend.
Sancho begann dann auch gleich sie zu streicheln.
Astrid hielt es nicht mehr aus und stöhnte vor Lust und Neugier auf.
Kurzerhand hielt der Fahrstuhl auf ihrer Etage und er nahm sie halb nackt, das T-Shirt hochgeschoben bis unter den Achseln, auf den Arm und trug sie in ihre Wohnung.
Auch wenn sie die Türen öffnen musste, haben sie das wilde Küssen nicht vergessen.
Astrid hatte am Vormittag die Wohnung aufgeräumt und dabei das Bett frisch bezogen.
Ohne Hintergedanken oder einen unmoralischen Zweck.
Klar?
Als Sancho sie absetzte, umschlang Astrid ihn wild.
Sie presste ihren Mund wieder auf seine Lippen.
Ihre langen, riesigen Zungen umspielten sich.
Immer wilder.
Immer wieder aufreizender.
Aufstöhnend löste sich Astrid von ihm und streifte ihre letzten Klamotten von sich ab.
Und das Gleiche machte sie auch bei ihm.
Schneller als er es verfolgen konnte, war er schon splitternackt und Astrid hatte mit einem genussvollen Lächeln seinen steifen, harten Schwanz in der kalten Hand.
Sie fielen wie eine gewaltige Lawine in das Bett.
Sanchos zärtliche Lippen umspielten Astrids Brüste.
Ihre heißen, süßen Knospen?
So sinnlich.
Sie waren erregt.
Sanchos Finger schoben sich in ihren weißen, seidenen String-Tanga.
Dabei spürte er, wie erregt Astrid war und wie sehr sie ihn wollte.
Aber auch Astrid wollte Sancho ganz spüren und immer wieder berühren und fühlen.
Mit einem leichten Grinsen löste er sich von Astrid und stand vor ihr. Schön.
Und schlank.
Und so erregt.
Astrid zitterte vor Erregung.
Sie sah ihn so an, als würde sie ihn auffordern, ihr den String mit einer schnellen, leidenschaftlichen Bewegung herunterzureißen.
Tut er es?
Oder tut er es nicht?
Er tut es natürlich.
Klar, sie würden es nicht machen, weil sie ja so anständig sind.
Oder, Spaßbremse?
„Wie schön du bist, Astrid“, sagte er, als Sancho Astrid den String herunterriss.
Sie glühte vor Erregung und wollte Sancho endlich innig spüren. „Astrid, du bist das Schönste, was ich je gesehen habe.“
Dann küsste er sie liebevoll.
Er küsste ihre Brüste.
Jetzt!
Wie kann er nur?
Sancho küsste, er küsste auch die kleine, süße Wölbung ihres Bauches, den schwellenden Hügel ihrer schamlosen Scham.
Astrid spürte seine Zunge.
Sie hatte ein herrliches Gefühl.
So aufreizend, dass sie sich nicht mehr zurückhalten konnte.
„Ich hör nicht auf, hör nicht auf“, stöhnte Astrid laut und verlangend.
Auch Sancho war nun bis zur überfließenden Unerträglichkeit gereizt.
Er öffnete Astrids sportliche Schenkel und glitt heiß und fordernd in sie hinein.
Dann bewegte er sich sanft in ihr, dass sie schon fast wahnsinnig vor Geilheit werde.
Aber Sancho wollte diesen wunderbaren Moment der tiefen Sinnlichkeit und der höchsten Lust noch herauszögern.
Plötzlich übergab sich sein harter Phallus mit einem heißen, lauten Stöhnen.
Genau in dem gewaltigen Augenblick, als Astrid zum zweiten Mal zum Höhepunkt kam.
Diesmal war es noch anhaltender.
Aufregender.
Astrid hatte das unbeschreibliche, aber schöne Gefühl, mit Sancho zu den Sternen zu fliegen.
Sie seufzte leise und entspannt.
„Ich will, dass du mich immer fickst.“, sagte sie.
Sancho wandte ihr den Kopf zu, lächelte sie an und sagte: „Ich glaube, wir beide haben uns gesucht und gefunden.“ Wir können es sehr, sehr lange miteinander aushalten. Was meinst du?
Astrid lächelte und berührte Sancho leicht mit den Fingerspitzen seine Lippen.
„Ich glaube, Robert, ich will dich für immer“, flüsterte sie ihm zu und schleuderte das Haar zurück. „Es war alles so Wundervoll, so unvorstellbar schön.“
Sancho zog Astrid über sich und küsste sie immer, immer wieder.
Sie streichelte seinen Po.
Dieser war knackig und unbehaart.
Was sie sehr mochte. Sie verglich ihn mit einem schönen Baby-Popo.
Sie lagen da.
Haut an Haut.
Sancho hörte Astrids Herz klopfen.
„Bumm-Bumm“, sagte Sancho leise, „wir müssen reden.“ „Aber nicht, dass du jetzt ausflippen tust.“
„Ich bin Sancho“, erklärte ich schüchtern. „Ich bin der Chef in meiner Firma, worüber du dich so dermaßen ausgelassen hattest.“
Astrid sah Sancho an, als würde sie ihn zum Mond schicken wollen, auch dorthin, wo der scharfe Pfeffer wächst.
Oder so.
Aber dann musste Astrid lachen.
„Ich wollte dich kennenlernen“, sagte Sancho. „Ich wollte dich als Mann, und nicht als Chef kennenlernen, da du mir schon vor dem Kennenlernen in der Tiefgarage aufgefallen bist.“
„Und jetzt?“, entgegnete sie und machte gerade ein intelligentes Gesicht. „Was zum Teufel soll jetzt geschehen?“
„Das weiß ich auch nicht“, sagte Sancho leise und zündete sich eine Zigarette an, die ihm auch gleich Astrid wieder aus dem Mund genommen hat.
Aber er zündet sich gleich wieder eine neue Zigarette an. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.“
„Gib mir mal ne' Kippe!“, stöhnte Astrid. „Das ist ja ein furchtbarer Schlamassel!“ „Ich schlafe mit meinem zukünftigen Chef?“
Sancho lachte und sprach: „Wir sollten wirklich versuchen, die Geschichte von der komischen Seite zu nehmen.“ „Irgendwie werden wir schon zu Recht kommen.“
„Ich kann allerdings unmöglich in deiner Firma anfangen und so tun, als ob nichts gewesen ist“, stellte Astrid fest.
„Dennoch, ich glaube, das gäbe Schwierigkeiten“, sagte Sancho und grinste innerlich. „Aber mit diesen Schwierigkeiten könnte ich leben.“
Astrid sagte nicht Nein.
„Es ist wirklich ein wunderschöner Gedanke“, bemerkte Astrid ein bisschen wehmütig und sah Sancho in die Augen.
„Ich war von Anfang an davon begeistert“, entgegnete Sancho.
Astrid und Sancho tauschten einen schnellen Blick der Leidenschaft.
„Aber wie auch immer, ich stecke ganz schön in der Klemme“, sagte Astrid. „Ich stehe erst am Anfang meiner Laufbahn und ich brauche das Geld.“ „Bekomme ich denn jetzt diesen Job?“
Plötzlich sah Sancho erschrocken auf seine Armbanduhr.
„Meine Güte, ist das spät geworden!“, stellte Sancho fest. „Astrid, klar, du hast den Job. Melde dich dann in der Personalabteilung.“
Sancho grübelte und sah nachdenklich zur Decke rauf.
„Ich habe keine Lust, nach den schönen Stunden mit dir noch in die Firma zu fahren“, sagte er dann.
Es war schon Mittag, als ich in die Firma kam. Meine Sekretärin saß am Schreibtisch und telefonierte gerade.
Gegenüber sah ich durch die Glastür Barnie sitzen.
Genau in diesem Augenblick bemerkte Barnie, der Designer, auch mich.
Er stand auf und kam mir mit einem schrecklichen, breiten Lächeln entgegen.
„Was, das ist doch…?“, sagte Barnie und war überrascht, dass ich dieser Sancho war, von dem jeder in der Branche redet. Er sah mich sekundenlang an, als wäre ich „Gott“ persönlich.
Barnie kam von dem Trip der Bewunderung nicht los.
Entzückt reichte er mir die Hand.
Dann stellte er sich vor.
„Also, das hätte ich mir nicht träumen lassen“, erzählte er weiter. „Dass ich den Sancho persönlich kennenlernen würde.“
Barnie fixierte mich wieder.
„Ich bewundere sie schon lange“, sagte Barnie, „Ich kenne ihr Originelles.“
„Das finde ich erstaunlich“, sagte ich.
Wieder sah ich Barnie kurz und kühl an.
„Wir haben alle Hände voll zu tun.“ „Es ist gut, dass Sie zur kreativen Verstärkung gekommen sind“, sagte ich und lächelte cool. „Jedenfalls haben sie viel zu tun, das kann ich ihnen schriftlich geben.“
„Schicken Sie doch bitte Barnie zu mir, Sancho!“, flehte er mich an.
Ein Idiot, habe ich nur gedacht.
„Gern“, erwiderte ich strahlend. Aber ich muss zurück ins Büro. „Melde dich in der Personalabteilung, dort werden dann alle Unterlagen!“
„Ich freue mich schon darauf, mit dir zusammenzuarbeiten“, sagte Barnie und war sehr erfreut.
Na bitte, dachte ich, als ich in meinem Zimmer war und wieder an die Aktenordner ging.
Ich dachte, Barnie ist Modeschöpfer aus Mailand. Wenn er eines Tages seine Mode lanciert und vorführt, dann ist er ein gemachter Mann.
Meine gutaussehende und aufmerksame Sekretärin sah mich mit ihren verträumten Augen an und lächelte.
Es war ein ganz neues, unbeschreibliches Gefühl für mich, neben Astrid zu erwachen.
Es war wunderbar.
Ich liebte es, sie so verschlafen im Arm zu halten.
Ihre seidige, gebräunte Haut zu berühren und das gleichmäßige Klopfen ihres Herzens zu spüren, wenn ich mein Arm auf ihre linke unbedeckte Brust legte.
Astrid wirkte auf mich so wehrlos.
Auch verletzlich wirkte sie, wenn sie schlief.
Dabei hat sie den süßen Mund ein wenig geöffnet.
Ich kam mir fast unfair vor, als ich Astrid betrachtete.
Denn ich empfand wieder ein Gefühl für Katharina.
Als Astrid aber dann die Augen öffnete, lächelte sie mir zu.
Da war nichts Hilfloses.
Nicht einmal etwas Verletzliches mehr in ihrem Blick.
Astrid hatte eine wahnsinnige Sehnsucht, von mir geliebt zu werden, denn am Morgen fand sie es besonders schön.
Mich hatte sie ja nicht gefragt, ich musste gehorchen.
Aber es ist schön.
Am Samstagmorgen flog ich nach Paris.
Ich war diesmal als Gast bei einer Modenschau eingeladen.
Jenny Madré, eine bekannte Modedesignerin, erwartete mich schon.
Sie begrüßte mich freundlich.
Natürlich mit Küsschen.
Und so.
Jenny schien sehr zerstreut und ziemlich genervt.
„Ich bin heilfroh, dass du da bist“, sagte sie und ließ sich in einen Sessel fallen, als sie mich in das Gästezimmer geführt hatte.
„Ich mache uns Tee“, sagte Jenny und ging in die Küche.
Als wir dann beim Tee harmonisch in unseren gemütlichen Sesseln tranken, erzählte Jenny von ihren schöpferischen Arbeiten.
Dann lächelte sie plötzlich.
„Eigentlich ist gar nichts weiter passiert. Aber jetzt wollen wir wirklich los, Sancho. „Ich freue mich schon mächtig darauf, dir meine neue Kollektion zu zeigen“, sagte Jenny und richtete sich auf, um mich zu umarmen.
Oder sollte ich sie umarmen?
Egal, wir umarmten uns.
Lange.
Aber nicht zu lange.
Jenny reichte mir die Hand und lächelte.
Ich bekam einen Kuss auf die Wange und wir drängten uns zur Tür hinaus.
Jenny hat sehr viel Fantasie.
Sie lächelte nur.
„Oh ja, um Gottes Willen nicht zu viel Rücksicht auf mich, wenn du nicht zufrieden bist!“, bat mich
Jenny.
Sie zog an ihrer Zigarette.
Zumindest war ich beeindruckt, als Jenny mir ihre neue Kollektion wenig später zeigte.
Aber ich musterte mit etwas kritischen Blicken den Fummel, jedenfalls tat ich so.
Jenny wunderte sich ein bisschen.
Ich machte keine Bemerkungen dazu.
Und so kennt sie mich eigentlich.
Jenny hatte vor, was ich nicht wusste, mit mir ganz zusammen zu sein.
Sie dachte sich dabei, herauszubekommen, was für ein Problem mich bedrückte.
Durch die Arbeit war es schon lange her, dass sie neben einem Mann eingeschlafen und aufgewacht war.
Sie hatte das tolle Gefühl, dass die romantischen Nächte, die wir bereits hatten, ohne eine Beziehung einzugehen und Verpflichtungen zueinander zu haben, schön gewesen waren.
Ich versuchte und musste eben jetzt begreifen, dass sich jetzt Verschiedenes ändert.
An diesem Abend in ihrer millionenschweren Villa war alles anders als sonst: Die wundervollen Abende, die wir hatten.
Wir saßen bei romantischem Mondschein auf der Terrasse, wo sie plötzlich ihre Sachen vom Körper rissen und in den Pool sprangen.
„Ich finde, das ist eine rasante Idee, in den Pool zu springen“, rief ich ihr nach, „Aber das ist mir zu nass und ich kann nicht schwimmen“, was natürlich nicht stimmte.
„Ach was, du Spinner“, erwiderte Jenny und lachte laut los, „wir müssen ja nicht schwimmen.“
„Das könnte ich mir so gerade vorstellen“, meinte ich lächelnd, aber provozierend.
„Du musst manchmal nicht darüber zu viel nachdenken und komm rein, es ist schön, und noch schöner ist es, wenn du jetzt bei mir bist“, sagte sie.
Ich schraubte mich vom Stuhl und zog meine Klamotten langsam aus, wobei mich ein begeistertes Klatschen und Gejauchzte antörnen sollte.
Jenny lachte und fand es witzig, was sie wieder sexuell antörnte.
Sie nahm meine Hand an sich, als ich im Pool gewesen bin, und drückte sie fest an ihre linke Brustspitze, wobei sie mich leidenschaftlich und heftig gierig küsste.
„Ich glaube, du hast das Richtige getan“, meinte sie und küsste mich weiter. „Es ist wundervoll, nicht wahr?“ „Ich werde heute Nacht sehr, sehr nett zu dir sein“, versprach Jenny und lächelte mich vielsagend an.
Ich zog Jenny in die Arme, als wir aus dem Pool gekommen waren.
Dann küsste ich sie zärtlich in ihren Nacken.
Jenny schmiegte sich an mich und fühlte das gewaltige Zittern meines Körpers, bis wir dann endlich einen Bademantel überstreiften.
Damit sah ich aus wie ein Papagei, so bunt war dieser gewesen.
Jenny fühlte sich glücklich.
„Die heutige Nacht gehört uns, Sancho!“, sagte Jenny.
Ich schwieg und lächelte ihr nachdenklich zu.
Da lachte Jenny und drückte sich enger an mich heran.
Ich wusste, dass sie keineswegs so müde nach dem Pool war, wie sie im Augenblick vorgab.
Jenny verschwand mit mir ins Schlafzimmer.
„Bitte kein Licht!“, bat Jenny und legte die Arme um meinen Hals.
Im gleichen Augenblick dachte ich an „Mord ist ihr Hobby“, dann hätte ich jetzt ein Problem.
Sie streifte uns die Bademäntel vom Körper und zog mich zum großen Bett und schmiegte sich splitternackt an mich, um mir ganz nahe zu sein.
Wir küssten uns immer wieder.
Ja, immer wieder und heftiger.
Wie die Tiere.
Aber welche Tiere küssen sich so?
Egal.
Es ist schön, Sie zu küssen.
Sie fühlte meine Lippen auf ihrem Mund, meine Zunge, die ihre Zunge spielerisch berührte.
Aber ganz wild und wieder leidenschaftlich.
Jenny spürte, wie eine heiße Welle der triebgesteuerten Lust sie überflutete.
Ich hatte ihre Fantasie angeheizt und ich hatte sie immer wieder zum Höhepunkt gebracht.
„Warum kommst du nicht einfach zu mir und ziehst hier ein?“, fragte sie mich.
Ich war überrascht, von diesem Angebot.
Am nächsten Tag, schon früh am Morgen, bin ich abgereist.
An diesem wunderschönen Tag hatte Astrid beschlossen, nicht zum Dinner ihrer Freunde zu gehen.
Sie war zum Supermarkt gefahren, um etwas Geschmackvolles einzukaufen.
Astrid wollte das Abendessen zubereiten.
Sie wusste, dass sie noch einen bemerkenswerten Vorrat an köstlichem Wein hatte.
Und sie hatte auch ein gutes Gefühl, dass das heute ein fantastischer Abend wird.
Als endlich Sancho an der Haustür klingelte, hastete Astrid von ihrem Zeichenbrett zur Tür und öffnete ihn erwartungsvoll.
Er nahm sie in die Arme.
„Ich habe dich sehr vermisst“, sagte sie.
„Jetzt gehörst doch zu mir.“ „Oder?“, meinte Sancho. „Als ich dich das erste Mal sah…, ich glaube, da war es schon um mich geschehen.“ Und da wollte ich nicht, dass du mich sozusagen als Chef meiner Firma siehst. „Aber ich weiß selbst nicht genau, was ich dachte.“
„Ich weiß es auch nicht, Baby. Die Hauptsache ist doch, dass wir zusammengekommen sind.“ „Richtig?“, beruhigte sie ihn und lächelte ihm vertraulich zu.
„Richtig“, sagte Sancho, mit seinen Problemen, die er immer noch hatte, denn Katharina wollte es ja auch noch wissen.
„Ich habe mich schrecklich in dich verliebt, Sancho“, gestand Astrid leise.
Tja, da stand nun Sancho allein mit seinen Problemen und schaute ganz blöd an die kahle, weiße Decke.
„Du bist als Mann einfach wundervoll, Sancho.“ Gestand sie weiter. „So einen Mann wünscht sich bestimmt jede Frau.“
Er grinste.
Astrid dachte nicht mehr an das Abendessen.
Es war so aufregend für sie, dass Sancho wieder bei ihr war.
Sancho holte das kostbare Schmuckstück, ein Collie, aus der Innentasche seines Anzuges.
Astrid zog schnell ihr weißes Kleid aus, als sie ins Schlafzimmer ging, und auch den Slip, den sie sonst nicht trug.
Ihre spitzen Brüste hatten nie den Wunsch nach einem stützenden Halt eines Büstenhalters.
Sancho legte ihr von hinten das wundervolle Collie um den Hals.
Begeistert sah sie ihn an.
„Oh mein Gott, du siehst aus wie eine Göttin“, sagte er.
Splitternackt, nur mit dem Collie bekleidet, bewegte sich Astrid graziös durch den Raum und blieb vor Sancho lächelnd stehen.
„Hast du eine Inspiration?“ fragte Astrid neckisch.
„Nah ja“, antwortete Sancho, „und wie!“
Astrid lag in Sanchos Armen, den Kopf etwas zurück gelehnt.
Ihre roten Lippen waren feucht.
Ungemein erotisch musste Sancho feststellen.
Sie wollte, dass Sancho sie jetzt nahm.
Jetzt und auf der Stelle.
Sancho begann Sie zu streicheln.
Das mit einer langsamen und trägen Sinnlichkeit.
Als er an ihren nackten, zarten Beinen emporstrich, zitterte sie gewaltig.
Es erregte sie sehr.
Aber sie wollte, dass Sancho sie natürlich da berührte.
Wo?
Natürlich da, wo sie noch erregbarer und empfindlicher war.
Aber Sancho, der Mistkerl, ließ sich Zeit.
Viel Zeit.
Er behielt seine streichelnde Hand an der Innenseite ihrer Schenkel.
Dann begann er endlich ihre spitzen Brustwarzen zu küssen, die er so liebte.
Die Spitzen roten Rosen auf ihren Brüsten schienen, als würden sie schön heftig glühen.
„Sancho, komm!“, keuchte sie.
Er lachte leicht, als sie sich dicht an ihn presste, und drückte ihre heißen, erregten Brüste an seine Brust, die ohne Haar war, glatt, wie ein Babypopo.
Sie rieb sich an ihm wie eine verschlafene Katze.
Wie ist denn eine verschlafene Katze?
Was?
Astrid spürte, wie sehr sie ihn wollte.
Und als Sancho endlich gefühlvoll und ganz langsam seine verlangenden Finger in sie schob, rieb und streichelte er sie.
Für einen Augenblick stöhnte sie wild auf und glaubte, im nächsten Moment zu kommen.
Aber dann zog Sancho sich wieder zurück.
In seinen Augen sah sie seine Erregung.
Sie streichelte ihn zärtlich und küsste seinen ganzen nackten Körper, den sie schon so mal schnell unbemerkt entkleidete.
Sie war vollkommen außer sich und sorgte dafür, dass er endlich tief in sie eindrang.
Die geile Astrid begann sich langsam auf ihm zu bewegen.
Sie wurde immer schneller.
Immer heftiger bewegte sie sich, bis sie beide die aufgestaute Lust nicht mehr zurückhalten konnten und gleichzeitig zu einem gewaltigen, explodierenden Höhepunkt kamen.
Sie bewegte sich auf Sanchos nackten und verschwitzten Körper und stöhnte verlangend und unersättlich.
Ihre Lippen suchten seinen Mund über seiner salzigen Haut, die sie so liebte.
Sancho, noch ganz wild auf die geile und schamlose Astrid, umschlang sie fest und streichelte zart und leise ihren Rücken.
Ihren Po hat er natürlich nicht vergessen, denn das mochte sie besonders, wenn sein Finger auf ihren Hintern herumkreisten.
„Wenn du Lümmel, dass Inspiration nennst, dann musst du ein Genie sein“, flüsterte sie und fing aber an, laut loszulachen.
„Ich hatte noch nie eine Muse wie Dich.“, gestand Sancho und genoss Astrids Streicheln und ihre leidenschaftlichen nassen Küsse. Ich möchte dich gar nicht mehr hergeben. Wirklich. „Ich brauche dich, wie die Luft zum Atmen“, gestand sie Sancho. Astrid richtete sich auf und sah Sancho an. Sie spürte, dass das schnell wieder vergessen sollte. Plötzlich küsste sie ihn nur noch flüchtig auf den Mund und stand verwirrt auf. „Aber wir wissen nicht, was alles so noch passieren kann“, sagte sie selbstbewusst, um eine kalte Mauer von toten Gefühlen zu bilden. Sancho sagte nichts dazu und richtete sich auf und strich sich das Haar zurück. „Mir wird schon etwas einfallen“, sagte er dann. „Aber ich kann und werde dir nichts versprechen.“
Kapitel 11
Sancho hatte eigentlich immer prima Ideen und die unmoralische Beziehung mit Katharina hatte er schon mit den nicht überzeugenden Gefühlen abgeschlossen. Er hat Tränen, Lügen und die Drogensucht bei den unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Anfangs war es auch nur ein Spiel von Katharina gewesen, gestand sie ihm. Er sei ein guter Stecher, den sie nicht verlieren wollte. Anfangs war Sancho von Katharina fasziniert, aber es war keine Liebe. Das stellte er bedauerlicherweise fest. Was man doch im chaotischen Leben öfter verwechselt. Sie war diesmal in ihrer Wohnung und er fuhr zu ihr, um seinen Hausschlüssel zu holen. Katharina hatte schon am frühen Morgen getrunken und war völlig betrunken. Aber am späten Vormittag hatte Katharina es aufgegeben, sich mit ihm heftig laut zu streiten. Er konnte sie nicht einmal mehr an sich rannehmen, denn der Respekt war auch schon fast verloren.
Sancho ekelte sich schon vor ihr und jetzt noch viel mehr.
Wie sie sich den Whisky in sich hineinschüttete, wurde ihm ganz schlecht.
Sancho musste ihr nur den Schlüssel entnehmen, den sie schon in ihrer Hand hatte, und dann wollte er so schnell wie möglich die Wohnung verlassen.
Doch das war nicht so einfach, denn sie fuchtelte dauernd, das Schlüsselbund vor seinem Gesicht, den sie auf ihren Finger erst gesteckt hatte.
Sie reizte ihn immer wieder, worauf Sancho aber nicht reagierte.
Dadurch wurde sie aber immer wütender.
Wie Frauen ebenso mal sind.
Sie wollte mit Ihrem Schlüssel die Haustür absperren, um mich einzusperren, damit ich sie nicht verlassen darf.
Aber das konnte Sancho gerade noch unterbinden und schnappte sich ihren Schlüsselbund aus ihrer Hand, die locker zur Faust geformt war.
Betrunken schwor sie ihm immer wieder, dass sie ihn nur geliebt hat.
Das hatte Sancho ihr nicht mehr geglaubt.
Sancho wirkte ein bisschen hölzern und ratlos.
Aber das hatte sich schnell gegeben, als Sancho sie überraschte.
Heftig nahm er ihre andere Hand, wo sein Schlüsselbund war, und entriss ihr diesen.
Katharina gehörte der Vergangenheit an.
Sie gestand sich selbst, dass es nur Sex gewesen war, der sie zusammengeführt hatte.
Aber bei Sancho, so hatte sie sich es gewünscht, konnte etwas anderes daraus geworden sein.
Ich komme mir vor wie in einem spektakulären Film mit verrückten Menschen, die psychosomatisch mit den Nerven fertig sind.
Da gibt es nur ein unauffälliges Krankenhaus. In diesem Fall ein wohnzimmergroßes und fantasiegroßes Gummihaus, inmitten von Berlin.
Doch wenn man das Vergnügen hat, dort einmal zu landen, steht man in einem christlichen Nymphen-Studio mit allen Schikanen, in dem Assistenten zum Arschabwischen anwesend sind, Fahrer für die Rentner, die nur noch existieren und in den Puff wollen, Schönheitschirurgen, die den alten Damen die Falten vom Lügen aus dem Gesicht bügeln, und Gehirnspezialisten, die forschen, wie lange ein Mensch ohne Gehirn leben kann. Mittendrin sitzt ein fetter Kaiser, der den Thron voll furzt und dabei fast witzig abhebt.
Er dirigiert und kontrolliert, wie es die Deutschen eben gewohnt sind und nicht anders können.
Heute geht es hier im Stundentakt durch Berlin ein und aus.
Rausfliegen wird hier keiner, denn Sie wissen auch nicht mehr, wohin ohne Gehirn.
Die ganze Meute geht trotzdem mit einer geballten Ladung Ego. Zicken, Mätzchen – und hier herrscht keine Professionalität.
Und der stinkende Kaiser?
Der ist schon seit einiger Ewigkeit in diesem Geschäft.
Könnte schon längst seinen goldenen Zepter abgeben.
Stattdessen lässt er sich seine Hämorriden so richtig aufschwellen, bis sie eines Tages platzen könnten.
Alles, was er tut, tut er langsam, sehr langsam und noch langsamer.
Von Mechanik keine Spur. Arbeiten, reden, lesen kann er nicht. Wozu auch?
Cola-Light ist sein genussvolles Getränk, denn er glaubt, dadurch kein Leid zu ertragen und dass er eines Tages mit seinen fettigen Kilos leichter wird.
Ich denke gerade darüber nach, dass das nicht alles gewesen ist in seinem Leben.
Noch nicht!
Im Moment denke ich daran, wie es war, als meine Zehen mit dem weißen Sand spielten.
Es war eine junge Polynesierin, die mich noch so freundlich begrüßt hatte.
Der Blick hinaus auf die Lagune war für mich wie ein wünschenswerter Traum auf einen anderen unerreichbaren Planeten in meinem Leben.
Außerdem folgte ich dem Blick der Polynesierin und sah, wie die Sonne auf dem blauen Wasser schimmerte.
Ich seufzte und dachte damals, dass manche Momente fast zu schön sind, um wahr zu sein.
Aber die bunte Blumenkette in meiner Hand war eindeutig echt. Einige Tage später.
Die Frage nach dem Nutzen unseres geistigen Potenzials: Da habe ich bewundernswerte Erkenntnisse erfahren. Einstein sagte: „Wir nutzen nur 10 Prozent unseres geistigen Potenzials.“
Aber, nur 10 Prozent?
Nein.
Schon, wenn wir ein Glas Wasser ergreifen.
Andere ergreifen ein Glas Bier.
Klar?
Ist nicht jetzt schon unser Gehirn 100 Prozent aktiv?
Zwar ist jeder Bereich des Gehirns für bestimmte Fähigkeiten zuständig.
Etwas fürs Sehen, Sprechen, Hören, Denken, Lernen oder auch für die Bewegung der Gliedmaßen.
Dennoch sind stets sämtliche Hirnzellen aktiv.
Immerhin 30 Milliarden Stück.
Kein Wunder.
Denn eine Gehirnzelle schläft nie.
Ebenso falsch wie das Gerede von den ungenutzten
90 Prozent Hirnkapazität sind übrigens eine Legende.
Ich sage nur: „Albert Einstein“.
Was ist die Wahrheit?
Die Wahrheit ist vergänglich, denn sie ändert sich ständig.
Wenn eine Lüge gut verpackt ist, dann glauben die Menschen eher einer Lüge als einer Wahrheit.
Wenn nicht jetzt – wann dann?
Ich habe Frauen kennengelernt, sie glaubten, sie hätten eine Schokoladenseite.
Wirklich?
Allerdings habe ich diese immer gesucht, denn ich wollte von dieser Seite naschen.
Jetzt habe ich erfahren: „Ja“, es gibt diese Schokoladenseite.
Alle Menschen haben dieselbe Schokoladenseite, nämlich die linke Gesichtshälfte.
Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen es. Porträts, die diese Seite betonen, halten wir für schöner.
Warum?
Meine schlaue und schöne Oma wusste es auch nicht.
Unsere Rechte, die emotionale, diese Gehirnhälfte beeinflusst die Mimik der linken Gesichtshälfte.
Dadurch werden links mehr Gefühle sichtbar.
Gefühlsbotschaften wecken Betrachter mehr Interesse als noch vernünftige Argumente.
Allerdings ist unser Gehirn 150 Mal schneller als der beste Supercomputer.
Interessant?
Nein?
Das interessiert sowieso keinen.
Aber ein normaler PC übertrifft um das Vier milliardenfache.
Das sollte man sich zum Vergleich so vorstellen: Es gibt pro Sekunde ebenso viele Rechenoperationen in unserem Gehirn wie Sterne in unserer Galaxie.
Denn der Mensch hat im Laufe der Evolution eine perfekte Vernetzung seiner Hirnzellen entwickelt.
Dadurch können die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden.
Ein Computer mit der Leistung eines menschlichen Gehirns wäre so groß wie ein Einfamilienhaus und hätte den Stromverbrauch einer Kleinstadt.
Und dann die Stromrechnung? Wenn ich eines Morgens das Gefühl habe, ich bin mitten in einer Postkarte aufgewacht, dann kreuze ich gerade durch die Südsee.
Dachte ich mir so.
Warum eine Postkarte kaufen?
Warum nicht einfach die Klamotten packen und einfach raus?
Raus aus Deutschland, dem gemachten Elend im Land und dem inszenierten Lügentalk der Politik. Ich will keine Marionette mehr sein für dieses Land der Märchenerzähler.
Ich will weiße Strände.
Freundliche Menschen.
Und lebenserfrischende Natur, nicht nur in meinen Träumen.
So beschloss ich, mir ein Reiseticket zu holen, meine Klamotten zu packen und „Adios Deutschland, ihr alten stinkenden Säcke.“
Die meisten der Leute haben eben, mal ehrlich, schon den Totenschein in der Tasche.
Doch ich denke jetzt nur an eine herrliche Sonne, Strand und Meer.
So beschloss ich, meine Reise von Puerto Mont nach Papeete zu starten.
Natürlich kam ich mal wieder auf den letzten Drücker im Reisebüro an, gehechelt, um mir noch ein Ticket zu organisieren.
Die Frauen im Reisebüro waren aber heute gut drauf und wir lachten noch eine kurze Weile in den Feierabend.
Mein Flug ging nämlich schon morgen los – einen Samstag.
Ich hätte ja im Internet mein Ticket bestellen können.
Aber das ist unsicher, denn der Technik im Internet traue ich nicht.
Und ich habe gerne meine Leute vor mir, wenn etwas nicht klappt.
Ganz früh morgens mussten sich meine Glieder aus dem Bett erheben, duschen, einen Kaffee trinken und los.
Am Flughafen angekommen, checkte ich mich für den Flug nach Santiago ein.
Im Flugzeug habe ich erst einmal ein leckeres Frühstück zu mir genommen, so ausgehungert, wie ich noch von heute früh gewesen bin.
Am nächsten Tag landete dann der Flieger erst einmal in Santiago/Chile. Hier ging ein Transfer in ein First-Class-Hotel.
In diesem gut betreuten Hotel übernachtete ich.
Am nächsten Tag, einem Montag, und das Wochenende war vorbei, musste ich nochmals in den Flieger, um nach Puerto Mont zu kommen.
Natürlich nicht am frühen Morgen, ohne ein tolles Frühstück.
Lecker, besonders der Kaffee.
In Puerto Mont habe ich dann einen Transfer zur Einschiffung auf das Schiff.
Im Flieger versuchte ich noch einen Augenblick zu schlafen.
Aber hinter mir waren Kinder, die machten sich mit lauten Geschrei bemerkbar, die mich unwahrscheinlich nervten.
Endlich in Puerto Mont abgekommen und die Sonne schien noch kräftig vom Himmel.
Es war warm.
Sehr warm.
„Willkommen an Bord, willkommen in der Südsee.“ So begrüßte uns der Kapitän persönlich an Bord.
Doch das interessierte keinen von den Gästen, denn jeder hatte nur den einzigen Gedanken und das Ziel, in seine Kabine zu kommen.
Jetzt würde einer meiner Sagen: „Typisch Deutsch“, nein, es waren auch Engländer dabei.
Sie fanden das als eine Art Sport wie Rugby, um in die Kabine zu gelangen.
Von Dienstag zum Mittwoch schifften wir dann über die Südsee zur Robinson Crusoe Insel/Chile.
Nein, ich musste nicht vier Jahre allein, ganz allein und ohne „Pretty Women“ Freitag hier bleiben.
Dennoch nutzte ich mit ein paar anderen Siegels, darunter waren auch Frauen, die Freundinnen konnte man vergessen, vom Schiff zu gehen und die Zeit bis zum frühen Nachmittag für einen rasanten lustigen Spaziergang zum Van tage Pointe.
Zu den Robinson Crusoe Caves.
Und durch die Wälder.
Diese Insel gilt als Arche Noah für seltene Pflanzen- und Tierarten.
Von Donnerstag bis Samstag war ein Landgang nicht auf dem Plan.
So genoss ich erst einmal das fantastische Blau am Himmel, während ich den Aufenthalt auf dem Schiff genießen konnte.
Am Abend leuchteten die Sterne am Himmel des Südens.
Der nächste Tag war wie verändert und ich war unruhig geworden. Weil ich ein ungewöhnliches Rauschen hörte.
Eine Riesenflutwelle aus der Südsee kommt uns entgegen.
Das Unglück konnte vom Schiffskapitän nicht verhindert werden.
Das riesige Schiff wird von dieser gewaltigen Flutwelle geflutet und die ahnungslosen Passagiere überrascht.
Zu viel Wasser dringt ein.
Die ausgebildete und trainierte Rettungsmannschaft kommandiert mit Strategie und Ruhe die kreischenden Kinder und jammernden Frauen zuerst in die Rettungsboote.
Viele uneinsichtige Paare wollen sich nicht trennen. Wie die Omis und Opis.
Und ich da mitten drin.
Das Schiff sinkt?
Und ich mit?
Jetzt bekomme ich es auch noch mit der Angst zu tun.
In mir bemerkte ich eine ungewöhnliche und tödliche Stille.
„Ist das Schiff auch sicher?“, rief ich einem Matrosen der Rettungsmannschaft zu.
Doch dann ging alles viel zu schnell.
Das Schiff, das so sicher gewesen sein soll, reißt in Minuten mindestens 2500 Menschen, darunter Kinder, viele Kinder, Frauen und wenige Männer.
In den erbarmungslosen Tod.
Was ließ das Schiff untergehen?
Wasser, viel, viel Wasser.
Salzwasser.
Und wie kommt das Salz ins Meer?
In allen Meeren zusammen ist so viel Salz enthalten, dass man damit alle Kontinente mit einer 15 Meter dicken Salzkruste überziehen könnte.
Der Regen hat das Salz in Millionen Jahren aus großen Gesteins- und Erdmassen ausgewaschen.
Flüsse transportieren es zum Meer.
Auch aus den Steinen am Grund der Ozeane wird Salz herausgelöst.
Erstaunlich ist: Ein Liter Meerwasser enthält durchschnittlich 34 Gramm Salz.
Übrigens: Das extrem salzige „Tote Meer“ ist kein Meer.
Alles klar?
Sondern ein See ohne Abfluss.
Die Hitze in der Grenzregion von Israel und Jordanien lässt das Wasser schneller verdunsten, als es der Jordan nachfüllen kann, und ein Salzgehalt von 230 Gramm je Liter ist die Folge.
Das Schiff wurde von einem erfahrenen Kapitän geführt.
Kein einziges Mal hatte der Kapitän eine Havarie erlebt.
Aber gegen solche überraschenden und tödlichen Flutwellen ist sogar die erfahrenste Wetterstation machtlos.
Sie kommt einfach und ist da.
Einfach aus dem Nichts.
Den Passagieren war in diesem Augenblick nicht zum Witze machen.
Für die Passagiere wurde es unangenehm, als die Kammern alle voll Wasser fluteten.
Kein Schiff ist unsinkbar, das erlebt man nicht nur in den Medien.
Nein, man kann, muss aber nicht, auch wirklich nicht dabei sein. Doch Sancho überlebte diesen ganzen Trubel nicht. Für den erfolgreichen Mann war es die letzte abenteuerliche Reise, die er getan hat.
Er bekam einen Herzinfarkt und unterlag einem qualvollen Tod im Meer.
Er rief noch mit kurzen Atemzügen um Hilfe.
Doch vergebens.
Durch die Flut wurde er ohne seine Kräfte Stück für Stück über Bord gespült.
Keiner von den anderen aufgebrachten Passagieren bemerkte ihn. Leute haben ihm ein Grab gebaut, ohne seinen Leib. Dennoch standen viele Vollidioten, Leute, die nicht einmal in ihrem Leben ihre 90 Prozent, des geistigen Potenzials praktisch und intellektuell genutzt haben, davor und wichsten sich in Gedanken einen, wie es in Sanchos Leben immer gewesen ist.
Sogar die schöne Branda war dort, die sich immer mit Sancho verabredet hat und dann nie bei ihm erschienen ist.
Sie war die Frau, die ihm immer zusagte, wie „Ja.“ und „Nein“ gemeint waren. Aber heute hatte sie Zeit für Sancho und durch Zufall erfuhr sie, dass Sancho heute beerdigt wird. Oder nicht?
So müsste heute eigentlich auf dem Grabstein stehen: „Lieber Sancho, immer habe ich dir zugesagt und bin nicht gekommen.“ „Aber heute denkt deine Branda ganz fest an dich und steht vor dir.“
Ist das nicht witzig?
Ach, hätten wir unsere Frauen nicht, dann würde das Scheißleben doch nur langweilen.
Oder?
Aber was will uns die Moralin im deutschen Eden sagen?
Deutsche Frau, betrage dich, wie es sich gezieme. Deutsche Hausfrau rauche nicht! Deutsche Dame, Prieme!
Erst lernten sie ihn kennen, dann fanden sie ihn toll, Frauen vergötterten ihn, und dann benutzten sie ihn als Wichsvorlage.
Und bei anderen Frauen, die mehr von Sancho bekommen wollten, aber nicht bekamen, gingen die Frauen, die in einer Beziehung waren oder sind, in Gedanken mit Sancho fremd.
Damit Sie auch einmal bei Ihren Männern einen Orgasmus bekommen.
Viele Leute „glauben“, sie könnten die Welt verändern.
Das in einer Gesellschaft, wo „Neid“ und „Gier“ die ersten Wörter im Lexikon sind?
Doch es reicht schon aus, wenn diese Leute sich selbst ändern.
Dann können Sie anderen Leuten helfen. Sie sollen sich selbst lieben lernen, und dann können sie auch andere Leute lieben.
Es ist nicht entscheidend, was der Mensch schon alles gemacht hat.
Entscheidend ist, was er machen wird.
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Ich hoffe, Sie haben dieses geistige Potenzial.
Steigt die Weltbevölkerung um 153 Kinder.
Das macht rund 80 Millionen »Neuzugänge« pro Jahr.
Aktuell leben mehr als 6,4 Milliarden Menschen auf der Erde.
Das sind rund sechs Prozent aller Menschen, die je gelebt haben.
Wenn ich jetzt diese Zahl bis zu den Urmenschen zurückverfolge, sprengt die Lösung manchen Taschenrechner.
Aber US-Experten haben errechnet, dass etwa 106,4 Milliarden Menschen auf unserem Planeten gelebt haben.
Frauen vom Land sind nur höflich, nett, naiv und manchmal blöd.
Denn sie bauen sich ein Nest für ihre Kinder. Männer zählen überhaupt nur konservativ, als Zeuger, Verdiener und Ernährer.
Er ist Mittel zum Zweck.
Und solltest du mal morgens in den Spiegel schauen, dann begrüße dich mit einem netten Lächeln.
Kein anderer deutscher Schöpfer des kreativen Designs hat es je so weit gebracht wie Sancho.
Seit fast zwei Jahrzehnten das Genie hinter der Parfümerie, der Mode und dem Fernsehfunk und dem Filmbusiness.
Ein kleines Spiel mit dem „Warm“ werden gab es zum Anfang schon.
Sollte man ihn fragen, was er lieber an der Garderobe trägt: „Weiß oder Schwarz?“, gab er immer zur Antwort: „Tja… eher Schwarz.“
Man kann jeden Tag in Schwarz angezogen sein.
In Weiß geht das nicht.
Ich bin immer dreckig und sehe aus wie ein Schwein, wenn ich weiß, was ich trage.
Und was sich die Frauen heute in der Mode anziehen, weiß ich nicht.
Sie haben Stimmungen, die keiner kennt.
Von Sancho wurde nie etwas erwartet.
Und wenn, dann ist das ein freiwilliges Gefängnis. Man muss sich seine eigenen goldenen Käfige bauen.
Alles im Leben ist eine Fassade.
Leute haben Angst vor mir, weil sie arrogante Versager sind.
Denn manche Leute spielen eine Rolle, in der die meisten eine Fehlbesetzung sind.
Das ist da ein Problem.
Sancho hat sich nie mit anderen arroganten Besserwissern verglichen und er wollte es auch nicht, dass man ihn mit einem anderen Idioten vergleicht.
Die Deutschen wollen lieber Theater spielen, sie wollen kritisieren, verachten, beneiden, als selber etwas zu tun.
Die Deutschen sind Spezialisten darin.
Oh ja.
Das große Drama für Deutschland ist Blasiertheit aus einem Komplex heraus.
Aus arrogante und zynischer Unsicherheit.
Sancho ist begabt gewesen, und sich zu verlieren, das war nie sein Trip.
Er hat sich immer wieder unmögliche Ziele gesetzt, sonst stirbt er.
Alles, was eine Erklärung braucht, ist die Erklärung nicht wert.
Sancho war nie mit sich zufrieden.
Er war ein Chamäleon. Damit wäre er auch einverstanden, wenn er heute noch unter uns weilen würde.
Es war Sancho immer egal, irgendwann mal berühmt zu sein.
Die verlogene Nachwelt ist etwas, was ihn überhaupt nicht interessiert.
„Was soll ich was für die Nachwelt tun, die Nachwelt hat auch noch nie was für mich getan?“, gab er immer den Leuten, die alles besser wussten.
Denn die schlimmste Krankheit ist kurierbar, einnehmbar, injizierbar, war Sancho der Meinung, und das größte Leiden ist zu stillen, nur: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.“
Sancho interessierte es nie, was er mal gemacht hatte.
Ihn interessierte nur, was er heute tut.
Was die Leute tragen, sagen, machen und versprechen, ist für mich schon Vergangenheit. Also das, was mich im Leben am wenigsten interessiert.
Menschen machen sowieso nur Versprechungen, die sie nie halten können.
Zum Schluss soll einer, meiner noch bemerken: „Es starb Napoleon, es starb der junge Mozart, der 2006 100 Jahre wurde, und es sterben die schönen Dinge im Leben, wenn man sie nicht pflegt und hütet.“ Kurzum: Man ist seines Lebens nicht mehr sicher, denn Optimisten sind allein und Schriftsteller schreiben auch allein.
Nun gibt es den konservativen Klugscheißern, Besserwissern und Idioten keine Chance, das Leben zum Gefängnis zu machen.
Zeigt einfach den Spaßbremsen die Rote Karte, damit das Leben etwas liebenswerter wird.
Holt man ein Schwein vom Stall zur Belegtage und wickelt es in Samt und Seide ein und bindet ihm eine Maske auf die Visage – an seinem Ringelschwanz erkennt man doch das Schwein.
Das zum Thema „Kleider machen Leute“.
Aber der Untergang von den Besserwissern und Spaßbremsen wird sein, dass sie unvorsichtig die Welt betrachten: die Geldgierigkeit, wie das Geld anderer Leute, ihre Karrieregeilheit (sie wissen zwar, was sie tun, aber sie wissen nicht, warum sie es machen), die tödliche Arroganz, die sie zum Selbstmörder macht. Und? Die geheuchelte Gerechtigkeit mancher Leute, die die Unglaubwürdigkeit aktivieren.
Siehe die Faszination der Politiker.
Dumm, Dümmer am Dümmsten.
Jeder Mensch hat ein Talent.
Welches Talent hast du?
Leute glauben nur das, was in der Zeitung steht und was sie glauben wollen.
Kapitalismus heißt: „Arbeitslos, Pleite, obdachlos.“
Ein Lob auf die Wahrheit.
Denn nichts ist ärgerlicher als ein Streit um unwichtige Fakten.
Ja, denn wer um jeden Preis „Recht“ haben will, macht sich und andere unglücklich.
Politiker haben eben eine sadistische Ader.
Sie zeigen mit dem Finger aus dem Fernseher heraus auf mich, auf dich und auf jedermann.
Der Politiker will Recht haben, aber auch glücklich sein. Dazu geht er auf das Klo zum Kiffen.
Das kann jeder bezeugen, der schon mal unfreiwillig auf einem Klo der Politiker war.
Es ist eine gute Story für die Medien und wird von ihnen auch gut.
„Was oder wer bringt mich weiter in dieser Welt?“, fragt sich jeder: „Korrektheit oder Gelassenheit?“
Die Antwort kennt keiner.
Sancho ist heute ein erfolgreicher Geschäftsmann. Wissen ist Macht und nichts Wissen macht einen zum Vollidioten, und das reicht gerade noch zum Kurzkissenimitator.
Mitternacht in Berlin, kann 10 Uhr morgens in irgendeiner Bar sein. Märchenhaft auf der reichen Friedrichstraße im Osten von Berlin. Deutschlands Nobelstraße, das beliebteste Straßenviertel in Berlin. Belegt mit internationalen Designergeschäften in einer prächtigen Lindenallee.
Im sechzehnten Stockwerk, in dem große Unruhe herrscht, sitzt Sancho.
David Crown sitzt erwartungsvoll im klimatisierten Büro von dieser Etage und hat Furcht, dass Sancho ihn wegen eines wichtigen Auftrags einer Werbekampagne womöglich lynchen wird.
David läuft der kalte Schweiß über den extra breiten Rücken.
„Bin ich diesmal exakt gewesen und habe alles gegeben?“, fragt er sich immer, immer wieder.
Alles begann vor circa drei Wochen und drei Tagen und dreizehn Stunden, wie dreißig Sekunden.
Wie viele David Crowns verrückten Tage und Jahre. Frühmorgens um zwei klingelte Davids Handy und störte sein sexuelles Vergnügen mit Sonja aus Russland.
„Ich habe einen wahnsinnigen Auftrag für Sie“, sagte Sancho, der wie immer an die dicke Kohle, Cash, das Geld denkt.
Davids menschlichen Sinnesorgane sind jetzt nicht in der Lage, ein einziges Wort von Sancho zu speichern.
Wenn er sich in der Firma auf der nächsten Sitzung noch daran erinnern kann, dann wäre es ein Wunder.
Oder wäre David Crown ein „Gott?“
„Werden sie das tun?“, hörte David nur noch im Halbschlaf und in Gedanken an seine Russin, die süße Sonja, mit den wahnsinnigen Titten.
„Und nun?“, fragte eine Stimme von David, während Sonja ihn zwischen den Beinen streichelte.
Und in der Nacht des Anrufes begriff David, dass Sancho wahrscheinlich irgendetwas plante.
Am nächsten Morgen überprüft David als Erstes mit wachsender Beunruhigung die auf dem Schreibtisch liegenden Unterlagen von Sancho. David schaut nach rechts. Auf dem Monitor sieht er „Nichts“.
Das ist der Lauf der Dinge, zumindest machen die meisten Chefs immer Panik, Hektik und, und, und. David geht zum Fenster und wartet auf den Chef, Sancho, der immer wie ein Sturm ins Büro knallt. Auf der Straße ist nichts Besonderes zu erkennen.
„Das reicht jetzt“, sagte David, „was glaubt Sancho, auf was ich warten soll“, und er geht aus dem Büro, um eine Tasse Kaffee in der Werbeabteilung trinken zu gehen. „Vielleicht hätte ich heute mein Horoskop lesen sollen“, dachte sich David und lächelte nur noch über sich.
Aber jetzt stehen vor ihm noch mehr Kollegen an der Kaffeemaschine, die Kaffeedurst haben.
Es gibt Leute, Menschen, die es nicht erklären können, warum sie ihr Gehirn nur gebrauchen können, um das Klo zu putzen.
Und diese Menschen sind manchmal Politiker, Chefs, Anwälte und, und, und. Es sind Zombies, die leben, um zu arbeiten, und sie arbeiten bis zum Tod. Wissen aber nicht warum.
Keiner von ihnen hat das Wissen, was rundherum, um sie passiert. Sie glauben nur, was sie aus einer Talk-Show sehen und hören und was sie selber glauben wollen.
Eine Illusion, eine Einbildung. Sie machen alles, was man ihnen sagt.
Diese Menschen dienen und haben eine große Schnauze, weil sie glauben, sie müssen die Welt verändern.
Vollidioten, die keinen IQ besitzen.
Dumm sein ist nicht schlimm, aber Dummheit der ganzen Welt zu vermitteln und ihr eigenes Versagen, andere zu deformieren, ist.
Das ist ein Verbrechen.
Es ist schon fast Mord an der Persönlichkeit, Respekt.
Einer seiner sollte diese dummen und naiven Leute in die Schranken weisen.
Man sollte sie auf eine kalte und sonnenlose Insel schicken.
Diese Menschen stinken wie ein Komposthaufen. Leute mit keinem Intelligenzquotienten stiften gewaltige Unruhe in der Gesellschaft und spielen Krieg auf Kosten anderer unschuldiger Menschen mit ihrer rechthaberischen Inkompetenz.
Sie glauben an Gott.
Doch zu dieser Zeit konnte kein Mensch lesen oder schreiben.
Und erst 40 Jahre später, als Jesus gekreuzigt wurde, schrieb man erst die Bibel.
Manchmal ist das Leben wie eine Oper, denn die russische Kaiserin war keine Russin. „Katharina die Große“, sie war eine Deutsche.
Durch einen kühnen Staatsstreich gelang es der Zarengattin Katharina Alexejewna, die Macht an sich zu reißen.
Nach dem geplanten Anschlag auf ihren unliebsamen Mann übernimmt sie das Zarenzepter. Die Oper, sie ist 400 Jahre alt. Sancho wollte nicht mehr so alt werden, aber dafür war die Oper sehr attraktiv. Ist Sancho eines Tages gestorben, werden ihm die Arschlöcher ein Denkmal bauen und später werden sie sich vor nackter Begierde abwichsen. Das hat er schon immer von sich behauptet, und seine Asche soll unter den Gästen der Bestattung verteilt werden, damit sie sich noch einmal ihre dicke Nase voll schniefen können. Das geht so durch und tief ins leere Gehirn. Die Oper ist wie das Leben, das viele Menschen begeistert und naive Vollidioten nicht verstehen. Es war ein nettes, süßes und lächelndes Mädchen, mit dem im jungen Leben schon eine lebenslange Liebe zu Frauen begann. Es ist ein Traum, es war ein Traum, ein sinnlicher Überfluss, eine Verschwendung mit bitterem Beigeschmack. Ein Beigeschmack nach gehackten Mandeln. Er war bis ins Innere aufgewühlt. Das verrückte, aber witzige Leben verbindet man mit „moralischen Sein“ und „unmoralischen Theater“. Das Einstiegsalter in einem aufregenden und abenteuerlichen Leben ist je früher, desto besser. Das empfiehlt Sancho, wenn er… Ja, auch wenn es die Erwachsenen bis heute nicht glauben oder wissen wollen, sind Kinder von Natur aus so unvoreingenommen und neugierig. Gut sei es aber, mal zu erwähnen: Wegen der Konzentrationsfähigkeit sollte Mutter bis zur Einschulung mit der ersten unerwarteten Erfahrung warten. Es gibt Menschen, die sind nur dumm. Dann gibt es Menschen, sie sind böswillig. Aber es gibt auch noch die feigen Menschen. Dumm ist der Mensch, der es nicht nur tut. Es ist die Unwissenheit. Es funktioniert bei Kindern von allein, denn fast immer sind Kinder in einer neugierigen Art in ihrer neuen Welt gefangen. Aber auch für die lahmarschigen Erwachsenen ist es nie zu spät für einen neuen Einstieg, in ein neues Leben. Weil viele neue oder wiedergefundene Sinne des Lebens auf sehr glücklicher Weise zusammenkommen, sollte ob Mann oder Frau oder Frau oder Mann alles LIVE genießen. Konservative Idioten und Vollidioten sind jetzt im Zeugenschutzprogramm und werden im Tierpark oder Zoo zum Anglotzen assimiliert. Dabei kann es durch ein bürokratisches Versehen oder eine Zeitspanne der Bearbeitung passiert sein, dass Politiker und andere Klugscheißer sich präsentieren müssen.
Anhang
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