Buch 6 für Schwarzleser: Der Schriftsteller erzählt

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DER SPIEGEL - dein ego lebt von Susan B. Windsor

 

Die Menschen sind wie Marionetten in der Gesellschaft und glauben, dass sie selbst ihre Taten entscheiden. Der Inhalt eines Buches oder einer angenehmen Nachricht, wie eine unangenehme Mitteilung, mag das Ego berühren, nachdenklich stimmen, traurig machen, oder sogar niederdrücken.

Wer ist dieser Egoist? Was erwarten die Menschen von Ihrem Leben?

 

 

Kapitel 1

Die Stadt gehört den Menschen. „Gut.“, spricht ein Ego. Vielleicht gehören die Menschen auch sich selbst. „Gewiss“, spricht ein Egoist. „Hahahahahahahaaa… Hahahahahahahahahahahaaa… Hahahahahahahahahahahaaa…“, Gelächter hört jeder Mensch gerne, wenn er sich unter den Optimisten, den lebendigen und motivierten Menschen aufhält.

Die fröhlichen Menschen denken, dass Kummer und auch das Leid eine Lüge sind.

Lachen und Spaß im Leben haben, vertreibt den Stress. Löst Spannungen. Mildert Ängste.

Es gibt Menschen. Sie reden mit Ihrem eigenen Spiegelbild. Mit ihrem Ego. Natürlich mit einem Egoisten. Und das ist auch gut so. Dessen Ego geht seinen Weg, auch wenn dieser Weg steinig oder matschig werden soll.

Er will nicht die Marionette der anderen Person oder der Leute sein. Egal, was kommt!

Der Spiegel sagt: „Es gibt Ängste, die sind begründet.“ „Doch viele Ängste sind unbegründet und die muss der Mensch bekämpfen, sonst rauben sie dir den Verstand.“

Das Ego bestimmter Personen hat sich in einem Leben schon oft gefragt: „Warum, warum, warum.“

Gerade ich? Ja. Warum bin ich ein Versager? Oder warum bin ich ein „Gewinner“? Warum habe ich Angst vor anderen Menschen? Warum trau ich mich nicht, meinen Gegenüber anzusprechen? Warum werde ich immer rot beim Flirten?

Er machte sich viele Gedanken darüber, warum der Typ mehr Gehalt von seinem Chef bekommt, obwohl der Knaller nicht mehr gearbeitet hat.

Jeder Mensch hat das Recht, sich diese Fragen zu stellen, ob zum Positiven oder zum Negativen seiner selbst.

Das Ego kann oder ist der Auffassung, dass jeder Mensch diesen Kritiker in sich hat, und stellt alles in Frage, was dieser Typ macht oder was er bekommt.

Wie ein „Engel des reinen Gewissens“, nahe seinen Gewissen und seiner Moral, steht und flüstert: „Mach es nicht, denn…“ Aber? Nicht alle Engel in der Esoterik sind Schutzengel. So wie es in der Esoterik Dämonen gibt, die den Menschen beschützen. Oder in das Verderben ziehen können.

Der Bote von der Schuld und der Sorgen macht den Menschen zum Opfer der Natur.

Das Ego glaubt, dass Dämonen jeder Mensch sich selbst schafft, wenn er sie annimmt.

Dann gibt es, wenn der Mensch daran glaubt, den „Teufel“, der nennt sich auch „Satan“.

Der Teufel, Satan, der macht dir ein unmoralisches Angebot.

Der Egoist sagt: „Eine Frage des Glaubens.“

Die Erfahrungen des Lebens, die jeder kennt, wie der Verlust seines Arbeitsplatzes, der Verlust einer nahestehenden Person, ein schwerer Unfall, eine schwere Prüfung seines Studiums oder sogar das Mutter- und Vaterwerden. Und? Und. Und? Wenn Ängste und Depressionen zur Krankheit werden.

Krankhafte Ängste und krankhafte Depressionen haben mit diesen Erfahrungen jedoch nichts zu tun.

Ängste können derart vernichtend sein. Derartige Depressionen werden sogar lebensvergiftend.

Krankhafte Ängste und Depressionen führen nicht selten zum Selbstmord. Das hat das Ego im menschlichen Umfeld erfahren.

Worte wie zum Beispiel „leiden“, „angst“, „deprimiert“ sind in den alltäglichen Sprachgebrauch der Menschen eingegangen.

Sie werden gern benutzt, um einen bestimmten Stimmungszustand auszudrücken, nämlich dann, wenn ein Mensch sich niedergedrückt fühlt, wenn er traurig ist oder ein allgemeines Unwohlsein spürt.

Der Spiegel spricht aber auch davon, dass der Inhalt eines Buches deprimieren kann, dass das Wetter depressiv macht oder dass eine Bekannte oder ein Bekannter seit der Scheidung Depressionen hat.

Hat sich jemand später das Leben genommen, so erklären Psychologen den Angehörigen dies häufig damit, dass derjenige Depressionen hatte.

Eine traurige Stimmung kann bei einem gesunden Ego wieder vergehen, wenn er sich die Frage stellt: „Bin ich wegen des Inhaltes eines Buches oder einer unangenehmen Nachricht deprimiert oder bekam ich Depressionen nach einer ungewollten Begegnung?“ Der Inhalt eines Buches oder einer unangenehmen Nachricht mag das Ego berühren, nachdenklich stimmen, traurig machen, niederdrücken. Diese Stimmung wird aber ziemlich schnell wieder vergehen und ihn nicht für längere Zeit aus dem Gleichgewicht bringen. Die Begegnung eines depressiven und negativ eingestellten Menschen kann dagegen schon das Innenleben derart außer die Bahn der Gefühle werfen. Tage. Monate. Jahre und Stunden sind vergangen. Das Ego eines Menschen kommt von seiner Reise um die Welt und hat so auch erfahren, dass der Mensch sowohl mit dem Begriff des Deprimiert-Seins als auch mit dem der Depression seelische Zustände beschreibt, diese aber ganz unterschiedlich ausgeprägt sind. Deutlich wird auch, dass der Zustand des Depressiv-Seins den des Deprimiert-Seins (lat. Depressio = Niederdrückung) einschließt. Immer wieder einmal niedergedrückt zu sein, gehört einfach zum Leben, ohne dass der Mensch von einem krankhaften Zustand sprechen kann.

Der depressive Zustand ist also mehr als der des Deprimiert-Seins.

Deprimiert und depressiv sind verschiedene seelische Zustände, glaubt das Ego.

In der medizinischen Fachsprache verstehen Ärzte unter einer Depression zunächst eine bestimmte Stimmungslage. In ihr gehen die Gefühle der Traurigkeit und des Niedergedrückt-Seins über ein normales Stimmungstief hinaus.

Und zwar in ihrer Ausprägung oder/und in ihrer Dauer in der Depression, die völlig neu und krankhaft für jeden normalen Menschen ist.

Das kranke Gefühl oder Gemüt beeinflusst jedoch das Denken, das in der Depression auch anders ist. Man hat dunkle, ängstliche Gefühle, die im normalen Gemütszustand nicht existieren.

Der Zustand der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit ist oft bis zur Hoffnungslosigkeit herabgesunken. Der Depressive empfindet sein Leben als absolut sinnlos.

Das kann so weit gehen, dass er am liebsten nicht mehr leben möchte, auch wenn noch keine festen Gedanken bestehen, sich das Leben nehmen zu wollen.

Diese Beeinträchtigung im Gefühlsbereich wird meistens von körperlichen Unannehmlichkeiten wie Erschöpfung, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit begleitet.

Der große Spiegel sagte: »Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es die Depression gibt.«

Der Begriff „Depression“ ist vielschichtig. Es gibt verschiedenste Depressionsformen, die in Ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich sind.

Eine Depression zu haben heißt weder, dass der Mensch mit einem Makel behaftet, noch dass der Mensch unheilbar krank ist.

Jeden Menschen kann es treffen und jeder Person kann geholfen werden.

So wie das für alle anderen Krankheiten gilt, kann jeder Mensch zu jeder Zeit an jedem Ort eine Depression bekommen.

Es gibt milde wie auch dramatische Formen.

Bei jedem Menschen beeinflussen Stimmungen, und zwar ununterbrochen, seinen seelischen Zustand.

Das gesamte Verhalten eines Menschen wird durch die jeweilige Stimmung, in der er sich befindet, bestimmt.

Dabei unterliegt die Person Stimmungsschwankungen.

Diese Schwankungen können sich zwischen freudiger Erregung und tiefer Traurigkeit bewegen.

Das Ego kennt den Ausdruck „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“.

Hier findet er die ganze Palette seiner und anderer Stimmungen wieder.

Das Ego kennt es auch, wenn die Stimmung bei „Null“ angelangt ist.

Das heißt, seine Stimmungslage hat ihren Treffpunkt erreicht.

Diese Stimmungslagen sind den Menschen alle vertraut.

Das Ego weiß auch, dass es Menschen gibt, die ihren Stimmungen weniger unterliegen. Sie sind seelisch so ausgeglichen, dass sie weniger leicht von ihren momentanen Stimmungen beeinflusst werden.

Andere dagegen werden von ihren Stimmungen beeinflusst.

Andere dagegen werden von ihren Stimmungen hin und her gerissen.

Alles, was andere tun, ist von ihrer jeweiligen Gemütslage stark bestimmt.

Wenn auch Stimmungslagen in ihrer Ausprägung und Intensität in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich sind, so gehören sie mit all ihren Höhen und Tiefen zum alltäglichen Leben dazu.

Es sind normale seelische Zustände. Sie sind Ausdruck unserer Gefühle.

„Ja, unseres Menschseins“, spricht der Spiegel.

Die jeweilige Stimmungslage bestimmt unser Verhalten.

Tausende Einflüsse können für die Stimmungsschwankungen verantwortlich gemacht werden.

Manchmal kann der Egoist aber auch keinen konkreten Grund für ein Stimmungstief bei einem anderen Menschen finden.

Dann versucht die Person, die unterschiedlichsten Ursachen, die normalerweise nicht zu Verstimmungen führen, dafür verantwortlich zu machen.

Die Person zieht unbegründete Ursachen an den Haaren herbei.

In diesem Fall spricht die Medizin von unmotivierten Verstimmungen.

Ist die Stimmung einer Person bis zum Nullpunkt gesunken, ist er zu den Menschen in seiner Umgebung unfreundlich und schimpft auf die Ursachen seines Stimmungstiefs.

In solchen Fällen hilft meistens schon eine kleine Ablenkung und er taucht aus dem Tief wieder auf.

Das kann ein Friseurbesuch sein, ein interessantes Buch, ein aufregender Film oder ein Gespräch mit einem lieben, motivierten Menschen. Natürlich kann auch Sex einen Menschen seelisch motivieren.

Leben ohne Lebensfreude ist eine Art Depression, wenn die Seele niedergeschlagen ist. Die Seele ist niedergeschlagen und die Person weiß häufig nicht, warum. Das ist eines der hervorstechenden Merkmale der Depression. Menschen fragen sich, warum Kleinigkeiten Menschen oft so traurig machen können. Dieser niedergeschlagene Zustand kann so quälend werden, dass der Depressive nicht mehr leben möchte. Er kann keinerlei Freude mehr empfinden, er hat kein Interesse an seiner Umgebung, schwermütige Gedanken kreisen in seinem Kopf. Lassen ihn nicht mehr los.

Je tiefer die Person in ihrer Depression versinkt, umso weniger nimmt sie überhaupt noch irgendwelche Gefühle wahr.

Das kann so weit gehen, dass sich der Depressive nur noch leer und ausgebrannt fühlt.

Er wird apathisch und stumpf. Der Spiegel spricht vom „Gefühl der Gefühllosigkeit“ eines Depressiven.

Meistens findet die Niedergeschlagenheit der Seele auch in der körperlichen Erscheinung ihren Ausdruck.

Denn häufig wirkt der Depressive älter als er ist. Dieser Eindruck entsteht durch eine gebeugte Haltung.

Durch einen schleppenden Gang. Durch eine eingeschränkte Mimik und Gestik.

Depression heißt ja wörtlich Niederdrückung, und so ist alles buchstäblich niedergedrückt.

Das Gesicht des Depressiven ist meist müde. Die Haut erscheint grau. Die Augen wirken verschleiert.

Auffällig sind auch die Veränderungen in der Stimme. Eine sonst klare, kräftige Stimme kann sich in der Depression so verändern, dass ihr Ausdruck monoton, kraftlos und sehr leise wird.

Die Stimme wirkt gepresst.

Die Depression kann sich hinter einer Maske verstecken.

Zwar kann das Ego den meisten Personen, den Depressiven, ihre Niedergeschlagenheit, ihre Schwermut und ihre Traurigkeit ansehen.

Aber nicht bei allen Depressiven, glaubt der Spiegel.

Manchmal versteckt sich die Depression hinter einer Maske, sie zeigt ein lachendes Gesicht oder sie lauert hinter körperlichen Beschwerden.

Welches Gesicht die Depression zeigt, hängt nicht in erster Linie davon ab, wie sie verursacht worden ist. Dies bedeutet aber nicht, dass gleiche Ursachen bei verschiedenen Menschen die gleiche Depressionsform hervorrufen. Das spricht dafür, dass die Reaktionsweisen der verschiedenen Menschen auch verschieden sind.

Die Art des Menschen, der Charakter, die Anlage sind nicht gleich und dementsprechend auch nicht seine depressive Reaktionsweise.

Die Veranlagung und Lebensumstände spielen eine große und bedeutende Rolle.

Das Ego kann davon ausgehen, dass bei einer depressiven Erkrankung einerseits eine gewisse Veranlagung vorhanden ist – sozusagen als Neigung, depressiv zu werden.

Andererseits spielen aber auch die Lebensumstände eine Rolle.

Diese unbewusste Bereitschaft, depressiv zu

reagieren, wird aktiviert, wenn entsprechende Umstände aus der Lebenswelt mitwirken.

Stress! Eine Situation, die zu Erschöpfungsdepression führt, ist, dass lang anhaltende psychische und körperliche Belastung bzw. Überlastungen, mit einem Wort anhaltenden Stress, schließlich auch zu einer Depression führen können.

Im weitesten Sinne trägt ein Mangel an Schlaf und Erholung dazu bei.

„Der eine Mensch hat von Haus aus nun ein besseres Nervenkostüm“, sagte der Spiegel. „Er wird solche Belastungen eher und länger aushalten und ertragen.“ Ein anderer wird auch Wege finden, damit sich sein Nervensystem wieder erholen kann und so der Depression entgeht. „Ein dritter wiederum, der weniger belastbar ist, der eben ein von Haus aus schwaches Nervenkostüm besitzt, gerät schon sehr bald in eine derartige Depression.“ Es gibt eine Sprache, die die Menschen nicht sehen.

Das ist ein inneres Gefühl, wo der Schatten wie ein Egoist in seinem Spiegel wohnt. Er verwandelt sich in ein menschliches Gesicht aus Schmerzen, Tränen, Trauer und vielen Glücksgefühlen. Einem optimistischen Lachen. Etwas Anderes existiert nicht in dieser Seele. Weder „Schwarz“ noch „Weiß“. Die bunten Farben bewirken die Situationen und die Gefühle. Der Egoist lebt im Spiegel des Schattens. Seine Augen und seine Gedanken sind überall. Der Egoist glitzert mit seinen Augen in seinem Gesicht. Eine Maske aus weißer Kreide und bunter Schminke, die den grimmigen Mund hervorhebt. Manchmal zeigt das Ego sein falsches Lachen. Manchmal ist der Egoist voll gesaugt, mit bitterer Ironie. Das Ego der Menschen hat auf seinen Abenteuern mindestens über 50 Substanzen kennengelernt, die im Gehirn als Neurotrandmittel oder Neuromodulatoren wirksam sind. Zu den Neurotrandmitteln gehören zum Beispiel die im Zusammenhang mit der Depression am häufigsten in der Vergangenheit genannten Neurohormone, die so genannten Monoamine wie Noradrenalin, Serotonin und Dopamin.

Sie sollen für den Antrieb die Stimmung bringen. Und für den Schlaf verantwortlich sein. Der Spiegel sagte: „In bestimmten Lebensabschnitten sind manche Menschen besonders gefährdet, psychisch zu erkranken.“

Diese Zeiten sind von Veränderungen geprägt, so denkt der Egoist, die einerseits biologisch bedingt sein können – zum Beispiel hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren, wenn der Körper nicht mehr als gewohnt reagiert. Andererseits zwingen äußere Gegebenheiten dazu, das Leben neu zu gestalten – zum Beispiel der Tod eines Angehörigen im Zeitpunkt der Pensionierung oder der Arbeitslosigkeit. Der alltägliche, jahrzehntelang gelebte Lebensrhythmus wird unterbrochen, der Betroffene muss sich neu orientieren.

In vielen Fällen werden diese Veränderungen als ein Eingriff in den Alltag erlebt, so dass daraus Mutlosigkeit und Resignation entstehen.

Auch zur Unsicherheit führen und damit bis zu Depressionen mit schmerzenden Migräneanfällen entstehen können. Ralf G. senkte den verzweifelten Blick über den bunten Aufdruck auf dem Tütchen, das er gerade aufriss. „Hallo, kleines Luder“, murmelte er der halbnackten Frau zu. Die ihm mit einem breiten, fröhlichen Grinsen entgegenblickte. Das ist bestimmt die gnadenlos beste Droge nach Einschätzung von Ralf G. kaputtem und vernebelten Erinnerungsvermögen an seine Freundin, die ihn verlassen hatte. Eine heilige Scheiße und eine riesige Bombe fürs Gehirn, für Ralf G. Er atmete tief und lang durch. Ralf G. brauchte eine freie Nase. Auch einen freien Kopf.

Die sternenlose Nacht war gerade geeignet, seinen Kopf freizubekommen. Zusammen mit der Luft sog er eine hübsche, gesunde Leere ein. Die Glocken läuteten. Das grelle Straßenlicht blendete seine Augen. Ralf G. fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Das Gefühl beruhigte ihn. Er zündete sich eine Zigarette an. Eine Frau mit den größten Titten, die er sich vorstellen konnte, trieb es wild mit ihrem Lover im Hauseingang. Sie genoss es, wie jeder aus dem Haus es hören konnte. Wenn Ralf G. heute Nacht in seiner Wohnung wäre, würde er sich sicherlich einen Pornofilm auf einer DVD ansehen. Der erregte Schrei von der erhitzten und geilen Frau kam von ganz tief, aus einem innigen Gefühl ihrer Seele. Während sich ihr Herz wie eine dicke Faust zusammenkrampfte, stockte ihr der Atem, als würde sie wahrscheinlich sterben. Ralf G. fühlte, was in seinem Körper an Gefühlen aus der Vergangenheit noch übriggeblieben war. Einen Augenblick spürte er, wie sich alles um ihn drehte. Wie eine weit entfernte Trommel konnte Ralf G. noch das Schlagen seines Herzens hören. Ja, er hörte sein Herz. Dann, endlich zu Hause bei sich angekommen, legte er sich auf das Sofa. Verwirrende Träume bedeckten seine innere Ruhe, die ihm vor Angst und Verzweiflung seinen Schlaf raubten. Jede Nacht, wenn Ralf G. die Augen schließt, suchen ihn die Träume heim. Dabei wünscht er sich nur, er verstünde, was sie ihm zu sagen haben. Der Egoist lernte Menschen kennen, wie Ralf G. Er erzählte aus seinem Leben: „Auf einmal kann und soll ich, der jahrzehntelang einem zeitlichen Ablauf gefolgt ist und dieser Ablauf mir von außen vorgegeben wurde, meinen Tagesrhythmus jetzt selbst bestimmen.“ „Heute kann ich morgens aufstehen, wann ich will.“ Es wartet kein Arbeitgeber auf mich, der mir sagt, was ich zu tun habe. Ich kann meine Mahlzeiten einnehmen, wann ich will, und sie beliebig ausdehnen. Es gibt keine Arbeit, die auf mich wartet und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Ende gebracht sein muss. „Was aber am schlimmsten für einen Arbeitslosen wie Ralf G. werden kann, ist das Wissen darum, dass dieser Zustand der Ruhe, für eine kurze oder lange Zeit sich nicht mehr ändern wird.“ Das Ego hat an Ralf G. erfahren müssen, dass ein wesentlicher Teil seines Lebens vorbei ist. Seine frühere Arbeit wird jetzt von einem Computer entrichtet, die Firma ist Konkurs oder Ralf G. wird für seine Arbeit nicht mehr gebraucht. Natürlich kann die Arbeitslosigkeit auch als eine schöne Zeit erlebt werden. Endlich hat der Mensch Muße, sich seinem eigenen Rhythmus hinzugeben, denkt die naive Gesellschaft. Ralf G. benötigt viel Kraft, um nicht aufzugeben, bei jedem Eingang des Bewerbungsabschreibens. Er sieht heute den Arbeitsmarkt kritischer, als er noch seinen Arbeitsplatz hatte. Aber inzwischen hatte Ralf G. sich im Griff, glaubte er. Sein Leben war nicht perfekt. Aber er war zufrieden und entschlossen. Zufrieden ließ er einen unbedeutenden Blick durch seine Wohnung schweifen, die vollgestopft war mit in Trödelläden und von Flohmärkten zusammengesuchten Schätzen. Die Möbel waren zwar abgenutzt. Für Ralf G. waren Sie dafür bequem. Und dennoch war er allein. Im Moment war das für Ralf G. genug.

Barfuß ging er an das Fenster. Er öffnete es. Ralf G. blickte hinaus auf den hektischen und gereizten Dschungel unter ihm.

Er wandte den Blick von den kranken Gestalten ab, als ginge es ihm darum, einen schrecklichen Alptraum abzustreifen.

Er steuerte das Badezimmer an. Dort zog er sich seine Klamotten aus.

Auf seinem muskulösen Rücken waren zwei kämpfende Teufel tätowiert. Er ging unter die Dusche. Dann drehte RALF G. das heiße Wasser auf. Das harte Wasser trommelte auf seinen Körper. Auch Ralf G. gehörte zu den Menschen, die sagten oder meinten, dass es genug Arbeit gibt, und man bekommt immer einen Arbeitsplatz, wenn man arbeiten will. Wenn die Arbeit im Zentrum des Lebens stand, hat aber einzig die Arbeit das Leben eines Menschen ausgefüllt, so wird oft die Arbeitslosigkeit als Ende des Lebens empfunden. Der Sinn des Lebens ist dem Betroffenen genommen worden. Damit verstellt Ralf G. sich selbst den Blick auf die positiven Möglichkeiten, die ihm diese Zeit seines Lebens bieten kann. Den größten Teil des Lebens verbringen die Menschen mit Arbeit. Der gewisse Unterschied dabei ist nur „Lebt ein Mensch, um zu arbeiten?“ oder „Arbeitet ein Mensch, um zu leben?“. Damit sichert die berufstätige Person nicht nur seine materielle Existenz, sondern er bezieht aus der Arbeit auch das Gefühl des Gebrauchtwerdens, des Nützlich seins. Die berufliche Tätigkeit, aus der auch Ralf G. sich den größten Teil der Anerkennung, des Erfolges und der Selbstbestätigung holt, die er notwendig braucht, um sich als anerkannte und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft empfinden zu können. Hat Ralf G. das Gefühl, dass er gebraucht wird, so bestätigt das sein Selbstwertgefühl. Erfolg und Anerkennung für vollbrachte Leistungen veranlassen Ralf G., weiterhin so zu arbeiten, dass er die Anerkennung nicht verliert. Damit schafft er sich immer wieder die Situation, in der er sich die Bestätigung für das Selbstwertgefühl holen kann.

Hat Ralf G. jedoch nicht mehr die Möglichkeit, sich die nötige Anerkennung zu verschaffen, die er für seine Selbstbestätigung braucht, kann dies sehr schnell zu einem Verlust des Selbstwertgefühls führen.

Selbstzweifel entstehen, wenn die Bemühungen um eine neue Arbeit scheitern.

Ist jemand zum Beispiel längere Zeit ohne Arbeit, so überkommt Ralf G. sehr bald das Gefühl, nutzlos zu sein.

Dieses Gefühl wird umso mehr verstärkt, wenn Ralf G. sich über Wochen und Monate hinweg vergeblich um Arbeit bemüht.

Selbstzweifel tauchen auf, ob es nicht doch an ihm liegt, dass er keine Arbeit bekommt. Der Betroffene Ralf G. wird hoffnungsloser und verbitterter, je länger die Phase der Arbeitslosigkeit dauert. Ohne Aufgabe scheint sein Leben keinen Sinn mehr für ihn zu haben. Er glaubt, nichts mehr wert zu sein. Es fragt ja niemand nach Ralf G. und nach seinen speziellen Fähigkeiten. Entscheidend ist im Leben, dass der Lebenssinn nicht nur in der Arbeit besteht. Ralf G. muss sich dagegen wehren, sich selbst aufzugeben, weil das Gefühl der Nutzlosigkeit an ihm frisst. Ralf G. muss der Gefahr begegnen, sich immer mehr in sich selbst zurückzuziehen und schließlich mit körperlichen Krankheiten zu reagieren oder in eine Depression zu versinken. Er muss den Mut aufbringen, sich gerade auch als Arbeitsloser unter Menschen zu begegnen. „Denn es geht noch schlimmer“, sagte der Spiegel zu Ralf G. Auch ein studierter Akademiker als Mann oder eine zynische und verkommende Frau aus einer Putzkolonne oder ein konservativer, ahnungsloser Typ aus Hannover, auch ein Gast aus einer manipulierten Talkshow, können am nächsten Morgen schon keinen Job mehr haben und später keinen Job mehr bekommen. Ach so, die Frauen werden schwanger. Wenn sie schon keinen Kindergartenplatz bekommen. Schaffen sich die Frauen selber einen Kindergarten an? Und dabei entsteht sogar ein Kinderheim. Natürlich bei sich zu Hause. Erst in einer Zweizimmerwohnung. Dann besteht die Familie schon aus drei Kindern und zwei Erwachsenen. Wohnung zu klein. Wohnung zu eng. Also, kein Platz. Denn das vierte Kind ist schon in der Arbeit. Es wird gejammert. Man ist arbeitslos. Er sucht einen Job. Aber kein Chef stellt ihn ein. Kein Geld. Wo ist denn jetzt die Verantwortung der Eltern, Kinder in die Welt zu setzen?

Wer soll das denn jetzt bezahlen? In so eine Situation hat sich die Familie selbst gebracht, also sie ist selbst verschuldet.

Anders ist die Situation, wenn der Mensch von Außen durch eine Fremdverschuldung in eine ausweglose Situation gebracht wird oder wird.

Die allgemeine Vitalität des Ralf G., seine Gefühle, sein Denken, seine Bedürfnisse, seine Fähigkeiten, sein Denken, seine körperlichen Funktionen – all dieses kann durch die depressive Erkrankung beeinträchtigt sein.

Mönch Ralf G. hat erfahren, dass negative Lebenserfahrungen zu einer Niedergeschlagenheit, Trostlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Gefühlsleere, Interesselosigkeit, eingeschränkte Denkfähigkeit, Schuldgefühle, Neigung zu verstärktem Grübeln und Wahnideen führen können.

Die Frage, ob Depressionen heilbar sind, hängt wieder in erster Linie von der Hauptursache ab, die die Depression hervorgerufen hat, und natürlich davon, was die Person unter Heilung versteht. Eine Heilung bedeutet, dass der Mensch, auch Ralf G., in jeder Beziehung wiederhergestellt ist. Auf dem Weg zu einem Café, wo er zu jeder Tages- und Nachtzeit einen ordentlichen Becher mit schwarzem Kaffee bekommt, trifft er Lydia W., eine alte Freundin. „Scheisse!“, entfuhr es ihr. Das Gesicht von Lydia W. war blass. Ihr Haar ist strähnig blond. Sie hatte die Arme eng um ihren schlanken Körper geschlungen. „Netten Platz hast du hier“, sagte Lydia W. und setzte sich dazu. Sie bestellte sich einen Becher Kaffee mit Milch und Zucker. Lydia W. betrachtete Ralf G. eine lange Zeit wie einen ungezähmten Hund, der nach einem Stück saftigen Fleisch gierte. „Bist du in Ordnung?“, fragte Ralf G. "Ja. Ja. „Nerv mich nicht!“, erwiderte Lydia W.

 

 

Kapitel 2

Dora F. hielt die Tätowierungspistole vorsichtig in einer Hand und ließ die Nadel über den Unterarm ihres Kunden wandern. Natürlich trug sie dünne Gummihandschuhe. Die Pistole produzierte einen durchdringenden Summton. Dem schrecklichen Bohrer eines Zahnarztes ähnlich. Was eigentlich ganz gut passte, weil Ihr Kunde in einem abgewetzten, aber bequemen Zahnarztstuhl saß. Aber Dora F. füllte keine Löcher in den Zähnen, sondern stieß farbige Punkte ins Fleisch. Ihre Farben schufen eine Schönheit, die so lange währte, bis sein kaputter Körper austrocknete und in einem Sarg vermoderte. Außer er schlägt Blasen und verbruzzelt in einem Krematorium Feuer. Eine Schlange wand sich um den Unterarm des Kunden. Sie kroch mit giftigen Zähnen und einem gefährlichen Gesichtsausdruck bis zu dessen Nacken hoch.

Dora F. lehnte sich in einem Augenblick nach hinten, um sich kurz zu entspannen und dem Typen eine Pause von den Schmerzen zu geben.

Trotz seines Getues war er, seit Dora F. begonnen hatte, völlig verkrampft gewesen.

„Ich müsste mal aufs Klo pinkeln“, sagte er.

Sie nickte verständlich und grinste, als sie den Weg nach hinten zeigte.

„Wasch deine Hände mit Wasser und Seife, wenn du fertig bist!“ „Okay?“, rief Dora F. ihm zu.

Mit dem zügigen Verschwinden hatte er es wirklich eilig.

Dora F. hatte den Eindruck, dass er kotzen musste.

Ab und an kamen ihr merkwürdige Sprücheklopfer unter die Finger. Weicheier. Sie wollten den harten Macker spielen.

Waren aber dann doch nur solche jämmerlichen Nuschen.

Nicht der schöne Schmerz, der in Wirklichkeit minimal war, machte die Typen krank.

Es war die ahnungslose Vorstellung, dass sich etwas unter ihre Haut schob.

Dora F. klemmte sich, wie üblich, das Vergrößerungsglas ins rechte Auge.

Dann spitzte sie ihre Nadel, um sich dann auf ihrem Stenographen-Stuhl zurückzulehnen.

Ihr prüfender Blick wanderte durch den Laden, auf den Sie bewundernswert stolz war.

Die Wände waren mit kreativen Bildern von grellen, vorgefertigten Tätowiervorschlägen zugehängt.

Dennoch schienen durch ihren Zigarettennebel betrachtet die alten Wände belebt zu sein. Schlangen. Drachen. Panther. Kreaturen warfen zornige, wie scheinheilige Blicke von sich. Und so war es auch.

Sie wurden für Dora F. wieder geboren. Die Kreaturen brachten eine gewisse Schönheit.

Plötzlich warf sie einen Blick auf das bunte Werbeschild, das schon qualvoll verrostete.

Aber immerhin glaubte Dora F., dass es ihre harmonische, aber grausame Welt war.

Denn sie hatte schon Schlimmeres gesehen.

Weil der momentane Kunde von Dora F., ein leicht wirrer Möchtegern-Verlierer, immer noch nicht vom Klo zurückkam, machte sie sich frischen Kaffee in der neuen Kaffeemaschine.  Endlich kam der Typ mit einem verlegenen Lächeln auf dem Gesicht zurück. Als er sich setzte, roch Dora F. seinen stinkenden Atem und bemerkte die faulenden Zähne in seinem Mund. Natürlich verlor sie kein einziges Wort und fragte nur genervt: »Können wir endlich weitermachen?« Und er nickte. Kurz vor Geschäftsschluss war Dora F. mit dem Typen fertig. Er brabbelte ein paar Worte echter Bewunderung. Zahlte Dora F., was sie natürlich verlangte. Er legte unerwartet ein anständiges Trinkgeld darauf und stolperte tollpatschig grinsend aus der Tür.

Dora F. sterilisierte die Nadel. Dora F. verkauft nur Tätowierkunst. Keine Scheiß-Graffiti.

Sie ließ sich in den Zahnarztstuhl fallen und zündete sich eine Zigarette an. Dora F. fühlte sich geschlaucht.

Mit der Hand fuhr sie sich durchs Haar.

Die linke Hand fuhr sie in die Tasche ihrer glatten Lederhose und zog einen Fünfzig-Euro-Schein heraus.

Dann hielt sie sich den Schein unter die Nase und schniefte daran.

Bislang hatte Dora F. nicht geahnt, wie köstlich es war, wieder in aller Ruhe durchatmen zu können.

Sie hatte das Gefühl, wieder fest auf ihren beiden Beinen zu stehen.

Dora F. steckte den Schein wieder zurück in die Hosentasche. Sie war schwach gewesen.

Aber jetzt fühlte sie sich stark.

Die Menschen sind hinterhältig und gemein, erlebte sie jeden Tag.

Das Böse hatte von ihrer Seele Besitz genommen.

Sie hatte sich eingeredet, nur das Beste im Menschen zu glauben, da sonst das Schlechte überhandnimmt. Aber das war eine Lüge. Aus der Not geboren.

Später marschierte Dora F. die Straße hinunter.

Sie wohnte nur ein paar Häuserblöcke weiter.

Der Spiegel sagte: „Wer Angst hat, wird zum Opfer.“

Motivation gegen Depressionen.

Das Ego im Spiegel lernte Dora F. kennen und sagte zu ihr, dass sie sich selbst motivieren könnte. Wenn sie nur wollte.

In dem Dora F. ihren Antrieb selber zur Tat steigert.

Dora F. sollte Ihre negative Stimmung durch positives Denken beeinflussen.

Der Anfang ist für eine Frau wie Dora F. immer sehr schwer, wenn es als Erstes um die Umstellung der Nahrung geht.

Dabei sollten Sie auf folgende Lebensmittel verzichten können:

1. Käse, insbesondere alte und gereifte Sorten

(wie zum Beispiel Gouda, Emmentaler, alle Schimmel- und Blaukäse, Edamer)

2. Alle käsehaltigen Lebensmittel

(zum Beispiel Pizza, überbackene Speisen, Saucen, auch Salatsaucen)

3. Fleisch

(Frischfleisch ist erlaubt, aber zum Beispiel kein abgehangenes Wildfleisch, keine Fleischextrakte, keine Leber)

4. Wurst

(Leberwurst, Salami, Landjäger usw.)

5. Fisch

(Keine Fischstäbchen, keine eingelegten Fische!)

6. Gemüse

(Kartoffeln, Tomaten, Saubohnen, Spinat!)

7. Alkohol

(keinen Rotwein, Bier nicht mehr als Viertelliter pro Tag, im Ganzen muss der Alkoholgenuss stark eingeschränkt werden)

Schon, wenn das Ego zu Dora F. sagte: „Die Zeit heilt Wunden“, damit meinte der Spiegel nichts anderes. Dass im Laufe der Zeit der seelische Schmerz über Verlust, Enttäuschungen oder Kränkungen und andere Beispiele abnimmt.

Sie kommt damit selbst dann endlich zur Ruhe und lebt somit wieder frei vom seelischen Schmerz.

Dies geschieht durch einen längeren Prozess mit sich selbst und mit ihrem Umfeld.

„Schöpferische Kräfte können bei dir geweckt werden“, sagte das Ego.

„Schreibe ein spannendes Buch und lese viel, höre deine Musik, gehe tanzen und lerne andere interessante Leute kennen.“ Oder mal einfach ein buntes Bild und später hast du eine eigene Galerie. Setze deine kreativen Kräfte frei und profitiere davon. Ein Talent, das in jedem Menschen schlummern kann.

Das Ego im Spiegel ist der festen Meinung, dass schöpferische Kräfte, die jeder Mensch besitzt, sein Selbstbewusstsein stärken.

Dora F. erkennt sich selbst, dass sie in sich ungeahnte Fähigkeiten entdeckt.

Und sie lernt, sich neu zu sehen.

Belastungen können umgesetzt werden in Worte, Ton, Bewegung, Gestalt.

Krisen gehören auch zum Leben von Dora F.

Krisensituationen: Kleine und große Katastrophen im Leben lassen sich nicht ausschalten.

Sie gehören zum Leben jedes Menschen. Jeder Mensch kann, wenn er will, in seinem Leben lernen.

Das Leben ist nicht nur Veränderung.

Es ist auch eine Lehre.

Aber dabei sollten auch so manche Menschen alles tun, um das Selbstvertrauen zu stärken.

Konflikte sollten verarbeitet werden.

Deshalb sind Sinnfragen wie „Was erwarte ich von meinem Leben?“ oder „Wofür, mit welchem Ziel lebe ich?“

Der Spiegel sagte: „Eine Möglichkeit der Selbsthilfe ist das Aufstellen eines Tagesplanes.“

Dabei kommt es nicht darauf an, dass möglichst viele Aufgaben in den Plan hineingestopft werden. Es geht vielmehr darum, dass Dora F. sich selbst eine Aufgabe stellt. Dabei stärkt sich das Selbstvertrauen und mit der Zeit kann die Dora F. anspruchsvoller in der Aufgabenstellung werden.

Mit der Zeit wird Dora F. aber mehr und mehr lernen, sich höhere Ziele zu setzen.

Das Gefühl der Angst kennt auch Dora F.

Schon als Kind lernt sie, mit diesem Gefühl auf gefährliche Situationen zu reagieren, um sich zu schützen.

Angst kann aber auch solche Ausmaße annehmen, dass Dora F. jedes Denken und Handeln blockiert. Angst zu haben ist ein Gefühl, das auch Dora F. aus dem eigenen Erleben kennt und daher auch alle versteht.

Es ist ein notwendiges und sinnvolles Gefühl.

Es schützt Dora F. vor bedrohlichen Situationen, alarmiert sie und sorgt dafür, dass sie Möglichkeiten zur Abwehr entwickelt.

„Das Angsterleben im Alltag in bestimmten Situationen ist normalerweise eine sinnvolle Reaktion“, sagte das Ego. „Wenn der Mensch sich in Gefahr sieht, wenn er realen Bedachungen ausgesetzt ist, entwickelt er Angst.“ „Kann er sich dann dieser Situation stellen und sie bewältigen, so erwächst ihm daraus Kraft und Sicherheit.“ Dora F. sieht erstaunt den Spiegel an.

Und das Ego erzählt weiter: „Menschen lernen schon als Kind, auf körperliche und soziale Gefahren mit Angst zu reagieren.“ Früh schon bekommen wir zu unserem eigenen Schutz beigebracht, fremden Menschen mit Vorsicht zu begegnen. Wir lernen, Angst vor Feuer zu haben. Und wir lernen, Angst zu entwickeln, wenn wir uns zum Beispiel über Verhaltensregeln hinwegsetzen, die gesellschaftlich festgelegt und allgemein anerkannt sind. Angst hilft uns, mit Schwierigkeiten und Gefahren des Lebens fertig zu werden. Die verschiedensten Situationen können Angst auslösen. Jeder Mensch ist mit einer gewissen Angstbereitschaft ausgestattet, die im Laufe seines Lebens durch verschiedene Umwelteinflüsse geprägt wurde. Sie ist nicht bei allen Menschen gleich. Angst kann in manchen Situationen eine durchaus positive Wirkung haben. Wir kennen das alle: Die Angst unserer Aufmerksamkeit gestärkt. „Der Mensch reagiert schneller als üblich.“

„Vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder sogar bei meiner ersten Verabredung bemerke ich eine innere Unruhe“, sagte Dora F., „verbunden mit Sorge und Unsicherheit, aber auch mit einem gewissen Unbehagen.“

„Dora, es gibt Menschen“, erzählt der Spiegel, „die suchen auch die Angst als Nervenkitzel.“ Es kann ein nicht zu großes Maß an Angst und ein gewisses Spannungsgefühl vermitteln. Die wird von manchen Menschen gesucht. „Sie begeben sich freiwillig in abenteuerliche Situationen, in denen Sie die Gefahr als Nervenkitzel und Herausforderung erleben, die es zu überwinden und zu bestehen gilt.“

Angst gegenüber realen, bedrohlichen Situationen ist eine gesunde Reaktion, die dazu dient, den Menschen, wie Dora F., vor Gefahr zu schützen, die Gefahr zu vermeiden und zu bewältigen. In der Angst wird Dora F. eine angemessene Antwort finden auf Erschütterungen und Gefährdungen ihres Wohlbefindens.

Dora F. kann dennoch die Angst überkommen, wenn die eigentliche Gefahr schon längst vorbei ist. Allerdings kann die Angst ein solches Ausmaß annehmen, dass sie einen Menschen wie Dora F. völlig lähmt und blockiert. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer krankhaften Angst. Die krankhafte Angst kann sich bereits in einer krankhaften Unruhe äußern. Das zeigt sich dann sowohl in einer äußeren Unruhe, in einem ständigen Hin- und Herlaufen, als auch innerlich. Der Betroffene bringt keine Tätigkeit mehr zu Ende.

Eine solche Unruhe fühlt hin und wieder jeder Mensch. Nimmt sie allerdings nicht mehr ab, steigert sie sich bis zur Übererregung, kann die Unruhe nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden, so muss Dora F. davon ausgehen, dass dieser Zustand krankhafte Züge besitzt.

Diese Unruhe geht über in die frei schwebende (frei flottierende) Angst, die zu unterscheiden ist von der Angstattacke (Angstanfall oder Panikattacke) und der Phobie, die eine so genannte objektgerichtete Angst ist, das heißt einen Angstgegenstand, eine Ursache der Angst, kennt. Dora F. saß in ihrem Bett.

In einer Hand hielt sie eine Flasche Bier, in der anderen eine Zigarette. Sie genoss es. Dora F. beobachtete den Rauch, der aus ihrem Mund strömte, und sie spürte die Wirkung des Nikotins. Dann schaltete sie die Lampe neben dem Bett aus. Sie stieg aus dem Bett und ging zum Fenster, um auf die Straßen der Stadt zu sehen. Aber dann legte sich Dora F. wieder hin, stellte die halbvolle Bierflasche auf ihren Brustkorb und schloss erschöpft die Augen. Sie dachte nach. Dabei versuchte sie Antworten zu finden. Und die brauchte Dora F. dringend. Sie wollte nicht nur träumen.

 

 

Kapitel 3

Die Träume von Dora F. wurden wahr. Aber nur wenn die Träume feucht waren.

Die Art und Weise, wie die unterschiedlichsten Körperflüssigkeiten auf der Haut mit ihren Lovern glitzernd zur Geltung kamen.

Er neigte den Kopf und kniff die Augen zusammen.

Dann trank er einen großen Schluck Wasser aus dem Glas.

„Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott!“, flüsterte Dora F.

Es hörte sich gleichzeitig wie ein Gebet und ein Fluch an.

„Der Keim des Schicksals findet seine Nahrung in der Vergangenheit“, spricht der Spiegel.

Soziale Phobien zum Beispiel beziehen sich auf den zwischenmenschlichen Kontakt. Die Angst kann durch die bloße Gegenwart von anderen Menschen in der Umgebung des Betroffenen oder auch nur durch die Erwartung einer Begegnung ausgelöst werden. Diese Ängste beinhalten fast immer die Befürchtung, von anderen schlecht beurteilt zu werden. Das führt zum Rückzug aus zwischenmenschlichen Begegnungen.

Der Egoist von Dora F. machte die Erfahrung, dass der Betroffene sich isoliert.

„Es gibt Menschen, die leiden unter der Platzangst“, sagte das Ego.

Angst vor weiten Plätzen, auch Agoraphobie genannt.

Agoraphobie, die auch als Platzangst bezeichnet wird, ist häufig mit anderen Phobien verbunden.

Unbekannte Plätze, breite Straßen, aber auch Menschenansammlungen rufen in ihm große Ängste hervor, so dass diese Menschen in ihrem Alltag äußerst eingeschränkt sind. Bestimmte Straßen können zum Beispiel nicht überquert werden.

Damit können Einkäufe nicht erledigt werden oder der Betroffene kann unter Umständen seinen Arbeitsplatz nicht ohne große Probleme erreichen. Angst vor Mäusen und Spinnen? Was ist das?

Tierphobien treten relativ häufig auf. Sie sind manchmal auf Erlebnisse aus der Kindheit zurückzuführen. So lässt sich zum Beispiel in manchen Fällen die Angst vor Hunden so erklären, dass der Betroffene irgendwann einmal von einem Hund gebissen wurde. Wesentlich häufiger trifft man hier auf Angst vor Kleintieren wie Mäusen und Spinnen, die sich zwar nicht erklären lässt, die aber mit einem psychologischen Verhaltenstraining kontrollierbar zu machen ist. Depressionen und Angst geben eine Verbindung im Leben. Angst oder ängstliche Erregung können häufig auch eine depressive Erkrankung als Ursache haben. Allerdings können auch umgekehrt ausgeprägte Angstzustände in die Depression führen. Bei manchen Depressionsformen tritt die Angst, die sich in einer motorischen Unruhe ausdrückt, sehr in den Vordergrund.

Für die Behandlung starker krankhafter Angst, wenn sie im Rahmen einer (endogenen) Depression, von innen oder als Angsterkrankung auftritt, sollte ein Psychologe oder Neurologe besucht werden.

Was uns Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit, zu denken und zu urteilen. Diese Fähigkeit, auf die die Menschen so stolz sind, kann einer selbstbewussten Person jedoch zum Verhängnis werden, wenn zum Beispiel inkompetente Mediziner, Anwälte, Richter, Lehrer, Arbeitgeber und andere Personen aus Politik und Medien sie missbrauchen oder falsch einschätzen.

Wenn der Mensch schlecht und geringschätzig von sich selbst denkt, dann fügt er sich nicht nur seelisch einen Schaden zu.

Alles in unserem Leben, unsere Beziehungen zu anderen Menschen, unsere Arbeit und unsere Freizeit leiden darunter, wenn die Person an sich zweifelt oder, was noch schlimmer ist, sich selbst ablehnt.

Das Denken der einzelnen Person entscheidet über sein seelisches und körperliches Wohlbefinden.

Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen hängen zu 100 % davon ab, wie die Person über sich selbst denkt.

Denken: Dora F. schlecht von sich, kritisiert sich und macht sich klein – dann fühlt sie sich auch klein und minderwertig. Dora F. ist verzweifelt und mutlos.

Menschen, die über ein gutes Selbstvertrauen verfügen, nehmen sich selbst an und gehen mit sich gut um, anstatt sich selbst bei jeder Gelegenheit verletzende Worte an den Kopf zu werfen.

Dora F. sieht sich als liebenswert und wertvoll an, und weil sie von sich denkt, liebenswert und wertvoll zu sein, fühlt Dora F. sich auch so, unabhängig davon, wie viele Schwächen und Fehler sie haben oder wie andere Idioten oder Spaßbremsen von ihr denken.

Ein positives wie ein negatives Selbstwertgefühl ist also davon abhängig, wie die Person über sich denkt.

„Sich selbst zu mögen halte ich nicht nur für das Selbstverständliche auf der Welt“, sagte der Spiegel. „Ja, ich halte es sogar für die Pflicht jedes Einzelnen.“ Wenn wir uns nicht leiden können und schlecht auf uns zu sprechen sind, dann sind unser Selbstvertrauen und unsere Gefühle im Keller. Dann sind wir auch nicht nur für uns selbst eine Belastung, sondern auch für andere Menschen. Sich selbst zu mögen bedeutet für mich, sich als Mensch mit all seinen Fehlern und Schwächen bedingungslos anzunehmen und sich selbst gegenüber ein positives und warmherziges Gefühl zu haben. „So wie man denkt, fühlt und handelt die Person, wenn die Person einen anderen Menschen sehr mag, so denkt, fühlt und handelt diese Person, wenn sie sich selbst mag.“

Dora F. schluckte erst einmal. Sie verstand schon, was der Egoist von ihr wollte erklären.

„Es ist nicht möglich, andere Menschen wirklich zu lieben, ohne sich selbst zu mögen.“ „Wir müssen erst in dem Sinne egoistisch sein, dass wir uns selbst mögen, ehe wir selbstlos sein können und andere lieben können“, erklärte das Ego. „Ein Mensch, der mit sich und seinem Leben unzufrieden ist, trachtet nach Erfüllung.“ Das ist ganz normal und menschlich. Wenn er diese Erfüllung bei anderen Menschen oder in Äußerlichkeiten wie Geld, Prestige oder Leistung sucht, dann wird er nie sein Ziel erreichen. Denn einen Mangel an Selbstliebe kann man nicht wirklich durch die Liebe anderer oder durch Geld auffüllen. In gewisser Weise ist jeder Mensch, der sich selbst ablehnt, ein Verdursteter in der Wüste. Ein Mensch mit mangelnder Selbstliebe denkt immer nur an seinen Vorteil. Ist sich selbst der Nächste.

Dora F. erwiderte logisch: „Wenn wir ein positives Bild von uns haben, wenn wir uns selbst trotz der vorhandenen Fehler und Schwächen annehmen, dann sind wir zufrieden, erfolgreicher, stärker und intelligenter.“ Wenn wir an uns glauben, uns selbst in einem positiven Licht sehen, dann verfügen wir über das nötige Selbstvertrauen, um uns auch an schwierigsten Aufgaben heranzuwagen.", wie ich dich richtig verstehe. „Dann habe auch ich die Kraft, mit Niederlagen und Schicksalsschlägen besser umzugehen.“ „Wenn ich an mich glaube und mich selbst annehme, dann bin ich in der Lage, meine Talente und Fähigkeiten, die in mir stecken, voll auszuschöpfen.“

Ein positives Selbstwertgefühl ist das Wichtigste im Leben eines Menschen. Äußerlichkeiten wie Erfolg.

Geld. Und Anerkennung sind keine Garantie für ein positives Selbstwertgefühl oder ein erfülltes Leben.

Ein Mensch, der über all diese Äußerlichkeiten verfügt, ist dennoch unzufrieden und unglücklich, wenn er sich ablehnt und er es nicht versteht, sich selbst ein guter Freund zu sein.

Der Kritiker im Menschen selbst verstummt nicht, nur weil andere Leute uns bestätigen, dass wir gut aussehen und stolz auf uns sein können.

Häufig fehlt es den Menschen an Selbstvertrauen.

Sie trauen sich selbst nichts zu, weil sie ein schlechtes Bild von sich haben, weil sie sich selbst, ungeachtet ihrer guten Leistungen, für unfähig und dumm halten.

"Niemand kommt mit einem mangelnden Selbstwertgefühl und einem nörgelnden und unzufriedenen Kritiker auf die Welt.“, sagte das Ego im Spiegelbild.

Wenn Erwachsene ein negatives Selbstwertgefühl haben, dann deshalb, weil sie gelernt haben, von sich schlecht zu denken.

Erwachsene haben gelernt, sich für Dinge, die schieflaufen, zu kritisieren. Sie haben auch gelernt, an sich so hohe Anforderungen zu stellen, dass sie diese nicht erfüllen können und deshalb zwangsläufig scheitern müssen.

Erwachsene behandeln sich immer so, wie sie früher von anderen Leuten behandelt wurden, wie zum Beispiel von ihren Eltern, Gleichaltrigen, Geschwistern und anderen wichtigen Bezugspersonen.

Von Klein auf machen die Menschen viele Erfahrungen, die das Gefühl hinterlassen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und dass sie deshalb minderwertig sind.

Der Kritiker im Menschen wirft ihm unschöne und hässliche Worte an den Kopf wie Dummkopf, Idiot, Versager, Feigling und Schlappschwanz oder bezeichnet ihn als dumm, hässlich, unfähig und schwach.

Der Kritiker im Menschen liest die Gedanken anderer Menschen und überzeugt die Person, dass diese ihn für langweilig und unattraktiv halten und sie ablehnen.

Der Kritiker im Menschen nutzt jede noch so kleine Gelegenheit, um sich selbst zu demütigen, und er lässt ihm keine Chance, sich gut zu fühlen.

Der Kritiker im Menschen entstand in seinen ersten Lebensjahren, in denen vor allem die Erwachsenen, aber auch Gleichaltrige, bewusst und unbewusst ständig auf seine Fehler und Schwächen aufmerksam gemacht wurden und mit Worten und abweisendem Verhalten bestraft wurde, wenn die Person nicht so war, wie der Kritiker es von der betreffenden Person verlangt.

Als Kind akzeptierte auch Dora F. die Meinung wie die von den Eltern über ihr als Wahrheit und machte sich diese zu Eigen.

Dora F. ihre Eltern leben heute, auch wenn sie schon lange gestorben sind, in Form von Selbstgesprächen und unserem Gewissen in ihr weiter.

Nahm Dora F. ihre Eltern Fehler von ihr zum Anlass, um ihr zu sagen, dass sie dumm und blöd ist, dann lässt der Kritiker in ihr heute auch kein gutes Haar und sie hat das Gefühl, eine Versagerin zu sein.

So wie Dora F. ihre Eltern sie durch ablehnende Worte bestraft haben, so bestraft sie sich heute als Erwachsene.

Der Kritiker ist in der Regel genauso streng und unerbittlich mit Dora F. wie einstmals ihre Eltern. Ja, oftmals ist er noch viel grausamer und härter, als es ihre Eltern ja waren.

„Eltern sind auch nur Menschen.“, glaubt der Spiegel. Dora F. ist auch nur das Opfer ihrer Eltern.

Wie aber sollen Dora F. ihre Eltern etwas an ihr weitergeben, was sie selbst nicht gelernt haben und daher auch nicht besitzen? Das ist nicht möglich. Der Spiegel sagt: „Wir haben die Fähigkeit, den ewigen Kritiker in uns aus unserem Leben zu verbannen.“ Wir müssen unsere Einstellungen nicht bis an unser Lebensende mit uns herumschleppen. Wir können unsere negativen Selbstgespräche durch positive ersetzen und uns auf diese Weise wieder zu einem positiven Selbstwertgefühl verhelfen. Wir haben die Fähigkeit, unser Leben zum positiven Lifestyle zu wenden, wenn wir die Verantwortung für uns und unser Leben übernehmen. „Wir haben die Fähigkeit, einmal erworbene negative Selbstgespräche wieder abzulegen und durch eher positive zu ersetzen.“ Dora F. erwidert: „Nichts und niemand hat die Kontrolle über mein Denken und meine Gefühle.“ Der Spiegel sagte: „Dann sind deine Gefühle für dich ein unbegreifliches Buch in deinem Leben.“ Nur weil du das Gefühl hast, etwas sei falsch, heißt das nicht, dass es auch falsch ist. Traue jedoch nicht deinem Gefühl! Das Gefühl, etwas könne nicht stimmen, kommt immer dann auf, wenn du etwas hören oder erleben willst, das deiner Erfahrung total widerspricht. Alle deine Gefühle, die Guten wie die Schlechten, sowie dein gesamtes Verhalten hängen davon ab, wie du denkst. Das heißt, niemand macht dich deprimiert, nichts macht dir Angst, niemand verärgert dich. „Nichts und niemand hat die Macht, dir, Dora, solche Gefühle gegen deinen Willen einzuflößen.“ Die Worte vom Spiegel können Dora F. nicht auf die Palme bringen. Wenn dem so wäre, dann müsste jeder, dem ich sage, dass seine Gedanken seine Gefühle beeinflussen, auch ärgerlich werden. Ist dem aber so? Nein. Jeder Mensch reagiert anders. Nichts und niemand kann Dora F. bei dem Gespräch aus der Fassung bringen oder Dora F. deprimieren oder in Angst versetzen. Wenn Dora F. heute verärgert, deprimiert oder verängstigt ist, dann einzig und allein deshalb, weil sie sich ärgerliche, deprimierende oder ängstliche Gedanken gemacht hat. Wenn Dora F. heute gerade aus dem Fenster schaut, dann sieht sie, dass es mal wieder regnet und es ziemlich düster draußen ist. Der Kritiker im Menschen bewertet ständig das, was wie Dora F. sagt, macht, denkt oder fühlt, und vergleicht das mit einem Idealbild, das Dora F. von sich und dem Verhalten des Idealbildes hat.

Ihr Kritiker verlangt von Dora F. stets, dass sie diesem Ideal wie eine Kopie entspricht. Macht Dora F. das nicht, dann macht er ihr sofort schmerzlich bewusst, dass sie wieder mal versagt hat, und dass Dora F. deshalb eine dumme, egoistische, faule oder schwache Frau ist. Der Kritiker von Dora F. hat sich die Gebote, Moralvorstellungen, ungeschriebene Gesetze, Verhaltensregeln und Verbote sehr gut gemerkt und hält sie ihr vor Augen.

Der persönliche Kritiker schreibt Dora F. heute anstelle ihrer Eltern immer alles vor. Wie sie zu leben hat. Wie sie sich zu verhalten hat.

Wie sie zu denken hat. Und? Und? Und? „Jeder Vergleich des einen Menschen mit einem anderen ist im Grunde genommen Unsinn“, sagte das Ego, „da jeder Mensch einmalig ist.“ „Einmalig?“, staunte Dora F.

„Ja wohl, einmalig“, erwiderte der Spiegel. „Es gab niemanden wie dich bisher und es wird nie jemanden geben wie dich.“ „Du und ich sind und bleiben ein Unikat.“ Wenn du dich mit anderen vergleichst, dann ist das so, als ob du den Hund mit der Katze vergleichst. Ein Hund ist ein Hund und eine Katze ist eine Katze. Du kannst Sie nicht miteinander vergleichen. Du kannst sagen, dass du Hunde den Katzen vorziehst, dass Hunde besser auf dich aufpassen als Katzen. Aber deshalb sind Katzen doch nicht minderwertig, oder? Dora F. erwiderte mit einem Kopfschütteln und sagte: „Nein.“

„Viele Menschen machen aber aus ihrer Individualität zu wenig.“ „Das mag auch daran liegen, dass sich viele Menschen ihrer Talente und Stärken gar nicht bewusst sind“, sagte das Ego und dachte dabei, dass es Dora F. nicht passieren soll. „Dora, du kennst gewiss den Satz: „Das soll mir nicht noch einmal passieren.“ Und dann geschieht es doch, vielleicht sogar immer wieder. Wenn es so ist, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du deine Erfahrungen im Leben nicht nutzt. Lehrgeld sollte man aber nur einmal bezahlen.

Dora F. muss in diesem Moment über sich nachdenken und denkt dabei an ihre letzte Beziehung mit Werner Q.

„Keine Wünsche mehr haben, das kann ja auch heißen, dem Leben uninteressiert, passiv oder überdrüssig gegenüberstehen“, sagte der Spiegel.

„Kann man wirklich glücklich sein, wenn die Fähigkeit, sich etwas zu wünschen, verloren ist?“, fragte Dora F.

„Hast du noch Wünsche?“, fragt der Spiegel. „Hoffentlich!“ Aber weißt du auch, dass deine Wünsche nicht von dir selbst in Erfüllung gehen?

„Das wünsche ich mir aber so sehr“, entgegnete Dora F. Und der Spiegel erzählt weiter: „Wenn du den Wunsch hast, die Pracht eines Regenbogens mit seiner Farbenpracht zu erleben, dann musst du sehr genau im Regen in den Himmel schauen, und wenn du kein ausdauernder Mensch bist, dann wird es dir leicht fallen." Wenn du nichts unternimmst, dann wird dieser Wunsch für dich nur ein Traum bleiben. Dabei ist es gar nicht verwerflich, Träume zu haben. Träume, die uns am hellen Tag überkommen oder dann, wenn wir nicht einschlafen können. Wachträume haben schon manches Leben verändert. Und dein Leben wäre viel ärmer, wenn du sie nicht hättest, aber du musst dich entscheiden, ob du mit deinen Träumen und Sehnsüchten leben willst oder ob du alles einsetzt, um sie wahr zu machen. Begeisterung erfordert Engagement, und wer sich stark engagiert, muss auch mit Frustration rechnen. Wenn nicht alles nach deinen Vorstellungen verläuft. „Wenn du, Dora, ein hohes Maß an Selbstvertrauen besitzt, dann ist alles in Ordnung.“ „Dann hast du bereits einen Vorteil, wenn es darum geht, neue Erfolge zu erringen.“

In einer Mischung aus Horror.

Aus Hoffnung, betrachtete Dora F. ihren Egoisten im Spiegel.

Ihr Egoist war von Kopf bis Fuß mit einem grauen Nebel überzogen.

Dora F. stieß einen lauten Schrei aus sich heraus.

In diesem Augenblick begriff Dora, dass ihr wirkliches „Ich“ zurückgekommen war. Dora ist verwirrt.

Jetzt konnte sie nur eines tun, glaubte Dora F. Sie erinnerte sich an ihr bisheriges Leben, den Kampf zu überleben. Schlechte und gute Zeiten gab es, und dabei musste sie sich eingestehen, dass die schlechten Zeiten überhandgenommen haben.

Damals hatte sie ihren Eltern gehorcht.

Später ihren Chef, bei der Arbeit.

Sie erinnerte sich schmerzlich.

Dabei ist ihr aufgefallen, dass sie nur eine Marionette für die anderen Leute war.

Dora F. gehorchte. Sie kniete plötzlich auf den Boden und weinte. Ihre Hände legte sie sich auf ihre nackten Brüste und bemerkte, wie sich beide Brüste mit ihrem Atem bebten und senkten.

 

 

Kapitel 4

Der nächste Tag. In der Dämmerung, im Schlafzimmer, schlug Dora F. die Augen auf. Zaghaft bewegte sie die Beine und Arme. Sie streckte ihre Gliedmaßen aus, bis so manche Regungen nicht lautlos wurden. Dora F. ging ins Badezimmer und kam sich vor, wie irgendeine Staue, als sie vor dem Spiegel stand. Aber dann sah sie, wie sich ihre nackten Brüste bewegten, und sie mit ihren verschlafenden Augen das Gesicht im Spiegel anstarrte.

Erst dann registrierte sie sich wirklich.

Dora F. stand vor ihrem fast fertigen Spiegelbild und starrte es nur an, als müsste ihr der Spiegel sagen, was sie jetzt tun sollte.

Urplötzlich wurde Dora F. im splitternackten Gewand ganz steif.

Gerade so, als spüre sie ihre Blicke im Spiegel am ganzen Körper.

"Mein Name ist Dora.“, sagte sie zum Spiegel.

Ihre weibliche Stimme klang sanft und beruhigend.

Für eine verwirrte Seele umhüllte ihre Stimme sie wie Balsam. „Oh großer Gott! Was soll das?“, sagte sie. Bei diesen verletzten Worten schloss Dora F. die Augen. Ihr Egoist im Spiegel verschloss seinen Geist vor der Antwort. Dora F. spürte, wie ihr Körper innerlich zusammenbrach und weinte. Sie fühlte den bitteren Schmerz ihrer Wunden im Herzen. Dann baute sie sich wieder vor den Spiegel auf.

Sie ertastete langsam ihre nackte Votze und ging tief mit dem Zeigefinger in sie hinein.

Falls sie tatsächlich am Leben war, was Dora F. glaubte, würde sie sich mit der Hand zum Höhepunkt der inneren Gefühle bringen.

Dora F. setzte zum lauten Hecheln, Stöhnen und Schreien an.

Im Gesicht der Dora F. spiegelten sich plötzliche Erleuchtung und große Befriedigung.

Ein kurzes, unglaubliches Lächeln kam über ihre zarten Lippen.

„Dora!“ „Du bist du!“, sagte das Ego im Spiegel zu Dora F. „Das musst du dir einhämmern, und das wird bereits dein Selbstvertrauen stärken.“ Lebe so, wie du dich am wohlsten fühlst. Das Gefühl, sich selbst untreu zu sein, hat auf deinen Geist andauernd niederdrückende, abstumpfende Auswirkungen. Dennoch will ich dir sagen, dass beide Gefühle, das der Angst und das der Furcht, vieles gemeinsam haben. Beide enthalten die Unlust. Das sind also unangenehme Gefühle, die eine Erwartungsspannung auslösen. Beide treten demgemäß in Situationen auf, in denen du ein Gefühl der Ungewissheit verspürst. Sie kann sich zeigen in Existenzangst, Zukunftsangst, Angst vor Ungewissheit und vieles mehr. Sehr verwandt mit dem Selbstvertrauen ist die Zuversicht. „Wenn du zuversichtlich in die Zukunft siehst, so kannst du wesentlich angstfreier leben, als wenn du dich den Bedrohungen der Zukunft ausgeliefert fühlst.“

Die wichtigste Waffe sind heute Kreativität, innere Ruhe und Freisein von Angst.

Das sollte Dora F. sich merken, wenn sie Erfolg in ihrem Leben, ob im Beruf oder in ihrem Privaten, haben will.

„Deine Schwächen existieren in deiner Einbildung“, sagte der Spiegel. „Wahre Schwächen existieren nicht.“

Selbstsicher zu sein heißt, an sich selbst zu glauben und dabei die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu respektieren.

Dora F. ist im Stande, glaubt sie, ihre Gedanken klar und offen zu äußern.

Sie wird die Beziehungen, die Freundschaften und den Lebensstil pflegen, die sie sich wünscht.

Die meisten Menschen sehen ihren Wünschen und Bedürfnissen nicht ins Auge.

Es fällt Ihnen sehr schwer, diese zu verwirklichen, und deshalb sind Sie verwirrt und fühlen sich unsicher, wenn andere die eigenen verwirklichen.

Der Erfolg im Leben, in der Gesellschaft und im Beruf hängt sehr stark von dem ab, was die Leute von uns halten. Manche Menschen scheinen eine besondere Begabung zu haben, mit anderen richtig umzugehen und einen guten Eindruck zu machen.

Selbst unsichere Menschen grübeln dagegen über verflossene Ereignisse nach.

Dora F. hält sich vor Augen, dass sie in einer ehrlichen und selbstbewussten Welt nicht immer Ihren Kopf durchsetzen kann und dass die anderen Menschen die Welt nicht mit ihren Augen sehen.

Die Leute werden Dora F. nicht immer zustimmen oder sie automatisch mögen.

Aber echte Beziehungen und Freundschaften sind nicht davon abhängig, dass beide in ihrem Denken und Tun in allem übereinstimmen. Das Ego lernte Sam M. kennen und erlebte ihn mit einem Vermeidungsverhalten. Das Vermeidungsverhalten bei Menschen entsteht aus Furcht vor der Reaktion der Anderen. Sam M. geht einer ehrlichen Meinungsverschiedenheit aus dem Weg. Er hat sich das Vermeidungsverhalten angewöhnt, stimmt allem und jedem zu und hat wenige originelle eigene Meinungen oder Ideen. Sam M. sieht über jede Schmälerung seiner eigenen Rechte hinweg. Er ist im Allgemeinen unentschlossen und nachgiebig, er wird von anderen manipuliert, und schließt sich oft der Mehrheit oder einer mächtigen Gruppe an, ohne im Grunde deren Auffassung zu teilen. Greift man Sam M. an, macht er Ausflüchte. Seine Gefühle von Ungerechtigkeit hält er häufig in seinem Inneren verschlossen. Ein unverstandenes und aggressives Verhalten erlebte das Ego von Sam M. bei einer Frau wie Susanne O. Susanne O.: Aggressives Verhalten ist oft das Ergebnis angestauter Wut. Wenn sie sich ignoriert, betrogen oder ausgenutzt fühlte. Wie zum Beispiel von den Männern. Natürlich, die nur Susanne O. allein kannte.

So hatte sie auch eine innige Beziehung mit Carl G.

So reagierte Susann O. häufig mit kindischem Zorn oder Gekränktheit und neigte zu Wutausbrüchen.

Sie weinte. Und weinte. Weinte.

Susanne O. platzte mit ärgerlichen Worten heraus, die der Situation nicht angemessen sind.

Sie lässt sich mit anderen wie mit ihrem Lebenspartner Carl G. selten auf Diskussionen ein.

Dabei hat sie auch das Gefühl, in Diskussionen gewöhnlich zu obsiegen.

Falls die Antworten auf manche Fragen mit „JA“ lauten, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Susanne O. ihren Carl G. vor den Kopf stößt.

Aggressive Menschen wie Susanne O., die forsch und arrogant auftreten, scheinen ein starkes Selbstwertgefühl zu haben. In Wirklichkeit aber versuchen sie krampfhaft, ihre wahren Gefühle vor den andern zu verbergen. Innerlich fühlen sie sich genauso schlecht wie das stille Mäuschen, das in der Ecke sitzt und nicht wagt, den Mund aufzumachen und eine Meinung zu äußern.

Genau dazu neigen selbst unsichere Menschen wie Carl G.

Der Spiegel spricht zu Carl G.: „Wer sich zum Fußabstreifer macht, auf den wird herumgetrampelt.“

Carl G. machte erschrocken einen Schritt auf seinen großen Spiegel im Ankleidezimmer zu.

Ohne zu wissen, was er als Nächstes tun soll und reagieren würde.

"Hör auf, mich so anzusehen!“, sprach Carl G. zum Ego im Spiegel. Was willst du? Der Spiegel schwieg.

Auf einmal wusste Carl G., was sich da abspielte. Der Egoist im Spiegel von Carl G. schüttelte nur den Kopf. Für Carl G. war es ein Moment des Schocks, wie das Wasser die Flamme löscht.

Carl G. beschloss, das Zimmer zu verlassen, denn er wollte jetzt nur ins Bett kriechen und schlafen.

Ich fange jetzt schon an, mit dem Spiegel zu reden, dachte er sich.

Wenn er dann aufwachte, würde er die Gewissheit haben, dass er sich nicht geirrt hatte und dass alles nur ein Traum, ein monströser Alptraum gewesen war. Und müde war Carl G. schon.

Für Carl G. ist es schwierig, sich zu ändern.

Aber es ist nie zu spät für ihn.

Änderungen erfordern Mut.

Oft erscheint es für Carl G. einfacher und bequemer, in alten Gewohnheiten zu verharren, selbst wenn ihn Fesseln auferlegt werden und ihn hemmen.

Ehrlich sein bedeutet auch, nicht vorzugeben, Dinge zu mögen, von denen Carl G. meint, man sollte sie mögen.

Heuchelei hilft niemandem. Aufrichtigkeit ist immer als solche erkennbar.

Wenn Carl G. sein Leben so führen möchte, wie es ihm selbst zusagt, dann entscheidet er, was er will und was nicht.

Ein selbstsicherer Mensch braucht sich dafür, dass er etwas tut oder unterlässt, nicht zu rechtfertigen.

Indem Carl G. sich rechtfertigt, lässt er durchblicken, dass seine Handlungen oder Worte nicht gut genug sind.

Carl G. hat das Recht, Fehler zu machen.

Sonst stärken die anderen Leute zu Unrecht das Selbstvertrauen von Carl G. dadurch, dass sie ihm das Gefühl von Wertlosigkeit geben, weil er einen Fehler gemacht hat.

Ein selbstsicherer Mensch mag heute zu einem bestimmten Thema eine andere Meinung haben als letzte Woche.

Ein manipulatives Gegenüber wird vielleicht versuchen, ihm Schuldgefühle aufzuladen, indem er oder sie ihn daran erinnert, dass er früher etwas anderes gesagt hatte.

Wenn neue Erkenntnisse dies verlangen, hat Carl G. durchaus das Recht, seine Meinung zu ändern, flexibel oder sogar inkonsequent zu sein. Carl G. hat das Recht, sich durchzusetzen!

Im Lauf der Jahre haben die Egoisten der Menschen verschiedene menschliche Eigenarten erkannt.

Carl G. glaubt, dass seine Grundgedanken im Leben zutreffen.

Dazu programmierten diese Menschen alles auf eine Festplatte.

Im Gehirn.

Menschen können unlogisch sein und sie müssen sich nicht rechtfertigen.

Er hat das Recht, selbst zu wählen, ob er für die Lösung der Probleme anderer Leute verantwortlich ist oder nicht. Menschen machen Fehler.

Menschen haben auch das Recht, zu sagen: „Das ist mir gleichgültig.“

Dabei soll er eigene Entscheidungen treffen und dafür die Konsequenzen tragen.

Menschen haben das Recht, um das zu bitten, was sie wollen (und sie müssen akzeptieren, dass der andere das Recht hat, Ihre „Bitte“ abzulehnen).

Die Menschen können etwas nicht wissen oder nicht verstehen.

Menschen können ihre eigene Meinung äußern.

So können Menschen auch ihre Meinung wieder ändern.

Selber können Menschen „JA“ oder „NEIN“ sagen.

Menschen können erfolgreich sein, wenn sie wollen.

Natürlich können und dürfen Menschen sich ändern.

Ziellos wanderte Carl G. in seiner Wohnung umher.

Hob seine schon getragenen Klamotten vom Fußboden auf und gab sie der verschmutzten Wäsche zu, die endlich einmal gewaschen werden musste.

Er setzte sich in seinem Sessel und machte per Fernbedienung den Fernseher an.

Aber seine TV-Serie war nicht auf Sendung.

Stattdessen streckte er die Hände von sich.

Betrachtete das Programmangebot in der TV-Zeitschrift.

Beschloss aber, duschen zu gehen. Mit sauberem Körper. Mit erfrischendem Verstand fiel es Carl G. möglicherweise leichter, sich auf etwas Neues an seinem heutigen Tag einzustellen.

Hinterher suchte Carl G. ein Paar neue Socken aus dem Schrank.

Andere Klamotten zum Anziehen waren auch für Carl G. mal fällig gewesen.

Dabei fiel ihm auf, dass er sich von einer netten und süßen Verkäuferin in einer Boutique neu einkleiden lassen sollte.

Nun war Carl G. mit dem Ankleiden seiner Klamotten fertig.

Er stellte sich mit geraden Schultern vor den Spiegel und wandte sich, dem auch sein Gesicht zu.

So betrachtete er sein eigenes Kunstwerk.

Dabei huschte Carl G. ein Lächeln übers Gesicht. Alle Erfahrungen, die Kritiken, die Abwertungen, die negativen und positiven Urteile, denen die Menschen im Lauf der Jahre unterworfen waren, haben sie zu dem gemacht, was sie heute sind. „Der Umgang formt den Menschen!“, spricht der Spiegel.

Sobald Carl G. sich selbst besser versteht und klarer erkennt, wie die Schallplatten in seinem Kopf heute die Dinge für ihn ruinieren, setzte er sich das Ziel, Veränderungen einzuführen und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Carl G. wird sich die Freiheit nehmen, zielstrebig Entscheidungen zu treffen, ohne ständig andere Personen gefallen zu müssen, und er wird Wege und Mittel entdecken. Es ist wichtig, dass er seine Erfolge anerkennt und seine positiven Gefühle verstärkt. Carl G. ist fleißig, fürsorglich, liebevoll, sensibel. Er hat einen schaumigen Humor oder einen scharfen Witz.

Carl G. ist ehrlich, behutsam, gutherzig.

Selbstabwertung ist eine Gewohnheit, in die jede Person leicht hineinrutschen kann.

Sie führen zu innerlicher Meuterei.

Carl G. beginnt also damit, sich oft zu loben.

Er wird allmählich merken, wie sein Selbstvertrauen zunimmt.

Der Spiegel spricht zu Carl G.: „Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit ist die negative Folge einer geringen Meinung von sich selbst.“

Die meisten Menschen können ihre eigenen Handlungen, Gedanken, Gefühle und ihr Verhalten einigermaßen bewerten.

Auch Carl G. ist fähig, Vieles zu erreichen.

 

 

Kapitel 5

Carl G. ging seinen Weg, durch die Stadt. Denn er wusste, wohin er gehen wollte. Zum Autohändler.

Wo er endlich mal eine Probefahrt mit dem Motorrad machen wollte. Carl G. hatte es schon seit Wochen geplant gehabt.

Das Motorrad röhrte durch die Stadt an einem sonnigen Tag. Er hatte sich für die Straße entschieden.

Später aber wollte er die Autobahn anfahren.

In der Innenstadt wurde er von den Blicken der lustigen und leicht bekleideten Frauen beobachtet.

Die Frauen blieben bewundernd und anmachend in seiner Nähe, wenn er an den Straßenkreuzungen stehen blieb.

Carl G. verlangsamte sein Tempo.

Dann drehte er seinen Kopf und betrachtete eine Reihe junger Frauen, die ihm nachschauten und zuwinkten. Seine Maschine, sein Motorrad, war obermegacool.

Coole Motorräder waren die große Liebe in seinem Leben. „Du kannst alles erreichen, was du willst“, sagte der Spiegel zu Carl G. „Du musst nur Geduld haben!“ Schüchternheit, Erröten und Versprecher sind Anzeichen, dass du, Carl, an geringer Selbstachtung leidest. Falls du Angst hast, vor einer größeren Gruppe zu sprechen, einen Raum voll Menschen zu betreten oder dich auf die Tanzfläche zu begeben, dann hast du in deinem tiefsten Inneren vielleicht die Befürchtung, andere könnten dich auslachen, und deine Meinung von dir als Person, wird noch geringer ausschlaggebend sein, wenn du auch nur den kleinsten Fehler machst. Carl lächelt einen Menschen an, der dir sympathisch erscheint. Beim ersten Mal wird er dein Lächeln nicht erwidern, weil er selber zu schüchtern ist. Aber wenn du ein zweites Mal lächelst, dann wird er merken, dass du nicht lächelst, weil mit ihm etwas nicht stimmt, sondern weil du nur freundlich sein wolltest. Der Betreffende wird vermutlich rein reflexartig zurück lächeln. „Und das beste Schönheitsmittel, das es gibt, ist die Ausstrahlung von Selbstvertrauen.“

Die Freunde und die Bekannten werden Veränderung in Carl G.s Reaktion bemerken. Es kann ihm Spaß machen, ihre verwunderte Miene zu beobachten.

Die Menschen fühlen sich von Lebensfreude angezogen.

Unglückliche Menschen fürchten, schlecht abzuschneiden, und haben Angst, dass ihr Wert als Individuum auf dem Spiel steht. Sie fürchten sich davor, von anderen bewertet zu werden, die bei dem Spiel geschickter und versierter sind.

Das Selbstwertgefühl reicht nicht aus, um sich zu beschützen, wenn sie nicht gewinnen. Sie fürchten sich davor, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Manche Leute zeigen ihre Kränkung, indem sie schmollen oder aggressiv werden.

„Carl, du bist sicherlich schon schlechten Verlierern begegnet“, spricht der Spiegel.

Die karrieregeilen Leute, die immer und in jedem Bereich die Besten oder Schnellsten oder Stärksten sein müssen, sind von allen am meisten zu bedauern.

Carl G. nimmt sein Leben viel zu ernst und ist deshalb oft unter Stress, weil seine ständige Konkurrenzhaltung seinem Wohlbefinden schadet.

Langfristig bewirken Carl G. seine Erfolge genau das Gegenteil dessen, was er mit ihnen bezweckte.

Er vertreibt die Menschen, von denen er eigentlich um jeden Preis bewundert werden wollte.

Viele Leute glauben, dass nur Kinder, nie aber Erwachsene, Fehler machen und Schwächen zeigen dürfen.

Dies ist absoluter Unsinn.

Flexibilität und der Wunsch, zu lernen, sind von höchster Wichtigkeit. Was zählt, ist die Erfahrung.

Dennoch gibt es Menschen, die sich in ihrer Haut wohl fühlen. Dennoch erscheint Kritik als bloßer Fliegenschiss auf der Leinwand des Lebens. Carl G. denkt positiv. Wenn Menschen mit Fehlern entspannt umgehen können, begrüßen sie die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren und Risiken einzugehen, auch wenn sie wissen, dass eine Sache schiefgehen kann. Der Egoist sagt: „Es gibt starke und schwache Menschen.“ „Doch du siehst es nicht.“ Ein selbstsicherer Mensch ist fähig, seine Verletzlichkeit zu zeigen, und deshalb fällt es ihm leichter, die Schwächen der Anderen zu akzeptieren. Aus der Akzeptanz entsteht Vertrauen. Sobald die Menschen beginnen, sich gegenseitig so zu akzeptieren, wie sie sind, fangen diese an, sich aufeinander zu verlassen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn die Person glauben kann, dass ihr Partner ihr Vertrauen nicht enttäuschen wird. Eigentlich hatte Luise A. zwei große Lieben. Fantastische Drogen. Und?

Natürlich, das große Geld. Aber, wenn Luise A. splitternackt war und durch ihre Wohnung spazierte, kam ihr das kribbelnde Gefühl über, sich im Mund, im Arsch und in der nassen und geilen Möse gefickt zu werden. Sex gehörte auch zu ihren großen Vorlieben.

Luise A. hatte gesehen, wie frustrierte, gefühlskalte und männerfeindliche Weiber, keine einzige Nummer mehr geschoben haben. „Wie viel Sex hattest du schon?“, fragte sie eine davon. „Einmal“, erwiderte sie.

„Ich meine in deinem Leben und nicht am Tag“, konterte Luise A.

Im Moment war sie gerade unter der Dusche. Ganz allein. Manchmal glaubte Luise A., dass sie die nervige Zicke für ihre Freunde nicht nur aus Spaß ist. Die Erinnerung an ihre zickige Art brachte sie laut zum Lachen. „Heilige Scheiße, das Leben kann so prima sein“, schrie sie laut in den Spiegel, als sie sich das Gesicht mit dem Badetuch trocken tupfte.

Pflegende Gesichtscremes und duftende Parfüms waren wahllos im Badezimmer verstreut und von ihr abgestellt, wo gerade Platz für sie war.

Neugierig richtete Luise A. den Blick aus dem geschlossenen Fenster.

„Oder bringst du, Luise A., nur dann den Mut auf, um eine spezielle Zärtlichkeit zu bitten oder Sex in deiner Lieblingsstellung vorzuschlagen, wenn du das Gefühl hast, dass dein Partner dir… etwas schuldet?“, überrascht der Spiegel, dass Ego natürlich von Luise A. ist. Sie wusste wirklich nicht, was sie auf diese Frage von einem Spiegelbild antworten sollte. „Denke „Du“ immer darüber nach“, spricht der Spiegel, „dass es ein „geben“ und ein „nehmen“ in der Partnerschaft ist.“ Wie eben eine Sanduhr funktioniert. „Denn ohne Geben und Nehmen des feinen Sandes funktioniert auch keine Sanduhr.“ Männer und Frauen, die übermäßig besorgt um ihre Partner sind, enttäuschen dagegen als Liebhaberinnen. Sie sind so damit beschäftigt, die erogenen Zonen ihres Partners zu stimulieren, dass sie selbst nicht in entsprechender Weise reagieren. „Sei du, Luise A., in deinem aufregenden Leben positiv.“, wünscht sich ihr Ego im Spiegel. „Alles ein Irrtum!“, glauben die konservativen Spaßbremsen.

Wenn die Leute den Texten der zahllosen Schnulzen, die wir hören, Glauben schenken, könnte es einem wirklich so scheinen. Sicher ist noch immer für viele Menschen die lebenslange Verbindung mit einer bestimmten Person die aller oberste Sprosse ihrer Lebensleiter.

Eine Beziehung, die von Vertrauen, gegenseitiger Fürsorge und Unterstützung gekennzeichnet ist, eine ideale Partnerschaft, beruhend auf völliger Ehrlichkeit, grenzenlosem Verständnis und einer Intimität, die ihre Träume vom ewigen Glück erfüllt.

Manche der unglücklichsten Menschen, die sich begegnet sind, leben in einer fassadenhaften Ehe mit einem Partner, für den die Gefühle längst abgestorben sind.

Alleinlebende können ihr individuelles Potenzial verwirklichen.

Von vielen wird das Singleleben mit seinen vielen Gelegenheiten zur Selbstentfaltung und Erfüllung in einem Wort zusammengefasst: „Freiheit“.

„Alles ein Irrtum!“, glauben die naiven Leute.

Viele Menschen meinen, die Gefühle von Eifersucht, die sie empfinden, wenn sich ihr Partner jemand anderem widmet, seien ein Zeichen ihrer tiefen Liebe.

Doch der Unwissende: Die Eifersucht ist der häufigste Unruhestifter in Partnerschaften. Manche schaffen es, diese Gefühle beiseitezuschieben.

Für manche Leute ist es auch ein Vorspiel für bestimmte Erregungen, wenn ihr Partner von jemand anderem begehrt wird – bei anderen aber rufen sie nicht nur Traurigkeit, sondern Panik, Wut und manchmal sogar Depressionen hervor.

Nicht bloß der eifersüchtige Partner leidet unter der zwanghaften Angst und den ungesunden Gefühlen, die sein Leben manchmal beherrschen.

Auch das Glück des Opfers wird zerstört und die Konsequenzen können die ganze Familie erfassen und Freundschaften und Geschäftsbeziehungen ruinieren.

Tatsache ist, dass Luise A. niemals garantieren kann, ihren anderen Partner ewig zu lieben.

Falls Luise A. solche Garantien benötigt, fordert er Etwas Unmögliches.

Am Ende wird der Partner von Luise A. höchstwahrscheinlich totunglücklich und allein sein.

Wenn ein eifersüchtiger Mensch jemand findet, der ihn zum Mittelpunkt seines Universums macht, und wenn sich diese Person seinen Wünschen fügt, indem diese Person es ablehnt, andere Leute kennenzulernen.

Dann wird das Leben wenige Freuden für die beiden bereithalten.

Der Eifersüchtige sollte sich fragen, ob es sinnvoll ist, einen anderen Menschen total besitzen zu wollen.

Natürlich ist es wunderbar, danach zu streben, mit dem Menschen, den die eine Person liebt, eine exklusive Partnerschaft aufzubauen und zu halten.

Die meisten Menschen möchten das erreichen.

Aber es wird den Leuten nicht gelingen, indem sie Forderungen stellen, Richter spielen oder unerfreuliche Szenen durchspielen.

„Glaube an dich und an deine Fähigkeiten!“, sagte der Spiegel zu

Luise A.: „Führe einfach ein Gespräch mit deinem Spiegelbild, das wird dein Selbstwertgefühl bestätigen.“ Spreche dir einmal vor, welche Stärken und Fähigkeiten du hast, und trete mit hocherhobenem Kopf aus deiner Haustür. Denke immer daran: Es gibt nichts Anziehendes als Selbstvertrauen. Denke positiv! Setz dir ein Ziel. „Halte dich für erfolgreich, selbstbewusst und attraktiv, und du wirst anfangen, dich auch so zu fühlen.“

Es ist niemals leicht, Zurückweisungen hinzunehmen, selbst nicht für Menschen mit großem Selbstvertrauen. Kritik empfinden die Menschen oft als Verlust von Zuneigung. Sie verletzt unseren Stolz und vermindert unsere Selbstachtung. So auch bei Luise A. „Die Menschen neigen dazu, nur das zu sehen, was sie selbst sehen wollen“, spricht der Egoist im Spiegel. „Niemand nützt es, weder dem „Beschuldigten“ noch dem „Beschuldigten“. „Es ist nicht leicht, lebenslange Gewohnheiten abzulegen." „Richtig, mein nervender Egoist.“, erwiderte Luise A. „Es liegt an dir allein, Luise.“, sagte der Egoist im Spiegel zu Luise. „Deine Persönlichkeit und dein Lebensstil sind von Gewohnheiten geprägt.“ „Genauso wie jede andere Gewohnheit (mit dem Finger in die Nase bohren, sich mit den Zähnen die Fußnägel abreißen) oder Sucht (Tabletten und Kokain) kannst du diese ablegen.“ „Ich bin nicht süchtig und das Andere mache ich auch nicht“, erwiderte Luise A. „Alles lässt sich umkrempeln“, sagte das Ego darauf, „wenn du es selbst nur genügend willst.“ Unser Erwachsenen-Ich lernt ständig hinzu. Du kannst zwar deine Erinnerung, die du bereits gespeichert hast, nicht auslöschen, aber du kannst verhindern, dass sie auch weiterhin eine so wichtige Rolle in deinem Leben spielt. Es ist nicht leicht, alte Gewohnheiten zu ändern. Und fragen du dich ständig: „Was brauche ich?“ und „Was ist richtig für mich?“ Es ist ungeheuer aufregend zu entdecken, dass du dir mit deinen eigenen Gedanken und Taten das Leben aufbauen kannst, was du dir schon lange gewünscht hast. „Aber bevor du, Luise, auch nur die kleinsten Änderungen vornimmst, musst du zuerst akzeptieren, dass du für das, was dir zustößt, weit gehend selbst verantwortlich bist und dass du und du allein, Luise, es bist, die Veränderungen herbeiführen kannst, wenn sich deine eigenen Lebensstiele ändern sollen.“

Ach, zur Hölle, dachte sich Luise A.

Sie zog sich andere Klamotten im Ankleidezimmer an und ging raus auf die Straße.

Zu dieser, schon späten Zeit kann sie ein bisschen Aufmunterung gebrauchen.

Sie steckte sich eine Zigarette an und atmete den Rauch tief ein.

Luise A. gierte einem Pärchen hinterher, das sich leidenschaftlich und innig küsste. Wie schön, dachte sie, wäre es, auch mit einem Typen selber zu knutschen.

Sie griff sich in die Jackentasche und holte sich den letzten Kaugummi heraus.

Ein bisschen Minze gegen einen Kuss.

Toll, dachte sich Luise A.

Scheiß drauf.

 

 

Kapitel 6

Patrick L. liest in einem Buch: „Es gibt Menschen, die wissen, wie man es tut.“ sagte und erlebte das Ego. „Doch Sie wissen nicht, warum Sie es tun.“

Die Idee, dass die Menschen sich mit den negativen Einflüssen in unserer Vergangenheit auseinandersetzen und die Verantwortung für unser inneres Selbst übernehmen müssen, ist, seit

Sigmund Freud (1856–1939) begann um die Jahrhundertwende seine Arbeit. Freud begründete in seinem umfangreichen Werk die Auffassung, dass in der Psyche verschiedene Kräfte miteinander in Widerstreit liegen. Diese sich bekämpfenden Kräfte bezeichnete er als das Über-Ich (die moralische Kontrollinstanz), das Es (die Triebkomponente) und das Ich (eine Art Schiedsrichterfunktion ausübt).

So entwickelte Eric Berne (1911-1970), dessen Laufbahn in den fünfziger Jahren begann, das Konzept der Transaktionsanalyse. Botschaften wie die Folgenden bleiben in unserem Unbewussten haften und erklingen immer wieder in unserem Kopf:

Patrick L. liest: „Reden ist feige, Schweigen ist Gold.“

Patrick L. liest weiter: „Ohne Fleiß kein Preis.“

Auch diese Zeile liest er noch: „Belügst den Anderen, belügst du dich selbst.“

Patrick L. ist sich sicher, dass ihm Dutzende weitere Sprüche und Lebensregeln einfallen werden.

Patrick L. liest im Buch weiter.

Eric Berne vertritt die Auffassung, dass im Kopf jedes Menschen ständig solche Botschaften ablaufen. Die Menschen machen aus ihnen Gebote oder Verbote, an die sie sich zu halten haben.

Nach Berne tragen die Menschen drei Persönlichkeitsinstanzen in sich.

Das sind die Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das kindliche Ich. Das Eltern-Ich ist die Instanz, die innere Stimme, die uns unterstützt und stärkt, gleichzeitig aber auch unsere Selbstkritik in Gang setzt. Das Eltern-Ich spielt Botschaften ab wie „Es ist unhöflich, jemanden zu unterbrechen“, alle Verbote, die die Eltern von ihren Eltern übernommen haben. Das kindliche „Ich“ ist der Persönlichkeitsaspekt, der wunderbar spontan sein kann, aber auch mit dem Fuß aufstampft, aufmüpfig und manchmal frech ist. Das Kind reagiert offen, impulsiv und natürlich und wird von Gefühlen beherrscht. Unser inneres Kind bleibt uns während unseres ganzen Lebens erhalten.

Das Kind möchte ständig gefallen, brav sein und anerkannt werden, aber es ist auch recht rebellisch:

„Ich will nicht, und wenn du dich auf den Kopf stellst!“, spricht das Ego im Spiegel.

Das Kind irritiert und verärgert. Es fordert verschiedene Personen heraus, gegen die Regeln zu verstoßen, ermutigt uns, mit dem Wind um die Wette zu laufen. Es ist leichtsinnig und zu Späßen aufgelegt. Unser inneres Kind lässt unsere Stimmungen eingehen. Dennoch erlaubt es uns auch, über die Schmerzen anderer Menschen und über sentimentale Bücher und Filme zu weinen.

Das Erwachsenen-Ich ist dagegen die kluge, realistische und angepasste Seite unserer Persönlichkeit.

„Sollte es!“, spricht der Spiegel. Patrick L. Liest: Der Erwachsenenanteil unserer seelischen Grundstruktur ist der vernünftige, rationale Aspekt unserer Persönlichkeit. Er ist logisch, reif und verantwortungsbewusst. Er erduldet Schmerzen und macht Pläne für die Zukunft. Er setzt sich aus Eltern, Autoritätsfiguren und Beschützern unserer Kindheit zusammen. Seine Emotionen passen besser zu den Situationen, in denen die Personen sich jetzt befinden. Berne meint, unser Gehirn sei wie ein Computer, den man mit Informationen speist und der die richtigen Antworten liefert. Das bedeutet nicht, dass der Erwachsenenanteil unseres Gehirns keine Gefühle hat, sondern dass diese Gefühle dem Anlass angemessener sind. Alle Reaktionen unseres Erwachsenen-Ichs basieren auf Erfahrungen, die die Menschen während der wichtigen früheren Jahre machten. Obwohl der Erwachsene meist ziemlich genau weiß, wie er in einer bestimmten Situation handeln sollte, kann es vorkommen, dass ihn sein Inneres Kind sabotiert und er sich dadurch sehr unbehaglich fühlt.

Wenn diese inneren Konflikte andauern, werden die Menschen häufig selbst unsicher und es fällt auch einer Person schwer, Entscheidungen zu treffen. Oft nehmen die Menschen nicht wahr, was vor sich geht. Ihre Energie schwindet und Sie fühlen sich niedergeschlagen und verwirrt. Dann liest Patrick L. einen Absatz über den Neurochirurgen W. Penfield: Damals gelang dem berühmten Neurochirurgen Wilder Penfield von der McGill-Universität in Montreal (1891-1976) im Zuge der Behandlung von Epilepsiepatienten ein wichtiger Durchbruch in der Gehirnforschung. Er entdeckte, dass mit einer Stimulierung bestimmter Zonen im Gehirn vergangene Ereignisse detailliert erinnert werden und die damit verbundenen Gefühle so intensiv durchlebt werden, wie wenn das betreffende Ereignis eben erst gesehen wäre. Penfield vertrat auch die Auffassung, dass ein Ereignis und die damit verknüpften Gefühle im Gehirn untrennbar miteinander verschmolzen sind, so dass das eine nicht ohne das andere aufgerufen werden kann. Diese gespeicherten Gefühle beeinflussen die Art und Weise, wie wir auf bestimmte Situationen reagieren. Eine Umarmung kann uns ein gutes Gefühl geben, weil sie Erinnerungen an Umarmungen weckt. Wenn sie uns weniger angenehme Gefühle wiederbeleben, kann das Gegenteil eintreten. Dann fällt es manchem möglicherweise schwer, jemanden an uns heranzulassen. Musik, Gerüche, Anblicke und Geräusche: All dies kann noch Jahrzehnte nach den Ereignissen intensiv Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle wachrufen.

Irgendwo im Gedächtnis des Menschen vergraben gibt es sicherlich schmerzliche, traurige, glückliche und andere emotionale Reaktionen, die von einer der Sinneserfahrungen wachrufen werden.

Sie können diese innere Stimme hörbar machen und Ihren Quälgeist kennen und verstehen lernen. Sie können ihm entgegentreten und mit ihm diskutieren, und mit der Zeit werden Sie auf Ihrem Weg zum Positiven manche Gefechte gewinnen. Es gibt Menschen, die anfangen werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Patrick L. denkt daran, dass sein Quälgeist sehr raffiniert ist. Er wird als Grund, weshalb er ihn hemmt, anführen, er wolle Ihnen ersparen, dass er sich verletzt, blamiert oder sich lächerlich macht.

Wenn Patrick L. weiterhin auf ihn hört und seinen Worten Glauben schenkt, wird er im alten Trott weitermachen. Sollte er aber seinem Quälgeist klarmachen, dass er aufhören muss, seine Nase in seine Angelegenheiten zustecken, und wenn er anfängt, ein paar Risiken einzugehen, wird

Patrick L. erkennt, dass die Sache nicht halb so riskant ist, wie es zunächst schien.

Einen anderen Maschen kennenlernen und mit ihm, auf welche Ebene auch immer.

Intimität teilen kann Patrick L. nur, wenn er bereit ist, mit dem Menschen zu sprechen, ihm zuzuhören und ein Gespür für seine Bedürfnisse zu entwickeln.

Diese grundlegende Fähigkeit macht zusammen mit der Beherrschung der Körpersprache und einem Schuss Intuition die Kunst der Kommunikation aus.

Manche Leute beherrschen sie von Natur aus, die meisten aber müssen sie mühsam lernen. Es ist eine subtile Kunst, die sich aus Alltagserfahrungen entwickelt. Wie alle anderen sind auch diese Kompetenzen erlernbar.

Patrick L. nimmt sich ein anderes Buch aus dem Bücherregal und blättert in dieses:

Um ein guter Kommunikator zu sein, muss die Person zunächst ein guter Zuhörer sein. Zum Zuhören gehört mehr, als sich bloß Worte um die Ohren wehen zu lassen. Um gut zuzuhören, müssen die Leute sich konzentrieren und die Äußerungen des Anderen interpretieren und verstehen. Sie müssen fähig sein, zwischen den Zeilen zu lesen.

Ein guter Zuhörer versucht zu verstehen, was einem der andere eigentlich sagen will, und lässt ihn oder die andere Person dann wissen, dass er verstanden hat. Er schenkt dem Sprecher seine volle Aufmerksamkeit und zeigt sein Interesse durch subtile Verwendung von Blickkontakt. Die Kommunikation bestimmt die Qualität unserer Beziehungen zu all jenen, mit denen wir in Kontakt kommen. Patrick L. kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und liest interessiert weiter: Natürlich ist es wertvoll, wenn die Menschen fähig sind, all denjenigen, die unseren Weg kreuzen, unsere Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse zu vermitteln, doch dieses genügt noch nicht. Ohne Einfühlung, Respekt und Sensibilität wird ein selbstsicherer Mensch zu einem Elefanten im Porzellanladen, der über die Gedanken, Gefühle und Meinungen anderer hinweg trampelt. Selbstsicher zu kommunizieren bedeutet also auch, Empathie für die Person aufzubringen, mit der man spricht. Empathie heißt, sich in den anderen zu versetzen und zu versuchen, die Welt mit seinen Augen zu sehen. Ein Gespräch ist eine Mischung aus Beobachtung, Empathie bzw. Einfühlung, Zuhören und Respekt. Worte sind ein Mittel der Kommunikation unter anderen. Die Menschen setzen sie mit all den anderen symbolischen und nonverbalen Instrumenten ein, die sie im Lauf der Jahre bewusst oder unbewusst erworben haben. Wirksame Kommunikation ist einfach die Organisation dieser Mittel, um sich klar verständlich zu machen. Kommunikation ist nur dann wirksam, wenn der Zuhörer genau weiß, was die anderen Personen meinen.

Die Körpersprache ist ein wichtiger und nicht immer richtig verstandener Aspekt der facettenreichen Kunst der Kommunikation. Unter Körpersprache versteht man ein komplexes System der Übermittlung von Informationen über Gefühle und Empfindungen durch nonverbale Kanäle. Körpersprache umfasst Gesten, Körperhaltungen, Gesichtsausdrücke und andere nonverbale Signale.

Diese Signale beeinflussen unmittelbar unsere Haltung einem Menschen gegenüber. Vom Kopf bis zu den Zehen senden die Menschen Botschaften aus, die eine Sprache bilden.

Eine Körpersprache der Liebe, des Hasses und aller Schattierungen dazwischen. Zweifellos geben auch die Kleider eine Auskunft über die Menschen, die sie tragen, und über das Bild, das diese von sich haben.

Der Modetrend ist trotzdem politisch beeinflussbar. Dasselbe gilt für Körperhaltungen und Gesten.

Mit tief in den Taschen vergrabenen Händen kann eine Person vermutlich leichter den Eindruck erwecken, in einer Debatte unerschütterlich dazustehen. Wer die Fäuste ballt, verrät vielleicht Aggression, Wut oder Angst, und wer sich an den Aufschlägen seines Jacketts festhält, demonstriert möglicherweise Arroganz oder Stolz. Vor der Brust verschränkte Arme können als Abwehr oder als Anzeichen des Ruhens in sich selbst gedeutet werden, oder die Menschen können ein gewisses Misstrauen signalisieren. Patrick L. beobachtet, wie manche Leute ihren Körper automatisch mit ihren Armen verschließen, wenn jemand etwas sagt, was sie nicht verstehen oder was ihnen gegen den Strich geht. Die Arme hinter dem Rücken aufzustützen und auf diese Weise die Brust preiszugeben, kann ein Zeichen von Selbstvertrauen sein. Mit den Händen auf den Hüften oder den Daumen in den Gürtelschlaufen oder Hosentaschen wie in einem Pistolenhalfter einhaken dazustehen kann Aggressivität oder Sexualität signalisieren.

„Wer weiß das schon?“, fragte sich Patrick L.

Patrick L. liest weiter und fühlte sich von diesen Worten selbst angesprochen und probierte es auch gleich einmal aus. So stellte er sich mit dem Buch in der Hand vor den Spiegel:

Auch Füße sind manchmal verräterisch! An den Füßen sieht man jemandem an, ob er wütend oder frustriert ist. Sie können aufstampfen oder einem Stuhl oder einem imaginären Gegenstand einen Tritt versetzen, sie können aber auch beim Flirten unter dem Tisch zärtlich in Aktion treten.

„Wenn Patrick L. keine Ohrfeige bekommt“, dachte er.

Die Person kann die Füße auf den Schreibtisch legen, um zu zeigen, dass man dieses Territorium besetzt hält oder besetzen möchte.

Wenn eine Person bei ihrem Gang durch eine Menschenmenge vorwärtskommen will, schaut sie immer in die Richtung, in die sie geht. Tun sie dies nicht, so wird die Person mit Entgegenkommenden zusammenstoßen. Wenn die Person das nächste Mal in eine Menschenmenge kommt, konzentriert sie sich also darauf, gerade auszuschauen, und wird sich ohne Missgeschick seinen Weg bahnen.

Wenn die Person dagegen beim Gehen müßig um sich blickt, werden sie ständig von Passanten angerempelt werden.

Fußgänger registrieren, wo andere hinschauen und in welche Richtung Patrick L. geht, ohne sich dessen bewusst zu sein.

In Gang- und Blickrichtung Zielstrebigkeit auszustrahlen, kann einem viel Zeit ersparen, wenn Patrick L. einen belebten Gehsteig entlang eilt.

Manche Männer und Frauen treffen beim Betreten eines Raumes im Handumdrehen ihre Wahl unter den vorhandenen potenziellen Liebespartnern und finden sich fast wie durch Zauberei in ein Gespräch mit ihnen verwickelt. Sie scheinen eingebaute Antennen zu haben, die diese verlockenden Schwingungen auffangen. Patrick L. setzt sich wieder in seinen Sessel, trinkt einen Schluck aus dem Glas und liest interessiert weiter:

Die Erforschung des Paarungsverhaltens von Tieren hat gezeigt, dass diese eine Reihe von Gesten benutzen, um ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Auch Menschen senden solche nonverbalen Signale aus. Manche Menschen sind sich dieser Werbungsgesten deutlich bewusst, andere sind völlig blind für sie. Viele dieser Gesten bleiben durchaus unbewusst, andere werden mit voller Absicht eingesetzt.

Der intime Blick, der den Blick des Gegenübers für den Bruchteil einer Sekunde länger als normal festhält, kann aufreizend wirken. Männer, die sich mit zurückgezogenen Schultern und auf dem Gürtel oder in den Taschen ruhenden Händen hinstellen, betonen auf diese Weise ihre Körpergröße. Nach unten zeigende Daumen heben den Genitalbereich hervor.

Um den begehrten Mann zu entflammen, neigen Frauen manchmal kokett den Kopf zur Seite, senken die Lider und halten den Blick des Mannes eine Sekunde lang fest, bevor sie sich abwenden.

Wer sich unterlegen fühlt, sinkt ständig in sich zusammen und macht einen unterwürfigen Eindruck.

Je untertäniger sich jemand fühlt, desto tiefer beugt er seinen Rumpf. So unfair das scheinen mag, so sagt man, dass hochgewachsene Menschen mehr Autorität ausstrahlen, besonders, wenn sie sich gerade halten.

Die Zeiten sind vorüber, wo sich große Frauen genötigt fühlen, sich zu krümmen, um ihre Größe zu verhehlen. Glücklicherweise sind sie heute auf ihre zusätzlichen Zentimeter in der Regel stolz.

Wenn jemand mit hängenden Schultern dasteht, mit schweren Schritten geht und einen bedrückten Eindruck macht, dann sagt man, er trage das Gewicht der Welt auf seine Schultern. Wahrscheinlich fühlt er sich auch so. Gefühle des Unglücks und ständige Sorgen können uns zermürben und seelisch nach unten ziehen. Das zeigt sich auch in der Körperhaltung.

Auch Anspannung ist äußerlich erkennbar. Ein gestresster Mensch wirkt oft steif und linkisch. Er zieht die Schultern hoch, verspannt die Nackenmuskeln und hat Schwierigkeiten, den Kopf zu drehen. Wenn man in einer solchen Lage lernt, seinen Körper zu entspannen, dann kann dies auch eine seelische Lockerung bewirken. Entspannungstechniken sind unerlässlich, wenn Sie sich seelisch belastet oder abgespannt fühlen.

Der Spiegel spricht zu Patrick L., als er ihm im Badezimmer beim Händewaschen zusah: „Du kannst eine Menge tun, um dein Leben glücklicher, erfüllter und aufregender zu machen.“ Mit deiner Körpersprache werden nicht nur Botschaften ausgesandt. Du kannst diese auch einsetzen, um Andere zu entspannen und zu entwaffnen.

Ein leichtes Anfassen am Arm mit einem beruhigenden Blick kann sagen: „Vertrau mir.“ Oder: „Toll, nichts leichter, wie das.“, spricht er zum Spiegel.

Darauf erwiderte das Ego im Spiegel: „Eine flüchtige Berührung der Hand oder ein um die Schulter gelegter Arm kann dem anderen sehr direkte Botschaften übermitteln, aber diese Berührungen müssen im richtigen Augenblick und im richtigen Kontext erfolgen, sonst werden sie völlig missverstanden.“ Die Menschen registrieren solche Mitteilungen unbewusst. Manche von uns fassen Sie richtig auf, manche nicht. Wie viele junge Männer bald herausfinden, kann Anfassen manchmal ausgesprochen unangebracht sein und bei Frauen Stressreaktionen auslösen. Wenn du ein naives, geschlossenes, schüchternes Mädchen, das vielleicht noch eine Lesbe ist, im falschen Augenblick anfässt, kannst du sie rasch gegen dich einnehmen. Alle Menschen senden nonverbale Botschaften aus. Sie können lauten: „Sprich mich nicht an, denn ich möchte mit meinen Gedanken allein sein!“

„Willkommen!“ oder „Bleibe mir vom Leib.“ Und? „Verpiss dich!“ Manche dieser Botschaften agieren die Menschen unbewusst aus. Andere mit voller Absicht. Patrick L. zieht wahrscheinlich die Nase kraus, wenn er vor einem Rätsel steht. Er hebt die Augenbrauen, wenn er überrascht ist. Er verschränkt seine Arme und schlägt die Beine übereinander, um sich zu schützen. Patrick L. trommelt aus Ungeduld mit den Fingern, legt einen Finger an die Stirn, wenn er plötzlich angestrengt nachdenkt, und zuckt mit den Achseln, um zu sagen: „Das ist mir gleichgültig“ oder „Das lässt mich kalt.“ Patrick L. liest in seinem Buch interessiert weiter: Manche Körpersignale gelten nur in einer bestimmten Kultur. Andere Reaktionen wie Lächeln, Stirnrunzeln und Hochziehen der Augenbrauen überschreiten alle kulturellen Barrieren. Wir alle können Hass, Angst, Heiterkeit, Freude und Traurigkeit ausdrücken, ohne es bewusst lernen zu müssen.

Der private Raum, den wir bei Geschäftsessen, Cocktailpartys und anderen gesellschaftlichen Anlässen und anderen Zusammenkünften mit interessanten und uninteressanten Leuten respektieren, beträgt zwischen einem halben und einem ganzen Meter, und die Distanz, die wir gegenüber Fremden wie Handwerkern, Postboten und anderen Leuten, die wir nicht sehr gut kennen, einhalten, kann zwischen einem und vier Metern betragen. Der Abstand, den wir wählen, wenn wir in der S-Bahn oder U-Bahn stehen, ist selten geringer als vier Meter, vier Zentimeter oder sogar vier Millimeter. Wer zu früh in die persönliche Zone eines Menschen eindringt, riskiert, Anstoß zu erregen. Wenn Patrick L. will, dass sich andere mit ihm in dieser Situation wohl fühlen, muss er deren Distanz wahren. Je näher Patrick L. jemandem emotional kommt, desto mehr darf er sich ihm auch körperlich nähern.

Der Blickkontakt ist eine weitere Kunst der subtilen Balance. Die Menschen verstärken ihn, wenn sie daran interessiert sind, eine Botschaft rüberzubringen. Blickkontakt ist ein verlässliches Anzeichen dafür, dass der andere den Worten Aufmerksamkeit schenkt. Wenn der Gegenüber abgelenkt ist oder seine Augen abwendet, während Patrick L. spricht, dann kann er wetten, dass die Person ihm nicht wirklich zuhört.

Wir wenden unsere Augen ab, wenn wir das Interesse an den Worten des anderen verloren haben, wenn wir den Sprecher nicht besonders mögen oder seine Worte uns gegen den Strich gehen.

Vermehrter Blickkontakt ist gewöhnlich ein guter Indikator dafür, ob Patrick L. den Gesprächspartner mag oder sogar an seinen Ausführungen interessiert ist.

Patrick L. versucht, mit seinem Gesprächspartner in Blickkontakt zu kommen. Indem er beim Sprechen sein Gegenüber anschaut.

Patrick L. verstärkt die Wirkung seiner Worte und zeigt dem anderen Menschen, dass er an ihm oder ihr interessiert ist.

Natürlich hütet er sich jedoch vor Übertreibungen. Patrick L. dringt nicht in die Intimzone des Anderen ein und starrt ihn nicht an. Männer und Frauen unterscheiden sich nicht nur in ihrer physischen und biologischen Konstitution. Sie sind in Ihrer Denk- und Sprechweise Welten voneinander entfernt. Die Wirkung unserer Worte wird von unserem Mienenspiel, unseren Gesten und Bewegungen mitbestimmt.

„Unser ganzes Leben ist eine Serie von Gesprächen“, denkt sich Patrick L. „Wir versuchen, die Worte unseres Gegenübers zu deuten.“ Ja, unsere Beziehungen zeigen, dass Männer und Frauen ein und dasselbe Gespräch regelmäßig in völlig verschiedener Weise interpretieren.

Wenn Mädchen zu Frauen heranwachsen, fahren sie fort, einander Geheimnisse anzuvertrauen. Sie führen noch intimere Gespräche und sie neigen dazu, ihre Probleme miteinander zu vergleichen, wenn sie sich ihrem Kummer von der Seele reden. Ihr gutes Einvernehmen wird durch die unausgesprochene Botschaft „Du bist nicht allein“ gestärkt. Indem sie sich ihrem Problem anvertrauen, kommen sie einander näher. Versucht eine Frau dasselbe einem Mann gegenüber, wird ihr das oft verübelt. Er hat das Gefühl, die Frau spielt seine Erfahrung herunter, und versucht, sie mit ihrer eigenen Erfahrung in den Schatten zu stellen. Männer betrachten sich als Problemlöser. Während Frauen in praktischen Dingen wie der Reparatur eines Autos männliche Hilfe akzeptieren, missfällt es ihnen häufig, wenn Männer versuchen, ihre emotionalen Probleme für sie zu lösen. Letztere betrachten sie als ihre Domäne. Frauen sind Hüterinnen dieser Welt. Umgekehrt verübeln es Männer ihrer Partnerin, wenn sie es ablehnt, ihren Rat zu befolgen. Gegenwärtig verändert sich zwar vieles, aber in vorhersehbarer Zukunft werden Männer und Frauen weiterhin in allen Lebensbereichen, vom Arbeitsplatz bis zum Schlafzimmer, Schwierigkeiten miteinander haben, da sich grundlegende Wandlungen nur langsam vollziehen.

Einerseits sind die Erwartungen der Frauen heute höher als je zuvor. Auch wenn die Särge von Frauen es nicht für „Wahr“ nehmen wollen. Andererseits macht sich ihre Programmierung, die Generationen langer Unterordnung der älteren und konservativen Frauen, immer noch bemerkbar. Die Männer ihrerseits sind zunehmend unsicher darüber, welches Verhalten von ihnen erwartet wird. Patrick L. erfuhr in seinem Buch, dass er nicht alleine mit seinen Problemen ist, mit den „verrückten“ Frauen. Dann erfährt er weiter:

Unser Denken aus der Sichtweise des anderen Geschlechts wird sich gewaltig ändern müssen, damit sich die Dinge ändern. Doch der Anfang ist gemacht. Das bedeutet nicht, dass die Angehörigen beider Geschlechter versuchen sollten, ihren eigenen Stil zu verändern. Ein realistischerer Ansatz wäre zu lernen, die Botschaften der anderen Seite richtig zu deuten und seine eigenen Botschaften in einer Weise zu erläutern, die unsere Partnerin oder unser Partner verstehen und akzeptieren kann.

Patrick L. blätterte in seinem Buch einige Seiten weiter, um ein anderes Kapitel anzufangen:

Selbst unsichere Menschen leiden in der Regel unter einer höheren Stressbelastung. Für Manche ist das so quälend, dass sie Kontakte mit anderen Personen ganz vermeiden. Dagegen hilft nur bewusste Selbstwahrnehmung.

Stress zerstört das Selbstvertrauen und reduziert die Selbstachtung der Menschen.

Die Menschen fürchten sich davor, auch nur auf die kleinsten Risiken einzugehen.

Die heutige Gesellschaft unternimmt wenig, um Menschen beizustehen, die unter Befangenheit leiden, erröten, zittern oder stottern.

Diese Personen können sich aber selber helfen.

Der Umgang mit Stress ist ein wichtiger Bestandteil der Selbstentfaltung und der Überwindung aller Ängste, die mit der Selbstunsicherheit einhergehen. Die Angst führt zu verminderter Leistung. Verminderte Leistung löst noch größere Ängste aus. Diese Angstreaktion macht es den Betroffenen unmöglich, ihr Leben zu genießen, Risiken einzugehen und Spaß zu haben.

Ein Abbau der Stressbelastungen wird der Person helfen, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen, kleine Schritte in Richtung Selbstsicherheit zu machen und sein Leben in jedem gewünschten Bereich zu verbessern.

Wenn Patrick L. Angst hat, werden das Hormon Adrenalin, verschiedene Zuckerarten und andere Stimulationen durch den Organismus gepumpt. Seine Augen verengen sich und seine Muskeln spannen sich an, um sich auf ihren Einsatz vorzubereiten.

Er beginnt, tiefer zu atmen, und diese tiefen Atemzüge überschwemmen seinen Organismus mit einer weiteren unerwünschten Substanz, einer Überdosis an Sauerstoff. Diese reflexartigen Reaktionen sind instinktive und spontane Antworten auf wirkliche oder eingebildete Gefahren. Die einsetzende Überschwemmung mit diesen chemischen Substanzen trübt sein Denkvermögen und erschwert selbst einfache Entscheidungen. Die Stresssymptome können von Person zu Person beträchtlich schwanken. Zittern, Schwitzen, unregelmäßiger und rasender Herzschlag, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen – all dies sind typische Anzeichen von Stress.

Fügen diese Stresssymptome unangenehmer Empfindungen Kopfschmerzen und Fingerkribbeln hinzu, Ess- und Schlafschwierigkeiten, Depressionen, Mundtrockenheit und schlechte Laune – dann begreift die betroffene Person das Ausmaß dieses Problems.

Das Problem ist, dass die in Stresszeiten in den Kreislauf ausgeschütteten Hormone im Organismus verbleiben.

Statt auf die Gefahr zu reagieren, indem Patrick L. in seinem Leben weglaufen ist oder diesen Energieschub zur Bewältigung der Situation nutzt, macht er sich Sorgen, hat Alpträume und gerät in Panik. Doch paradoxerweise benötigen die Menschen ein gewisses Maß an Stress. Ohne ihn wäre das Leben sinnlos, ja gefährlich. Stressreaktionen sind lebenswichtig, wenn eine Person vor Gefahren davonlaufen muss oder einen Energieschub benötigt, um mit einer gefährlichen Situation fertig zu werden.

 

 

Kapitel 7

Beate K. kämpfte sich durch den Zigarettennebel, den sie selbst beim Ausatmen verursacht hatte.

Ein Freund aus ihrer Clique hatte AIDS und wurde von dieser Krankheit wirklich aufgefressen. Es ist zwar schon ein paar Wochen her, als er beerdigt wurde, aber es frisst noch an ihren Gedanken. Er hatte sich die schreckliche Krankheit eingefangen, weil er, ne' Schwuchtel, homosexuell war. Die anderen Weiber aus der Klicke behaupteten ja, dass er es sich bei einer abgefahrenen Braut geholt hatte.

Dennoch konnte sich Beate K. nur daran erinnern, dass er sich mit anderen Schwulen abgab, und hat auch nie mit einer Hure gepennt.

„Lass los!“, spricht der Spiegel, als Beate K. in den Spiegel des Garderobenschrankes sah.

"Machen dir keine Sorgen“, spricht der Spiegel weiter, „du bist nicht die oder der einzige Mensch, dem es schwerfällt.“

Beate K. ist etwas verwirrt, als sie nun endlich mitbekommen hatte, wie ihr Ego zu ihr sprechen kann.

"Was willst du von mir?“ „Du seltsamer Spiegel, der sprechen kann.“ Erwiderte Beate K. Ihr Ego meldete sich natürlich, ganz frech: „Es ist dein Denken, wie du die Entspannung beeinflussen kannst.“ „Denke positiv, sonst arbeitest du hart, um dich zu entspannen.“ „Und?“, fragte Beate K. genervt. Aber dann wurde sie neugierig. Beate K. spricht zu ihrem Ego im Spiegel: „Viele Menschen, die eine Verbindung zu ihrer Seele herstellen können, haben es leichter im Leben.“ Körper, Seele, Geist und unsere Umgebung sind untrennbar miteinander verbunden. „Wenn ich einen dieser vier Aspekte vernachlässige, gerate ich leicht aus dem Gleichgewicht.“

Der Spiegel erwiderte: »Die Seele ist der Ursprung des menschlichen Lebens.« Du hast jedoch ein Bewusstsein. So kannst du geistig wachsen und dadurch dein Leben aktiv gestalten. „Unsere Glückserfahrungen sind die Nahrung für die Seele.“

Beate K. weiß selbstverständlich, dass das Glück zum Greifen nahe sein kann, und weiß auch, dass sie von einer Illusion nichts hat.

In der Gesellschaft werden Äußerlichkeiten immer wichtiger, denkt sie.

Die Menschen werden aufgrund ihrer Kleidung beurteilt, zumindest nach der Marke eines Designers.

Beate K. kam gerade zum Orgasmus, als sie beim Pinkeln auf dem Klosettdeckel saß und mit den Fingern an ihren Kitzler spielte.

Sie stöhnte laut und spielte weiter mit den Fingern an ihren nassen Müssen und den harten Brustwarzen herum.

Um an ihren Arsch zu gelangen, musste sie ihre andere Hand freimachen. Dann steckte sie sich den Finger, vorher mit dem Mund angenässt, in den Arsch. Das machte sie noch schärfer und war dabei sehr erregt. „Scheiße!“ „Oh, mein Kooooooommt!“, schrie sie plötzlich.

Vor inniger sexueller Erregung fielen ihr fast die Augen aus dem Kopf. Dann grinste sie genüsslich. Der sympathische Charakter von Beate K. bestimmt also Ihr Schicksal.

Ihr Charakter wird vor allem durch die Gewohnheiten geprägt, die sie in ihrem Leben angenommen hat.

Wie auf eine Schallplatte, CD, MP3-Player und und und. Dieses kann Beate K. in ihren Gedanken immer wieder abspielen.

Gewisse Denk- und Handlungsweisen sind geschliffen und scheinen festzulegen, wer Beate K. ist.

Sie funktioniert automatisch. Beate K. braucht dabei nicht einmal nachzudenken.

Sie kann ihren Charakter verändern, indem sie ihre Gewohnheiten angeht und sich selbst so richtig durcheinander schüttelt.

"Sehr viele Menschen erleben ihren Charakter als ein endgültiges Faktum und deshalb als Zwangsjacke“, spricht Beate K. zum Spiegel. „So ist es nun einmal“, erwiderte der Spiegel.

Darauf erwiderte Beate K. ihrem Ego im Spiegel: „Es macht mir keine Mühe, einem Impuls oder einer Anwandlung spontan zu folgen.“ Es strengt mich eher an, Sie zu unterdrücken. Ich habe vor Kurzem in einem Kaufhaus meinen Einkauf gemacht, wo ich an der Kasse eine nette, bezaubernde, junge Angestellte sah und sie zum Lachen gebracht habe. So machte ich ihr verständlich, dass mit einem Lächeln, die Kunden viel freundlicher auf sie zukommen werden und der Arbeitstag viel schneller zu Ende geht. Zuerst schaute sie ganz verdutzt, aber sie freute sich, als ich ihr einen schönen Tag noch wünschte. „Es ist ein angenehmes Gefühl, Glück zu erfahren, indem ich andere Menschen zum Lachen bringen kann.“

Im Allgemeinen sind die Menschen gerne bereit, Beate K. ihre Meinung mitzuteilen. Wenn sie damit positiv umgeht, wird Beate K. sich sicherlich nett unterhalten können. Ein solches Gespräch ist schnell auf den Weg gebracht.

Das einzige, was Beate K. tun muss, ist, jemand anderen um seine Meinung zu bitten. Beate K., sie kann alles fragen. Dazu sollte sie eine Frau oder den Mann direkt ansprechen. Die Themen können verschieden sein. Doch wenn sie die Person schon kennt, ist es kein Problem, ein Gesprächsthema zu finden. Menschen, die Lachen und Möglichkeiten statt Schwierigkeiten sehen, haben eine längere Lebensdauer. Ihr körperliches Abwehrsystem funktioniert anders.

Und das ist wissenschaftlich eindeutig bewiesen, wie es Beate K. in einem Buch in der Bibliothek gelesen hat, dass positive Einstellungen und eine lebensbejahende Denkweise das Immunsystem stimulieren. Die Nörgler und die Schwarzseher vergiften, mit ihrer Art an ihren Körper zu denken. Diese Leute schwächen fortwährend ihr Immunsystem, bis sie auf ihrer eigenen Beerdigung sind. Das ist ein schleichender Prozess, aber er setzt sich geradlinig und unbarmherzig fort, bis der Arzt mit dem Krankenwagen kommt und die Person ins Krankenhaus fährt. Der Leichenwagen übernimmt den Rest – hasta la vista Baby! Diese Menschen rufen das Unglück selbst herbei. Sie sind nicht in der Lage, Ihr Denken und somit das körperliche Wohlbefinden zu beeinflussen. Im Fitnessstudio und in ihren Kursen kennt Beate K. nur wenige Menschen, die bezüglich ihres Äußeren mit sich zufrieden sind. Sie fühlen sich zu dick oder zu mager, sie haben eine schiefe Nase oder vorstehende Zähne, sie haben Hängebrüste oder einen zu kurzen oder zu langen Lustspender. Fast jeder Mensch hat etwas an seinem eigenen Körper zu beanstanden. Doch das ist nicht das Problem, denn man kann ja etwas dagegen tun. Denn jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Manchmal sind es auch negative Gedanken. „Der Spaßbremsen“, denkt sich Beate K. Nur eine Sekunde später wandte sich Beate K. vom Spiegel ab. Sie hatte Glück. Denn ihr Egoist im Spiegel sprach kein einziges Wort zu ihr.

Heute ist der Tag gekommen und Beate K. geht zum Friseur und lässt sich die Haare anders schneiden, natürlich nur die Spitzen, und ihre Haare schwarz färben. Später dann geht sie in die Boutique und lässt sich ein neues Outfit ankleiden. Beate K. hat das treibende Gefühl, etwas Verrücktes zu tun. Sie sind Ihr eigener Herr. Diese Unabhängigkeit wird Ihre Selbstsicherheit fördern. Denn nur Beate K. bestimmt über sich.

Sie fühlt sich jetzt schon so angenehm und geht ins Bräunungsstudio. Sich auf die Sonnenbank zu legen, heißt für Beate K., sich selbst zu verwöhnen und sich dabei gut zu fühlen.

Beate K. fühlt sich wohl, ihr Körper ist fit und ihr Geist ist so klar.

Party, mit alten und neuen Freunden.

„Wer einen andern Menschen glücklich macht, wird es selbst auch sein“, spricht ihr Spiegel. „Es gibt Zuneigung und Liebe oder Ablehnung und Hass.“ „Die Menschen sind konfrontiert mit einem reichen Spektrum an Gefühlen, das eher einem Labyrinth gleicht als einer idealen Linie.“

Alles, was Beate K. geben kann, bekommt sie zurück. Erst dann kann sie eine Reaktion erwarten.

Diese Lebenseinstellung entspricht einem offenen Wesen und ist nach außen gerichtet. Beate K. betrachtet Ihren Freundes- und Bekanntenkreis.

Was für ein beschissener Tag, dachte sich Beate K., als sie aus dem geschlossenen Fenster sah.

Denn draußen regnete es stark und der harte Wind strömte um die Wohnblöcke.

Die meisten Menschen auf den Straßen kämpften mit ihren Regenschirmen. So manches Leichtgewicht kämpfte mit dem Wind. So gewaltig, dass sie sich schon ungewollt auf die andere Straßenseite wiederfanden.

Die Menschen gehören dem harten, starken Wind in der Stadt.

Der Schatten des Windes war wie eine dramatische Melodie gewesen.

Nette Menschen, wie Beate K., laufen Gefahr, in die Fänge bequemer und langsamer Menschen zu geraten, die von ihrer positiven Einstellung profitieren möchten.

Dennoch: Niemand kann Beates Gefühle oder ihr Verhalten manipulieren, wenn sie es nicht will.

Ihr Recht auf Selbstbehauptung ist die Grundlage einer gesunden menschlichen Beziehung.

Letztlich bestimmt Beate K. über sich selbst nichts und niemals anders.

Beate K. hat selbst herausgefunden, dass ein negatives Selbstbild die Hauptursache von Stress ist. Mit allem, was sie macht, schafft sie sich ein Selbstbild.

Gegen negative Gefühle anderer Menschen anzukämpfen kostet viel Energie und hat keinen Sinn.

„Ich will Spaß haben“, ruft Beate K. ihrem großen Egoisten im Spiegel zu, „Ich will mit vielen Leuten quatschen“, „Ich will glücklich sein“.

Beate K. kleidet sich heute Abend prächtig und elegant.

Sie lackiert ihre Finger- und Fußnägel.

Sie schenkt ihrem Make-up liebevolle Aufmerksamkeit oder rasiert sich gründlich im Intimbereich, unter den Achseln.

Sie legt sich ein angenehmes Parfüm auf.

Sobald Beate K. in den Spiegel sah, war sie schon in der richtigen Stimmung. Und mit dieser motivierenden, fröhlichen Stimmung geht sie jetzt in eine Bar, ins Theater oder in die Disko.

Wie in einem seltsamen Traum befangen, schlenderte Beate K. am nächsten Morgen splitternackt durch ihre Wohnung.

Sie spürte, dass der Traum eine fiktive Illusion war. Denn in diesem Traum gab es ein Leben, nach dem Tod. Als Beate K. das Donnern von Motorrädern und das laute Blubbern eines alten Wagens hörte, beschloss sie, ins Badezimmer zu gehen.

Sie wollte ein ausgiebiges, duftendes Bad nehmen. Beate K. reichte es.

Jedenfalls fürs Erste, um neu zu leben. Jetzt musste sie nur noch das heiße Wasser in die Wanne lassen.

Arbeit kann Stress verursachen. Keine Arbeit zu haben auch.

Konsequent und bewusst anders zu denken als normalerweise schafft eine neue Dimension. Hin und wieder die angenehmen Seiten zu genießen, reicht nicht aus.

Jeder Mensch lässt sich von Gefühlen und von seinem Verstand leiten.

Beides ist notwendig, alles andere wäre nicht menschlich.

Beate K. sollte auch als Frau weder Sklave seiner Gefühle noch Sklave seines Verstandes sein. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gefühl und Verstand wäre wünschenswert, aber die Anlagen eines jeden Menschen können zu verschiedenen Ergebnissen führen.

Beate K. kann sich nicht nur auf Ihren Verstand verlassen, denn der Verstand kann sie ganz logisch in die Irre führen.

Also, muss sie sich auch auf ihr Gefühl verlassen können, ein feines Gefühl entwickeln, und das wird unterstützt, wenn Beate K. Vergangenes nicht unberücksichtigt lässt.

Gerade als Beate K. einen Fuß in einer Boutique setzen wollte, ließ sie etwas innehalten.

Sie drehte sich unbemerkt um und sah einen jungen Mann in einem der Fahrzeuge an der Ampelkreuzung sitzen. Der Mann beobachtete sie.

Beate K. hatte später nicht den Eindruck, den Mann auch nur für eine Sekunde hinter der Schaufensterscheibe aus den Augen gelassen zu haben. Aber als die Ampel auf Grün zeigte, war auch der Mann verschwunden.

Kreativität ist ein sehr häufig gebrauchtes Wort.

Beate K. weiß auch ungefähr, was sich dahinter verbirgt.

Sie regt ihre Fantasie an, indem sie ihre Sinne gebraucht. Ihre Sinne geschärft.

Beates Spiegel behauptet, zur Kreativität gehöre auch die richtige Atmosphäre.

Besonders dann, wenn es bei Beate K. um erhöhte Anstrengungen geht, ist es gut, wenn sie mit Freude und Spaß die gestellten Aufgaben meistert.

Mit ihren Aufgaben sollten Gefühle der Lust verbunden sein, denn sie motivieren.

Beate K., die Aufgaben zu erfüllen. Unlustgefühle können natürlich immer wieder bei Beate K. auftreten, aber hier sollten Sie sich bemühen, sich diese Gefühle und ihre Ursachen bewusst zu machen, sie bewusst zu verarbeiten und versuchen, die Lustgefühle so stark werden zu lassen, sie intensiv zu empfinden, sie vor allem gewähren zu lassen und sie erfassen zu lassen, so dass Unlustgefühle nicht mehr die Oberhand gewinnen können. Beate K. lässt sich von der Begeisterung, die in ihr entstanden ist, mitreißen! Das gilt nicht nur für Dinge und Tätigkeiten, sondern auch für Freundschaften und Beziehungen. Wieder einmal hat das Ego im Spiegel eine Meinung und spricht: „Die Augen lenken die Gedanken und die Gedanken lenken die Waffen.“ „Also achte immer deines Gegenübers auf die Augen.“

 

 

Kapitel 8

Das Handy klingelte und Laura A. zuckte erschrocken zusammen. Sie blieb still in der Boutique stehen, denn es war ihr Handy, das mit dem Klingelton die anderen Kunden nervte. Es klingelte wieder.

Laura A. blickte eine andere junge Frau nur an und grinste ihr freundlich zu.

Sie hatte keine Lust, ans Handy zu gehen, um nachzusehen, wer sie jetzt nerven will.

Als es das siebente Mal läutete, sah sie dann endlich nach, wer es sein könnte.

Es war ihr Elan, ihr Freund, mit dem sie heute Morgen Schluss gemacht hatte.

Also, Laura A. beendete die Beziehung nach fast sieben Jahren.

Diese Beziehung schleppte sich schon drei Jahre lang ihrem Ende entgegen. Davon wusste natürlich Elan G. nichts, denn er glaubte, dass alles perfekt gewesen sei.

Da hätte Elan G. besser mal ihre Freundin Tina J. fragen sollen, ob alles in „Butter“ ist.

Also: Freundinnen reden nicht über die Warzen in einer Beziehung der eigenen Freundin mit ihrem Typen.

Aber, nach der Beziehung kann es vorkommen, dass die Freundin dann über das Scheitern der Beziehung redet.

Laura A. schaute sich um, aber da war kein Mensch zu sehen, der sie in der Boutique erspähen konnte.

Als es wieder klingelte, drückte sie das Handy aus. Laura A. macht sich Gedanken über die Blamage von gestern Abend, auf der Party: „Wer zehnmal auf andere zugeht und sieben Ablehnungen erhält, hat immer noch drei Kontakte mehr als jemand, der überhaupt nicht aktiv wird.“

"Die Angst vor sozialen Kontakten ist nicht angeboren, sondern kann jederzeit überwunden werden“, erwidert „Der Spiegel“. „Es gibt verrückte Menschen, sie drücken sich selbst den Stempel „SCHÜCHTERN“ oder „MENSCHENSCHEU“ auf.“ Hat Laura A. erst einmal eine Reihe negativer Erfahrungen durch ihr menschliches Umfeld gemacht und eine negative Einstellung entwickelt, dann wird sie durch ein negatives Denken alles tun, um andere Leute diese negativen Erfahrungen zu bestätigen.

Sie erhält wenig positive Rückmeldung von anderen und andere schätzen sie falsch ein, da Laura A. ihre positiven Eigenschaften aus Angst nicht zeigt. Die Angst ist für Laura A. eine Entscheidungshilfe. Sie kann nicht frei entscheiden, an welchen Veranstaltungen und Festen sie teilnehmen möchte.

In diesem Moment spürt sie einen Konflikt. Auf der einen Seite möchten sie gerne auf andere Menschen zugehen, auf der anderen Seite haben sie Angst davor.

Laura A. ließ ihr neues Motorrad auf einem Parkplatz stehen.

Dann schlenderte sie erst einmal mit vielen kaufwütigen Menschen die Straße hinunter.

Sie bog in eine Gasse, wo ein neues kleines Café war.

Laura A. fragte sich, wie viel Uhr es jetzt schon ist.

Als Laura A. die Gasse halb hinuntergegangen war, tauchte am Ende ein junges Mädchen mit schwarzen Klamotten auf, das auf sie anmarschierte. Wer immer auch dieses Mädchen sein mochte, dieses Weib hatte einen gefürchteten Gesichtsausdruck.

Das furchtlose und Angst machende kleine Weib lachte Laura A. zynisch zu, als sie sich aneinander begegneten. Laura A. versuchte zurück zu grinsen. Aber ihr stockte der Atem. Das Gelächter von Kindern, die sich aufmerksam durch die Gasse drängelten, riss Laura A. aus ihren Gedanken. Sie erinnerte sich wieder daran, dass sie ins Café wollte. Jetzt konnte Laura A. die lauten Kinder vom Fensterplatz im Café nur ein paar Meter weiter sehen. Die Kinder waren zu dritt. Sie kicherten die Gasse entlang.

Und dann sah Laura A. plötzlich und für einen Moment schließlich, worüber sie so gelacht hatte.

Ein kleiner, zittriger Hund kam aus einem Hauseingang gelaufen.

Auf seinem kleinen Kopf saß eine bunte Mütze, die auch ein versteiftes Hörnchen, mitten in der Mitte, kleidete.

„Verrückt!“, dachte sich Laura A., „Auf was die kaputten Leute so aus langer Weile kommen.“

Der kleine Hund lief ohne Eile die Gasse hinunter. Laura A. steckte sich eine Zigarette an.

Nimmt einen Schluck Kaffee aus dem Becher. Und sah sich erst einmal mit tiefen Blicken im Café um.

Leise Musik drang durch das Café. Im Moment war nicht viel los im Café und die Besitzer des Cafés standen am Tresen und unterhielten sich bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarette.

Zwei Frauen saßen noch an einem runden Tisch, kicherten miteinander und unterhielten sich über ihre Shoppingtour.

Laura A. setzte ein freundliches Lächeln auf. Sie lehnte sich zurück und musterte kritisch die Innenausstattung des Cafés.

Und den Kellner ganz besonders. Denn der hatte die ganze Zeit ein dämliches Grinsen im Gesicht.

Und glotzte Laura A. eine ganze Weile zu.

Der Kellner wich verängstigt zurück, als Laura A., bei ihm am Tisch bezahlte, sich in Bewegung setzte und an ihm vorbei, hinaus auf dem Weg der Gasse, ihn in einem schnellen Gang wieder verließ.

Zu Hause angekommen, legte sie sich gleich ins Bett.

Laura A. warf den Kopf zurück.

Sie starrte an die Decke.

„Mein Leben ist absolut leer“, sagte sie.

Natürlich meldete sich auch wieder einmal ihr Ego im Spiegel und spricht zu ihr: „Laura, es mag dir nur so vorkommen, dass dein Leben leer ist, dennoch ist dein Kopf voll.“ „Voll von Widersprüchen, warum du dein Leben nicht leben sollst.“

Laura A. Lachte.

„Ja“, sagte sie.

Dabei verschränkte sie selbstbewusst die Arme vor der Brust.

„Du verrätst mir eine Menge, nicht wahr.“, sprach Laura A. zu ihrem Spiegel.

Sie blickte ihrem Ego in die Augen, als nehme sie eine unausgesprochene Herausforderung an.

Laura A. fuhr sich mit der Hand über die Augen und suchte nach den richtigen Worten. „Das Problem ist“, spricht sie, mit dem Spiegel die Zukunft vor mir zu sehen. „Und deine Zukunft ist nicht viel besser“, spricht ihr Ego aus dem Spiegel, „solange du nichts tust.“ „Laura, du musst dein Leben ändern!“ Ich bin ein armes kleines Ding, dachte sie sich.

Dennoch hatte Laura A. ihrem Egoisten im Spiegel so viel Vertrauen entgegengebracht und sich ihm gegenüber geöffnet.

Außerdem wusste sie, warum ihr Ego im Spiegel hier war.

Seit Jahren hatte Laura A. sich mit keinem Menschen mehr über ihre persönlichen und intimen Dinge unterhalten.

Ja, dachte sie, eine kleine, naive und leichtgläubige Welt, in der ich lebe. Eine traurige Welt dazu.

Laura A. war nicht sonderlich glücklich, und das wusste der Egoist in ihrem Spiegel.

Schnelle Motorräder und schnelle, noble Autos sind für Laura A. besondere Symbole.

Laura A. liebte das Malen. Stundenlang liegt sie am Fußboden, im Wohnzimmer, und malte die noblen Autos und schnellen Motorräder. Laura A. hatte Lust, eine Zigarette zu rauchen. Sie fischte das halb leere Päckchen aus ihrer schwarzen Lederhandtasche.

Überraschend waren auch nur noch ein paar alte Glimmstängel übrig.

Sie zündete sich trotzdem eine an.

Dabei inhalierte sie tief.

Das Aroma des säuerlichen und scharfen Rauches in ihrem Mund versuchte sie zu genießen.

Die Worte von ihrem Egoisten im Spiegel gingen ihr nicht aus dem Kopf.

Laura A. setzte sich an ihren Schminktisch.

Sie sah neugierig zum Spiegel.

Im Spiegel betrachtete sie die Konturen ihres Gesichts.

Und dann kehrte ihr Blick wieder zur Maske ihres Egoisten zurück.

„Was ist das?“, fragte sie ihn.

„Das ist deine Maske, Laura, deine Seele, die du mit dir trägst und ständig verändern kannst“, erwiderte der Spiegel.

Ihr Egoist im Spiegel lächelte Laura A. zynisch an.

Laura A. nickte ihm im Spiegel zu.

„Nur weil ein Mensch lächelt, heißt das noch lange nicht, dass die Person auch glücklich ist.“ „Wie kommst du darauf?“, erwiderte der Spiegel. Laura A. erinnerte sich daran, wann sie das letzte Mal gelacht hatte. Das war schon eine lange, lange, lange Zeit her. Ein Grinsen hatte sie oft im Gesicht.

Und dann? Dennoch gab es einen großen Unterschied zwischen Glück und Ironie.

Verzweifelt und nachdenklich versuchte Laura A., an etwas Anderes zu denken.

An Irgendetwas anderes?

Was Laura A. in den Sinn kam, hatte es mit ihrer Vergangenheit zu tun.

Und ihre Vergangenheit war unweigerlich bunt gestrickt.

So atmete sie tief durch.

Laura A. hatte und hat noch Hoffnung. „Wenn sie es nur will“, dachte sie sich.

„Laura, sieh mich an!“, sprach der Spiegel.

Dazu war Laura A. im Augenblick nicht in der Lage.

Und dann zog sie sich zurück. In die Küche.

„Es kann weh tun, wenn du etwas lernst“, spricht der Spiegel, als Verona Q. im Badezimmer auf dem Klosettdeckel sitzt und heult.

Eigentlich hatte sie ja mit ihrem Freund Schluss gemacht.

Aber das Ende war schon nah.

Ganz nah.

Denn Sie hatten sich nichts mehr zu sagen.

Verona Q. kann sich Wissen schneller aneignen, als ihr Verhalten zu ändern: Hemmungen entstehen im Kopf. Das weiß auch Verona Q.

Die eigenen Bewertungen von Verona Q., ihr inneres Selbstgespräch, laufen ganz automatisch ab.

Meist ist ihr nicht bewusst, dass sie überhaupt etwas denkt. Sie verspürt nur ihre Gefühle und ihre Körperreaktionen und nimmt ihr Verhalten wahr.

Doch denkt Verona Q. in jeder Situation etwas.

Neben ihren Selbstgesprächen, die permanent innerlich ablaufen, hat sie quasi noch ein Heimkino in ihrem Kopf.

Gleichgültig, ob sie sich positive oder negative Erinnerungen und Zukunftsfantasien macht: Sie wird sich so fühlen, als ob sie das Erlebnis tatsächlich durchlebt, obwohl es nur in ihrer Einbildung existiert.

Verona Q. wird die Ihrer Vorstellung entsprechenden schönen oder unangenehmen Gefühle und Körperreaktionen verspüren.

Der Spiegel spricht zu Verona Q. im Ankleidezimmer: „Verona, unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir uns etwas nur ausmalen oder ob es uns wirklich passiert.“ Verona lächelte nur. Verona Q. hat in einem Buch gelesen, dass alle Redner zwei Reden zugleich halten. Die eine hört, die andere sieht man. Es ist unmöglich, nichts mitzuteilen. Ob die Person nun lächelt oder ein unbewusstes Gesicht macht, jemanden anschaut oder zu Boden anstarrt, ihre Hand ausstreckt und jemanden berührt oder sich zurückhält. Immer teilt die Person etwas mit und die anderen werden dem Verhalten eine bestimmte Bedeutung beimessen. Außerdem teilt ihnen auch ihr Gegenüber auf muttersprachlicher Ebene etwas darüber mit, wie er zu ihnen steht und sich fühlt. Ob die Person lächelt oder die Stirn runzelt: Dem Gegenüber wird ganz unterschiedlich seine Meinung ausfallen. Im Allgemeinen verrät ihr Gesicht den anderen, was sie fühlen, während ihr Körper zeigt, wie stark ihre Gefühle sind.

Die Körpersprache und inneren Einstellungen hängen eng zusammen. Diese Körpersprache kann eine Person also entlarven, wenn sie die Unwahrheit, sei es aus Angst oder Höflichkeit, sagt.

Es gelingt dem Menschen nämlich meist nicht, all seine Körpersignale zu beherrschen.

Außer Schauspielern, Politikern und Models achten nur wenige Menschen auf die stillen Botschaften, die sie anderen übermitteln.

Verona Q. kann allerdings nicht sicher sein, ob der andere ihre Körpersprache auch so interpretiert. Wenn sie beispielsweise aus Angst den Blickkontakt meidet, kann dies ihr Gegenüber als Arroganz und Überheblichkeit auslegen.

Hat sie Angst, einen anderen Menschen anzulächeln, und schaut weg, kann diese Reaktion daraus den Schluss ziehen, abgelehnt zu werden oder uninteressant zu sein.

Wenn Verona Q. sich ihrem Gesprächspartner während der Unterhaltung näherkommt, signalisiert sie dadurch, dass sie entweder Streit sucht oder ihn näher kennenlernen möchten.

Bleiben Verena Q. weiter weg oder weicht vor ihm zurück, sagt sie bestimmt damit, dass sie ihm der Gegenwart des anderen bewusst ist, ihn aber nicht wirklich kennenlernen möchte.

Das Bedürfnis von Verena Q. nach räumlicher Distanz hängt zum einen von ihrer Stimmung ab.

„Verena.“ Menschen, die sehr unsicher und ängstlich sind, wählen generell größere Abstände. „Sie leiden auch stärker darunter, wenn andere in ihr Revier eindringen“, spricht ihr Ego im Spiegel. „Wir vermeiden Blickkontakt und Gespräche, um unserem Gegenüber zu verdeutlichen, dass wir auf keinen Fall in seine private Sphäre eindringen wollen.“ Während des Gesprächs sieht Verena Q. eine neue Bekanntschaft im Allgemeinen jeweils ein bis zehn Sekunden an, in der Regel länger, wenn sie sie zuhört, als wenn sie selbst redet.

Ihre prüfenden Blicke variieren in der Dauer des Blickkontakts, der Blickrichtung, der Öffnung der Augen, dem Blinzeln, der Pupillenerweiterung und dem Gesichtsausdruck.

Der Spiegel spricht: „Verona! Viele Menschen haben Angst, Blickkontakt mit anderen aufzunehmen.“ Sie befürchten, dass Andere sie durchschauen und ihre Ängste und Schwächen erkennen. „In Ihren Augen gelten diese Menschen als schüchtern und scheu.“

Lächeln ist wahrscheinlich das aller wichtigste Mittel, Interessen zu bekunden und andere für sich zu gewinnen.

Ein lächelnder Mensch wirkt attraktiver als ein mürrischer.

Mindestens 72 Muskeln sind bei einem Runzeln der Stirn beteiligt, aber nur 23, wenn die Person lächelt, und ein Lächeln hat viel angenehmere Folgen.

Zwingen die Personen sich bewusst zum Lächeln, bewirkt dies sogar, dass sie sich selbst wohler fühlen.

Nach ca. 20 Sekunden, in denen Sie sich unecht fühlen, fühlen Sie sich dann offener für neue Dinge und werden ruhiger. Auf andere wirkt ein Lächeln, selbst wenn die Person nur „so tut, als ob sie im Lotto gewonnen hat“.

Ein Lächeln übermittelt Ihrem Gesprächspartner positive Botschaften.

Ein Gesprächspartner kann nicht sehen, was die andere Person denkt.

Wenn Verena Q. also nicht lächelt, glauben ihre Freunde wahrscheinlich, dass sie kein Interesse an Ihnen hat oder einfach immer kalt und unnahbar ist.

Verenas Gesichtsausdruck ist das Aussagekräftigste aller Kommunikationsmittel.

„Wir alle haben eine für uns charakteristische Mimik und unsere Gefühle lassen sich mehr oder weniger gut in unserem Gesicht ablesen.“ „Wut, Glück, Überraschung, Angst, Ekel, Verachtung, Traurigkeit und Interesse spiegeln sich meist in unserem Gesicht wider“, spricht der Spiegel zu Verena Q., die in einer Stunde einen Termin in einer Modeschule hat. „Du kannst den Mund öffnen oder schließen, die Nase rümpfen, die Augenbrauen hochziehen, die Stirn in Falten legen, die Pupillen verengen und natürlich lächeln.“ Da es in unserer Gesellschaft in vielen Situationen als erstrebenswert gilt, keine Gefühle zu zeigen, verschwindet das Gesicht häufig hinter einer Maske.

Die Deutschen üben sich darin, Ihre Gesichtszüge zu kontrollieren und cool zu sein.

Das Lächeln kann man hierbei am leichtesten als Schwindel entlarven. Zeigen sich in den Augenwinkel keine Fältchen, ist das Lächeln aufgesetzt.

Die Haltung von Verenas Körpers „sagt“ anderen, wie kontaktwillig sie ist und wie sehr an dem, was andere zu sagen haben, interessiert sie ist.

Das distanzierte Verschränken der Arme und das Übereinanderschlagen oder Aneinanderpressen der Beine sind Abwehrhaltungen, die dem Anderen zeigen können, dass er verkrampft ist oder an einem Kontakt mit der Person kein Interesse hat.

Sollte Verena Q. einen Gegenstand wie etwa ein Glas vor sich halten, errichtet sie ebenfalls eine symbolische Schranke vor uns.

Wenn Verena Q. andererseits jedoch ihre Beine sehr fest aneinander presst oder übereinander schlägt, könnte die andere Person leicht zu dem Schluss kommen: Verena Q. ist sexuell interessiert.

Unverschränkte Arme und ein dem Anderen zugewandtes Übereinanderschlagen oder leichtes Öffnen der Beine sind offene Haltungen, die andere ehesten als Zeichen dafür deuten, dass Verena Q. entspannt ist und Kontakt wünscht.

Der Egoist spricht trotz Verbot aus dem Spiegel: „Kontakts ängstliche Menschen neigen dazu, eine der folgenden Körperhaltungen einzunehmen.“ Die Person hat hochgezogene oder hängende Schultern, schiebt den Kopf nach vorn, verschränkt die Arme vor der Brust und tritt von einem Fuß auf den anderen. Seine Körperhaltung ist starr. Er lehnt sich zurück oder deutlich zur Seite, Arm- und Beinhaltungen sind häufig asymmetrisch. Die Person duckt sich und macht sich klein oder aber plustert sich auf. Verena, wenn du dich selbstsicher fühlen willst, dann musst du eine optimistische Körperhaltung einnehmen! „Kopf hoch, aufrecht stehen, Schultern nach hinten, mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen.“

Das probiert Verena Q. auch gleich vor dem großen Spiegel im Ankleidezimmer aus.

Plötzlich meldet sich ihr Ego im Spiegel wieder: „Jeder Mensch hat seine individuelle Gestik entwickelt. Die Gestik ist entwicklungsgeschichtlich die älteste Kommunikationsform. Gesten können das Gesprochene unterstreichen, ergänzen und ersetzen. Sie können auch dem Sinn des Gesprochenen widersprechen. Sie können den Grad unserer Erregung ausdrücken, wie zum Beispiel bei der Wut. „Gesetze setzen wir ein, um uns abzureagieren und zu entspannen, aber auch um unsere Einstellung anderen Menschen gegenüber auszudrücken.“ Verena Q. kann etwas über ihre Gefühle mit ihrer Stimme sagen. Der Tonfall von Verena Q. kann barsch, freundlich, entschuldigend, tadelnd, mahnend, unsicher, vorwurfsvoll, befehlend und viele schöne oder unschöne Reaktionen hervorrufen. Der Ton macht die Musik, mit der richtigen äußeren Erscheinung.

Kleider machen Leute – Es fällt blitzschnell ein Urteil über Verenas Intelligenz, das Einkommen, ihren Charakter, die politische Einstellung, den finanziellen Status. Mit ihrer Kleidung kann Verena Q. sich von anderen abheben oder eine Übereinstimmung ausdrücken. Ihre Kleidung kann Verena Q. so auswählen, dass sie sich nur nach der Mode richtet, unauffällig ist oder aber den persönlichen Geschmack mit einbezieht. Die Kleidung von Verena kann Ihre positiven Attribute unterstreichen und auf andere Leute aufmerksam machen.

 

 

Kapitel 9

Der Spiegel eines Egoisten spricht: „Lerne das zu hören, was nicht ausgesprochen wurde.“

Gemeint ist der Mann der Männer, David P.

Spaß und Genuss gehören bei ihm zum Leben. David P. motiviert sich selbst!

Indem er positiv denkt und negative Gedanken vermeidet.

Je stärker er verspürt, wie seine Kontaktangst ihn leiden lässt, und je stärker er verspürt, was er ohne Kontaktangst alles Positive erleben kann, desto mehr Kraft und Energie zur Veränderung wird er haben.

David P. nutzt seine Energie, um seinem positiven Ziel zustreben.

Er fühlt sich selbstsicher, um zu lächeln, Blickkontakt aufzunehmen und aktiv einer anderen Person zuzuhören.

David P. denkt positiv, denn es gibt für ihn immer einen Weg.

Er steckt mit seinem Lächeln die anderen Leute wie seine Freunde an. David P. verhält

sich selbstbewusst.

Dabei lässt er sich nicht von anderen Spaßbremsen negativ beeinflussen.

Nur David P. allein kann sein Selbstvertrauen stärken und seinem Körper den Auftrag geben, kontaktbahnende Botschaften auszudrücken.

Seine Gefühle, sein Verhalten und seine Körperreaktionen spielen eine Ausdruck gebende Rolle.

Als kontaktfreudiger Mensch macht David P. keine Annahmen, was Unangenehmes passieren könnte, bzw. sucht nach Lösungen, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es tatsächlich passiert.

Er bezieht sich auf Tatsachen. Dabei unterscheidet er zwischen Meinungen und Tatsachen.

David P. vermeidet übertriebene, unlogische Schlussfolgerungen. Einzelne Verhaltensweisen werden bewertet, aber keine Rückschlüsse auf die gesamte Person gezogen.

Weiterhin unterlässt David P. perfektionistische Forderungen und macht sich deutlich, wer verantwortlich ist. Dabei schätzt er seine Fähigkeiten realistisch ein, dennoch trennt er zwischen einer Person und seinem Verhalten.

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Dabei stellt David P. keine übertriebenen, hohen Forderungen an andere. Als positiv denkender Mensch hat er keine starren Regeln, nach denen er sich verhält.

Der Spiegel spricht: „Solange du dir und niemand anderen damit schadest, hast du das Recht, dich gemäß deiner Vorstellungen und Wünsche zu verhalten.“

David P. muss also zum Ziel haben, sich solche Gedanken zu machen, die den Tatsachen entsprechen, und ihm helfen, sich so zu fühlen und zu verhalten, wie er es möchte.

Menschen mit einem starken Selbstvertrauen haben keine Angst, auf andere zuzugehen und sich im Gespräch zu öffnen. Sie schätzen es nicht als wahrscheinlich ein, abgelehnt zu werden. Diese Menschen sehen es nicht als gefährlich an, abgelehnt zu werden, denn sie haben eine positive Einstellung sich selbst gegenüber, die sie der negativen Ansicht anderer entgegensetzen.

Durch David P.s starkes Selbstvertrauen verurteilt er sich nicht, wenn er von anderen nicht beachtet oder abgelehnt wird.

„Heute hat David P. einen wunderschönen Tag gehabt.“ Er hat interessante Menschen im Café kennengelernt. Er ist auf einzelne Personen zugegangen und hat sie angesprochen, ohne eine Angst zu verspüren. Er hat mit ihnen herzhaft und unverkrampft gelacht. Er freut sich schon auf den nächsten Tag. David P. ist bereit, sich so zu akzeptieren, wie er ist – mit all seinen Stärken und Schwächen, die er hat.

David P. hat den Mut, auf andere Menschen zuzugehen und ein Gespräch zu beginnen. David P. zeigt Kontaktbereitschaft.

Er kann auch damit umgehen, wenn er in Hannover ist, sobald sein Gegenüber im Augenblick kein Gespräch mit ihm führen will. Es ist ihm klar, dass er nicht für die Gesprächsführung seines Gegenübers verantwortlich ist. „Gott weiß alles und die Menschen wissen alles besser“, spricht der Spiegel, wie ein Gott. Nonverbale und verbale Botschaften müssen übereinstimmen, damit diese beim anderen gut ankommen können.

Der Spiegel spricht: „Eine zugewandte Körperhaltung, ein Blickkontakt, ein Lächeln, auch eine gelöste, reichhaltige Gestik, ein freundlicher Tonfall von dir, David.“ Wie ein Kopfnicken und nach der Situation die angemessene Kleidung tragen, sind NONVERBALE SIGNALE. David, dann gibt es noch VERBALE SIGNALE, wie Small Talk, offene Fragen stellen, Selbstoffenbarung, sich selbst und andere Personen loben, aktives Zuhören und bestätigende Äußerungen „Hmm“, „Ja“, „Aha“ geben. David P. schaut zu Hause in den Spiegel und begrüßt ihn dabei mit einem Lächeln. Er fühlt sich besser. David P. kann auch mit geschlossenen Lippen lächeln.

Er zieht hierzu die Mundwinkel leicht zur Seite. Er achtet darauf, dass Ihre Gesichtsmuskulatur entspannt ist. Ein entspanntes Gesicht wirkt sympathischer. Denkt er.

David P. stellt sich öfter einmal vor, wie alle Spannung aus seinem Gesicht entweicht. Er stellt sich dabei sein Gesicht wie eine geballte Faust vor, die sich langsam öffnet.

Um zu einer Entspannung zu gelangen, kann er auch bewusst zwischen Anspannung und Entspannung abwechseln.

David P. spannt sein Gesicht zunächst vollkommen an, indem er die Stirn runzelt, die Augen zusammenpresst und die Zähne aufeinander beißt. Dann lässt er alles locker und streichelt mit seinen beiden Händen die Spannung aus dem Gesicht.

Die Körperhaltung von David P. kann Distanz schaffen oder andere Menschen anziehen.

Er zeigt beim Sitzen eine offene Körperhaltung. Die Arme sind dabei unverschränkt, die Beine sind leicht geöffnet, dem anderen zugewandt oder übereinander geschlagen in Richtung auf Ihren Gesprächspartner. Im Stehen hat David P. eine positive Ausstrahlung, wenn er eine aufrechte Körperhaltung einnimmt, den Kopf hebt, die Hände ruhig nach unten hängen und fest mit beiden Beinen auf dem Boden steht. David P. wendet sich der anderen Person direkt zu, statt ihm die kalte Schulter zu zeigen. Mit der Gestik von David P. erweckt er bei der anderen Person das Interesse. Er achtet darauf, dass er die Hände nicht vor dem Körper verschränkt, nervös mit einem Gegenstand oder an seinem Körper herumspielt.

Nach oben gerichtete Handflächen signalisieren besonders viel Offenheit und Kontaktbereitschaft.

David P. nutzt seine Hände, um seine Worte zu unterstreichen.

„Der Ton macht die Musik“, sagte schon seine Mutter.

David P. kann seine Tonlage, seine Lautstärke, seinen Rhythmus, das Tempo oder seinen eigenen Dialekt nachahmen.

Das Spiegeln seiner Stimme kann den Kontakt entscheiden verbessern.

Spricht sein Gesprächspartner im Alltag beispielsweise sehr ruhig und langsam, kann er ebenfalls langsamer sprechen.

Selbstverständlich spielt die innere Einstellung zu David P. selbst auch bei dem Gebrauch seiner Stimme eine entscheidende Rolle.

„Kleider machen Leute“ oder „Einen guten Eindruck machen.“

David P. kleidet sich meist situationsbezogen.

Für zu Hause bevorzugt er die gemütliche, leichte Gammel Kleidung.

Im Büro oder bei Veranstaltungen den Büro-Look.

Dennoch gibt es Menschen, die den beliebten Jogginganzug für alle Situationen tragen. Der Jogginganzug, ein guter Sexkiller?

David P. achtet sehr darauf, dass Kleidung und Ausstrahlung zusammenpassen.

Er fällt dabei gerne einmal auf bei seinen Mitmenschen, wenn er sich gut fühlt.

Das festigt sein Selbstbewusstsein und sein Ego.

David P. hat Mut zur Mode.

Er experimentiert mit neuen Farben und Schnitten.

 

 

Kapitel 10

„Menschen bauen Mauern, Menschen sind keine Mauern“, spricht der Spiegel zu Sabine J., einer Lehrerin.

Wenn Sabine J. lächelt, wird sie sich bald auch zufrieden fühlen.

Sie nimmt eine offene Körperhaltung ein. Dabei wird sie sich offener für ein Gespräch fühlen.

Der Gesprächspartner von Sabine J. teilt ihr durch seine Körpersprache wichtige Informationen mit.

Der Spiegel spricht zu Sabine J.: „Signale, die eher auf Desinteresse, aber große Unsicherheit hinweisen: „Der Gegenüber unterhält sich intensiv mit einer anderen Person. Die Köpfe stecken eng zusammen, sie stehen sich unmittelbar gegenüber.“ Sie haben keinen Blickkontakt und bekommen kein Lächeln. Die Körperhaltung ist abgewandt von ihm. Weiter verschränkt er seine Arme vor der Brust oder hält einen Gegenstand als Barriere vor sich. „Seine Füße deuten in die Ihnen entgegengesetzte Richtung.“

Sabine J. denkt nach und fragt ihre Egoisten im Spiegel: „Und welche Alarmsignale gibt es während der Unterhaltung?“

Der Spiegel erwidert: „Das kann sein, der Kommentar und eine angespannte Körperhaltung.“ Der Blick der Person wandert im Raum umher und wendet sich ab. Er weicht dem Blickkontakt aus oder schaut durch seinen Gesprächspartner hindurch. Er schüttelt den Kopf und setzt sich zurück. Er wendet seinen Körper ab von der Gesprächsperson und verschränkt die Arme. Er signalisiert Hektik, fällt dauernd ins Wort und blickt dabei zur Uhr. Er rutscht unruhig auf dem Stuhl hin und her. Das Verhalten stimmt nicht mit den Worten überein und ist unkonzentriert im Gespräch. „Doch keine Panik!“

Was Sabine J. noch nicht wusste: Sie nimmt unbewusst sehr viel mehr wahr und bekommt auch entsprechend Gefühle in ihrem Körper. Häufig deutet ein ungutes Gefühl während des Gesprächs auf einen Widerspruch zwischen nonverbalen und verbalen Botschaften hin.

Bisher hat Sabine J. die Anspannung und Unsicherheit begleitet, wenn sie sich unter Menschen begeben hat. Diese Unsicherheit hat sich auch in ihrem Verhalten, in ihrer Körpersprache und in ihrer Sprache niedergeschlagen.

Sabine J. hat nun ihre Angst überwunden und ihr fällt es jetzt nicht mehr schwer, Kontakt aufzunehmen.

„Walter! Wer Angst hat, wird zum Opfer.“, spricht das Ego.

Natürlich aus dem Spiegel. „Bevorzuge doch deinen Kontakt auf der Straße, auf einer Party oder im Fitnessstudio.“ Jede Beziehung beginnt mit dem ersten Kontakt, und du willst in der Zukunft nicht immer darauf warten, ob dein Gegenüber den ersten Schritt macht. Walter! „Du musst zuerst zuhören und dann verstehen.“

Eigentlich hat Walter M. Spaß daran, neue Kontakte zu knüpfen.

Der Egoist im Spiegel warnt Walter M.: „Klatsch“ und „Tratsch“ sind Sitte in der Gesellschaft, geprägt durch „Neid“ und „Gier“. Deshalb „Vorsicht“ im Umgang mit „Über andere reden“.

Einen unantastbaren Schutz über das Privat- und Intimleben des anderen gegenüber sollte behalten bleiben, denkt sich auch Walter M.

Dabei hat Walter M. die Erfahrung gemacht, besonders, wenn es um das weibliche Geschlecht geht. Sie haben das Talent, jeden Einstig als dumme Anmache anzusehen.

Das Ziel von Walter M. ist es, seine Kontaktfähigkeit zu üben. Er übt die Praxis jeden Tag, denn das Leben ist eine wiederkehrende Baustelle und er hat keine Angst, dass die anderen Personen über ihn lachen. Und wenn Sie lachen, dann freut er sich, dass er die anderen Personen zum Lachen gebracht hat. Diese Situation rechnet Walter M. sich hoch an, denn das schaffen nur wenige Menschen und die lassen sich das hoch bezahlen.

Walter M. kennt die geschlossenen Fragen, die nur ein „Ja“ oder „Nein“ oder die Wahl zwischen mehreren fertigen Antworten verlangen. Sie spielen eine wichtige Rolle, aber wenn Walter M. sie ausschließlich stellt, wird das Gespräch langweilig und endet in peinlichem Schweigen. Menschen, denen Walter M. eine geschlossene Frage nach der anderen stellt, fühlt diese Person sich, als würde sie von der Polizei verhört.

Offene Fragen müssen Ihren geschlossenen Fragen offen folgen lassen. Offene Fragen zu stellen, erfordert eine bewusste Anstrengung von Walter M.

Aber so wie mit dem Gehen und Schreiben und all den anderen Fertigkeiten ist es auch hier.

Walter M. stellt Fragen. Dabei hat er eine bessere Kontrolle, wenn er jemanden findet, der seine Fragen beantworten möchte.

Eine fremde Person, die Walter M. nicht kennt, wird ihm kaum seine ganzen Fragen beantworten.

Was diese Person so den ganzen Tag gemacht hat.

Es muss schon der glückliche Nachbar sein oder der Kumpel aus der Kneipe sowie ein Mitarbeiter aus der Firma.

„Jeder Mensch nimmt seine Umgebung in einer bestimmten Art und Weise durch seine Sinne wahr und speichert diese Wahrnehmung im Gehirn ab“, erzählt der Spiegel, dem Walter M. „Zu den Sinnen gehören: das Hören, das Sehen, das Fühlen, das Schmecken.“

Die meisten Menschen, denen Walter M. in seinem Leben begegnet, möchten im Verlauf des Gesprächs auch etwas über ihn erfahren.

Vielleicht über seine Einstellung, Interesse und Wertvorstellung, auch wo er lebt, oder welchen Beruf Walter M. hat, aber auch was er in seiner Freizeit macht. Zum Schluss kann es sein, dass diese Person wissen möchte, wo er gerade war und wohin er geht, und ob Walter M. zu weiteren Kontakten bereit ist.

Viele Menschen hindern sich daran, ein Gespräch zu beginnen, weil sie Angst haben, sich nicht mehr loseisen zu können.

Ist die Unterhaltung sehr angenehm und interessant, so gibt es keinen Grund, sich schnell verabschieden zu wollen. Doch manchmal können wir auch an Menschen geraten, die sich als Langweiler, Alleinunterhalter, Prahler oder als für uns völlig uninteressante Menschen herausstellen.

Diese Menschen leben in ihrer eigenen Welt, in der sie glauben zu leben.

Die Glaubenssätze, die jeder Mensch hat, beeinflussen sein Leben ganz entscheidend. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Glaubenssätze.

Positive Glaubenssätze bewirken positive Ergebnisse, negative Glaubenssätze negative Ergebnisse in der Kommunikation.

Nicht nur Walter M. muss die Erfahrungen machen, dass die Menschen viel zu kompliziert sind und durch die sich ständig steigernden Bedürfnisse viel zu komplex, als dass Walter M. alles verstehen könnte.

Also, muss er das Meiste glauben, um überhaupt Entscheidungen fällen und ins Handeln kommen zu können.

Die meisten Menschen wissen oft gar nicht, was Walter M. glaubt und warum er es glaubt.

Aber Walter M. vertritt seine Meinung standhaft und verwirklicht seine Glaubenssätze, koste es, was es wolle.

Lieber gehen viele Menschen Pleite, werden krank, sterben sogar, bevor sie ihre Glaubenssätze wechseln.

Je mehr Erfahrungen Walter M. in seinem Leben macht, desto erfolgreicher wird er in Gesprächen mit seinen Mitmenschen sein.

Und darum hat er keine Angst davor, eine Fehlentscheidung zu treffen.

Es gibt nämlich keine Fehlentscheidung. Es gibt nur Entscheidungen, die ihm positive oder negative Erfahrungen bescheren.

Denn es ist die Erfahrung, die Walter M. immer wertvoller macht.

Walter M. hat den Mut, sich von dem zu entledigen, was ihn stört, hindert oder ärgert, um Platz zu schaffen für das, was er sich wünscht.

Er entscheidet sich, seine Lebenssituation zu ändern, und dann handelt er dann konsequent danach.

Walter M. ist deshalb ein Mensch, der entscheidungsfreudig und entscheidungsfreudig ist.

Viele Menschen treffen eben keine Entscheidung, weil sie ihre Aufmerksamkeit nicht auf positive Möglichkeiten richten, die sie in die Entscheidung bringen könnten, sondern immer nur auf die möglichen negativen Auswirkungen.

Sich zu entscheiden heißt, dass sich Walter M. von etwas wegbewegt, nämlich von dem Ausgangspunkt seines Lebens.

Wenn Walter M. kraftvolle Entscheidungen trifft, wird er erleben, wie schnell und wie unglaublich er die Dinge in seinem Leben realisieren kann, von denen er früher nicht zu träumen gewagt hätte.

Vielleicht hat Walter M. herausgefunden, dass ein Problem bei der klaren Zielsetzung in der Angst besteht, das Ziel nicht zu erreichen.

Walter M. hat sich in seinem Leben einmal Ziele gesetzt, die er nicht erreicht hat.

Aber Walter M. hat die Erfahrungen gemacht, dass er mit voller Hoffnung und mit voller Begeisterung seine Ziele stecken kann, die er dann erreicht. Einer der größten menschlichen Schwächen ist es, dass man mit dem Wort „unmöglich“ zu schnell bei der Hand ist.

Doch Menschen, die so ausgerichtet sind, scheint auch die sicherste Methode als „undurchführbar“.

Verlierer sind auf Gewinner wütend, muss Walter M. erleben. Denn das Negative verträgt das Positive nicht.

Wer genügend Ausdauer und Hartnäckigkeit besitzt, wird letzten Endes immer erfolgreich sein. Ein Leben ohne Risiken, Hindernisse und Probleme wäre es nicht wert, dass Walter M. morgens den Fuß aus dem Bett setzt.

Das Leben besteht nun einmal aus der erfolgreichen Lösung von Problemen und der Überwindung von Schwierigkeiten.

Walter M. hat in seinem Leben schon vor vielen Problemen gestanden und schon so viele Probleme gelöst, dass es ihm schwerfällt, nachzuvollziehen, dass Menschen bei kleinen Problemen (aus seiner Sichtweise heraus) keine Hoffnung mehr sehen.

Er ist deshalb sehr froh und dankbar, dass er seine Erfahrungen Menschen weitergeben darf.

Walter M. wird niemals die Probleme eines anderen Menschen lösen, aber er kann die Strategien aufzeigen, durch die er selbst in die Lage versetzt wird, seine Probleme selbst lösen zu können.

Manchmal muss man zuerst sein Leben in Ordnung bringen, wenn man sich geistig und körperlich wohl fühlen will. Man muss sich von unliebsamen Gewohnheiten trennen, seinen finanziellen Haushalt in Ordnung bringen, auf unerquickliche amouröse Abenteuer verzichten, schädlichen Umgang aufgeben und zuerst vielleicht sogar eine kleine Bilanz machen, die den eigenen Standort deutlich zeigt.

Dann gilt es auch, Ziele zu setzen, doch dazu bedarf es manchmal entsprechender Motive.

Es ist offenbar, dass wir uns nicht nur durch Worte äußern.

Das strahlende Lächeln drückt für jeden Klarheit aus. Die verdrehten Augen oder die Grimasse nach einem Gespräch machen missverständlich deutlich, was über den Gesprächsteilnehmer gedacht wird.

Die hängenden Schultern und der schleppende Gang signalisieren genauso jedem verständlich, je nach Situation, einen Zustand des Abgekämpft seins, der Niedergeschlagenheit, der Hoffnungslosigkeit, und wenn uns ein Mensch begegnet, der wie auf Wolken schwebend daherkommt, wissen wir einfach, selbst wenn es der oder die Betreffende abstreitet, dass da jemand sicherlich verliebt ist. Natürlich kommt es nicht nur auf die Gestik und Mimik an, die Walter M. selbstverständlich unter Kontrolle haben sollte.

Genauso wichtig ist es, die Körpersprache anderer lesen zu können.

Der erste Eindruck hat großen Einfluss auf die weiteren Beziehungen zwischen Personen.

Hier kann sich für Walter M. viel entscheiden.

Einladungen zu bekommen sind schön.

Walter M. freut sich auch dann darüber, wenn er diese Einladungen nicht annehmen kann oder sogar will.

Das Arbeitsessen gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Situationen, in denen ein berufstätiger Mensch sein Verhältnis zeigen kann. Denn sicheres Auftreten und gute Umgangsformen sind die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Geschäftsessen. Ein großer Schwerpunkt bei einem Arbeitsessen ist die Kleidung.

Ob Straßenkleidung oder gedecktes Kostüm und dunkler Anzug, das muss Walter M. wissen.

Der erste Eindruck bei der Begrüßung kann der Wichtigste sein.

Sich im Zusammensein mit anderen wohl zu fühlen, hängt zum größten Teil von der Gefühlsebene ab, die Walter M. zu diesen Menschen aufgebaut hat.

Kommunikationswissenschaftler bestätigen immer wieder, dass rund 80 Prozent des menschlichen Handelns emotional und nur 20 Prozent etwa unserer Entscheidung rational bedingt sind.

Ist der Erstkontakt positiv, folgt automatisch durch Aufbaustufen die Vertiefung des Kontakts.

Ein negativer Gesprächseinstieg erfordert viel Energie, um den Kontakt auf neutraler Basis fortzusetzen.

Das Verhalten in der Kontaktpflege wird dann meistens von Geschäftsinteressen oder Positionsverhältnissen gesteuert.

Beim Begrüßen ist es ganz besonders, mit Blickkontakt einen Tagesgruß zu sprechen und so von Hand zu Hand, in Verbindung einzuleiten.

Das Entgegengehen, die Körperhaltung, der Begrüßungsabstand, Mimik und Gestik, Tonfall und Satzwahl, die Dauer des Handhaltens, die Namensnennung: Mit all dem zeigt Walter M. seine Einstellung gegenüber seinem Gegenüber.

Umgekehrt sendet auch der Gegenüber durch die Art des Eintritts, durch seine Körperhaltung, Gestik, Mimik und Sprache deutliche Signale aus.

Eine zur Begrüßung angebotene Hand wird nicht übersehen, auch wenn dadurch die ursprünglich korrekte Reihenfolge der Begrüßung nicht eingehalten werden kann.

Für die Missachtung einer zur Begrüßung angebotenen Hand müssten extreme Gründe vorliegen.

Walter M. begrüßt jeden Gast mit Händedruck, Blickkontakt und Namensnennung.

Je nach Gesprächsthema und Beziehungsebene verstärkt er den Erstkontakt durch weitere Begrüßungsworte.

Walter M. ist offen, gesprächsbereit und stellt sich im Voraus auf unterschiedliche Gesprächspartner ein.

So tritt Walter M. sicher auf und macht einen guten Eindruck.

 

 

Kapitel 11

„Guten Morgen, Frau Ernst“ – „Guten Morgen, Herr Fröhlich“, spricht das Ego von Jenny K. aus dem Spiegel.

Nur in Ausnahmefällen, wie einer verletzten Hand, wird zur Begrüßung die linke Hand gereicht.

Flotte Begrüßungssprüche wie „Hallo“, „Hallöchen“, „Hi“, „Tach“ oder „Moin“ sind nur im engen Familien- und Freundeskreis akzeptabel.

Regionale Redewendungen wie „Grüß Gott“ und „ade“ sollten von Besuchern gegenüber der einheimischen Bevölkerung in der Grußantwort aufgegriffen werden.

Das klassische „Guten Tag“ als Antwort, auch zum Beispiel „Grüß Gott“, wird sonst als Belehrung aufgefasst. Jenny K. besucht in den nächsten Tagen Niedersachsen und Hannover.

„Du" oder „Sie“, das ist hier die Frage.

Jedem, der „Deutsch“ als Muttersprache hat, wird während seines ganzen Lebens diese große, sprachliche Schwierigkeit bei Fragen des Stils und des persönlichen Umgangs mitgegeben.

„Wie ist es mit dem „Du“ und dem „Sie?“

Eine Schwierigkeit, die Jenny K. neiderfüllt feststellen musste und im angelsächsischen Sprachraum gar nicht vorhanden ist, da dort nur das „you“ gilt. Dennoch lieber „Deutscher-Bürger“.

„Wer darf das „Du“ anbieten?“, wenn sich eine kameradschaftliche und freundliche Beziehung zwischen zwei Personen entwickelt, die vom üblichen „Sie“ zum „Du“ führen soll.

Das ist natürlich eine Faustregel, die allen Stilformen unterliegt.

Die bekanntlich durch eine persönliche Selbstdarstellung, durch die Umwelt und den Wertmangel gekennzeichnet sind.

Bei Berufen ist der Umgang mit dem „Du oder Sie“ je nach Branche ziemlich unterschiedlich.

Aber unter künstlerisch tätigen Personen (wie dem Ensemble von Theatern) ist das „Du“ fast selbstverständlich. Das gilt auch für die Kommunikationsbranche (Funk, Fernsehen, Presse, PR, Werbung).

Doch das sind nur Durchschnittsregeln. Das Gehirn empfängt Reize über Augen, Ohren und Nase.

Die Augen sehen Größe, Haltung, Kleidung, Bewegung, Mimik und Gestik.

Die Ohren hören die Stimme, die Lautstärke, den Dialekt und die Aussprache (der Ton macht die Musik).

Die Nase nimmt den Geruch wahr.

Das kann Parfüm aber auch Körpergeruch sein.

Daher der Ausspruch: „Ich kann jemanden nicht riechen.“ Oder? Die Reize werden im Unterbewusstsein von Jenny K. wie in einem Computer gespeichert.

Blitzschnell beurteilt sie ihren Gegenüber als positiv oder negativ, als sympathisch oder unsympathisch.

Nach diesem bereits gefällten Urteil (Vor-Urteil) richtet sie ihr Verhalten.

Jenny K. blättert in ihrem dicken Lexikon und sieht die Definition über die Freundlichkeit.

Was ist das eigentlich?

Freundlichkeit ist heute zur Lehrformel geworden.

Früher hieß es: „Sei freundlich zu jedermann!“

Dabei wurde nicht gesagt, was Freundlichkeit eigentlich ist.

Jeder Mensch ist auf seine Weise eitel.

Und das ist auch wichtig, besonders für öffentliche Auftritte.

Nur seine Grenzen sollte man kennen, denkt sich Jenny K.

Jenny K. versucht Blickkontakt zu halten, ohne ihren Gesprächspartner zu hypnotisieren.

Sie denkt daran, Ihre Körpersprache auch bei schwierigen Verhandlungen im Griff zu haben.

Die nonverbale Kommunikation wird instinktiv verstanden.

Jenny K. wird mehr Glauben geschenkt als dem gesprochenen Wort.

Treten aber hierbei Widersprüche auf, kann das Gespräch kippen.

Jenny K. zeigt Interesse an Ihrem Gesprächspartner.

Sie lässt ihn ausreden, auch wenn er sie durch umständliche Ausdrucksweise zum Unterbrechen reizt.

Obwohl die Mode so vielseitig wie kaum zuvor geworden ist, kleidet sich jeder nach seinem Gefühl und Geschmack. Es gibt auch kaum jemanden, der seinen Stil bis an sein Lebensende konsequent durchzieht. „Jenny K. lässt die Menschen zuerst einmal lachen!“ „Das macht sie offen für ihre Ideen und zieht sie auf ihre Seite.“

 

STOPP!

Jetzt lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf!

Was erzählt Ihr Spiegel?

Zum Beispiel morgens.

Was erzählt Ihr Ego?

In bestimmten Momenten.

 

Wie würden Sie Ihre Geschichte anfangen?

(Nehmen Sie sich jetzt ein Blatt Papier und fangen Sie an zu schreiben!)

 

 

 

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Anhang

Jede, wie auch immer gestellte Ähnlichkeiten mit Büchern, lebenden oder toten Personen, deren Haustiere und Bekleidungsstücke, et cetera, et cetera,…, ist weder beabsichtigt oder weder noch so gemeint, auch anders und in jedem Fall rein zufällig und ein nicht wirklich gemeinter Zufall.

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